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Brian Carisi - Star Force 4: Das Artefakt (Star Force Commander John Darran)

Alfred Bekker

Brian Carisi - Star Force 4: Das Artefakt (Star Force Commander John Darran)

Space Opera





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Das Artefakt: Star Force 4

von Alfred Bekker

Star Force Commander John Darran Band 4

Der Umfang dieses Buchs entspricht 100 Taschenbuchseiten.

Alfred Bekker schreibt Fantasy, Science Fiction, Krimis, historische Romane sowie Kinder- und Jugendbücher. Seine Bücher um DAS REICH DER ELBEN, die DRACHENERDE-SAGA,die GORIAN-Trilogie und seine Romane um die HALBLINGE VON ATHRANOR machten ihn einem großen Publikum bekannt. Er war Mitautor von Spannungsserien wie Jerry Cotton, Kommissar X und Ren Dhark. Außerdem schrieb er Kriminalromane, in denen oft skurrile Typen im Mittelpunkt stehen – zum Beispiel den Titel DER TEUFEL VON MÜNSTER, wo er einen Helden seiner Fantasy-Romane zum Ermittler in einer sehr realen Serie von Verbrechen macht.

1

Die Konferenz war in aller Eile einberufen worden.

Präsident Robert Berringer erschien als letzter in dem nüchtern eingerichteten Konferenzraum.

Er wurde von mehreren Security-Guards begleitet.

Selbst hier im internen Bereich des Regierungsgebäudes hielt man inzwischen diese Sicherheitsmaßnahmen für unabdingbar, schließlich war nicht auszuschließen, dass die PAZIV beziehungsweise einer ihrer Geheimdienste einen Attentäter hier einschmuggeln konnte. Entsprechend vorsichtig, manchmal sogar übervorsichtig ging man vor.

Vereinzelte Stimmen, die das für Hysterie hielten, hatten keine großen Chancen gehört zu werden.

Berringer setzte sich.

Einer der Security-Guards hatte sogar eine Thermoskanne mit Kaffee mitgebracht, die zuvor einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen worden war.

Daraus bekam der Präsident jetzt einen Becher voll. General Contigo saß einige Plätze weiter und nickte dem Präsidenten knapp zu. Neben ihm hatte Admiral Brown Platz genommen, der Chef des Stabes der U-Boot-Flotte.

Sicherheitsberater Darius Carrow war ebenso anwesend wie Geheimdienstoffizier Major Sander Brock, der innere Zirkel der Westunion eben.

Das eigentliche Kabinett ließ der Präsident außen vor. Die Kritik daran hielt sich in Grenzen, was einfach mit der Tatsache zusammenhing, dass die Headlines in den Internetmagazinen und Nachrichtensendungen im TV von anderen Meldungen beherrscht wurden, etwa solchen, die die Folgen der Candermere Katastrophe betreffen.

Auch das gab dem Präsidenten einen Spielraum, der ihm normalerweise gar nicht zugestanden hätte.

Das dieser Zustand nicht ewig anhalten würde, war Präsident Berringer durchaus klar. Irgendwann würden sich wieder jene regen, die die Einhaltung demokratischer Spielregeln einforderten, und es war nur eine Frage der Zeit, wann die Medien darauf ansprangen. Aber Berringer hatte sich schon seit längerem angewöhnt, nicht mehr in langfristigen Zeiträumen zu denken, sondern sich von einem Tag zum nächsten, sich von einer Woche zur nächsten zu retten.

"Ich denke, das Problem, um das es hier geht ist jedem von uns klar", sagte Präsident Berringer und eröffnete damit diese Konferenz, die im Grunde genommen eher inoffiziellen Charakter hatte. "Wie Ihnen bereits mitgeteilt wurde, befindet sich die PRESIDENT SHARP nun nur noch wenige Seemeilen von dem Punkt entfernt, an dem das außerirdische Artefakt vermutet wird. Major Brock, bitte." Präsident Berringer schaute den Major an.

Major Brock deutete auf den Großbildschirm, auf dem in diesem Moment ein Satellitenbild erschien.

"Mit Hilfe von Satellitenaufnahmen konnten wir den derzeitigen Standort der PRESIDENT SHARP ziemlich exakt bestimmen. In der Tat befindet sich die PRESIDENT SHARP in unmittelbarer Nähe des Signals, das von der außerirdischen Technologie ausgesandt wird. Es ist zu vermuten, dass Captain Messer und seine Crew dieses Signal ebenfalls bereits geortet haben."

Präsident Berringer nickte. "Die Frage, die sich nun stellt, ist die nach dem Risiko mit der PRESIDENT SHARP Kontakt aufzunehmen."

"Nun, wenn ich dazu noch sagen darf, dass die Satellitenaufnahmen auch einige feindliche U-Boote zeigen, allerdings nicht in unmittelbarer Nähe unsere Einheit." Major Brock setzte sich zu den anderen, die seinen Ausführungen aufmerksam zugehört hatten. Admiral Brown ergriff das Wort. "Ich halte das Risiko für durchaus vertretbar. Die PRESIDENT SHARP ist das beste U-Boot, das die Westunion zur Zeit hat. Und wie anzunehmen ist, haben sie es bis dorthin", er deutete auf eine markierte Stelle des Satellitenbildes, "geschafft, ohne Feindkontakt gehabt zu haben. Natürlich halte ich die Zerstörung von X-Point auch für oberste Priorität, aber da wir nicht wissen, welche Vorteile die PAZIV davon hätte, wenn sie im Besitz der außerirdischen Technologie wäre, denke ich, muss Captain Messer informiert werden, zuerst das Artefakt zu bergen und danach X-Point zu zerstören."

Major Brock nickte. "Das sehe ich genau so!" Präsident Berringer schaute zu General Contigo herüber. "Und Ihre Meinung, General?"

"Das Risiko ist groß, ob es zu groß ist wird man abwarten müssen. Und eine andere Frage ist, wie groß ist das Risiko für die Westunion, wenn die PAZIV die außerirdische Technologie in die Finger bekommt. Wir wissen nicht, welche Möglichkeiten sich für die gegnerische Seite ergeben, die außerirdische Technologie gegen uns einzusetzen."

Sicherheitsberater Carrow setzte den Gedanken des Generals fort.

"Das wurde auch noch gar nicht genug berücksichtigt. Wenn diese Gefahr besteht, dann würde ich sogar dafür plädieren, das außerirdische Artefakt im Notfall eher zu vernichten als es dem Gegner in die Hände fallen zu lassen."

Der Präsident nickte. "Ich danke Ihnen für Ihre Stellungnahmen. Im Prinzip haben Sie alle das bestätigt, was ich mir auch bereits überlegt hatte. Wir werden die Prioritäten für die PRESIDENT SHARP ändern."

Der Präsident erhob sich. "Major Brock, setzen Sie Captain Messer davon in Kenntnis, dass zuerst das Artefakt geborgen und danach die Zerstörung von X-Point in Angriff genommen werden soll."

"Jawohl, Sir!", erwiderte dieser.

"Ich danke Ihnen, meine Herren."

Damit verließ der Präsident den Konferenzraum.



2

"Sir, eine verschlüsselte Nachricht trifft ein", meldete Kommunikationsoffizierin Daria McDaniel.

Ein Ruck ging durch Captain Jack A. Messer.

Steuermann Norbert J. Leslie drehte sich von seiner Konsole herum, zog die Augenbrauen hoch.

Ihm schwirrte offenbar dieselbe Frage im Kopf herum, wie allen anderen auf der Brücke der PRESIDENT SHARP.

"Prioritätsstufe Alpha", meldete Daria McDaniel. "Sir, soll ich gleich decodieren?"

"Tun Sie es", befahl Jack A. Messer. Er erhob sich von seinem Kommandantensessel.

"Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Jungs in der Zentrale so dumm sind und uns in dieser Situation eine Nachricht senden", sagte Messer düster.

Norbert J. Leslie mischte sich ein.

"Vielleicht haben sie einen besonderen Grund dazu", vermutete er. Messer zuckte die Achseln. "Das will ich hoffen, sonst werde ich ziemlich ungemütlich bei unserer Rückkehr. Geben Sie Alarmstufe rot!"

"Aye, Sir!"

"Wenn es sich wirklich um eine Nachricht der Zentrale handelt, dann werden wir jetzt bald mit unliebsamem Besuch rechnen müssen."

"Fürchte ich auch, Sir", nickte Norbert J. Leslie. Messer wandte sich an die Ortungsoffizierin Mara Donelli.

"Ortungssensoren auf maximale Reichweite. Jede relevante Veränderung sofort melden, insbesondere was U-Boot-Einheiten der PAZIV angeht. Es wird hier bald ungemütlich werden."

"Ich hoffe, Sie haben Unrecht, Sir", erwiderte Mara Donelli. Wenige Augenblicke später lag die entschlüsselte Nachricht des obersten Flottenkommandos vor.

"Die Priorität unserer Mission hat sich also geändert", stellte Jack A. Messer fest. Sein Blick wirkte wie versteinert. Es war ihm nicht anzusehen, was er wirklich dachte.

"Unsere erste Aufgabe besteht jetzt also darin, jenen Signalen zu folgen, von denen unsere Vorgesetzten glauben, dass sie durch außerirdische Technologie verursacht wurden. Erst an zweiter Stelle kommt jetzt die Zerstörung von X-Point."

Kommunikationsoffizierin Daria McDaniel sagte: "Es muss sich bei diesen Signalen um jene handeln, auf die ich Sie bereits einmal hinwies, Captain."

"Richten Sie Ihre Sensoren entsprechend aus", befahl Jack A. Messer, "und versuchen Sie die Signale so gut es geht zu verstärken. Viel Zeit wird uns unter den gegebenen Umständen sicher nicht bleiben."

"Das fürchte ich auch, Sir", erwiderte Daria McDaniel. Captain Jack A. Messer wandte sich an Norbert J. Leslie. Die Augenbrauen des Captains bildeten eine geschwungene Linie, als er sprach. Eine tiefe Furche stand mitten auf seiner Stirn. Die Sache geht ihm gegen den Strich!, dachte Leslie. Aber letztlich ist er ein Befehlsempfänger wie wir alle…

"Neuen Kurs eingeben", befahl Captain Jack A. Messer. "Und mit Höchstgeschwindigkeit in das Zielgebiet, in dem die Signale zum ersten Mal geortet wurden. Entnehmen Sie die Koordinaten dem Datensatz der verschlüsselten Nachricht."

"Aye, Sir", sagte Norbert J. Leslie.



3

Jay Sindraman ließ den Blick über durch den Raum schweifen. Major Sung stand wie zur Statue erstarrt da und sah interessiert zu, wie Major Rajiv, der Ortungsspezialist von X-Point, eine 3-D-Projektion aktivierte. Das Hologramm zeigte die Meeresregion um X-Point herum im Radius von etwas tausend Seemeilen. Ein gewaltiges Areal.

"Sie sehen die markierte Stelle", vergewisserte sich Rajiv. Jay Sindraman nickte.

"Ich sehe sie."

"Sie bezeichnen den Ursprungsort der Signale, die von mehreren unserer U-Boot-Einheiten inzwischen aufgezeichnet wurden." Sindraman atmete schwer. "Technologie der Außerirdischen?", murmelte der über neunzigjährige Chef der PAZIV-Geheimdienste und Kommandant von X-Point vor sich hin."

"Sie sagen es, General", beeilte sich Major Rajiv zu bestätigen.

Das ist der Unterschied zwischen den beiden: Rajiv ist ein loyaler Untergebener, Major Sung hingegen lauert nur darauf, an meine Stelle treten zu können und mich mit Hilfe seiner politischen Freunde zu entmachten!, ging es General Jay Sindraman durch den Kopf. Ein beinahe mildes Lächeln spielte um seinen Mund. Ich werde sie alle überleben, dachte er. Auch wenn mich Sung für einen Dinosaurier halten mag, dessen Zeit längst vorbei ist...

"Wie kommt dieses Ding hier her, auf den Boden des Pazifik?", hörte Jay Sindraman sich selbst fragen. Er richtete den Blick auf Major Rajiv. "Steckt John Darran dahinter?"

"Kaum anzunehmen!", war Major Rajivs Ansicht.

"Wieso nicht?"

"Mir würde einfach kein Grund dafür einfallen. Darran und seine Leute werden alle Mühe haben, sich auf dem Mars zu halten, ohne dass die Westunion sie einfach wegpustet!"

Sindramans Gesicht wirkte skeptisch.

"Soweit wir darüber informiert sind, war die Westunionen bei ihren Angriffen in Richtung Mars alles andere als erfolgreich. Trotz Einsatz schwerster Waffen!", gab Sindraman zu bedenken.

"In Anbetracht des Kriegszustandes, der zwischen Westunion und Darrans Leuten auf dem Mars herrscht, ist wohl auch nicht davon auszugehen, dass Darran seinen ehemaligen Befehlshabern die Technologie der Außerirdischen verkauft hat!", mischte sich Major Sung in das Gespräch ein.

"Bleibt also nur die Möglichkeit, dass dieses DING schon sehr viel länger hier auf der Erde liegt..."

Major Rajiv fuhr in seinen Ausführungen fort und fasste die bisherigen Erkenntnisse über das mysteriöse Objekt am Grund des Pazifiks zusammen.

"Es scheint sich um eine Art Sender zu handeln, dessen Signale in den Weltraum gerichtet sind. Wohin auch immer. Denkbar wäre, dass eines der außerirdischen Raumschiffe, die vor kurzem das Sol-System anflogen, eine Art unbemannter Drohne zur Erde gesandt haben, die nun ihre Meldung zum Mutterschiff abgibt."

"Und warum gerade jetzt?", hakte General Jay Sindraman nach. "Es muss einen plausiblen Grund dafür geben."

"Tut mir Leid, General, aber da wären wir auf Spekulationen angewiesen."

"Spekulieren Sie mal! Irgendetwas muss diese Drohne, wie Sie das DING genannt haben, doch aktiviert haben!", meinte Jay Sindraman. Nein, dachte er, Spekulationen sind wohl nicht das, was man von Major Rajiv erwarteten kann. Kreativität gehört nicht zu seinen Eigenschaften. Er ist ein zuverlässiger Untergebener, der seine Aufgaben gewissenhaft erfüllt. Aber Kreativität von ihm zu erwarteten wäre vermessen... Das ist schon eher Sungs Gebiet! Aber der Chinese verwendet sie wohl eher darauf, seine Machtbasis zu verbreitern, anstatt sich mit den Problemen auseinander zusetzen, die vor uns liegen...

"Tut mir leid, General, aber diesbezüglich habe ich keinerlei Hypothese!", meinte Rajiv.

Sindraman nickte.

Dachte ich es mir doch.

"Wie viele Einheiten befinden sich in der Nähe des Zielobjektes?", erkundigte sich Sindraman.

Rajiv veränderte etwas an den Einstellungen des Displays. Markierungen in Form miniaturisierter U-Boot-Darstellungen blickten auf.

"Insgesamt drei, General."

"Sofort zum Zielpunkt beordern. Wir müssen dieses DING in unsere Gewalt bekommen."

"Jawohl, General."

"Beordern Sie außerdem jede weitere verfügbare Einheit ins Zielgebiet."

"Verringern wir dadurch nicht das Sicherheitsniveau in anderen Bereichen?", warf Major Sung ein.

Jay Sindraman musterte den chinesischen Major einige Augenblicke lang.

"Ich denke, das ist in diesem speziellen Fall zu vernachlässigen."



4

Mensch, tut das weh, dachte Jeff Larson, als er erwachte. Langsam öffnete er seine Augen. In seinem Kopf hatte sich ein stechender Schmerz breitgemacht.

Sein Blick fiel auf die Steuerkonsole des Sliders. Jetzt fiel ihm auch wieder ein, was passiert war.

Er war mit Paul Erixon zusammen zu einem Langstreckenflug aufgebrochen und dann...ja...dann waren sie abgestürzt.

"Paul?", fragte Jeff Larson in das Mikrofon seines Helms hinein. Ein Stöhnen war die Antwort. Jeff blickte sich um.

Paul Erixon lag in merkwürdig verrenkter Stellung in der anderen Ecke des Sliders.

Jeff Larson rutschte zu ihm hinüber. "Paul, was ist mit dir? Sag doch etwas!" Vorsichtig zog er den leblos wirkenden Paul an sich heran. Jeff bettete ihn auf den Sitz.

Nun konnte er durch den Helm Paul Erixons Gesicht sehen. Ein roter dünner Faden Blut rann ihm aus dem Mund. Paul hatte die Augen geöffnet, aber er schien durch Jeff Larson hindurch zu sehen.

"Paul! Ich bin bei dir. Jetzt nur nicht aufgeben. Rettung ist bestimmt schon unterwegs."

Jeff Larson war sich dessen sicher, denn der Slider war so ausgestattet, dass im Falle eines Unglücks ein automatisches Notsignal abgesetzt wurde. Sie brauchten also nur zu warten. Die Frage ist nur, wie lange hält Paul das durch, dachte Jeff. Er legte seine Hand auf Pauls Arm.

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