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Cotton Reloaded - 26

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über dieses Buch
  4. Über den Autor
  5. Titel
  6. Impressum
  7. Prolog
  8. 1
  9. 2
  10. 3
  11. 4
  12. 5
  13. 6
  14. 7
  15. 8
  16. 9
  17. 10
  18. Epilog
  19. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Dein Name ist Jeremiah Cotton. Du bist ein kleiner Cop beim NYPD, ein Rookie, den niemand ernst nimmt. Aber du willst mehr. Denn du hast eine Rechnung mit der Welt offen. Und wehe, dich nennt jemand »Jerry«.

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. Erleben Sie die Geburt einer digitalen Kultserie: COTTON RELOADED ist das Remake von JERRY COTTON, der erfolgreichsten deutschen Romanserie, und erzählt als E-Book-Reihe eine völlig neue Geschichte.

COTTON RELOADED erscheint monatlich. Die einzelnen Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book und als Audio-Download (ungekürztes Hörbuch).

Über dieses Buch

In Washington County wird ein halbnackter und geistig verwirrter Mann aufgefunden. Die Medien finden schnell einen Namen für den Verwahrlosten: Wolfsmensch. Ärzte der New York University School of Medicine untersuchen ihn. Doch der Mann, dessen Hände vollständig verbrannt sind, spricht kein Wort und kann auch nicht durch eine zahnärztliche Untersuchung identifiziert werden.

Zur selben Zeit erregt die dritte Leiche einer Raubmordserie Aufsehen in der Stadt. Das geheim operierende G-Team vom FBI wird auf den Fall angesetzt. Die ersten Ermittlungen lassen nur eine Gemeinsamkeit der Opfer erkennen: Alle Leichen wurden in der Nähe der U-Bahnstation Parkchester aufgefunden. Reiner Zufall? Und wann wird der Täter erneut zuschlagen? Special Agent Jeremiah Cotton und sein Team arbeiten mit Hochdruck an dem Fall, während der mysteriöse Wolfsmensch hochkarätige Gäste in die Stadt lockt …

Der Autor

Jürgen Benvenuti wurde 1972 in Bregenz, Vorarlberg, geboren. Nach Aufenthalten in Berlin und Barcelona lebt er jetzt in Wien. Neben seinen Romanen, die unter anderem bei Bastei Lübbe, dtv und im Wiener Falter Verlag erschienen sind, hat er auch zahlreiche Rezensionen und Artikel in diversen Zeitungen, Zeitschriften und Online-Magazinen veröffentlicht. Ab und zu wagt er außerdem einen Abstecher ins Filmgeschäft.

Prolog

Die Frau mit den grünen Augen schaute sich aufmerksam nach allen Seiten um, stellte fest, dass niemand in ihrer Nähe war, und setzte sich dann auf eine abseits gelegene Bank im Central Park.

Es war ein heißer, beinahe windstiller Sommertag Ende August. Kinder spielten Fangen auf der Wiese, ein junges Pärchen spazierte Händchen haltend am Conservatory Water entlang, und eine alte Frau saß auf einer Decke unter einem der Bäume und war in ein dickes Taschenbuch vertieft.

Die Frau mit den grünen Augen hatte keinen Blick für all das. Ihre Gedanken galten anderen, wichtigeren Dingen.

Sie holte ihr nicht registriertes Kartenhandy aus der Handtasche und tippte eine Nummer ein, die sie auswendig kannte. Bill hatte ihr eingeschärft, niemals eine der Nummern zu notieren, die sie verwendeten, und sie hielt sich, wie immer, penibel an Bills Anweisungen.

Nach genau dreimaligem Läuten wurde am anderen Ende abgehoben.

»Dad?«, fragte die Frau.

»Hallo, Darling«, antwortete ihr Vater mit krächzender Stimme. Von seinem vollen Bariton, der sie als Kind immer beruhigt hatte, war nicht mehr viel übrig geblieben.

»Geht’s dir gut, Dad?«, fragte die Frau und versuchte, sich ihre Besorgnis nicht anmerken zu lassen. Sie hatte nicht das Gefühl, dass ihr das gelang.

»Kann nicht klagen«, antwortete ihr Vater.

»Du warst immer schon ein fürchterlicher Lügner, Dad.«

»Mir geht es den Umständen entsprechend gut, Darling. Mach dir keine Sorgen. Wie schaut es mit der Gruppe aus? Bist du drin?«

»Ziemlich sicher.«

»Ziemlich sicher reicht nicht. Wir müssen hundertprozentige Gewissheit haben, dass du dabei bist.«

»Ich weiß«, antwortete die Frau leise.

»Wann erfährst du, ob sie dich aufnehmen?«

»Nicht vor Ende Oktober, fürchte ich.«

»Das ist zu spät«, meinte ihr Vater. »Ich rufe Bill an und sage ihm Bescheid. Hat er die Namen?«

»Ja.«

»Gut. Bill kümmert sich dann um alles Weitere.«

»Ist das wirklich nötig, Dad?«

»Das haben wir doch zur Genüge besprochen. Wir müssen tun, was getan werden muss.«

»Ja, Dad.« Die Stimme der Frau war mittlerweile zu einem Flüstern herabgesunken.

»Du wirst doch jetzt nicht schwach werden, oder, Darling?«

»Nein, ich bleibe stark. Versprochen. Und, Dad?

»Ja?«

»Sei vorsichtig bei dem, was du jetzt tust.«

»Das werde ich, mein Engel. Ich liebe dich.«

»Ich liebe dich auch, Dad.«

»Für Leslie und Mom.«

»Für Leslie und Mom.«

Dann legten sie auf.

Die Frau schaute sich erneut um, dann erhob sie sich und durchquerte den Central Park Richtung Upper East Side. Im Gehen löschte sie die Anrufdaten ihres Mobiltelefons und setzte es auf den Werkszustand zurück. Dann entfernte sie den Akku und die Sim-Karte, so wie Bill es ihr gezeigt hatte, wischte die einzelnen Teile mit einem Taschentuch ab und warf sie in verschiedene Mülleimer, die den Weg durch den Central Park säumten.

Als sie die Fifth Avenue erreicht hatte, blieb sie kurz stehen, schloss die Augen und atmete tief durch.

Falls alles nach Plan lief, würde Amerika in rund zweieinhalb Monaten nicht mehr so sein wie zuvor.

1

Jeremiah Cotton kaute den letzten Bissen seiner kalten Pizza und spülte ihn mit einem Schluck lauwarmen Rührkaffee hinunter.

Ein Frühstück für Champions.

Oder für Singles, die, wie er, zu viel arbeiteten und deshalb praktisch nie zum Einkaufen kamen.

Cotton gähnte, stellte die Kaffeetasse auf den Nachttisch und kletterte widerwillig aus seinem warmen Bett. Der nicht enden wollende Sommer, der sich bis in den Oktober erstreckt hatte, war übers Wochenende, pünktlich zum Novemberbeginn, von einer Kältewelle vertrieben worden, die New York seitdem in ihrem Griff hielt.

Cotton schlüpfte in eine Trainingshose und ein T-Shirt der Burlington Bees, einer Baseballmannschaft aus seinem Heimatstaat Iowa, drehte die Heizung bis zum Anschlag auf und legte »Born to Run« von Bruce Springsteen in das Laufwerk der Stereoanlage.

Während der Boss losrockte, spendierte sich Cotton eine rasche Katzenwäsche und setzte sich anschließend an den Küchentisch, um die Zeitung zu lesen.

Der Wolfsmensch war nach wie vor das Gesprächsthema Nummer eins in New York. Vor einer Woche war in Washington County, an der Grenze zu Vermont, ein halb nackter, geistig verwirrter, völlig verwahrloster Mann um die sechzig aufgegriffen worden, der bis auf die Knochen abgemagert war. Man vermutete, dass er Wochen, wenn nicht sogar Monate in den Wäldern verbracht und sich von wilden Tieren, Insekten und Pflanzen ernährt hatte. Er trug keinen Ausweis bei sich, hatte kaum Zähne mehr im Mund, und seine Hände schauten aus, als wären sie durch Feuer oder irgendeine Art von Säure verbrannt worden, was weder eine Identifizierung durch zahnärztliche Unterlagen noch durch Fingerabdrücke möglich machte.

Obwohl dem Mann Sätze in fast jeder Sprache dieser Welt vorgespielt wurden, sprach er kein Wort. Nur ab und zu stieß er, aus heiterem Himmel, ein Geräusch ähnlich einem Knurren aus. Dieses Knurren, zusammen mit seinem verfilzten Haar und seinem wallenden, fellgleichen Bart, veranlasste die Medien, dem Unbekannten den Spitznamen »Der Wolfsmensch« zu verpassen.

Die Behörden hatten ein Foto des Mannes landesweit veröffentlicht mit der Bitte um Hinweise.

Nun, Hinweise hatten sie bekommen. Und zwar massenhaft. Die Menschen riefen zu Tausenden bei der New Yorker Polizei an und berichteten, bei dem Wolfsmenschen handle es sich um ihren Bruder, ihren Vater oder ihren lange verschollenen Ehemann. Manch einer mutmaßte gar, er sei der wiedergekehrte Erlöser.

Keiner der Hinweise entpuppte sich als richtig.

Die Identität des Wolfsmenschen war nach wie vor ungeklärt. Die Behörden hingen der Theorie an, dass der Wolfsmensch einen Unfall erlitten und das Gedächtnis verloren hatte. Man suchte die Wälder von Washington County und des angrenzenden Vermont nach einem Fahrzeug ab, mit dem der Wolfsmensch eventuell verunglückt war, einem verlassenen Zelt, in dem er vielleicht campiert hatte und von einem wilden Tier angegriffen wurde, einer Kletterausrüstung, mit der er möglicherweise einen der Berge der Gegend hatte besteigen wollen und dabei abgestürzt war.

Ohne Erfolg.

Schließlich beschloss man, den Wolfsmenschen in der New York University School of Medicine unterzubringen und ihn dort von Professor John Salinger, einem der führenden Psychiater des Landes, untersuchen zu lassen. Vielleicht würde es ihm gelingen, die Erinnerung des Wolfsmenschen wieder herzustellen und herauszufinden, wer der geheimnisvolle Mann aus den Wäldern wirklich war.

Cotton legte die Zeitung zur Seite, schüttelte grinsend den Kopf und pfiff leise durch die Zähne. Verdammt, dachte er, was für eine Geschichte!

Der Boss hatte fertig gerockt. Von draußen waren die gedämpften Geräusche des Brooklyner Verkehrswahnsinns zu hören und vermischten sich mit dem Geschirrklappern aus einem der Nachbarapartments.

Cotton schaltete die Stereoanlage aus, legte Halo in die Spielekonsole und machte es sich vor dem riesigen Flatscreen im Wohnzimmer bequem. Als der Vorspann des Ego-Shooters zu Ende war, fragte der Master Chief seine Begleiterin, eine künstliche Intelligenz in holografischer Frauengestalt namens Cortana: »Bereit für einen neuen Auftrag?«

»Und wie«, antwortete Cotton. »Lassen wir’s krach…«

Das Telefon klingelte.

Cotton fluchte, drückte auf Pause, flitzte hinüber ins Schlafzimmer, fischte sein Smartphone aus der Jeans, die auf dem Boden lag, und warf einen Blick aufs Display.

Philippa Decker.

Na großartig! Die überkorrekte, ständig nach Vorschrift handelnde Senior-Partnerin des G-Teams, die sich nach wie vor gerne einen Spaß daraus machte, Cotton auf seinen Rookie-Status hinzuweisen, hatte ihm gerade noch gefehlt.

Er hob ab, fragte: »Was gibt’s?«, und versuchte dabei nicht mal, freundlich zu klingen.

»Wir haben einen Mord«, antwortete Decker kühl.

»Und ich hab heute meinen freien Tag. Den ersten seit Ewigkeiten.«

»Jetzt nicht mehr«, erwiderte Decker.

»Na toll!«

»Falls Sie sich beschweren wollen, wenden Sie sich an Mr High. Von ihm stammt nämlich die Anweisung, Sie anzurufen.«

Den Teufel würde Cotton tun und sich bei Mr High beschweren. Mit dem humorlosen Hünen, der das geheime G-Team des FBI leitete, legte man sich nur an, wenn man unter akuter Todessehnsucht litt.

Schicksalsergeben notierte Cotton sich die Adresse in der Bronx, die Decker ihm durchgab, versprach, in zwanzig Minuten am Tatort zu sein, und beendete das Gespräch, ohne sich zu verabschieden.

Mit einem Fluch legte er das Telefon zur Seite und ging zurück ins Wohnzimmer, wo Cortana ihn vorwurfsvoll vom Flatscreen anzustarren schien.

»Tut mir leid, Darling«, sagte Cotton, »aber die Arbeit ruft.« Dann speicherte er den Spielstand, schaltete Konsole und Fernseher aus und trabte ins Schlafzimmer, um den dicksten Pullover hervorzukramen, den er besaß.

*

Dichter Verkehr sorgte dafür, dass Cotton nicht wie versprochen zwanzig Minuten, sondern etwas länger als eine halbe Stunde brauchte, um an der Ecke Taylor Avenue und Archer Street einzutreffen. Er befand sich jetzt praktisch im Herzen der Bronx.

Er parkte seinen Dodge Challenger am Straßenrand, stieg aus und verschaffte sich einen kurzen Überblick.

Die Taylor Avenue war mit Trassenband versperrt, hinter dem drei Streifenwagen mit blinkenden Lichtern quer über der Fahrbahn standen. Vor der Absperrung hatten sich einige dick gegen die Kälte vermummte Schaulustige eingefunden. Ein halbes Dutzend Uniformierte wuselte auf einem brachliegenden Grundstück voller Bauschutt umher, das sich einige Yards die Straße hinunter befand und von beiden Seiten von niedrigen, braunen Häusern flankiert wurde.

Der Tatort, vermutete Cotton.

Er zeigte seinen Ausweis einem Uniformierten an der Absperrung, trug sich in die Anwesenheitsliste ein und trabte hinüber zu Philippa Decker, die auf dem Gehsteig neben dem Grundstück stand und sich gerade mit einem Mann um die fünfzig in einem ausgebeulten grauen Mantel unterhielt. Mit ihrer eng anliegenden schwarzen Hose und der silbern funkelnden taillierten Jacke wäre die hochgewachsene Blondine auch unter den Schönen und Reichen im Aspen nicht unangenehm aufgefallen.

»Ah, Agent Cotton«, sagte sie mit einem spöttischen Grinsen, »schön, dass Sie es doch noch geschafft haben.«

Cotton verkniff sich die bissige Bemerkung, die ihm auf der Zunge lag, nickte stattdessen knapp zur Begrüßung und vergrub seine Hände in den Taschen seines Anoraks. Ihm war arschkalt.

»Das hier ist Detective Hart«, sagte Decker und deutete auf den Mann im ausgebeulten Mantel.

Detective Hart musterte Cotton beiläufig aus müden Augen, presste ein knappes »Hi« zwischen den Zähnen hervor und reichte Decker eine Geldbörse.

»Ist das die des Opfers?«, fragte Decker.

Hart nickte.

Cotton, der in der verfluchten Kälte unruhig von einem Bein aufs andere trat, sagte: »Ich will ja nicht stören, aber vielleicht kann mir mal jemand erklären, worum es hier eigentlich geht.«

Detective Hart deutete hinüber zum Grundstück und sagte: »Ein Spaziergänger, der seinen Hund Gassi führte, hat heute Morgen einen jungen Mann hinter einem Haufen Bauschutt dort hinten gefunden. Erstochen.«

»Das ist tragisch«, sagte Cotton, »aber die Bronx ist eben nach wie vor eine gefährliche Gegend. Ich versteh nicht, warum das ein Fall fürs FBI ist.«

»Innerhalb von vier Wochen wurden zwei Menschen in dieser Gegend Opfer eines Raubmörders«, erklärte Decker. »Und da der neue Bürgermeister großen Wert auf den Kampf gegen das Verbrechen legt, hat er den Commissioner ...

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