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Copp und die Morde auf Hawaii: Ein Joe Copp Thriller

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Inhaltsverzeichnis

  • Copp und die Morde auf Hawaii: Ein Joe Copp Thriller
  • Copyright
  • Kapitel Eins
  • Kapitel Zwei
  • Kapitel Drei
  • Kapitel Vier
  • Kapitel Fünf
  • Kapitel Sechs
  • Kapitel Sieben
  • Kapitel Acht
  • Kapitel Neun
  • Kapitel Zehn
  • Kapitel Elf
  • Kapitel Zwölf
  • Kapitel Dreizehn
  • Kapitel Vierzehn
  • Kapitel Fünfzehn
  • Kapitel Sechzehn
  • Kapitel Siebzehn
  • Kapitel Achtzehn
  • Kapitel Neunzehn
  • Kapitel Zwanzig
  • Kapitel Einundzwanzig
  • Kapitel Zweiundzwanzig
  • Kapitel Dreiundzwanzig
  • Kapitel Vierundzwanzig
  • Kapitel Fünfundzwanzig
  • Kapitel Sechsundzwanzig
  • Kapitel Siebenundzwanzig
  • Kapitel Achtundzwanzig
  • Kapitel Neunundzwanzig
  • Kapitel Dreißig

Copp und die Morde auf Hawaii: Ein Joe Copp Thriller


von Don Pendleton


Der Umfang dieses Buchs entspricht 216 Taschenbuchseiten.


Privatdetektiv Joe Copp aus Los Angeles erhält in seinem Büro Besuch von einer sehr jungen, attraktiven Frau, die ihn um Hilfe bittet, weil sie seit einiger Zeit verfolgt wird. Nachdem sie sein Büro verlassen hat, sieht Copp, wie sie auf dem Parkplatz vor seinem Büro von einem Auto überfahren und tödlich verletzt wird. Zuvor hat er von ihr erfahren, dass sie mit einer anderen Frau zusammen wohnt und in einem Striplokal, dem New Frontier, arbeitet. Er fährt zu der Wohnung, wo er die Mitbewohnerin ermordet vorfindet, zudem ist die Wohnung durchwühlt. Copp schließt daraufhin, dass diese Sache etwas mit dem New Frontier zu tun hat. Er sucht das Lokal auf, hat eine kurze Unterredung mit dem Barkeeper George, der ihm aber nichts weiter erzählen will. Kurz darauf ist George ebenfalls ermordet worden, und Copp lernt in diesem Zusammenhang eine andere attraktive Frau aus dem New Frontier kennen, die „betörende Belinda“, die eigentlich Linda Sheldon heißt und im Hauptberuf angehende Psychologin ist. Sie bringt ihn auf die Spur eines wichtigen, aber korrupten Politikers, Jim Davitsky, der scheinbar ein Ferienhaus auf Hawaii unterhält. Er trifft sich dort häufig mit anderen wichtigen Politikern, unter anderem auch aus dem Weißen Haus, die sich dort mit Frauen amüsieren, sowohl einheimischen als auch einigen aus dem New Frontier – die Linda Sheldon dorthin vermittelt hat -, allerdings auf eine entsetzliche Weise, wie Copp erfahren wird. Er muss alles daran setzen, diesem Treiben ein Ende zu setzen, fliegt daher nach Hawaii und gerät dabei ebenso wie Linda Sheldon in größte Gefahr.



Kapitel Eins

Ich roch die Schwierigkeiten bei dieser junge Dame, sobald sie mein Büro betreten hatte. Sie war heiß. Etwa zwanzig. Designerjeans, die so stramm saßen, dass sie schwitzen konnten. Knalleng über einem hohen Hinterteil, stark eingeschnitten im Schritt, tief sitzend auf den Hüften, so dass sich ein kleiner Bauchnabel zeigte. Etwas weiter waren sie unten um die zehn Zentimeter hohen High Heels. Etwa zwanzig Zentimeter oberhalb fing ein Tanktop an, das weitere zehn oder fünfzehn Zentimeter an Köstlichkeiten bedeckte. Bei einigen Mädchen hätte es vielleicht fünfundzwanzig Höhenzentimeter bedeckt. Bei ihr waren es bloß acht oder zehn. Ich spreche von Titten ... Titten, bei denen einem das Wasser im Mund zusammenlief. Sie wippten auf eine Weise unter dem elastischen Material, die bewusst Aufmerksamkeit erregen sollte. Aber sie hatten jede Menge Konkurrenz. An diesem Mädel war alles prächtig. Lange schwarze Haare ergossen sich auf cremefarbene Schultern. Das Gesicht war ... exotisch, schätze ich. Lippen, die jedes Mal etwas in einem erregten, sobald sie sich teilten, Augen, die überall hinschauten und anscheinend alles sahen. Ich dachte mir, dass sie bereits einiges gesehen haben mussten.

Ich dachte mir auch, dass sie wohl eine Nutte oder eine Stripperin war, oder vielleicht auch beides.

Meine ersten Eindrücke hatten sich häufig als falsch erwiesen, aber bei ihr glaubte ich nicht, dass ich daneben lag. Sie musterte das Büro, sie musterte mich, ging beinahe wieder hinaus und fragte schließlich mit dünner kleiner Stimme: „Sind Sie Joe Copp?“

Ich sah mich im Büro um, ließ den Blick über sie laufen und schob mein Namensschild an die Schreibtischkante. „Das bin ich.“

Vermutlich entschloss sie sich letztlich doch, es mit mir zu versuchen. Sie ließ sich auf die Stuhlkante fallen, schaute sich erneut um wie ein Vogel, der die Umgebung einschätzte, bevor er sich auf seinem Ast entspannte. „Ich glaube, ich stecke in Schwierigkeiten.“

Ich wusste verdammt gut, dass sie in Schwierigkeiten steckte. Jedes Mädel, das so herumrannte und so köstlich aussah, steckte in Schwierigkeiten.

„Wer ist es?“, fragte ich.

„Woher haben Sie das gewusst?“, fragte sie zurück.

„Instinkt?“

„Ich weiß nicht, wie er heißt“, erwiderte sie. „Aber ich glaube, er ist ein Bulle.“

„Bin ich auch“, sagte ich zu ihr. „Vielleicht müssen Sie einen Anwalt aufsuchen.“

Das Mädel war sehr verspannt. Sie runzelte die Stirn, sah zu Tür, als ob sie sich wünschte, nie hindurchgekommen zu sein, und sagte, während sie zur Tür schaute: „Nein, ich ... sehen Sie ... Sie sind Privatdetektiv, nicht wahr?“

Die Aufschrift an der Tür sagte das. Nun ja, eigentlich besagte sie: „Copp For Hire“ - „Copp zum Anheuern“ -, was auch auf meiner Visitenkarte steht und was in den gottverdammten Gelben Seiten steht. Ein kleines Täuschungsmanöver. Ich war achtzehn Jahre lang Polizist gewesen. Halte mich immer noch für einen, nur dass ich jetzt Privatkunden habe.

„Ja, bin ich“, sagte ich zu dem Mädel. „Aber ich spiele nicht den Leibwächter oder bereinige Streitereien zwischen Geliebten.“

Sie starrte mich ein paar Sekunden lang an und erwiderte dann: „So etwas ist das nicht. Aber ich sollte vielleicht einen Anwalt aufsuchen. Können Sie mir einen empfehlen?“

„Worum geht es?“

„Wie bitte?“

„Sie haben gesagt, so etwas nicht. Also, worum geht es dann?“

Sie suchte in ihrer Handtasche nach einer Zigarette. Es erregte mich, als sie sich die Zigarette zwischen diese prallen Lippen steckte. Ich sprang auf, ging hinüber und zündete sie ihr an. Sie erhob sich rasch, um sie sich anzünden zu lassen, sah mir kurz in die Augen und wandte sich dann ab, um den Rauch auszustoßen. Ich bin einsneunzig. Mit den High Heels waren die Augen dieses Mädels mit den meinen auf gleicher Höhe. Sie roch nett. Aber sie schaute wieder zur Tür.

In einem Tonfall, der so sanft war, wie ich ihn nur zustandebringen konnte, sagte ich zu ihr: „Sie können jederzeit gehen, wenn Sie möchten. Entspannen Sie sich. Ich werde mich nicht auf Sie stürzen. Setzen Sie sich und erzählen Sie mir von der Sache.“

Abrupt kauerte sie sich wieder auf den Stuhl und wedelte schwächlich mit der Zigarette. „Ich möchte nicht gehen. Ich glaube, dass er vielleicht da draußen ist und auf mich wartet.“

Ich ging zum Fenster, sah hinaus und entdeckte nichts Ungewöhnliches. „Für mich sieht das sauber aus. Was ist das Problem?“

„Es gibt kein Problem. Zumindest nicht dass ich wüsste. Dieser Typ folgt mir nur die ganze Zeit auf Schritt und Tritt. Überall hin.“

Ich seufzte und fragte sie: „Reden wir hier von einem offiziellen Polizisten oder ...?“

„Na ja, ich hoffe, es ist etwas Offizielles. Ich habe nichts getan. Aber warum sollte er mir folgen?“

„Warum glauben Sie, dass es ein Bulle ist?“

„George sagte – er ist der Barkeeper da, wo ich arbeite -, George sagte, dass er diesen Typen in Polizeiuniform gesehen hat. Aber wenn ich ihn sehe, ist er nie in Uniform, und ...“

„Wo arbeiten Sie?“

„New Frontier.“

Aha. Eine der Kneipen in der Jurisdiktion des Countys. Sie kennen diese Schuppen. Live-Girls, Girls, Girls – völlig nackt.

„Sie tanzen dort?“

„Ja.“

„Sie haben diesen Typen dort gesehen?“

„Ja. Kommt seit ein paar Wochen vorbei. Obwohl, sitzt stets im Hintergrund, niemals oben am Laufsteg. Gibt mir nie ein Trinkgeld. Sitzt einfach da und starrte mich die ganze Zeit während meines Auftritts an. Dann geht er. Schätze, er hat den Dienstplan rausgekriegt, weil er jedes Mal zurückkommt, wenn ich dran bin. In der letzte Woche habe ich ihn in seinem Wagen bemerkt, wenn ich nach der Arbeit gehe. Er folgte mir nach Hause, und ich glaube, er sitzt draußen und beobachtet mein Fenster. Ich glaube, er ist ein Verrückter, und ich habe Angst. Gestern ist er mir in die Mall gefolgt. Ich habe ihn zweimal gesehen, während ich einkaufte.“

Ich setzte mich wieder in meinen Bürostuhl, lehnte mich zurück, legte die Hände zusammen und fragte die junge Dame: „Gibt es einen Grund, weshalb Sie unter polizeilicher Überwachung stehen sollten?“

Sie sah mich ausdruckslos an und schüttelte kurz den Kopf.

„Nehmen Sie Drogen?“

„Habe vielleicht hin und wieder mal was genommen. Aber nichts ...“

„Leben Sie allein?“

„Ich habe eine Mitbewohnerin. Wir teilen ein Appartement.“

„Kennen Sie jemanden, der dealt?“

„Die Hälfte der Jungs, die du heutzutage triffst, dealen ein bisschen. Aber ich nie – nein, ich kenne wirklich keinen, der da die Finger drin hat.“

„Sie haben keine anderen, äh, Aktivitäten, die das Interesse der Polizei erregen können?“

„Wenn Sie meinen, ob ich mich außerhalb des Clubs mit Leuten treffe – nein.“

Ich lächelte. „Musste fragen.“

„Tun alle“, sagte sie schlicht.

„Treffen sich die anderen Mädchen mit Leuten? Im Club, meine ich.“

„Einige ja, schätze ich.“

„Ihre Mitbewohnerin?“

„Sie arbeitet nicht dort.“

„Wo arbeitet sie?“

„Sie geht zu Partys.“

„Was für Partys?“

„Sie wissen schon – Geburtstagspartys, Junggesellenabschiede, so was in der Art.“

„Als Stripperin?“

„Ja.“

„Tut sie noch was anderes?“

„Nicht, dass ich wüsste.“

„Oder interessierte?“

„Oder interessierte“, bestätigte sie und zog erneut an der Zigarette.

„Ich bin teuer“, sagte ich zu ihr.

„Wie teuer?“

„Wie eine Nutte“, erwiderte ich. „Hundert Dollars die Stunde plus Spesen.“

„Mein Gott“, sagte sie und biss sich auf die Lippe. Dann entlockte ich ihr das erste Lächeln. Nicht viel, aber ein sarkastisches Verziehen der Lippen. „Billige Nutte“, sagte sie.

Ich erwiderte das Lächeln. „Na ja, so viel biete ich nicht. Was soll ich für Sie tun?“

Sie stand auf. „Nichts. Kann mir Sie nicht leisten.“

„Die städtischen Polizisten arbeiten für umsonst. Erzählen Sie denen von Ihren Schwierigkeiten“, sagte ich zu ihr.

„Schätze, das werde ich wohl tun müssen“, erwiderte sie. „Aber ich habe ebenso viel Schiss vor ihnen wie vor Verrückten.“

„Dazu besteht kein Grund, wenn Sie in Ordnung sind. Ich war ein städtischer Polizist. Bin nie über kleine Mädchen hergefallen.“

Damit verdiente ich mir ein zweites Lächeln, und dieses Mal war's etwas ehrlicher. „Darüber mache ich mir eigentlich keine Sorgen.“

Diese Bemerkung hätte Mehreres bedeuten können. Ich wollte wissen, was sie wirklich zu bedeuten hatte, also sagte ich: „Ich sage Ihnen was. Ich schenke Ihnen eine Stunde. Wenn ich diesen Typen verschrecken kann, könnten Sie mir vielleicht Ihrerseits eine Stunde schenken.“

Darauf gab sie keine Antwort, außer mit dem Gesicht. Also hatte ich zu fünfzig Prozent mein Ziel erreicht. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Ich hatte das Gefühl, alles dadurch gewonnen zu haben, dass ich verloren hatte.

„Mache nur Witze“, sagte ich zu ihr. „Aber Sie könnten mir vielleicht einen ausgeben und mir einen Platz am Laufsteg reservieren. Wann sind Sie heute Nacht dran?“

„Bin um zehn Uhr da“, erwiderte sie nicht gerade sonderlich begeistert.

„He, ich musste das genau rausfinden“, sagte ich. „Okay? Jetzt weiß ich es. Wird mich nichts kosten, vorbeizukommen und mich ein wenig mit Ihrem Verrückten zu unterhalten. Außer den Kosten für einen Drink. Beißen Sie an, und wir haben eine Abmachung.“

Diesmal bekam ich ein ganzes Lächeln, ein ziemlich blendendes. „Abgemacht“, sagte sie, „aber es sind Minimum zwei Drinks. Das kostet mich sechs Kröten.“

„Das können Sie von den Steuern abziehen.“

„Welche Steuern?“

Sie schenkte mir ein Lächeln, ein Händeschütteln und einen höflichen Abschied.

Daraufhin brachte sie ihren verlockenden Körper aus dem Büro. Ich ging zum Fenster, um zu sehen, welchen Wagen sie hatte, als ich das Quietschen von Reifen hörte, die sich fest in den Asphalt gruben, und das Ächzen eines Verbrennungsmotors, der heftig auf Touren gebracht wurde.

Der unmissverständliche Knall folgte unmittelbar darauf. Ich kam gerade noch rechtzeitig zum Fenster, dass ich sah, wie dieser ehemals verlockende junge Körper als verstümmelte Masse durch die Luft flog und ein dunkles Fahrzeug aus einem Parkplatz davonjagte.

Noch bevor ich dort hinausging, wusste ich, dass ich gerade eine Kundin verloren hatte. Eine Kundin,ja. Eine Abmachung ist eine Abmachung, und ich war ihr zumindest die versprochene Stunde schuldig.

Aber als ich dort neben dieser verdrehten Leiche kniete, kam das Gefühl, und zwar sehr stark, dass ich mehr als eine Stunde für sie aufbringen würde. Wie sich herausstellte, verbrachte ich fast den Rest meines Leben damit.



Kapitel Zwei

Ich könnte Ihnen ebenso gut alles von vorn erzählen. Ich bin ein harter Bursche, und jeder, mit dem ich zu tun gehabt hatte, weiß das. Nicht, dass ich so hatte sein wollen. Ich würde es viel lieber langsam angehen lassen. Das Leben nehmen, wie es mich vorfindet, wissen Sie. Ich muss einen drei Meter hohen Stapel Reisemagazine in meinem Wohnzimmer haben. Besorge sie aus einem Zwang heraus. Lese sie niemals. Besorge sie einfach bloß. Und dann liegen sie da. Aber es scheint, als ob ich das niemals täte. Jede Straße hat zwei Seiten, wissen Sie. Ich bin immer auf der harten Seite, und es scheint, als ob ich sie stets entlanggehen würde.

Verstehen Sie mich in dieser Hinsicht nicht völlig falsch. Ich will kein Mitleid. Verdiene keines. Ich möchte Sie lediglich wissen lassen, wer ich bin. Ich bin Joe Copp, ein Bulle zum Anheuern. Ich bin immer ein Bulle zum Anheuern gewesen, mein ganzes erwachsenes Leben lang, und ich bin den Vierzig näher, als es mir lieb wäre. Habe vor achtzehn Jahren in San Jose angefangen. Drei Jahre später meine Abschlussprüfung in San Francisco gemacht, fünf Jahre bei der dortigen Polizei verbracht, bin dann zur städtischen Polizei von L.A. weitergezogen, für weitere fünf Jahre, und schließlich zur Polizei von L.A.-County gegangen. Ich habe alles gemacht. Verkehr, Patrouille, Laster, Narkotika, Raub, Mord – in L.A. sogar ein SWAT-Training absolviert.

Ich bin nie wirklich freiwillig „umgezogen“. Aber immer aus demselben Grund. Ich habe die Angewohnheit, mich unbeliebt zu machen. Am Ende habe ich mich entschlossen, selbst ins Geschäft einzusteigen. Aber ich bin nach wie vor unbeliebt. Respektiert schon, glaube ich – oder würde es gern glauben - , aber niemand mag mich wirklich. Das ist in Ordnung. Ich gebe einen Scheißdreck darum, ob man mich mag oder nicht. Respektiert werden reicht aus.

Ich habe auch die Ehefrauen gewechselt, und zwar jedes Mal, wenn ich die Stelle gewechselt habe. Derselbe Grund. Ich bin hartgesotten. Oder wenigstens glauben das alle. Wenn sie nur wüssten. Eigentlich bin ich ein Leisetreter. Der Trottel in einer Herz-Schmerz-Geschichte. Das Problem ist, sehen Sie, dass ich wie jemand Hartgesottener aussehen. Nicht meine Schuld. Ich bin so geboren worden. Weiß nicht, wie man anders aussieht, versuche es manchmal. Die letzte Ehefrau sagte mir, dass ich klasse im Bett sei, der feuchte Traum einer jeden Frau, sagte sie, aber wie viel Zeit konnten wir dort verbringen? Na ja ... Ich hätte viel mehr Zeit dort verbringen können als sie, also weiß ich nichts von diesen feuchten Träumen. Und was Blumen mitbringen und an Hochzeitstage denken betrifft ... wer zum Teufel hat auf der harten Seite der Straße für so was Zeit? Manchmal vergesse ich sogar meinen eigenen Namen.

Okay. Also sind sie vielleicht in Ordnung. Ich bin ein Cowboy, ein harter Bursche. Kann es nicht abschalten und wegstecken bis zur nächsten Schicht. Kann es für die Politiker der Dienststelle auch nicht abschalten, oder für die Medienleute oder die Kritiker an der Polizei und die Betschwestern. Und ich schätze, ich habe mir auch nie die Augen dadurch verdorben, dass ich einem Typen die Rechte nach einem harten Einsatz vorgelesen habe. Also bin ich die Art von Bulle, die stets in Schwierigkeiten steckt. Das ist auch in Ordnung, weil ich, wenn ich hier schon so offen bin, Ihnen auch ebenfalls sagen kann – ich fühle mich auf der harten Seite der Straße wohler, also schätze ich, dass ich deswegen immerzu dort drüben bin.

Ich sage Ihnen das alles, damit Sie vielleicht verstehen, wie ich mich fühle, als die Jungs von der Verkehrspolizei herkommen und sich um diese Sache des Personenschadens mit Fahrerflucht kümmern. Es sind Verkehrspolizisten. Sie sollten auf Schüler an den Überwegen aufpassen. So wie der eine aussieht, sollte er selbst noch einen solchen Überweg benutzen. Sie machen sich sehr nüchtern mit stählernen Maßbändern zu schaffen und messen Entfernungen und spulen ihre Routine streng nach Lehrbuch ab. Sie haben den Bereich mit Polizeiband abgesperrt und versuchen, dabei sehr geschäftig zu wirken. Sie warten auf einen Detective, warten auf den Leichenbeschauer – sichern den Tatort, bis jemand mit etwas Autorität eintrifft, um die Untersuchung zu übernehmen.

Also verrate ich ihnen kein verdammtes Wort. Außer dass ich das Kreischen hörte, das Opfer durch die Luft fliegen sah, sah, wie ein Wagen mit hoher Geschwindigkeit davonraste. Sie stellen sowieso nicht die richtigen Fragen.

Mein Büro liegt in einem kleinen Geschäftshaus. Ich teile die Etage mit einem Friseur, einem Kosmetikgeschäft, einem Maklerbüro, einem Zahnarzt und einem Chiropraktiker. Alle liegen ebenerdig. Jedes Geschäft hat einen direkten Zugang. Der Parkplatz und die Auffahrten nehmen mehr Grund in Anspruch als das Gebäude selbst. Es gibt eine Selbstbedienungstankstelle an der Ecke, gleich nebenan,und einen 7-Eleven dahinter. Sowohl von der Tankstelle als auch vom 7-Eleven hat man direkten Zugang zu unserem Parkplatz.

So wie ich den Zusammenstoß rekonstruiere, hat der Typ mit laufendem Motor auf der kleinen Zufahrtsstraße vom 7-Eleven gewartet, einfach darauf gewartet, dass mein Mädchen auftauchte. Er hatte genau aufgepasst und war bereit gewesen, in dem Augenblick zuzuschlagen, als sie aus meinem Büro kam. Es gibt keine Bürgersteige. Man tritt aus dem Gebäude direkt auf den Parkplatz. Er hätte sie unmöglich erwischen können, wenn sie direkt davor geparkt hätte. Er hatte genau aufgepasst. Er war bereit. Er hatte sie erwischt. Und er musste aus dem Stand beschleunigt haben oder so, auf sechzig in etwa fünf Sekunden. Was einen hochgezüchteten Motor bedeutet. Ich hatte ihn flüchtig zu sehen bekommen und vermutete einen TransAm.

Die Verkehrsjungs fragten nicht nach meiner Rekonstruktion. Sie fragten, ob ich das Opfer identifizieren könne, was ich nicht konnte, weil sie mir ihren Namen nicht mitgeteilt hatte, aber sie fragten nicht, ob ich etwas über sie wüsste oder warum sie in dem kritischen Augenblick an jener besonderen Stelle gewesen war. Freiwillig gab ich nichts preis. Was nicht gesetzeswidrig ist. Obwohl ich etwas verheimlichte. Die Handtasche des Opfers war mit dem Körper zusammen durch die Luft geflogen und hatte ihren Inhalt etwa zehn Meter weit verstreut. Ich entdeckte einen Schlüsselring, der unter einem Wagen hervorlugte, der in der Nähe meiner Bürotür geparkt war. Ich stieß ihn leicht mit dem Fuß an, während die Verkehrsjungs ihre Skizzen miteinander verglichen, und trat ihn dann in ein Blumenbeet.

Der Detective tauchte nicht auf. Die Männer des Leichenbeschauers allerdings schon, und sie machten den Leichnam fast sofort für den Transport ins Leichenschauhaus bereit. Die Verkehrsjungs hoben die Handtasche auf und schütteten den Inhalt aus – was alles offensichtlich war -, nahmen dann ihre Absperrbänder mit und machten sich davon.

Ich konnte es nicht glauben.

Ich meine, das war ein entsetzlich nachlässiger Einsatz.

Also erledigte ich ihren Job. Ich durchsuchte das Zentrum nach Augenzeugen, und ich stellte Fragen. Ich fand eine Frau, die zur Zeit des Unfalls beim Chiropraktiker gewartet hatte. Sie beschrieb den Wagen als „sehr PS-stark und schwarz glänzend, mit einer Art Zeichen an der Seite.“ Ein Typ im Immobilienbüro erzählte dasselbe, war jedoch etwas spezifischer hinsichtlich des „Zeichens“. Er sagte, der Wagen hätte „Flammen“ auf Haube und Seiten aufgemalt gehabt. Eine orientalische Frau, die das 7-Eleven leitete, sagte mir, dass der Wagen etwa fünf Minuten in der Auffahrt „geparkt“ habe. Sie sagte, der Fahrer sei ein Mann mit dunkler Sonnenbrille gewesen.

Dann kehrte ich zum Blumenbeet zurück und hob den Schlüsselring auf. Vier Schlüssel waren daran befestigt, zwei von ihnen mit dem Ford-Logo. Sechs Fords waren dort draußen geparkt. Ich traf beim vierten Versuch ins Schwarze, einem alten Thunderbird, fand die Zulassung und andere Ausweise im Handschuhfach. Sie hieß Juanita Valdez. In einer Woche wäre sie zwanzig geworden, und sie wohnte etwa fünf Minuten von dort entfernt, wo ich stand.

Ich kritzelte die Anschrift nieder und legte die Zulassung in das saubere kleine Fach zurück. Dann schloss ich den Wagen ab und ging zu meinem eigenen.

Anscheinend hatte sie sehr bescheiden gelebt, wie die meisten Mädels ihres Alters, es sei denn, sie erhalten Unterstützung seitens wohlhabender Eltern. Der Wagen war alt, und das Wohnhaus war noch älter. Es war kein gesichertes Gebäude, lag direkt an der Straße in einem Gebiet, wo die Mieten billig waren, und hatte keinen eigenen Parkplatz für die Bewohner.

Mich überkam ein unheimliches Gefühl, als ich am Eingang vorbeifuhr, aber ich wusste nicht, ob es vom Gebäude selbst oder von einem kurzen Blick auf einen dunklen Wagen herrührte, der um die Ecke der nächsten Kreuzung gebogen war. Ich hielt mich an Letzteres und fuhr so rasch, wie es der nachmittägliche Verkehr zuließ, dort hinab. Sah nichts, was mir einen Schauder hätte verursachen können, also drehte ich erneut eine Runde um den Block, fand einen Parkplatz und betrat Juanitas Gebäude. Der Haupteingang war nicht einmal abgeschlossen, obwohl er dafür ausgestattet war. Ich versuchte die Schlüssel, einfach nur so, und ja, einer von ihnen passte.

Es ging zu Fuß in die zweite Etage. Die Zahl, nach der ich suchte, befand sich oben, hinten. Diese Tür war abgeschlossen, und ich hatte den Schlüssel – aber, verdammt, ich erlebte auch die Wiederkehr dieses unheimlichen Gefühls, als ich aufschloss und eintrat.

Dazu bestand aller Grund.

Die Wohnung war völlig verwüstet. Möbel waren umgestürzt, Kissen aufgeschlitzt, überall lag Abfall. Ich watete hindurch zur Küche, wo ich dasselbe vorfand, dann in ein kleines Schlafzimmer, wo es noch schlimmer aussah.

Aber die Krönung des Ganzen erwartete mich im Bad.

Sie war grob geschätzt etwa im gleichen Alter wie Juanita, fast ebenso hübsch, ebenso tot.

Sie trug eine Strumpfhose mit offenem Schritt und sonst nichts. Sie war gefesselt, geknebelt, zusammengeschlagen und mit einem Stringtanga erwürgt worden, wahrscheinlich mit ihrem eigenen.

Und ich fragte mich, in was ich hier, auf der harten Seite, wohl hineingestolpert war.



Kapitel Drei

In meinem Geschäft entwickelt man entweder einen unempfindlichen Magen, oder man geht vorzeitig in den Ruhestand. Meiner ist vor langer Zeit unempfindlich geworden, und er hatte seit dem Frühstück nichts zu verarbeiten gehabt, also war ich verteufelt hungrig, als ich ins Büro zurückkehrte. Ich hatte knapp eine Stunde damit verbracht, den Müll in diesem demolierten Appartement zu durchsuchen, hatte ein paar interessante kleine Sache gefunden und eingesteckt, jedoch alles genau so hinterlassen, wie ich es vorgefunden hatte, und war leise von dort verschwunden.

Aber ich war hungrig. Hört sich vielleicht herzlos an, wenn man den Augenblick berücksichtigte, aber ein unempfindlicher Magen erkennt solche Augenblicke nicht, und meiner brüllte mir zu, ich solle etwas hinunterschicken. Irgendetwas. Ich war kein Gourmet. Ich bin einsneunzig groß, wie ich sagte, und wiege hundertdreißig Kilo, aber ich esse nicht rituell oder erlesen. Ich schicke einfach etwas hinunter, wenn der Magen danach verlangt. Ich habe auch nicht viel Körperfett. Die Gestalt ist groß, und die Knochen sind schwer. Ich versuche, mich eine Stunde am Tag auf Trab zu halten, um in Form zu bleiben, und trainiere vielleicht einmal die Woche so viel mit meinem Judomeister, dass ich den schwarzen Gürtel und die Demut behalte. Demut, ja. Mein Meister ist fünfundsiebzig und wiegt etwa vierzig Kilo. Ich muss ihn immer noch umlegen oder auch nur nahe herankommen.

Wie dem auch sei, mein Magen schrie mich an, also fuhr ich zu einem Coffeeshop zwei Blocks vom Büro entfernt und nahm ein schnelles Abendessen zu mir. Ich kehrte erst gegen sechs zurück. Zwei Detectives erwarteten mich in einem offiziellen Wagen, der direkt neben meiner Eingangstür parkte. Ich kannte einen von ihnen. Allzu gut.

L.A. County stellt Polizeidienste auf Vertragsbasis für einige der kleineren Kommunen wie der meinen zur Verfügung, die sich um die große Stadt ballen. Die Jurisdiktion der Polizei kann in diesem Gebiet ein Albtraum sein, wo es so viele kleine und große Städte gibt, die in einem verrückten Muster aneinanderstoßen und keine klare Grenzen zwischen sich haben. Ich meine, man kann fünf Minuten die eine Straße entlangfahren und durch Gebiete eines halben Dutzends verschiedener Verwaltungen kommen. Mein Stadtrat erledigte das auf die schlaue Weise. Hatte alles dem Sheriff übergeben und ließ ihn mit Gehaltsabrechnungen und Gesundheitsplänen und Pensionsplänen und politischem Gerangel jonglieren. Wir bezahlen jährlich für den Dienst.

Im Großen und Ganzen ist der Dienst gut. Aber wie bei allen großen Regierungsstellen umfasst „im Großen und Ganzen“ auch jede Menge nicht so Gutes.

Gil Tanner war nicht so gut. Schlaff, weich, Bierbauch, ein Typ, der vor langer Zeit den Stolz auf seinen Beruf und sich selbst verloren hatte. Lügner, Trickser, Manipulator, Dreckskerl. Alles in allem kein Charakter, der Zutrauen zum Gesetz befördert. Kriege tatsächlich jedes Mal eine Scheißangst, wenn ich an Idioten wie diese denke, die mit einer Marke und einer Waffe herumlaufen.

So einer wartete also auf mich. Zusammen mit einer jüngeren Variante, die wahrscheinlich bereits mehr oder minder auf derselben Straße wandelte; ein kleiner, gemeiner Scheißkerl, einer von der Sorte, die einen Festgenommenen in eine Seitengasse zerrt und ihm einfach nur wegen des Kicks mit dem Knüppel zusammenschlägt.

Erzählen Sie mir nicht, dass es reiner Zufall ist, dass Bullen wie diese um Reviergänge wie diese kreisen. Irgendwer weiter oben kennt sie genau und will sie sich nicht mal ansehen. Warum, zum Teufel, können diese Dienststellen sich nicht um sich selbst kümmern, statt die Scheiße einfach beiseite zu schaufeln, bis etwas schockierend Verrottetes dafür sorgt, dass sie doch hinsehen?

Das ging mir also durch den Kopf, als ich diese Beiden entdeckte. Aber es fing ganz liebenswürdig an. Tanner öffnete seine Tür und schwenkte auf dem Pflaster herum, als ich herankam.

„Joe, du alter Saftsack“, sagte er, „lange nicht gesehen. Wie laufen die privaten Unternehmungen?“

Ich zündete eine Zigarette an, bevor ich seinen Blick erwiderte, und sagte: „Ich weiß nicht, wie sie laufen. Ich weiß nur, dass sie nicht auf mich zu laufen. Du kümmerst dich um den Verkehrsunfall mit Fahrerflucht?“

Er ballte die Faust und vollführte etwas, das ein komisches Hupgeräusch sein sollte, genauer gesagt, einen Lippenfurz. „Gehört zum verdammten Verkehrsdezernat. Haben uns den ganzen Tag den Arsch aufgerissen wegen diesem blöden Zeug.“ Er ruckte mit dem Daumen. „Das ist mein Partner, Ed Jones. Ist gerade von der Reserve rübergekommen. Ich arbeite ihn ein.“

Ich winkte dem kleinen Arschloch zu, und er winkte ohne große Begeisterung zurück.

Zu Tanner sagte ich: „Muss was Besonderes sein, wenn sie ihn dir zugewiesen haben.“ Was zweideutig war, wissen Sie. Und Tanner wahrscheinlich nicht entgangen war. Er ist ein Widerling, schon gut, aber ein schlauer. Ich war mir auch sicher, dass er Jones darüber aufgeklärt hatte, was für ein Arschloch ich bin, weil der Typ noch nicht gelernt hatte, so heuchlerisch zu sein wie Tanner. Er hatte mich die ganze über ernsthaft gemustert und sich wahrscheinlich gefragt, wie viele Hiebe mit dem Knüppel es wohl bräuchte, mich in die Knie zu zwingen. Ich sah den Jungen direkt an, als ich hinzufügte: „Wirkt auf mich wie ein Typ, der keine Probleme haben wird, jeden verrotteten Trick aufzusaugen, den du in deinem dreckigen Ärmel hast.“

Tanner entschloss sich, darin ein Kompliment zu sehen. Zumindest für den Augenblick. Er lachte hässlich und sagte zu mir: „Na ja, wir sorgen hier dafür, dass jemand Erfolg hat oder scheitert. Aber das weißt du ja alles, nicht wahr, Ex-Sergeant Copp?“ Er legte starke Betonung auf das Ex, als ob ich nicht auch so mitbekäme, was er meinte.

„Ja, ist eine prächtige Streitmacht, Tanner“, sagte ich ruhig. „Was kann ich heute Abend für dich tun?“

„Was hattest du mit dem Valdez-Mädchen zu tun?“

„War das ihr Name?“

„Hör mit dem Scheiß auf. Erzähl mir was von ihr.“

Ich hielt ihm beide Handfläche entgegen, als ich erwiderte: „Du weißt, wie sie heißt. Das ist mehr, als ich hatte. Ich war Augenzeuge, ja, oder bei einem Teil davon. Hörte die Reifen quietschen – nicht bremsen, beschleunigen -, hörte den Aufprall. Sah gerade rechtzeitig aus dem Fenster, um sie vorüberfliegen zu sehen. Schwarze Limousine. Habe deinen Verkehrsjungs Bericht erstattet.“

„Du bist auch hingelaufen.“

„Natürlich. Hättest du etwa nicht? Das Mädchen hat da gelegen, alles gebrochen und blutend. Nein ... das ist eine unfaire Frage, nicht? Vielleicht wärst du nicht hingelaufen. Wie hast du den Anruf bearbeitet, Tanner? Deinen Bericht anhand der Untersuchung der Verkehrspolizisten geschrieben?“

Ich musste so ziemlich ins Schwarze getroffen haben. Er antwortete zu rasch, um es zu verbergen. „Du weißt, dass wir nicht alles auf einmal bearbeiten können, und ich habe meinen Bericht noch nicht zu den Akten gelegt. Du siehst eine Absicht dahinter?“

„Möchtest du einen Ex-Sergeant zitieren?“

„Vielleicht.“

Ich zog an meiner Zigarette, ließ sie fallen und trat sie aus. „So hat es sich angehört, ja.“

Jones war aus dem Wagen gestiegen und zu uns getreten. Zu mir sagte er: „Wir haben dich schneller am Arsch, als du glaubst, wenn du Spielchen mit uns treibst, Copp. Dieser Scheißdreck von wegen alter Kämpe nutzt dir überhaupt nichts.“

Ich sah von ihm zu Tanner, und ich schätze, dass dieses „widerliche Grinsen“, über das ich andere habe reden hören, mich bei diesem Blick begleitete. Es sorgte dafür, dass Tanner sich von mir weg beugte. Er sprach aus dem tiefsten Innern des Wagens. „Halt's Maul, Ed“, knurrte er, und zu mir sagte er: „Er ist übermütig, Joe – vergiss es.“

Zu dem übermütigen Rekruten sagte ich: „Etwas ungewöhnlich, direkt von der Reserve zu den Detectives zu kommen, nicht wahr?“

Aber der Scheißkerl sah mich auf einmal nicht mehr direkt an. Wahrscheinlich glaubte er, ich meinte seinen Partner, und war zufrieden mit dem Gedanken. Dennoch antwortete Tanner an seiner Stelle: „Du weißt, wie das so geht, Joe. Alles oder nichts. Gerade im Moment ist es nichts. Also hat Ed Glück gehabt. Er macht sich gut, echt gut.“

„Ohne dieses Maul wäre er noch besser“, sagte ich.

Es wurde ein Lacher.

Ein paar Minuten lang standen wir da und quatschten. Kamen nicht mehr auf die Untersuchung zurück. Sobald es passend erschien, verschwanden sie.

Aber Sie sehen, nicht wahr, warum ich diesen Typen freiwillig keine Informationen gab. Ich meine, es gibt eine Grenze, wie weit man bei solchen Typen geht. Tatsächlich wollte ich nie etwas vor der offiziellen Untersuchung verheimlichen. Warum auch? Es hatte sich nur wegen der Umstände so ergeben.

Ich bin mir sicher, ich wäre direkt in die Innenstadt gefahren und hätte die ganze Sache auf den richtigen Tisch gelegt, bevor der Abend vorüber war. Niemand hätte mir etwas nachsagen können, wenn ich das getan hätte. Wir reden hier von ein paar Stunden.

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