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Cotton Reloaded - Folge 2

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über den Autor
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Countdown
  7. Rikers Island
  8. Widersprüche
  9. Geortet
  10. Wespennest
  11. Aussichtslos
  12. Veränderungen
  13. Neue Wege
  14. Zoe
  15. Puderzucker
  16. Die Falle
  17. Ein neuer Tag
  18. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Dein Name ist Jeremiah Cotton. Du bist ein kleiner Cop beim NYPD, ein Rookie, den niemand ernst nimmt. Aber du willst mehr. Denn du hast eine Rechnung mit der Welt offen. Und wehe, dich nennt jemand »Jerry«.

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. Erleben Sie die Geburt einer digitalen Kultserie: COTTON RELOADED ist das Remake von JERRY COTTON, der erfolgreichsten deutschen Romanserie, und erzählt als E-Book-Reihe eine völlig neue Geschichte.

COTTON RELOADED erscheint monatlich. Die einzelnen Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book, Audio-Download (ungekürztes Hörbuch) und als Read&Listen E-Book (Text in Verbindung mit Hörbuch).

Der Autor

Peter Mennigen, wuchs in Meckenheim bei Bonn auf. Er studierte in Köln Kunst und Design, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher wurden von Bastei Lübbe, Rowohlt, Ravensburger und vielen anderen Verlagen veröffentlicht. Neben erfolgreichen Büchern und Hörspielen schreibt er auch Drehbücher für Fernsehshows und TV-Serien.

 

Wie ein Monstrum senkte sich der Metallkoloss auf New York hinab. Die Uhr im Cockpit der Boeing 787 zeigte vier Minuten nach Mitternacht Ostküstenzeit. Keiner der dreihundert Passagiere an Bord des Dreamliners ahnte, dass ihr Pilot in diesem Moment gerade einen Notruf an den Tower des JFK Airports absetzte. Seine Maschine war manövrierunfähig. Mitten im Landeanflug reagierte die Steuerung nicht mehr. Der Kopilot drückte alle möglichen Knöpfe – keine Reaktion. Sämtliche Warnlampen auf der Instrumententafel blinkten. Paradoxerweise stoppte gleichzeitig der Sinkflug. Die Flughöhe blieb konstant bei viertausend Fuß.

Wie von Geisterhand gelenkt schwenkte das Flugzeug abrupt von der vorgeschriebenen Flugroute ab und nahm Kurs auf Manhattan.

Das brutale Wendemanöver zwang die Boeing in extreme Schräglage. Wären die Passagiere nicht angeschnallt gewesen, hätte die Fliehkraft sie von den Sitzen geschleudert. Gepäckstücke regneten aus nachlässig geschlossenen Ablagen.

Spätestens jetzt wussten alle an Bord, dass die Maschine genau über dem Herzen von New York City abstürzen könnte.

*

Leise vor sich hin fluchend ließ Jeremiah Cotton die scharfen Sicherheitskontrollen im Eingangsbereich der Zentrale des G-Teams über sich ergehen. Sein Haar wirkte ungekämmt, der schwarze Pullover und die Lederjacke eilig übergezogen, und auch die Bartstoppeln zeugten von einem überhasteten Aufbruch.

Kurz nach ein Uhr nachts betrat er die Leitstelle seiner FBI-Spezialeinheit. Das HQ nahm den Großteil des Kellergeschosses eines schmucklosen Gebäudekomplexes ein. Hier offenbarte sich ein Hightechwirrwarr aus Hochleistungscomputerterminals und Schreibtischen. Dutzende HD-Monitore tauchten den abgedunkelten Raum in gespenstisches Licht. Oberflächlich betrachtet regierte in diesem Zwischending aus NASA-Kommandostand und futuristischer Raumschiffbrücke das blanke Chaos. Unentwegt huschten Leute zwischen den verchromten Schreibtischen umher, pausenlos klingelten Telefone. Vierundzwanzig Stunden täglich gingen hier Informationen aus aller Welt ein. Deren Auswahl nach Wichtigkeit oblag den darauf spezialisierten Analytikern, die abwägen mussten, ob eine Meldung für die nationale und internationale Sicherheit relevant sein könnte oder nicht. Deshalb besaßen ihre vernetzten Rechner Zugriff auf unzählige Datenbanken von Behörden und Geheimdiensten. Die wenigsten dieser Experten waren je im Außendienst gewesen oder hatten schon einmal eine Waffe abgefeuert. Das war Aufgabe der Agents.

Wäre Cotton nicht durch Philippa Deckers Anruf vorgewarnt gewesen, spätestens jetzt hätte er gemerkt, dass etwas nicht stimmte. Eine greifbare Spannung lag in der Luft. Das gesamte G-Team war anwesend, was um diese Uhrzeit nur eins bedeuten konnte: Alarmstufe Rot.

Neben einem Wasserspender stand Special Agent Steve Dillagio mit einem anderen Agenten. Beide unterhielten sich flüsternd. Hinter einer durchsichtigen Trennscheibe saß John D. High, Chef des G-Teams, an seinem Schreibtisch. Wenn es noch eines alarmierenden Vorzeichens bedurft hätte – Mr High lieferte es. Wie gewohnt trug er einen maßgeschneiderten Anzug, doch ohne Krawatte. Wenn High nicht einmal die Zeit gehabt hatte, sich eine Krawatte umzubinden, mussten sehr wichtige Dinge sehr rasch getan werden.

Special Agent Philippa Decker, Cottons Partnerin, stand High gegenüber auf der anderen Seite des Schreibtisches. Eindrucksvoll stellte ihre Pose eine Mischung aus Arroganz und Attraktivität zur Schau. Beide Attribute wurden von ihrer Kleidung unterstrichen: schwarzer Hosenanzug mit offenem Blazer, darunter eine Bluse in hellem Beige.

Cotton konnte nicht hören, was die beiden besprachen. Er konnte nur sehen, dass Decker auf High einredete. Das Unbehagen, das ihn seit Betreten des HQ begleitete, wurde stärker.

Zeerookah bemerkte Cotton, winkte ihm zu und machte eine Kopfbewegung in seine Richtung. Cotton schlenderte zu dem IT-Genie.

»Hi, Alter.« Zeerookah lümmelte sich an einem monströsen Computerterminal, das einem Mischpult bei einem Pink-Floyd-Konzert Konkurrenz gemacht hätte. Auf dem unaufgeräumten Schreibtisch fanden sich Dinge, die dort nichts zu suchen hatten: ein fetttriefender Pizzakarton, ein Riesenbecher Diät-Cola und eine Tasse mit der Aufschrift »I’m too sexy for his world«, gefüllt mit etwas, das wie Flussschlamm aussah. »Was geht ab, Jerry?« Zeerookah sah übernächtigt aus und wirkte dadurch mehr denn je wie das wandelnde Klischee eines Nerds: Blasse Gesichtszüge und das Haar so zerzaust, als käme er gerade aus dem Windkanal.

»Nenn mich nicht Jerry«, sagte Cotton. »Ich bin so schon angefressen genug. Was ist so wichtig, dass man mich um diese unchristliche Zeit aus dem Bett schmeißt?«

»Ich hab null Ahnung.« Zeerookah zuckte bedauernd mit den Schultern. »Hat Decker dich am Telefon nicht informiert?«

»Sie sagte mir bloß, ich soll auf der Stelle meinen Hintern hierher zu einem Meeting bewegen.«

»Deinen Hintern hierher bewegen? Das waren ihre Worte?«

»Im Großen und Ganzen lief es darauf hinaus. Kannst du mir wenigstens verraten, was für eine Art Meeting das sein wird?«

»Ich habe vorhin kurz ein paar hohe Tiere von der Homeland Security und den Chef des NYPD bei Mr High gesehen. Nachher soll ich jemanden aus Washington per Videokonferenz zuschalten.«

»Und wen? Einen Stabschef?«

»Denk größer, Cotton, größer.«

»Einen Sicherheitsberater aus dem Weißen Haus?«

Zeerookah grinste und deutete stumm mit dem Zeigefinger nach oben.

»Etwa den Präsidenten?«

»Bingo!«

»Wow. Und als was soll ich bei diesem illustren Verein fungieren? Wieso beordert Decker mich zu diesem Meeting und keinen Mann wie Dillagio, der schon länger bei der Truppe ist?«

»Dillagio ist anderweitig verplant. Außerdem besitzt er den Charme einer Planierraupe. Nicht gerade optimale Eigenschaften für ein Meeting von solcher Brisanz. Achtung, da rauscht die Hübsche an.«

Zeerookah wandte sich rasch seinem Computer zu, klemmte sich mit der anderen einen Telefonhörer zwischen Schulter und Ohr und tat sehr beschäftigt.

»Na, kurze Nacht gehabt, Special Agent?« Decker schenkte Cotton ein mitfühlendes Lächeln, das so falsch war wie die sichergestellten Blüten in der Asservatenkammer. »Tut mir leid.«

»Ich weiß Ihre Anteilnahme zu würdigen, liebe Philippa.«

»Fein. Dann begeben Sie sich doch schon mal in den Konferenzraum. Ich komme gleich nach.«

»Ich soll mit dem Präsidenten sprechen? Dann wäre wohl ein dunkler Anzug angebrachter gewesen.«

Decker stutzte. »Woher wissen Sie, dass der Präsident zugeschaltet wird?«

Zeerookah zog den Kopf ein und machte sich hinter Cotton noch kleiner, als er ohnehin schon war.

»Ich habe so meine Quellen.« Cotton lächelte mit entwaffnender Unschuld.

Decker starrte ihn unterkühlt an. »Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie derart sensible Vertraulichkeiten nicht überall herumposaunen würden. Und nun gehen Sie endlich.«

Cotton betrat den abhörsicheren Konferenzraum. Dessen Mitte beherrschte der größte Tisch, den er je gesehen hatte. Das längliche Möbelstück war aus gebürstetem Edelstahl und mit einer schwarzen Glasplatte versehen. Die Auflage war leer. Es gab keine der sonst bei Konferenzen üblichen Erfrischungen. Schlechtes Zeichen. Das verlieh diesem außerplanmäßigen Meeting etwas Verschwörerisches.

An der rechten Kopfwand hing ein Siebzigzollmonitor. Die Leitung für eine Videokonferenz stand bereits. Der Bildschirm war in mehrere Splitscreens unterteilt. Die Teilnehmer hatten noch nicht vor den Kameras Platz genommen. Die aufgeteilten Rechtecke des Bildschirms zeigten nur die Embleme ihrer jeweiligen Behörde: CIA, FBI, NSA. Den größten Bild-in-Bild-Bereich beanspruchte das Wappen des Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Cotton suchte sich einen Platz an der Längsseite des Tisches und döste vor sich hin. Minuten später wurde der Stuhl neben ihm verrückt. Er öffnete die Augen und erblickte Decker. Sie schaute ihn an, als wollte sie ihn mit bloßen Händen erwürgen.

»Reißen Sie sich zusammen, schlafen können Sie zu Hause«, zischte sie, während sie neben ihm Platz nahm. »Hier kommen gleich die führenden Köpfe der US-Geheimdienste zusammen. Wer es wegen der Entfernung nicht nach New York schaffen konnte, wird per Videokonferenz zugeschaltet. Hören Sie zu, lernen Sie, sammeln Sie Erfahrungen über Krisenmanagement auf höchster politischer Ebene. Aber mischen Sie sich niemals in die Diskussion ein. Was immer jemand sagt, Sie halten den Mund, verstanden?«

»Sie waren ja deutlich genug«, sagte Cotton.

Nach und nach stieß eine Gruppe hochrangiger Mitarbeiter lokaler Sicherheitsdienste hinzu. Insgesamt saßen schließlich zwölf Entscheidungsträger am Tisch.

Als Letzter betrat John D. High den Raum, in der Hand eine dünne Aktenmappe. Er schloss die Tür hinter sich und setzte sich an das privilegierte Kopfende des Tisches. Sein Gesicht wirkte hart wie Granit. Er schlug die Akte auf und vertiefte sich in einen Bericht.

Cotton richtete seine Aufmerksamkeit auf die übrigen Anwesenden. Einige kannte er von Fotos, persönlich getroffen hatte er noch keinen. Jeder schien darauf bedacht, Blickkontakt zu meiden. Drückende Stille herrschte, die nur von gelegentlichem Räuspern oder Stuhlrücken durchbrochen wurde.

Schließlich hob Mr High den Kopf. »Entschuldigen Sie die Verzögerung«, begann er. »Ich möchte das Meeting erst eröffnen, wenn alle per Videokonferenz zugeschaltet sind, was jeden Moment der Fall sein wird.«

Obwohl sich die meisten Anwesenden bereits untereinander kannten, stellte High sie der Form halber vor. Er schloss mit den Worten: »Ich muss wohl nicht betonen, dass nichts von dem, was wir hier besprechen, nach außen dringen darf. Weder Ehefrau, Freund oder Freundin, nicht einmal der liebe Gott dürfen davon erfahren.«

Die Embleme auf dem Großbildschirm verschwanden. Dafür erschienen dort nach und nach die Direktoren des FBI in Washington, der NSA in Fort Meade und der CIA in Langley. Als Letzter wurde der Präsident aus dem Oval Office zugeschaltet. Er dankte den Anwesenden für ihr Kommen und überließ dann Mr High das Wort.

»Der Grund für dieses Treffen ist ein bevorstehender Terroranschlag auf New York«, begann der Chef des G-Teams. »Ausgangspunkt der Bedrohung ist eine Boeing 787 der American Airlines. Die Maschine ist vor etwa einer Stunde vom Kurs abgekommen und kreist seitdem über Manhattan.«

»Besteht Kontakt mit dem Piloten?«, fragte der Präsident.

»Ja«, bestätigte High. »Von ihm wissen wir, dass er das Flugzeug nicht mehr in der Gewalt hat.«

»Ist bekannt, wie viele Terroristen an Bord sind?«, wollte der FBI-Direktor wissen.

»Keiner«, antwortete High.

»Verstehe ich das jetzt richtig?« Der Chef des NYPD blickte verwirrt drein. »In dem Flieger ist kein Terrorist?«

»Nach unseren bisherigen Informationen ist das korrekt«, bestätigte Mr High.

»Wo liegt dann das Problem? Wieso fliegt der Pilot nicht einfach zum nächsten Flughafen und bringt den Vogel runter?«

»Weil er manövrierunfähig ist. Jemand hat sich über Funk und Wi-Fi in den Bordcomputer gehackt und steuert die Maschine jetzt aus einem Versteck vom Boden aus. Alle an Bord der Boeing sind diesem Hacker ausgeliefert. Aufgrund dieses Szenarios können wir wohl von einem Terroranschlag ausgehen. Wobei der eigentliche Anschlag noch aussteht. Der erfolgt, wenn die Maschine über Manhattan abstürzt.«

Die Versammelten schwiegen geschockt.

Cotton hatte den Wortwechsel bisher stumm verfolgt. Er wusste, er sollte den Mund halten. Doch ihm brannten Fragen auf der Zunge, die er sich nicht mehr verkneifen konnte. »Weiß man etwas über die Drahtzieher? Was sind das für Terroristen? Was sind ihre Motive?«

Decker zuckte bei Cottons Wortmeldung zusammen. Mr High jedoch nahm die Frage mit einem Nicken zur Kenntnis und antwortete: »Wie es momentan aussieht, haben wir es mit einer Al-Qaida-Zelle zu tun.«

»Was macht Sie so sicher?«, hakte Cotton nach.

»Wir haben eine Bandaufzeichnung ihres Anrufs.«

»Die Terroristen haben sich beim G-Team gemeldet?« Cotton wirkte überrascht.

»Ja«, bestätigte High. »Kurz nach Mitternacht.«

»Nicht bei der NSA oder CIA?«

»Das habe ich doch gerade gesagt.« High wirkte genervt.

»Erstaunlich«, wunderte sich der G-Man.

»Im Fall eines drohenden Terrorangriffs auf die Vereinigten Staaten ermächtigt ein Dekret des Präsidenten das G-Team zur Leitung der Ermittlungen«, rechtfertigte High die Rangfolge.

»Was wir außerordentlich bedauern«, warf der Vertreter der Homeland Security ein. »Die Experten unseres Antiterrorteams in Washington sind mindestens so brillant wie Ihr G-Team. Unsere Leute sind auf Cyberattacken spezialisiert.«

»Meine Herren«, unterband der Präsident die drohende Diskussion. »Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um über Zuständigkeiten zu streiten. In diesem Fall besitzt das G-Team die Autorität, basta.«

»Wir sind vielleicht kleiner als die Homeland Security, besitzen aber die besseren Ermittler und Experten.« Diesen Seitenhieb konnte High sich nicht verkneifen, bevor er fortfuhr: »Also, Special Agent Cotton. Erhellen Sie uns mit Ihrer Weisheit. Was finden Sie so erstaunlich daran, dass die Terroristen mit uns in Kontakt getreten sind, statt mit der CIA oder der Homeland Security? Fassen Sie sich bitte kurz.«

Cotton legte seine Einschätzung dar: »Mich überrascht, dass die Terroristen sich offenbar ziemlich gut mit unseren internen Strukturen auskennen. Ich an deren Stelle …«

»Sie sind aber nicht an deren Stelle, Cotton«, fuhr High ihm in die Parade. »Können wir jetzt bitte fortfahren, indem wir die Niederungen der Spekulation verlassen und uns an Fakten halten?« Er drückte den Knopf einer Gegensprechanlage. »Zeerookah, fahren Sie bitte das Band mit dem aufgezeichneten Drohanruf ab.«

Die Stimme eines der Terroristen drang aus einem Deckenlautsprecher. Er forderte in perfektem Englisch, aber mit unverkennbar arabischem Akzent, die umgehende Freilassung von Seif al-Bakkay. Ansonsten werde es ein böses Erwachen für die Bewohner New Yorks geben. Der Anrufer schloss mit dem bei Dschihadisten üblichen »Allahu Akbar«.

Im Konferenzraum blieb es still, als wollte niemand das Gehörte kommentieren.

High ergriff das Wort: »Das Gute an dieser Hiobsbotschaft ist: Im Gegensatz zu verblendeten Fanatikern, die Terror um des Terrors willen verbreiten, haben wir es hier mit pragmatischen Fanatikern zu tun. Das macht sie berechenbarer.«

»Gibt es ein Zeitfenster, bis wann die Terroristen ihre Forderung erfüllt sehen wollen?«, erkundigte sich Decker.

»Nein, aber das ist auch nicht nötig«, antwortete High. »Wir wissen, dass die Maschine über New York maximal noch für sechs Stunden Flugzeit Kerosin an Bord hat.«

»Welche Optionen haben wir?«, fragte der Präsident. »Abgesehen davon, die Maschine mit einer Raptor vom Himmel holen zu lassen.«

»Keine.« High bemühte sich, ruhig zu sprechen. »Und die von Ihnen aufgezeigte Alternative sollten wir erst gar nicht in Betracht ziehen. Denn ob die Maschine aus Treibstoffmangel über Manhattan abstürzt oder weil sie abgeschossen wird, kommt letztendlich auf dasselbe hinaus. Die Opferzahlen wären vergleichbar mit denen von Nine Eleven, wenn nicht gar um ein Vielfaches größer.«

»Was ist mit einer Evakuierung der Bevölkerung von Manhattan?«

»Würde viel zu lange dauern. Außerdem könnten die Terroristen die Maschine dann in Queens, Brooklyn oder sonst wo abstürzen lassen. Die Drahtzieher sitzen irgendwo hier unten und würden mitbekommen, wenn wir einen Stadtteil räumen lassen.«

»Sollen wir etwa tatenlos herumsitzen, ohne New York vor der drohenden Katastrophe zu schützen?«, polterte der Vertreter der Homeland Security.

»Wir können einiges tun«, entgegnete High kühl.

»Wirklich? Und was konkret, außer uns hier die Köpfe zu zerbrechen?«

»Unsere Experten arbeiten bereits an Lösungen, wie wir den Bordcomputer der Boeing aus dem Griff der Terroristen befreien können.«

»Und weit sind Ihre Experten?«, fragte der Vertreter der Homeland Security mit höhnischem Unterton.

»Das dauert seine Zeit. Diese Terroristen sind, wie es scheint, Informatik-Genies.«

Cotton hörte sich alles still an, dann aber platzte es aus ihm heraus: »Entschuldigen Sie, Sir, ich bin vielleicht nicht der größte Nahost-Experte, aber meines Wissens beschränken Terroristen aus dieser Region sich auf Bombenherstellung. Von irgendwelchen Genies, die unsere IT-Experten ausstechen können, ist mir nichts bekannt.«

»Sie haben vollkommen recht, Cotton.« High seufzte genervt. »Sie sind kein Nahost-Experte. Also tun Sie uns den Gefallen und behalten Sie Ihre Vermutungen für sich.«

Decker lehnte sich zu Cotton herüber und raunte ihm ins Ohr: »Gut gemacht. Nageln Sie sich nur selbst ans Kreuz.

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