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Cotton Reloaded - 28

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über dieses Buch
  4. Über den Autor
  5. Titel
  6. Impressum
  7. 1
  8. 2
  9. 3
  10. 4
  11. 5
  12. 6
  13. 7
  14. 8
  15. 9
  16. 10
  17. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Dein Name ist Jeremiah Cotton. Du bist ein kleiner Cop beim NYPD, ein Rookie, den niemand ernst nimmt. Aber du willst mehr. Denn du hast eine Rechnung mit der Welt offen. Und wehe, dich nennt jemand »Jerry«.

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. Erleben Sie die Geburt einer digitalen Kultserie: COTTON RELOADED ist das Remake von JERRY COTTON, der erfolgreichsten deutschen Romanserie, und erzählt als E-Book-Reihe eine völlig neue Geschichte.

COTTON RELOADED erscheint monatlich. Die einzelnen Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book und als Audio-Download (ungekürztes Hörbuch).

Über dieses Buch

Der gelangweilte Sohn eines chinesischstämmigen Fabrikanten bekommt von seinem steinreichen Vater das ultimative Geburtstagsgeschenk gegen sein stupides Alltagsleben: eine Entführung. Doch etwas geht schief, denn kurz nach dem Verschwinden des Sohnes wird sein Leichnam auf einer Müllhalde gefunden. Und niemand kann den Kontakt zur »Entführer GmbH« nachweisen.

Jeremiah Cotton und Philippa Decker, Special Agents des G-Teams vom FBI, nehmen die Ermittlungen auf. Die Spur führt nach Chinatown in die bizarre Kampfschaben-Szene: Von ihren Besitzern liebevoll gehegt und gepflegt, treten die Schaben in Kämpfen gegeneinander an. Das illegale Wettgeschäft darum floriert, doch dahinter steckt ein organisiertes Verbrechen, das noch viel eigenartiger ist …

Der Autor

Alfred Bekker schreibt Fantasy, Science Fiction, Krimis, historische Romane sowie Kinder- und Jugendbücher. Seine Bücher um das Reich der Elben, die »Drachenerde-Saga«,die »Gorian«-Trilogie und seine Romane um die Halblinge von Athranor machten ihn einem großen Publikum bekannt. Er war Mitautor von Spannungsserien wie Jerry Cotton, Kommissar X und Ren Dhark. Außerdem schrieb er Kriminalromane, in denen oft skurrile Typen im Mittelpunkt stehen – zuletzt »Der Teufel von Münster«, worin er einen Helden seiner Fantasy-Romane zum Ermittler in einer sehr realen Serie von Verbrechen macht. Seine Webseite: www.alfredbekker.de.

1

Robert Chong erreichte den Parkplatz. Im Hintergrund flackerten die Neonschriftzüge der Nachtclubs auf. Roberts Gang war schwankend. Ein paar Gläser Champagner zu viel zeigten ihre Wirkung.

Er nahm die Fernbedienung aus der Tasche und drückte auf den Knopf, woraufhin die Bremslichter seines Maserati aufleuchteten. Die Türen waren jetzt offen und die Alarmanlage deaktiviert. Fünf Schritte waren es noch.

Aber Robert sollte den Wagen nie erreichen.

*

Robert nahm undeutlich eine Bewegung war. Die Angreifer trugen Sturmhauben und dunkle Kleidung. In der Nacht waren sie so gut wie unsichtbar.

Robert Chong hatte sich gerade zur Hälfte umgedreht und bemerkt, dass da irgendetwas nicht stimmte, da bekam er auch schon einen heftigen Faustschlag in die Magengrube.

Ächzend sackte er in sich zusammen.

Er wurde gepackt.

Ein Van fuhr heran. Robert konnte kaum etwas sehen, so sehr wurde er durch die Scheinwerfer geblendet. Der Schlag in den Magen tat ihm höllisch weh. Er rang nach Luft und wollte schreien – aber dazu war er zunächst nicht in der Lage.

Grob packten ihn die Maskierten. Wenig später fand er sich im Inneren des Vans wieder. Die Tür schloss sich automatisch.

»Hilfe!«, brachte Robert jetzt heraus.

Der Schlag, den er daraufhin bekam, ließ ihn erst einmal verstummen.

»Keinen Laut!«, verlangte eine dunkle, heiser klingende Stimme von ihm, die unter der Sturmhaube des größeren der beiden Angreifer hervorklang. »Sonst geht es dir dreckig, und du überlebst die nächsten zehn Minuten nicht. Haben wir uns verstanden?«

Robert Chong antwortete nicht gleich. Er bekam einen weiteren Schlag. In seinem Mund schmeckte es nach Blut. Und Blut rann ihm inzwischen auch aus der Nase auf das Revers seines Anzugs und in den weißen Hemdkragen.

»Hast du meine Frage nicht verstanden, oder was ist los?«, wollte der Maskierte wissen.

»Alles klar! Ich mach, was immer ihr wollt!«, murmelte Robert.

Mit einem Ruck hatte sich der Van inzwischen in Bewegung gesetzt. Die Reifen quietschten, als der Fahrer dann noch einmal plötzlich abbremsen musste, bevor er sich ziemlich rücksichtslos in den laufenden Verkehr auf der Avenue hineindrängte.

Robert Chongs Körper erschlaffte plötzlich.

Einer der Entführer gab ihm einen heftigen Stoß in die Seite. Aber der Entführte reagierte nicht. Der Kopf war nach vorn auf die Brust gesackt.

»Was ist mit ihm?«, fragte der zweite Entführer.

»Scheiße Mann, der ist tot!«, entfuhr es dem anderen. Er riss seine Sturmhaube vom Kopf und wandte sich an den Fahrer. »Wir müssen den Plan ändern!«

*

Cotton kam als Letzter ins Headquarter des G-Teams. Sein verstohlener Blick glitt zur Uhr. Eigentlich waren sogar noch zwei Minuten Zeit. Aber von Agent Philippa »Phil« Decker erntete er trotzdem einen tadelnden Blick.

»Da sind Sie ja endlich, Cotton«, raunte sie ihm zu. »Sie wissen doch, dass Mister High besonderen Wert darauf legt, dass wir pünktlich anfangen können.«

»Ich bin pünktlich«, verteidigte sich Cotton und nickte dabei den anderen Mitgliedern des G-Teams freundlich zu: Dem IT-Crack Zeerookah, Agent Steve Dillagio und der Forensikerin Dr. Sarah Hunter.

Cotton ging an seinen Platz. Er setzte sich. Dabei fiel sein Blick auf seine linke Hand. Ein dunkler Schmierfleck war da zu sehen. Peinlich, dachte er.

Vor allem weil Decker es auch gesehen hatte.

»Sie sollten morgens vor Dienstantritt nicht noch an Ihrem Jaguar E-Type herumschrauben«, meinte sie.

»Ich wusste gar nicht, dass wir hier im G-Team verpflichtet sind, unsere ohnehin knapp bemessene Freizeit auch noch nach Dienstplan zu verbringen«, mischte sich Special Agent Steve Dillagio ein und grinste.

Cotton grinste zurück. »Wenigstens einer, der auf meiner Seite ist«, meinte er.

In diesem Moment kam Mr High aus seinem Büro in das Headquarter. Der Chef des G-Teams ließ kurz den Blick schweifen. Es war augenblicklich totenstill im Raum. Selbst Steve Dillagio wirkte jetzt ernst.

»Ich hoffe, Sie alle sind hellwach und hoch konzentriert«, sagte Mr High. Sein tiefschwarzes Gesicht zeigte dabei keinerlei Regung. Das Neonlicht des Headquarters wurde von dem glatten, haarlosen Schädel reflektiert. »Wir haben einen neuen Fall auf dem Tisch. Kann sein, dass er sich am Ende als gewöhnlicher Mordfall herausstellt, möglicherweise steckt aber auch sehr viel mehr dahinter. Das wird sich wohl erst im Laufe der Ermittlungen zeigen.« Mr High machte eine kurze Pause. Er verschränkte die Arme vor der Brust. Schließlich fuhr er fort: »Die Leiche eines gewissen Robert Chong wurde auf der stillgelegten Müllhalde von Fresh Kills Landfill, Staten Island gefunden.«

»Die größte Müllhalde der Welt«, kommentierte Steve Dillagio. »Was gibt es für einen geeigneteren Ort, um eine Leiche loszuwerden.«

Mr High ging auf die Bemerkung nicht weiter ein.

Er bedachte Dillagio noch nicht einmal mit einem tadelnden Blick, wie er es sonst durchaus zu tun pflegte. Cotton bewunderte Dillagio insgeheim manchmal dafür, dass er sich hin und wieder einfach eine gewisse Respektlosigkeit herausnahm. Der blonde Italoamerikaner verletzte ganz gerne mal die Regeln. Diese – und auch andere.

»Robert Chong ist ein Bürger von New Jersey, der auf New Yorker Gebiet tot aufgefunden und vermutlich auch hier umgebracht wurde«, fuhr Mr High fort. » Allerdings wäre das allein noch keine hinreichende Begründung, um eine Spezialabteilung wie die unsere mit dem Fall zu befassen, anstatt es vom hiesigen Field Office bearbeiten zu lassen.« Mr High machte eine kurze Pause. Seine Hände wanderten in die Taschen seiner Flanellhose, und er ging ein paar Schritte, ehe er wieder stehen blieb. »Der Grund dafür, warum wir vom G-Team uns des Falles annehmen, liegt in der Tatsache begründet, dass Robert Chong der Sohn von William Chong aus Paterson, New Jersey ist. William Chong ist Exil-Taiwanese und Fabrikant. Er betreibt eine Fabrik für Plastikspielzeug und eine zur Herstellung von Gummidichtungen.«

»Eine eigenartige Zusammenstellung«, meinte Dillagio.

»Eigenartig ist wohl nur, dass jemand mit Firmen reich werden kann, die eigentlich nicht profitabel sein können«, mischte sich jetzt Zeerookah ein, das IT-Ass der Abteilung.

Der Chef hat ihn offenbar früher eingeweiht als uns und schon mal ein paar Hintergründe recherchieren lassen, ging es Cotton durch den Kopf. Wie üblich. Aber es liegt nahe.

Mr High nickte.

»Unser Kollege Zeerookah hat es auf den Punkt gebracht. Die Justiz und sämtliche Polizeiabteilungen, die sich mit organisiertem Verbrechen befassen, sind seit Jahren überzeugt davon, dass die Familie Chong das Schwarzgeld der Syndikate von Chinatown wäscht. Nur konnte man das bisher nie beweisen.«

»Und was hat der Tod von Robert Chong damit zu tun?«, fragte Cotton.

»Es könnte sich um den Auftakt eines Gangsterkrieges handeln«, erklärte Mr High. »Es muss nicht so sein, aber die Wahrscheinlichkeit erachte ich – und diese Ansicht teile ich mit dem Staatsanwalt, dem Director des hiesigen FBI Field Office und der Führung des NYPD – als sehr hoch. Der wichtigste Punkt, der für die These spricht, ist die Tatsache, dass normalerweise jeder, der einem Mitglied der Chong-Familie etwas antut, damit rechnen muss, dass eine heftige Reaktion erfolgt.«

»Unseren Erkenntnissen nach stehen die Chongs unter dem Schutz sehr mächtiger Leute hier in Chinatown«, ergänzte Zeerookah. »Leute, die natürlich alles dafür tun würden, dass ihre Schwarzgeldwaschmaschine weiterhin problemlos läuft.«

»Gibt es denn auch Erkenntnisse darüber, ob möglicherweise irgendwelche fremden Syndikate versuchen, hier in New York die Verhältnisse neu zu ordnen?«, wollte Steve Dillagio wissen.

Mr High hob die Schultern. »Genau das werden wir herauszufinden versuchen, um entsprechend reagieren zu können.«

»Dann schlage ich vor, dass ich meine Kontakte mal etwas reaktiviere«, meinte Dillagio. »So etwas dürfte sich schließlich herumsprechen.«

»Ja, in diese Richtung habe ich auch schon gedacht«, nickte Mr High. »Allerdings sollten wir nicht vorschnell andere Ermittlungsrichtungen ausschließen. Es ist nach wie vor auch nicht ausgeschlossen, dass der Fall einen rein privaten Hintergrund hat.« Mr High wandte sich an Zeerookah. »Zeigen Sie uns die Bilder«, wies er ihn an.

»Ja, Sir«, gab Zeerookah zurück. Seine Finger wanderten über ein Touchpad. Auf einem der Großbildschirme im Headquarter erschien das übel zugerichtete Gesicht eines Mannes.

Dass es sich um Robert Chong handelte, brauchte Mr High nicht extra zu erwähnen, denn das stand auf dem kleinen Datenfeld am unteren Ende des Bildschirms. Dazu ein paar weitere Angaben. Alter: 25. Es waren auch ein paar Vorstrafen wegen einiger Drogenvergehen vermerkt. Außerdem war er den Kollegen vom NYPD wohl auch wegen einiger Verkehrsdelikte aufgefallen. »Die genaue Todesursache werden wir erst nach dem Abschluss des Berichts der Gerichtsmedizin kennen«, erklärte Mr High. »Aber im Moment spricht alles dafür, dass er an den Folgen der Schläge starb, die er kurz vor seinem Tod bekommen hat. Er ist ziemlich in die Mangel genommen worden. Mister Chong junior studierte hier in New York Betriebswirtschaft, um für die Übernahme der elterlichen Geschäfte gerüstet zu sein. Auch dort werden wir uns umhören müssen. Die Daten, die es zu dem Fall gibt, sind Ihnen auf elektronischem Weg zugestellt worden. Jetzt würde ich sagen: an die Arbeit.«

*

Cotton und Decker fuhren nach Paterson, New Jersey. Das Anwesen von William Chong lag in einem der Randbezirke der Stadt. Es handelte sich um ein von hohen Mauern umgebenes Sandsteingebäude, das außerdem noch durch Leibwächter und eine elektronische Vollüberwachung gesichert wurde.

Ein gusseisernes Tor öffnete sich automatisch, nachdem sich Decker an der Sprechanlage gemeldet hatte.

»Den Chongs scheint es wirklich nicht schlecht zu gehen«, meinte Cotton.

»Seien Sie nicht taktlos, Cotton. «

Cotton runzelte die Stirn. »Taktlos? Wie soll ich denn das verstehen? «

»Die Chongs haben ihren Sohn verloren. Daran sollten Sie immer denken, wenn wir uns gleich mit ihnen unterhalten.«

»Für wen halten Sie mich?«

»Genau für den, der Sie sind, Cotton«, sagte Decker ungerührt.

Sie fuhren bis zum Haupteingang des großen Sandsteingebäudes. Einer der mannscharfen Hunde, die von den Leibwächtern geführt wurden, riss an seiner Leine. Den Maulkorb trugen diese Tiere sicherlich nicht zum Spaß.

Cotton und Decker stiegen aus.

Eine junge Frau mit asiatischen Gesichtszügen kam die Treppe des Eingangsportals herab. Sie trug dunkle, eng anliegende Kleidung. Das blauschwarze Haar war zu einem Knoten gebunden. Ihre Bewegungen wirkten grazil und waren von fast katzenhafter Eleganz.

»Decker, FBI«, sagte Philippa Decker und zeigte dabei ihren Ausweis. Sie deutete auf Cotton. »Das ist mein Kollege Special Agent Cotton. Wir …«

»Sie werden erwartet«, sagte die junge Frau, noch ehe Decker zu Ende gesprochen hatte. »Mein Name ist Sue Chong. Ich bin die Schwester des Ermordeten. Meine Eltern sind durch das Geschehen schwer getroffen, und es wird ihnen mit Sicherheit schwerfallen, Ihre Fragen zu beantworten. Ich möchte Sie also bitten, etwas nachsichtig zu sein.«

»Wir sind keine Unmenschen«, sagte Decker.

»Wir fühlen mit Ihnen«, sagte Cotton. »Und auch wenn es unser Beruf ist, mit der Tatsache umzugehen, dass Menschen sterben, wird das niemals Routine oder so etwas …«

Sue Chongs Gesicht hob die Augenbrauen. »Ich danke Ihnen für Ihre Anteilnahme, Agent Cotton.«

»Es geht uns darum, den Tod Ihres Bruders aufzuklären – und je schneller wir dabei Informationen bekommen, desto besser«, fuhr Cotton fort. »Jede Verzögerung nützt letztlich nur dem mutmaßlichen Täter.«

Sue Chongs Blick verharrte einen Augenblick länger als notwendig bei Cotton, während sie ihm die Hand gab. Es war ihren undurchdringlichen Gesichtszügen nicht anzusehen, ob das ein prüfender Blick war oder ob er irgendetwas anderes zu bedeuten hatte.

»Sie haben zweifellos recht: Man darf diesen feigen Mördern keinen Vorsprung lassen.«

»Nicht, wenn es sich vermeiden lässt.«

»Folgen Sie mir bitte!«

Sue Chong ging voran. Decker sah Cotton kurz an und konnte dabei ihr Erstaunen kaum verbergen. »Sie können ja richtig sensibel sein, Cotton.«

»Wenn’s drauf ankommt …«

»Es kommt immer drauf an.«

»Wenn Sie das sagen.«

»Das ist eine Sache, die Sie einfach noch nicht begriffen haben.«

»Sie sehen ja, dass ich an mir arbeite.«

Sue Chong führte die beiden Mitglieder des G-Teams durch die ausgedehnte Eingangshalle in einen Raum, der im Stil eines Salons des 19. Jahrhunderts gehalten und mit Antiquitäten nur so angefüllt war. Die Geschäfte der Chongs schienen nicht schlecht zu laufen.

William Chong war ein kleiner, drahtiger Mann in den Fünfzigern. Cotton schätzte, dass sein Haar schon lange nicht mehr von Natur aus diese durchgehende blauschwarze Färbung aufwies, wie es dem äußeren Anschein nach der Fall war. Die Dienstausweise der beiden FBI Agents würdigte William Chong keines Blickes.

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