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Club der Sinne | Ein erotischer Liebesroman

Kapitel 1

Er presste sie gegen die Kante des Türrahmens, und ein kurzer Schmerz zuckte durch ihre Wirbelsäule. Kaum jedoch glitten seine Hände an ihrem Oberkörper hinauf, war die Pein vergessen. Das unwiderstehliche Pochen zwischen ihren Schenkeln wirkte stärker als das in ihrem Rücken.

Während sie eng umschlungen in das leere, finstere Büro am Ende des dunklen Gangs stolperten, hörte Lena noch die entfernten Melodien der Weihnachtsmusik. Kam es ihr nur so vor, oder hatte White Christmas auf einmal eine intensiv erregende Wirkung?

Sie machten sich nicht erst die Mühe, die Lampen einzuschalten. Ihre Lippen küssten stürmisch seinen Hals, saugten zärtlich an der Haut. Gleich darauf leckte sie mit der Zungenspitze über die kleine Vertiefung unterhalb seines Kehlkopfs. Magdalena ertastete einige verwegene Bartstoppeln und schmeckte die berauschende Mischung aus seinem herben Parfum und den winzigen Schweißperlen, die sich in der Kuhle sammelten.

Seine Fingerspitzen glitten zärtlich ihren Nacken hinauf, dann packte er sie fest am Hinterkopf.

Wie stark sein Griff ist.

Magdalena spürte, wie sie feucht zwischen den Beinen wurde. Der Alkohol, der ihren Körper durchflutete, verstärkte die Empfindungen noch um ein Vielfaches. Ihre Hemmungen fielen genauso rasch wie ihre Bluse von ihren Schultern.

Wie konnte er so schnell die Knöpfe öffnen? Magdalena schüttelte ihre Verwunderung ab und küsste ihn heftig. Dabei packte sie seinen Hemdkragen und riss ihn an sich heran, sodass sie ihrerseits indirekt sein Hemd aufknöpfte.

Mit einer Hand zog sie die Druckknöpfe auf, mit der anderen strich sie tiefer hinab. Ihre Finger schlossen sich robust um die Beule in seinem Schritt. Sie füllte ihre komplette Handfläche aus. Ein Prickeln schoss durch ihren Leib bei der Vorstellung, wie sein praller Schwanz in sie eindrang.

Magdalena drängte sich fester an ihn, signalisierte ihm unmissverständlich, was sie wollte. Aber ihr Gegenüber ließ sich nicht beirren und massierte ihre Brustwarzen zwischen seinen Fingerspitzen, während seine Zunge mit ihrer spielte.

Er stöhnte gedämpft auf, als sie mit den Fingern in seine Hose glitt. In dem Stoff war kaum Platz um sich zu rühren, dennoch gelang es ihr mit kreisenden Bewegungen seine Erregung zu vergrößern.

Mit einem Mal hob er Magdalena hoch. Ein leises Quietschen entrang sich ihrer Kehle. Für einen Augenblick lauschte er und hörte auf, sie zu küssen.

„Pst! Wir wollen nicht die Kollegen herlocken“, hauchte er in ihr Ohr. Ein scharfes Ziehen rollte zusammen mit einem erregten Zittern ihren nackten Rücken hinab bis zwischen ihre Beine.

Die Stimme klang verzerrt, als ob Magdalena nur noch durch Watte hörte. Sie hob den Blick, wollte ihrem Liebhaber in die Augen schauen, doch es war zu finster in dem Büro. Nicht einmal ein kleiner Lichtschein von der Feier unten drang zu ihnen hinauf.

Er hielt sie einen Moment in einem Arm, während er mit dem anderen den Schreibtisch frei räumte. Gleich darauf setzte er sie sanft ab. Erneut packte er ihren Kopf und küsste sie innig. Magdalena spürte wie die Hitze in ihr anstieg. Wie macht er das?, fragte sie sich in einem Winkel ihres Hirns.

Ein Luftzug an ihrem Oberschenkel ließ sie selbst über diesen streichen. Da bemerkte sie, dass er ihren Rock hochgeschoben hatte. Der feste Griff seiner Hände, der Duft seiner Haut hüllte sie ein und ließ sie unglaublich gierig nach seinem Körper werden. Wie schafft er das nur, fragte sie sich kurz, ehe sie sich wieder ganz seinem Körper hingab. Noch nie war sie innerhalb kurzer Zeit so scharf gewesen, so wenig bereit, auf den Rat der Vernunft zu hören, ausgerechnet in der Firma kein Techtelmechtel zu beginnen.

Mit einer bestimmenden Geste schob er sie von sich und drückte sie auf der Tischplatte nach hinten. Magdalenas Haare glitten nach und nach über die Kante des Tisches, während seine Hände über ihre Brüste wanderten. Augenblicklich richteten sich ihre Knospen auf. Gänsehaut ließ sie erschauern.

Magdalena schloss die Augen und vergaß alle Vorsicht. Leise stöhnte sie auf, als seine nasse Zungenspitze über ihre Brustwarzen und seine freie Hand den dünnen Stoff ihres Rocks hinauf strich. Sie hob ein Bein hoch und stellte den Fuß auf dem Schreibtisch ab. Was auch immer er vorhatte, dies würde ihm jeden Zugang erleichtern.

Sofort ging er darauf ein, streichelte ihren Oberschenkel gefühlt unendlich lange auf und ab. Magdalena hielt es nicht aus und lenkte seine Finger zu ihrer feuchten Höhle. Er zog sich ein Stück weit zurück, nur um sich gleich im Anschluss gegen sie zu pressen und auf sie zu legen. Dabei spürte sie, was in seiner Hose auf sie wartete. Sie stöhnte erneut auf. Magdalena öffnete die Augen, doch alles, was sie sah, waren verschwommene Umrisse ihres Liebhabers. Kurze Haare hatte er. Sein Oberkörper wirkte breit und kräftig, aber mehr konnte sie nicht erkennen. Das Prickeln bei dem Gedanken an das Kommende schoss wie ein heißer Strahl direkt in ihren Bauch.

„Sei nicht so gierig, sonst binde ich dir die Hände an den Tisch und lass dich hier liegen.“

Kurz fragte sie sich, ob er das wirklich tun würde. Der Nervenkitzel verstärkte ihre Erregung noch weiter. Sie wollte ihn endlich in sich spüren. Egal wie.

Als seine Finger erneut in ihren Schritt glitten und sanft ihre Lippen massierten, bog sie ihren Rücken durch. So zärtlich und geil. Magdalena ließ sich wieder zurückfallen, streichelte ihre Brustwarzen bis sie sich aufrichteten. Kaum stachen die beiden Spitzen in die Luft, begann er mit seiner Zungenspitze darum zu kreisen. Liebevoll biss er hinein und sandte damit heiße Wellen in ihren Körper.

Ab und an verirrte sich einer seiner Finger in ihr Inneres und knetete sie dort für einen Augenblick. Doch nie lange genug, um sie endgültig zum Höhepunkt zu führen. Magdalena drängte sich ihm entgegen, während er sachte über ihre Klitoris fuhr. Ihr Herzschlag beschleunigte sich. Als er ihren empfindlichen Punkt zu massieren begann, keuchte sie heftig.

„Oh Gott“, hauchte sie lustvoll und schob sich ein Stück weiter nach oben. Dabei rutschte ein Locher vom Tisch und knallte auf den Boden. Einen Moment stoppten beide und lauschten auf Geräusche. Aber das einzige, was durch den alkoholgetränkten Schleier in ihre Ohren drang, waren einzelne Töne einer bekannten Weihnachtsmelodie.

Sie roch sein herbes Parfum und genoss seinen Duft, markant und dennoch natürlich.

Als er fortfuhr, vergaß sie ihr kleines Missgeschick schnell und die Lust trat in den Vordergrund. Sie hielt es nicht mehr aus. Magdalena packte seinen Gürtel und riss daran, bis sie ihn öffnen konnte. Mit sicheren Griffen befreite sie seinen Schwanz aus dem engen Gefängnis der Hose. Freudig sprang er ihr entgegen, als sie auch die eng anliegenden Boxershorts hinunter zog.

„Ich will dich!“

Damit drehte sie ihren Oberkörper so, dass ihr Schoß direkt vor seinem war. Ihre Finger umschlossen seine Hüfte und dirigierten ihn problemlos zu ihrer Grotte. Diesmal ließ er es mit sich geschehen. Erst als sie ihn näher an sich heranziehen wollte, um ihn endlich in sich zu spüren, hielt er sie auf.

Er packte seinen Schwanz und rieb ihn von außen an ihr. Die erneute Berührung ihrer Klitoris brachte sie zum Zucken und ein weiterer Gegenstand fiel zu Boden. Gerade als sie den Kopf nach hinten bog um nachzuschauen was es war, stieß er tief in ihren Bauch.

Magdalena sog die Luft heftig in sich und schrie gedämpft auf. Dieser eine Stoß genügte beinahe um sie zum Höhepunkt zu treiben. Am Rande nahm sie wahr, wie breit sein Phallus war. Er füllte sie vollkommen aus, ließ keinen Platz mehr in ihr frei.

Ihr Liebhaber fühlte das und zog sich bedächtig zurück. Nur um mit genau derselben Kraft wieder in sie einzudringen. Sie glitt davon, verlor sich in Ekstase.

Hart und zutiefst stieß er in sie. Magdalena spürte jeden einzelnen Zentimeter. Er hielt kurz inne, als sie zuckte. Doch gerade, als sie die Vibration in ihrem Leib genoss, packte er sie an der Hüfte und hob sie hoch. Ganz langsam bohrte er sich noch tiefer in sie hinein. Das resolute Pochen in ihr schloss sich um seinen Schwanz.

Jede Pore schien empfindlicher zu sein als ein Sektkorken nach fünf Minuten heftigsten Schüttelns. Jede Berührung seiner Hand spürte sie zehnfach, während sie die Tischplatte im Rücken kaum wahrnahm. Nur die Hitze, die ihre eigene Haut reflektierte.

Als das Beben in ihr nachließ, beschleunigte er sein Tempo und nahm ihr damit den Atem. Schauer um Schauer erfasste ihren Körper. Es dauerte nicht lange, da stöhnte auch er lustvoll auf und hielt inne. Mit einem leisen Keuchen entlud er sich in ihren Bauch. Die pulsierenden Bewegungen, die sein Schwanz in ihr vollzog, ließen sie ein letztes Mal kommen. Keuchend sanken sie zusammen und klammerten sich aneinander.

Magdalena schmeckte das Salz auf seinem Hals, als sie ihn küsste. Er schob eine Hand in ihren Rücken, hob sie mühelos an und erwiderte den Kuss zärtlich auf den Mund. Ihre Hände lagen auf seiner Brust. Sie konnte seinen kräftigen Herzschlag durch seine muskulöse Haut hindurch spüren.

„Ich muss sagen, eine gelungene Weihnachtsfeier“, hauchte er ihr mit einem Lächeln auf den Lippen ins Ohr. Seine Stimme schickte erneut Hitze von ihrem Kopf in ihren Schritt. Ein letztes Nachbeben, das er ihr bereitete. Magdalena sah zu ihm auf, ertastete sein Antlitz, versuchte sich an die Konturen zu erinnern, aber alles verschwamm. Sie lächelte nur und nickte.

Kapitel 2

Magdalena erwachte in ihrem Bett. Die Sonne schien durch das breite Doppelfenster in ihr Zimmer hinein und ihr direkt ins Gesicht. Ein Schmerz schoss von ihren Augen in ihren Schädel und ließ tausend Messer in ihre müden Gedanken fahren.

Stöhnend drehte sie sich weg und zog die Decke über ihren Kopf. Wohlige Finsternis umschloss ihren Geist, als sie die Lider zusätzlich schloss.

Es dauerte einen winzigen Moment, ehe die Qual in ihrem Denkapparat nachließ und sie einen halbwegs vernünftigen Gedanken fassen konnte.

Weihnachtsfeier. Sie war da gewesen. Das wusste sie. Sie grub tiefer und massierte ihre Schläfen. Da muss doch mehr sein. Dunkel erinnerte sie sich an den Monolog ihres Firmenchefs. Etwas von wegen Krise, keine Personalaufstockung.

Sie stöhnte und legte ihre kalten Hände auf die Augen. Selbst das Herbeirufen dieser kleinen Erinnerungsfetzen tat weh.

Nach der Ansprache und einer kurzen, enttäuschenden Unterhaltung mit ihrem Abteilungsleiter hatte sie angefangen zu trinken. An das erste Glas erinnerte sie sich noch deutlich. Prickelnder Champagner zum Anstoßen vor dem Essen.

Aber was habe ich danach alles getrunken?

Vereinzelte Bilder blitzten vor ihren Pupillen auf. Wie sie mit einer der neuen Kolleginnen Tequila Shots vernichtete. Magdalena schluckte. Zumindest wusste sie jetzt, woher der pelzige Geschmack auf ihrer Zunge kam. Einige Male schmatzte sie leise, doch es besserte sich nicht.

Blind tastete ihre Hand unter der Decke hervor und an den Rand des Futons. Dort musste eine Wasserflasche stehen.

Ihr Zeigefinger schlug auf den Deckel der Flasche und sie packte zu. Irgendwie gelang es ihr, einen halben Liter in sich zu kippen, ohne die Bettdecke zurückzuschlagen oder zu kleckern. Einigermaßen erfrischt versuchte sie erneut den Tag anzugehen und aufzustehen. Es wurde schlagartig schwieriger, als sie sich zu erinnern begann.

Ein Fragment blitzte auf und sie hielt in der Bewegung inne. Die Decke über ihren Kopf haltend, starrte sie auf die weißgelbe Tapete neben ihrem Bett. Die Fotos von sich und ihrer besten Freundin verschwammen zu einem wirren Muster. Das einzige, was sie vor ihrem inneren Auge sah, war das unscharfe Bild von einem Mann mit offenem Hemd. Dieser Flashback stammte definitiv von letzter Nacht, da war sie sich sicher. Ihre Umgebung verwischte, sie hörte Jingle Bells im Hintergrund spielen.

Erschrocken keuchte sie auf. „Was zum …?“ Ihre Stimme klang rau, trocken. Rasch kippte sie den Rest aus der Buddel hinunter. Als sie die Flasche von sich warf, blickte sie erneut auf die Wand. Als sie denselben Oberkörper in einer anderen Haltung direkt vor sich sah, schlug sie die Lider zu.

Doch das beeindruckte das visuelle Überbleibsel nicht. Egal wie fest sie sich übers Gesicht rieb, es verschwand nicht, wurde der Bildschirmschoner ihrer morgendlichen Gedanken.

Da tauchte eine weitere Erinnerung auf. Zunächst nur sehr schwach, je mehr sie sich allerdings darauf konzentrierte, desto intensiver befiel sie das Gefühl.

Erschrocken glitten ihre Hände von ihren Augen zu ihrem Schritt. „Oh Gott, was habe ich getan?“, rief sie aus.

Ihr Schlafzimmer blieb ihr eine Antwort schuldig, auch als sie sich weiter umsah. Ihre Klamotten lagen wild verstreut neben ihrem Bett. Ihr Wecker lag blinkend am Boden. Sie musste letzte Nacht ziemlich getorkelt sein, als sie nach Hause gekommen war. Aber nicht einmal an das Heimkommen konnte sie sich erinnern.

Einzig die Erinnerung an den Sex brannte sich immer heftiger in ihren Verstand ein. Erneut spürte sie das Pochen zwischen ihren Beinen. Und das prickelnde Gefühl, als der Schwanz in sie eingedrungen war. Allein bei dem Gedanken daran wurde sie bereits wieder feucht.

Gleichzeitig schlug sie sich gegen die Stirn.

„Das war ein Kollege, Lena! Was hast du dir gedacht?“, rückte sie sich selbst den Kopf zurecht.

Ruckartig setzte sie sich auf. Hatte sie ihn etwa mit nach Hause genommen? Der Schmerz donnerte durch ihren Schädel, doch die Sorge einen ungebetenen Hausgast zu haben schien dringender als Rücksicht auf das Kettensägen-Massaker in ihrer Birne.

„Hallo?“, rief sie leise in ihre 2-Zimmer-Wohnung hinein. Sie wusste nicht warum, aber sie griff den High Heel, der noch halb in ihrer Bettdecke hing, und hielt ihn wie einen Baseballschläger in beiden Händen. Ihre Finger verkrampften sich, als sie über den schmalen Flur in ihr Wohnzimmer ging. Auf den ersten Blick war nichts zu sehen. Rasch prüfte sie die restlichen Räume.

Erleichtert ließ sie ihre Waffe sinken und entspannte sich. Während sie ihr Handy suchte, schüttelte sie ständig den Kopf. Auch als sie die Nummer von ihrer besten Freundin Sophia wählte, konnte sie immer noch nicht fassen, was sie anscheinend getan hatte.

Ein leises „Hallo?“ am anderen Ende der Leitung holte sie aus den negativen Gedanken.

„Sophia?“

„Hey, Lenchen, wie geht es dir? Wie lief die Weihnachtsfeier?“

Magdalena überlegte kurz, ihr alles zu erzählen, aber es war ihr selbst zu peinlich. Jetzt jedenfalls.

„Ganz okay. Willst du gleich einen Kaffee trinken gehen?“ Sie warf sich wieder in ihr Bett und zog die Decke über den Kopf.

„Klar. Ich kann in fünfzehn Minuten bei dir sein. Wollen wir das neue Café bei dir um die Ecke ausprobieren? Die sollen tolle Torten machen.“

„Zum Frühstück?“, fragte Lena zweifelnd und lugte zu der Uhr neben den Fotos an der Wand.

Ein Lachen erklang am anderen Ende der Leitung. „Süße, es ist bereits zwei Uhr nachmittags. Na, das muss ja eine Party gewesen sein!“

„Ähm, ja, war es. Wir treffen uns vor Ort.“

Damit legte Lena auf und schnaufte in die Decke. Sie würde noch ein paar Minuten liegen bleiben. Sophia brauchte sowieso immer mehr Zeit als sie angab.

*

Ihre Freundin betrat nach ihr das Café, und wie jedes Mal flogen ihr die männlichen Blicke zu. Schlank, kurze, braun gelockte Haare, hochgewachsen und mit einem Modegeschmack, der ihren Körperbau einmalig gut betonte. Magdalena lächelte, als eine Frau den Mann neben sich in die Seite knuffte und wütend ansah.

„Hey, Lena. Bestellst du schon mal?“

Sie nickte, suchte sich einen Tisch und wartete, bis die Tresenbedienung sie entdeckte. Wie immer bestellte sie für sich und Sophia je eine Latte Macchiato.

„So, Süße, erzähl mal. Wie war es gestern?“ Sophia berührte sie sanft an der Schulter, bevor sie an ihr vorbei ging.

Magdalena presste die Lippen aufeinander, bis es zu kribbeln begann. Sophias ungeduldiger Blick drängte sie schließlich dazu, ihren Mund zu öffnen. Sie lehnte sich nach vorne.

„Ich hatte Sex mit einem Kollegen.“ Kaum sprach sie die Worte aus, spürte sie die Hitze in sich aufsteigen. Weniger aufgrund des Themas als vielmehr wegen der Situation, in die sie geraten war.

„Ehrlich?“ Sophias Augen leuchteten freudig erregt auf. „Das freut mich. Wer war es? War er gut? Erzähl mir alles.“

„Du verstehst das nicht.“ Sie holte tief Luft und sah ihre beste Freundin an. „Ich weiß nicht mehr, mit wem.“

Sophia lachte. „Na und? Das hindert doch nicht daran, es zu genießen.“

„Dich vielleicht nicht. Ich gehe übermorgen wieder ins Büro, sehe die ganzen Kollegen und weiß nicht, mit welchem von ihnen ich Sex gehabt habe.“

Sophia sah sie mit ernstem Blick an. „Dann hast du jetzt eine Mission. Finde es heraus!“

Magdalena rührte unschlüssig in ihrer Latte herum. „Und wie?“

„Ganz einfach. Du schaust, wer in Frage kommt und testest dich durch!“

„Sophia!“

„Ach, nun komm schon. Was ist aus dem Mädel geworden, das mit mir an einem Abend gleich zwei Männer abschleppte?“

„Die liegt begraben in meinem Garten. Auf ihr wächst ne Primel“, murmelte Magdalena verdrießlich.

„Deine Wohnung hat keinen Garten.“ Sophia legte eine Hand auf ihre und streichelte sanft über ihre Haut. „Jetzt hab dich nicht so. Du hattest Spaß. Was ist daran so verwerflich?“

„Du weißt genau, dass ich nicht in dieses alte Muster verfallen wollte!“

„Nein, du suchst einen Anzugträger, der dich bis in alle Ewigkeit glücklich macht und dir zwanzig Babys schenkt, egal wie gut er im Bett ist.“ Sophia ließ sie los und griff nach ihrer Handtasche, um ihre elektronische Zigarette hervorzuziehen. „Ich sagte dir schon ein paar Mal, dass du nicht dafür geschaffen bist, mit einem einfachen Kerl zu leben. Du brauchst einen breiten Schwanz zwischen den Beinen und einen Mann, der dich um den ausgeprägten Verstand vögelt. Hör auf meine Worte.“

Eine ältere Frau vom Nebentisch schaute pikiert zu ihnen hinüber, doch Sophia störte das offensichtlich nicht. Magdalena hingegen spürte wieder die Hitze in sich aufsteigen und wusste nicht einmal warum. Bis vor anderthalb Jahren hatte sie genauso geredet. Das Bild eines durchtrainierten Mannes mit kurzgeschorenen Haaren und einem Blick zum Dahinschmelzen tauchte vor ihrem Auge auf. Seitdem Nico sie betrogen hatte, führte sie ein anderes Leben. Keine Lebemänner mehr, lautete ihr Motto.

„Lassen wir das Thema am besten. Ich finde irgendwie heraus, wer mit mir im Büro … du-weißt-schon-was getan hat. Dann kläre ich es mit ihm und alles wird gut.“ Magdalena nahm einen weiteren Schluck von ihrer Latte und genoss die Wärme, die ihre Kehle hinunter rann. Tatsächlich glaubte sie nicht daran, dass dann alles gut war. Früher hätte sie solch eine Nacht nicht gestört, selbst wenn es ein Kollege gewesen wäre. Doch bei diesem One-Night-Stand war etwas anders gewesen. Er ließ sie nicht los, und das irritierte sie mehr als sie zugeben wollte.

„Ich weiß genau das Richtige, um dich auf andere Gedanken zu bringen.“ Sophia lehnte sich nach vorne und atmete den Vanillerauch ihrer elektrischen Zigarette in ihre Richtung.

„Solange es ein Frauenabend bei dir ist, bin ich dabei. Ansonsten ist mein Kopf auf Urlaub. Der hängt noch irgendwo zwischen einem Tequila Shot und einer kräftigen Mütze Schlaf fest.“ Mit den Händen distanzierte sie sich von Sophias Plänen.

„Ach, komm schon. Ich habe dir nicht einmal gesagt, wohin es geht.“

„Lass mich raten: Ein Club, der hipper nicht sein könnte und der voller sexy Sixpacks steckt?“ Magdalena winkte ab.

„Fast.“

Überrascht schaute Magdalena auf. Sollte Sophia tatsächlich einen vernünftigen Vorschlag bringen?

„Es ist kein Club, sondern eine Lounge. Die Feelharmony hat gerade in der Hafencity aufgemacht, und heute Abend bieten sie eine Singleparty an.“

„Nein, danke. Ich denke, ich schlafe lieber meinen Rausch von gestern aus.“

Magdalena erwehrte sich noch einige Minuten der Versuche Sophias, ehe sie das Thema wechselten. Sie besprachen die Pläne für ihren gemeinsamen Urlaub im nächsten Spätsommer, ehe sie sich verabschiedeten und mit unterschiedlichen Abendplänen nach Hause gingen.

Kapitel 3

Die basslastige Groovemusik wummerte von Sophias dunkelroten, mit Samt überzogenen High Heels hinauf in ihre schlanken Beine. Es war nicht das erste Mal, dass sie alleine einen Club besuchte. Seitdem Lena sich immer mehr zu einer Nonne entwickelte, gehörte das beinahe zur Tagesordnung. Ihre Finger tippten ungeduldig auf die Bar, als der Barkeeper endlich ihren flehenden Augenkontakt wahrnahm. Rasch zauberte sie ein Lächeln auf ihre Lippen, mit dem sie schon so manchen Kunden für ihre PR-Agentur hatte gewinnen können. Der feuerrote Lippenstift tat sein Übriges.

„Einen Gin Tonic.“

Der Barkeeper nickte ihr zu und begann einzugießen. Er kam ihr entfernt bekannt vor. Vielleicht hatte er vorher in einem der anderen Clubs gearbeitet, in die sie regelmäßig ging. Sophia wandte sich um und betrachtete die dunkle Tanzfläche, auf der sich einige wie in Trance wiegten. Die meisten saßen jedoch auf den breiten Loungesesseln und lehnten sich nach vorne, um sich miteinander zu unterhalten. Ihr Blick schweifte hinüber zu der Beleuchtung, die mit hellen Fliedertönen das lockere Ambiente der Location unterstrich. Das einzig wirkliche Licht, das es in der Nähe der Theke gab, befand sich hinter der Bar, damit der Barkeeper alles erkennen konnte.

Hinter ihr ertönte ein gedämpftes Klirren, als das Glas mit ihrem Drink auf dem Tresen landete. Sophia drehte sich um und stieß dabei unabsichtlich den Mann rechts von ihr an. Dieser wandte sich um und schaute sie aus dunklen, wachen Augen an. In seiner Iris funkelte der Charme eines intelligenten Mannes, der genau wusste, was er vom Leben erwartete. Und so, wie er Sophia musterte, kannte sie bereits sein neuestes Ziel.

„Entschuldigung“, beeilte sie sich zu sagen und versorgte ihre Wangen mit einer spielerischen Röte: „Mein Ellenbogen muss gewusst haben, wie Sie aussehen und wollte mich darauf aufmerksam machen.“ Kokett zwinkerte sie ihm zu. Sie liebte diesen aufkeimenden Moment, den Reiz der ersten Begegnung.

Ihr Nachbar schmunzelte. „In diesem Fall bedanke ich mich bei dem Ellenbogen.“ Er verneigte sich und hauchte dabei mit seinen warmen Lippen einen Kuss in die Luft, dicht an die Haut ihres Oberarms.

„Mein Ellenbogen fühlt sich geschmeichelt, aber dafür ist der Rest meines Körpers nun neidisch.“ Sophia stellte ihren Gin Tonic ab und lehnte sich leicht gegen die Bar. Der Kerl tat es ihr gleich. Sehr gut, dachte sie mit einem inneren Schmunzeln.

„Wieso das?“ Ihr Nebenmann hob eine Augenbraue.

„Der Ellenbogen durfte deinen Mund spüren.“ Ein verschmitztes Grinsen huschte über seine Mundwinkel, ehe sie einen Schritt näher kam. „Sophia“, murmelte sie mit gewohnt rauchiger Stimme in sein Ohr.

„Frederik. Freut mich, dass du den Weg hergefunden hast.“

Im Hintergrund sah Sophia, wie zwei Männer abwinkten und sich mit einem Feixen von ihrem Kumpel abwandten. Sie waren nicht minder attraktiv, aber nicht mit der einnehmenden Ausstrahlung Frederiks gesegnet.

„Gehst du öfter ins Feelharmony? Was darf man auf keinen Fall verpassen?“ Sophia streichelte mit ihrem Finger den Rand ihres Glases.

„Leider für mich das erste Mal heute.“ Er steckte eine Hand lässig in seine Anzugtasche. „Normalerweise verbringe ich meine Samstage im Passion Angel.“

Irritiert hielt Sophia in ihrer Bewegung inne. „Das sagt mir gar nichts. Wo liegt er?“, fragte sie mit einem Lächeln in der Stimme, um ihre Unsicherheit zu überdecken.

„Dachte ich mir schon. Die wenigsten kennen ihn.“ Mit dem rechten Arm wedelte er in der Luft.

Der DJ legte eine schnellere Nummer auf, die zum steigenden Herzschlag Sophias passte. Frederik hatte eine arrogante Note an sich, die ihr gefiel. Gerade genug, dass er nicht unsympathisch wirkte, gleichzeitig nicht wie ein Dämlack herüber kam.

„Was wird denn in dem Club aufgelegt?“ Sophia trat noch einen Schritt näher. Jetzt atmete sie das Parfum von Frederik ein. Kräftig, sportlich roch es. Beinahe, als ob er frisch geduscht wäre und sie mit ihren Fingern über seine Brust streichen könnte. Sophia fuhr mit den kreisenden Bewegungen auf dem Glas fort. Diesmal stellte sie sich vor, dass sie um seine Brustwarze kreiste. Frederik griff nach ihrer Hüfte und begann sie im Takt zur Musik zu wiegen. Nur allzu gerne beteiligte sich Sophia an dem engen Tanz. Ihre Hand legte sich lässig auf sein Becken. Von dort aus tastete sie sich nach und nach zu den verschiedenen Zonen vor, die sie zu erkunden gedachte.

„In den meisten Fällen ein Hauch von nichts und dazu gedämpfte Hintergrundmusik.“

Sophia stockt erneut. „Wie bitte?“

Passion Angel ist ein Erotischer Club, Sophia.“

„Oh“, entfuhr es ihr spitz, und sie klammerte sich an das Glas, um sich einen Schluck zu genehmigen. Diese Antwort hatte sie nicht erwartet.

Frederik lachte leise auf und schob entspannt ihre dunkelbraunen Haare vom Ohr. Mit der anderen packte er sie enger und drückte sie gegen sein Becken. „Überrascht dich das?“, raunte er ihr ins Ohr. Ein prickelnder Schauer rann ihren Rücken hinab, direkt über ihren Po hinweg, auf dem seine Hand lag. Seine Fingerspitzen strichen sanft hinter ihrem Ohr entlang, ehe sie ihren Hals hauchfein berührten.

„Ehrlich gesagt, ja. Ich hätte nicht gedacht, dass es dort so attraktive Männer gibt.“

„Du warst noch nie in einem.“ Keine Frage, sondern eine Feststellung.

„Nein.“ Sophia genoss die Berührung und gierte nach mehr. Am liebsten wollte sie in seinen Schritt greifen, um zu testen, ob er dort hielt, was sein restliches Äußeres versprach, doch sie beherrschte sich. Sie kostete die Vorstellung aus, die er ihr bislang geboten hatte und glitt mit der Hand zu seinem Hintern. Sophia schlug die Lider auf und lehnte sich ein Stück zurück, um ihm in die dunklen Augen zu schauen.

„Warum nicht?“ Die Frage schien er ernst zu meinen.

„Wo soll ich anfangen? Das Klischeedenken hielt mich bisher davon ab, dort mein Glück zu suchen.“

„Glück wirst du dort nicht finden. Ekstase, Orgasmen und neue Erfahrungen, ja, nur wozu braucht man dann noch Glück?“ Seine Finger blieben an ihrem Hals liegen und streichelten den Übergang zum Ohr. Verdammt, dachte sie und biss sich auf die Lippen. Woher konnte er wissen, wo ihre empfindliche Stelle lag?

„Klingt vielversprechend, aber ich weiß nicht.“ Sophia spürte, wie die Neugierde sie erfasste. Sollte dieser Mann tatsächlich Besucher eines solchen Etablissements sein, wäre ernsthaft zu überlegen, es einmal auszuprobieren. Allerdings erregten die abwertenden Klischees von einem erotischen Club, die durch ihren Kopf geisterten, sie nicht sonderlich.

Frederik lehnte sich ein Stück weit nach vorne, sodass seine Lippen sanft über ihre Wange strichen. Wie warm sie sich anfühlten…

„Trau dich, Sophia.“

Ihre Knie wurden weich beim Klang seiner rauen Stimme. Sie fühlte sich, als ob sie mit ihm allein in ihrem Apartment säße, anstatt hier am Tresen einer Lounge zu tanzen, eng umschlungen und voller Spannung, als würde das Feelharmony ihnen gehören. „Was, wenn ich an einen Mann gerate, der mir nicht zusagt?“, fragte sie leicht verunsichert.

Sein Griff an ihrem Hals wurde fester. Unter ihrer Haut spürte sie ihren Puls gegen seinen Handteller pochen. Dieser Kerl würde die Eroberung des Wochenendes werden, dachte sie schwach und zwinkerte ihm zu. Sie wusste, dass er der Stärkere von ihnen beiden war, aber das störte sie nicht. Sophia wollte diese Finger noch an einem anderen Körperteil spüren als nur in ihrem Nacken. Die Hitze im Feelharmony war gestiegen. Ein einzelner Schweißtropfen rann ihr über die Kehle in ihr wohlproportioniertes Dekolleté. Frederiks Finger glitten hinterher, als ob er ihn einholen wollte. Sanft strich er mit dem Daumen den Tropfen beiseite, als wäre es das Normalste der Welt.

„Ich mach dir einen Vorschlag.“ Seine Stimme wurde rauer. Sophia erkannte die Anzeichen. Vorsichtig tastete sie sich mit der Hand zu seinem Hüftknochen vor und brachte einige Zentimeter Platz zwischen sich und ihn. Nur für einen Moment, aber es reichte, um mit scheinbarer Willkür den Stoff zu streicheln. Das, was ihre Fingerspitzen darunter ertasten konnten, ließ sie die Luft scharf einsaugen. Sie roch Parfum und herben Schweiß, der von der Tanzfläche zur Bar hinauf waberte.

„Was genau schlägst du vor?“, fragte sie mit einem Lächeln auf den Lippen und presste ihr Becken wieder an seines.

Mit einem Schmunzeln griff er in ihr Glas hinein, um einen Eiswürfel herauszuheben. Ein kühler Tropfen fiel auf ihren Handrücken und rann erfrischend über ihr Handgelenk nach unten.

„Du begleitest mich in den Passion Angel, wenn ich es schaffe, dich zu befriedigen, bevor der Würfel schmilzt.“

Sophia stutzte erneut, lächelte jedoch weiter. Schlug er gerade ernsthaft vor, was sie verstanden zu haben glaubte? Der Kerl ist noch mehr nach meinem Geschmack als ich dachte. In ihrem Bauch breitete sich gespannte Vorfreude aus und sie lehnte sich kokett zurück.

„So schnell kommen wir nicht zu einem abgelegenen Platz.“

„Wer sagte etwas von einem Ortswechsel?“ Er schob seine Hand unter ihren Minirock.

Erschrocken zuckte sie ein paar Zentimeter nach hinten, die Neugierde trieb sie allerdings wieder nach vorne. Mit einer eleganten Bewegung rückte er den Stoff an der dem Tresen zugewandten Seite bis zu ihrer Hüfte hinauf und strich mit dem Eiswürfel ihre Schenkelinnenseite entlang.

Sophia stöhnte auf. „Nicht hier!“, hauchte sie, drängte ihr Becken aber gleich ein Stück in seine Richtung. Seine Finger kitzelten sie und sie wollte wissen, wie sie sich an ihrer Scham anfühlten.

„Gehst du auf meinen Vorschlag ein?“, fragte er dicht an ihrem Ohr. Ein heißer Schauer rann ihre Wirbelsäule hinunter, traf auf die kalte Spur in ihrem Schoß und explodierte in süßen Wogen.

Erwartungsvoll schob sie ihren feuchten Schritt näher an seine Hand heran. Frederik zog den Würfel in einer Schleife empor zu ihrem Schambein.

Ein Lufthauch strich über ihre Lippen und kühlte die nasse Stelle. Neben ihr stieß ein Ellenbogen in ihren Rücken und sie stöhnte erleichtert auf. Diese Finger, wann würde er sie endlich benutzen? Sophia sah ihm in die Augen, befahl ihm stumm fortzufahren. Doch in seinem Blick las sie die Herausforderung.

„Ja“, hauchte sie atemlos.

„Ja, was?“, forderte er ein und zog die eisige Wonne tiefer in ihren Schritt hinein. Wie gut, dass sie keine Unterwäsche trug. Unnötiger Ballast, wie sie immer zu sagen pflegte.

„Ja, ich gehe mit dir in den Club, wenn du es schaffst.“ Sie krallte sich an ihrem Glas Gin Tonic fest, als er ihren Hügel mit dem Würfel streichelte. Die Eiseskälte sorgte dafür, dass sie das Pochen an dieser Stelle noch stärker fühlte.

Die Musik wechselte zu einem fließenden Song, der ein Hochgefühl unter den Gästen aufkommen ließ. Als die Menge kurz begeistert aufschrie, berührte Frederik mit dem Finger eine ihrer Schamlippen, und Sophia ließ sich fallen. Seine Körperwärme direkt im Anschluss an den frostigen Würfel war eine Erlösung. Ein weiches Handtuch, in das sie sich einwickelte und wärmte.

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