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Chefsachen

Foto: Sascha Ditscher, Pressefotograf

Kirstin Höfer

Schon als 12jährige jobbte Kirstin Höfer, Jahrgang 1964 bei einem Tierarzt. Später absolvierte sie dort ihre Lehre als Tierarzthelferin. Darauf folgte ein einjähriges Praktikum im Zoo, dem Vivarium Darmstadt. In Darmstadt begann sie dann schließlich ihre Arbeit für den Tierschutz. Sie war lange Jahre Tierheimleiterin in Darmstadt und nun in Koblenz. In beiden Städten war sie maßgeblich an der Konzeption und dem Neubau der Tierheime beteiligt. Seit 35 Jahren arbeitet sie nun für den Tierschutz und ist damit eine der dienstältesten Tierheimleiterinnen des Deutschen Tierschutzbunds. Darüber hinaus ist Kirstin Höfer bekannt aus Funk, Fernsehen und der Fachpresse, wo sie regelmäßig Tiere zur Vermittlung vorstellt und Öffentlichkeitsarbeit für den Tierschutz betreibt. Kirstin Höfer lebt mit ihren drei Hunden in der Nähe von Koblenz.

Das Autorenhonorar geht als Spende an den Tierschutzverein Koblenz; mit dem Kauf dieses Buches unterstützen Sie somit das Tierheim Koblenz.

https://www.tierheim-koblenz.de/

Für H.-W.

Kirstin Höfer

Chefsachen

Vorwort

Dieses Buch war nie geplant, zumindest nicht in dieser Form. Aus dem einfachen Grund, weil ich Bücher und Texte in denen ein Hund erzählt, immer albern fand (und eigentlich ist das auch heute noch so). Ist doch die Vermenschlichung verantwortlich für das größte Unglück der Hunde und einer der Gründe warum die Tierheime voll sind.

Und nun habe ich doch eins geschrieben, aus Zufall und anfangs auch ein bisschen widerwillig, aber Ricos riesengroße Fan-Gemeinde wollte es so - bitte schön, Ihr habt es so gewollt.

In meiner 35jährigen beruflichen Tätigkeit in zwei Tierheimen, habe jedes Jahr ca. 350 Hunde kennen gelernt und in eine neue Zukunft vermittelt. Der geneigte Leser mag sich an dieser Stelle ausrechnen mit wie vielen Hunden ich ein Stück Weg gemeinsam gegangen bin.

Keiner war wie der andere: es gab Abenteurer, Träumer, Draufgänger, schüchterne Seelchen, Einzelprinzen, Philosphopen, Freibeuter, Hysteriker, Herzensbrecher, Normalos, Kreative, Einsiedler, Animateure und und und.

Ein jeder war eine ganz besondere Persönlichkeit, - unverwechselbar. Besonders angetan haben es mir aber die so genannten schweren Jungs und Mädchen, Hunde, die schwere Beißunfälle hatten, Menschen ernsthaft verletzt haben und dadurch als unvermittelbar galten. Diese Hunde sind die so genannten Schattenhunde, Hunde die es in jedem Tierheim gibt. Unverstanden, verkannt, vom Menschen schwierig gemacht, abgeschoben, im Schatten lebend.

Viele dieser Schattenhunde habe ich erlebt, mit ihnen und an ihnen gelitten. Viele haben mir ordentlich eine verpasst und mich in jüngeren, unerfahrenen Jahren auch körperlich verletzt. Von jedem der schweren Jungs habe ich gelernt, Stück für Stück, mich gemeinsam mit dem Hund durch Verzweiflung und Gefahren geschoben und jeden Erfolg gefeiert. Einen solchen Hund zu vermitteln, Menschen zu finden, die bereit sind schwierige Hunde zu verstehen und zu erleben, ist das wahre Highlight und Herzstück meiner Arbeit für den Tierschutz.

Rico war ein Hund, der trotz aller wunderbaren Hunde zuvor jeden Rahmen sprengte, außer ihm gab es nur einen, der mich so nachhaltig hat lernen lassen und mich beeindruckt hat: Leo aus dem Tierheim Darmstadt, der heute alt und glücklich bei Frauke Loup einer Hundetrainerin der Hunde Akademie Darmstadt lebt.

Leo hat wie Rico keine Gefangenen gemacht, sondern bei Nichtverstehen ernsthaft zugebissen.

Rico hat mich nie gebissen, mir aber zu verstehen gegeben, dass er bereit ist das jederzeit zu tun, wenn ich mich entsprechend blöd verhalte. Er hat mich, wie kaum ein anderer Hund, an Grenzen und Phasen tiefer Verzweiflung geführt, mich ignoriert und auflaufen lassen, mich blöd da stehen lassen und versucht mich zu verunsichern. Aber immer war da die Klarheit, die Geradlinigkeit, die Toleranz und das Wohlwollen, dieser Ausdruck in seinen Augen:„ Komm, entdecke das Geheimnis von echter Größe, Respekt und Vertrauen.“

Rico war mein wichtigster Lehrer, zu einer Zeit, als ich dachte, eigentlich schon alles über Hunde zu wissen. Wenn da ein großer, schwarzer Hund mit der Aura eines Gorillas dir zeigt, dass es nicht so ist, macht das demütig und dankbar. Rico wurde nicht nur mein engster Vertrauter, er wurde auch mein wichtigster Kollege. Denn Rico hat neue Hunde für mich gelesen. Hatte er einen Artgenossen besonders im Fokus, den er kontrolliert und gemaßregelt hat, wusste ich, dass ich bei diesem Hund erhöhte Aufmerksamkeit haben muss. Mehrfach hat er sich bei einem Angriff eines Hundes vor mich gestellt und mich vor Verletzungen geschützt. Oft hat er mich danach angesehen und mir zugesimst: „ Das war knapp, guck besser hin.“

Dass so ein großartiger Hund mit seinen unglaublichen Fähigkeiten (ja, wäre er Mensch gewesen, er wäre ein wunderbarer, weiser und kluger Politiker geworden) sein Leben lang in einem Tierheim leben musste, ist eine Tragödie.

Eine Tragödie, die viele Hunde erleben müssen, weil wir Menschen Hunde konsumieren und benutzen ohne sie zu verstehen, weil so viele Menschen Hunde haben wollen, sich aber nicht die Mühe machen, ihre Sprache zu lernen.

So ist dieses Buch für alle Schattenhunde entstanden, die in allen Tierheimen der Welt leben. Vielleicht kann dieses Buch ja einen winzigen Teil dazu beitragen, dass wir diese Hunde ins Licht holen können. Wir Menschen können gerade von diesen Hunden so viel lernen, wenn wir bereit sind wirklich hinzusehen und zu fühlen. Ganz besonders aber lehren uns diese Hunde Geduld, Respekt und dass Vertrauen das größte Geschenk ist.

Auch, wenn Sie sich nicht zutrauen einem Schattenhund ein neues Zuhause zu geben, so können Sie dennoch helfen, indem Sie zum Beispiel eine Patenschaft übernehmen und somit einen Beitrag leisten, dass diese Hunde ein lebenswertes Leben im Tierheim haben.

Ricos Beispiel zeigt, dass ein Leben im Tierheim durchaus glücklich und lebenswert sein kann.

Hunde sind wunderbare Lebewesen, ein jeder ist einzigartig. Wenn Sie einen Hund haben, dann nehmen Sie ihn jetzt, genau jetzt, einmal in den Arm und seien Sie dankbar für seine Freundschaft, aber auch dafür, dass er Sie manchmal an Grenzen bringt und damit Ihr ehrlichster Spiegel ist.

Denken Sie immer daran, Sie wollten ihn damals, nicht er Sie. In schwierigen Momenten machen Sie es bitte einfach wie Ihr Hund: Geben Sie niemals auf, geben Sie alles für eine einzigartige Freundschaft mit einem Hund.

K.Höfer

Ich danke meiner Freundin und Wegbegleiterin Perdita Lübbe von der Hunde-Akademie in Darmstadt. Ihre einzigartige Arbeit für die Schattenhunde (Start ins neue Leben, https://www.startinsneueleben.de/) ist ein fester Bestandteil unserer Verbindung.

„ Rico, Du fehlst mir, jeden Tag!“

Der Beginn einer wundervollen Freundschaft

Rico, ich kenne Dich nun so lange ich hier im Tierheim Koblenz arbeite, also seit 2008.

Vorgestellt wurdest Du mir von den damaligen Kollegen mit den Worten: „Lass den am besten ganz in Ruhe, der tickt nicht richtig, der wird mittags von seinen Ausführern geholt, uns mag der alle nicht.“

Dem hast Du in den ersten Tagen gut Rechnung getragen, mich angeraunzt: „Hau ab, hast doch gehört, ich mag auch ALLE nicht.“

Damals, da kamen noch ein paar andere Menschen und haben Dich zum Gassi geholt. Die kommen heute nicht mehr, aber das ist nicht Deine Schuld. Und Rico, ich bin mir sicher, sie denken noch an Dich.

Aber weißt Du, Rico, wir Menschen ticken manchmal auch nicht ganz richtig und können uns oft nicht vertragen …..

Wir haben uns ein paar Tage beobachtet. Du hast gesehen, dass ich Dir Futter bringe, gesagt habe ich nichts zu Dir.

Du nach ein paar Tage auch nichts mehr zu mir.

Ich habe Dir dann meine Tara in den Zwinger geschickt, damit sie Dich fragt, ob Du nicht mit uns rauskommen willst.

In den Auslauf, so wie die anderen Hunde, nicht immer nur auf die Ausführer warten.

Das hat geklappt, ich durfte dann auch zu Dir rein, Brummelbär.

Ich vergesse nie, Rico, wie Du dich neben mich gestellt hast, einfach so, aber auch klar in der Aussage:

„Mach mich an die Leine, aber fass mich nicht an!!!“

Das habe ich gemacht und wusste damals noch nicht, wie sehr Du mir ans Herz wachsen würdest.

Ein paar Wochen ging das so, Du gingst mit Tara in den Auslauf, ich redete mit Dir, aber Du nicht mit mir.

Du warst stumm, freutest Dich wie ein Affe, wenn Deine damaligen Gassi-geher mittags kamen.

Mir hast Du dann oft einen Blick zugeworfen: „DIE mag ich, Du bist nix für mich.“

Tja, Rico, es tut mir Leid, damals konnte ich so gar nix Nettes über Dich erzählen, einfach weil Du nicht nett zu mir warst.

Ich überlegte mir, wie soll ich denn nur diesen schwarzen, grummeligen großen Typ vermitteln??

Die Zeit verging, ich konnte Dich anleinen, Dein Zimmer betreten, Dir Futter bringen, das war’s.

Dann kam dieser besondere Tag, ich werde ihn nie vergessen und ich weiß, Du auch nicht.

Es war früh morgens, es regnete ganz fein und gleichzeitig schien die Sonne.

Ich habe Dich wie immer mit Tara auf die große Wiese gebracht.

Du bist wie immer nach dem Ableinen grußlos losgelatscht, es war Dir immer wurscht, ob ich mit auf der Wiese war, oder nicht.

An diesem Tag hast Du Dich plötzlich umgedreht und bist direkt auf mich zugekommen.

„WAS macht er denn jetzt?“, dachte ich noch.

Da spürte ich plötzlich Deine Nase an meiner Hand, Deine Zunge an meinen Fingern.

Wir standen da, ganz stumm im Regen und die Sonne schien trotzdem. Stumm, beide haben wir ins Nichts geguckt …. Fassungslos waren wir wohl beide …jetzt sind wir Freunde.

Wir sind Freunde, jetzt und für immer und ewig, besiegelt und beschlossen ….!!!!!!

Dieser Tag änderte alles, schon am nächsten Tag hast Du gewedelt und mir direkt in die Augen gesehen.

Ich habe zurückgeguckt: Ja, Freunde für immer ..;-)

Dann kam die Zeit, für die ich mich heute bei Dir entschuldigen möchte, Rico.

Ich habe endlich gesehen, was Du für ein wunderbarer Hund bist.

Ich dachte, gut, er ist nicht einfach, aber da gab und gibt es doch tatsächlich Schwierigere als Dich.

So erschien endlich dein Internettext, viel Reaktionen kamen nicht, aber immerhin ein paar Menschen wollten Dich kennen lernen.

Meine Güte, Rico, ja ich weiß heute, was ich Dir damit angetan habe, Dir einen Maulkorb angezogen und Dich fremden Menschen vorgestellt. Dich weg geschickt mit fremden Menschen zum Spazierengehen, Deine Blicke, die Du mir da manchmal zugeworfen hast.

Verräter!!! …..

Ich gebe zu, Rico, ich habe mich damals maßlos überschätzt, dachte, das muss mir doch gelingen, Dir ein neues Zuhause zu verschaffen.

Ohne zu wissen, dass Du ja schon längst zuhause warst.

Ja, Rico, Du warst endlos geduldig mit mir. Auch als dieses eine Ehepaar wirklich hartnäckig an Dir interessiert war, sie fanden Dich gut, Du sie natürlich nicht.

Trotzdem Du bist immer wieder brav mit Ihnen spazieren gegangen, ich schöpfte Hoffung.

Irgendwann kam der Maulkorb ab, lief ja alles so gut, wir sprachen schon über den Auszug.

Und plötzlich hast Du einfach nach der Frau geschnappt, heftig mit Deinem tiefen Grollen.

Ja, das war’s dann mal wieder, die Leute waren schnell verschwunden, Dein Blick danach, ich habe es dann auch endlich begriffen.

Das, was einer Deiner treuesten Freunde, Herr Strauß, immer sagte: „Der Rico, der will hier nicht mehr weg.“

Ich habe das immer überhört, das ist doch Quatsch, das kann doch nicht sein, ein Hund für immer im Tierheim? Nein, das akzeptiere ich nicht. Rico, Du konntest nicht mehr anders, als sehr deutlich werden, es tut mir Leid, dass ich Dich damals einfach nicht erhört habe.

Auch wenn ein Freund etwas tut, was Dir nicht gefällt, so bleibt er dennoch immer ein Freund.

Danach wurde unsere Beziehung noch enger, wenn das überhaupt möglich war.

Es war uns allen klar, Rico bleibt, und irgendwie hast Du mir das auch gleich geglaubt.

Deine chronisch kranken Ohren, leider zu verdanken den vielen Menschen, die Dich nicht verstanden und denen Du nicht erlaubt hast, sie zu behandeln.

Cathrin, die auch Deine Freundin wurde, und ich haben uns den Kopf zerbrochen, wie wir nur Deine schlimmen Ohren behandeln können.

Fast verzweifelt sind wir an Deinen Schmerzen.

Du warst so tapfer und hast uns voller Vertrauen auch im schlimmsten Schmerzanfall Deine Ohren behandeln lassen.

Du hast uns oft ausgetrickst, immer wieder eine kleine List gefunden, um die Behandlung rumzukommen.

Da sieht man, wie gut Du uns kennst, aber gib zu, wir haben Dich auch ausgetrickst … eben weil wir Dich jetzt auch so gut kennen.

Endlich haben wir ein Medikament gefunden, das Dir wirklich hilft.

Rico, wir hatten schwarze Stunden und viele Täler, in die uns Deine Ohrenerkrankung gezwungen hat.

Aber wir haben beschlossen, diesen Weg zusammen zu gehen.

Du warst unendlich tapfer, Du großer schwarzer Bär.

Du warst so mutig, uns auch mit den allergrößten Schmerzen zu vertrauen. Oft hast Du geweint, weil es einfach so schrecklich wehgetan hat, Deine Ohren wie rohes Fleisch, ich hätte mitheulen können, Rico ….

Aber das haben wir Drei geschafft, Du, ich und Cathrin …..

Immer noch müssen Deine Ohren kontrolliert und behandelt werden, damit es nicht wieder schrecklich wird.

Aber das ist jetzt eine ganz normale Sache, manchmal schüttelst Du morgens den Kopf.

Und ich verstehe gleich, ah ja wir müssen mal wieder Ohren machen …. ;-) Rico, heute ist unser Verhältnis klar und von Respekt geprägt, unsere Freundschaft ist ein enges Band.

Immer noch findest Du fremde Menschen doof und sagst das auch deutlich.

Als wolltest Du sagen: „Ich hab vier Freunde, Herr Strauß, Lutz, Cathrin und mich, so lange von denen keiner stirbt, brauche ich keinen Neuen.

So warst Du schon immer, gradlinig, konsequent, unbestechlich, stur, na ja und son bisschen Spießer bist Du auch …

Heute hat Dein Leben eine Routine, einen Rhythmus, den Du liebst und brauchst.

Morgens gehen wir in den Auslauf - immer mal wieder bekommst Du eine nette junge oder auch ältere Hündin (ja, ich weiß, die jungen sind Dir lieber ;-)) mit in den Auslauf.

Dann gibt es mittags Fresschen, dann kommt jeden Tag von Montag bis Freitag Dein Herr Strauß treu und pünktlich seit 7 Jahren.

Dein ältester, verlässlichster Freund, ihr zuckelt zusammen los, ihr zwei älteren Herren.

Du darfst Dir immer den Weg aussuchen, das Tempo bestimmen, sicher redet ihr Zwei miteinander, was es Neues gibt, eine Gemeinschaft, Freunde für immer.

Dann kommst Du wieder und willst in Dein Zimmer zum Schlafen.

Abends bringe ich Dir Dein Abendessen und manchmal eine kleine Überraschung, ein Schweineohr.

Wir reden jeden Abend miteinander, manchmal nur kurz, manchmal länger.

Du hast soviel hier erlebt Rico, hast Menschen und Hunde kommen und gehen sehen, kennst alles und jeden.

Heute kennst Du auch mich, Du hast mich heulend erlebt, verzweifelt, euphorisch, ratlos, glücklich, wütend und albern.

Manchmal machen wir das Radio im Hundehaus ganz laut und tanzen zusammen. Gut, dass uns dabei nie einer sieht …. ;-) Dass Du so ulkig sein kannst, das weiß wohl niemand …

In den letzten Jahren habe ich Dir alles erzählt, was mich bewegt, Du hast mir immer zugehört. Hast da auf Deiner Matratze gelegen und mir fest in die Augen gesehen, warst betroffen wenn ich unglücklich war.

In den allerdunkelsten Momenten haben mir Deine Augen Kraft gegeben, DU hast nie, nie aufgegeben, also tue ich das auch nicht.

Rico, an den Wochenenden kommt Lutz, noch so ein alter, so ein treuer Freund von Dir.

Dann ist Wochenende und das ist immer ein besonderes Highlight für Dich.

Ihr fahrt zusammen Auto, das ist wohl das Allergrößte für Dich.

Dann macht ihr einen schönen langen Spaziergang und oft geht ihr alle dann noch ein Würstchen essen.

Lutz kommt auch seit vielen Jahren und ich bin ihm und Herrn Strauß so dankbar, dass sie Dir die Treue halten.

Aber es ist wohl so, wir alle vier wissen, Ricos Freund zu sein, das ist etwas ganz Besonderes.

So ist es wohl nun, Rico, Du wirst für immer Tierheimhund sein, aber diese Tatsache hat ihre traurige Bedeutung verloren.

Es ging vieles schief in Deinem Leben, es war nicht Deine Schuld, Du hattest unter der Dummheit und Verantwortungslosigkeit der Menschen zu leiden.

Aber nun ist es eben so, nach vorne gucken, das zeigst Du mir immer wieder.

Heute können wir zusammen viel lachen, richtig dusselig und albern sein. Cathrin schenkt Dir ein weiches rosa Körbchen und Du kugelst Dich wie ein Welpe darin.

Rico, es gut so wie es ist, wärst Du vermittelt, ich und deine drei Freunde, wir würden Dich so sehr vermissen.

Mit wem nur würde ich abends noch mal über den Tag reden, wenn Du nicht mehr da wärst??

Rico, oft sagen Menschen: „Oh, der ist aber böse, oder der hat sie ja nicht alle, der müsste mich ja nun mal kennen.“

Rico, Du bist wie Du bist, ich finde Dich wundervoll, großartig, kauzig, manchmal schlecht gelaunt und manchmal ein lustiger Clown.

Du wirst mit uns in das neue Tierheim ziehen, Du warst auch schon auf dem neuen Gelände, Du wirst das schönste Zimmer beziehen.

Rico, wir, Deine Freunde, werden immer bei Dir sein, Dich nie, niemals im Stich lassen, jeden Weg mit Dir gehen, durch jedes Tal und über jeden Berg. Danke, Rico, mein Seelenhund, dass Du mit mir gemeinsam den schwierigen Kampf ausgetragen hast, obwohl Du zu diesem Zeitpunkt schon so schwach und doch so stark warst. Danke Rico, dass Du bei mir warst.

Freunde für immer ….!

Kirstin Höfer

Freunde für immer!

Und nun hat Rico das Wort

Entweder- oder und Ausflüge 17.11.2013

Hallo Ihr,

Heute bin ich mit einer Super Laune aufgewacht, sozusagen grundlos gut gelaunt.

“Sie“ hatte auch gute Laune also haben wir das Rücken-Rubbel-Ritual im Auslauf ein bisschen ausgedehnt einfach weil’s so schön war.

Die Gruppen in den Ausläufen sind gerade sehr überschaubar, es gibt die Singles und Paare und eine ziemlich große Gruppe die Renn-, und Spielgruppe. Leider passt Struppig der rote Kobold mit den Wutanfällen nirgendwo rein, eigentlich ist der ja Single. Leider passt er aber zu mir (zu mir passt eben jeder Hund). Leider, weil Struppi echt anstrengend ist und laut.

Ich muss auf den aufpassen ihr wisst ja, der ist ein Ausbrecher und Quatschmacher.

Aber dann fällt mir auf einmal ein, warum ich so gut gelaunt bin: heute ist ja SONNTAG und LUTZ KOMMT!!!

„Boah, was freu ich mich … Auto fahren!“

In der Renn-, und Spiel Gruppe ist die Stimmung gut. Sie ist da auch und macht Fotos und spielt und rennt und kuschelt mit. Boje, Chester und Pinki sind auf einem Tages-Ausflug; das heißt denn ganzen Tag weg. Die dürfen dann Auto fahren mit den Leuten nach Hause gehen und gucken wie die wohnen und auch dort essen.

Kurz vorm Mittagessen (Essen war heute schön mit Fischöl und Dosenfutter drin) kam ein Fundhund. Eine Cocker Oma, total platt und ganz tüddelig. Ich hab sie gefragt, ob sie Ihre Menschen auch beim Jagen verloren hat. „Nee, beim Angeln sagte sie.

“Beim Angeln? Wie geht denn das?“ ich wollte unbedingt noch wissen ob sie tote Fische gefunden hat.

Aber die hat nur geschlafen. „Hm, sacht gar nix. Lebt die noch??“

Zwei Stunden später wurde sie auch schon von ihren Menschen abgeholt. Mann, haben die sich alle gefreut!

Dann war „Gassi-Geher-Zeit“, fast alle Hunde sind unterwegs und ich auch mit Lutz.

Und, wir sind nicht Auto gefahren, sondern wir sind nach Güls gewandert. Das ist das Tolle oder…. Auto fahren oder zum Anker Grill nach Güls wandern.

Da essen wir dann immer dasselbe, ich ein Bratwürstchen ohne Senf und Brötchen und der Lutz ein Bratwürstchen mit Senf und Brötchen. Die Lutz Frau ist dann auch dabei und der Hund von Lutz (voll nettes Mädchen).

Wenn wir dann da so hinwandern, dann sehen wir immer aus wie eine echte Familie, wie ein echtes Rudel. Keiner weiß, dass ich ein Tierheim Hund bin, ich sehe dann aus wie privat.

Wie ein Hund mit einem richtigen Zuhause und nicht wie einer aus dem Heim.

Nur die vom Anker Grill wissen das aber die sagen das keinem. So sitze ich dann da, beim Bratwürstchen essen und sehe aus wie jeder anderer Hund mit Familie.

Das ist schon sehr schön und deshalb ist Sonntag mein Lieblings Tag. Um vier waren wir zurück, ich bin total müde und sehr glücklich. Aber hier war noch viel los, Hunde kommen alle zurück.

Die schlanken Hunde kriegen alle noch mal ein zweites Essen, Abendessen. Ich nicht wegen dem Bratwürstchen und weil ich nicht schlank bin, sagt Sie.

Dabei hat Sie bestimmt ein Abendessen obwohl……

Chester, der Jack Russell Opi hat den Tagesausflug nicht ganz verstanden. Es war auch sein erster. Der dachte er wäre zusammen mit Pinki adoptiert worden und war traurig, dass die netten Menschen ihn nicht für immer mitgenommen haben.

Boje kennt das schon und kam begeistert zurück gestürmt und hat gequasselt und gequasselt was sie alles erlebt hat. Sie roch aber normal also hat sie keinen toten Fisch getroffen sonst wäre ich echt neidisch geworden, abends gab’s für mich ein trockenes Plätzchen, das ist eigentlich OK aber im Nachbarzimmer höre ich das typische „ Kraaacks “.

Mein Nachbar hat ein Schweineohr gekriegt („Heeee ist das etwa eins von meinen beiden? „)

“Nein Rico, deine liegen hier auf der Fensterbank!“ Ich mache die Nasenlöcher ganz weit auf: stimmt die liegen da.

„Rico, du hattest Bratwürstchen heute Mittag, entweder, oder“.

Das Leben is schon schwierig, immer heißt es entweder oder. Kann Hund denn nicht einfach beides haben? Also Bratwürstchen und Schweineohr, oder Mosel mit toten Fischen und Schrebergarten mit Igeln? Lutz und Onkel Strauß ?

Immer geht nur eins und das andere gerade nicht.

Aber heute war alles schön. Ich liege auf meinem warmen Bett und mache die Nase wieder ganz weit auf. Im Dunkeln kann ich meine Schweinohren nicht sehen, aber riechen …vielleicht gibt’s ja morgen eins davon.

Oder übermorgen .. oder so ..

Naacht …

Rico

Von 24 Plätzchen und der Hunde-Schubse 29.11.2013

Wisst ihr was ne Hundeschubse ist??? Nicht? Dann seid froh, wir haben eine – leider!

Das ist nämlich der Grund, warum so manches Gassi-Gehen keinen Spaß macht.

Die Hundeschubse heißt Sonja und sie ist Hundelehrerin (sagt Sie) aber eigentlich zeigt die den Gassi-Gehern wie man Hunde schubst. Zum Beispiel wenn Gassi-Zeit ist. Meine Kumpels freuen sich ja wie doof da drauf: mach’ mir einen Menschen an die Leine und dann Zaaawuuum!!…. geht’s in den Wald.

Leider dürfen wir ja nicht alleine in den Wald, oder an die Mosel; wir müssen Ballast mitnehmen. Langsame Menschen! Meine Güte mit zwei Beinen kann Mensch natürlich auch nicht richtig laufen.

Also müssen wir die Menschen ziehen. Voll anstrengend, aber Jay Jay kann das richtig gut. Der kann sogar dicke Menschen ziehen.

Die Hunde-Schubse aber will uns Hunde immer langsam machen, damit die Menschen voll faul sein können. („Mann, ihr könntet doch mit rennen! Wäre gut für Euch“.) Aber nein, die macht uns Hunde langsam und will, dass die Leine nicht straff ist.

Auch am Ausgangstor zeigt sie den Menschen wie man Hunde wegschubst damit der Mensch zuerst durch gehen kann.

Voll unfair, ich finde ja, wer zuerst am Tor ist, darf auch zuerst durchrammeln, mit vollem Wums! OK, mussde eben sehen, als Hund, wie Du Deinen Menschen schnell genug hinterher zwergelst. Draußen dann erst mal richtig Tempo machen, wenn die Menschen bremsen. Musst du als Hund eben alles geben. Wenn was gut riecht, dann ramme alle vier Pfoten in den Boden, bleib steif stehen, lass den Menschen nicht durchgehen, dass sie dich weiterzerren.

Wann es weiter geht, bestimmt Hund, nicht Mensch! Damit sind wir immer gut gefahren. Du kannst deinen Menschen auch dressieren, setz dich mit Schwung direkt vor ihn, fixiere ihn mit einem coolen Blick und schon wirst du sehen… schmeißt der ein Leckerchen ab.

Meistens brabbeln sie dann.: “Sitz und brav“. Kannste aber ignorieren, als Hund.

Ja, so war das früher, vor der Hunde-Schubse, jetzt kommen meine Kumpels immer fix und fertig vom Gassi zurück. Wendungen machen, am Tor warten, auch wenn Hund zuerst da war und langsam laufen….. sonst wird Hund geschubst.

Ich musste das ja nie mitmachen, nicht auszudenken, wenn die meinen Onkel Strauß umdreht, damit der mich auch schubst.

Onkel Strauß macht mir immer das Tor auf, dann gehen wir gemeinsam langsam durch. Onkel Strauß zieht auch nicht, der läuft so wie ich, langsam und wir gucken uns alles genau an. Hinsetzen tue ich mich nur wenn Sommer ist und wenn Onkel Strauß auch sitzt, auf ne Bank und ich davor.

Bin ich froh, dass ich nicht mehr jung bin und zu der Hunde-Schubse in den Unterricht muss.

Heute Abend hat sie was mitgebracht. „Guck mal, Rico!“, (ja, ich guck schon) “Weißte was das is? (oh je, Medizin? neuer Hut? riecht ja nach nix). „Ein Adventskalender für Hunde!“ („Äää?“) „Da sind Plätzchen drin!“ („ Uui, Plätzchen? Lass rüber wachsen!“)

„24 Stück!“(„Ja, is doch egal wie viele, gib her!“)

“Die gibt’s übermorgen!“(„Was? wieso?“) „Da is der 1. Dezember“.

(„Weiß ich, da is meine Sendung“.)(Anmerkung: Rico hatte Sonntags auf Antenne Koblenz eine Radio Kolumne) „Und dann gibt’s eins“. („EINS ?? Sind doch ganz viele“.)

“Und dann, überübermorgen, wieder eins“. („Was redet die denn da für einen Müll? Wer isst denn nur EIN Plätzchen am Tag, wenn doch ganz viele da sind?“)

“Jeden Tag eins,“ grinst sie“ (und sieht so dämlich aus, wie sie da grinst).

„Jeden Tag eins?“ frage ich. „Ja“, grinst debil weiter. („Was’n das für ne blöde Idee? Müssen wir sparen? Haben wir nur noch diese 24 Plätzchen und sonst keine mehr?“)

“ Guck mal, Rico“, ich hänge es dahin, dann kannste den Kalender sehen“. („FOLTER, wieso muss ich mir den denn angucken? Ich will JETZT alle 24 Plätzchen!“) Ich verdrehe meinen Kopf: da hängt das Ding, aber draußen!!!

Odin hat auch einen („Na super!“ Hängt auch draußen und auch nur eins am Tag!)

“Schlaf gut, Rico“, ….. Sagt sie und geht…

Im Halbdunkeln sehe ich das Ding da hängen. 24 Plätzchen, ich könnte es runterstarren mit meinen neuen Augen……. oder mir Sturm wünschen, dann fällt es runter….

Ich muss darüber nachdenken warum es jetzt kein Essen mehr gibt, nur noch ein Plätzchen am Tag und anscheinend auch nur Odin und ich, der Rest muss hungern……

“Ob es wohl jetzt soweit ist, dass wir kein Mittagsessen mehr kriegen, weil es tatsächlich „alle“ ist??? “Alle“,…. ein trostloses Wort!….. Ich gucke wieder auf das Ding….. noch für 24 Tage Plätzchen und dann ?????

Besorgte Gute Nacht Grüße

Euer Rico

Von Planänderungen und Nachtschichten 01.12.2013

Warum ich jetzt schon schreibe??? Na das könnt Ihr SIE mal fragen….. Alles verfriemelt heute.

Erst war ja noch alles gut, der Tag schön das Wetter OK Mittagessen gut. Meine Sendung lief ja heute und einige Leute waren mittags da und guckten mich an.

Einige raunen: „Das isser ,der berühmte Rico, ja das isser.“ Ich nämlich …. Das Raunen, das finde ich schon ganz gut. Gerade bin ich ins Bett gebracht worden und habe mein Adventskeks gekriegt aus dem Ding (jetzt sind es nur noch 23 Plätzchen …)

Da sagt sie: „Du, wir müssen uns heute kurz fassen!“ (Mir egal, ich kann mich ja kurz fassen aber du??)

“Ich komme nämlich heute Nacht noch mal“. (WIE bitte?) „Ja also, ich wollte Dir das ja früher sagen“, (haste aber nicht) „heute Nacht kommen neue Kumpels“. (Jo können ja gerne kommen aber nicht nach Bettchenzeit) „Wieso kommen die Nachts?“, frag ich. „Weil die fliegen!“ (OK, Sie lügt wieder, wie Struppi oder erzählt Mist).

“Fliegende Hunde?“, frag? Ich und hoffe sie merkt, was Sie für einen Müll erzählt. „Ja, aus unserem Partner Tierheim Malta“. (Meine Partner sind das nicht, wenn das deine sind, dann nimmt die Kumpels heute Nacht mit nach Hause!)

“Die landen um 22 Uhr, (aber nicht hier! Das sag ich Dir!) Ich müsste dich dann leider wecken“. (Mein Dienst geht von 8 Uhr bis 17 Uhr 30; Überstunden hab ich schon genug)

“Mann Rico, das sind doch so arme Socken. Sei mal tolerant….. (tolerant? Ja, bin ich … in der Dienstzeit)

“Du bist ein Spießer“, sagt sie (Ja und ich bin’s gern, bin ich immer gut mit gefahren!)

“Frag doch mal die Nachbarn, was die dazu sagen, Greg und Elvi“.

“OK, mach ich“, sagt sie und geht nach nebenan. (Und jetzt guckt, wie die gucken, als sie sagt, dass heute Nacht noch Kumpels kommen.)

“Rico nicht sauer sein“. (Sauer? ich finde es UNMÖGLICH, wo ich berühmt bin, mich zu stören.) “ Jetzt schlaf mal schön bis später“, sagt Sie noch. (Na warte, was ich dir heute Nacht erzähle!)

Empörte Grüße, Rico

Flüchtlinge, wilde Tiere und Hundeschubsen Tag 02.12.2013

„Hey, …Kaum ein Auge zu gemacht heute Nacht. Von wegen ich-weckedich-heute-Nacht-um-22 Uhr-mal-kurz“. Um 22 Uhr Nachts??!!! Rammeln die in mein Hundehaus. Wir waren schön am Schlafen. Bautz! Geht die Tür auf und da latscht Sie mit dem ersten Flüchtling aus Malta rein

Wir sind alle aus dem Schlaf geschreckt, einer nach dem anderen kam da rein. Eigentlich nette Kerle, höflich haben keinen Mucks gesagt und sind ganz still rein gekommen.

Aber Mann mitten in der Nacht und so viele? Also ich konnte se nicht mehr zählen.. aber so ungefähr 112 Hunde. „RICO ÜBERTREIB ES NICHT ES WAREN FÜNF!!! „

„Gut .. Fünf, aber den Aufwand, den Sie machte und die Frau Jutta und der Philip von der Tierrettung, der hätte auch für 112 gelangt echt.

Getüdelt und gesäuselt und Fotos gemacht. „MAAAAN, wir wollen pennen! Raus hier habt ihr kein Zuhause??“ Dann gingen die endlich. Im Hundehaus war dann noch Getuschel ist ja klar. Fünf neue, da will ja jeder wissen woher und warum.

Ich wollte nur eins wissen: „Sach mal seid ihr echt geflogen?“, hab ich den Reiseleiter, den Rolli gefragt. „Ja klar,“ sagt der, „von Malta bis hierher in euer Haus“.

Schweigen im ganzen Haus, jeder macht sich so seine Gedanken über fliegende Hunde…. Ich denke nur: „ Klasse, ne ganze Horde Struppis. Die lügen alle! Fängt ja gut an!“

Heute morgen wieder so ein Gewese um die. Die müssen alle Jacken anziehen -sehen echt aus wie ne Reisegruppe aus Osnabrück. Ich gehe vorbei und sag nur: „Doller Fluganzug!“

Ich gehe dann mit Ihr in das Arztzimmer, weil ich so ne kleine Wunde am Fuß hab und einen Verband brauch. Nix Schlimmes, aber ich darf nicht dran lutschen und da muss Salbe drauf. Im Arztzimmer kommt mir ein sensationeller Geruch in die Nase, in einer abgedeckten Kiste raschelt es leise….

EIN FUCHS! ! In der Kiste!!…. Sie hat mir einen Fuchs besorgt! Einen eigenen Fuchs! Zum Spielen und Jagen und Dran-Lutschen!

Ich bin ganz gerührt. Sie hat mich ja doch lieb! „Is das meiner?“, flüstre ich, weil ich so ergriffen bin von dem tollen Geschenk.

„Rico, Nase weg da!“, raunzt sie mich an. („Das kann man ja auch netter sagen!“)

Ich will ja nur mal kurz gucken. Sie fummelt mir den Verband dran …

„Nase weg!“, quakt sie los, „der is nicht für Dich!“ (Kein Fisch, keine Maus, kein Fuchs! Ich hab ein armes Leben!)

Ich gehe in meinen Auslauf, die Flughunde stehen in ihren lächerlichen Jacken im Nachbarauslauf und gucken mich stumm an. Ich gucke zurück: sehen nett aus, wirklich! Wenn das nur nicht so Lügner wären.

Mittags sagt Sie: „Rico, ich muss heute Mittag weg, zum Zirkus wegen den Tigern“: (Spinnst Du? Die holst du doch nicht, oder? Das Boot ist voll! Fliegende Hunde, Füchse und jetzt noch Tiger!)

„Bin bald wieder da“ …..

Dann kam Onkel Strauß. Dem hab ich alles, alles erzählt. Auf dem Rückweg habe ich die Hundeschubse getroffen. Heute waren fast alle Hunde wieder in der Schule.

Also die Menschen gehen bei unseren Hunden in die Schule. Mann, da war was los! Aber die Kumpels hatten echt Spaß. Die neuen Gassi Geher sind noch so nett. Bis sie das Am-Tor-Wegschubsen lernen.

Heute Abend habe ich wieder ein Plätzchen aus dem Ding gekriegt, eins Aber auch noch einen Kauknochen das is son bisschen wie ne Zahnbürste aber besser als nix ..

Ich gucke Sie an: „Bitte kann morgen mal ein ruhiger Tag sein….mit?“….

„Mit was?“, fragt sie.

„Hm mit ohne Füchse, Tigern und ohne Nachts wecken? Ohne Schubse, aber mit Rückenrubbeln und mehr erzählen …?“

„Ja Rico, morgen machen wir das alles ….. ohne Füchse und ohne Tiger und heute Nacht weckt Dich keiner! Gute Nacht schlaf gut, Rico!“

„Schlaf auch gut“, denke ich. Aber den Fuchs hättest Du mir echt schenken können…

„Dem“, sagt Sie noch, „haben wir die Freiheit geschenkt“…..

Was ist wohl wirklich Freiheit? Muss ich drüber nachdenken und auch darüber ob ich so was haben will….

Euer Rico ….. soooo müde

Und sie fliegen doch ….03.12.2013

Boha, is das kalt geworden, Maaaan…

Nach einer halben Stunde im Kinder-, und Mädchen Auslauf (heute kein Struppi) wollte ich dringend wieder in meine Bude.

Aber da war der Zimmer Service ja noch am werkeln .Da hab ich laut gerufen:“ „Haaalooooohaaalooooo mir is kaaaalt, ich will in meine Bude “ Sehe Sie rumwuseln, Bettchen ausschütteln, putzen, schrubben und denke irgendwie war die Alte auch mal schneller.

“Haallooo“, rufe ich wieder hat’s ja vielleicht nicht gehört.

Nee hat se nicht, wuselt weiter. Ich verstärke mein Rufen “HHAAAALOOO, der Rico will aus dem Mädchen Paradies abgeholt werden!“

Kommt endlich die Antwort: „Ja doch, ich hör Dich ja!“ (Dann sag’s doch auch!) „Ich komme gleich!“ (Gleich, dieses blöde, blöde Wort was eigentlich nix bedeutet. Nix, gar nix, kann alles sein!

„Wann is denn gleich???“ „Mann Rico, nu hetz doch nicht!“ (Hetzen? Mir is der Rotz in der Nase gefroren, ich kriege Lungenentzündung und habe eisekalte Pfoten)

Dann is gleich! Sie lässt mich raus und ich darf alleine gehen in meine Bude. (Bin ja kein Baby ich weiß ja wo meine Bude ist)

Wenn es so kalt ist, dann hat Sie oder Sabine oder auch Maren ordentlich Stress. Dann muss da mal echt voran gemacht werden, weil wir alle nicht so lange draußen sein können.

Ich döse in meiner Bude, denke immer noch über Freiheit nach und wo der Fuchs wohl hingekommen ist.

Da kommt sie und sagt: „Rico, guck mal da ist ein riiiesen Packet angekommen.“ „Für mich?“, frag ich. (Klar für mich das kann nur für mich sein)

“Ja, für dich, Apollo und Odin (Hä?) Ich gucke, aber Apollo ist sehr klein geschrieben also praktisch könnte das auch was ganz anders heißen. Drin war alles was, den Puls auf 200 bringt.

Ohren, Rinderkopfhaut, Ochsenschwänzchen…Alles irre und soooviel! !!! Ich gucke Sie an „ Party??“ Sie sagt nix. „Na komm, Hund muss die Feste feiern wie sie fallen“.

“OK, Party heute Abend“.

Ich summe wieder vor mich hin und überlege, was ich wohl nehme, ein Ohr oder ein Schwänzchen… oder…

Onkel Strauß kommt und wir zuckeln los Richtung Stadt.

Beim Zurückkommen, sehe ich die Flughunde auf der großen Wiese. Die Sonne scheint und die haben keine Anzüge an.

Rolli der Chef kommt an den Zaun, starrt mich an. Ich starre zurück…..

Minuten vergehen. „He Alter“, sagt er dann, (ich lasse mich nicht herausfordern) jetzt pass mal gut auf“, sagt er und dreht sich um.

Dann macht er in seiner Truppe eine Ansage und auf einmal….. Also ich hab’s gesehen, wirklich und sie hat das Beweisfoto: auf einmal fliegt einer von denen über die Wiese.

Der Rockt der fliegt und dann die anderen alle auch …. ich bin fassungslos, so was habe ich noch nie gesehen.

Rolli kommt an den Zaun zurück….. Starrt mich wieder an, stumm. Ich starre zurück.

“Und?“, sagt er, „was sachste ???“

Hab ich schon oft gesehen, Flughunde eben, ist doch was ganz normales. Gut, dass Onkel Strauß weitergeht. „Sorry, Alter“, sag ich, „ich hab Termine“.

Wir schlurfen zu meiner Bude.

Abends is Party und es ist schön wie immer mit Musik und ich habe einen Ochsenschwanz bekommen.

Sie freut sich mit uns sagt gute Nacht und geht.

Ich kuschel’ mich in mein Bett und denke über Rollis coole Truppe nach. Seine Gruppe kann fliegen… ich denke an Struppi, meinen Stalker, der ständig labert und lügt….

Das ist meine Gruppe….. Hm …

Ich kann nur hoffen, dass Rollis Gruppe schnell kleiner wird und die vermittelt werden, damit er nicht mehr so lange damit angeben kann …

So fliegen zu können, ehrlich das ist ziemlich großartig …

Gute Nacht aus meiner Bude ….

Rico …

Freiheit schenken 05.12.2013

Gleich vorne weg… ich bin traurig und ein bisschen mutlos. Der Tag fing eigentlich gut an, die Flughunde waren im Auslauf und hatten alle wieder ihre Reisegruppen Anzüge an. In denen können die nicht fliegen, rennen ja aber eben NICHT fliegen.

Ich stelle mich an den Zaum und glotze sie an (Anglotzen ist unter Hunden kein guter Stil, sondern ne echte Provokation).

Rolly ignoriert mich, Rusty einer seiner Gruppe blafft mich an: „ Glotzen verboten “ dabei ist er nix weiter, als ein kleiner Wicht in blauer Jacke.

Endlich kommt Rolly an den Zaun geschlendert. Er versucht lässig auszusehen. Ich auch - gucke lässig….. „ Tach,“ sagt er. „Tach“, sag ich. Wir gucken uns stumm an. „Na,“ sag ich, „heute wieder Flugrunde??“

Er guckt in die Ferne ……. “Neee,…. heute nicht, is zu windig“ (Blödmann! weiß immer ne Ausrede). Ich gehe weiter, laangsam, gaaanz langsam … lässig eben. Innerlich freue ich mich wie Bolle: in soner blöden Jacke rumzulaufen ist echt ne Strafe! …. Seine ist rot!

Mittags quasselt mir Struppi wieder ein Ohr ab. Ich höre nur halb zu. Mann, der hätte auch Mensch werden können; die quasseln ja auch ständig Aber dann höre ich doch hin, er erzählt, dass Sie eine Wunschliste auf meine Fan Seite gestellt hat.

Struppi ist begeistert und erzählt, was er sich noch alles gewünscht hat.

So und jetzt bin ich wütend und gleich danach total traurig. Alle dürfen sich alberne, lustige Sachen wünschen. Nur ich muss was Kluges wünschen. Jetzt spendet ja keiner mehr für meinen Wunsch, das neue Tierheim.

Alle Menschen werden doch lieber Schweineohren schenken, oder ne Flachzange, oder nen Katzentunnel….. Als Sie kommt, heule ich los…

„Was ist denn los Rico??“ (ja was denn wohl Du dumme Nuss? Warum muss ich mir denn was Kluges wünschen und alle hier dürfen sich fette Sachen wünschen?

“Weil du der Chef bist und Chefs müssen vernünftig sein und an alle denken. (Dann will ich kein Chef mehr sein, soll Struppi doch machen) „Rico, jetzt hör mal zu! Was wünscht du Dir denn am aller, allermeisten, hm?? Denk nach!“ (schon wieder sone schwere Aufgabe.)

Aber ich muss nicht lange nachdenken: es ist die Freiheit die mir tatsächlich im Herzen fest sitzt, seit ich weiß, was das ist…

„Denke doch an den schönen Flüsterort“, flüstert Sie …(ja ich denke daran)

„Aber die Menschen werden mir nichts schenken für das neue Tierheim“, sage ich. „Rico, deine Fans werden dir eine Freude machen wollen, weil du der einzige sein wirst, der mit uns ins neue Tierheim ziehen wird“. (der Apollo nicht?) „Gut, der vermutlich leider auch. (und der Balou?) Ja, sagt Sie der wohl auch“. - Gut … aber wenn wir endlich Platz haben dann, muss ich den nicht dauernd sehen oder??? (So jetzt pass auf was du sagst) Nein, der hat dann sein Zimmer weit weg von dir (Apollo weit weg? ein Traum!) „Und es ist sicher, dass meine Fans mir eine Freunde machen wollen?“, frage ich. „Nein“, sagt sie „sicher ist das nicht“. (ich wusste es ,nie is mal was sicher) „Aber wir können es mal probieren“. „Wie denn ??“ „Pass auf, Rico, wir machen ein Foto von dir, vor der kleinen, alten Hütte und du sagst, wenn ich „jetzt“ sage einmal „Bitte“

Wir latschen zur der kleinen, ollen Hütte. Ich setzte mich davor und sie sagt „jetzt“ (hä?? ich war noch gar nicht so weit)

“Mann Rico, hast die Augen zu, noch mal „ jetzt “ (ich geb mir doch Mühe!)

Es dauert ewig lang, dann sagt sie „so das Foto ist gut, …. Fertig“.

Abends quatschen wir noch kurz. „Sach mal“, frage ich, „wenn die Menschen nun Geld spenden für meinen Weihnachtswunsch das neue Tierheim, wie wird denn das zu Freiheit?“„Überleg mal Rico (nee nich schon wieder ewig so schwere Sachen zum Nachdenken) Zäune … Zäune sind doch Freiheit“. (Stimmt die große Wiese ist deshalb meine Lieblings Wiese, weil sie so groß ist. Und Zäune sind auch Schutz damit ich meins habe und nicht verdroschen werde vom Apollo….

„Schlaf gut Rico, mach dir doch nicht immer solche Sorgen, irgendjemand wird Dir schon was spenden, bestimmt ….

„Aber woher weiß ich denn, dass das für mich ist?“, frage ich noch. „Na die Menschen werden sicher „Freiheit“ drauf schreiben“.

Das Licht geht aus, ich verstehe das alles nicht, hoffentlich verstehen das meine Fans, dass sie „ Freiheit “ drauf schreiben sollen, auf mein Geld….

Ich döse ein… habe Sabine heute gefragt, was sie mit meiner Müller Milch gemacht hat? „Weggeschmissen!“, hat se gesagt.

Ich glaube ihr das nicht … bestimmt hat sie die heimlich ausgetrunken…. Mein letzter Gedanke ist eine große Wiese mit schönen Zäunen und an den Zäunen hängen ganz viele Schweinohren und die Wiese ist voller Mäuselöcher …….

Freiheit, Freiheit ……. Freiheit mit flüstern …nicken und lächeln…..

Nikolaus ???? und Tätowierer …..06.12.2013

Der ist bei mir eingezogen der wohnt jetzt bei mir …. und ich weiß echt nicht was ich davon halten soll …..

Ich kenne den gar nicht, ich hab den nicht eingeladen und nun glotzt und fläzt der sich in meiner Bude rum …

Heute Morgen war alles schön, allerdings war viel los eine ganze Horde Kinder war bei uns. Die haben sich das Tierheim angeguckt; Menschen Welpen sind ja nicht so mein Ding, aber die waren nett.

Der eine sagte „ Ui ,der ist bestimmt der König vom Tierheim“, so ein kluges Kind; aus dem wird mal was, wer son klaren Durchblick hat. …

Ich habe Sie dann bedeutungsvoll angeguckt: „Weißte Bescheid, Schätzelein … König! !!“

Nach der Mittags Pause kam Onkel Strauß, wir sind losgezogen und haben in die Mosel geglotzt. Das ist schön so am Fluss lang latschen…

Als wir zurückkamen, ruft Sie: „Wartet mal ihr zwei da ist ein Fan von Rico, der will den mal sehen“ …

Fan? Hoffentlich kein Stalker? Sie stellt ihn mir vor: „Das ist der Jörg Brenner vom Tattoo Studio Antaris (jo …macht ja nix) und der ist dein Fan „,(Fan vom König bitte schön)

Onkel Strauß erklärt gleich mal meine ganze Gebrauchsanweisung und was ich für ein toller Kerl bin.(ein Freund, ein guter Freund, ja das ist das Beste was es gibt auf der Welt)

Dieser Jörg ist beeindruckt denke ich mal.

Ich gehe in meine Bude als gerade so ein fieser Regen anfängt ,da reißt Sie die Tür auf: „Der Nikolaus ist da!!! (WER ??) und er will Dich besuchen“. .. (nee lass mal ich hatte heute schon genug Besuch) aber schon drückt sie mir son weichen Feudel ins Gesicht. „Hee … weg damit! Was ist das .???“ Das hat heute ein Fan für Dich abgegeben, zum Nikolaus (ich hatte mir Freiheit gewünscht oder ein Schweinohr, aber keinen Mitbewohner.

Ich drücke den Nikolaus gleich mal fest nach unten damit der nicht frech wird, Rangordnung klärt man am Besten sofort …

“Schön gell?“, grinst Sie (schön? na ja … nicht essbar, riecht nach nix und …nen blöden Namen hat der auch)

“Sach mal wer issn der Jörg? Und was macht der ?Kriegst Du jetzt ne Nummer ins Ohr tätowiert, damit Du nicht verloren gehst??“

“Nee, der will was für uns machen mit seinem Studio“. „Was denn?“, frag ich. “Der hilft uns … mit an der Freiheit für Dich zu bauen. (ECHT? wow …… da guck ..) Aber wart es einfach mal ab“ …. (immer wenn Se nicht weiter weiß, dann kommt so was)

“Krieg ich noch was?“, frag ich. „Ja klar“, und gibt mir einen wirklich kleinen Kauknochen.

“Gute Nacht“.. … „Naaacht“, schmatze ich und fresse meinen kleinen Kauknochen.

Da sehe ich wie der Nikolaus mich dumpf anglotzt: „Glotz nicht so, du dämliches Ding!“, ich haue ihn vom Bettchen …

Jetzt liegt er mit der Fresse nach unten aufm Boden … ich kaue weiter …. gucke immer noch nach dem Nikolaus .. rührt sich nicht …. scheint tot gegangen zu sein ….

“Hee, ….. Glotzer“, rufe ich … nix … tot mausetot …. auch blöd son toten Glotzer in der Bude zu haben.

Ich schubse ihn an. Bleibt tot …. jetzt zerre ich ihn an seinem echt kurzen Beinchen aufs Bett.

Glotzt in die Luft,…. armer Glotz Nikolaus …, ich guck ihn an, is ja ne arme Socke der Nikolaus!

Ich lege meinen Kopf auf ihn drauf. Der ist verdammt weich und warm und bequem….

“Hör mal zu Glotze-Nikolaus, kannst hier wohnen wenn du nicht quasselst und mich nicht anglotzt!“ ….

Er sagt nix, scheint schnell zu kapieren …

Ich döse weg … und irgendwie ist es gar nicht schlecht, wenn da jemand Weiches neben einem liegt ….

Zusammen ist man weniger alleine … und auch Königs und Chefs brauchen Freunde und manchmal einen, der einfach da ist …

Gute Nacht sagen heute Rico und Glotzer Nikolaus ….

Der Glotzer, der Ratz und ich in meinem weichen Bettchen

Mein erster Arbeitstag und die blaue Schachtel 13.12.13

Mann!!! Was war das heute ein schöner Tag!! Heute Morgen kommt Sie reingestürmt: „Auf, auf Rico heute ist Dein erster Arbeitstag auf der Baustelle“. (Heute? is das heute schon jetzt??)

„Ja los aufstehen und nix Auslauf!“(Mooment hab ja noch gar keine Morgentoilette gemacht) also kurz in die Büsche und Pippi.

Alle gucken mir nach, ich höre es raunen, ich mache ein sehr wichtiges Gesicht. Termine ihr versteht. …

Im Auto summe ich wieder vor mich hin: „ Auto fahren ist soo schön,“ Hund sitzt da und alles zieht so vorbei. Es ist warm und Sie und ich hören Musik. Ich summe son bisschen, Sie auch.. Dann sind wir da und ich bin einfach platt….. Es ist soo groß…. Erst Mal gehen wir ein Stück und ich schlage mich in die Büsche für… ihr wisst schon.

Da sind die Bagger und es dröhnt und es ist laut und wundervoll matschig….

Sie redet mit den Bauarbeitern und stellt mich vor: „Das ist Rico der Polier, der schreibt das Bautagebuch.“ „ Ach du bist das,“ sagt der eine Typ und lächelt und nickt nett. Sind eben echte Jungs, die wollen nicht gleich losfummeln.

Dann wird sie peinlich und fragt: „Wieso habt ihr denn keine Bauhelme auf??“ Das ist ja schon zwanghaft, dass Sie allen Plastik Dinger aufn Kopf setzen will. „Die kommen wenn der Kran steht, „ sagt der nette Typ. Mann ist doch klar! Mädchen auf der Baustelle, keinen Plan, keine Ahnung, aber davon jede Menge …

Ich gucke mir alles an: das riesige Loch, die Abgrenzungen setze hier und da mein OK drunter. Sie latscht mit und staunt … Dann stehen wir knöcheltief im Matsch, die Bagger dröhnen uns in den Ohren, der Wind pfeift, der Himmel ist so nah … Wir stehen ganz stumm und sind beide ganz nah im Herzen beieinander …… DAS! Ist unsere Zukunft, unser neues Tierheim, unsere Freiheit.

Ich schubse ihre Hand mit der Nase an. Wir gucken und gucken und haben uns ganz fest an der Hand…… DAS ist unser Moment!

Dann gehen wir beide zurück zum Auto, wir quatschen nicht…. einfach glücklich … Wir beide wissen alles, alles, jeder Kampf, jeder steile Weg hat sich gelohnt zu unserem neuen Tierheim …..

Es gibt Mittagessen und danach kommen wieder Kartons, jeden Tag kommen viele Kartons und immer wieder jubelt da ein Tierpfleger: „Geschenke!!!“

Katzentunnels, Heuraufen, Schweineohren, Hundebetten, jeden Tag kriegt einer von uns ein Geschenk. Unser Futterlager ist voll mit den wundervollsten Sachen, aber leider zieht das auch Gesindel an. Gesindel sind die Küchenhunde - diese fiese Gang, die überall rumlaufen dürfen, das sind die Tierpfleger Hunde, aber auch Tierheimhunde (die Weicheier, die in der Küche schlafen!)

Immer wenn die Futterlagertür aufsteht ist einer vom Gesindel drin zum Klauen. Ständig kaut einer, oder einer der Tierpfleger brüllt: „HEEE raus da! „

Sabine will ne Lichtschranke mit Alarmknopf einbauen, das hoffe ich … blödes Küchenhundgesindel.

Kurz vor „Gute-Nacht“ kommt Sie und guckt ziemlich komisch, hat ne blaue Schachtel in der Hand, Sie grinst … und sieht echt dämlich aus….

“So Rico, jetzt pass auf (nee kann nicht Sabine hat mir gerade einen riesen Kauknochen geschenkt)

“Guck!“ (Ich guck ja sehe aber nur ne Schachtel) Sie legt sie aufs Bettchen und geht raus…. ich fresse meinen schönen Knochen weiter, will keine Schachtel.

Nach ner Weile rieche ich was, kommt aus der Kiste, der Glotzer liegt mit dem Rücken im Bett, der iss es nicht.

Ich gucke die Schachtel an, das riecht nach…… MAUS! !!!!! Ich rumse die Schachtel auf und es ist wirklich eine Maus, eine tadellos Maus.

Eine Maus von ihr! !!!!

Der Glotzer glotzt an die Decke, ich glotze an die Wand……. SIE kann

Mäuse fangen! .. Die Maus riecht auch nach Katze…. komisch aber gut … ich gucke die Maus an …. fresse meinen tollen Knochen weiter.

Da kommt sie wieder rein, guckt mich an, ich gucke sie an …

„Gute Nacht Rico,“ sagt sie. „Gute Nacht,“ … sag ich …

Das Licht geht aus, ich lutsche meinen Knochen weiter.

Gut, die Sache ist klar, Sie ist wirklich, wirklich der Hunde Chef…. bin irgendwie sehr beruhigt.

Denn ehrlich, ihr Menschen da draußen, wir Hunde sind froh, wenn ihr Menschen die Chefrolle übernehmt und Euch um alles kümmert. Aber ihr müsst dazu auch wirklich in der Lage sein..! !!

Gute Nacht an alle Euer Rico

PS: von IHR.

Liebe Leser, ich habe keine Maus für Rico getötet, das würde ich natürlich nicht tun. Die Maus hat heute früh Ricos Fan Jörg gebracht, der wiederum hat sie von seinen Katzen heute Morgen geschenkt bekommen. Ihr wisst ja wie das ist mit den Katzen- Geschenken, die die Samtpfoten mit nach Hause bringen. Und ich habe Rico die Maus heimlich wieder entwendet. Er war so glücklich mit dem Riesen Knochen; hat er nicht gemerkt. Nein, wir wollen keine Mäuse mehr unter seiner Matratze.

Die Maus habe ich dann Nils geschenkt, einem Kater der gerade eine langweilige Quarantäne Zeit hinter sich bringen muss. Und er hatte wirklich einen Riesen Spaß mit der Maus.

Lieber Jörg, liebe Fans, danke für Eure Geschenke …. aber bitte, eine Maus langt …..

Heute ist kein Sonntag und vom JETZT freuen …15.12.2013

Heute war ja gar kein Sonntag, der Lutz war gar nicht da. Dafür ist Sie mit mir spazieren gegangen ….. sehr komisch.

Ich sag zu ihr: „Du musst doch arbeiten!“ Sagt Sie: „heute is doch S….. ich hab gerade ein bisschen Zeit“.

Wir sind dann einen Abenteuerweg gegangen damit mir nicht langweilig is. Durchs Gebüsch sind wir gekraucht und einen kleinen Berg hoch. Hat prima nach Wildschwein da gerochen.

Leider war das bisschen Zeit dann doch wieder schnell vorbei, weil ihre Laberkiste geklingelt hat.

Da mussten wir zurück, weil die Tierrettung einen kleinen Martin gebracht hat. Keine Ahnung was ein kleiner Martin ist; hab den nicht gesehen.

Ich bin dann noch ein bisschen in den Auslauf gegangen: im Nachbarauslauf war ne Horde Prolls. Ich gucke sie an: „Darf ich?“

“Joo, lass gehen Kapelle“, sagt sie und dann bin ich abgezischt. Denn manchmal habe ich echt Lust auf Pöbelei. Die Prolls von nebenan und ich sind am Zaun lang gerannt und haben uns Unverschämtheiten durch den Zaun zugebrüllt.

Manchmal bin ich so gerne ein Proll und drohe anderen Dresche an. Danach fühlt man sich irgendwie gut…

Als ich im Bett war kam die Anja, die hilft Ihr immer mal mit uns, und DIE denkt immer daran meinen Plätzchen aus dem Ding die Tür aufzumachen.

Sie kriegt das ja nicht hin … gut, dass Anja daran denkt - heute war Plätzchen 15 dran.

Und mir hat sie heute auch geholfen, sie hat mir denn Terror Zwerg mal abgenommen und ist mit Struppi spazieren gegangen.

“Danke Anja!“

Später kommt Sie dann noch zu mir guckt ganz komisch, Du Rico ich muss Dir was sagen. Dabei hat sie ganz feuchte Augen, mir läuft es kalt den Rücken runter, irgendwas ist wohl passiert.

Es ist was passiert (ich wusste es) also es ist so (Oh Gott das Futterlager ist abgebrannt und alle Schweineohren sind kaputt)

“Heute Morgen (oder Haus 1 ist überfüllt und Apollo muss in mein Haus einziehen)

Also heute Morgen war eine Frau da (und die will mich kaufen) und … also Rico, Jay Jay und Margo sind weg!“ (Bin erleichtert Futterlager scheint also noch OK zu sein)

“Weggelaufen?“, frag ich. „Mach Dir keine Sorgen - die kommen ja wieder; die laufen doch nicht weg!“ „Nee Rico die sind zusammen vermittelt worden“. (?????????? WAAAS?) “Und warum heulst Du dann?“, frag ich. „Weil ich mich so freue“, sagt sie und dann hat se ein nasses Gesicht.

Ich weiß gar nicht was Ich sagen soll, man heult doch nicht, wenn man sich freut.

Ich traue gar nicht mich richtig zu freuen (jetzt wirdse aber echt komisch) „Wieso denn nicht?“, frag ich, „schimpft dann jemand, wenn Du Dich freust??“ „Ich freue mich erst in zwei bis drei Wochen“, sagt Sie. (ich verstehe gar nix mehr, wir Hunde freuen uns, wenn’s was zum freuen gibt - also immer gleich)

Also wenn ich heute ein Schweineohr kriege, dann freu ich mich doch gleich und nicht in drei Wochen.

Ihr Menschen seid echt verquer…..

„Freu Dich doch jetzt UND in drei Wochen“, schlage ich Ihr vor. (ich bin so unendlich klug) „Rico, Du bist ja so klug“ (sag ich doch unendlich) Sie nickt und rubbelt meine Rücken: „Hör mal, ich hätte gerne was zum Jetzt freuen. Krieg ich auch, prima Kaustreifen. „Rico“, sagt sie noch, „Jay Jay und Margo haben jetzt ein Zuhause (ja doch hab’s begriffen) ich freu mich so“. (Na also klappt doch)

„Nacht Rico“. „Nacht“, schmatze ich….

Licht ist aus, gut, dann sehe ich den Glotzer nicht. Ich denke an Jay Jay und Margo, ich freue mich JETZT weil die beiden zusammen sind.

Zusammen im neuen Zuhause …… Ich rolle mich in meinem Bettchen rum, gemütlich iss es, lege meinen Kopf auf den weichen Glotzer …. mit dem bin ich ja auch irgendwie zusammen …. in meinem Zuhause …. Schlaft gut … Ihr alle da draußen … Euer Rico

Warm Up und Spüldienst … 17.12.2013

Hallo Leute

Ich weiß gar nicht, ob ich schon erwähnt habe, dass ich ja praktisch nur aus Haut und Knochen bestehe, also sehr dürr bin. Und weil ich so abgezehrt bin, friere ich natürlich viel schneller als die anderen dicken Hunde. Ich habe ja keine Fettschicht, bestehe eigentlich nur aus Muskeln (wobei ich glaube, ich habe auch Muskelschwund) und Knochen. Wenn ich morgens mit ihr in den Auslauf gehe dann ist es ja … arschkalt, so was von kalt. Ich habe ihr aber gleich gesagt, dass ich lieber tot wäre, als so eine lächerliche Jacke anzuziehen, wie die anderen Kumpels. Viele von uns haben ja Jacken an, das ist ja immer ein Geziehen und Gezerre morgens. Sie sagt immer sie fühlt sich wie eine Kindergärtnerin, unzählige Beinchen in Jackenärmel reinzwergeln, Pullis über Köpfe ziehen.

Und weil wir morgens ja alle vor allem raus, raus, raus wollen und das „Dalli“, ist das immer ein echtes Spektakel und Gezappel. Keiner kann still sitzen beim Anziehen.

Ich hör das ja immer wenn Sie die Kumpels anzieht. „Jetzt halt doch mal still! Maaaannn Rusty! hör doch mal auf! …. Aua … Jetzt ist aber Schluss!“… und so weiter.

Wenn dann alle angezogen sind, hat sie Ihre Jacke schon in die Ecke geworfen und einen roten Kopf vor Anstrengung.

Ich, nackt und … hab ich eigentlich schon gesagt, dass ich sehr schmal bin? Bestelle meinen „Hol-mich-rein-Service“ dann ja schon um halb 10 Uhr.

Als mangelernährter Hund friert man eben schneller und kann sehr schnell tot gehen.

Da ich ab 9 Uhr 30 dauerbrülle, darf ich dann auch rein. Ist ja auch kräftezehrend das laute Rufen.

Aber die anderen, die müssen in ihren lächerlichen Jacken noch draußen bleiben.

Die Flughunde aus Malta frieren aber auch mit Jacken, weil sie manchmal einfach doof rumstehen. Das macht Ihr dann Stress; einfach wieder reinbringen - das macht Sie auch nicht denn, die müssen ja Bewegung haben.

Also gibt’s dann eine Animateur Stunde, ein Warm Up dann muss Sie mit denen rennen, Ball werfen oder auf und ab gehen.

Das macht Stimmung da rennt dann alles mit und hat Spaß, ich kann das ja nicht mehr so, rennen, durch meine Unterernährung fehlt mir dazu die Kraft, leider.

Es ist ja nun nicht so, dass wir alle bedient werden, wir arbeiten auch mit. Es gibt z.B. einen Spüldienst. Das machen wir alle gerne und jeden Abend ist jemand anderes dran. Spüldienst heißt, den großen Futtereimer auslecken, also sauber spülen. Heute war ich dran, weil ich am Besten spüle sagt Sie. Gestern hat Struppi gespült, aber der Depp hat den Eimer fast gefressen. Denn wer Spüldienst hat, hat die ganze Nacht Zeit zum Spülen. Der darf den Eimer bis morgens im Zimmer behalten.

Als Struppi gesehen hat, dass ich heute spüle, hat er losgeheult: „IIIIICHH will aber! “ „Nee,“ sagt Sie, „guck dir mal den Eimer an, hast den ganzen Rand angefressen, also echt nicht Struppi!“ (gut so, blöder, kleiner, roter Terminator)

Dann hat er ihr doch wieder Leid getan, weil er so geheult hat, deshalb durfte Struppi heute selber seinen Keks aus der Tür lassen. Aber .. sie vergisst oft die Türchen, wenn Anja nicht da ist dann klappt das nicht.

Aber dafür gibt’s ja jeden Abend Dauerlollis, also Kaustangen der Ohren.

Beim „Gute-Nacht-Sagen“ sagt Sie: „Heute ist wieder ein Packet für Dich gekommen. Kriegst du morgen, heute haste ja Spüldienst!“ (Spüldienst und Schweinohr geht nicht …sagt Sie)

„Gute Nacht Dicker!“ (also das schlägt dem Eimer den Boden aus!) “Nacht“, nuschle ich in den Eimer …. Licht geht aus …

Aber wir Hunde wir können auch im Dunkeln spülen … Ihr Menschen nicht…. oder?

Schlaft alle gut…..

Euer Rico

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