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Braco – kleiner Bruder, großer Engel

WIDMUNG

„Lieber Braco! Herzlichen Glückwunsch zum 50. Geburtstag, nachträglich!“ Deli, meine Mutter & ich, widmen Dir unser Buch, zum Andenken an alle Begebenheiten, die sich, seit 2013, durch Deinen magischen Blick, im Kampf gegen Deli’s Alzheimer Dämonen, zutrugen, da am Ende alles, Gottlob, alles, noch gut ausging. Nur durch Dich sind wir Ivica, Pater Pio und Jesus Christus, leibhaftig, begegnet.

Deli ist 2016, am Allerheiligen Tag, mit 94 Jahren, friedlich verschieden. Am 23. November 2017 besuchte ich Dich, in Zagreb, um mit Gästen aus aller Welt, am Srebrnjak 1, Deinen 50. Geburtstag zu feiern.

Für Dich, Braco, war es ein intensiver Arbeitstag, denn Du bist sicher, noch früher als sonst, aufgestanden, um Gratulationen und Geschenke entgegenzunehmen und Tausende Besucher mit dem mitfühlenden Blick zu beglücken. Ich sah Dich unermüdlich zwischen dem weißen Zelt und dem Onyxraum hin und hereilen.

Deli und ich, wünschen Dir viel Glück & Gesundheit, damit Du, mit dem heilenden Blick, noch viele Menschen weltweit unterstützenkannst. Gott schütze Dich!

Anina Toskani

Braco – kleinerBruder, großer Engel-

Braco’s Blick und Deli’s Alzheimer Dämonen

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Braco – kleiner Bruder, großer Engel …

Es werde Licht! Eine magische Begegnung

Braco’s Blick & Deli’s Alzheimer Attacken

Begegnungen mit Braco, Livestream & unser silberner Hoffnungsstreifen am Horizont

Jesu Christi Präsenz im Wohnzimmer, das Kreuz & Ivica’s Christuserfahrung

Braco’s Geburtstag, Zagreb & ein Engel im weißen Zelt

Deli’s letzte Flugreise, Ivica & die heilige Madonna del Manto

Braco & Ivica – Zwillingsseelen oder Meister & Schüler - die Mission

Deli’s Heilschlaf, schwarze Magie & eine heilsame Erkenntnis

Dämonen, Einssein im Meer & ein Ozean aus Tränen in Opatija

Pater Pio’s Rosenkranz & Deli’s Abschied

Kein Wunder?! Bracos Blick & Parallelen zu Hypnose, Shaktipad & Jesu Christi Wundern

Es werde Licht – eine magische Begegnung …

Der Mai heißt bei uns im Volksmund Wonnemonat, weil er, bunt & überschwenglich, mit Knospen, frisch hervorsprossendem Grün und den ersten wärmenden Sonnenstrahlen, Lebensfreude & Blütenpracht hervorlockt…

Kein Wunder also, dass sich gerade im Wonnemonat Mai Menschen verlieben. Der Frühling trieb sich dieses Jahr auch bei uns in München Südost, hinter dem Balkon, im kleinen Perlach Park, auf den Wiesen herum, ließ Gänseblümchen und Löwenzahn sprießen und zündete täglich neue Kerzenblüten in leuchtenden Farben an, von rosa über pink bis dunkelrot, auf den Kastanien gegenüber vom Haus und, in der Allee, auf dem Weg zur U-Bahn. Der Wind streute ihre Blütenblättchen, wild von den Blütenkerzen heruntergezerrt, wie Konfetti für die Braut auf unserem Gehweg aus. Überall lag berauschender Fliederduft in der Luft.

Trotz aller Pracht herrschte bei uns daheim Trübsal. Deli, meine heißgeliebte Mutter, war seit Wochen kaum aus dem Haus zu locken; ihr Altersstarrsinn wurde von Tag zu Tag schlimmer. Oft saß sie den lieben langen Tag, wie ein Droschkenkutscher, mit den Unterarmen auf die Oberschenkel gestützt, auf der alten grünen Velourscouch, die Vater vor Jahren frisch mit dickem grünem gemustertem Samt hatte überziehen lassen, um die Nachkriegsgarnitur für unser Wohnzimmer aufzumöbeln.

Deli saß da seit Jahren in der gleichen Position auf der grünen Couch, Stunde um Stunde, Tag für Tag und grübelte weltentrückt vor sich hin. „Wenn ich nur wüsste, was in ihrem Kopf vorgeht?!“ Dachte ich oft bei mir. Den Kopf leicht zur Seite geneigt, schien sie einer inneren Stimme zu lauschen, die für sie sehr real war, denn sie war total in das Zuhören versunken. Wie boshaft und bedrohlich die-se innere Stimme war, wurde ich erst viel später gewahr, durch unermüdliches, vorsichtiges Nachfragen, worauf mir Deli einmal eingestand, dass die innere Stimme ihr einredete, sie müsse sterben, sie solle sich umbringen! „Ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht!“ murmelte sie oft zur Antwort wie ein Mantra vor sich hin, wenn sie da so einige Stunden des Tages auf der grünen Couch, wie erstarrt dasaß. Es hatte mich Monate an intensiver Beobachtung gekostet, bis ich sie durch vorsichtiges, wiederholtes Nachfragen veranlassen konnte, über ihre inneren Stimmen zu sprechen und, sich mir anzuvertrauen. Ich erfuhr schockiert, dass sie diesen bedrohlichen Ohrwurm seit über 40 Jahren mit sich herumtrug. Das war, genau seit dem Tag der Schilddrüsenoperation der Fall, als sie unter Vollnarkose operiert worden war, weil sie einen gutartigen Knoten hatte, den der Arzt entfernte. Niemand hatte bisher geahnt, was da passiert war, denn sie hatte es niemand, weder meinem Vater, noch mir, noch dem Arzt, klar mitteilen können. Nur durch beständiges, liebevolles Nachfragen hatte ich Jahrzehnte später, eigentlich viel zu spät, entdeckt, was sie bedrückte und, was wohl die Ursache war. Da war guter Rat teuer! Unsere Hausärztin wusste lei-der keinen Rat, außer, dass ich Deli in der Psychiatrie vorstellen sollte, und das ging auf keinen Fall ohne Delis Einwilligung. Doch, Deli hatte nicht nur vor dem boshaften Ohrwurm, sondern vor allen fremden Menschen außer mir, ihrer einzigen Tochter, furchtbare Angst. Woher ihre große Panik vor Menschen rührte, wussten wir auch nicht. Das fanden wir auch nie heraus.

Noch immer erinnere ich mich gern an die Schulzeit am Gymnasium in Düren. Da waren Deli und ich noch glücklich, ja fast überglücklich gewesen. Wenn sie oft stundenlang, mit Näharbeiten auf dem großen Schneidertisch, saß und die Beine herunterbaumeln ließ, saß ich oft, in unserem großen Badezimmer der Altbauwohnung, in Norddüren, zu ihren Füßen und lauschte, denn Deli erzählte mit ihrem typisch Kölschen Humor im Kölschen Dialekt lustige Geschichten vom Land und Omas Bauernhof, was da alles mit Kühen, Schweinen, Hühnern und den Knechten und Mägden und den vielen Dorfkindern vorgefallen war. Bei meinen Freundinnen und sogar bei den Lehrern am Gymnasium war Deli sehr beliebt, denn sie war immer gern auf Schulausflügen dabei und machte mit uns im Sommer Radtouren über Land zum Freibad oder zum Bauernhof ihrer Zwillingsschwester in der Umgebung von Düren. Ihre Fröhlichkeit war einfach ansteckend. Umso mehr lastete nun ihre Trübsal und Verzweiflung auf meinem Gemüt, denn so hatte ich meine geliebte Mutter nie in Erinnerung gehabt.

Ihre Versteinerung und der Starrsinn arteten nun, als sie auf die 90 zuging, immer mehr in eine totale Lebensverweigerung aus, schlimmer als jede Wehrdienstverweigerung, die durch Zivildienst abzuleisten wäre. Erst viel später sollte ich, in der Geriatrie der psychiatrischen Klinik, noch vielen ähnlichen Fällen begegnen, die vom Altersstarrsinn wie besessen waren und konstant nein zu ihrem täglichen Leben sagten, ganz gleich, wie es ihnen ging.

Zwar hatte mir Delis Zwillingsschwester, meine Patin, Tante Tinni, schon ab und zu gesagt, dass Deli schon als Kind zu Absonderung und Melancholie neigte, wenn sie stundenlang im Garten, ganz allein, ihren Kummertränen freien Lauf ließ, aber das war nie ein Anlass zur Sorge gewesen, so wie jetzt. Eigentlich waren die Zwillinge fröhlich und unbeschwert auf dem Land großgeworden. Gelegentlich sah es, auch in meinem Inneren, düster, ja zappendüster, aus: Hoffnung und Verzweiflung wechselten einander ab, wie das Auf und Ab einer Achterbahn. Fand ich jemand, der mich unterstützen konnte, um meinen Berufsalltag und die Betreuung Delis besser zu bewältigen, war die Freude groß, aber nie von langer Dauer. Nach und nach kündigten alle, die ich zu Hilfe holte, den Job oder warfen kurzerhand das Handtuch: Die Putzhilfen, der Pflegedienst und gelegentlich auch ich selbst, wenn die Wand des Starrsinns nicht mehr zu durchbrechen war.

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Tinni, links, und Deli mit drei Jahren

Unsere Ärztin konnte leider auch keine Hausbesuche machen, wenn Deli nicht in der Verfassung war, zu ihr zu gehen, denn ihre Praxis war überfüllt mit Kranken. Der benachbarte Pflegedienst stellte nach 10 Tagen einfach seinen Service ein, weil Deli aggressiv auf stets wechselnde Pfleger/innen reagierte und zuletzt dem Mann mit dem knallorangefarbenen T-Shirt, der, morgens um 8 Uhr, an der Tür klingelte, um sie an die Medikamente zu erinnern, nicht hereinließ: sie hielt ihn, wie sie mir später erzählte, schlicht und ergreifend für ein Mitglied der gefährlichen, asiatischen Bettelsekte, mit den orangefarbenen Kutten, die bei älteren Damen und Hausfrauen gelegentlich an der Tür hausieren. Als sie mir dies aufgebracht schilderte, musste ich schmunzeln. Insgeheim freute ich mich über ihren gesunden Menschenverstand. Ein Betrüger an der Haustür hätte bei Deli nie eine Chance gehabt. Im Alltag war sie klar im Kopf trotz der merkwürdigen Alzheimer Dämonen!

Zu alledem war sie, weder auf den Kopf, noch auf den Mund gefallen, wenn es um ihre Freiheit und ihre Selbständigkeit ging. Ich, dagegen, war inzwischen mit meinem Latein am Ende und mit meinen Kräften auch. Burnout nannte der Arzt diesen Zustand, wenn man morgens ebenso müde und zerschlagen aufsteht, wie man am Abend ins Bett gefallen ist. Ab und zu hatte ich regelrechte Schwächeanfälle, bekam dazu die letzten Winter mehrmals eine langwierige Lungenentzündung und verlor schließlich täglich ein halbes Pfund Körpergewicht. Der Hausarzt notierte es mit Kopfschütteln und großer Besorgnis. Er redete mir ernsthaft ins Gewissen, ich solle ein Pflegeheim finden, sonst sei ich noch vor meiner Mutter im Grab und schaute mir dabei, ernsthaft besorgt, tief in die Augen.

Ein Pflegeheim wollten weder Deli noch ich akzeptieren, denn ich liebte und versorgte sie genauso wie sie mich lange Jahre, als ihr einziges Kind, immer beschützt, versorgt und verwöhnt hatte. Pflegeheim? Nein! Das wollte und konnte ich ihr nicht antun! Das wäre der allerletzte Ausweg, wenn gar nichts mehr ginge. Wie sollte ich Deli auch ohne ihr Einverständnis dazu bringen. Gedankenschwer und müde, saß ich eines Abends, nach einem anstrengenden Arbeitstag vor meinem Computer daheim und hangelte mich auf dem youtube Kanal zur Ablenkung von den Alltagsproblemen durch eine Reihe von Videos erwachter Meister, deren Weisheit mich oft tröstete, wenn ich einfach nicht mehr weiterwusste. Teilweise lauschte ich dem Sat-sang von Mooji oder interessanten Gesprächen mit Sathguru. Doch, gaben mir beide keine Tipps zu unserer häuslichen Situation mit Alzheimer Dämonen, Depression und Panikattacken.

Als ich müde vor mich hin döste, poppte in der Vorschlagsliste ein Video auf, das einen Mann mittleren Alters mit halblangen dunklen Haaren und ein paar Silbersträhnen zeigte. Er trug ein weißes Hemd und seine dunklen Augen blickten mich intensiv an. Sein Blick schien tiefer zu gehen als der Blick normaler Menschen. Etwas in seinen Augen faszinierte mich, das erregte meine Neugier und hielt mich ab, wegzuschauen. Seine Augen zogen mich magisch in den Bann. Ich klickte auf das Video und saß dann fasziniert vor Braco‘s gebendem Blick. Mir kam das Gefühl, ich könne mich gar nicht sattsehen an seinem Blick, einfach unglaublich! Meine Augen schienen an seinen zu kleben. Ich wunderte mich maßlos und schaute das Video gleich mehrmals hintereinander an. Angestrengt versuchte ich zu begreifen, was Braco, der "kleine Bruder“, da eigentlich tat.

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Aufgrund meiner Hypnose-Ausbildung, hielt ich seine faszinierende Ausstrahlung für eine Art Hypnose. Doch, selbst bei professionellen Hypnotiseuren, hatte ich noch nie eine so tiefe innere Ruhe erfahren wie hier. In den sieben Minuten seines Blicks konnte er spürbar eine Seelenverbindung herstellen. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich dieses Video mit Braco‘s Blick anschaute. Ich verbrachte eine ganze Weile damit und kehrte auch an den nächsten Abenden wieder zu Braco’s Blick zurück. Manchmal hatte ich dabei den Eindruck, als schiene die Welt für einen Moment stillzustehen, so, als würden Planetenbewegungen angehalten und das Universum befände sich im Haltezustand, komisch! Ich spürte und sah deutlich, wie silbrig-weißes Licht zu mir kam, das irgendwie lebendig vibrierte und meine Energie veränderte. Der ganze Raum um mich herum schien irgendwie in dieser Vibration lebendig zu werden. Ich staunte, beobachtete und spürte, wie sich meine Stimmung hob und die trüben Gedanken nach und nach wie vom Wind weggeblasen erschienen. Als das geschah, wurde ich so neugierig auf Braco, der mir unverwandt seelenruhig in die Augen blickte, dass ich anfing nachzuforschen, wer er war und, was es mit diesem magischen Blick auf sich hatte. Ich las über ihn und seine Vergangenheit mit dem Propheten Ivica. Seitdem hat mich Braco’s Blick nicht mehr losgelassen. Ich saß noch bis in die Puppen vor dem Computer, konnte mich nicht abwenden und bestaunte die Heilungszeugnisse der Besucher seiner weltweiten Veranstaltungen.

Das geschah im Frühjahr 2013, als ich wirklich, mit meinem Latein und meinen Nerven, völlig am Ende war und nicht wusste, wie ich die störrische Deli und ihre Bedürfnisse noch mit meiner Ganztagsarbeit inklusive der unbezahlten Überstunden und dazu unsere beiden kleinen Singlehaushalte unter einen Hut bringen sollte. Deli weigerte sich immer mehr, vor die Tür zu gehen. Sie saß nur noch mürrisch auf der grünen alten Velourcouch und grübelte über das Sterben nach. Auf vernünftige Ratschläge hörte sie schon lange nicht mehr.

An den nächsten Tagen vertiefte ich meine Braco-Forschungen und gelangte irgendwann an einen Punkt der inneren Einkehr, von dem es kein Zurück mehr gab. Ich spürte, dass etwas Besonderes am Werke war, eine Art Engel-Energie, die mein Leben intelligent neu zu organisieren und neue Prioritäten zu setzen schien. Alles, was ich in den vergangenen Jahren aufgebaut hatte, Operngesang, Bücher und meine Sehnsüchte und Träume, alles blieb auf der Strecke durch den Dschungel des Alltags mit Deli und den Dämonen. Es kam mir oft vor, als sei mein normales Dasein in einen Abgrund oder eine Bergspalte gerutscht und mir einfach so durch die Finger geglitten, in eine dunkle Ungewissheit, von der ich nicht wusste, wann sie enden würde.

Ich war schon erschöpft durch den Vollzeitjob für ein Team aus zwei Chefs und 20 Kollegen, obwohl es im Büro recht gesittet zuging. Und doch fühlte ich mich ausgelaugt, wenn ich abends heimkam. Deli saß den lieben langen Tag daheim in ihrer Droschkenkutscherhaltung, grübelnd oder an besseren Tagen in der kleinen Wohnküche am Fenster, um die Nachbarn und Vorübergehenden auf dem Innenhof zu beobachten. Von denen wusste sie so gut wie alles über ihre Beziehungen und die Kinder.

Daheim kümmerte sie sich nicht mehr um die Wohnung. Sie ließ alles vergammeln, räumte kaum auf, putzte und spülte sehr nachlässig. Der Haushalt wurde mehr und mehr zum Desaster. Delis Gemütszustand und ihr oft aggressives Verhalten zehrten an meinen Nerven viel mehr als sämtliche Kollegen und der Stress im Büro. In mir entstand mit der Zeit eine große Leere, eine Art Vakuum, das nur von der sanften heiteren Energie von Bracos Blick durchbrochen wurde. Dann fühlte ich mich manchmal wie von Engelsschwingen getragen. All diese Veränderungen kamen überraschend, unbegreiflich, schleichend, dass auch der Verstand sie nicht nachvollziehen konnte. Der Alltag war wie verhext, denn, nach jedem kleinen Aufschwung bei Deli, den ich mit einem seligen Lächeln begrüßte, ging es hernach noch tiefer bergab in den Abgrund.

Wieder saß ich eines Abends vor dem Computer und starrte gebannt in Bracos Augen, da stand plötzlich die Zeit still. Ich betrat einen Raum innerer Leere, so als ob alles plötzlich verschwinden würde. Das geschah in Sekundenbruchteilen, mein Denken geriet außer Funktion. Der Verstand blieb stehen wie eine Küchenuhr, das Plappern des inneren Dialoges stoppte. Die innere Stimme fand einfach keine Worte und hatte vor Schreck, bei ihrem üblichen Gebrabbel von überflüssigen Kommentaren, den roten Faden verloren. Mir fiel einfach gar nichts mehr ein, ich war nur da und erlebte das aus der Beobachterposition. Ich lächelte und seufzte tief. Dann empfand ich eine erfrischende Ruhe und eine Art Heiterkeit im Innern. Eine unbekannte Lust, einfach drauflos zu lachen über das ganze Drama unseres Erdendaseins, blubberte wie die allererste Fontäne eines Springbrunnens aus meinem Bauch herauf. Seit Jahren hatte ich wahrhaftig mit Deli so gut wie nichts mehr zu lachen gehabt, ganz im Gegenteil. Oft hatte ich mich dann, sehnsüchtig, an die gute alte Zeit, am Mädchengymnasium in Düren, erinnert, als ich dreizehn war.

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Deli auf dem Balkon an der Nähmaschine

Wir wohnten in Norddüren im Ausländerviertel. Deli hatte mit der Änderungsschneiderei alle Hände voll zu tun, da blieb oft keine Zeit zum Kochen und so machten wir mittags eine Sahnetortenschlacht, mit den Torten, die wir bei der Bäckerei in der Nachbarschaft kauften. Mit ihren geschickten Händen besserte Deli so unsere schmale Haushaltskasse auf und saß oft nächtelang, Nadel und Faden schwingend, auf dem großen alten Werktisch im Badezimmer. Unser Bad war ein langer Schlauch und der einzige Ort, wo sie ihre Nähmaschine und den Tisch hatte aufstellen können. Manchmal lag ich abends in der Badewanne, schaute ihr bei der Arbeit zu und wir lachten Tränen, wenn sie ihre kölschen Witze zum Besten gab. Mir kamen nun Tränen liebevoller Erinnerung, als ich an unsere Verschwörung vor 40 Jahren dachte. Wir hielten dicht und verrieten Vati nie, dass Deli keine Zeit hatte, mittags zu kochen und wir uns oft mit Sahnetorte den Bauch vollschlugen.

2013 war dann in München wirklich der Anfang vom Ende. Ich saß abends daheim vor dem Bildschirm: ratlos, orientierungslos, total ausgebrannt. Mit der Kraft der allerletzten Hoffnung saß ich nachts oft vor Bracos Livestream und seinen Videos auf DVD, die ich inzwischen von den Events mitgebracht hatte. Damit verdrängte ich meine Sorgen. Trotzdem wurde mir im Laufe einiger Wochen mit Braco klar, dass mein bisheriges Leben zu Ende war. Eine neue Ära musste anbrechen, aber wie, wo und wann, wusste ich nicht. Mühsam hatte ich viele Jahre in meine Operngesangsausbildung und die Stimme investiert. Am Ende waren Lehrbücher über Belcanto dabei herausgekommen. Doch, während der letzten Jahre, war auch meine Stimme, die ein Barometer für meinen Seelenzustand war, trotz meines umfangreichen Repertoires an Arien, wie ein Brunnen in der Wüste ausgetrocknet. Ich war ins Schweigen gefallen, fühlte mich fast nur noch in völliger Stille und Einsamkeit wohl. Mit Deli konnte ich oft diese Stille teilen, denn sie wurde auch von Tag zu Tag wortkarger, sprach nie mehr als nötig. Trotzdem fühlten wir uns gemeinsam wohl bei diesem Schweigen. Wir saßen oft beim Frühstück beieinander, still vertraut, schlürften Kaffee und Tee und starrten in das Flämmchen der Kerze, die ich auf den Tisch gestellt hatte. Dabei genoss Deli meine Anwesenheit sehr. Nur, wenn sie schlecht gelaunt war, aggressiv oder unruhig, musste ich mich fernhalten, Sie war dann ungenießbar und ich versank nach kleinen Auseinandersetzungen mit ihr jedesmal in Trübsal.

Da munterte mich Braco’s Blick am Wochenende wieder auf, wenn ich mich in meiner Not für einige Tage in eine Art Abstinenz von Menschen und Gedanken zurückzog, um neue Kraft zu schöpfen. Ich versuchte mich von den Sorgen zu lösen, denn ich war in den vorangegangenen drei Jahren immer stiller und einsamer geworden. Soziale Kontakte waren abgebröckelt, nach und nach ganz verschwunden; ich blieb daheim und ging tief in mich. Aus meiner lange zurückliegenden Scheidung, bei der, vor Jahren, meine Stimme zum ersten Mal zerbrochen war, wusste ich, dass meine Stimme das Barometer für mein Befinden ist. Ich verstummte und ließ es zu. Doch dabei nutzte ich meine einsamen Abende, nachzuforschen, wer Braco wirklich war: ich las und googelte alles, was ich an Details im Internet fand. Die erstaunlichen Heilungszeugnisse der Menschen, die seit 1995 zu Braco kamen, bewegten mich tief. Da war von regelrechten Wundern die Rede, von Heilung von Krebs, Diabetes, psychischen Belastungen, Nervenkrankheiten und so-gar angeborenen Anomalien. Braco hatte etwas, das spürte ich, nach dem ich tief in meinem Inneren suchte, eine Nahrung, die Kraft gab, ein Quäntchen stilles Glück, das ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Er besaß eine Leichtigkeit und Schlichtheit, ja eine Bescheidenheit, die sein Schweigen beredt machte und seine Präsenz heilend wirken ließ. Manchmal konnte sich sogar Deli dafür begeistern und saß mit mir vor dem Computer, um Braco’s Videos anzuschauen. Dann sah ich selten genug wieder ein Lächeln über ihre Züge huschen. Ja, Braco’s Blick tat ihr gut, obwohl sie irgendwie Angst vor einer Begegnung mit ihm hatte.

Niemand unter meinen zahlreichen irdischen Lehrern und Meistern hatte mir je die Frage nach dem Sinn des Daseins und vor allem nach dem Sinn solchen Leidens, wie es Alzheimer Patienten haben, beantworten können. Ich krankte an der täglichen Anteilnahme an Deli’s Leiden mit ihrer Trübsal, den Selbstmordgedanken und der Verzweiflung, ganz zu schweigen von den körperlichen Beschwerden, wie häufigen Durchfällen oder Atemnot und Schwere in den Beinen, die sie außerdem noch hatte. Mit Braco gab es nun eine stille Hoffnung ohne Worte. Mit jedem Blick, den ich mit Braco auf Videos verbrachte, wurde mir ein wenig leichter ums Herz. Ich wurde dann sehr neugierig auf seine persönliche Präsenz. Die Faszination, die die erste Begegnung ausgelöst hatte, ist mir noch immer gegenwärtig, als wäre es heute gewesen. Ich schöpfte Hoffnung, dass er Deli helfen könne, ihren wohlverdienten Lebensabend zu genießen.

Braco war meine allerletzte Hoffnung, denn alles andere hatte schon versagt: die Beratungen bei der geriatrischen Psychiatrie, bei der wir eine kettenrauchende Sozialhelferin angetroffen hatten, die Hilfsangebote von Pflegediensten, die keine Vertrauensperson stellen konnten, die Therapeutin, die ins Haus kam, diverse Putzhilfen, die das Handtuch warfen, manche Begegnungsstätte, die zu weit weg war, Ärzte, die sich nicht trauten, Deli einzuweisen und vieles andere mehr. Deli klebte an mir, wie eine Klette und hatte vor allen Fremden tierische Angst. Den Job, sie zu unterstützten, konnte ich nicht einfach an den Nagel hängen, eher hätte ich meiner Firma kündigen können. Doch wovon sollten wir dann existieren. Delis winzige Rente hätte für uns nie gereicht.

Begeistert brachte ich deswegen Deli die frohe Botschaft von Braco und von den Tausenden von Heilungszeugnissen, in denen Menschen von unheilbaren jahrzehntelangen Beschwerden und Leiden, körperlicher, psychischer und seelischer Art, erlöst worden waren. Meine Hoffnung, auch sie würde von den Alzheimer Dämonen befreit werden, wuchs, als ich noch eine Falldarstellung entdeckte, wie eine alte Dame von totaler Hilflosigkeit und Alzheimer Symptomen mit über 70 Jahren völlig genesen war und sich wieder selbst versorgen konnte. So schöpfte ich große Hoffnung, ich könnte Deli auf jeden Fall vor der Einlieferung in die Psychiatrie bewahren, wie schon einmal 10 Jahre zuvor.

Oft nahm ich in Braco’s Gegenwart wahr, dass sich der Raum um mich herum aufhellte. Das geschah, sobald ich seinem Blick begegnete oder seine Stimme hörte. Es war, als würde die Sonne aufgehen, in meinem Herzen und auch ringsherum in meinem Zimmer. Manchmal fühlte es sich so an, als hätte ich den Himmel mit den Fingerspitzen berührt! „Es werde Licht!“ Dachte ich oft lächelnd, denn mit der Erschaffung des Lichts, hatte laut der Bibel alles vor ewig langer Zeit im leeren dunklen Raum des Weltalls angefangen. „Es werde Licht!!“ Murmelte ich oft in Deli’s Gegenwart unbemerkt. Denn ich hatte noch immer Hoffnung auf Besserung. Ich war wild entschlossen, sie den Fängen der dunklen Mächten zu entreißen, von denen wir nicht wussten, woher sie kamen. Ich wollte unbedingt herausfinden, was hinter dem Phänomen auf der grünen alten Velourcouch steckte und Deli’s frühere Frohnatur zurückholen. Ich war mir sicher, Braco würde mir dabei helfen.

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Braco’s Sonnensymbol im Onyxraum

Braco’s Blick & Deli’s Alzheimer Attacken.

In der Zwischenzeit, begann Deli’s Stimmung immer heftiger zu schwanken. Sie war immer seltener gutgelaunt, dafür umso öfter melancholisch, schweigsam, in sich gekehrt, regelrecht weltabgewandt. Sie sprach immer häufiger vom Sterben…

Dann fiel mir auf, dass sie manchmal Trinken und Essen, manchmal sogar die Herdplatte auf kleiner Flamme vergaß, bis es in der Küche angebrannt roch. Meist verließ sie kaum noch die grüne Couch, auf der sie in Droschkenkutscherhaltung mit geneigtem Kopf saß, stundenlang grübelnd. Sie beklagte sich über ihr Leiden, auch körperliches Unwohlsein, wiederholte immer öfter den Wunsch, sie wolle einfach weg, nur weg, einfach tot sein, mausetot! Dann wieder sagte sie, sie sei mir eine Bürde und schwere Last; deswegen sei es Zeit, dass sie gehe und den Weg freimache. Solche Aussagen brachen mir das Herz, denn ich liebte sie sehr und wir waren seit der Schulzeit ein regelrechtes Komplott. Meine inneren Alarmglocken begannen heftig zu läuten. Ich sagte ihr, dass wir die Lebenszeit von Gott oder der Seele zugeteilt bekommen haben und den Plan nicht einfach ändern können. „Wir wissen nicht, wie alt wir werden und warum wir länger als gewünscht auf diesem Planeten unterwegs sind!“ Sie nickte stumm.

Nun war ich gezwungen, so auf sie aufzupassen, dass sie keine Dummheiten machte. Schon seit einigen Monaten ging ich jeden Morgen vor der Arbeit mit meinem großen Korb aus geflochtener Weide, dem Rotkäppchenkorb zu ihr, um mit ihr gemeinsam, in der kleinen gemütlichen Wohnküche mit Blick auf den grünen Innenhof, zu frühstücken. Der Korb barg frische Früchte, vom Gretl Markt gegenüber, eine Kanne Tee und manchmal ein paar süße Leckereien.

Wir teilen beide die Leidenschaft für leckere Torten und Obstkuchen, was bei uns daheim im Dialekt heißt: „Wir sind verschnuppt!“ So saßen wir morgens oft vor der leise flackernden Kerze bei Tee und Kaffee einander gegenüber. Ich plauderte drauflos, um sie abzulenken, erzählte allerhand All-täglichkeiten, aber oft auch gern von den Erlebnissen mit Braco und den Videos, die ich angeschaut hatte. Deli wurde immer neugieriger, sie mochte die Geschichten, denn ringsherum passierte nicht viel, den lieben langen Tag. Wenn ich begeistert von etwas berichtete, staunte sie wie ein Kindergartenkind auf dem Weihnachtsmarkt und machte große Augen. Begeisterung steckt an! Wenn ich von den Heilungen und meinen persönlichen Eindrücken erzählte, wie gut mir sein stiller Blick tat, staunte sie darüber, dass er gar keine Worte benutzt. Das machte sie sehr neugierig. Es gefiel ihr, da sie selbst auch seit Jahren kein überflüssiges Wort mehr sprach. Schließlich gelang es mir, sie zu überzeugen, doch gemeinsam mit mir in meiner Wohnung, einmal Braco an meinem Bildschirm zu erleben. Wir gingen gemeinsam um die Ecke, von ihrer zu meiner Wohnung, saßen dann einträchtig nebeneinander vor einigen von Braco’s Videos. Deli war äußerst skeptisch wie immer. Ich wunderte mich darüber, dass sie den Skeptizismus seit Vati’s Tod 1995 übernommen und zu ihrer zweiten Natur gemacht hatte. Er war sehr rational und analytisch gewesen, ganz im Gegensatz zu ihrem emotionalen und herzlichen Wesen, doch nun empfand ich oft, als würde mir in Deli eine Kombination meiner beiden Eltern gegenübersitzen. Sie brachte oft Argumente, die mich in Erstaunen versetzten. Trotzdem war sie bereit, Braco’s Blick einmal auszuprobieren und dachte, sie habe dabei nichts Besonderes empfunden oder bemerkt. Zu meinem Erstaunen sah ich jeodch, als ich sie heimlich von der Seite beobachtete, gleich bei einem der ersten Male, eine Träne in ihrem Augenwinkel. Das war seit Jahren nicht mehr vorgekommen. Sie pflegte oft zu sagen, sie könne nicht mehr weinen, nicht einmal dann, wenn sie tieftraurig sei und das sei sie eigentlich fast immer. Zu solchen Aussagen konnte ich immer nur stumm und betroffen nicken und meinen Kummer herunterschlucken. Ihre innere Versteinerung tat mir tief im Herzen furchtbar weh. Ich hätte sie so gern wieder glücklich gesehen. Der zweite Weltkrieg hatte Deli’s s und Vati’s beste Jugendjahre überschattet, die Heirat verzögert und Berufsvisionen verschleppt. Deli’s Jungmädchentraum vom glücklichen Landleben, in einem schönen Haus mit Garten und Schneideratelier, bezahlte sie mit dem Verlust ihrer Kunden aus der Stadt. Vater hatte unser Einfamilienhaus auf dem Dorf eigens auf Deli’s Wunsch hin gekauft, sogar gegen seine persönliche Überzeugung, nur um ihren Traum umzusetzen, doch die ohne Architekt ausgeführten Pfuschereien wurden viel zu teuer bezahlt. Ihn kostete die Entscheidung zugunsten der Familie damals Kraft, Nerven und begrenzte ihn bei der Arbeitssuche auf ein engeres Umfeld. Deli ließ, ungeahnt, bei der Entscheidung, in ein winziges Dorf von 400 Seelen zu ziehen, am meisten Federn. Sie verlor in den ersten Jahren in ihrem Traumhaus, das sich als teurer Alptraum entpuppte, sage und schreibe 40 Kilo und dazu ihre Gemütsruhe, ihren Humor und schließlich sämtliche Schneidereikunden. Die Entfernung von der Stadt war auf Dauer zu groß.

Das alles hätte man vorher bedenken müssen! Ich selbst verlor damals alle Freundinnen vom Gymnasium in der Stadt, weil auch sie woanders hinzogen oder, in der Stadt wohnten, während ich 40 Minuten mit dem Bus zu fahren hatte. Damals be-gann auch, schleichend, die merkwürdige Persönlichkeitsveränderung Delis mit Schlaflosigkeit, Gewichtsverlust und schließlich Angstattacken, die nach der Schilddrüsenoperation mit diesem ‚dämo-nischen Ohrwurm‘ einsetzen, der sie, bis fast zu ihrem Tod, verfolgte, indem er ihr ununterbrochen einflüsterte, sie müsse sterben. Vater konnte sich auf ihre Wesensveränderungen keinen Reim machen. Leider konnte Deli nicht in Worte fassen, was sie bedrückte, fühlte sich oft hundsmiserabel, war melancholisch, depressiv und schlecht gelaunt, manchmal auch unerwartet aggressiv. Vater wusste keinen Ausweg als den Rückzug in seinen Hobbykeller, wo er viele Abende und Wochenenden in seine Leidenschaft für Flugzeugbau investierte, während Deli im Haus, allein im Wohnzimmer, Hand-arbeiten machte oder sich mit Lesen ablenkte.

Erst viel später, kurz vor seinem Tod im Sommer 1995, gestand mir Vater unter vier Augen, dass er seit etlichen Jahren seine geliebte Deli, die er, gleich nach seiner Rückkehr aus dem Krieg, aus Liebe geheiratet hatte, seit langem nicht mehr wiedererkannte. Sie war ihm fremd geworden. Ich war so fassungslos, dass ich keinen Ton herausbrachte. Mein Vater starb 1995 an Prostatakrebs, im gleichen Jahr wie Ivica Prokic, der Lehrer Bracos in Südafrika. Dass Vati Krebs hatte, verschwieg er Deli und mir bis zuletzt, denn er wollte sich keinesfalls operieren lassen. Wir erfuhren von seinem Leiden erst nach seinem Tod durch den Hausarzt, völlig schockiert. Als ich Deli, wenige Jahre später, nach München holte, verdrängte ich zuerst erfolgreich unheilvolle Symptome einer drohenden Katastrophe. Ich ertränkte sie im täglichen Bürostress und meinem Gesang. Unbezahlte, nicht einmal erfassbare Überstunden waren in den 90er Jahren an der Tagesordnung bei deutschen Großunternehmen, so kam ich oft abends spät nach Hause und wusste nicht, was Deli an ihren Abenden machte. In der Freizeit beschäftigte ich mich mit Operngesang, meiner Leidenschaft und sang in der Kirche. Ich versuchte, Deli regelmäßig in unser Schwimmbad in Ottobrunn oder zu Waldspaziergängen mitzunehmen, denn Abwechslung und Bewegung taten ihr gut. Damals ahnte ich nicht, was noch alles im Laufe der Jahre auf mich zukommen würde.

GottseiDank! Sonst wäre ich vermutlich schreiend davongerannt. Eigentlich kämpfte ich gegen eine Realität, die schon zu lange Wurzeln geschlagen hatte, um noch grundlegend verändert zu werden. Trotz allem war ich überglücklich, als es mir im Frühjahr 2013 gelang, Deli von einem Besuch bei Braco persönlich, in der Kongresshalle in Stuttgart zu überzeugen, damit wir Braco’s heilenden Blick einmal live miterleben konnten. Deli sagte sogar zu und ich dachte, ich könne mich darauf verlassen, war pünktlich frühmorgens an der Tür. Unseren Rotkäppchen-korb hatte ich mit Tee und belegten Broten liebevoll für unterwegs vorbereitet. Ich wollte um 5 Uhr früh aufbrechen, um morgens ab 8 Uhr an Bracos Blick in der Kongresshalle Esslingen teilnehmen zu können. Doch, es kam, wie es kommen musste, Deli war um keinen Preis von ihrer Couch wegzubewegen, wie so oft, wenn sie wieder von einer heftigen Attacke ihrer bedrohlichen inneren Stimmen angefallen worden war. Ich spürte, dass die Atmosphäre um sie herum elektrisch geladen war. Es schien geradezu in der Luft zu knistern, je näher man der grünen Velourcouch rückte. Elektrische Phänomene dieser Art tauchten oft um Deli’s Platz auf der grünen Couch herum auf. Einmal sprang dabei sogar die große elektrische Rollade aus der Fassung, als ich frühmorgens den Schalter betätigte, um Licht hereinzulassen, denn im Dunkeln konnte man die Hand vor Augen nicht sehen. Die Rollade blieb, total schief, ir-gendwo in der Mitte des Fensters, hängen, dann bewegte sich nichts mehr, weder vor noch zurück. Deli hatte mich dann wütend und irgendwie sogar schadenfroh, angepflaumt, ich hätte ihre Rollade kaputtgemacht, obwohl ich nichts dafür konnte. Allem Anschein nach, waren in ihrer Nähe stets unsichtbare Geister am Werk, die versuchten, absichtlich Unfrieden zwischen Deli und mir zu stiften. Aggression, dämonische Übergriffe und unangenehme elektrische Ladungen lagen erlebte ich noch oft, wenn ich in Deli’s winziger Wohnung ankam. Am deutlichsten waren sie um die Couch herum zu spüren, auf der Deli die meiste Zeit vor sich hin grübelnd saß. Manchmal hatte ich das Gefühl, das Unglück läge regelrecht in der Luft, ganz in ihrer Nähe und spränge dann gelegentlich auf mich über.

Es fühlte sich an, wie schwarze Magie. Deli’s Alzheimer Dämonen suchten gierig nach Gelegenheiten, negative Gefühle oder Missgeschicke hervorzurufen, an denen sie sich tierisch zu ergötzen schienen. Erst mit der Zeit wurde ich gewahr, dass diese Schmarotzer sich von Wut, Scham, Schadenfreude und Schuldgefühlen ernährten, wobei sie von Deli auf mich übersprangen und tüchtig Zwietracht schürten, sobald sie auf Nachschub an negativen Emotionen Gelüste hatten. Es war ein gefährliches Phänomen, auf das ich regelmäßig hereinfiel, indem ich wütend reagierte, sobald Deli mich mit spitzen Bemerkungen empfing.

In aller Herrgottsfrühe auf die Fahrt nach Stuttgart zu Braco eingestellt, beschloss ich an diesem Tag, lieber allein loszudüsen, als unnütze Zeit mit Überzeugungsmanövern bei Deli’s Abwehr zu verlieren. Ich würde sie einfach in Gedanken mitnehmen. Es war wunderbar, so in den frühen Morgen zu starten. Die Autobahn war frei, die Fahrt verlief reibungslos. Ich fand die Kongresshalle Esslingen ohne Umschweife und kam vor 8 Uhr pünktlich an, kaufte mehrere Tickets und saß dann im großen Vorraum, der sich langsam mit Menschen füll-te. Ich atmete tief durch, versuchte die Bürde auf meinem Herzen und meinen Schultern loszulassen. Meine Berufstätigkeit ließ mir einfach keine Zeit, mich wirklich intensiv um Deli zu kümmern. Sobald ich ihr einen Tag widmete an meinen freien Freitagen oder am Wochenende, fühlte ich mich noch mehr ausgelaugt. Für mich selbst blieb auch kaum Zeit übrig. Ich war mit allen Aufgaben allein, Deli hatte zu niemand außer mir Vertrauen und ließ niemand in die Wohnung. Schon zehn Jahre vorher, hatte Deli erstaunlicherweise, in weiser Voraussicht, darauf bestanden, dass ich die notarielle Vollmacht zur Personen- und Vermögenssorge bekam. Für spätere Entscheidungen war ich damit abgesichert.

Gespannt wartete ich, vor der Tür des Saales, in der Kongresshalle Stuttgart, auf Einlass zu Braco‘s Blick. Meine Blumen hatte ich abgegeben und der netten Toilettenfrau gleich eines meiner Tickets geschenkt. Ich war ein wenig aufgeregt und kann sagen, dass meine allererste persönliche Begegnung mit Braco’s Blick in Stuttgart wirklich beeindruckend und einfach unvergesslich war. Nach der Begrüßung des Publikums durch einen Mitarbeiter und einem Frage- und Antwortspiel zwischen ihm und dem Publikum, wurde ein Ausschnitt aus Braco’s Videos gezeigt.

Dann kam Braco ruhigen Schrittes, leichtfüßig wie ein Indianer, auf die Bühne. Er trug ein weißes Hemd. Als er dort stand und seinen Blick ruhig über die Reihen schweifen ließ, schien sich meine Wahrnehmung zu verändern. Ich sah plötzlich ein großes, schweres Kreuz aus Metall von ca .30 cm Länge über seinem Kopf schweben. Es sah aus wie die Kreuze in orthodoxen Kirchen, war aus Altsilber mit lauter großen, blauen Edelsteinen eingelegt. Das Kreuz schwebte längere Zeit einige Zentimeter über seinem Haupt in der Luft. Ringsherum um seinen Kopf und Körper nahm ich viel silbrig-weißes Licht war, das sich im Laufe der Sitzung intensivierte und von ihm aus in den Saal strahlte. Er schien aus allen Poren diese lichte Energie abzugeben. Dann spürte ich eine Art emotionaler Entladung, als dieses Licht in meinen Körper eindrang. Das war von einem Gefühl angenehmer Leichtigkeit und Heiterkeit begleitet, so als ob ich innerlich in eine freudige Stimmung explodieren würde. Die Sitzung ging viel zu schnell vorbei. Ich hätte gern länger verweilt. Als Braco sich zum Gehen wandte, sah ich, mit Erstaunen, ein Lichtwesen von ähnlicher Gestalt und Größe genau hinter ihm hergehen. Spontan dachte ich, das kann ja nur Ivica, sein geliebter Lehrer und Meister sein, den er viel zu früh verlor. Ich hatte inzwischen seine Lebensgeschichte aus Videos, Büchern und der Homepage erfahren. Diesen lichten Doppelgänger von Braco sah ich, auch später noch, in vielen Sitzungen. Langsam folgte ich dem Strom der Menschen, die den Saal verließen in den Vorraum, mir wurde eine Blume in die Hand gedrückt. Dann fiel mir in der wartenden Menge ein großer freundlicher Mann mittleren Alters auf, der Braco’s Plakate eifrig fotografierte. Als er mich anlächelte, lächelte ich zurück. Beim Warten auf die nächste Sitzung, kamen wir ins Gespräch, tauschten Emailadressen aus. Er schrieb mir ein paar Tage später, dass er aufgrund seiner Heilerausbildung mein offenes Herzchakra wahrgenommen habe und mir dringend empfehle, mich um Urlaub für mich selbst zu kümmern, da er sehen könne, dass mir im Alltag, seit langem die Lebensfreude fehle. Er hatte, ohne von meinen Problemen zu wissen, den Burnout in meiner Aura gelesen, bevor ich mir selber darüber im Klaren war. Ich hatte nämlich durch meine tägliche Sorge um Deli gar keine Zeit, über mich und meine Bedürfnisse nachzudenken. In diesem Moment, als ich da so im Gespräch mit dem netten Heiler war, beschloss ich spontan, den ganzen Tag in Stuttgart zu verbringen, denn ich wolle soviel wie möglich von Braco’s kraftvoller heller Energie mit nach Hause nehmen. Deli’s Foto und ein Foto von der ganzen Familie hatte ich mitgenommen, um für alle, die Lebenden und die Verstorbenen um Hilfe zu bitten. Die Fotos hielt ich bei den Sitzungen in der Hand. Im Laufe mehrerer Begegnungen am Vormittag fühlte ich mich immer besser, bekam frischen Mut und Hoffnung für Deli. Trotzdem spürte ich auch eine Ozeanwelle von Müdigkeit und ein großes Auf und Ab der Gefühle. In der Pause, als ich noch mit all diesen Eindrücken beschäftigt war und versuchte, die Energien zu verdauen, setzte sich eine junge Frau mit unangenehm durchdringenden Augen, dunklen Haaren und einem fast lauernden Gesichtsausdruck neben mich. Sie sprach mich freundlich an, obwohl sie mir auf den ersten Blick unsympathisch erschien. Sie sah aus wie eine Zigeunerin, tatsächlich hatte sie es auch darauf abgesehen, mir aus der Hand zu lesen, um Geld zu verdienen. Ich war viel zu erschöpft, sie energisch abzuwehren, ließ ihren Wortschwall über mich ergehen. Sie läse in meiner Aura, was für ein großes mitfühlendes Herz ich hätte und wie großzügig ich sei. Fast bekam ich Atemnot, als sie das sagte, mein Energiefeld war anscheinend, durch Bracos Blick, noch weiter offen als sonst. Ich wollte kein Aufsehen erregen und forderte die Zigeunerin auf, mit mir nach draußen an die frische Luft zu kommen. Ich bot ihr eine Eintrittskarte für Braco’s Blick als Geschenk an, doch es ging ihr nur um Geld, nicht um Braoc’s Blick. Um sie abzuwimmeln, drückte ich ihr dann schweigend einen Geldschein in die Hand und ging wieder in die Halle. Dabei wurde schlagartig bewusst, dass auch die Schatten deutlicher hervortreten, wo das Licht sehr hell scheint. In meinen fünf Begegnungen mit Bracos Blick an diesem Tag fühlte ich mich von Mal zu Mal angenehmer. Ich erfuhr Trost und Stärkung. So hoffte ich, auch Deli würde von der Heilung etwas mitbekommen. Die Rückfahrt verlief gut, doch unterwegs flog ein winziger spitzer Stein zuerst auf meine Windschutzscheibe, dann geriet ein anderes Steinchen in die Räder, genau zwischen die Bremsscheiben. Ein störendes Reibegeräusch war zu hören, das mich beunruhigte. Daheim brachte ich den Wagen, zur Vorsicht, wenige Tage danach, in die Werkstatt. Ich musste die Bremsen komplett erneuern lassen, denn das Steinchen hatte sich fest hineingefressen. Es kostete ein kleines Vermögen.

Sind die Dämonen überall am Werk, selbst in Bracos Umgebung? Fragte ich mich ängstlich. Ich hatte intuitiv das Gefühl, dass eine Art Boshaftigkeit am Werke war, die sich gegen mich richtete, die nicht akzeptierte, dass ich Deli helfen wollte. Es gab etwas wie einen unsichtbaren, großen Widerstand, der sie immer wieder von mir und meinen positiven Hilfsangeboten wegzog. Ich kam mir oft vor wie Sysiphus, der den Stein auf den Berg schleppt, wobei dieser ihm jedes Mal auf dem Gipfel entgleitet und wieder herunterrollt, sodass er wieder von vorn mit der Arbeit beginnen muss.

Bei uns daheim ging es auch oft irgendwie nicht mit rechten Dingen zu. Ich hatte häufig, nach Besuchen bei Deli, kleine und größere Missgeschicke und fühlte mich aus der Balance geworfen. Erst heute kann ich aus Erfahrung sagen, dass Hass und Verwünschungen, Neid und alle bösen Triebe sich über große Entfernungen auswirken, sobald man mit einem Familienmitglied in sehr enger Gefühlsverbindung steht. Nur durch intensive Lektüre und Anhören der CDs des Achtsamkeitslehrers, Eckhart Tolle, begriff ich, erst viel später, dass der energetische Teil des Menschen, der Emotionen speichert der sogenannte Schmerzkörper - eine Art eigenes Wesen entwickeln kann, das versucht, sich am Energiefeld nahestehender Personen aufzuladen. Ist dieses Energiefeld mit negativen Emotionen aufgeladen, braucht es immer neue negative Energie als Nachschub, um zu überleben. Solche Persönlichkeitsanteile verhalten sich wie Schmarotzer: sie schlagen sich an den Gefühlen nahestehender Personen regelrecht den Bauch voll. Sobald man dann selbst nicht total positiv geladen ist, um der Satansbrut an negativen Kräften zu widerstehen, ist man ihnen ausgeliefert. Sie überwältigen ihre Opfer in jedem schwachen Moment. Durch meinen zunehmenden Burnout wurde ich, ohne es zu merken, immer anfälliger für Deli’s Alzheimer Dämonen und ihre Attacken.

In Stuttgart hatte ich die Gelegenheit genutzt, Bücher über Braco und seinen Lehrer, Ivica Prokic, zu kaufen und schon, in den Pausen, begann ich, fasziniert, zu lesen. Braco’s und Ivica’s Biografien verschlang ich noch an diesem Wochenende und gab dann Deli meine Bücher weiter. Da sie stets gern viel las, denn Lesen war fast ihre einzige Abwechslung, war das eine gute Gelegenheit, sie mit der positiven Kraft in Berührung zu bringen. Begeistert berichtete ich ihr am nächsten Morgen schon beim Frühstück, von meinen Erlebnissen in Stuttgart mit dem heilenden Blick von Braco Deli wurde sehr neugierig, besonders, nachdem sie das Buch über Braco’s und Ivica’s Geschichte gelesen hatte. Ich wunderte mich darüber, dass ich mich von Ivica Prokic auf den Bildern im Buch fast noch mehr angezogen fühlte als von Braco.

Mir kam dieser quicklebendige, leidenschaftlich für Menschen und ihr Wohlergehen selbstlos eintretende Mann wie ein Apostel aus dem Umfeld von Jesus Christus vor. Er hatte sich von Jugend an für die Wahrheit eingesetzt und Menschen in seinem Umfeld stets geholfen. Alle, die zu ihm kamen, bekamen Unterstützung, sei es, zu Beginn seiner Tätigkeit in Zagreb auf dem Fischmarkt, wo er nach seiner Flucht aus Serbien, Fische verkaufte, sei es, danach, in der wunderschönen Villa, am Srebrnjak 1, wo Braco noch heute seine Gruppen empfängt. Ivica’s Aufrichtigkeit, seine Fähigkeit, Vergangenheit und Zukunft zu lesen und seine Hellsichtigkeit, erinnern mich sehr an den Apostel Paulus aus dem neuen Testament, der von einem erbitterten Gegner des Herrn Jesus Christus zu sei-nem ehrerbietigsten Verfechter und Diener wurde und dabei nie ein Blatt vor den Mund nahm.

Zwei Tage nach diesem intensiven Wochenende am 8.7.2013 in Stuttgart, sah ich plötzlich morgens in meiner Meditation, die ich regelmäßig noch im Bett mache, Ivica Prokic persönlich auftauchen. Ich sah ihn richtig körperlich in der Kleidung, die er auf Fotos im Buch trug und wunderte mich sehr, da ich ihm niemals persönlich begegnet bin. Es war eine angenehme Erfahrung.

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