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Bütten-Rede in Blei (Die großen Western von Heinz Squarra, #5)

Bütten-Rede in Blei

Die großen Western von Heinz Squarra, Volume 5

Heinz Squarra

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

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Wer zuletzt lacht ...

Die Bank in Kalesh wird von Banditen hinterrücks überfallen. Ihre Beute; siebzehntausend Dollar. Auf ihrer Flucht glauben sie, den Marshal aus Kalesh, der ihnen folgt, erschossen zu haben. Doch stimmt das wirklich? Jolan Cobb und James Wilde kennen die Wahrheit und machen sich auf die Jagd. Doch diesmal sind nicht Bären wie so oft ihre erhoffte Beute, sondern ein Betrüger und kaltblütiger Mörder.

Schließlich lässt sich eine ganze Stadt vom Geld blenden und würde sogar die eigene Großmutter verkaufen, ließe sich damit ein Geschäft machen. Selbst Marshal Alan Drake scheint dagegen machtlos zu sein. Das geht sogar so weit, dass sich die Bürger seiner Stadt gegen ihn wenden und gehacktes Blei sein Lied singt ...

***

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DIE FÜNF REITER PARIERTEN die Pferde, als der Canyon vor der senkrechten Felswand endete.

„Verdammt und zugenäht!“, schimpfte Guy Hengston, der grobschlächtige Anführer der wilden Horde.

„Wir müssen umkehren.“ Einer der Komplizen wendete sein Pferd zurück. „Kennt sich denn keiner aus?“, murrte Froggy, ein junger, wilder Bursche.

Der Anführer zog den Hengst scharf herum und gab ihm die Sporen. Das Pferd wieherte und stob durch den Canyon wieder zurück. Die Komplizen folgten.

Sie mochten zwanzig Minuten geritten sein, als sie voraus auf einer Bergschulter zwei Männer entdeckten, die sich hinter das karge Gestrüpp zu ducken versuchten. Das Unterfangen war freilich aussichtslos, zumal sich das Sonnenlicht auf dem Stern an der Brust des einem wie in einem Spiegel brach.

„Achtung, der Marshal und sein Kopfgeldjäger!“, brüllte Hengston, riss das stämmige Pferd zurück und war schon aus dem Sattel, als der erste Schuss fiel.

Die Kumpane brüllten sich gegenseitig Warnungen zu und warfen die Pferde herum. Zugleich zogen sie jedoch die Colts und schossen wild um sich.

Hengston hatte das Gewehr in den Händen. Er lag auf der Schulter, zielte und drückte ab.

Der Mann mit dem Stern stieß einen Schrei aus und brach zusammen.

Die Komplizen von Guy kehrten wild feuernd zurück. Der Bandenführer lief die Schlucht hinunter. Sein Hengst stand nur hundert Yards entfernt mitten auf dem Weg. Er jumpte in den Sattel und trieb das Tier an.

„Die haben uns überholt, während wir nach Norden ritten“, erkannte Froggy. „Was ist, Guy, hast du einen erwischt?“

„Der kam nicht mehr dazu, die Birne einzuziehen.“

„Dann sollten wir die Pferde vielleicht ein bisschen schonen“, schlug einer der Banditen vor.

Hengston war anderer Meinung.

„Ich will raus aus Wyoming. Und ihr solltet das auch, damit wir mit dem Zaster auch was anfangen können.“ Er schlug gegen die abgeschabte Tasche an seinem Sattel und lachte schallend.

„Siebzehntausend Dollar.“ Froggy verdrehte selig die Augen. „Wann krieg ich meinen Anteil, Guy?“

„Sobald wir über die Grenze sind.“

*

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JAMES WILDE HOCKTE in der untersten Astgabel einer Blutbuche und beobachtete die beiden Braunbären, die tollpatschig durch das Sagegestrüpp im Bergtal streiften.

Eine aufgeschreckte Antilope floh durch das aufspritzende Wasser im Creek und jagte in langen Sprüngen in den dunklen Wald am westlichen Hang.

Verdutzt schauten die Bären hinterdrein und rührten sich nicht vom Fleck.

„Nun kommt doch endlich näher“, murmelte James. Er war ein großer, sehniger und doch breitschultriger Mann von neunundzwanzig Jahren. Weißblondes Haar fiel unter seinem hellen, flachen Hut hervor. Aus stahlblauen Augen beobachtete er die Bären, während sich seine Hand fest um den Kolbenhals des Gewehres schloss.

In diesem Augenblick fiel auf der anderen Hangseite ein Schuss, der durch das Bergtal wummerte und die beiden Braunbären augenblicklich zur Flucht veranlasste.

Das Buschwerk schlug hinter den zottigen Raubtieren zusammen.

Im Wald entlud sich das Gewehr noch zweimal kurz hintereinander, was James verriet, dass der Versuch des Jägers, die Antilope zu erlegen, nicht von Erfolg gekrönt war.

Er sprang aus der Astgabel, erklomm den Osthang und fand seinen Fuchshengst noch da, wo er ihn zurückließ. James saß auf und ritt die Schneise hinab. Geröll, vom letzten Schmelzwasser zurückgelassen, löste sich unter den Hufen und polterte vor dem Fuchshengst her.

Schon fast unten angelangt, hörte James, wie ein Gewehr mit einem scharfen Schnappen repetiert wurde. Er zügelte den Hengst und rief: „Sei so nett und verwechsle mich nicht mit der Antilope, Jolan!“

„Teufel noch eins, woher weißt du das schon wieder?“, schallte es herauf.

James ritt weiter. Sein Partner Jolan Cobb wartete im Canyon. Er war groß und hager, siebenundzwanzig, hatte mattschwarzes Haar, dunkle Augen und ein Oberlippenbärtchen.

„Sie war ein bisschen weit weg“, brummte Jolan, unzufrieden über den Fehlschlag.

„Du hättest besser das Blei gespart.“

„Plagt dich plötzlich der Geiz?“ Jolan schob die Winchester in den Sattelschuh.

„Ich denke dabei nur an zwei Braunbären, die durch die Büsche watschelten und sicher an den Creek gekommen wären. Die liefen natürlich schnurstracks davon, als du im Wald rumgeballert hast.“

James lenkte das Pferd nach Osten und folgte der Schlucht aufwärts.

„Nun sei nur nicht gleich sauer, zum Satan, das konnte ich doch nicht riechen“, maulte Jolan.

Er schaute auf James’ ehemals sandfarbenes Hemd und die verwaschene Levishose. Seine eigene Kleidung ähnelte der des Partners wie ein alter Pantoffel dem anderen.

Der Canyon führte in ein langes Tal, in dem Bäume vom glasklaren Wildwasser bis hinauf zu den Gipfeln der Hänge standen. Sattgrünes Buschwerk folgte dem Bach und breitete sich überall da aus, wo keine Bäume standen. Am Bach duckte sich ein Blockhaus unter weitästige Douglasfichten. Links davon stand der kleine Korral für ihre Pferde, daneben der Verschlag, in dem sie bis zum letzten Herbst eine Ziege und ein paar Schweine gehalten hatten.

James zügelte sein Pferd und blickte sichernd umher.

Jolan war schon etwas weiter.

„Warte!“, stieß James hervor.

„Was hast du denn?“ Jolan parierte den Grauen und schaute über die Schulter. Die gefurchte Stirn des Partners veranlasste ihn jedoch, schleunigst wieder auf das Blockhaus und den Korral zu schauen.

„Hast du nach dem Kaffeekochen noch mal Holz aufgelegt, Jolan?“, fragte James leise und ohne die Hütte unter den hohen, dunkelgrünen Nadelbäumen aus den Augen zu lassen.

„Nein, dafür hack ich das Zeug nicht gern genug“, brummte Jolan.

„Dann muss jemand anders das Feuer wieder entfacht haben.“

Aus zusammengekniffenen Augen spähte Jolan Cobb auf den Kamin, doch es dauerte eine Weile, bis ihm der mehr als dürftige Rauch auffiel, der in die Bäume stieg.

Tür und Fenster waren geschlossen, das Tor des leeren Korrals eingehängt. Alles sah noch so aus, wie sie es vor einigen Stunden verlassen hatten.

„Vielleicht hab ich ein bisschen viel aufgelegt“, sagte Jolan.

„Das wäre auch längst niedergebrannt. Erschrick nicht, ich jage ’ne Kugel über das Dach. Wenn jemand drin ist, wird er sicher reagieren.“ James zog die Winchester aus dem Scabbard und repetierte sie mit einem Schlenker des Unterarms. Der Verschluss schnappte auf und wieder zu und transportierte eine Patrone ins Röhrenmagazin. Er hob die Waffe an und feuerte. Die Kugel kratzte über das Blockhausdach und traf dumpf pochend die linke Douglasfichte.

Im Hangwald hinter der Hütte wieherten Pferde.

„Scheint ja ’ne ganze Horde zu sein!“, rief Jolan.

Tür und Fenster der Hütte flogen auf. Gewehrläufe reckten sich heraus.

„Weg hier, das sind zu viele für uns!“ Jolan riss das Pferd scharf herum, gab ihm die Sporen und warf sich auf den Hals des Grauen.

„Manche hören das Gras wachsen“, schimpfte eine barsche Stimme. Dann dröhnten die Gewehre.

James sprengte schon zwischen die schützenden Bäume östlich des Wildwassers. Projektile pfiffen an ihm vorbei. Er sah, wie Jolan aus dem Sattel sprang und den Grauen laufen ließ. Der Partner stolperte und rollte ins prasselnde Dickicht.

„Beinahe hätt ich mir sämtliche Knochen gebrochen“, rief Jolan in den Lärm der peitschenden Schüsse.

James fetzte ein Geschoss den fadenscheinigen Ärmel auf, was ihn dazu brachte, ebenfalls einfach abzuspringen. Er landete in einem sattgrünen Busch wie in einem Fangnetz.

Geduckt liefen sie zurück, bis sie das leise Rauschen des Wassers vor sich hörten und das spitze Blockhausdach über den Büschen sehen konnten. Die Bäume davor ächzten unter den dumpfen Einschlägen der Kugeln. Rinde wurde abgerissen und wirbelte ins Buschwerk. Eine immer dichter werdende Wolke verbrannten Schwarzpulvers hüllte die Hütte ein.

„Was schätzt du, wie viele es sind, James?“

„Nach dem Klang der Gewehre zu urteilen – fünf.“ James zielte durch das Dickicht aufs offene Fenster, wo er eine Gestalt sah.

Doch als er abdrückte, bewegte sich der Mann und entging der Kugel, die in den Fensterrahmen schrammte.

„Sei vorsichtig, wir haben nur die eine Hütte“, knurrte Jolan finster.

Das Knattern nahm sofort wieder erheblich zu. Die Freunde mussten die Köpfe einziehen. Äste wurden losgerissen und taumelten in der Luft, bevor sie im Gras landeten.

„Ich versuch’s vom Korral aus“, sagte James, als das Schießen endlich nachließ. „Gib mir Feuerschutz.“

„Ich find es wahnwitzig, mit Kugeln die eigene Hütte in Fetzen zu schießen!“, protestierte Jolan.

„Ich auch. Mir fällt nur nichts Besseres ein“, gab James lapidar zurück. „Also los!“ Er sprang auf und hetzte los.

Jolan feuerte unablässig auf die Hüte. Glas splitterte.

„Auch das noch“, jammerte Jolan.

James warf sich am Korral ins Gras und eröffnete ebenfalls das Feuer auf die Hütte. Eine Gestalt taumelte aus der offenstehenden Tür und brach zusammen.

„Jetzt machen wir sie fertig!“, brüllte Jolan.

James kniete, um besser zielen zu können. Dabei schob er sich nach jedem Schuss ein Stück weiter nach vorn.

Jolan hastete durch das Dickicht und warf sich hinter eine Kiefer.

James erreichte die Korralecke. Sie hatten die durch den Tod des Kumpans verunsicherten, ungebetenen Gäste in der Zange und gedachten die Überlegenheit zu nutzen.

Doch dazu kam es nicht mehr. Die ohnedies durch das plötzliche Auftauchen der Hüttenbesitzer überraschten Banditen setzten sich durch die Hintertür ab. Die Freunde hörten den aufklingenden Hufschlag, der sich rasch hangaufwärts entfernte.

Jolan rannte durch den Bach und feuerte blindlings in den Wald auf dem Westhang.

James sprang über das Gewässer und wälzte die auf dem Gesicht liegende Gestalt herum. Er sah in ein verzerrtes, starres Gesicht mit gebrochenen Augen und schmutzverklebten Bartstoppeln, das ihm völlig unbekannt war.

In der Hütte sah es wüst aus. Geschosshülsen und die Scherben von Geschirr bedeckten den Boden. Alle Lebensmittel, soweit nicht verzehrt, lagen herum. Ein Messer steckte in der Tischplatte. Der penetrante Gestank des verbrannten Pulvers erfüllte die Räume. Auf dem Herd siedete Wasser und kokelte eine Kartoffel, die einer der Eindringlinge achtlos auf die Platte gelegt haben musste.

James zog das Messer aus dem Tisch, schob die schwarze Kartoffel von der Ofenplatte und den Wassertopf an den Rand.

„Hat hier der Blitz eingeschlagen?“, fragte Jolan in der Tür. Er durchsuchte die drei Räume des Blockhauses. „Offenbar haben sie nichts mitgehen lassen, diese Höllenhunde.“

James holte einen Spaten aus dem Anbau.

„Was hast du jetzt vor?“

„Der Tote muss auf jeden Fall weg, bevor er uns Wölfe ins Tal lockt.“

Jolan entschloss sich, wenn auch unter Protest, zur Mithilfe. Sie schleppten den Toten fünfzig Yards von der Hütte weg und hoben im Dickicht ein Grab aus.

„Mach langsam, da ist schon wieder jemand.“

Jolan ließ die Schaufel los und zog den Colt.

Das leise Brechen von Ästen drang den Hang im Osten herab. Ein Reiter erreichte den Saum des Gehölzes und parierte das Pferd. Es war ein großer, breitschultriger, finster wirkender Mann, der einen ramponierten schwarzen Lederanzug trug und den ebenfalls schwarzen Hut tief in die Stirn gezogen hatte.

Der Fremde schaute einen Augenblick herüber, dann trieb er das Pferd an und näherte sich. Jolan spannte den Hammer des Colts.

James drückte ihm den Arm herunter.

„So empfängt man einen Reiter nicht, Jolan!“

„Wenn er einem nicht gefällt, besser doch“, zischte Jolan durch die Zähne.

„Hallo, ich bin Ol Ronson, der Marshal aus Kalesch“. Der Fremde zügelte das große Pferd. Er verzog das harte Gesicht zu einem freundlichen Grinsen, aber in den bernsteinfarbenen Augen blieben Kälte und Wachsamkeit.

„Ein Marshal?“ Jolans Stimme klang misstrauisch.

Der Mann griff in die Brusttasche und zeigte einen silbernen Stern.

Jolan schob den Revolver ins Holster.

„Kalesch, wo liegt denn das?“

„Am Osthang der Laramie Range.“

„Ziemlich weit weg, was?“

„Ja, es sind schon ein paar Meilen.“

Der Marshal saß ab. „Hundert oder ein paar mehr kommen zusammen. Aber es liegt noch in Wyoming, genauso wie dieses Tal.“

James berichtete mit wenigen Sätzen, was sich zugetragen hatte.

Der fremde Marshal nickte mehrmals.

„Gefährliche Banditen. Die haben in Kalesch die Bank ausgeplündert. Siebzehntausend Dollar Beute. Die müssen gewusst haben, dass es in der Nacht lohnt.“

„Was denn, die waren mit dem ganzen Zaster in unserer Hütte, haben ’nen Haufen Flurschaden angerichtet, alles weggefressen und keinen müden Cent hinterlassen?“

Der Marshal blickte in die Grube. „Das ist zu eurem Pech nicht der Anführer.“

„Wieso zu unserem Pech?“

Marshal Ronson zuckte mit den Schultern.

„Für den hier gibt’s leider kein Kopfgeld. Aber der Anführer, ein gewisser Guy Hengston, ist immerhin zweihundert Dollar wert.“

„Sie sind ganz allein hinter der Bande her?“, fragte James ungläubig.

„Anfangs hatte ich ein Aufgebot. Doch am zweiten Tag kehrten die Männer um. Das ist fast immer so. – Könnt ihr zweihundert Dollar gebrauchen?“

„Dämliche Frage“, brummte Jolan.

„Dann schaufelt das Grab zu und lasst uns reiten. Der Anführer gehört euch, wenn wir die Bande schnappen. Die Prämie könnt ihr in der nächsten Stadt kassieren.“

„In jeder Stadt?“ Jolan griff nach der Schaufel.

„In Wyoming natürlich nur.“

„Das genügt uns.“ Jolan begann hastig zu schaufeln.

James stand dabei und betrachtete den fremden Mann, der Jolan von einer Sekunde zur anderen besser zu ...

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