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Bin beim Handyüben

Über die Autorin

Catrin Meyer lebt als freie Autorin in Köln und befasst sich besonders gern mit den Irrungen und Wirrungen der Alltagskultur.

Inhalt
HANDY-EPUB.tif

Über die Autorin

Vorwort

Nur Mut!

I. Im Dschungel der
Kommunikationstechnik

1 Mein Handy kann alles

Aber kann ich Handy?

2 »Ich kann auch ohne!«

Wozu braucht der Mensch überhaupt ein Handy?

3 »Sind so kleine Tasten!«

Wie finde ich das richtige Gerät?

4 »Und jetzt?«

Wie man mit einem Handy umgeht

5 »Die Darmspiegelung war furchtbar!«

Handy-Etikette in der Öffentlichkeit

6 »Guck mal, King Kong!«

Vom Sinn und Unsinn
von Kamerahandys

7 »Dies ist die Mailbox von …«

Dienste, auf die man gut
verzichten kann

8 Eine LKW-Ladung in einer
Zigarettenschachtel

Die wunderbare Welt der Smartphones

9 Schwer, Mühsam, Sinnlos?

Die hohe Kunst der SMS

10 Blöd oder praktisch?

Über den Nutzen von Kurzmitteilungen

11 »Garage???«

Was zum Teufel ist T9 – und wie wird
man es wieder los?

12 »DMA«

SMS-Knigge für Fortgeschrittene

13 Bildpost per Telefon

Was man mit MMS anfangen kann

II. Traumpaar oder Horrorbeziehung?
Ihr Computer und Sie

1 Schreibmaschine, Spielesammlung oder
Portal zur Welt

Was bringt mir ein Computer?

2 »Jetzt hat er sich aufgehängt!«

Wie man vom blutigen Anfänger
zum Computerzauberer wird

3 Winzig, klein, groß, riesig

Wie finde ich den Richtigen?

4 »Bin ich drin?«

Was das Internet alles kann – und bald auch Sie

5 Gruscheln?!

Von sozialen Netzwerken und Freundschaft
im elektronischen Zeitalter

6 »Was zwitschert denn da?«

Vom bösen Universum und
digitalen Schmusedecken

7 »Sie haben 87 neue Nachrichten!«

Wie man stilvoll mit E-Mails umgeht

8 »Drei, zwei, eins – meins!«

Die wunderbare Warenwelt des Internets

9 Weiblich, ledig, nicht mehr jung sucht …

Partnersuche im Internet

10 Ganz meine Meinung

Wie funktionieren Foren?

11 Wii bitte?

Turnstunde mit Computer

12 Die Schmitzens aus Connecticut

Sechs coole Hobbys, bei denen
der Computer hilft

13 Tablet? Tablett? Tablette?

Nicht alles, was neu ist, klingt auch sexy

III. Passwörter, PINs und Paranoia

IV. »Du hast die Speicherkarte vergessen,
mein Michael …«

1 Rosa oder winzig?

Wie Sie Ihre ideale Kamera finden

2 »Ich glaube, das soll Deutsch sein!«

Vom souveränen Umgang mit
Gebrauchsanweisungen

3 Kamera läuft!

Was Digitalkameras alles können

4 »Und was ist mit uns?«

Der schnellste Weg vom Speicher
zum Abzug

V. »Mal wieder nichts im Fernsehen!«

VI. »Spreche ich mit Frau Lieschen
Müller?«

1 »Bitte sprechen Sie nach dem Piep!«

Vom Nutzen eines Anrufbeantworters

2 »Haben Sie einen Moment Zeit?«

Meinungsumfragen fragen fast nie nach
Ihrer Meinung

3 »Hold se lein, pließ!«

Über den gesellschaftlichen Nutzen von Callcentern

4 »Sie haben gewonnen!«

Was man über angebliche Gewinnspiele
wissen sollte

5 »Rate mal, wer da spricht!«

Der Enkeltrick – und wie man ihn
austrickst

Zum guten Schluss

Geflügelte Worte

Vorwort

Nur Mut!

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Das Leben wird immer komplizierter. Und auch wenn wir uns eigentlich noch gar nicht alt fühlen, schwirrt uns doch der Kopf angesichts all der Neuerungen, die ständig lautstark und grellbunt um unsere Aufmerksamkeit buhlen.

Andererseits benutzt die »Generation Doof« all diese Dinge völlig selbstverständlich und problemlos; so schwierig kann das alles also gar nicht sein. Wenn man nur wüsste, wie – und wo anfangen …

Deshalb möchte ich Ihnen mit diesem Buch einen kleinen, praktischen Leitfaden durch den Dschungel unendlicher Möglichkeiten bieten. Schließlich kann die Technik nicht ausschließlich dazu geschaffen sein, uns in den Wahnsinn zu treiben.

Nach der Lektüre der folgenden Seiten werden Sie schlauer sein. Sie wissen dann zumindest ungefähr, wozu Handy, Computer, Internet, Digitalkamera, Wii und vierhundert Fernsehprogramme gut sind und wozu sie überhaupt nicht taugen, was man nutzbringend anwendet und was man am besten ignoriert. Ich mache Sie fit für den Umgang mit dem allgegenwärtigen Telefonterror und anderen Heimsuchungen.

Falls Sie danach immer noch Beratungsbedarf haben, fragen Sie einen Angehörigen der jüngeren oder jüngsten Generation. Er (oder natürlich sie) kann Ihnen bestimmt weiterhelfen. Sie müssen sich dabei keineswegs dumm oder hilflos vorkommen. Auch Sie beherrschen jede Menge Kulturtechniken, die Sie im Gegenzug Jüngeren vermitteln können.

Handarbeiten zum Beispiel sind gerade wieder schwer angesagt. Nur heißt das Ganze heute Crafting, und man strickt keine Pulswärmer, Strickjacken oder Leibchen mehr daheim im stillen Kämmerlein, sondern Stulpen, Cardigans oder Cache-cœurs bei öffentlichen Crafting-Treffen. Oder hinreißend sinnfreie Gegenstände, zum Beispiel einen rosafarbenen Überzug für einen Fiat 500.

Aber die Technik bleibt dieselbe. Auch ein Überzug für einen Fiat 500 beginnt schließlich mit einem Maschenanschlag. Und die Inbetriebnahme Ihres neuen Handys mit dem Aufladen des Akkus.

Also: Nur Mut zur neuen Technik! Es ist leichter, als Sie glauben. Und Sie werden sehr viel mehr Spaß haben, als Sie sich im Moment vorstellen können.

I.
Im Dschungel der
Kommunikationstechnik

Zugegeben: Man muss nicht immer und überall erreichbar sein. Zur Not gibt es Telefonzellen. Bisher sind wir mit Lexika und Bibliotheken auch zurechtgekommen. Und die alte Kamera macht immer noch prima Fotos. Unerwünschte Telefonanrufe sind zwar manchmal lästig, aber auch ganz unterhaltsam, wenn man sowieso gerade nichts zu tun hat.

Andererseits: Hat man sich an die neue Technik erst einmal gewöhnt, kann man sich bald gar nicht mehr vorstellen, wie man so lange ohne sie ausgekommen ist. Die neuen Geräte sind wie Kinder oder Haustiere: Sie sind hübsch und unterhaltsam und machen das Leben bunter und interessanter.

Aber man darf sich von ihnen nicht auf der Nase herumtanzen lassen.

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1 Mein Handy kann alles

Aber kann ich Handy?

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Lassen Sie sich eine wahre Geschichte erzählen: Eine Bekannte von mir, eine ältere Dame, hat sich neulich ein Handy gekauft. Es sah gut aus. Der Preis stimmte. Die technischen Daten hörten sich gut an. Nur – sie schaffte es nicht, damit zu telefonieren.

Nach einiger Zeit vertraute sie sich ihrer Schwiegertochter an.

»Gib mal her«, sagte die. Nach einer guten Stunde immer ungeduldigeren Probierens gab auch sie sich geschlagen.

Nun wurde der Sohn konsultiert. Der hatte immerhin Fernseher, Notebook, Kamera, Lautsprecher und jede Menge Kabel in ein voll funktionsfähiges Studio verwandelt. Nach einem vor allem in schimpfworttechnischer Hinsicht interessanten Abend stellte sich jedoch heraus: Mit Mamas Handy telefonieren konnte auch er nicht.

Wenige Tage nach dieser Blamage sah er auf dem Tisch einer Kollegin das gleiche Gerät. »Das trifft sich gut!«, sagte er. »Meine Mutter hat das gleiche Handy wie Sie …«

»Ja, nur telefonieren kann ich damit nicht«, seufzte die Kollegin.

Wutentbrannt marschierte meine Bekannte daraufhin zurück ins Geschäft und trug einem Junghandyverkäufer ihr Problem vor. Der tippte zielsicher auf der Tastatur herum.

»Äh …«, sagte der Verkäufer.

Und die Moral von der Geschicht’? Was andere auch nicht können, können Sie schon lange.

2 »Ich kann auch ohne!«

Wozu braucht der Mensch überhaupt ein Handy?

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Einerseits: Wenn Sie nicht gerade so etwas wie ein Notarzt im Dienst sind, müssen Sie wirklich nicht immer und überall erreichbar sein.

Und es gibt an jeder Ecke Telefonzellen.

Und was macht es schon, wenn Ihre Frau zu Hause mit dem Essen oder Ihre Verabredung im Café eine Weile auf Sie wartet?

Andererseits: Wären Sie in Situationen auf Leben und Tod nicht doch dankbar, wenn man Sie sofort und nicht erst viel zu spät erreichte? Und ist es nicht praktisch, im Supermarkt wegen fehlender Butter angerufen statt gleich beim Nachhausekommen noch mal losgeschickt zu werden? Und ist es nicht beglückend, von der Geburt der Enkelin gleich auf dem Golfplatz zwischen Loch sieben und acht zu erfahren?

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass es immer weniger Telefonzellen gibt? Die im Übrigen sehr häufig kaputt sind. Was sie auch früher schon waren – immer dann, wenn man sie gerade am dringendsten brauchte. Und falls sie tatsächlich funktionieren, haben Sie kein passendes Kleingeld, und falls Sie passendes Kleingeld haben, handelt es sich um ein Kartentelefon, und wenn Sie eine Karte haben, ist die nicht mehr ausreichend geladen, und wenn sie ausreichend geladen ist, geraten Sie natürlich an ein Münztelefon.

Wenn es Ihnen nichts ausmacht, zu einem völlig verkochten Essen und einer darob übel gelaunten Frau nach Hause zu kommen oder in ein Café, aus dem eine wegen Ihrer grob unhöflichen Verspätung äußerst verstimmte Verabredung längst abgerauscht ist, dann sollten Sie mal Ihre Auffassung von Lebensqualität überdenken.

Im Übrigen kann man Handys jederzeit ausschalten, wenn man nicht erreichbar sein möchte. In manchen Situationen sollte man das sogar tun.

Es gibt natürlich Notsituationen, in denen ein Handy hilft – manchmal. Eine ältere Dame stolpert beim einsamen Waldspaziergang und bricht sich den Knöchel. Wie gut, denkt sie, dass ich mein Handy dabeihabe. Und wählt den Notruf.

»Ja, hallo, können Sie bitte einen Notarztwagen schicken. Ich habe mir, glaube ich, den Knöchel gebrochen.«

»Ja, wo sind Sie denn?«

»Äh … [schluck] … im Wald.«

»In welchem Wald?«

»Na ja, bei Heimsheim, Sie wissen schon, dieses Wäldchen, hinter dem Kreisel, in Richtung Baggersee.«

»Können Sie das vielleicht ein ganz klein wenig genauer beschreiben?«

»Ehrlich gesagt … nein.«

»Wie sieht es denn da aus, wo Sie jetzt sind?«

»Hier sind … äh … Bäume.«

3 »Sind so kleine Tasten!«

Wie finde ich das richtige Gerät?

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Sie wollen sich also ein Handy anschaffen? Ein löblicher Entschluss, aber vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt – und vor die Anschaffung jedes noch so kleinen elekronischen Gerätes einen scheinbar nie enden wollenden Entscheidungsfindungsprozess. Aber es hilft nichts, da müssen Sie durch.

Die erste Frage lautet: Vertrag oder Karte?

Mit einem Handyvertrag binden Sie sich langfristig (meist über zwei Jahre) an einen bestimmten Anbieter (neudeutsch: »Provider«), zahlen wie beim Festnetztelefon eine Grundgebühr (in der häufig eine gewisse Menge Freieinheiten enthalten ist) und bekommen eine Telefonrechnung über die vertelefonierten Beträge.

Beim Kartenhandy (neudeutsch: »prepaid«) legen Sie eine Handykarte ein, mit der Sie bis zu einem bestimmten Betrag telefonieren können, wonach Sie die Karte aufladen oder eine neue kaufen müssen. Diese Karte ist natürlich immer gerade dann leer, wenn Sie wirklich ganz dringend telefonieren müssen.

Entscheiden Sie sich für ein Kartenhandy, müssen Sie das eigentliche Gerät selbst bezahlen. Schließen Sie einen Vertrag ab, bekommen Sie in der Regel ein Handy für wenig oder gar kein Geld dazu, haben allerdings nicht die freie Auswahl zwischen allen Geräten dieser Welt.

Vergleichen Sie in Ruhe die Angebote der verschiedenen Anbieter – häufig steht Ihnen bei Vertragsverlängerung ein neues Handy zu, oder Sie bekommen einen verlockenden Gutschein.

Trickreich: Schließen Sie einen Vertrag ab, der Ihnen ein hochwertiges Handy möglichst zum Nulltarif liefert, kündigen Sie den Vertrag fristgerecht (In der Regel schließen Sie beim Handykauf einen Zweijahresvertrag ab.) und nutzen Sie Ihr Gerät anschließend als Kartenhandy.

Sie haben sich entschieden? Damit sind Sie aber noch lange nicht am Ziel, denn nun gilt es, das richtige Apparätchen auszusuchen.

Die gute Nachricht zuerst: Es gibt mittlerweile sogenannte Seniorenhandys. Sie unterscheiden sich übrigens nicht wesentlich von sogenannten Handwerkerhandys oder Reiterhandys (ja, auch das gibt es), dafür aber stark von allen anderen Handys: Sie sind so robust, dass sie auch einen Sturz aus zittrigen Händen (oder vom Gerüst bzw. Pferd) überstehen, haben ein extragroßes Display, das auch ohne Lesebrille zu entziffern ist, und große, deutlich beschriftete Tasten, die sich auch mit feinmotorisch eingeschränkten (oder grobmotorisch gepolten bzw. behandschuhten) Händen bedienen lassen. Bei manchen leuchtet im Display nicht der Name des Anrufers auf, sondern dessen Foto – vorausgesetzt natürlich, man hat das Foto gemacht, an der richtigen Stelle ein- und die entsprechende Verknüpfung hergestellt. Ob allerdings jemand, der sich nicht mehr an die Namen seiner Nächsten und Liebsten erinnern kann, noch zu dermaßen komplexen Operationen in der Lage ist, sei dahingestellt. Lassen Sie zur Not hier Ihre Kinder oder Enkel ran …

Nun die schlechte Nachricht: Diese Handys sind zu vielem imstande. Nur »handy« – also handlich – sind sie leider nicht. Vielmehr ähneln sie jenen Geräten, wie man sie aus Fernsehserien der frühen Neunzigerjahre kennt: notfalls auch als Nahkampfwaffe zu gebrauchen, aber ohne Mitführung einer geräumigen Handtasche kaum zu transportieren.

Nein, ich kann es Ihnen nicht ersparen: Sie müssen unter Hunderten von normalen Handys das optimale für sich finden. Probieren Sie aus, ob Sie das Display auch ohne Lesebrille erkennen können. (Falls man Sie nicht probieren lässt, wechseln Sie unverzüglich den Laden.) Testen Sie, ob die Tasten groß genug und gut zu bedienen sind und ob Sie die Zahlen und Buchstaben darauf lesen können – natürlich ebenfalls ohne Lesebrille. Falls Sie sich für ein Schiebehandy (neudeutsch: »Slider«)

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Viel Spaß!



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