Logo weiterlesen.de
Blonde Fracht in die Hölle: N.Y.D. - New York Detecitives

Blonde Fracht in die Hölle: N.Y.D. - New York Detecitives

Klaus Tiberius Schmidt

Published by Casssiopeia-XXX-press, 2017.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Blonde Fracht in die Hölle: N.Y.D. - New York Detectives

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

Sign up for Klaus Tiberius Schmidt's Mailing List

Further Reading: 10 hammerharte Strand-Krimis

Also By Klaus Tiberius Schmidt

About the Publisher

image
image
image

Blonde Fracht in die Hölle: N.Y.D. - New York Detectives

image

KRIMI VON KLAUS TIBERIUS Schmidt

Der Umfang dieses Buchs entspricht 118 Taschenbuchseiten.

Der New Yorker Privatdetektiv Bount Reiniger erhält von Ernest Stevenson den Auftrag, Lösegeld für seine entführte Tochter zu übergeben. Offensichtlich handelt es sich bei den Kidnappern nicht nur um Erpresser, sondern um einen Mädchenhändlerring, und Jasmin Stevenson soll in ein Bordell nach Übersee verschleppt werden. Kurz darauf beauftragt Frank Andrews den Detektiv, seine Ehefrau beschatten, die angeblich Kleptomanin ist. Seltsam ist, dass Andrews Direktor in derselben Firma wie Stevenson ist. Als Reiniger Mrs. Andrews folgt, wird sie auf offener Straße erschossen ...

image
image
image

Die Hauptpersonen des Romans:

image

JASMIN STEVENSON - muss ihre Gier nach Sex beinahe teuer bezahlen. Eine Erfindung ihres Vaters rettet sie, und in letzter Sekunde greift Bount Reiniger ein.

Robert „Bob“ Randallo - der pockennarbige Gangster behauptet, dass er nichts mit dem Mädchenhändlerring zu tun hat. Er hat einflussreiche Freunde, die ihm helfen.

Frank Andrews - der Direktor der Vamdam Electronics hat einen pikanten, aber außerordentlich leichten Auftrag für Bount Reiniger. Andrews’ Frau ist Kleptomanin. Weitere Diebestouren durch Manhattans Kaufhäuser soll Bount verhindern.

June March - unterstützt Bount Reiniger bei seinen Ermittlungen.

Bount Reiniger - ist Privatdetektiv.

image
image
image

1

image

JASMIN SPÜRTE NICHT die Gefahr, die sich wie ein unsichtbares Netz um sie zusammenzog. Seufzend drängte sie sich noch enger an ihre neue Eroberung und hauchte dem Playboy einen Kuss auf die Wange. Sie war von dem gut aussehenden Franco Saragalli begeistert. Vor wenigen Stunden erst hatte sie ihn im „Crystal“ kennengelernt.

Für sie war es Liebe auf den ersten Blick.

„Lass uns zu mir gehen, Baby“, flüsterte der Playboy mit dem schwarzen Lockenhaar und den stahlblauen Augen. „Hier sind zu viele Leute. In meinem Apartment ist es gemütlicher.“

Jasmin hatte nichts dagegen.

Eine Minute später verließen sie eng umschlungen die Diskothek und traten in die Dunkelheit.

Franco hatte seinen Jaguar im hintersten Winkel des Parkplatzes abgestellt. Nur eine Bogenlampe erleuchtete das weitläufige Terrain, auf dem zumeist sündhaft teure Schlitten standen.

„Ist es weit bis zu deiner Wohnung?“, fragte Jasmin und schmiegte sich enger an den jungen Mann. Ihr Verlangen nach Zärtlichkeit wuchs.

„Nur zwei Straßenblocks weiter, Baby“, erwiderte er und zeigte ein entwaffnendes, charmantes Lächeln. „Ich kann es selbst kaum noch abwarten, bis wir da sind.“

Wohlgefällig glitt sein Blick über ihre makellose Figur. Das eng anliegende Chiffonkleid mit dem weiten Ausschnitt betonte ihre atemberaubenden Kurven. Was er sah, ließ sein Herz höher schlagen und regte seine Fantasie an. Eine Frau wie Jasmin war nichts für Herzkranke oder Kreislaufschwache.

Sie verließen den Lichtkreis der Laterne und wurden von der Dunkelheit förmlich verschluckt. In einer Nische, umgeben von Gestrüpp, stand der Jaguar. Die Karosserie schimmerte matt.

„Wieso hast du den Wagen denn so weit abseits gestellt?“, fragte die Blondine verwundert. „Hier kann man ja kaum die Hand vor Augen sehen.“

Sie fühlte sich unbehaglich, und plötzlich war das Verlangen nach einer heißen Liebesnacht verflogen. Stattdessen kam die Angst.

Etwas stimmte hier nicht, aber Jasmin wusste nicht, was dieses Gefühl in ihr auslöste.

„Was ist los?“, fragte der Playboy, als die junge Frau zögernd stehen blieb. „Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich heute Nacht solch eine tolle Frau wie dich kennenlernen würde. Dann hätte ich den Wagen direkt vor dem 'Crystal' geparkt.“

„Ich will zurück zur Disco“, forderte sie störrisch. „Komm, lass uns zurückgehen.“

„Was soll der Quatsch?“, protestierte der Italo-Amerikaner. Diesmal klang seine Stimme alles andere als einschmeichelnd und verführerisch. „Komm schon.“

Jasmin wollte auf dem Absatz umkehren, doch dazu war es zu spät.

Sie hörte noch, wie ihr Begleiter mit den Fingern schnippte, sah zwei schwarze Schatten auf sich zuspringen und spürte etwas Weiches vor Mund und Nase.

Verzweifelt versuchte sie zu schreien, als brutale Hände sie festhielten. Jeder Laut erstickte in einem großen, übelriechenden Wattebausch.

Ihre panische Angst war schlagartig verschwunden.

Plötzlich waren nur noch rosarote Wolken um sie herum. Gleichgültigkeit beherrschte sie. Ihre Gegenwehr erlahmte. Die Glieder wurden schlaff, und müde. Das Bewusstsein schwand.

Sie vernahm nicht mehr den herrischen Befehl des Playboys, als die Männer die Frau in die Büsche zerrten.

„Bringt sie schnellstens zur Jacht“, kommandierte Franco Saragalli. „Und keine Zicken mit der Kleinen, verstanden?“

Genüsslich steckte er sich eine Lucky Strike an und stieg in seinen Sportwagen.

Ein zufriedenes Grinsen huschte über das männlich kantige Gesicht. Alles war reibungslos abgelaufen. Schwierigkeiten brauchte er nicht zu fürchten.

Das Geschäft lief gut.

image
image
image

2

image

DAS SCHRILLEN DES TELEFONS war immer gleich. Trotzdem bildete sich Bount Reiniger ein, dass es einen anderen Klang hatte, wenn ein Klient anrief und einen Auftrag für ihn hatte.

„Reiniger“, meldete er sich und machte es sich in seinem Bürosessel bequem. Lässig legte er die Füße auf eine Ecke seines Schreibtisches.

„Spreche ich mit Mr. Bount Reiniger?“

„So ist es“, bestätigte Bount. „Ich hoffe, Sie sind richtig bei mir und haben sich nicht verwählt.“

„Nein, nein“, erwiderte der Mann hastig. „Genau Sie wollte ich sprechen.“ Ein paar Sekunden schwieg die sonore, sympathische Stimme, ehe sie fragte: „Sind Sie an einem Auftrag interessiert?“

Bount Reiniger nickte unbewusst.

„Das ist mein Geschäft, Mister ...“

„Oh, ich vergaß, mich vorzustellen“, entschuldigte sich der Mann. „Mein Name ist Stevenson, Ernest Stevenson. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, aber würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Sie in mein Büro bitten würde? Ich komme im Augenblick nicht weg, doch die Sache ist äußerst dringend und duldet keinen Aufschub.“

Stevensons Stimme hatte sich ein wenig verändert. Sie klang nicht mehr so ruhig wie anfangs.

Wenn Bounts Menschenkenntnis und gutes Ohr sich nicht täuschten, stand der mögliche Klient unter seelischem Druck. Das leichte Zittern in der Stimme ließ sich nicht überhören. Hinzu kam das hastige Sprechen.

„Ich nehme an, dass der Auftrag, den Sie für mich haben, legal ist, Mr. Stevenson“, bemerkte er unumwunden.

„Aber sicher, Mr. Reiniger“, erwiderte Stevenson keineswegs entrüstet. „Mehr kann ich Ihnen jedoch am Telefon nicht sagen. Wenn Sie so freundlich wären ...“

„Bin schon unterwegs. Wo liegt Ihr Büro?“

Reiniger glaubte, einen erleichterten Seufzer durch die Telefonmuschel zu hören.

„Barclay Street 45, nördlich vom World Trade Center. Nicht zu verfehlen. Das Hochhaus hat eine gut sichtbare Leuchtreklame. Vamdam Electronics Inc. Sagen Sie dem Sicherheitsbeamten, dass ich Sie erwarte. Er wird Ihnen den Weg zeigen.“

Ein helles Klicken in der Leitung zeigte an, dass Stevenson aufgelegt hatte.

„Bin mal gespannt, was der Bursche von mir will“, murmelte Bount Reiniger vor sich hin. Er stand auf und nahm das beigefarbene Jackett von der Lehne eines Besucherstuhls.

„Willst du weg?“, fragte seine bildhübsche Assistentin June March, als er ins Vorzimmer trat.

Wie immer sah die Blondine zum Verlieben aus. Das eng anliegende Kleid mit den dünnen Spaghettiträgern betonte eine makellose Figur.

„Sieht nach einem neuen Auftrag aus“, klärte Bount sie auf. „Ein gewisser Mr. Stevenson. Am Telefon tat er sehr geheimnisvoll. Mal sehen, was er will. Wenn etwas ist, kannst du mich bei den Vamdam Electronics, Barclay Street 45, erreichen. Bis dann.“

Mit einem Lächeln verließ er das Büro-Apartment, ehe June March etwas entgegnen konnte. Er wusste nur zu genau, dass sie liebend gern mitgefahren wäre.

Draußen herrschten hochsommerliche Temperaturen. Es war schwül, obwohl ein leichter Wind vom Meer her wehte.

Als Bount Reiniger in seinen silbergrauen 450er SEL stieg, glaubte er, in eine Sauna zu kommen. Seit Stunden hatte der Luxusschlitten in der prallen Sonne gestanden.

Der Schweiß drang Bount schon nach wenigen Yards aus allen Poren. Selbst der Fahrtwind, der durch das offene Seitenfenster drang, brachte nur wenig Linderung.

Reiniger wählte den West Side Elevated Highway. Die Schnellstraße direkt am Ufer des North River brachte ihn rasch in die Südspitze Manhattans. Er konnte sein Ziel gar nicht verfehlen. Schon von Weitem sah man die beiden Doppeltürme des World Trade Centers.

Dagegen nahm sich das Bürogebäude der Vamdam Electronics Inc. in der Barclay Street trotz der mehr als 30 Stockwerke fast zwergenhaft aus.

Im geräumigen Foyer der Empfangshalle trat ihm sofort ein Sicherheitsbeamter in dunkelblauer Uniform entgegen. Er musterte Bount Reiniger interessiert und zugleich misstrauisch.

„Was kann ich für Sie tun, Sir?“, fragte er.

Bount Reiniger erklärte sein Anliegen und wurde nach der Kontrolle des Ausweises und seiner Lizenz von einem zweiten Uniformierten zu einem der drei Expresslifts geführt.

„Mr. Stevenson hat sein Büro in der 22. Etage“, verkündete der Wachmann freundlich. „Das erste Zimmer rechts. Sie können es nicht verfehlen.“

Bount trat in den Aufzug und drückte den Knopf mit der Zahl 22. Sekunden später schlossen sich die Türhälften unter leisem Summen.

Rasend schnell ging es in die Höhe, wie Reiniger an der Reaktion seines Magens merkte. Dann öffnete sich der Lift wieder und gab den Blick auf einen hellen Flur mit dunkelblauem Teppichboden preis. Grelles Neonlicht erleuchtete die Gänge. In kleinen Nischen standen Hydrokulturen, welche die Eintönigkeit der weißen Wände ein wenig auflockerten.

Auch in dieser Etage war ein Wachmann nicht weit. Vamdam Electronics schien großen Wert auf Werkschutz zu legen.

„Ich möchte zu Mr. Stevenson“, informierte Reiniger den Angestellten sofort und deutete auf die erste Tür rechts von sich. „Ich werde erwartet.“

Der Mann nickte nur und wich zurück.

Bount Reiniger klopfte. Eine weibliche Stimme bat ihn herein.

Begrüßt wurde der Detektiv von einer hübschen Brünetten, deren Lächeln Reiniger sogleich verzauberte. In diesen Situationen ärgerte er sich stets, wenn er im Dienst war.

Stevenson selbst war ein Mann Mitte vierzig, schlank und drahtig. Er hatte ein offenes Gesicht mit hellblauen Augen und trug einen dunklen Vollbart.

Als Bount eintrat, stand der Mann vor seinem Schreibtisch und blickte kurz durch das große Panoramafenster auf die Stadt und den Fluss hinaus.

Stevenson wirkte ein wenig nervös. Die Blässe seines Gesichtes ließ darauf schließen, dass er entweder zu wenig Sonne abbekam oder sich in einer psychischen Zwangslage befand.

Reiniger tippte auf Letzteres. Der Ausdruck in Stevensons Augen war für ihn Beweis genug.

Der Mann hatte Angst.

„Sehr nett, dass Sie so rasch gekommen sind“, sagte der Mann fast geistesabwesend. „Setzen Sie sich doch bitte, damit ich Ihnen sagen kann, worum es geht.“

Bount Reiniger war gespannt, was Stevenson berichten würde.

Ehe Stevenson beginnen konnte, klingelte das schwarze Telefon auf dem Schreibtisch.

Für eine Sekunde stierte er den Apparat wie das Kaninchen die Schlange an, dann murmelte er eine Entschuldigung und nahm ab.

Bount Reiniger beobachtete jede Gesichtsregung seines möglichen Klienten. Stevenson horchte nur in die Hörmuschel hinein und nickte mehrere Male, als könne es der Teilnehmer sehen.

„Geht in Ordnung“, sagte Stevenson schließlich. „Ja, ich habe das Geld.“

Er griff nach einem Kugelschreiber und begann, etwas auf einem Block zu notieren.

„Alles okay“, bestätigte er dem Anrufer. „Ich weiß Bescheid. Alles wird getan. Nur, bitte keine Gewalt. Und tun Sie dem Mädchen nichts, sonst sehen Sie keinen Cent. Die Dollars werden Ihnen erst übergeben, wenn ich davon überzeugt bin, dass Sie keine üblen Tricks mit mir versuchen. Das Geld gegen Jasmin.“

Die letzten Worte machten Bount Reiniger hellhörig. Sie klangen flehend und drohend zugleich. Zudem ließen sie erahnen, worum es in diesem Fall ging.

Kidnapping.

Stevenson legte auf. Auf Stirn und Schläfen glitzerte ein Schweißfilm. Fahrig fuhr sich der Mann mit der rechten Hand über das Gesicht, als sei er unsagbar müde.

„Sie haben sich schneller wieder gemeldet, als ich ahnen konnte“, flüsterte er.

Bount Reiniger machte sich zwar seinen Heim auf das Gehörte, doch er wollte Einzelheiten wissen.

„Immer der Reihe nach, Sir“, bat er. „Fangen wir ganz von vorne an.“

Stevenson ließ sich nicht zweimal bitten. Er setzte sich in seinen Sessel und begann zu erzählen.

„Vor drei Tagen kam Jasmin abends nicht nach Hause. Ich habe mir nichts dabei gedacht, denn das ist schon des Öfteren passiert. Sie kennen ja die jungen Leute von heute und ihre Moral.

Am zweiten Tag wurde ich unruhig und rief die Polizei an. Dort war von einem Unfall oder einem Verbrechen nichts bekannt. Ich versuchte alles, um sie ausfindig zu machen. Nichts. Heute Morgen bekam ich einen Anruf. Es war ein Mann, der mir sagte, dass meine Tochter in guten Händen sei. Ich könne sie für 200000 Dollar wiederhaben.“

Seine Stimme klang rau, und man spürte, dass es Stevenson schwerfiel, ruhig zu bleiben.

„War das eben der gleiche Anrufer?“, fragte Bount Reiniger und zeigte auf das Telefon.

Stevenson nickte heftig. „Er will, dass man ihm das Geld in einem Koffer bringt. Erst dann wird er Jasmin freilassen.“

„Ich nehme an, dass ich dieses Tauschgeschäft für Sie abwickeln soll“, sagte Reiniger.

Stevenson bejahte. „Verzeihen Sie. In der Hektik habe ich ganz vergessen, dass ich Ihnen noch nicht einmal erklärt habe, wozu ich Ihre Dienste in Anspruch nehmen möchte. Ja, so ist es, Mr. Reiniger. Ich brauche einen Fachmann, damit meine Tochter heil aus dieser Sache herauskommt. Kann ich auf Ihre Hilfe rechnen?“

„Sie können, Sir. Allerdings wäre es besser, wenn Sie die Polizei einschalten würden.“

Stevenson winkte energisch ab. Plötzlich stand der Schrecken in seinen Augen.

„Um Gottes willen“, stieß er hervor. „Wenn die Gangster das erfahren, würden sie Jasmin auf der Stelle töten. Nein, das Risiko ist mir zu groß.“

„Bevor ich in den Fall einsteige, habe ich noch ein paar Fragen.“

Bount blickte sich im Büro um. „Welche Position bekleiden Sie in dieser Firma, Mr. Stevenson? Könnte es sein, dass Sie Feinde haben, die sich über Ihre Tochter an Ihnen rächen wollen?“

Der Bärtige verneinte mit einem energischen Kopfschütteln.

„Ich bin Mikroelektronikfachmann und Chemiker. Vorletzten Monat habe ich für zwei interne Forschungsprojekte grünes Licht und die Position eines Direktors bekommen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass sich dadurch jemand vor den Kopf gestoßen fühlte. Nein, das ist unmöglich. Ich sehe das Problem eher beim Umgang, den meine Tochter pflegt.“

Bount Reiniger konnte sich denken, was Stevenson meinte. Er hatte es vor wenigen Minuten erst angedeutet. „Wie lebt sie?“, fragte er.

Stevenson seufzte gequält.

„Parties, Nobeldiscos, teure Kleider. Das sind die einzigen Dinge, die Jasmin zu interessieren scheinen. In den letzten vier Monaten habe ich sie mit fünf verschiedenen Männern gesehen. Alles die gleichen Typen. Snobs, Dandys und Playboys, die sich großkotzig aufführen und nur eins wollen. Ein wenig Spaß für eine Nacht.“

Der Mikroelektronikfachmann senkte den Kopf. Bount ahnte, was in diesem Mann vor sich ging.

„Haben Sie ein Foto von Ihrer Tochter?“, fragte er, um die drückende Stille zu durchbrechen.

Stevenson griff nach dem Bilderrahmen auf seinem Schreibtisch und drehte ihn herum. Das Foto zeigte eine junge blonde Frau.

„Das ist sie.“

Reiniger staunte nicht schlecht und nahm den Bilderrahmen mit dem Foto in die Hand. Er hatte in seinem Junggesellenleben viele Frauen kennengelernt. Was er auf diesem Bild sah, brachte ihn ins Schwärmen.

Äußerlich war Jasmin der Traum einer Frau. Schlank, wohlgebaut und sexy. Das ebenmäßige, schöne Gesicht mit den faszinierenden Augen wurde von einer blonden Lockenpracht umrahmt.

„Sie ist schön, nicht wahr?“, fragte Stevenson mit unbewegtem Gesicht, doch väterlicher Stolz schwang in seiner Stimme mit.

„Kann man sagen“, erwiderte Reiniger und stellte das Bild auf den Schreibtisch zurück. „Wissen Sie, in welchen Lokalen sie verkehrt und sich längere Zeit aufgehalten hat? Gibt es Leute, von denen sie öfters berichtete?“

Stevenson verneinte.

„Sie hat mir eigentlich nie etwas von sich erzählt. Ich weiß nur sehr wenig von ihr, wenn ich ehrlich bin. Abend für Abend sah ich immer nur diese großkotzigen Lackaffen mit ihren teuren Luxusschlitten. Und fast jeden Tag war es ein anderer.“

Er unterbrach sich und schwieg. Nun saß er wie ein Häufchen Elend in seinem Sessel.

Ernest Stevenson war ein gebrochener Mann, der Vater einer lebenshungrigen Tochter, die in einer verzweifelten Lage zu stecken schien.

„Wann soll das Geld übergeben werden?“, wollte Bount Reiniger wissen.

„Heute Abend um 7 Uhr drüben in Brooklyn, Sunset Park“, murmelte Stevenson schwerfällig. Er kämpfte um seine Beherrschung. Das Gespräch mit Bount Reiniger hatte seine Nerven offenbar ziemlich strapaziert.

„Haben Sie das Geld hier?“

„Ja, doch die Übergabe soll nicht im Sunset Park stattfinden.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Blonde Fracht in die Hölle: N.Y.D. - New York Detectives" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen