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Bye Bye Bank. 21 Bankerinnen und Banker auf dem Weg zu neuen Ufern

Cover

Titel

Matthias A. Weiss

BYE BYE BANK

21 Bankerinnen und Banker auf dem Weg zu neuen Ufern

Praxis Hokairos

Inhaltsverzeichnis

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Titel

Impressum

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

01 Stefan Alder, Reiseleiter

02 Thomas Badertscher, Jukeboxen-Restaurator

03 Jörg Blunschi, Geschäftsführer der Migros Zürich

04 Marcel Bühler, Winzer

05 Peter Dettwiler, Teehändler

06 Daniel Dreifuss, Uhrmacher

07 Martin Egli, Geschäftsführer Verein Behinderten-Reisen

08 Priska Gehring-Hertli, Krippenbesitzerin

09 Renata Georg Preiswerk, Familienfrau

10 Benedikt Germanier, Skifabrikant

11 Armin Gote, Immobilienfonds-Manager

12 Willem Jan Habersaat, Photograph

13 Wolfgang Häusler, Galerist

14 Nino Jäger, Velo-Aficionado

15 Nomi Prins, Journalistin und Autorin

16 Reto Ringger, Gründer einer Bank

16 Stefan Schätti, Visionärer Bauer

18 Thomas Scheurer, Erotik-Unternehmer

19 Claudia Schneiter, Blumenverkäuferin

20 Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz

21 Rudolf Wötzel, Bergbeizer

Bildnachweise

Informationen zur Reihe 21

Vorwort

Zugegeben, meine Kenntnisse des Finanzsektors im allgemeinen und von Banken im speziellen waren vor dem Verfassen dieses Buches eher dürftig. Meine Berührungspunkte mit der Finanzwelt hatten bis dato hauptsächlich darin bestanden, über ein paar Bankkonten zu verfügen und die alltäglichen Wirtschaftsinformationen, die medial verbreitet werden, mehr oder weniger bewusst aufzunehmen. That was it.

Dass ich mich überhaupt an ein Buch heranwagte, welches sich im Bereich der Wirtschaft und des Finanzwesens ansiedelt, hatte mit meinem ersten Werk zu tun. Eigentlich hatte ich nicht vor, mich nach dem Abschluss von Sprung über den Kirchenrand. 21 Theologinnen und Theologen ausserhalb der Kirche , in dem ich ehemalige Kolleginnen und Kollegen porträtiert hatte, die heute einer anderen Tätigkeit als derjenigen einer Theologin oder eines Theologen nachgehen, noch einmal in den Herstellungsprozess eines Buches zu begeben, da ich mir all die Mühen, die damit verbunden sein können, ersparen wollte. Kurz nach dessen Abschluss fühlte ich eine enorme Leere in mir, die mit nichts zu vergleichen war. Als ich ein paar Wochen später dann einem Bekannten von meinem Erstling erzählt hatte, war die Idee für dieses vorliegende Werk geboren, und zwar gleich aus mehreren Gründen.

2012 war die vier Jahre früher begonnene Bankenkrise noch immer nicht überwunden und in den Medien und den Köpfen vieler Menschen nach wie vor präsent. Dann hatte ich erkannt, dass mir das Verfassen von Büchern und das Porträtieren von Menschen, ihrer Schicksale, das Nachzeichnen von Lebensentwürfen und daraus entstandenen Meinungen trotz aller Mühsal liegen. Und last, but not least hatte ich ganz einfach Lust, in die Finanzwelt und diejenige der Banken einzutauchen beziehungsweise auch in diejenigen, die darauf folgen könnten.

So habe ich mich daran gemacht, verschiedene ehemalige Bankerinnen und Banker aufzuspüren, die bereit waren, über sich, über ihre Zeit bei diversen Finanzinstituten, über ihren Wechsel, über ihre Suche nach einem gelingenden Leben sowie auch über die damit verbundenen Gefühle zu sprechen.

Die Auswahl meiner Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner trug sich wie folgt zu. Natürlich sollten die Porträtierten alle einmal in einer Bank gearbeitet haben. Dann war es wünschenswert, dass der heute ausgeübte Beruf demjenigen einer Bankerin oder eines Bankers nicht allzu ähnlich war, da es mir ja darum ging, andere Wege, die teilweise weitab der Finanzwirtschaft liegen können, aufzuzeigen. Ich hätte zahlreiche Finanzfachleute porträtieren können, die jetzt einer Tätigkeit nachgehen, welche derjenigen einer Bankerin oder eines Bankers noch immer recht nahe kommt. Das war aber zu keiner Zeit mein Ziel. Ein weiteres Kriterium betraf den Werdegang der interviewten Personen. Dieser sollte etwas hergeben, falls möglich sogar mit einigen Irrungen und Wirrungen versehen sein, zwecks grösserer Spannung und interessanteren Erzählungen. Und schliesslich sorgte ich dafür, dass die Auswahl an Porträtierten in einer gewissen Balance zu stehen kam, was Alter, Bekanntheit, Geschlecht oder auch ihre heute ausgesuchten und begangenen Wege betrifft.

Die Interviews mit den porträtierten Persönlichkeiten, die alle zwischen Mai 2012 und März 2014 stattgefunden haben,1 wurden mündlich geführt; meistens in deren eigenen Räumen, hin und wieder in einem Hotel oder Restaurant, zweimal per Skype, und je ein Mal bei mir oder in einem Garten. Jedes Gespräch dauerte zwischen einer halben Stunde und sechzig Minuten.

Alle Interviews wurden elektronisch aufgezeichnet, aufgrund jener Aufnahme transkribiert und danach leicht redigiert, immer mit dem Anspruch, sich ziemlich genau an den Inhalt und den Originalton der Gesprächspartnerin oder des Gesprächspartners zu halten. Als Autor war es mir wichtig, etwas vom Wesen, das ich beim Hören des Erzählten wahrgenommen hatte, dem Schriftlichen mitzugeben. Deswegen kann es vorkommen, dass der eine oder andere Satz im vorliegenden Buch leicht «knorrig» oder möglicherweise auch etwas ungelenk daherkommt. Solche Sätze symbolisieren für mich jedoch eher die Eigenart der interviewten Person, denn schlechtes Deutsch. Es muss aber klar gesagt werden, dass die Sprache dieser transkribierten Interviews eine Kunstsprache ist, denn die hier Porträtierten haben natürlich anders gesprochen, als es abgedruckt steht. Sie taten dies ausschweifender, sich wiederholend, sich auch mal widersprechend, da und dort auch ein Thema umkreisend, kurz: Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner haben erzählt und keine wohl durchdachten Reden gehalten. Hätten die Interviewten selbst geschrieben, käme das Verfasste selbstverständlich in einem wohlklingenden und korrekten Deutsch daher. Mit Ausnahme des Gesprächs mit der US-amerikanischen Journalistin und Autorin Nomi Prins wurden alle Interviews auf Deutsch abgehalten.

Die für die einundzwanzig Interviews benutzten Fragen waren von der Anlage her immer gleich. Sie lauten:

  • Als was bezeichnen Sie sich heute?

  • Was beinhaltet diese Arbeit?

  • Wie sind Sie dazu gekommen?

  • Wie hat Ihr Umfeld reagiert, als Sie Ihren Wechsel vom Finanzwesen zu … angekündigt haben?

  • Warum haben Sie auf einer Bank zu arbeiten begonnen?

  • Was haben Sie dort zuletzt gemacht?

  • Hat sich Ihre Einstellung zu Leben und Glück im Laufe der Zeit gewandelt?

  • Wo finden Sie heute das Glück in Ihrer Arbeit, das Sie vielleicht als Bankerin respektive Banker vermisst haben?

  • Haben Sie eine Botschaft? Wenn ja, welche?

Je nach Gesprächsverlauf stellte ich obige Fragen so oder leicht variiert. Da und dort wurde auch einmal nachgebohrt oder etwas weggelassen. Insgesamt folgte ich als Interviewer einfach dem Erzählfluss, hatte dabei aber stets auch die vorgenommenen Fragen und deren Reihenfolge im Blick.

Die Interviews wurden den Porträtierten nach einer ersten Redaktion zum Gegenlesen, Ergänzen, Streichen oder auch Korrigieren überlassen, wovon einige regen Gebrauch gemacht, andere wiederum den Text mehrheitlich belassen hatten. Unter anderem stimmten sie so auch ihren Titeln, die ich ihnen zwecks griffiger Bezeichnung da und dort bewusst verpasst hatte, zu. Die Porträtierten selbst nennen sich hie und da anders, wie mit Leichtigkeit eingangs jeden Interviews festgestellt werden kann. Im Fall von Nomi Prins erfolgte dieser Prozess natürlich auf Englisch, bevor das genehmigte Interview schliesslich noch auf Deutsch übersetzt wurde.

Da zwischen der Fertigstellung dieses Buches und der effektiven Herausgabe einige Zeit verstrichen ist, habe ich 2015 alle Porträtierten noch um ein Update gebeten, welches jedem Porträt hintangestellt wurde. Darin beschreiben die interviewten Personen mehr oder weniger ausführlich, was sich seit dem jeweiligen Gespräch verändert hat.

Jetzt bleibt mir nur noch, allen Porträtierten Danke zu sagen. Jeder und jedem von ihnen bin ich zutiefst dankbar, durfte ich doch viel aus unseren Gesprächen lernen und mitnehmen, gerade auch dann, wenn jene zu einem regen Austausch über die eigenen Vorstellungen von Erfolg, Geld und Karriere, aber auch über das Leben im allgemeinen geführt hatten. Aus diesem Grunde empfand ich die meisten Begegnungen auch einfach als Geschenke, die ich hiermit gerne an Sie, liebe Leserin oder lieber Leser, weitergeben möchte. Ihnen selbst wünsche ich, dass die Begeisterung, die mich ob dieser Gespräche da und dort erfüllt hatte, auch auf Sie überspringen mag und dass dies Lust darauf macht, sich erneut oder vermehrt auf die Suche nach dem gelingenden beruflichen wie privaten Leben und dem Glück hinzuwenden. Wenn Menschen statt Untertaninnen und Untertanen wieder zu Lebenskünstlerinnen und Lebenskünstlern werden dürfen, zu Unternehmerinnen und Unternehmern ihres eigenen Daseins oder gar zu abenteuerlustigen Kapitäninnen und Kapitänen ihres Schicksals,2 dann haben sich Sinn und Zweck des vorliegenden Buches erfüllt.

Matthias A. Weiss, Richterswil, Ostern 2016.