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Collection No. 5 – Shadows of Love

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses E-Book
  3. Über die Autorinnen
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Chefsache Liebe
  7. Französische Geheimnisse
  8. Unmoralisches Angebot

Über dieses E-Book

Lust auf Liebe – Shadows of Love, die erotische Liebesromanserie: in sich abgeschlossene Geschichten mit vielen Höhepunkten und Happy-Endings. Junge Frauen treffen auf mächtige Männer, die sie emotional und erotisch in ihren Bann ziehen. Doch die Männer haben dunkle Geheimnisse …

Dieses E-Book enthält drei prickelnde Abenteuer der beliebten Erfolgsserie:

Jil Blue: „Chefsache Liebe” Die Grafikerin Sophie Blauenegger ist überglücklich. Endlich hat sie einen großen Auftrag an Land gezogen. Für die Firma des erfolgreichen und zugleich attraktiven Geschäftsmannes Philipp Cornelius soll sie ein neues Design entwerfen. Voller Eifer stürzt Sophie sich in die Arbeit.Doch während sie ihre Karriere vorantreibt, kriselt es gewaltig zwischen ihr und ihrem langjährigen Freund Fred. Als Philipp Cornelius ihr Avancen macht, ist sie hin und hergerissen zwischen den beiden Männern. Sophie muss sie sich entscheiden – aber wer meint es wirklich ernst mit ihr? Und welcher der zwei Männer liebt sie aufrichtig?

Tina Scandi: „Französische Geheimnisse“ Die Fotoreporterin Julia Cohn erhält die Nachricht, dass ihr Großonkel verstorben ist. Obwohl sie den Mann nicht kannte, hat er ihr doch ein Anwesen auf Korsika vererbt. Vor Ort angekommen, findet Juli nicht nur ein Wohnhaus, eine alte Mühle und Tiere vor, sondern auch einen ansehnlichen nackten Mann, der singend unter einer selbstgebauten Freiluft-Dusche steht. Der Mann stellt sich nur als Dorian vor. Er gönne sich gerade eine kleine Auszeit in der Natur. Daher bewohnt er die alte Mühle. Julia lässt sich auf eine Affäre mit ihm ein. Doch schon bald muss sie herausfinden, dass Dorian etwas vor ihr verbirgt …

Natalie Rabengut: „Unmoralisches Angebot“ Marlene Uhlig weiß: Geld regiert die Welt. Daher bietet die erfolgreiche Staatsanwältin dem Intendanten des Essener Aalto Theaters, Andreas Lenzen, eine großzügige Spende an, wenn er dafür ihre Schwester Katharina als Balletttänzerin ins Ensemble aufnimmt. Sie möchte der unglücklichen Katharina endlich zum beruflichen Durchbruch verhelfen, egal wie.Doch der künstlerische Leiter verfolgt andere Absichten: Aufgrund der starken Anziehung zwischen ihnen beiden fordert er als Gegenleistung für den Gefallen ein Verhältnis auf Zeit. Marlene lässt sich auf sein unmoralisches Angebot ein und entdeckt eine Welt voller Leidenschaft – doch Andreas verbirgt etwas vor ihr …

Über die Autorinnen

Jil Blue

Jil Blue ist das Pseudonym einer deutsch-österreichischen Autorin.

Sie lebt und arbeitet in Österreich. Bei ihren erotischen Geschichten lässt sie sich von ihrer lustvollen Fantasie leiten, wobei ihr Sinn für Stil und Ästhetik immer gewahrt bleibt. Auch liebt sie das Geheimnisvolle – vor allem geheimnisvolle Männer.

Tina Scandi

Tina Scandi arbeitet seit ihrem Jura-Studium als Werbetexterin und freie Autorin. Sie hat bereits diverse Titel aus den Genres Romance, Erotik und Krimi in Form von Romanheften, Taschenbüchern und Kurzgeschichten veröffentlicht.

Inspiration für ihre Geschichten findet die gebürtige Kölnerin auf ihren vielen Reisen. Diese führten sie bereits durch europäische Länder, China und Tibet und sogar bis in die Arktis nach Spitzbergen, ihre Lieblingsstadt ist Paris.

Tina Scandi lebt zusammen mit ihrem Mann abwechselnd im Süden Korsikas und im beschaulichen Tirol.

Natalie Rabengut

Natalie Rabengut, geb. 1985, studierte Germanistik und Anglistik in Düsseldorf und lebt mit ihrem Mann am Rhein. Ihre E-Books zählen zu den Top-Bestsellern in der Erotik.

Jil Blue
Tina Scandi
Natalie Rabengut

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Collection No. 5

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Jil Blue

Chefsache Liebe – Shadows of Love

»Wenn du noch länger in den Spiegel schaust, wird er zerspringen.« Sandy lehnt im Türrahmen und grinst mich herausfordernd an. Sie hat die Arme vor ihren üppigen Brüsten verschränkt und drückt den Rücken durch.

Obwohl ich mir bewusst bin, dass ihre Bemerkung ironisch gemeint ist, krampft sich etwas in mir zusammen. Ich unterdrücke einen Seufzer und drehe mich zu ihr um. Das beklemmende Gefühl muss sich wohl in meinem Gesicht widerspiegeln, denn mit zwei schnellen Schritten ist sie bei mir und umarmt mich.

»Du bist wunderschön, Sophie. Wie diese Venus aus der Muschel.« Sie entlässt mich wieder in die Freiheit und lacht auf. Sandy neckt mich gern wegen meiner Liebe zur Malerei, außerdem bereitet es ihr Vergnügen, manchmal die Oberflächliche zu spielen. Natürlich kennt sie den Namen des berühmten Bilds und den Künstler, der es gemalt hat.

»Wenigstens habe ich nicht die Hängeschultern der armen Venus.« Nun muss ich selbst lachen.

»Ihren Bauch und den komischen Busen hast du auch nicht«, bemerkt sie in ihrer kecken Art und betrachtet mich von oben bis unten. »Im Ernst: Du siehst klasse aus. Business Lady durch und durch.«

Der Spiegel zeigt mich bis zu den Brüsten. Ich trage eine anthrazitfarbene Bluse und einen schwarzen Blazer. Wie schimmernde Seide fällt mir mein blondes Haar über die Schultern und bildet einen reizvollen Kontrast zum Schwarz der Jacke. Das habe ich wirklich mit Botticellis Venus gemein: die Haarfarbe und die schweren Locken.

Ich löse die Augen von meinem Spiegelbild und blicke an mir herab: enger schwarzer Rock, der knapp über den Knien endet, helle Strümpfe, schwarze Pumps mit Sieben-Zentimeter-Absätzen. Sieben-Zentimeter-Absätze sind meine absolute Grenze bei der Arbeit, denn auf noch höheren Schuhen kann ich nicht mehr sicher gehen.

Noch bin ich allerdings nicht ganz zufrieden mit meinem Erscheinungsbild. Für den bevorstehenden Termin muss ich seriöser wirken. Kurzerhand fische ich eine Spange von der Ablage unter dem Spiegel und fasse meine lange Haarpracht im Nacken zusammen.

»Wenn du dir die Locken jemals abschneiden lässt, werde ich dich eigenhändig erwürgen.« Sandy macht ein todernstes Gesicht und fährt sich mit der Handkante über die Kehle.

»Und du darfst niemals deine Frisur verändern, sonst entlasse ich dich fristlos.« Ich drohe ihr mit dem Zeigefinger und versuche dabei, streng dreinzuschauen.

Sandy trägt einen pfiffigen Kurzhaarschnitt, der unglaublich gut zu ihrem Typ passt. Ich finde, sie sieht überhaupt sensationell aus. Die vollen Brüste, die schlanke Taille, der herrliche J.Lo-Po. Ich dagegen? »Hint’ ein Brettl, vorn eine Latt’n«, war der für mich reservierte Spruch der Jungen in meinem Heimatdorf. Auch mein Spitzname war um keinen Deut rühmlicher: das blutleere Brett.

Sandy formuliert es netter: elfenhafte Gestalt mit zarter Alabasterhaut. Wahrlich schöne Worte. Aber das Resultat bleibt dasselbe: blass und nichts dran.

Unmerklich schüttle ich den Kopf. Schluss mit den trüben Erinnerungen. Niemand wird sich um mein Aussehen kümmern, solange ich professionell auftrete und zu überzeugen weiß. Heute zählt allein mein Können.

Als hätte Sandy meine Gedanken gelesen, schlingt sie noch einmal die Arme um mich und flüstert mir zu: »Du wirst sie umhauen. Was rede ich da? Du hast den Auftrag doch ohnehin bereits so gut wie in der Tasche. Denkst du, sie würden dich sonst in den Unternehmenssitz einladen? Die wissen genau, was sie an dir haben.« Sie löst sich von mir und blickt mich durchdringend an. »Du kennst meinen Lebenslauf, ich habe schon in einigen Agenturen gearbeitet. Doch was du drauf hast, habe ich noch nirgendwo gesehen.«

»Und als Bonus steht mir die beste Web-Programmiererin der Welt zur Seite.« Ich drückte ihr einen schnellen Kuss auf Wange.

Natürlich sind Sandys Überlegungen nur logisch. In den letzten Wochen bin ich im Stadtbüro meines Traumkunden auf Herz und Nieren geprüft worden. Wäre ich nicht zumindest in die engere Auswahl gelangt, würde ich wohl nicht der Führungsebene vorgestellt werden, die außerhalb der Stadt und fern des Tagesgeschäfts in der Unternehmenszentrale residiert.

»Die Beste muss für die Besten arbeiten. Apropos arbeiten …« Sandy zwinkert mir zu, dreht sich dann um und verlässt den kleinen Waschraum.

Auch ich kehre dem Spiegel den Rücken und stakse, etwas steif und mit plötzlich weichen Knien zurück in mein Büro. Alles liegt bereit: iPad, iPhone, Laptop und Autoschlüssel fein säuberlich nebeneinander auf meinem Schreibtisch, Aktentasche und Handtasche auf einem Stuhl davor. In der Aktentasche steckt meine Präsentationsmappe, die eine breite Auswahl meiner grafischen Werke enthält. In meinem Job bin ich wirklich gut. Was heißt gut? Ich bin eine Wucht. Die besondere Fähigkeit, aus dem Nichts ein harmonisches Bild entstehen zu lassen, steckt einfach in mir.

Den Rest, das Handwerkszeug sozusagen, habe ich auf der Graphischen in Wien gelernt. Wenn ich an diese Zeit meiner Ausbildung zurückdenke, wird mir auch heute noch warm ums Herz. Der Wechsel vom Land in die Stadt war wie eine Befreiung für mich, heraus aus dem jämmerlichen Kaff und hinein in die große, weite Welt.

Versonnen greife ich nach meinem Laptop und verstaue ihn in der Aktentasche; iPad und iPhone wandern in meine schwarze Louis-Vuitton-Handtasche, die eine echte Schönheit ist und mir einen Moment später von der Schulter hängt. Die Aktentasche in der linken, den Autoschlüssel in der rechten Hand, verlasse ich das Büro.

Sandy winkt mir von ihrem Schreibtisch aus zu. Ich hebe die Hand mit dem Autoschlüssel und winke zurück. Unwillkürlich muss ich lächeln. Es wirkt, als würden wir uns über eine ungeheure Entfernung hinweg Zeichen geben, dabei liegen zwischen mir und ihr nur wenige Meter.

♡♡♡

Mein Büro ist nicht das größte, aber es ist chic und für uns beide allemal ausreichend. Es besteht aus drei Zimmern: meines, Sandys und einem Besprechungsraum von durchaus beeindruckenden Maßen, dazu eine Miniküche und der Waschraum. Die Gegend hat einen hervorragenden Ruf, das Bürogebäude ist gerade erst fertiggestellt worden und mit allem ausgestattet, was man sich nur wünschen kann. Die Miete ist zwar ein Wermutstropfen, doch ich verdiene genug, und die Vorteile der Investition wiegen die Nachteile zweifellos auf.

Als ich auf den Gang hinaustrete, merke ich, dass ich tatsächlich etwas wackelig auf den Beinen bin. Mein Eindruck von vorhin hat mich also nicht getäuscht. Jetzt nur nicht den Kopf verlieren. Cool bleiben, Sophie! Ich atme tief durch und rufe den Fahrstuhl. Sofort gleiten die Lifttüren nahezu geräuschlos zur Seite, weil sich der Aufzug bereits in meinem Stockwerk befunden hat. Ein gutes Omen. Ich betrete die Kabine und kann nicht widerstehen, mich in den drei Aufzugsspiegeln nochmals von allen Seiten zu betrachten. Fein! Gleich drei Spiegel, nur für mich. Das muss ich ausnutzen.

Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich zwar gut in der Zeit liege, aber nicht trödeln darf. Vor allem, weil ich die Fahrtzeit hinaus ins Grüne nur schwer einschätzen kann.

In der Tiefgarage beeile ich mich, zu meinem Auto zu kommen. Ein 3er BMW Cabrio 325i. Nicht das beste Modell aus der Reihe, für mich jedoch die Erfüllung eines Traums. Fred war natürlich dagegen. Ich höre ihn immer noch sagen: »Wozu brauchst du so ein Auto, Sophie? Ein gutes Fahrzeug im Haus ist meiner Meinung nach genug. Reicht mein R8 nicht aus? Kauf uns von dem Geld lieber eine neue Wohnzimmereinrichtung. Das wäre sinnvoller.« Auch seinen Nachsatz habe ich nicht vergessen: »Dummes Weibsvolk! Und ich habe mir die Königin geangelt.«

Wahrscheinlich hat Fred sogar recht. Wie meistens, wie immer. Trotzdem habe ich mir den 3er geleistet. Mit schlechtem Gewissen und einer Riesenportion Überwindung, aber nun gehört er mir und ich bin stolz darauf. Er ist das Symbol für meinen Erfolg. Immerhin arbeite ich ja auch wie eine Besessene.

Ich entsperre das Cabrio, öffne die Tür und lasse mich auf den Fahrersitz fallen. Handtasche und Aktenkoffer landen auf dem Beifahrersitz. Wieder atme ich tief durch. Allmählich werde ich ruhiger, doch ein bisschen Adrenalin darf sein. Dieser Auftrag ist unglaublich wichtig. Er würde für mich den Aufstieg in eine völlig neue Liga bedeuten. Hat man in diesem Unternehmen erst einmal Fuß gefasst und sich einen guten Namen gemacht, fliegen einem die Aufträge zu wie Wespen auf ein leckeres Vanilleeis. Darf man den Artikeln diverser Zeitschriften trauen, ist der Firmeninhaber Philipp Cornelius zudem an anderen Unternehmen beteiligt, was mir relativ unkompliziert weitere Aufträge verschaffen könnte.

Über diesen Philipp Cornelius habe ich eingehende Nachforschungen angestellt, mit mäßigem Erfolg. Die meisten Meldungen entstammen der Wirtschaftspresse. Über sein Privatleben finden sich keine Details. Entweder steht er nicht allzu gern im Rampenlicht, oder er ist für die Presse zu langweilig. Als einziger Sohn des mittlerweile verstorbenen Industriellen Philipp-Franz Cornelius ist er der Erbe eines mächtigen Firmenimperiums. Meinen Recherchen zufolge ist er etwa vierzig Jahre alt. Nicht verheiratet, keine Kinder.

Ich drehe den Zündschlüssel um und löse meine Gedanken von Philipp Cornelius. Wenn ich Auto fahre, konzentriere ich mich immer voll und ganz auf den Verkehr. Es gibt schon genug Dummköpfe, die geistesabwesend und unachtsam durch die Gegend sausen. Nicht, dass ich nicht auch manchmal gern aufs Gas trete, aber immer nur auf geeigneten Strecken und zur rechten Zeit.

Umsichtig kreise ich durchs Parkhaus, bis ich die Ausfahrt erreicht habe. Draußen empfängt mich die Sonne. Wieder ein gutes Omen. Langsam spüre ich in mir Vorfreude auf den Termin aufsteigen. Nervosität und weiche Knie sind zwar noch nicht gänzlich verschwunden, machen jedoch nach und nach einem mir besser bekannten Gefühl Platz: dem unbändigen Wunsch zu siegen. Ich will diesen Auftrag unbedingt erhalten!

Auf den Stadtstraßen und danach auf der Autobahn komme ich flott voran. Der morgendliche Berufsverkehr hat sich längst aufgelöst und bis zum nächsten erhöhten Verkehrsaufkommen gegen Mittag dauert es noch eine Weile.

Obwohl mich mein Navigationssystem sicher lenkt, habe ich mir die Route in der Früh auf einem Plan angesehen. Ich weiß genau, wann ich die Autobahn wieder verlassen muss. Mit beiden Händen am Lenkrad nehme ich die Abfahrt und biege an der nächsten Querstraße links ab. Der Weg ist von riesigen Föhren und hochgewachsenen Laubbäumen gesäumt, dazwischen sind sanft ansteigende Hügel zu sehen, über die sich Wiesen und Kornfelder erstrecken. Ich passiere ein Dorf mit wenigen Häusern und ein paar Scheunen. Oh nein, bitte nicht! Ich bin auf dem Land. Schnell verdränge ich das beklemmende Unwohlsein, das mich immer befällt, wenn ich mich zu weit von der Stadt entferne, und bemühe mich, in Gedanken nur ja nicht in meine Vergangenheit zurückzukehren.

Jeden Augenblick muss der Unternehmenssitz der Firma Cornelius jetzt vor mir auftauchen. Mit gedrosseltem Tempo fahre ich die Straße entlang. Zum Glück befindet sich kein Auto hinter mir. Ich brauche mich also von niemandem durch Blinkzeichen und Hupen drängeln zu lassen, wenn ich langsam fahre. Da erblicke ich auf der linken Straßenseite ein gewaltiges, schmiedeeisernes Tor. Im Hintergrund, von großen Bäumen umgeben, erhebt sich eine herrschaftliche Villa. Kann es das sein? Ich biege ein und halte an. In der Tat. Ein dezentes Schild mit der knappen Aufschrift Cornelius zeigt mir, dass ich mein Ziel erreicht habe.

Wie durch Geisterhand bewegt sich auf einmal das mächtige Tor, und die beiden Flügel schwingen auf. Das kann nur mir gelten. Ich stelle den Schalthebel wieder auf Drive und fahre im Schritttempo den gepflegten Kiesweg entlang. Der Garten rundum erinnert mich an die prunkvollen Anlagen von Schönbrunn oder Versailles. Viel kleiner zwar, aber genauso sorgfältig angelegt und instand gehalten.

Neben dem Gebäude befindet sich ein Parkplatz. Ich stelle meinen BMW ab und steige aus. Dann betrachte ich meine Hände und spreize die Finger. Nicht der Hauch eines Zitterns. Ich hole Handtasche und Aktentasche aus dem Auto, straffe meine Schultern und halte mich betont gerade. Mit festen Schritten nähere ich mich dem Eingang. Obwohl die hohe Tür abweisend wirkt und ich erwarte, sie nur mit großer Kraftanstrengung bewegen zu können, lässt sie sich spielend leicht und ohne jegliches Knarren öffnen. Unvermittelt finde ich mich auf der Schwelle zu einem eindrucksvollen Empfangsbereich wieder. Getäfelte Wände, Fischgrätparkett, Kassettendecke. Auf der rechten Seite prangt eine wuchtige Sitzgruppe aus dunkelbraunem Leder mit zwei passenden Ohrensesseln, ein fein gedrechselter Tisch steht davor. Von der Decke hängt ein pompöser Kronleuchter.

Ich lasse mich nicht davon einschüchtern und marschiere zielstrebig auf die Empfangsdame zu, die hinter einem massiven Holzschreibtisch thront. Meine Schritte hallen wider. Jetzt bloß keine Angst bekommen!

Hoheitsvoll hebt die Empfangsdame den Kopf und mustert mich mit strenger Miene. Dann hebt sie die Augenbrauen. »Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?«, begrüßt sie mich mit herablassendem Ton.

Mit ihrem zu einem strengen Knoten zusammengefassten Haar, den tiefen Falten von der Nase bis zu den Mundwinkeln und der schmalen, spitzen Nase ist sie alles andere als hübsch, aber dafür umso einschüchternder. Genauso stelle ich mir die Mutter Oberin eines Mädchenpensionats für junge Damen aus gutem Hause im frühen 20. Jahrhundert vor. Was bin ich froh, dass ich meine Mähne mit einer Spange gebändigt habe! Instinktiv möchte ich nach meinem Rocksaum greifen und versuchen, ihn mir über die Knie zu ziehen. Ich widerstehe dem Drang und antworte: »Mein Name ist Sophie Blauenegger. Ich habe einen Termin mit Herrn Doktor Wenggraf.«

Wortlos greift sie zu ihrem Telefonhörer. »Frau Blauenegger für Herrn Doktor Wenggraf«, vermeldet sie knapp und legt wieder auf. »Einen Moment«, sagt sie dann zu mir.

Kein Lächeln. Keine freundliche Geste. Na toll! Wenn das so weitergeht, steht mir ja noch einiges bevor.

Es vergeht eine scheinbar endlose Minute, bis hallende Schritte eine Person ankündigen. Eine junge Frau nähert sich uns. Sie ist auffallend groß und schlank, trotz ihrer Jugend jedoch nicht hübscher als die Hoheit hinter dem Schreibtisch. Dafür lächelt sie mich freundlich an. Immerhin etwas. »Frau Blauenegger? Kommen Sie bitte mit mir.«

Sie führt mich eine Treppe empor in den ersten Stock und öffnet eine Tür. »Machen Sie es sich bequem. Herr Wenggraf und die anderen Herren werden gleich bei Ihnen sein. Darf ich Ihnen etwas bringen? Einen Kaffee? Wasser?« Wieder lächelt sie.

»Beides, bitte.« Ich erwidere ihr liebenswürdiges Lächeln und nehme mit dem Rücken zur Tür an dem großen, ovalen Besprechungstisch Platz. Auch dieser Raum scheint nur aus Holz zu bestehen: Boden, Wände, Decke.

Ich fische mein Handy aus der Handtasche und stelle es auf lautlos. Dann hole ich meinen Laptop, die Präsentationsmappe, einen karierten Block und einen Kugelschreiber aus der Aktentasche und lege alles griffbereit vor mir auf die Tischplatte.

Aus dem Augenwinkel beobachte ich die große junge Frau, die sich im hinteren Teil des Raums an einer chromglänzenden Espressomaschine zu schaffen macht. Da öffnet sich die Tür, und ich drehe mich um.

Ein Mann um die vierzig betritt das Besprechungszimmer, im Schlepptau hat er zwei weitere Männer, die etwa im selben Alter sind. Alle drei sind auffallend elegant gekleidet. Der Mann kommt geradewegs auf mich zu. »Bleiben Sie bitte sitzen.« Er streckt mir die Hand entgegen. »Frank Wenggraf.« Im selben Atemzug deutet er auf seine Begleiter und stellt sie vor. »Jochen Auer, unser Marketingchef. Ryan Smith, Leiter Finanzen … er stammt aus Amerika«, fügt er erklärend hinzu.

Auch die beiden schütteln meine Hand.

Sie nehmen mir gegenüber Platz. Einen Moment lang herrscht Stille, dann ergreift Frank Wenggraf das Wort: »Da wir viel zu bereden haben, starten wir am besten ohne Umschweife.« Er blickt mich offen und einnehmend an. »Unsere Ausschreibung ging an zehn Agenturen. Die daraus resultierenden Vorschläge waren allesamt überzeugend, kreativ und von hoher Qualität. Dessen ungeachtet ist es uns nicht schwergefallen, eine Entscheidung zu treffen, da ein Angebot signifikant hervorsticht. Es handelt sich um Ihres.« Ein Lächeln erhellt seine Miene. »Sie sind ein Grafik-Genie, Frau Blauenegger, wenn ich es so lapidar formulieren darf. Ihre Skizzen und Überlegungen treffen genau den Punkt. Und nicht weniger erwarten wir, wenn jemand für uns arbeitet.« Er macht eine kurze Pause. »Sie haben den Job.«

Exakt in diesem Augenblick schiebt mir die freundliche junge Frau von der Seite ein silbernes Tablett mit einer Tasse Kaffee und einem Glas Wasser darauf zu und lenkt damit die Aufmerksamkeit der drei Männer kurz auf sich. Zum Glück, denn die unvermutet rasche Zusage hat mich völlig überrascht. Schnell schlucke ich zweimal und räuspere mich. Was soll ich antworten? Sehr fein? Danke schön? Klingt, alles nicht sehr professionell. Am liebsten würde ich aufjauchzen. Juchhu! Fortuna lacht mich an. Ich habe den Auftrag in der Tasche! Irgendwie habe ich damit gerechnet, oder besser: darauf gehofft. Jedoch nicht, dass es so einfach gehen würde, ohne lange Verhandlungen.

Ich hebe den Kopf und schaue die Männer an. Sie sind höflich und zuvorkommend. Ich kann ihre Anerkennung geradezu spüren. Sie haben Achtung vor mir! Das wird mir meine Arbeit für das Unternehmen ungemein erleichtern. Obwohl ich im Job meine Unsicherheit wie durch ein Wunder ablege, ist eine positive Einstellung auf beiden Seiten wie ein Sechser im Lotto und beflügelt mich zusätzlich. Aber jetzt sag endlich was. Gib eine Antwort! Ich öffne den Mund.

Doch da meldet sich bereits Jochen Auer, der Marketingchef, zu Wort, wofür ich ihm mehr als dankbar bin. »Darf ich Ihr Schweigen als Zustimmung werten, oder brauchen Sie noch Bedenkzeit?«

Macht er sich lustig über mich? Ich mustere sein Gesicht. Er sieht mich liebenswürdig an, keine Spur von Anmaßung oder sogar Spott. Warum sollte er auch. Sie wollen mich! Noch einmal hüstle ich, endlich ist der Knoten in meinem Hals verschwunden. »Nehmen Sie es als Zustimmung. Ich freue mich«, erwidere ich. Kurz und bündig. Was gibt es auch sonst zu sagen?

»Perfekt.« Frank Wenggraf klatscht in die Hände. »Der Vertrag ist bereits ausgefertigt. Nehmen Sie ihn mit, lesen Sie ihn in Ruhe durch und bringen Sie die unterzeichneten Unterlagen zum nächsten Treffen mit. Das genügt.« Er beugt sich vor. »Hauptsächlich werden Sie es mit mir und Herrn Auer zu tun haben. Unser amerikanischer Kollege«, dabei deutet er auf Ryan Smith, »fungiert als stiller Beobachter und behält die Finanzen im Blick. Sollten wir übers Ziel hinausschießen, wird er uns rechtzeitig stoppen.« Er zwinkert mir zu. Ich nicke, und sogleich fährt er fort: »Wie Sie ja wissen, wollen wir eine neue Corporate Identity für unser Unternehmen schaffen. Im Zentrum steht das Corporate Design, alles Übrige wird sich daraus ergeben. Wir haben eigens dafür zwei Personen mit einschlägigen Kenntnissen unter Vertrag genommen, die Ihnen bei Bedarf zuarbeiten werden und über die Sie nach Absprache frei verfügen können.« Wenggraf legt den Kopf schief und betrachtet mich aufmerksam. »Die Gesprächsprotokolle Ihrer Termine mit den Kollegen in der Stadt liegen uns natürlich vor. Damit kennen wir auch Ihre über das Angebot hinausgehenden Überlegungen, was unseren neuen Auftritt betrifft. Dennoch sollten wir mit einer Zusammenfassung Ihres Angebots und Ihrer weiterführenden Gedanken und Vorschläge beginnen, sofern Ihnen das recht ist, Frau Blauenegger.« Er macht eine auffordernde Handbewegung.

»Selbstverständlich.« Ich schnappe mir das silberne Tablett mit dem Kaffee und ziehe es näher zu mir heran. Vorsorglich stehen darauf ein Süßstoffbehälter, ein Döschen mit Zuckerwürfeln und ein Kännchen Kaffeesahne. Ich lasse zwei Süßstofftabletten in die schwarze Flüssigkeit fallen, gieße Kaffeesahne nach und rühre um. Währenddessen beginne ich meine Ausführungen: »Mein Angebot beinhaltet drei grafische Grundvorschläge, wobei ich zwei davon favorisiere, der dritte dient der Vollständigkeit. Basierend auf einer Analyse Ihrer Zielgruppe denke ich einerseits an eine völlig neue Linie, andererseits erwäge ich einen tief greifenden Relaunch des bestehenden Designs. Diese zweite Variante brächte den Vorteil, dass wir …«

In diesem Moment höre ich, wie sich hinter meinem Rücken eine Tür öffnet. Wie auf Befehl heben die drei Männer die Köpfe. Von einer Sekunde auf die andere scheinen sie mich vergessen zu haben. Ich will nicht neugierig wirken und warte kurz, bis ich mich langsam umdrehe.

Ein großer, schlanker Mann hat den Raum betreten. Wow! In der gleichen Sekunde spüre ich ein fremdartiges Ziehen in meinem Inneren, und es fällt mir schwer zu schlucken. Das dunkelblonde Haar des Mannes ist von sonnengebleichten Strähnen durchzogen, schulterlang und nach hinten gekämmt. Sein Gesicht fasziniert mich auf Anhieb. Es ist das genaue Gegenteil von Freds kantigem, scharf geschnittenem Antlitz. Ausdrucksvolle braune Augen mustern uns, die vollen Lippen des Mannes zucken. Ist das …?!

Unvermittelt drängt sich mir ein absurdes Bild auf: Der fremde Mann kommt näher, beugt sich über mich, sanft berühren mich seine Lippen, und ich spüre seine Zunge, die meinen Mund sanft und doch nachdrücklich öffnet. In meiner Fantasie sind seine Lippen unendlich weich, und noch nie bin ich auf diese Weise geküsst worden. Ein Schauer läuft über meinen Rücken. Ich hebe die Hand, streiche ihm durchs Haar. Er fasst mich um die Taille und hebt mich wie eine Feder auf den Tisch. Seine Finger gleiten an meiner Seite empor, fahren meinen Hals entlang und hinauf in mein dichtes Haar. Er zieht mich nach hinten, bis ich mit dem Rücken auf dem Tisch liege. Ich spüre das Gewicht seines Körpers auf mir. Er schiebt meinen Rock hoch und drängt meine Beine auseinander.

Genug! Schluss! Entsetzt über mein wildes Kopfkino halte ich einen Moment lang die Luft an und blinzle einige Male, um wieder klar sehen zu können. Unter Aufbietung all meiner Kräfte verdränge ich diese schier unglaubliche Fantasie.

Warum bringt mich dieser Mann dermaßen aus dem Konzept? Was hat das zu bedeuten?

Wahrscheinlich sind es nur die Aufregung und die Freude über den Auftrag, die mich ganz durcheinanderbringen, versuche ich mich zu beruhigen. Immerhin stehe ich seit Wochen unter einer immensen Anspannung. Da kann es schon mal zu solchen Trugbildern kommen, die selbstverständlich völlig an den Haaren herbeigezogen sind. Dessen ungeachtet habe ich noch nie einen Mann getroffen, der eine solche Ausstrahlung besitzt.

Zögerlich reiße ich mich von seinem Anblick los und wende mich wieder meinen drei Gesprächspartnern zu. Nicht nur mich scheint der Unbekannte in seinen Bann zu ziehen. Auch Wenggraf, Auer und Smith sind nicht mehr dieselben wie noch wenige Augenblicke zuvor. Die lockere Atmosphäre ist verflogen und hat einer eigenartigen, jedoch keineswegs unangenehmen Anspannung Platz gemacht. Die frei gesetzte Energie im Raum ist förmlich greifbar.

Nur einer ist offenbar gelangweilt: der Neuankömmling.

Mit entschlossenen Schritten kommt er auf mich zu. Wie zuvor in meiner Vision. Du liebe Güte! Bitte jetzt keine feuchten Hände kriegen! Automatisch springe ich auf und strecke ihm meine Hand entgegen: »Sophie Blauenegger.«

Er mustert mich. »Auf Sie ist also unsere Wahl für das neue CI gefallen«, stellt er fest.

Ich nicke nur.

Er zeigt auf Wenggraf. »Frank, machen Sie mit der Dame morgen einen neuen Termin aus. Ab sofort werde ich mich persönlich um die Angelegenheit kümmern. Für heute ist Schluss.« Er macht kehrt und spaziert ohne ein weiteres Wort aus dem Raum. Die Tür lässt er einfach offen stehen.

Frank Wenggrafs Miene ist unergründlich, als er sich mir zuwendet. Er deutet mit dem Kinn in Richtung Tür, durch die der Mann eben verschwunden ist. »Das war Philipp Cornelius, der Firmeninhaber.« Einen Augenblick hält er inne. »Was halten Sie von morgen vierzehn Uhr?«

Mein Herz macht einen Riesensatz: vor Freude, vor Angst, vor Entsetzen.

♡♡♡

Als ich meine Wohnungstür aufschließe, bin ich noch immer völlig durcheinander. Ich habe den Auftrag an Land gezogen! Da ist jedoch noch etwas anderes. Ein banges, dabei seltsam prickelndes Gefühl, das ich nicht einzuordnen vermag. Es muss mit Philipp Cornelius zusammenhängen. »Ab sofort werde ich mich um die Angelegenheit kümmern«, waren seine Worte, die noch immer meine Gedanken beherrschen. Wahnsinn! Ich werde mit Philipp Cornelius persönlich zusammenarbeiten.

Von selbst schieben sich die Bilder meines Tagtraums in den Vordergrund: Cornelius’ zärtliche Berührungen, seine weichen Lippen. Warum hatte ich plötzlich das unglaubliche Gefühl, Philipp Cornelius würde mich küssen? Was hat dieses Hirngespinst bloß zu bedeuten?

Mit einem Ruck ziehe ich die Tür auf und betrete den Flur. Leise dringen Duschgeräusche an mein Ohr. Wieso ist Fred schon zu Hause? Unwillkürlich senke ich den Kopf und lasse die Schultern fallen, denn schon überkommt mich das schlechte Gewissen. Wie konnte ich mich nur solch schrecklichen Gedanken hingeben? Mit einem Seufzer ziehe ich meinen Blazer aus und hänge ihn an die Garderobe, dann setze ich mich auf das niedrige Vorzimmerschränkchen und schlüpfe aus meinen Schuhen.

Das Geräusch der Dusche ist mittlerweile verstummt. Als ich das Quietschen der Badezimmertür vernehme, erstarre ich wie eine überführte Betrügerin und lausche angespannt. Erst nach einer Weile wage ich es, mich zu bewegen. Zögernd gehe ich ins Wohnzimmer.

Fred steht breitbeinig mit dem Rücken zu mir vor dem Fernseher, die Fernbedienung in der Hand. Er ist nackt. Einige Wassertropfen haben sich aus seinem zurückgekämmten Haar gelöst und perlen auf seine gebräunte Haut. Ohne Hast dreht er sich zu mir um. Ich sehe das Spiel seiner Muskeln und atme tief ein. Mein Blick fällt auf seinen geröteten Penis. Unwillkürlich ziehe ich die Augenbrauen hoch und zeige auf seine Körpermitte.

Fred sieht an sich hinab und beginnt zu lachen. Sein derbes Männerlachen, das mir noch immer so fremd ist. »Selbst ich kann diesem Körper nicht widerstehen.« Mit der Hand macht er eine obszöne Bewegung. »Aber weißt du was, mein dürres Prinzesschen, für dich ist noch mehr als genug übrig.«

Mit großen Schritten kommt er auf mich zu und packt mich an der Hand. Nein! Doch nicht jetzt! »Ich habe den Auftrag erhalten«, presse ich schnell hervor, während ich mich in Richtung Schlafzimmer dirigieren lasse.

Freds Kommentar ist knapp. »Glückwunsch! Du kannst mir später in Ruhe davon erzählen.«

Ich spüre, dass er es zwar ehrlich meint, aber in Gedanken eben schon dabei ist, mich auszuziehen. Ich hingegen will reden, Fred von dem Treffen erzählen. Ich will, dass er sich für mich und mit mir freut. Ich will, dass er mich lobt und stolz auf mich ist. Ich will …

Nach einem kräftigen Stoß lande ich rücklings auf dem Bett. Fred zerrt ungestüm an meinem Rock und zieht mit einem Ruck meine Strumpfhose und meinen Slip bis zu den Knien herunter. Er hält kurz inne und lächelt. »Prinzesschen, wie schaffst du es nur, mich immer wieder so geil zu machen?«

Fred nimmt mein Gesicht in beide Hände und küsst mich lang und leidenschaftlich – seine Art, mir zu zeigen, dass er mich liebt. Ich spüre seine Härte und lasse mich von ihm umdrehen. Dabei strecke ich ihm schon mein Becken entgegen. Während er mit einer Hand meine Brüste knetet, tastet seine andere Hand nach meiner mittlerweile feuchten Spalte. Als er fühlt, dass ich bereit für ihn bin, stöhnt er zufrieden auf. Bereits im nächsten Augenblick spüre ich ihn in mir. Er bewegt sich schnell, und kurz darauf höre ich schon sein verhaltenes Stöhnen. Vorbei!

Wir haben schon zu Beginn unserer Beziehung festgestellt, dass ich beim Sex wenig Erfüllung finde. Daher hat es sich so zwischen uns eingespielt, dass Fred befriedigt wird – ich begnüge mich damit, ihn zufriedenstellen zu können und ihm dabei nah zu sein.

Jetzt aber kann ich ihm endlich von meinem Termin erzählen. Etwas steif lasse ich mich auf die Seite fallen und sehe ihn erwartungsvoll an. Sag etwas! Frag mich!

Fred hat es sich auf dem Bettrand bequem gemacht. Mit gespreizten Fingern fährt er sich durch das noch feuchte Haar und dreht sich endlich zu mir um. Eine Weile lang blickt er mich nur an.

Nun will er sicher mehr über meinen neuen Auftrag wissen!

»Prinzesschen.« Er seufzt und schüttelt den Kopf. »Wenn du nicht bald mehr isst und zunimmst, werde ich dich nicht mehr vögeln können. Ich merke deine spitzen Knochen bei jedem Stoß.« Wenn er sich Sorgen um mich macht, so schafft er es jedenfalls, sie eigenartig auszudrücken.

Der Satz ist noch nicht verklungen, als er sich erhebt und die Tür unseres verspiegelten Kleiderschranks aufschiebt. »Ich treffe mich noch auf einen Drink mit den Jungs. Du hast doch nichts dagegen.« Seine letzten Worte sind eine Feststellung, keine Frage.

»Natürlich nicht«, murmele ich automatisch und rolle mich zusammen. Auf einmal fühle ich mich schwach, und ein quälendes Gefühl der Trauer steigt in mir auf. Ich liebe Fred, er ist mein Erster, in jeder Hinsicht. Ich möchte ihn glücklich machen und dabei selbst innere Ruhe finden. Wie oft habe ich schon überlegt, was ich in unserer Beziehung falsch mache. Und manchmal keimt das ungute Gefühl in mir, dass er nicht der Richtige für mich ist oder, und das halte ich für die wahrscheinlichere Variante, ich nicht die Richtige für ihn bin. Schwärmen nicht alle Frauen in unserem Umfeld von ihm? Selbst Sandy war hin und weg, als sie ihn kennenlernte. Heute spricht sie kaum noch über ihn und wenn, dann eher schlecht, doch wahrscheinlich hängt dies schlicht mit der Tatsache zusammen, dass sich die beiden relativ selten begegnen und Fred zu ihr auch nicht der Höflichste ist.

Als Fred sich über mich beugt und mir einen Kuss auf die Schulter drückt, habe ich noch einmal die Hoffnung, er würde sich zu mir setzen. Die Seifenblase zerplatzt mit seinen Abschiedsworten: »Warte nicht auf mich.«

Seine Schritte verhallen auf dem Parkett, und nachdem die Eingangstür ins Schloss gefallen ist, stehe ich auf. Ich ziehe mich vollständig aus und bringe meine Sachen zum Wäschekorb im Badezimmer. Entgegen meinem ursprünglichen Vorhaben, nur schnell unter die Dusche zu springen, lasse ich mir ein heißes Schaumbad ein. Obwohl ich mir den Abend anders vorgestellt habe, bin ich noch immer beseelt von meinem Erfolg und fühle mich trotz Freds Ignoranz wie auf Wolken schwebend. Fred ist nun einmal kein Mann der großen Worte, und auch der kurze intime Moment von vorhin ist keine Ausnahme. Genau genommen war es ein typisches Beispiel dafür, wie unser Sexleben aussieht. Ob es auch mit einem anderen Mann so wäre? Stopp! Solche Fragen darf ich mir nicht stellen. Sie führen mich unweigerlich auf einen falschen Weg.

Ich steige in die Wanne und lasse mich langsam ins Wasser gleiten. Es ist eine Spur zu heiß, und meine Haut braucht eine Weile, um sich an die Temperatur zu gewöhnen. Doch als ich endlich wohlig daliege und nur mein Kopf aus dem Schaum ragt, fallen alle quälenden Gedanken ab und ich genieße die Stille, die lediglich vom leisen Knistern der platzenden Schaumblasen unterbrochen wird. Selbst Freds roten Penis vermag ich zu verdrängen. Von selbst werden meine Lider schwer, und ich schließe die Augen. Das Wasser umspielt mein Dekolleté, und ich dämmere schläfrig vor mich hin. Wieder erscheint vor meinem inneren Auge das Antlitz von Philipp Cornelius. Er lächelt mich an. »Sophie«, flüstert er so verhalten, dass ich ihn kaum verstehe, »bist du schon einmal so intensiv geliebt worden, dass du nicht mehr wusstest, wo du bist und wie du heißt?«

Ich schüttle den Kopf.

Sein Lächeln wird breiter. Sanft streicht er über meine Wange und fährt mit dem Zeigefinger die Kontur meiner Lippen nach. Seine Hand gleitet über mein Kinn, den Hals entlang, bis sie auf meiner Brustspitze verharrt und beginnt, sie kreisend zu massieren.

Automatisch beginnt sich meine Hand zu bewegen. Sie wandert über meinen Bauch, fährt wie von einer geheimen Macht getrieben die feine Linie tiefer, verharrt einen Moment lang auf meinem Venushügel und gleitet zwischen meine Beine. Kaum wage ich zu atmen. Behutsam berühre ich die harte, schwellende Perle und streiche über meine intimen Lippen. Es scheint, als handele es sich nicht um meine Finger, die mich sanft und dennoch fordernd erforschen; vielmehr berührt mich Philipp Cornelius. Ich stöhne auf und winde mich im wohligen Wasser.

In diesem Augenblick dringt das Klingeln meines Handys an mein Ohr. Intuitiv lässt mich der Ton zusammenfahren, und schnell ziehe ich meine Hand zurück. Ertappt! Ich öffne die Augen und blicke verwirrt auf den sich zersetzenden Schaum. Erst jetzt bemerke ich, wie kühl das Wasser mittlerweile geworden ist.

Mein Handy verstummt. Wer mag das gewesen sein? Meine Mutter? Sandy? Fred?

Fred! Er mag es überhaupt nicht, wenn ich mich selbst berühre. »Wer mit mir zusammen ist, braucht keine Selbstbefriedigung«, sagt er. Doch dieses unbeschreibliche Gefühl, das gerade noch in mir aufgestiegen ist und kurz davor war, sich wie eine Rosenknospe zu entfalten, ist dermaßen verheißungsvoll, dass ich meine Hand auch jetzt nur mit Mühe zurückhalten kann.

Erst als ich spielerisch meine Finger durchs Wasser gleiten lasse, wird mir bewusst, dass ich die ganze Zeit über an Philipp Cornelius gedacht habe. Abrupt springe ich auf und hechte wie eine Flüchtende aus der Badewanne. Das Wasser rinnt an meinem Körper hinab und bildet eine Pfütze am Boden. Mein nasses Haar fühlt sich schwer an. Ich starre in den beschlagenen Spiegel und atme mehrmals tief durch. Heute ist einfach zu viel passiert. Ich brauche dringend einige Stunden, um mich davon zu erholen.

♡♡♡

Für meinen zweiten Besuch habe ich ein anthrazitfarbenes Kostüm mit kurzem Rock und dazu ein enges, schwarzes T-Shirt mit V-Ausschnitt gewählt. Ein sportlich-eleganter Stil scheint mir angemessen. Mein Haar habe ich zu einem Knoten zusammengedreht, der von einer silbernen Spange gehalten wird.

Zehn Minuten vor zwei stehe ich vor der Mutter Oberin. Sie ist keinen Deut freundlicher als am Tag zuvor und behandelt mich wieder ebenso herablassend. »Gehen Sie in den zweiten Stock. Sie werden dort erwartet«, informiert sie mich mit näselnder Stimme und weist mir mit dem Zeigefinger den Weg.

Ich nicke kurz und mache mich sofort auf den Weg. Warum sollte ich im Gegenzug freundlich zu ihr sein?

Tatsächlich werde ich bereits am Treppenabsatz von einem Mann erwartet. Mit einem einnehmenden Lächeln streckt er mir die Hand entgegen. »Frau Blauenegger! Ich freue mich sehr, Sie kennenzulernen. Mein Name ist Jochen Rimbrand. Ich bin der persönliche Assistent von Philipp Cornelius.«

Ich bringe nur ein knappes »Angenehm« über die Lippen und komme mir auf einmal vor wie das linkische Schulmädchen, das ich einst gewesen bin. Noch nie habe ich einen so schönen Mann gesehen, außer in Hochglanzzeitschriften oder auf Designerplakaten.

Er ist etwa dreißig Jahre alt, hat ein ebenmäßiges, fein geschnittenes Gesicht mit einer geraden Nase, das wie vom antiken griechischen Meister Praxiteles persönlich gemeißelt scheint. Zwischen seinen Lippen strahlen weiße Zähne, seine dunkelblauen Augen werden von langen Wimpern umrahmt, und das gewellte, dunkle Deckhaar hat er sich aus der Stirn gestrichen. Ein hellgrauer Anzug mit gleichfarbigem Hemd und ohne Krawatte vollenden das Bild.

Nach meinem gestrigen Cornelius-Erlebnis bin ich nahezu erstaunt darüber, dass mich Rimbrands attraktives Äußeres und seine entgegenkommende Art nicht auf gleiche Weise aufwühlen. Warum hat mich ausgerechnet Philipp Cornelius dermaßen aus der Fassung gebracht? Meine Vermutung, es lag nur an der Aufregung, muss ich somit wohl revidieren. Kann es an ihm selbst liegen? Oh verdammt! Nur nicht weiter darüber nachdenken, ermahne ich mich.

Jochen Rimbrand deutet eine Verbeugung an und macht dann eine einladende Handbewegung. »Ich bringe Sie jetzt zu Herrn Cornelius. Sie werden bereits von ihm erwartet.« Selbst seine Stimme klingt beeindruckend: männlich, lebendig, mit einer perfekten Aussprache.

Ich überprüfe meine Reaktion. Nichts! Außer vielleicht das Gefühl, dass wir unter anderen Umständen Freunde werden könnten.

Nebeneinander gehen wir den Gang entlang, bis wir vor einer hohen Doppeltür halten.

Jochen Rimbrand greift zur Klinke und öffnet den rechten Flügel, ohne anzuklopfen. »Ich darf vorgehen«, sagt er und schenkt mir abermals ein Lächeln, das mir aufrichtig erscheint.

Ich folge, bleibe jedoch bewusst zwei Schritte hinter ihm und halte sofort an, als er stehen bleibt. Neugierig sehe ich mich um. Das Zimmer unterscheidet sich auffällig vom Foyer und dem Besprechungsraum. Obwohl es sicherlich über siebzig Quadratmeter misst, wirkt es nicht überdimensioniert. Ein heller Parkettboden, weiße Wände und eine weiße Decke sowie eine riesige Fensterfront lassen es hell und einladend erscheinen. Cornelius’ Schreibtisch ist erstaunlich schlicht und kann sich mit dem Monster der Mutter Oberin nicht messen. Ein unauffälliger Wandschrank, ein gläserner Besprechungstisch mit beigefarbenen Sesseln und eine u-förmige Couch aus demselben Material auf der gegenüberliegenden Seite sind die einzigen weiteren Einrichtungsgegenstände.

»Haben Sie sich sattgesehen?«

Ich fahre zusammen und starre in Cornelius’ große braune Augen. Ich kann förmlich spüren, wie er sich über mich amüsiert.

Anders als sein Assistent im schicken Outfit trägt er Jeans, die an den Knien zerrissenen sind, Turnschuhe und ein weißes Hemd, das ihm lose über die Hose hängt. »Ich hoffe, Sie sind mit meinem Büro zufrieden«, setzt er nach, und seine Stimme klingt spöttisch.

Bitte nicht! Er macht sich über mich lustig. Was soll das? Wenn er mich nicht ernst nimmt, hätte er mich nicht engagieren sollen. Eine unangenehme Mischung aus Unsicherheit und Ärger macht sich jäh in mir breit.

Weil ich kein schlagfertiger Mensch bin, beschließe ich, auf sicherem Terrain zu bleiben, und das ist meine Arbeit. »Ich habe eine kurze PowerPoint-Präsentation vorbereitet. Ihr Büro ist sehr schön, nur zu hell für einen Beamervortrag.«

Philipp Cornelius winkt ab. »Dafür haben wir Konferenzräume. Ich würde aber lieber hierbleiben. Zeigen Sie ihn mir einfach auf Ihrem Laptop. Den werden Sie ja wohl dabeihaben?«

»Selbstverständlich.« Ich hebe meine Aktentasche hoch.

»Sehr gut. Eins. Setzen.« Er grinst mich an.

Das ist zu viel für mich. Ich hüstle, um die Kehle frei zu bekommen. »Herr Cornelius, wenn es nicht in Ihrem Sinn ist, dass ich …« Ich wage es nicht, den Satz zu beenden, und senke meine Hand mit der Aktentasche wieder.

»Das kann ja heiter werden!« Er lacht auf. Übergangslos verändert sich seine Miene, und er blickt mich ernst an. »Ich habe Ihr Angebot überflogen, die Vorschläge haben mir gefallen. Und meine Mitarbeiter sind überzeugt von Ihrer Arbeit. Das sollte genügen.« Wieder grinst er. »Mein Unternehmen benötigt dringend ein neues Erscheinungsbild. Legen wir also los!« Ohne eine Antwort von mir abzuwarten, wendet er sich an Jochen Rimbrand. »Jochen, bring uns bitte zwei Kaffee und öffne eine Flasche. Ein Gläschen Champagner kann unserem Gast nicht schaden, denke ich.« Noch im Reden schlendert er zur Couch und lässt sich in die bequem anmutenden Polster fallen. »Nun kommen Sie schon, Frau Blauenegger.« Er klopft auf die freie Stelle neben sich.

Mit steifen Beinen stakse ich durch den Raum und nehme neben ihm Platz. Sandy! Wo bist du? Niemand wünsche ich mir jetzt sehnlicher an meiner Seite als sie. Sandy ist witzig und schlagfertig und lässt sich von niemandem einschüchtern. Solch einen blasierten Typen wie Philipp Cornelius verspeist sie zum Frühstück.

Während ich meinen Laptop auf dem Couchtisch in Position bringe, ihn starte und die Maus bereitlege, beobachte ich aus dem Augenwinkel Jochen Rimbrand. Er öffnet eine Tür im hinteren Bereich des Büros, die ich zuvor nicht bemerkt habe, und verschwindet in dem Raum dahinter.

Philipp Cornelius lässt mich seinerseits nicht aus den Augen. »Das ist meine Küche. Ich schätze es nicht, wenn meine Mitarbeiter ans andere Ende des Gebäudes laufen müssen, um mir einen Kaffee zu holen. Kaffee muss heiß sein, Champagner kalt«, erklärt er mir unaufgefordert. Es liegt kein Zynismus in seiner Stimme. Dies ändert sich beim nächsten Satz: »Ich hoffe, Sie langweilen mich jetzt nicht mit der Präsentation Ihrer Basisvorschläge. Die habe ich ja bereits gesehen.«

Will er mich provozieren? Oh nein! Wie soll ich am besten reagieren?

Wieder beschließe ich, auf Nummer sicher zu gehen. »Selbstverständlich nicht. Die Präsentation zeigt Ihnen den geplanten Arbeitsablauf. Sind Sie mit einem der Schritte nicht einverstanden, lassen Sie es mich bitte wissen.«

Cornelius nickt. Seine Mimik verrät nichts.

Zum Glück ist mein Laptop inzwischen hochgefahren und einsatzbereit. Ich öffne PowerPoint und rufe die Präsentation auf. »Kann ich beginnen?«

Statt einer Antwort wirft Philipp Cornelius den Kopf in den Nacken und ruft: »Jochen?!«

Jochen Rimbrand erscheint nur einen Augenblick später. Auf einem Tablett balanciert er zwei Kaffeetassen, zwei Gläser Wasser, eine Zuckerdose und zwei leere Champagnergläser. Schwungvoll stellt er das Tablett auf dem Couchtisch neben meinem Laptop ab und marschiert zielstrebig zurück in die Küche. Kurz darauf höre ich ein Ploppen, und schon kehrt er mit einer geöffneten Flasche Champagner in der Hand zurück.

Während Rimbrand die Gläser füllt, werfe ich einen interessierten Blick auf das Etikett: Roederer Cristal. Sündhaft teuer! Typisch. Obwohl ich Alkohol in dieser Situation unangebracht finde, freue ich mich auf einen Schluck. »Ein Glas Champagner wird unserem Gast nicht schaden«, sagte Cornelius. Als wüsste er, was ich in diesem Moment zur Beruhigung brauche.

Sobald Jochen eingeschenkt und sich dezent in Rufweite zurückgezogen hat, schnappt sich Philipp Cornelius die beiden Gläser und reicht mir eines. »Auf eine erfolgreiche und produktive Zusammenarbeit.«

Sofort suche ich nach einer mehr oder weniger verborgenen Gehässigkeit in seinen Worten, lese in seinem Gesicht jedoch nichts als Freundlichkeit. Seine großen braunen Augen scheinen mich beinahe liebevoll anzusehen. Ohne es zu wollen, muss ich an unsere gestrige Begegnung und an mein abendliches Schaumbad denken. Ist es wirklich erst gestern gewesen, dass ich diesem Mann zum ersten Mal begegnet bin? Wieder spüre ich dieses fremde Ziehen in meinem Körper, und nur mit Mühe unterdrücke ich den aberwitzigen Impuls, meinem Chef über die Wange zu streichen.

Wir stoßen an, und das Klingen der Gläser holt mich zurück in die Wirklichkeit. Was ist bloß los mit mir? Ich muss arbeiten! Die Präsentation! Darauf muss ich mich konzentrieren. Ich räuspere mich leise und drücke den Start-Button.

Die Präsentation habe ich so konzipiert, dass sie selbsttätig läuft, während ich die wichtigsten Punkte erkläre.

Ein Ablaufdiagramm erscheint, und ich beginne mit meinen Ausführungen. »Zuerst möchte ich mich mit der Erstellung des neuen Unternehmenslogos beschäftigen. Auf der Basis des von Ihnen gewählten Vorschlags erarbeiten wir die endgültige Grafik, definieren die Farben und nehmen alle gewünschten Modifikationen vor.« Das nächste Bild erscheint, und ich rede weiter: »Ich schlage drei Abwandlungen vor, vom vollständigen Logo bis hin zu einer reduzierten Bildvariante, die wahlweise zum Einsatz kommen können und im Qualitätsmanagementsystem dokumentiert werden. Darüber hinaus darf das Logo nicht variiert werden.«

Auf diese Weise arbeite ich mich durch die Präsentation. Philipp Cornelius stellt keine Zwischenfragen und unterbricht mich auch nicht mit irgendwelchen Kommentaren, wofür ich ihm dankbar bin.

Konzentriert blickt er auf den Bildschirm. Erst als ich geendet habe, nimmt er einen kräftigen Schluck Champagner. »Ihre Vorgehensweise gefällt mir. Gutes sollte man nicht ändern. Ich bin mit Ihrem Vorschlag einverstanden.«

Ohne dass ich es will, bewegen sich meine Mundwinkel nach oben, und ich greife ebenfalls nach dem Champagner. Nach einem ordentlichen Schluck sprudeln die Worte wie von selbst aus mir heraus. Wie zuerst der Schampus aus der Flasche! »Ich freue mich über Ihre Zustimmung.

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