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Click for Love

One

Die heiße Blondine, die ich schon den ganzen Abend über in Augenschein hatte, kotzte mir vor die Füße und ab dem Moment war die Party für mich gelaufen. Ich trat gerade noch rechtzeitig nach hinten und machte einer Freundin des Mädchens Platz, welche ihr zu Hilfe eilte. Es war lange noch nicht spät genug, um heimzugehen – gerade erst Mitternacht! – aber von einer Minute auf die andere, war mir die Lust am Feiern vergangen. Damit mich niemand überreden konnte, doch noch zu bleiben, schlich ich mich durch die Hintertür nach draußen, ohne mich von meinen Freunden zu verabschieden. In meiner Hand hielt ich noch einen roten Plastikbecher umklammert. Reflexartig wollte ich daraus trinken, aber kaum berührte der inzwischen lauwarme Wodka meine Zunge, verzog ich die Mundwinkel und warf den Becher ins Gebüsch. Widerliches Zeug. Trotzdem hatte ich es heute wieder einmal becherweise gekippt. Vielleicht wurde ich langsam zu alt für diese Art von Studentenpartys.

Ich hatte meinen Wagen hinterm Haus geparkt. Mit einer Hand stützte ich mich am Dach ab und versuchte mit der anderen aufzusperren. Fehlanzeige. Dreimal verfehlte ich das verdammte Schloss und fluchte laut. War ich wirklich so betrunken? Vielleicht sollte ich das mit dem Fahren doch besser sein lassen. Ich könnte meinen Rausch auf dem Rücksitz ausschlafen. Aber nein, dafür war es zu kalt und ich hatte keine Jacke dabei. Scheiße. Doch wieder auf die Party und fragen, ob mich jemand mitnehmen konnte? Der Gedanke begeisterte mich wenig. Schließlich schlug ich wie von selbst den Weg Richtung College-Campus ein. Ein Freund von mir hatte dort ein Zimmer. Sicher würde Keith mich für ein paar Stunden bei sich aufnehmen. Er war ein guter Kumpel. Klar, es würde ihn tierisch nerven, mich so zu sehen, aber das machte die Sache nur reizvoller und ich grinste in mich hinein.

Keith und mich verband eine seltsame Freundschaft. Wir kannten uns von der Highschool, hatten aber nicht den besten Start gehabt. In einer Zeit, wo alles davon abhing, mit welchen Leuten man sich umgab, hatten sich unsere Freundeskreise nicht gerade überschnitten. Ich war ein Jock. Er ein Nerd. Während ich Jello Shots auf irgendwelchen wilden Partys aus den Bauchnabeln von Cheerleadern schlürfte, verbrachte Keith seine Freizeit vor dem PC, büffelte für die Schule und brachte sich so ganz nebenbei das Programmieren bei. Den schlaksigen Jungen mit den sarkastischen T-Shirt Sprüchen kannte ich nur vom Sehen. Wie jeden, der nicht zu meiner Clique der Reichen, Schönen und Beliebten gehörte, hielt ich ihn für einen Loser. Ich nahm ihn nicht einmal richtig wahr. Zumindest bis zu dem Tag, an dem irgendein Idiot aus dem Footballteam sich bei der Essensausgabe besonders cool vorkam und beschloss, Keiths Brille in der Tagessuppe zu versenken. Ich kannte die übliche Reaktion solcher Kids. Beschämtes Augensenken und dann eine rasche Flucht. Keith jedoch verpasste dem Typen einen so heftigen Tritt, dass es ihm den Boden unter den Füßen wegriss und sein Tablett samt Essen durch die Gegend flog. Es stellte sich heraus, der Junge konnte Karate. Ich war widerwillig beeindruckt. Und ich gebe es ja zu. Der Idiot aus dem Football-Team? Das war ich.

Nach der Szene in der Mensa durften wir beide eine Woche zusammen nachsitzen. In dieser Woche versuchte ich mich mehrmals bei ihm zu entschuldigen und bot sogar an, ihm die Brille zu ersetzen. Weil er nicht gleich ein neues Modell bekommen hatte, musste er Kontaktlinsen tragen. Ohne das Drahtgestell wirkte er nur halb so nerdig, sogar fast cool und ich beschloss, dass wir Kumpels werden mussten. Seltsamerweise teilte Keith meine Meinung jedoch nicht und ignorierte mich während sämtlicher Strafstunden. Erst als ich mich gegen ein paar Typen aus dem Football-Team stellte, die Keith um meinetwillen eine Abreibung verpassen wollten, erwärmte er sich langsam für mich. Inzwischen waren mehr als drei Jahre vergangen. Ich glaube, insgeheim dachte Keith immer noch, dass ich ihn mit dieser Freundschaftssache bloß verarschte. Dabei war es mir ernst und je älter ich wurde, desto mehr schätzte ich Keith und desto weniger interessierten mich die hirnlosen Affen aus meiner Clique.

Der Eingang zum Studentenwohnheim war um diese Zeit eigentlich abgeschlossen, aber wie so oft hatte irgendjemand ein Buch in den Spalt zwischen Tür und Angel geklemmt, sodass ich auch ohne Schlüssel reinkam. Keiths Zimmer lag im zweiten Stock. Die Nummerierungen auf den Türschildern verschwammen vor meinen Augen, aber inzwischen hatte ich Keith oft genug hier besucht, dass ich den Weg blind fand. Ich lehnte mich mit der Stirn gegen den Holzrahmen und klopfte.

Keine Reaktion. Hatte ich mich doch geirrt? Aber nein. Ich sah genauer hin. Nummer 212, ich war also richtig. Kurz überlegte ich, ob er vielleicht heute im »Poet« hinter der Bar stand, aber es war Mittwoch, da hatte er immer frei und er ging nicht aus. Zumindest nicht, wenn ich ihn nicht vorher dazu überredete. Also klopfte ich erneut. Diesmal etwas energischer. »Komm schon, Mann. Mach auf! Ich weiß, dass du da bist!«

Schließlich hörte ich endlich Schritte in der Wohnung. Dann wurde die Tür einen schmalen Spalt weit geöffnet und Keith lugte heraus. Was stellte er sich denn so an? Mittlerweile musste ihm doch klar sein, dass ich es war. Ich drückte die Tür noch weiter auf und versuchte einzutreten, aber Keith blieb im Weg stehen.

»Adam? Es ist mitten in der Nacht«, sagte dieser und kniff die Augen zusammen. »Was willst du?«

»Das ist mal ein Willkommensgruß. Ich freue mich auch dich zu sehen. Lässt du mich rein?«

»Und wenn nicht? Ich muss morgen früh außer Haus.«

»Es ist erst Zwölf. Jetzt stell dich nicht so an. Ich weiß, du gehst nie vor zwei Uhr schlafen.«

Keiths Lippen bildeten eine grimmige Linie. Ich fragte mich, was sein Problem war. »Hab ich dich bei irgendwas gestört? Schaust du gerade einen Porno?«

Keith hatte ein perfektes Poker-Face, aber seine Haut war sehr blass, weswegen er leicht errötete. Ich wusste, wie sehr ihn das nervte. Umso mehr Spaß hatte ich dabei, ihm die kleinste Reaktion zu entlocken. Also lenkte ich meinen Blick ganz bewusst zu seinem Schritt hinunter und grinste anzüglich, als ich den Ständer sah, der sich durch den Stoff seiner Jogginghose deutlich abzeichnete. Wusste ich es doch. »Lass dich von mir nicht aufhalten. Ich mag Pornos. Ich brauche nur kurz einen Ort zum Runterkommen, bevor ich heimfahre.«

»Ich schaue keinen Porno«, sagte Keith. Er wirkte genervt, aber zumindest wich er endlich zur Seite aus, sodass ich eintreten konnte.

Der Raum dahinter war nicht besonders groß. Bloß ein Schlafzimmer inklusive Kochnische und ein angrenzendes Bad. Nach zwei Schritten stand ich direkt neben dem Bett und versuchte einen Blick auf den Laptop zu erhaschen, der auf der Decke lag. Keith klappte ihn jedoch zu, bevor ich etwas sehen konnte, und schob ihn demonstrativ zur Seite.

»Was ist los?«, fragte er. »Du stinkst nach Alkohol. Hast du irgendwas eingeworfen?«

»Nah. Bloß ein paar Becher zu viel gekippt«, sagte ich und warf mich aufs Bett. Ich verschränkte die Arme im Nacken und grinste zu ihm rauf.

Keith wandte den Blick ab. Er verlagerte sein Gewicht, aber seine Erektion war immer noch deutlich sichtbar. Musste ja ein Porno gewesen sein. War die Beule vielleicht sogar größer geworden, seitdem ich das Zimmer betreten hatte? Blöder Gedanke. Wieso sollte sie?

»Gib mir nur ein paar Minuten«, sagte ich und schloss wohlig seufzend die Augen. »In einer Stunde bin ich wieder fit genug, um heimzufahren und du bist mich los.«

»Red keinen Blödsinn. Du lenkst heute keinen Wagen mehr.«

Überrascht schlug ich die Augen auf. Wollte er, dass ich hier übernachtete? Es gab nur dieses eine Bett. Zu zweit wäre das ganz schön eng. Und was, wenn Keith dann immer noch hart war? Seine Latte schien auf jeden Fall nicht weggehen zu wollen. Plötzlich war da ein Ziehen in meinem Unterleib. Nicht gerade die passende Reaktion, wenn es darum ging, sich mit dem besten Kumpel ein Bett zu teilen, aber scheiße, ich war betrunken. In dem Zustand hatte ich schon merkwürdigere Gedanken gehabt.

Aber Keith hatte anscheinend sowieso andere Pläne. Er griff sich einen Stapel Klamotten und bewegte sich Richtung Badezimmer. »Ich fahre dich Heim. Gib mir eine Minute. Ich ziehe mich bloß schnell um.«

»Mach doch nicht so ein Ding draus. Wir sind beide Kerle. Du brauchst dich nicht im Bad umziehen.« Ich grinste schief. »Oder hast du irgendwas, auf das ich neidisch sein könnte?«

Keith warf mir einen strengen Blick zu und schloss wortlos die Badezimmertür hinter sich. Mir auch Recht. So konnte ich mir seinen Laptop zumindest nochmal genauer ansehen. Mittlerweile war ich echt neugierig, was Mr. Cool-Man so in Stimmung bringen konnte. Wahrscheinlich war es etwas echt Versautes. Vielleicht stand er auf Bondage oder so ein Zeug.

Ich zog den Laptop an mich ran und klappte ihn auf. Das Browserfenster war noch geöffnet. Ich sah die Bilder, las den Text, aber mein Hirn konnte es nicht gleich verarbeiten und diesmal lag es nicht am Alkohol. Die nackten Männerkörper, die mir plötzlich entgegen blickten, hatten sogar einen sehr ernüchternden Effekt. Es war eine Art Vermittlungsseite für Männer. Schwule Männer.

War das ein Scherz? Ja, das konnte nur ein Scherz sein.

Keith war nicht schwul. Das wüsste ich doch.

Oder?

Plötzlich war ich mir nicht mehr sicher. Hatte ich Keith schon mal mit einem Mädchen gesehen? Ich weiß, er war der typische Nerd mit Brille und allem, aber er sah nicht schlecht aus und es gab doch sicher solche, die den Intellektuellen-Typen bevorzugten. Die paar Male, die ich ihn hatte überreden können, zu einer Party mitzukommen, waren auf jeden Fall mehrere der Mädchen interessiert gewesen. Heimgegangen war er aber immer alleine. Und er arbeitete als Barkeeper! Es war eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, dass er keine Freundin hatte. Wieso fiel mir das erst jetzt auf? Sicher, ich hatte ihn mal drauf angesprochen, aber dann war er immer gleich mit Studium und Job und zu wenig Zeit gekommen. Was für ein Schwachsinn. Wir waren Männer. Für Sex blieb immer Zeit.

Die Badezimmertür ging auf. Hastig klappte ich den Laptop zu. Ich musste schuldig ausgesehen haben, denn Keith runzelte die Stirn, als er mich sah, aber er sagte nichts. Nahm bloß seine Autoschlüssel von der Kommode und forderte mich auf, ihm zu folgen. Plötzlich war ich scheiß nervös. Kaum saßen wir im Auto, drehte ich das Radio auf volle Lautstärke und sang lauthals den Text mit. Alles damit ich bloß nicht nachdenken musste, bloß nichts Falsches sagen. Ich schätze, Keith schob mein Verhalten auf den Alkohol. Gott wusste, er hatte mich in schrägeren Phasen erlebt und ertrug mich wie immer mit einer stoischen Gelassenheit. Als wir endlich das Apartmentgebäude erreichten, in dem ich lebte, verabschiedete ich mich hastig und mit einem zu breiten Grinsen. Schleunigst machte ich einen Rückzieher.

Normalerweise konnte ich nach einer Party schlafen wie ein Toter, aber die Wirkung des Alkohols war lange verflogen und ich konnte nicht aufhören, daran zu denken, was ich auf Keiths Laptop entdeckt hatte. Vielleicht war er bloß neugierig gewesen. Das sollte doch vorkommen, deswegen musste er nicht gleich schwul sein. Ich hatte ihn dabei unterbrochen und natürlich war ihm das peinlich gewesen.

Alles logisch.

Alles normal.

Bloß, dass es das nicht war und ehe ich mich versah, hatte ich meine Nachttischlampe angeknipst und saß vor meinem Schreibtisch. Wie war nochmal der Name der Seite? Ich konnte mich nicht erinnern und musste Schwulenseiten googeln, bis ich sie endlich wieder erkannte. »Gay-Radar« war der Name. Wie billig. Und auf so was hatte sich Keith registriert? Ich konnte es immer noch nicht fassen. Ich wollte die Benutzerlisten checken, aber dafür musste ich mich selbst registrieren. Scheiße. Aber anscheinend war ich doch noch betrunken genug, denn ich füllte ohne Zögern das Anmelde-Formular aus. Bloß beim Benutzernamen hielt ich kurz inne und entschied mich dann kurzerhand für »straightguy«. Sollte ja keiner die falschen Schlüsse ziehen. Ich war nicht schwul, ich wollte bloß herausfinden, wieso Keith sich auf einer solchen Seite herumtrieb. Endlich konnte ich die Mitgliedslisten ansehen. Etwa 21 Typen, die aus der Gegend stammten, waren noch online. Ich klickte mich durch die verschiedenen Profile, bis ich eines fand, das zu Keith gehören musste. Er hatte kaum Informationen angegeben, aber Alter und Wohnort stimmten. Bilder hatte er keine reingestellt, wenigstens etwas. Ich wäre sicher gestorben, wenn er irgendwelche halbnackten Badezimmerspiegel-Selfies ins Netz gestellt hätte. Er nannte sich »fuckoffperverts«. Das sah ihm ähnlich. Was jetzt? Sollte ich ihn anchatten? Und was schreiben? »Hey, lustig, du auch hier? Schwul? Ich? Nein, genauso wenig wie du. Nicht wahr?«

Das klang sogar in meinem benebelten Zustand erbärmlich. Mit dem Mauszeiger verharrte ich weiterhin unentschlossen über dem Button, der das Chatfenster öffnen würde, als plötzlich etwas auf der Browserleiste zu blinken begann. Ein neues Fenster öffnete sich und ich zog scharf die Luft ein, als ich eine Nachricht von fuckoffperverts las.

Straight oder einfach noch unentschlossen?

Woah. Ich rutschte erst mal mit dem Schreibtischstuhl nach hinten. Machte er mich an? Und was antwortete ich jetzt? Ich wollte unbedingt mehr erfahren, aber wenn ich zugab, dass ich hetero war, würde er dann überhaupt noch mit mir schreiben?

Ich antwortete »unentschlossen« in der Hoffnung eine ähnliche Antwort zu bekommen. Die Experimentieren-Nummer. Mit der konnte ich leben. Aber ich bekam keine solche Erklärungen. Nicht einmal eine Antwort in Textform. Keith schickte mir ein Foto von seinem unbeschnittenen Penis.

Vor Schreck stieß ich mich so heftig vom Schreibtisch ab, dass ich samt Stuhl nach hinten kippte. Meine Netzhaut war für immer gebrandmarkt. Dieses Bild bekam ich nie wieder los. Ich stemmte mich am Schreibtisch hoch und lugte vorsichtig über den Rand zum Bildschirm. Er war immer noch da. Keiths Schwanz in seiner vollen Größe. Und er war schon wieder hart. Ich neigte den Kopf und kniff die Augen zusammen. Nicht möglich. War er größer als ich?

Eine weitere Nachricht erschien unterhalb des Fotos. Wie sieht es jetzt aus? Dazu ein Zwinker-Smiley.

Im Ernst. Ein beschissener Zwinker-Smiley. Mein Mund hing offen. Das passierte gerade nicht wirklich, oder? War das wirklich Keith? Mein Kumpel Keith? Der stille, etwas schüchterne Nerd, der immer seinen Kopf im aktuellen Fantasy-Schinken hatte und den ich noch kein einziges Mal hatte flirten sehen?

Ich sollte sofort offline gehen und das Ganze als Alkohol verschuldeten Albtraum abtun. Wahrscheinlich war es sowieso ein Missverständnis. Der Kerl da konnte nie und nimmer Keith sein.

Ich sah, dass fuckoffperverts wieder etwas tippte und hielt den Atem an. Zeigst du mir deinen?

Meinen …? Nein. Niemals. Nein. Nein. Nein. Ganz sicher nicht. Mein ganzes Gesicht fühlte sich so heiß an wie eine Laterne. Ich stellte den Stuhl wieder an den Schreibtisch, setzte mich und schrieb zurück: Solltest du mir nicht erst einen Drink ausgeben?

Wieso Zeit vergeuden?

Bist du immer so fordernd?

Bist du immer so schwierig?

Was? Als wäre ich eine prüde Zicke! Etwas gereizt antwortete ich: Weil ich keinem willkürlichen Fremden meinen Schwanz zeigen möchte?

Willst du, dass ich dir vorher sage, dass du hübsch und einzigartig bist? Naja, wenigstens der Sarkasmus klang ganz nach Keith.

Fuck off.

Ich hab dir doch auch meinen gezeigt, schrieb er. Sei fair.

Vielleicht wollte ich das gar nicht sehen.

Eifersüchtig?

Als ob.

Zeig mir deinen Schwanz.

Ähm. Immer noch ein klares Nein. Wieso?, fragte ich.

Damit ich dir sagen kann, was du damit machen sollst.

Ich schluckte. Hatte Keith vielleicht einen bösen, schwulen Zwilling? Ich starrte auf den blinkenden Cursor der Texteingabe und auf Keiths Worte. Mein Knie ging unter dem Tisch nervös auf und ab. Ich war gleichermaßen erschüttert und fasziniert. Gegen meinen Willen spürte ich, wie sich etwas in mir regte.

Du wirst hart oder?

Nein, antwortete ich und spürte, wie er wuchs, noch während ich tippte. Missmutig sah ich auf meinen Schritt hinunter. So ein elender Verräter.

Lügner. Pack ihn für mich aus. Ich hab meinen schon in der Hand.

Und plötzlich war da Keiths Bild in meinem Kopf. Wie er mit seinem Laptop auf dem Bett saß, die Jogginghose nur ein Stück weit nach unten gezogen und sich selbst bis zur Erregung streichelte.

Nein, schrieb ich abermals. Ich war jetzt richtig hart. Hart genug, dass es in meiner engen Jeans unbequem wurde. Also öffnete ich den obersten Knopf und den Reißverschluss, um mir etwas Platz zu machen. Nur deshalb, redete ich mir ein.

Fasst du dich schon an? Stell dir vor, es wäre meine Hand. Ich wäre nicht sanft, also will ich, dass du auch nicht sanft mit dir bist. Fass dich hart an. Massier zuerst deine Eier.

Meine Augen wurden immer größer. Wer hätte es gedacht? Hinter dieser stillen Fassade steckte ein kleiner Perverser. Dagegen kam ich mir vor wie eine Jungfrau.

Ich sah wieder auf meinen Schritt. »Das ist Irrsinn«, sagte ich zu meinem Schwanz. Dann dachte ich mir, was soll’s? Wenn ich betrunken genug war, mit meinem Penis zu reden, war ich auch betrunken genug, um mir gemeinsam mit Keith einen runterzuholen. Ist ja nicht so, als hätte ich das noch nie im Beisein eines anderen Jungen getan. Bloß hatten wir uns nie gegenseitig Befehle erteilt.

Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück und ließ meine Hand in meiner Hose verschwinden. Zuerst war ich noch etwas zögerlich und strich langsam über meinen Schaft. Keith würde ich einfach ignorieren. Nur ich, meine Hand und mein harter Penis. Wir drei verstanden uns so schon gut. Kein Grund, ein großes Ding daraus zu machen, bloß weil ich wegen etwas hart geworden war, das ein Kerl getippt hatte. Pornoproduzenten waren doch auch Männer. Da bekam keiner ein schlechtes Gewissen.

Genüsslich schloss ich die Augen. Ah, das fühlte sich gut an.

Das Pling einer neuen Nachricht ertönte. Ich sagte hart.

Ich runzelte die Stirn. Dann tippte ich einhändig meine Antwort. Kein Vorspiel?

Nur wenn du dir selbst einen blasen kannst.

Ha.

Meine Hand bewegte sich wie von selbst. Ich machte eine enge Faust und zog sie über meinen Schaft, drückte zu und biss die Zähne zusammen, als eine Mischung aus Lust und Schmerz meinen Körper steif werden ließ. Ich ließ die Knie auseinanderfallen. Mit der anderen Hand packte ich meine Hoden, ließ sie aneinander rollen und massierte sie, während ich mich hart wichste.

Ja. Genau so.

Was zur Hölle? Hatte der Kerl Kameras bei mir installiert? Ich hätte gerne irgendwas bissiges geantwortet, aber mein pochender Schwanz forderte meine ganze Konzentration. Ich stemmte einen Fuß gegen die Schreibtischkante und hob mein Becken an, um einen besseren Winkel zu erhalten, stieß meine Hüfte vor und zurück, schneller und nochmal schneller. Die Bewegung meiner Hand verschwamm in meinen Augenwinkeln. Erste Tropfen perlten von meiner Eichel. Meine Eier zogen sich zusammen. Shit, verfluchter ... Wie konnte ich so schnell so weit sein? Ich keuchte laut. Mein Herzschlag raste.

Ich bin gleich so weit, schrieb Keith.

Fuck. Ich auch. Ich auch.

Ich wünschte, ich könnte sehen, wie du kommst.

Das war zu viel. Mein Orgasmus traf mich hart und gnadenlos. Und die ganze Zeit hatte ich Keiths Bild vor Augen. Wie er seinen Schwanz umfasst hielt, die Eichel rot und geschwollen und dann kam er, im gleichen Moment wie ich, spritzte auf seinen Oberkörper und seine Finger.

Du bist gekommen, nicht wahr? Und gleich darauf eine weitere Nachricht. Immer noch unentschlossen?

Die Worte trafen mich wie ein Kübel eiskaltes Wasser. Einen, den ich dringend notwendig gehabt hatte. Ich drückte so oft und so lange die Escape-Taste bis sich alle Fenster geschlossen hatten, dann schaltete ich den Bildschirm aus und wich taumelnd vom Schreibtisch zurück. Mein Puls pochte in meinen Ohren.

Scheiße. Dreimal verfluchte Scheiße.

Was hatten wir da eben getan? 

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