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Cotton Reloaded - 21

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über dieses Buch
  4. Über den Autor
  5. Titel
  6. Impressum
  7. Prolog
  8. 1
  9. 2
  10. 3
  11. 4
  12. 5
  13. 6
  14. 7
  15. 8
  16. 9
  17. Epilog
  18. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Dein Name ist Jeremiah Cotton. Du bist ein kleiner Cop beim NYPD, ein Rookie, den niemand ernst nimmt. Aber du willst mehr. Denn du hast eine Rechnung mit der Welt offen. Und wehe, dich nennt jemand »Jerry«.

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. Erleben Sie die Geburt einer digitalen Kultserie: COTTON RELOADED ist das Remake von JERRY COTTON, der erfolgreichsten deutschen Romanserie, und erzählt als E-Book-Reihe eine völlig neue Geschichte.

COTTON RELOADED erscheint monatlich. Die einzelnen Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book und als Audio-Download (ungekürztes Hörbuch).

Über dieses Buch

An der Wall Street brechen die Aktienkurse plötzlich ein. Der Dow Jones verliert ganze acht Prozent. Noch schlimmer trifft es die Märkte in Asien – ein Zusammenbruch der gesamten Weltwirtschaft droht.

Kurz nach Beginn der Krise wird der Direktor eines der größten Geldanleger der Welt ermordet. Hat sein gewaltsamer Tod etwas mit dem Börsencrash zu tun?

Jeremiah Cotton und Philippa Decker vom geheim operierenden G-Team des FBI entdecken, dass der Direktor kurz vor seinem Tod mit einem bekannten Kriminellen aus der Hacker-Szene zu tun hatte. Doch der ist nicht mehr in der Lage die Fragen der Agenten zu beantworten. Wer steckt hinter dem Ganzen?

Die Zeit rennt, und die Welt droht ins Chaos zu stürzen …

Der Autor

Der niederländische Autor Jack Lance (Pseudonym von Ron Puyn) hat mehrere übernatürliche Thriller in der Tradition der Romane von Stephen King und Dean Koontz verfasst. Seine Bücher erschienen in zahlreichen Ländern, auf Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Russisch, Polnisch, Tschechisch, Rumänisch, Bulgarisch, Serbisch und Hebräisch. Weitere Sprachen sind in Vorbereitung. Bei Bastei Lübbe erschien sein Psychothriller Höllenfeuer. Seine Novelle Nachtogen (›Nachtaugen‹) wird in Hollywood für das Kino verfilmt, unter dem Titel Night Eyes (2014). Zuvor wurde auch seine Erzählung Tikken (2007) als niederländischer Kurzfilm umgesetzt.

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www.nighteyesthemovie.com
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Seine Mutter war immer so bestimmend, fand der Junge. Wasch dich, putz dir die Zähne, iss deinen Toast, vergiss deine Schulbücher nicht! Das Einzige, was sie morgens tat, war, ihn herumzukommandieren, und er wünschte sich, dass sie ihm irgendwann einmal nicht so viele Befehle erteilen würde.

Josh aß sein letztes Stückchen Toast auf. Sein Vater kam aus dem Bad zurück, mit der Aktentasche in der Hand, so wie jeden Morgen.

»Dein Mittagessen«, sagte sie zu ihm und gab ihm in Silberfolie eingewickelte Butterbrote mit.

»Danke, Stefany«, sagte er und küsste sie. Dann winkte er ihnen und verabschiedete sich: »Bis heute Abend.« Danach drehte er sich um und verschwand durch die Tür.

Kurz darauf hörte der Junge das Auto losfahren.

Seine Mutter kam mit einer Serviette an. »So – jetzt erst den Mund abputzen.«

»Mama!«, beschwerte er sich. »Ich bin kein Baby mehr.«

»Wenn das so wäre«, erwiderte sie, »dann könntest du dir wohl selbst schon den Mund abwischen. Aber das klappt noch nicht so richtig, mein großer Junge.« Sie schmunzelte, während sie ihm mit dem Tuch die Brotkrümel aus den Mundwinkeln wischte.

Er ließ sie gewähren. Als sie fertig war, schüttelte er abwehrend den Kopf und stand auf.

»Hier, dein Schulranzen«, sagte sie.

Er hängte ihn sich über die Schultern.

»Und jetzt noch ein Küsschen«, forderte seine Mutter ihn auf. »Dann kannst du gehen.«

Mit einem Seufzer schlurfte er zu ihr hinüber und küsste sie auf die Wange.

»Nicht sehr überzeugend, aber ich lasse das mal gelten«, sagte seine Mutter.

Der Junge ging nach draußen. Es war ein milder Augustmorgen, und die Luft war schon warm. Bis zur Schule waren es nur ungefähr dreihundert Meter, und er lief diesen Weg jeden Tag, außer natürlich am Wochenende.

Er dachte an gar nichts, so wie jeden Tag. Zunächst bemerkte er auch nicht, dass neben ihm plötzlich ein langer weißer Lieferwagen am Straßenrand hielt. Der Fahrer hatte es offenbar eilig, denn der Wagen stand mit einem halben Rad auf dem Bürgersteig.

Auf der Seite des Transporters ging eine Schiebetür auf, und ein Mann sprang heraus. Darüber war der Junge höchstens ein wenig überrascht, mehr nicht. Bevor auch nur der Gedanke an Angst in ihm aufstieg, presste der Mann ihm schon mit einer Hand den Mund zu und zerrte ihn zum Lieferwagen. Der Junge fiel nach innen in den Laderaum, und die Schiebetür wurde sofort wieder zugezogen, während der Transporter lospreschte.

Erst jetzt wurde dem Jungen klar, was geschehen war. Und jetzt hatte er Angst.

Prolog

Der Geschäftsmann im grauen Anzug wartete vor dem Fußgängerüberweg, beschattete die Augen mit der Hand gegen die grelle Mittagssonne und spähte angespannt zur anderen Straßenseite hinüber. Die Fußgängerampel sprang auf Grün. Er wartete noch einen Augenblick, dann trat er mit festem Schritt auf den Asphalt. Auf der anderen Seite angekommen, ging er nach rechts zu dem Restaurant, das etwa zwanzig Meter entfernt lag. Taco’s Diner war auf der breiten Markise über dem Eingang zu lesen.

Er trat ein. Es war ein paar Minuten vor zwölf, Mittagessenszeit, und viele Tische waren bereits besetzt. Der Mann, mit dem er sich verabredet hatte, war bereits da und saß in einer Ecke. Der Geschäftsmann ließ sich ihm gegenüber nieder, ohne ihm die Hand zu geben.

»Da wären wir also«, eröffnete sein Gegenüber das Gespräch.

»Danke, dass du so kurzfristig Zeit hattest.«

»Für dich doch immer«, sagte der andere, scheinbar jovial und gut gelaunt.

Eine Kellnerin kam zu ihnen. Sie war jung, höchstens zwanzig, und hatte einen langen blonden Pferdeschwanz. Sie legte zwei Speisekarten für sie auf den Tisch und fragte, ob sie schon etwas zu trinken haben wollten. Der Geschäftsmann bestellte einen Kaffee, sein Gesprächspartner ebenso. Das Mädchen wandte sich um und ging fort. Ihr Pferdeschwanz wippte fröhlich auf und ab.

»Nun, was liegt an?«, fragte der Mann, der zuerst hergekommen war.

Der Geschäftsmann sah sich ein wenig ängstlich um, als fürchte er, belauscht zu werden. Er beugte sich vor. »Ich weiß Bescheid«, sagte er dann.

Auch wenn er flüsternd gesprochen hatte, kam es dennoch voller Überzeugung heraus, genau so, wie er es sich vorgenommen hatte. Sein Gesprächspartner runzelte die Stirn, antwortete jedoch nicht.

»Ich weiß alles. Deshalb bin ich hier.«

»Was in aller Welt willst du damit sagen?«, fragte sein Gegenüber.

»Tu nicht so, als wäre ich blöd!«, blaffte der Geschäftsmann. »Muss ich es dir buchstabieren? Ich möchte dich bitten, notfalls auf Knien anflehen: Lass es sein! Hör auf damit! Die ganze Sache ist schon viel zu weit gegangen. Muss es erst Tote geben?« Er stützte sich auf seine Ellenbogen und schob das Gesicht noch näher an das seines Gesprächspartners heran. »Du kannst vielleicht noch aus der Sache rauskommen. Lass mich dir helfen. Bitte!«

Der andere beugte sich gleichfalls vor. »Du redest Unsinn, mein Lieber. Ich sage es dir noch mal: Ich habe keine Ahnung, was du meinst.«

Die Bedienung kam wieder an den Tisch. »Und wissen Sie schon, was Sie essen wollen?«

Der Geschäftsmann blickte von seinem Gesprächspartner zu ihr hinüber und versuchte, ein Lächeln auf sein Gesicht zu zaubern. »Nein, wir sind noch nicht dazu gekommen. Na ja, bringen Sie mir einfach einen Hamburger mit Pommes und eine Cola. Was möchtest du?«

»Das Gleiche«, antwortete der andere.

»Schön«, sagte die Bedienung und verschwand mit den Speisekarten.

Das nur halb geglückte Lächeln verschwand vom Gesicht des Geschäftsmanns. »Hör mal, ich lass nicht zu, dass du damit durchkommst. Ich werde dich daran hindern.«

Er machte eine Pause und sah seinem Gegenüber direkt in die Augen. »Es ist vorbei. Begreif das doch, verdammt noch mal! Ich biete dir die letzte Gelegenheit, einen Rückzieher zu machen.«

Der andere schüttelte den Kopf. »Ich habe langsam das Gefühl, dass es keine so gute Idee war, deine Einladung zu diesem Mittagessen anzunehmen. Ich glaube, ich sollte besser gehen. Ich habe genug Gefasel gehört.«

Der Geschäftsmann streckte den Arm über den Tisch und legte die Hand auf die seines Gesprächspartners, als ob er ihm etwas ganz Persönliches mitteilen wollte.

»Nein«, sagte er. »Es wird zwar schwierig werden, für uns beide, aber wir können das schaffen. Wenn du nur dabei mitmachst. Ich lass dich nicht im Stich.«

Der andere zog seine Hand zurück. Ein Grinsen schien sein Gesicht zu spalten. »Was hast du mit mir vor? So kenne ich dich gar nicht, Mark.«

Mark Green, der Geschäftsmann, erwiderte nichts.

»Warum hast du überhaupt darauf bestanden, dass wir uns hier treffen?«, hakte der andere Mann nach. »Warum nicht eine etwas ruhigere Umgebung? Zum Beispiel bei dir oder bei mir zu Hause?«

Marks Gedanken mahlten. Er hatte dieses belebte Restaurant ausgesucht, weil er sich fürchtete. Nicht vor dem Mann, der ihm gegenübersaß, aber wohl vor den Leuten, mit denen dieser zusammenarbeitete. Mark hatte sich auf dünnes Eis begeben, als er um diese Unterredung gebeten hatte. Er gefährdete damit seine eigene Sicherheit, aber das bekümmerte ihn noch am wenigsten. Viel mehr beunruhigte ihn die Sorge um seine Frau und seine kleine vierjährige Tochter.

»Das ist unwichtig«, antwortete er. »Viel wichtiger ist, zu welcher Entscheidung wir jetzt kommen.«

Die Kellnerin mir dem blonden Pferdeschwanz kam schon wieder zurück. In jeder Hand trug sie ein Tablett mit einem Hamburger und Pommes frites. Sie stelle das Essen auf den Tisch.

»Die Cola bring ich noch. Wollen Sie vielleicht etwas mehr Ketchup? Oder kann ich Ihnen sonst noch was bringen?«

Mark versuchte wieder zu lächeln und erklärte, dass es so gut sei. Sein Tischgenosse nickte zustimmend.

Als die Bedienung sich hüfteschwingend entfernte, stand Marks Gesprächspartner auf. »Soweit es mich betrifft, ist die Sache klar, und Hunger hatte ich eigentlich sowieso nicht. Ich bin dann weg. Du zahlst?«

»Du spielst mit dem Feuer«, flüsterte Mark. Verzweiflung schwang in seiner Stimme mit.

Sein Gast musterte ihn noch einen Augenblick nachdenklich. »Nein, das tust du«, sagte er dann, auch leise, aber bestimmt. »Hier sind Kräfte am Werk, mit denen du dich besser nicht messen solltest. Geh heim und halt die Füße still, das ist gesünder für dich.«

Anschließend drehte er sich um und ging. Mark sah ihm nach, bis er durch die Tür verschwunden war. Danach blickte er auf die beiden Hamburger. Er hatte auch keinen Hunger. Jetzt ganz bestimmt nicht mehr.

Die Bedienung brachte die Colas.

»Kann ich schon mal bezahlen?«, fragte Mark.

Mit Widerwillen aß er seinen Hamburger schnell zur Hälfte auf, obwohl er keinen Hunger verspürte. Wenige Minuten später verließ auch er das Restaurant und ging zurück über die Straße, die Hände in die Jackentaschen gesteckt und den Kopf gesenkt. Zwischen den roten Backsteinhäusern der New Yorker Downtown lief er zu seinem grasgrünen Chevrolet, der in einer Parkbucht am Straßenrand stand, und fragte sich, wie dieser Tag in Gottes Namen nur weitergehen sollte.

Mark seufzte tief, fischte den Autoschlüssel aus seiner Hosentasche und öffnete mit einem Druck auf den Knopf die Fahrertür. Er setzte sich hinters Steuer und steckte den Schlüssel in das Lenkradschloss.

Im Innenspiegel vermeinte er zwei Gestalten zu sehen, die halb schräg hinter dem Kofferraum des zweiten oder dritten Autos hinter ihm waren und zu ihm hinüberschauten. Als er über die Schulter blickte, war keiner mehr da.

Fing er nun an, unter Verfolgungswahn zu leiden?

Alles hatte sich geändert – seit gestern Abend. Er hatte die Nacht kein Auge zugetan. Die Last auf seinen Schultern war zu schwer und das Risiko, das er auf sich genommen hatte, war groß. Eigentlich viel zu groß. Es war daher unumgänglich, dass er von nun an selbst auf kleinste Details achten und sehr aufmerksam sein musste.

Mark schüttelte den Kopf. Nein, sein Leben war nicht mehr so wie früher. Das konnte man wohl sagen.

Er warf einen Blick auf die Uhr. Viertel vor eins. Die Sonne schien am wolkenlosen Augusthimmel. Es sah aus wie ein normaler schöner Tag in New York.

Er startete den Motor.

Dann folgte ein blendender Lichtblitz, eine Explosion.

1

Die Nachmittagssonne schien durch das offene Schlafzimmerfenster. Von der Straße, sieben Stockwerke tiefer, drang das Rauschen eines nie enden wollenden Stroms von Pkws und gelben Taxis auf dem dampfenden Asphalt herauf. Cotton roch Auspuffgase, vermischt mit dem scharfen Geruch gebratenen Fleischs von einem Imbissstand an der Straßenecke genau unter dem offen stehenden Fenster.

Es war nicht das Fenster seines eigenen Apartments. Bis vor wenigen Tagen war er hier noch nie gewesen. Dieses Apartment gehörte einer gewissen Tami Holmes, seiner neuesten Eroberung. Er hatte sie drei Abende zuvor im Iguana kennengelernt, einem Club, in dem er durch Zufall gelandet war. Seit jenem Abend hatte er nicht mehr in seinem eigenen Bett geschlafen.

Sie hatte Geschmack, diese Tami. An der Wand hingen moderne Gemälde, und im Schlafzimmer stand eine rostbraune abstrakte Skulptur, deren tiefere Bedeutung sich Cotton verschloss, aber sie sah recht geschmackvoll aus. Cotton hatte sich überlegt, dass er sich vielleicht ein bisschen mehr mit Kunst beschäftigen müsste.

Er lag in Tamis Bett, mit zurückgeschlagener Decke. Es half nichts gegen die drückende Hitze, und er stöhnte zum x-ten Mal, weil Tamis Klimaanlage kaputt war – und mehr noch darüber, dass er das blöde Ding gestern nicht zur Reparatur gebracht hatte. Dabei hatte er es ihr hoch und heilig versprochen.

Cotton hörte, wie in der Küche nebenan die Kühlschranktür bewegt wurde und Tami ein Liedchen summte. Er schaltete den Fernseher gegenüber vom Bett ein, griff nach der Fernbedienung und drückte auf eine Taste. Ein Werbeblock erschien auf dem Bildschirm. Er zappte zum nächsten Programm. Eine Soap. The Bold and the Beautiful? As the World Turns? Machte es einen Unterschied? Er schaltete weiter, bis er bei CNN hängen blieb.

Es gab wieder mal Aktuelles vom Tage. Auf dem Laufbalken am unteren Rand des Bildschirms las er, dass die Kurse an der Wall Street im freien Fall waren. Die Börse hatte häufiger einen schwarzen Tag, und so erschien ihm das nicht ungewöhnlich. Er hörte, was die Sprecherin sagte. Sie war offenbar neu. Er hatte sie jedenfalls noch nie zuvor gesehen.

»Unruhe an der New Yorker Börse«, sagte die Brünette aufgekratzt. »Während der letzten Stunde ist der Dow Jones um gut acht Prozentpunkte gefallen. Bis vor einer Stunde war es noch ein ruhiger Handelstag mit nur wenig Bewegung. Was ist dort nur los? Unser Berichterstatter James Whitemarsh ist vor Ort. James, was können Sie uns sagen?«

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