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Cotton Reloaded - 10

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über den Autor
  4. Titel
  5. Impressum
  6. 1
  7. 2
  8. 3
  9. 4
  10. 5
  11. 6
  12. 7
  13. 8
  14. 9
  15. 10
  16. 11
  17. 12
  18. 13
  19. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Dein Name ist Jeremiah Cotton. Du bist ein kleiner Cop beim NYPD, ein Rookie, den niemand ernst nimmt. Aber du willst mehr. Denn du hast eine Rechnung mit der Welt offen. Und wehe, dich nennt jemand »Jerry«.

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. Erleben Sie die Geburt einer digitalen Kultserie: COTTON RELOADED ist das Remake von JERRY COTTON, der erfolgreichsten deutschen Romanserie, und erzählt als E-Book-Reihe eine völlig neue Geschichte.

COTTON RELOADED erscheint monatlich. Die einzelnen Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book, Audio-Download (ungekürztes Hörbuch) und als Read&Listen E-Book (Text in Verbindung mit Hörbuch).

Der Autor

Peter Mennigen, wuchs in Meckenheim bei Bonn auf. Er studierte in Köln Kunst und Design, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher wurden Bastei Lübbe, Rowohlt, Ravensburger und vielen anderen Verlagen veröffentlicht. Neben erfolgreichen Büchern und Hörspielen schreibt er auch Drehbücher für Fernsehshows und TV-Serien.

1

Die Abenddämmerung färbte den Himmel über Washington blutrot. Vor dem Weißen Haus verscheuchten Scheinwerfer die Schatten der hereinbrechenden Nacht und übergossen die weißen Fassaden mit ihrem Flutlicht. Am südlichen Hauptportal hatten vier dunkel gekleidete Agents des Secret Service Aufstellung genommen, Bodyguards des Präsidenten. Regungslos und breitbeinig standen sie da - massige Männer, bereit, beim kleinsten Anzeichen von Gefahr die großkalibrigen Waffen unter ihren Jacketts hervorzuzaubern. Ihre Augen waren starr geradeaus gerichtet, scheinbar ohne etwas Bestimmtes anzuvisieren. In Wahrheit musterten sie misstrauisch einen jungen Mann im eleganten Smoking. Er stand wenige Schritte entfernt an der Außentreppe, die zur Zufahrt hinunterführte. Seinem FBI-Ausweis nach lautete sein Name Jeremiah Cotton.

Der G-Man war mittags mit dem Flieger aus New York gekommen. Den größten Teil des Nachmittags hatte er in seinem Hotelzimmer verbracht und am Laptop Bürokram erledigt. Gegen 19 Uhr war er mit einem Taxi zum Weißen Haus gefahren.

Da lehnte er nun mit ausdruckslosem Gesicht an einer der sechs Außensäulen, die das markante, halbkreisförmige Vordach über dem Aufgang stützten. Zunehmend kämpfte er gegen eine nervöse Anspannung. Inzwischen spielte er ernsthaft mit dem Gedanken an einen strategischen Rückzug. Er fühlte sich hier wie ein Teil in einem falschen Puzzle. Er gehörte nicht in diese mondäne Welt.

Einmal im Jahr gab der amerikanische Präsident ein spezielles Bankett im Weißen Haus. Geladen waren ausschließlich Personen, die sich in den vergangenen zwölf Monaten in besonderer Weise um die Sicherheit der Nation verdient gemacht hatten. Auf der Gästeliste fanden sich gewöhnlich hohe Tiere aus der Politik, vom Militär, den Police Departments und den Geheimdiensten. Entgegen dieser Tradition zählten dieses Jahr auch zwei Vertreter des niederrangigen Fußvolkes zum illustren Kreis der Auserwählten. Zwei Special Agents vom FBI namens Philippa Decker und Jeremiah Cotton.

Wenige Schritte vor Cotton bewegte sich ein Strom Limousinen der oberen Luxusklasse vorbei. Stoßstange an Stoßstange rollten sie über die Zufahrt heran und stoppten nacheinander in Höhe des Portals. Ein Hausdiener öffnete den festlich gewandeten Insassen die Tür. Anschließend brauste das Auto weiter, und das Prozedere wiederholte sich mit dem nächsten Fahrzeug.

Cotton brütete seit einer halben Stunde über seine Situation: Kein Mensch würde ihn auf dem Bankett vermissen, wenn er stattdessen den Abend in einer Bar in Brooklyn bei Livemusik und einem guten Single-Malt-Whisky verbrachte. Der nächste Flug nach New York ging in knapp einer Stunde. Mit etwas Glück könnte er die Maschine noch erwischen. Andererseits hatte er viel Mühe in sein Äußeres investiert. Wäre schade, wenn er jetzt einen Rückzieher machte.

Aus einem unerfindlichen Grund fühlte er sich plötzlich beobachtet, drehte sich um und erblickte seine Partnerin. Philippa »Phil« Decker stand an der Flügeltür, durch die die Gäste ins Weiße Haus strömten. Die Agentin hatte sich mächtig in Schale geworfen. Fast hätte Cotton sie in ihrem eleganten Cocktailkleid, das für ihre Verhältnisse bemerkenswert viel Haut offenbarte, nicht wiedererkannt. Vor allem das Dekolleté gewährte tiefe Einblicke, zumal sie im Dienst vorwiegend nüchterne Hosenanzüge trug.

Nach einem kurzen Blickkontakt ergab sich der G-Man in das Unvermeidliche. Schicksalsergeben zuckte er mit den Schultern, vergrub die Hände in den Hosentaschen und setzte sich Richtung Eingang in Bewegung.

»Ich bin mir nicht sicher, was gerade in Ihrem Kopf vorgeht«, sagte Decker, als er in Hörweite kam. »Aber es ist wohl besser, Sie halten es unter Verschluss.«

»Sagen Sie bloß, Sie führt die Sehnsucht zu mir.«

»Bedaure«, erwiderte Decker spröde. »Nicht die Sehnsucht, sondern Mr High. Unser Chef hegt die Befürchtung, Sie könnten sich verkrümeln.«

»Er hatte immer schon ein gutes Näschen«, murmelte Cotton.

»Nervös?«

»Ich weiß nicht«, antwortete er wahrheitsgemäß, während sie eine Sicherheitsschleuse durchschritten und in das imposante Vestibül gelangten. »Weshalb sind wir hier? Was war das noch mal?«

»Weil wir die Welt gerettet haben«, erinnerte Decker ihn. »Und nicht nur einmal.«

»Wirklich? Dann geht es wohl in Ordnung, dass der Präsident uns einen Drink spendiert. Sie sehen übrigens grandios aus in dem Kleid.«

»Das ist das Mindeste, was man für den Preis erwarten darf. Normalerweise haben meine Sachen dreimal so viel Stoff und kosten dafür nur ein Drittel.«

»Ich könnte mich daran gewöhnen. Sollte ich als Dienstkleidung vorschlagen.«

Ehe Decker etwas erwidern konnte, gelangten sie zum »East Room«, dem großen Festsaal für Staatsempfänge. An der weit geöffneten Flügeltür wurden sie vom Präsidenten und der First Lady mit Handschlag begrüßt. Das Ritual nahm pro Gast keine Minute in Anspruch.

In Deckers Kielwasser betrat Cotton einen pompösen Salon. Die Wände waren in dezenten creme und lindgrünen Farbtönen gehalten. Antike Möbel, Teppiche und Gemälde werteten das Dekor des geschichtsträchtigen Saals zusätzlich auf.

Cotton entdeckte seinen Chef. John D. High war in ein Gespräch mit einem Senator vertieft. Um die beiden nicht zu stören, taten die Agents so, als hätten sie ihren Vorgesetzten nicht gesehen. Soweit Cotton es im Vorbeigehen mitbekam, bat der Senator den hochgewachsenen Mr High im Namen ihrer nicht existierenden Freundschaft um einen Gefallen. Dabei wusste jeder im G-Team, dass High den Politiker nicht ausstehen konnte.

Decker und Cotton bewegten sich vorsichtig weiter, vorbei an modebewusst gekleideten Ladys mit ihren männlichen Begleitern, die sich mit einfallslosen Smokings zufriedengaben. Die Gäste hatten kleine Gruppen gebildet und unterhielten sich angeregt.

»Ich bin zu jung für so was«, stöhnte Cotton beim Anblick der größtenteils silberhaarigen Fraktion seines Geschlechts.

»Was ist mit einem Drink?«, fragte Decker.

»Was soll damit sein?«

»Ein wahrer Gentleman versorgt eine Lady bei solchen Anlässen mit Alkoholischem, um sie bei Laune zu halten.«

»Dann werde ich mich schleunigst auf die Suche machen.« Cotton hielt Ausschau nach einer Bar. Am anderen Ende des Saals schlängelte sich eine Serviererin zwischen den Gästen hindurch. Routiniert jonglierte sie ein Tablett voller Cocktailgläser, in denen Eiswürfel klimperten. Cotton bahnte sich einen Weg zu der jungen Frau. Sie schenkte ihm ein Lächeln, als er zwei Drinks von ihrem Tablett nahm und sich bedankte.

Mit einem Glas in jeder Hand kehrte Cotton zu der Stelle zurück, wo er Decker zurückgelassen hatte. Sie war verschwunden. Offensichtlich wirkte sie zu anziehend auf die männlichen Gäste, um lange alleine zu bleiben. Cotton entdeckte sie vor einem offenen Kamin, umlagert von einer Traube gut aussehender Männer. Mit einem bezaubernden Lächeln nahm Decker die Avancen entgegen.

Wie es aussah, war Cotton nun auf sich allein gestellt. Begleitet von den dezenten Klängen eines Klaviers und dem Gefühl des Deplatziertseins balancierte er seine Cocktailgläser zu einer der hohen Terrassentüren. Mit dem Ellbogen drückte er geradezu artistisch eine der Klinken herunter, ohne dass ein Tropfen aus den Gläsern schwappte, und trat hinaus auf die Terrasse in die laue Nachtluft. Hinter sich schloss er die Tür auf ähnliche Weise, wie er sie geöffnet hatte.

Cotton atmete tief durch. Die Terrasse war menschenleer. Irgendwo plätscherte ein Springbrunnen. Der Himmel zeigte ein samtenes Nachtblau, voll glitzernder Sterne und einer Mondsichel über dem Horizont.

Der G-Man verharrte an der steinernen Balustrade mit Blick auf die Parkanlage und leerte die beiden Cocktails hintereinander. Sein Plan: Den öden Abend mittels großzügigen Umgangs mit Alkohol etwas weniger öde zu gestalten.

Beim Abstellen des zweiten Glases bemerkte er im Augenwinkel die Gestalt einer Frau in der Terrassentür. Ihre schlanke Silhouette hob sich schwarz wie ein Schattenriss vor dem erleuchteten Festsaal ab.

Neugierig wandte Cotton der Unbekannten den Kopf zu. Die nippte an ihrem Drink, während sie ihrerseits den G-Man taxierte.

»Guten Abend«, grüßte er. »Kann ich Ihnen irgendwie behilflich sein?«

»Ich suche jemanden«, antwortete sie mit einer bemerkenswert dunklen und samtigen Stimme.

»Tut mir leid, da muss ich passen. Ich kenne auf der Party so gut wie niemanden.«

»Sind Sie nicht Jeremiah Cotton?«

»Wie der Zufall es will, bin ich es«, antwortete er und fragte sich verwundert, woher die Lady seinen Namen kannte.

Mit geschmeidigen Schritten trat sie auf ihn zu. Die dezente Terrassenbeleuchtung enthüllte eine blendend aussehende Frau in den Dreißigern mit feinen Gesichtszügen, hohen Wangenknochen und außergewöhnlich schönen Augen. Ihr Make-up war makellos, ebenso das eng geschnittene, knielange Kleid aus blassblauer Seide. Ihr kastanienfarbenes Haar hatte sie asymmetrisch frisiert. Auf der linken Seite war es straff zurückgekämmt, sodass ein Ohr frei blieb; rechts fiel es ungebändigt in schweren Locken über die Schulter. In der einen Hand hielt sie eine kleine, schwarz glänzende Handtasche, in der anderen ein halb volles Martiniglas.

»Ich würde gerne mit Ihnen reden.« Sie lächelte ihn an, doch es war ein bemühtes Lächeln, verkrampft und gezwungen.

»Worüber?«

»Es ist … Wie soll ich sagen … ein bisschen delikat.«

»Sind Sie sicher, dass ich der Richtige bin, dem Sie Ihr Herz ausschütten wollen? Wir kennen uns nicht und …«

»Es geht nicht nur um mich, auch um meinen Mann. Vielleicht sogar um die Sicherheit der Nation.«

»Sie machen mich neugierig. Wären Sie vielleicht so gütig und verraten mir Ihren Namen?«

»Ich heiße Joan Fallon und bin die Frau von Richard Fallon.«

Cotton horchte auf. Fallon war der engste Berater und Vertraute des Präsidenten.

»Mein Mann hält sein Privatleben, wozu auch ich gehöre, sehr privat. Ich gebe keine Interviews, lasse mich ungern von den Medien ablichten und begleite meinen Gemahl ausschließlich zu privaten Anlässen. Hätte ich nicht zufällig von ihm erfahren, dass Sie heute Abend auf diesem Bankett sind, wäre ich vermutlich gar nicht hier.«

»Wirklich? Ich fühle mich geehrt, aber …«

»Haben Sie ein Problem damit, wer ich bin?«

»Nein. Ich bin nur ein wenig verwirrt, wie ich der Frau eines der mächtigsten Männer unseres Landes helfen könnte.«

»Das versuche ich Ihnen gerade zu erklären, Mister Cotton.«

»Nennen Sie mich bitte Jeremiah.«

»Na schön, Jeremiah.« Sie sah ihn mit einem Ausdruck an, in dem sich Hoffnung und Verzweiflung die Waage hielten. »Aber zuerst müssen Sie mir versprechen, dass Sie mit niemandem darüber reden, was ich Ihnen anvertraue.«

»Wenn es sich um nichts Ungesetzliches handelt, kann ich Ihnen dieses Versprechen guten Gewissens geben. Also, wie kann ich Ihnen helfen, Ma’am?«

»Ich bin eine attraktive und im Vergleich zu meinem Mann junge Frau«, stellte sie selbstbewusst fest.

»Zweifellos.«

»Allerdings hat mein Äußeres auch eine Schattenseite.«

»Inwiefern?«

»Es gibt da einen dunklen Punkt in meiner Vergangenheit, von dem weder mein Mann noch jemand in seinem Umfeld weiß und auch niemals erfahren darf. Bevor ich Richard kennenlernte, war ich Schauspielerin in … nun ja, exotischen Filmen.«

»Exotisch? Meinen Sie damit etwa …?« Cotton lockerte mit einer Hand seine Krawatte, die er des feierlichen Anlasses wegen trug. Aus irgendeinem Grund schnitt ihm das ungewohnte Ding plötzlich die Luft ab.

»Ja, genau das meine ich. Bevor ich die Frau des Präsidentenberaters wurde, war ich Darstellerin in Schmuddelfilmen. Teils weil ich das Geld brauchte, teils aus der naiven Hoffnung heraus, dass mir diese Rollen den Weg zu einer seriösen Schauspielkarriere ebnen könnten. Bis vor Kurzem glaubte ich dieses Geheimnis sicher. Meine Filme waren Gott sei Dank nie ein großer Renner. Keiner kam je ins Kino. Die Machwerke verstaubten allesamt als billige Videokopien in den hinteren Regalreihen von Sexshops. Nachdem ich Richard kennengelernt hatte, habe ich vor einigen Jahren sämtliche Filme und Fotos aus dieser Zeit aufgekauft. Ich kannte ja die Regisseure und Fotografen von damals. Alles gescheiterte Existenzen, die von der Hand in den Mund leben. Deshalb waren sie nur zu gern bereit, mit meinen Ladenhütern noch etwas Geld zu machen. Also verkauften sie mir das Material. Im Handel befand sich zu dieser Zeit längst nichts mehr, dafür waren die Streifen zu betagt. Und die wenigen Exemplare, die den Weg über den Ladentisch gefunden hatten, waren vermutlich auch schon dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen.«

»Wunderbar, dann ist doch alles klar.«

»Das hatte ich auch geglaubt.« Sie wandte sich von Cotton ab und blickte hinaus in die Dunkelheit, die über der Parkanlage lag. »Bis ich vergangene Woche die Nachricht von einem noch existierenden Sexvideo mit mir in der Hauptrolle erhielt.« Tränen traten in ihre Augen. »Mein Mann würde mir diese Schande niemals verzeihen.«

»Erpresst man Sie um Geld?«

»Nein, es geht um Staatsgeheimnisse, die meinem Mann anvertraut sind. Präzise gesagt, geht es dem Erpresser um eine Akte mit dem Decknamen ›Projekt Omega‹, zu der mein Mann Zugang hat. Wahrscheinlich deponiert er sie zusammen mit anderen brisanten Dokumenten sogar in unserem Haustresor.«

»Haben Sie eine Ahnung, um was es sich bei diesem Projekt handelt?«

»Nein, mein Mann würde niemals über solche Vertraulichkeiten reden, auch nicht mit mir. Ich weiß nur, das ist eindeutig ein Fall für unsere Geheimdienste. Bloß wenn ich die ins Vertrauen ziehe, erfährt mein Mann unweigerlich von meiner Vergangenheit. Das bedeutete das Ende meiner Ehe und das Ende seiner Karriere.«

»Wie … äh, freizügig sind diese Filme denn?«

Sie biss die Zähne zusammen und schloss für einen Moment die Augen. »Wir reden hier nicht über harmlose Sexfilmchen, sondern über Filme, die man heute als Hardcore bezeichnen würde.«

»Verstehe. Haben Sie einen Verdacht, wer der Erpresser sein könnte?«

»Nein, er hat sich über meinen E-Mail-Account anonym gemeldet.«

»Gibt es einen Beweis für die Existenz dieses Videos? Möglicherweise blufft der Erpresser nur.«

»Und wenn es kein Bluff ist? Was würde dann aus mir und meinem Mann, wenn der Film an die Öffentlichkeit gelänge? Dazu darf es niemals kommen. Deshalb muss ich davon ausgehen, dass es diese Kopie tatsächlich gibt.«

»Aber wenn Sie dem Erpresser nachgeben und Staatsgeheimnisse verraten, wird das in Zukunft immer wieder passieren.« Cotton rieb sich nachdenklich das Kinn. »Falls dieser ominöse Film tatsächlich existiert, kann ich Ihnen den unmöglich beschaffen. Das Video ist Ihre Privatangelegenheit, dafür ist das FBI nicht zuständig. Würde ich mich einschalten, wäre das Amtsmissbrauch.«

»Verstehe.« Sie gab sich Mühe, den Tiefschlag zu verdauen, ohne dass die Tränen flossen. »Tut mir leid, dass ich Ihre kostbare Zeit verschwendet habe. Leben Sie wohl.«

»Moment, das gerade war die schlechte Nachricht. Die gute ist: Wenn ich das Ganze sehe, geht es bei der Geschichte nicht um ein Sexvideo, sondern um Erpressung und Landesverrat. Für beides ist das FBI zuständig. Wenn ich im Zuge der Ermittlungen auf ein anstößiges Video von Ihnen stoßen sollte, verschwindet es als Beweisstück für immer in der Asservatenkammer. Allerdings kann ich die Ermittlungen nicht im Alleingang durchführen.«

Sie holte erschrocken Luft. »Aber Sie haben versprochen …«

»Niemandem etwas von Ihrer Vergangenheit zu verraten.« Cotton nickte. »Sie haben mir vertraut, als Sie mir die Geschichte erzählt haben. Jetzt bitte ich Sie, mir zu vertrauen. Um Erfolg zu haben, muss ich meine Vorgesetzten und meine Partnerin einweihen. Für deren Diskretion lege ich die Hand ins Feuer. Ansonsten wird kein Mensch etwas erfahren, das verspreche ich Ihnen.«

Einen Augenblick lang war die Andeutung von Zweifel in ihrem Gesicht zu erkennen, dann gab sie mit einem stummen Nicken ihre Zustimmung.

»Da wäre nur noch eins.« Cotton beugte sich zu ihr vor. »Welchen Künstlernamen hatten Sie damals?«

»Heather Heart«, antwortete sie, verdutzt über die unerwartete Frage. »Spielt das eine Rolle?«

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