Logo weiterlesen.de
Cotton Reloaded - 15

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über den Autor
  4. Titel
  5. Impressum
  6. 1
  7. 2
  8. 3
  9. 4
  10. 5
  11. 6
  12. 7
  13. 8
  14. 9
  15. 10
  16. 11
  17. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Dein Name ist Jeremiah Cotton. Du bist ein kleiner Cop beim NYPD, ein Rookie, den niemand ernst nimmt. Aber du willst mehr. Denn du hast eine Rechnung mit der Welt offen. Und wehe, dich nennt jemand »Jerry«.

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. Erleben Sie die Geburt einer digitalen Kultserie: COTTON RELOADED ist das Remake von JERRY COTTON, der erfolgreichsten deutschen Romanserie, und erzählt als E-Book-Reihe eine völlig neue Geschichte.

COTTON RELOADED erscheint monatlich. Die einzelnen Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book und als Audio-Download (ungekürztes Hörbuch).

Der Autor

Peter Mennigen wuchs in Meckenheim bei Bonn auf. Er studierte in Köln Kunst und Design, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher wurden bei Bastei Lübbe, Rowohlt, Ravensburger und vielen anderen Verlagen veröffentlicht. Neben erfolgreichen Büchern, Hörspielen und Scripts für Graphic Novels schreibt er auch Drehbücher für Fernsehshows und TV-Serien.

1

Cotton blieb der Bruchteil einer Sekunde, um das Leben des Mädchens zu retten. Die Kleine tauchte urplötzlich aus der Dunkelheit im Scheinwerferkegel seines Dienstwagens auf. Sie mochte fünf oder sechs Jahre alt sein, trug einen knielangen Wollmantel und Stiefel.

Trotz des Schneegestöbers vor der Windschutzscheibe sah der G-Man, wie sie ihn mit weit aufgerissenen Augen anstarrte. Wie sich in ihrem vor Schreck erstarrten Gesicht das blanke Entsetzen abzeichnete, während der Dodge Challenger auf sie zuschoss …

Es war der 24. Dezember, kurz vor sieben Uhr morgens. Im Osten zeichnete sich ein schwaches helles Schimmern am Himmel ab: der erste Vorbote der Morgenröte. Cotton hatte sich heute früher als gewöhnlich von Brooklyn aus Richtung Manhattan aufgemacht, um seine FBI-Dienststelle zu erreichen, bevor der alljährlich an Heiligabend in New York zelebrierte Weihnachtswahnsinn ins Rollen kam.

Jeder, der heute noch in der Stadt Geschenke besorgen wollte, musste einen ziemlichen Sprung in der Schüssel haben. Allerdings gab es von diesen offenkundigen Psychopathen mehr, als man meinen sollte. Zu dieser Schlussfolgerung war der G-Man im vergangenen Jahr gelangt, als er diese Form von Grenzerfahrung am eigenen Leib zu spüren bekommen hatte: Damals war er an Heiligabend unterwegs gewesen, um sich eine Flasche Malt Whisky zu besorgen, die ihm als treuer Gefährte über die Feiertage hinweghelfen sollte. Seitdem wunderte es ihn, dass am 24. Dezember nicht mehr Polizisten in den Kaufhäusern waren, um zu verhindern, dass es vor den Regalen mit den letzten noch verbliebenen Ladenhütern zu tätlichen Auseinandersetzungen kam.

Im Moment war auf den Bürgersteigen noch wenig los. Nur selten kam ein Passant in Sicht, was um diese Uhrzeit niemanden verwundern konnte. Das würde sich jedoch in einigen wenigen Stunden ändern, wenn »Saks«, »Macy’s«, »Bergdorf Goodman« und die anderen großen Geschäfte ihre Pforten öffneten.

Cotton brauste die Fifth in südlicher Richtung hinunter. Mit den von Tausenden LED-Lichtern illuminierten Weihnachtsdekorationen an den Hausfassaden wirkte die Straße wie die Kulisse eines Weihnachtsfilms. Dazu passend hatte ein zarter Schneegriesel New York über Nacht wie mit einer feinen Schicht Puderzucker überzogen. Vor etwa einer Stunde waren die Flocken dann auf die Größe von Dollarmünzen angewachsen und hatten sich rapide vermehrt. Noch fuhren die Autos ohne größere Schwierigkeiten über die inzwischen geschlossene Schneedecke. Wenn es jedoch in dem Maße wie jetzt weiterschneite, würde der Schnee spätestens gegen Mittag nicht bloß für die Scheibenwischer ein echtes Problem darstellen. Und genau das musste ein jeder befürchten, der den Wetterbericht gehört hatte: Laut Vorhersage zog eine Schlechtwetterfront von Kanada heran und brachte nicht nur arktische Temperaturen, sondern auch Unmengen von Schnee mit.

Cotton blieb die vage Hoffnung, dass sein Dienst beendet und er wieder daheim in Brooklyn sein würde, bevor Frau Holle richtig loslegte. Was die Arbeit selbst anging, würde beim G-Team heute wenig los sein. Zumindest war es in den vergangenen Jahren immer so gewesen, als würden die bösen Buben dieser Welt an den Feiertagen lieber Geschenke auspacken als blutige Massaker anrichten.

In Midtown Manhattan wurde der Verkehr langsam dichter. Noch konnten sich die Fahrzeuge relativ zügig vorwärtsbewegen, doch in Kürze würden sie sich Stoßstange an Stoßstange über die fünfspurige Straße quetschen.

Der G-Man war gerade in Höhe des Rockefeller Centers, wo die grandios geschmückte Mutter aller Weihnachtsbäume mit ihren dreißigtausend LED-Birnen Glanz verbreitete, und suchte nach einem Sender im Autoradio, der nicht »O du Fröhliche« spielte – da passierte es: Inmitten der durcheinanderwirbelnden Flocken tauchte plötzlich das Mädchen vor dem Dodge auf.

Reflexartig rammte Cotton das Bremspedal aufs Bodenblech, umklammerte das Lenkrad, sodass seine Fingerknöchel weiß hervortraten, und riss es herum.

Mit weit aufgerissenen Augen sah das vor Schreck erstarrte Kind, wie das Fahrzeug mit gut dreißig Meilen pro Stunde heranschlitterte. Es hörte, wie beim Bremsen die Schneekristalle unter den Reifen knirschten; die Profile verloren ihre Bodenhaftung, und das Auto wurde halb um die eigene Achse geschleudert. Wild schlingernd pflügte der FBI-Dienstwagen quer über zwei Fahrspuren hinweg, hinein in eine Schneewehe am Bordsteinrand. Eine gewaltige Schneewolke wirbelte hoch, inmitten derer das Fahrzeug auf dem Bürgersteig zum Stehen kam.

Cotton löste den Sicherheitsgurt, stieß die Fahrertür auf und sprang ins Freie. Sein Blick glitt zum Mädchen auf der Straße, das auf einem Markierungsstreifen stand, der zwei Fahrbahnen voneinander trennte. Vom Schock gelähmt, starrte es wie hypnotisiert auf die weiteren Autos, die an ihm vorbeirauschten. Nur Zentimeter trennten das Kind vom Tod. Die meisten Fahrer bekamen davon nichts mit, denn ihre Sicht war ziemlich eingeschränkt – aufgrund des dichten Schneetreibens und wegen ihrer von außen teilweise zugefrorenen und von innen beschlagenen Wagenscheiben. Unter diesen Umständen erschien es wie ein Wunder, dass die Kleine es unversehrt bis zur Straßenmitte geschafft hatte. Dort steckte sie jetzt fest. Links und rechts neben ihr donnerte der Verkehr vorbei. Es war nur eine Frage der Zeit, bis eines der Autos ihren kleinen Körper erfassen und zerschmettern würde.

Die einzigen Passanten weit und breit waren zwei Männer. Cotton entdeckte sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der eine hatte einen Bart, der andere eine Glatze. Beide Männer waren sehr groß und von breiter Statur. Sie trugen lange Trenchcoats der unteren Preisklasse und wirkten ungeduldig, als liefe gerade etwas nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatten.

Der G-Man kümmerte sich nicht weiter um die beiden und eilte mit ein paar raschen Schritten zum Bordsteinrand. Verzweifelt versuchte er, zwischen den herankommenden Fahrzeugen größere Lücken auszumachen, die er vielleicht würde nutzen können, um das Mädchen zu retten. Doch er sah nichts dergleichen, und da die Zeit drängte, hetzte er einfach quer durch den fließenden Verkehr. Bremsen quietschten. Hupen jaulten auf. Ein guter Start in den Tag sieht weiß Gott anders aus, fuhr es ihm durch den Kopf.

Cotton war schnell. Aber ein mit fast vierzig Meilen pro Stunde dahinrasendes Auto – die meisten Fahrzeuge hielten sich trotz des Schneefalls nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung – war eindeutig schneller. Wenn er sich nur einmal verschätzte, würde das Abenteuer für ihn kein gutes Ende nehmen. Auf dem Asphalt der Fifth von einem Wagen überrollt zu werden, war nicht unbedingt das, was man sich zu Weihnachten wünschte. Er hoffte, dass das Glück auf seiner Seite blieb. Schließlich war Heiligabend. Wenn nicht heute, wann dann sollten Wünsche in Erfüllung gehen?

Irgendwie schaffte er es ohne Knochenbrüche oder Schlimmeres über die erste Fahrspur. Allerdings war er dem Kühler eines Ford Explorers nur mit Mühe und Not und einem tollkühnen Sprung knapp entkommen. Auf der benachbarten Fahrspur fegte urplötzlich ein schwarzer Chevrolet Cobalt heran: Cotton sah ihn zu spät; er würde dem Wagen nicht mehr entkommen können. Bremsen kreischten. Der Fahrer riss im letzten Augenblick das Steuer herum. Eine emporgeschleuderte Wolke Schneepulver hüllte den G-Man ein. Doch der stürmte weiter, rannte zwischen heranbrausenden Pkws hindurch, bis er endlich neben dem Mädchen stand.

Er betrachtete das traurige Gesicht. Die Kleine blickte verstört und schien ihre Umgebung gar nicht richtig wahrzunehmen. Zudem wirkte sie übermüdet. Ihre Augen waren rot gerändert, als hätte sie geweint. Dieser Eindruck wurde bestätigt, als Cotton die Tränenspuren auf ihren Wangen bemerkte.

»Keine Bange, es wird alles gut.« Er nahm das Kind bei der Hand. »Wenn ich ›jetzt’ sage, machst du deine Augen fest zu. Okay?«

Das Mädchen knabberte auf der Unterlippe und nickte.

Anschließend sah er konzentriert auf die Straße und wartete in der Hoffnung, dass sich doch noch eine Lücke zwischen den vorbeirauschenden Wagen auftat. Nach einer kleinen Weile warf er einen kurzen Blick über die Schulter zurück und registrierte zweierlei:

Erstens pulsierte der Verkehr hinter ihm in der gleichen Dichte wie vor ihm.

Zweitens standen die beiden Männer immer noch auf der anderen Straßenseite und suchten ebenfalls verzweifelt nach einer Lücke zwischen den vorbeifahrenden Autos. Was darauf schließen ließ, dass sie es eilig hatten. Trotz des Schneegestöbers konnte Cotton für einen Moment ihre Gesichter sehen. Er kannte keinen von ihnen. Doch ein Gefühl in der Magengrube sagte ihm, dass er sie noch näher kennenlernen würde.

Vorausgesetzt, dass er den anstehenden Hindernislauf bis zum Bürgersteig lebend überstand. Aber da! Plötzlich klaffte eine Lücke im Verkehr vor ihm.

»Jetzt!« Er nahm das Mädchen rasch auf den Arm und sprintete los.

Bis zum rettenden Bordstein waren es sieben oder acht Meter. Cotton ignorierte das erneute Hupkonzert ebenso wie die Autos, die bremsend über die verschneite Fahrbahn schlitterten. Ohne dass es zu einem Auffahrunfall kam, erreichte er den Gehsteig.

Behutsam setzte er die Kleine auf dem Boden ab. Regungslos, mit hängendem Kopf, blieb sie stehen. Beide Hände waren in den Manteltaschen vergraben. Nach ein paar Sekunden öffnete sie die zusammengekniffenen Augen und blickte starr auf den schneebedeckten Gehweg zu ihren Füßen.

»Wie heißt du?«, fragte er.

Ihre Lippen bewegten sich, aber sie sprach kein einziges Wort.

»Ich muss wissen, wie du heißt, damit ich dich nach Hause bringen kann.«

Wieder keine Antwort.

Der G-Man ging vor ihr in die Hocke, um kleiner, weniger einschüchternd zu wirken. »Ich heiße Jeremiah und bin so etwas wie ein Polizist. Du brauchst also keine Angst vor mir zu haben. Jetzt verrate mir bitte deinen Namen.«

»Dorothy«, flüsterte sie tonlos.

»Und weiter?«

»Dorothy Wright.«

»Wo sind deine Eltern, Dorothy?«

»Mein Vater ist tot.«

»Und deine Mutter?«

»Meine Mom liegt im Krankenhaus.« Das Mädchen atmete tief durch, bemüht, nicht zu weinen.

»Das tut mir leid. Und wer passt in der Zwischenzeit auf dich auf?«

»Meine Tante Joan. Sie ist die Schwester meiner Mom.«

»Okay. Und wo ist deine Tante Joan jetzt gerade?«

»Im Krankenhaus bei meiner Mom.«

»Sie hat dich wohl kaum allein durch die Stadt laufen lassen. Wohin willst du überhaupt?«

»Zu ›Macy’s‹, in der Sixth.«

»Um diese Zeit sind doch alle Kaufhäuser noch geschlossen. Du möchtest dir wohl die Spielsachen ansehen, die auf deinem Wunschzettel stehen?«

»Nein.« Dorothy schüttelte energisch den Kopf. »Ich will nichts zu Weihnachten, sondern …« Sie stockte und presste die Lippen aufeinander.

»Sondern was?«

»Sondern den Weihnachtsmann bitten, dass er mir keine Geschenke bringt, außer einem: Meine Mom soll wieder gesund werden.«

»Darum willst du den Weihnachtsmann bitten?«

»Ja.«

»Bei ›Macy’s‹?«

»Ja.«

Cotton zog die Stirn in Falten und die Brauen hoch. »Du weißt hoffentlich, dass die Weihnachtsmänner in den Kaufhäusern nicht echt sind.«

»Ja, die sind alle unecht, bis auf den bei ›Macy’‹.«

»So? Und was macht dich da so sicher, dass das der echte Weihnachtsmann ist?«

»Weil ich das in einem Film gesehen habe.«

»Tut mir leid, dir das sagen zu müssen; aber was du gesehen hast, war nur ein als Weihnachtsmann verkleideter Schauspieler.«

»Und was, wenn nicht? Was, wenn der Weihnachtsmann bei ›Macy’s‹ doch der echte ist?«

Cotton warf einen Blick auf seine Armbanduhr. »Ich denke, das ist eine Frage, die du am besten mit deiner Mutter erörterst. Komm, ich fahre dich zu ihr.«

»Aber ich muss doch -«

»Und ich muss zur Arbeit«, unterbrach er sie, schroffer als beabsichtigt. »Weil ich dich nicht allein zurücklassen kann und will, fahren wir beide jetzt zusammen ins Krankenhaus. Verstanden?«

Sie nickte.

»Wie heißt die Klink überhaupt?«

»Mount Sinai Hospital Center.« Ihre Stimme klang weinerlich.

»Das ist nicht weit von hier.« Er nahm das Mädchen bei der Hand und setzte sich in Bewegung.

Der Motor seines Dodge lief immer noch im Leerlauf. Scheinwerfer und Scheibenwischer waren ebenfalls in Betrieb, und die Fahrertür stand weit offen.

Cotton trennten noch wenige Meter von dem Fahrzeug, als er im Augenwinkel die beiden Männer von der gegenüberliegenden Straßenseite bemerkte. Sie nutzten gerade eine Lücke im Verkehr. Im Laufschritt überquerten die zwei die Fahrbahnen und kamen direkt auf den Agent zu. Dem wäre es lieber gewesen, sein Bauchgefühl hätte sich geirrt.

Als die Männer sahen, dass Cotton nicht vor ihnen weglief, verlangsamten sie ihre Schritte. Aus der Nähe wirkten die zwei noch kräftiger, allerdings auch älter. Sie gingen stramm auf die Fünfzig zu und sahen aus wie abgehalfterte Ex-Boxer, die ihr Gnadenbrot als Bodyguards verdienten.

Beide pflanzten sich in Schlagweite vor dem G-Man auf und bemühten sich um ausnehmend grimmige Gesichter.

»Wir wollen keinen Ärger«, beteuerte der Glatzkopf mit schwerem osteuropäischem Akzent.

»Trifft sich ja wunderbar«, antwortete Cotton lakonisch. »Ich nämlich auch nicht.«

»Wir wollen das Mädchen«, nuschelte der Bärtige, dem ein paar Vorderzähne fehlten, was auf einen nicht gerade alltäglichen Lebenswandel schließen ließ. »Die Kleine gehört zu uns.«

»Ach ja? Sind Sie ihr Onkel, oder was?« Cotton registrierte, wie das Mädchen hinter ihm in Deckung ging. »Ist schon merkwürdig, aber ich habe das Gefühl, die junge Lady will nichts von euch wissen, Jungs.«

Daraufhin griff der Glatzköpfige in seine Manteltasche, zog eine Plastikkarte heraus und überraschte den G-Man mit einem FBI-Ausweis.

»Wir sind vom FBI, Sir!«, knurrte er. »Wir nehmen dieses Kind in unsere Obhut. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie unsere Arbeit nicht behindern. Oder wollen Sie Weihnachten hinter Gittern verbringen?«

Cotton stand unbeweglich da. »Darf ich erfahren, worum es hier geht?«

Die Männer schwiegen. Was wohl so viel heißen sollte, dass ihn das nichts anging.

»Wisst ihr, Leute, ihr habt zwei Fehler gemacht«, fuhr der G-Man im lockeren Plauderton fort. »Erstens ist euer FBI-Ausweis gefälscht. Und zweitens seid ihr ausgerechnet mir über den Weg gelaufen. Aber das könnt ihr leicht korrigieren, indem ihr euch einfach umdreht und verschwindet.«

»Jetzt hör mal gut zu, du komischer Vogel«, raunzte ihn der Glatzkopf an. »Wenn hier einer verschwindet, dann du. Sonst sind wir gezwungen, dir wehzutun. Also, wie denkst du darüber?«

Cotton dachte so einiges. Und ein bestimmter Gedanke drängte sich ihm ganz besonders auf: Offensichtlich schwebte das Mädchen in größerer Gefahr, als es bisher den Anschein gehabt hatte.

»Soll das eine Drohung sein?«, entgegnete er mit gespielter Überraschung. »Drohungen machen mich nämlich wütend. Und glaubt mir, ihr wollt nicht wirklich, dass ich wütend werde.«

Das Gesicht seines Gesprächspartners verfinsterte sich noch mehr. »Ich gebe dir jetzt einen guten Rat, und ich gebe ihn nur einmal: Verzieh dich und vergiss, dass du die Kleine je gesehen hast.«

»Ich habe eine bessere Idee«, erwiderte Cotton. »Ich rufe die Polizei, und die kann sich dann um das Mädchen kümmern. Was haltet ihr davon?«

Der Hüne nickte. »Okay, du hast es nicht anders gewollt. Wünsch dir vom Weihnachtsmann ein paar neue Vorderzähne. Die wirst du brauchen.«

Der Kerl setzte sich in Bewegung, was er für seinen Körperumfang erstaunlich flink tat. Cottons Muskeln und Sehnen waren dagegen noch nicht ganz auf Betriebstemperatur. Zwar konnte er dem ersten Hieb des Angreifers ausweichen, musste aber den nächsten Schlag einstecken: ein ziemlich hässlicher Körpertreffer, der schmerzhaft zwischen seinen Rippen explodierte und ihm für einen Moment den Atem raubte. So was nannte man wohl einen Glückstreffer. Cotton nahm sich augenblicklich vor, dem Kerl keine Chance für einen zweiten zu geben. Dank seiner ausgezeichneten Reflexe und den in unzähligen Trainingseinheiten verinnerlichten Bewegungsabläufen wehrte er einige weitere, meist kurz angesetzte Hiebe seines Gegners ab.

Daraufhin änderte der Glatzkopf seine Taktik. Urplötzlich holte er weit aus und setzte den nächsten Schlag höher an; offensichtlich wollte er dem G-Man die Nase zertrümmern.

Cotton wich der auf ihn zuschnellenden Faust nicht aus. Er hob auch nicht schützend die Arme. Stattdessen packte er den heranschießenden Schlagarm am Handgelenk und riss den Angreifer daran auf sich zu, wodurch dieser, mit dem Gleichgewicht ringend, nach vorne torkelte.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Cotton Reloaded - 15" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen