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Cotton Reloaded - 18

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über den Autor
  4. Titel
  5. Impressum
  6. 1
  7. 2
  8. 3
  9. 4
  10. 5
  11. 6
  12. 7
  13. 8
  14. 9
  15. 10
  16. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Dein Name ist Jeremiah Cotton. Du bist ein kleiner Cop beim NYPD, ein Rookie, den niemand ernst nimmt. Aber du willst mehr. Denn du hast eine Rechnung mit der Welt offen. Und wehe, dich nennt jemand »Jerry«.

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. Erleben Sie die Geburt einer digitalen Kultserie: COTTON RELOADED ist das Remake von JERRY COTTON, der erfolgreichsten deutschen Romanserie, und erzählt als E-Book-Reihe eine völlig neue Geschichte.

COTTON RELOADED erscheint monatlich. Die einzelnen Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book und als Audio-Download (ungekürztes Hörbuch).

Der Autor

Arno Endler wurde 1965 am schönen Rhein geboren. Die bessere Fernsicht und die frische Luft lockten ihn in den Hunsrück. Dort wohnt und lebt er mit seiner Frau und ihren beiden Kindern in einem Dorf umringt von Feldern und Wäldern. Als Teilzeit-Freizeit-Schriftsteller genießt er die Ruhe und sucht den Ausgleich in spannenden Geschichten verschiedener Genres.

Seine Webseite: www.arnoendler.de

1

Die Altersflecken auf seinen Handrücken ähnelten der Maserung des Tisches, auf dem er seine Hände ordentlich nebeneinander abgelegt hatte.

Er spürte die Risse im unbehandelten Holz, atmete tief durch und starrte auf das Smartphone.

Läute.

Läute!

Stille antwortete ihm. Er wusste, dass niemand es wagen würde, die Küche zu betreten, solange er nicht rief.

Dennoch warteten vor der verschlossenen Tür des fensterlosen Raumes zwei Männer, ausgewählt aus Dutzenden. Er konnte ihre Nähe beinahe spüren, während sie auf seine Befehle warteten.

Läute!

Das Smartphone verhöhnte ihn mit schwarzem Display.

Noch einmal atmete er tief ein, inhalierte den Pfefferminzgeruch, den die Kaugummis hinterlassen hatten – eine Unart, die er Bobby nicht hatte austreiben können. Aber Bobby blieb wichtig. Ein wichtiger Stein im Fundament der Zukunftspläne. So wichtig, dass er Bobby an einen sicheren Ort befohlen hatte, während er nun auf den Anruf wartete.

In seinem Kopf schwirrten die Gedanken.

Sie werden kommen.

Sie wollen mein Reich vernichten.

Das Licht darf nicht verlöschen.

Ich muss etwas tun.

Er trug schwer unter der Last der Verantwortung. Er spürte das Leid der anderen, ihre Ängste, ihren Mangel an Zuversicht. Auch er selbst hatte Zweifel.

Er riss sich zusammen, konzentrierte sich auf das Licht, murmelte die Worte der Erlösung und fühlte, wie die Zuversicht in seine Fähigkeiten zurückkehrte.

Der Vibrationsalarm des Smartphones riss den alten Mann aus seiner Trance. Bedächtig berührte er das Display und stellte den Anruf auf laut.

»Ja?«, fragte er tonlos.

»Sind Sie alleine?«, antwortete eine verzerrte, nur zu gut bekannte Stimme.

»Selbstverständlich.«

»Ich will ihn sprechen.«

»Sie wissen, was Sie zu tun haben?« Der alte Mann in der Küche leckte sich über die Lippen. Das einzige Zeichen seiner Angespanntheit.

»Ich will ihn sprechen«, wiederholte die Stimme aus dem Handy.

»Sorgen Sie dafür, dass die Belagerung endet. Sobald wir gestürmt werden, stirbt er.«

»Sie verdammter …«

Mit zitternden Fingern unterbrach der alte Mann das Gespräch. Wie einfach manche Entscheidungen doch fielen, wenn der Druck nur groß genug wurde. Er lächelte, als das Smartphone den nächsten Anruf anzeigte. Auch diesmal verwendete der Anrufer nicht die Bildübertragung.

Unbekannte Nummer, stand auf der Anzeige. Doch es gab nur zwei Menschen, die von diesem Handy wussten.

Der alte Mann nahm den Anruf entgegen. »Sind wir uns einig?«, fragte er.

Sein Gesprächspartner atmete schwer. »Mein Einfluss reicht vielleicht nicht so weit.«

»Haben Sie Vertrauen in Ihre Position, in Ihre Freunde. Fordern Sie Gefallen ein, oder drohen Sie. Mir ist es egal. Hauptsache, ich kann hier ungestört meiner Arbeit nachgehen.«

»Ich versuche es.«

»Gut. Denn es wäre schade um den Jungen. Er ist mir ans Herz gewachsen.«

Der Anrufer räusperte sich, bevor er antwortete. »Ich werde sehen, was ich tun kann.«

»Beeilen Sie sich.«

Das Display wurde schwarz.

2

Cotton fluchte leise, weil die Hitze der dünnen Kaffeebecher in seinen Fingern schmerzte.

Der Lift hielt. Cotton betrat das Headquarter des G-Teams, dessen Kühle im krassen Gegensatz zum brütend heißen New Yorker Sommer stand.

Cotton grüßte die Kollegen an ihren Arbeitsstationen, doch kaum jemand nahm Notiz von ihm.

Auf einer der großen Videowände war im Split-Screen-Modus die Liveübertragung eines Einsatzes zu sehen. Cotton sah Einsatzfahrzeuge und SWAT-Teams mit dem FBI-Logo auf den dunkelblauen Schutzanzügen. Offenbar bereitete man sich auf die Erstürmung eines Farmgeländes vor, das von einer hohen Mauer umschlossen wurde und im grellen Licht der Morgensonne unbewohnt wirkte.

Agent Philippa Decker, Cottons Partnerin, saß an ihrem Schreibtisch. Eine blonde Haarsträhne hatte sich aus ihrer streng zurückgebundenen Frisur gestohlen und fiel ihr ins Gesicht. Sie strich sich die Strähne hinters Ohr.

»Guten Morgen«, grüßte Cotton.

Decker hob den Blick. »Sie sehen müde aus«, stellte sie fest.

»Die Überwachung hat länger gedauert. Hat denn niemand Sie informiert?«, fragte Cotton. Als er Deckers irritierte Miene sah, fügte er hinzu: »Agent Barklay wurde aufgehalten. Ich habe eine zusätzliche Schicht übernommen.«

Decker schaute auf den Monitor und checkte ihre E-Mails. »Ja, ich sehe schon. Tut mir leid, ich hatte noch keine Gelegenheit, mich auf den neuesten Stand zu bringen.«

Philippa Decker gab einen Fehler zu? In Gedanken strich Cotton diesen Tag rot im Kalender an. Allzu viele solcher Tage gab es nicht.

Cotton reichte ihr einen Kaffeebecher, stellte sich neben ihren Schreibtisch und blickte auf die Monitorwand. Auf dem größten Teil des Split-Screens wurden Luftaufnahmen übertragen, auf denen die verstreuten Holzgebäude auf dem Farmgelände zu sehen waren. Außerdem gab es zwei Hallen mit Wellblechdächern. Dazwischen waren verdorrte Beete zu sehen. Das gesamte Gelände wurde von einer Mauer umschlossen, auf der Stacheldraht in der Sonne funkelte. Kein Mensch war zu sehen; nur drei Pferde trotteten in einer Koppel umher. Die Kamera schwenkte über die brachliegenden Felder, die das Gelände umgaben, über die Absperrungen des SWAT-Teams und über die Straße, die zur Farm führte und an der zahlreiche Einsatzfahrzeuge standen. Cotton erkannte den Kommandostand der mobilen Einsatzbasis, einen Zwanzigtonner des FBI, eine Spezialanfertigung für SWAT-Teams und koordinierte Außeneinsätze mit größerer Mannschaft. Der Himmel über der Farm strahlte in wolkenlosem Blau.

»Was ist da los, Philippa?«, fragte Cotton.

Decker nippte am Kaffee. »Auf welchem Planeten leben Sie?«

»Wie soll ich das verstehen?«

»Die Berichterstattung geistert durch sämtliche Medien.« Decker deutete auf die rechte untere Ecke der Monitorwand. Dort flimmerte die Live-Coverage von CNN. Das Bild, aus großer Entfernung aufgenommen, wackelte leicht, da die Kamera offenbar auf äußersten Zoom gestellt war. Im roten Live-Ticker huschten die viel zu kleinen Buchstaben vorbei. Zu winzig, um sie aus dieser Distanz entziffern zu können.

»Ich sagte doch, dass ich ’ne Doppelschicht hatte.«

»Schon okay«, sagte Decker. »War auch nicht böse gemeint.«

»Was ist das für eine Farm?«

»Das Reich des kommenden Lichts«, antwortete Decker.

»Die Farm dieser merkwürdigen Sekte?«

Decker nickte. »Eine obskure Religionsgemeinschaft, über deren Absichten und Hintergründe wenig bekannt ist. Mal wieder ein selbsternannter Heilsbringer, der damit droht, ein Massaker unter unschuldigen Kindern anzurichten, falls man seinen Forderungen nicht nachgibt.«

»Und was will er?«

Decker zuckte die Schultern. »Keine Ahnung. CNN berichtet, dass er einen atomaren Schlag gegen Nordkorea fordert. Woher die ihre Informationen haben, ist mir ein Rätsel.«

Cotton traute seinen Ohren nicht. »Ein atomarer Angriff auf Nordkorea?«

Decker nickte. »Kaum zu glauben, nicht wahr? Jedenfalls laufen schon seit längerer Zeit Ermittlungen des FBI gegen diesen Verein. Man vermutet ein gewaltiges Arsenal auf dem Gelände, darunter auch chemische Waffen. Zu welchem Zweck, weiß man nicht.«

»Deshalb dieser Großeinsatz?«

»Genau«, antwortete Decker.

»Und woher weiß man von den Waffen und von den Plänen dieser Irren?«, wollte Cotton wissen.

»Offenbar hat ein ehemaliges Sektenmitglied geplaudert. Daraufhin hat man höheren Ortes beschlossen, der Sache ein Ende zu machen. Aber die Lage ist undurchsichtig. Außerdem sind Kinder auf dem Gelände.«

»Und dieser Guru droht mit dem Tod der Kinder seiner Anhänger? Kann man das ernst nehmen?«

»Ich fürchte ja.«

»Wie hieß der Verein gleich? Lichtgeber?«

»Lichtbringer. Das ist die Bezeichnung für den geisteskranken Prediger an der Spitze. Die Lage ist verworren. Es fehlt an genauen Informationen über die Anzahl der Sektenmitglieder. Im Augenblick setzen sie auf Verhandlung.«

»Und dieser Lichtbringer fordert aus heiterem Himmel einen atomaren Schlag der USA gegen Nordkorea?«

»Sieht ganz so aus. Unsere Spezialisten können sich auch keinen Reim darauf machen. Ob diese Information verifiziert werden kann, wird gerade mit CNN geklärt. Derzeit setzt man die Sekte lediglich fest und wartet ab.«

»Wann wird das Gelände gestürmt?«

Decker zuckte mit den Schultern. »Das wissen wir nicht. In diesem Fall kommt der Befehl direkt aus Washington. Der Präsident persönlich ist im Einsatzraum.«

»Du meine Güte«, murmelte Cotton. »Das wird ein Blutbad.«

»Sie sollten Vertrauen in die Fähigkeiten unserer Kollegen haben, Cotton. Schließlich sind sie Profis.«

»Aber es geht hier um Kinder!«

»Ja. Das macht es in der Tat kompliziert. Wenn dieser Lichtbringer die Kinder als Schutzschilde missbraucht, könnte es hässlich werden. Keine einfache Aufgabe für den Einsatzleiter.«

»Wann läuft das Ultimatum ab?«

Decker zeigte auf die meterbreite Digitaluhr mit den blutroten Ziffern neben der Monitorwand.

Erst jetzt fiel Cotton auf, dass die Uhr nicht die normale Zeit anzeigte.

»Minus 03:17«, las er laut. »Wird noch verhandelt?«

»Seit Stunden nicht mehr«, antwortete Decker. »Der Lichtbringer sperrt sich gegen sämtliche Versuche, den Kontakt wieder herzustellen. Es ist beinahe so, als warte er auf ein Wunder.«

»Mist«, murmelte Cotton.

Deckers Telefon klingelte. Der Klingelton signalisierte einen Anruf von einem anderen Arbeitsplatz im HQ.

»Decker«, meldete sie sich und lauschte ein paar Sekunden. »Ja, Sir. Sofort.« Sie legte auf. »Mr High möchte uns sprechen.«

»Ein neuer Fall?«

»Das hat er mir nicht verraten. Schließlich ist er der Chef. Wären Sie so freundlich, mich zu begleiten?« Sie stand auf.

Cotton stürzte den Kaffee hinunter und stellte den leeren Becher auf ihrem Schreibtisch ab. »Sie sind der Chef.«

*

»Nehmen Sie Platz, Agents«, bat Mr High und verschob einen Stapel Papiere auf seinem ansonsten aufgeräumten Schreibtisch.

Decker und Cotton setzten sich schweigend.

High unterschrieb ein Dokument und reichte Decker eine Ausfertigung. »Das sind die Befehle und Ihre Legitimation für den bevorstehenden Einsatz.«

Cotton riss sich zusammen, um sich nicht den Hals zu verrenken, aber seine Partnerin gönnte ihm keinen direkten Blick auf das Schreiben.

»Mit Verlaub, Sir …«, begann sie, wurde von High jedoch mit einer Handbewegung unterbrochen.

»Noch einen Moment Geduld, bitte.«

Ein leises Pling kündigte die Aktivierung der Videokonferenz an. Aus dem Himmelblau des Bildschirmschoners wurde ein geschäftsmäßiges Grau. Eine Einblendung erfolgte:

ENCRYPT DELTA – VARIOUS MODUS – SAFE – START

Auf dem Monitor aktivierte sich die Kamera, angezeigt durch eine winzige rote Leuchtdiode.

»Können Sie mich sehen?«, fragte eine Männerstimme.

»Nein, Senator«, antwortete High. »Bestätigen Sie bitte mit Mausklick den Various Modus.«

»In Ordnung.«

Endlich erschien der Teilnehmer der Konferenz. Im Blickfeld der Kamera saß ein Mann an einem Schreibtisch. Cotton schätzte ihn auf ungefähr sechzig. Graues, kurzes Haar, hohe Stirn, ein schmales, von Falten durchzogenes Gesicht und breite Schultern unter dem dunklen Anzug.

Mit diesem Mann war nicht gut Kirschen essen; das sagte Cotton sein Bauchgefühl. Der Senator kam ihm bekannt vor, aber der Name wollte ihm partout nicht einfallen.

»Schön, dich zu sehen, John«, klang die Stimme aus dem Lautsprecher.

»Guten Morgen, Rob. Darf ich dir die Special Agents Decker und Cotton vorstellen?«, erwiderte High.

»Das sind deine besten Leute?«, fragte der Senator. Der Zweifel war deutlich aus seiner Stimme herauszuhören.

»S

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