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Beziehungsglück - Wie "Liebe dich selbst" im Alltag funktioniert

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»Liebe dich selbst« – das Geheimnis des Beziehungsglücks

Eine Beziehung hat so unendlich viel mehr Potenzial, als wir uns in Zeiten der frischen Verliebtheit und erst recht in Zeiten der Krise vorstellen können. Das konnte ich voller Dankbarkeit und Staunen begreifen, als vor Jahren unsere Ehe gerade eine existenziell bedrohliche Krise überstanden hatte. Rückblickend konnten mein Mann und ich auf einmal sehen, wie viel näher wir uns und unserem wahren Wesen genau dadurch gekommen waren, dass uns diese Krise ereilt und wir uns ihr gestellt hatten.

Kaum schienen wir in unserer Partnerschaft an einem neuen sonnigen Ufer angekommen zu sein, da verkündeten uns gleich mehrere befreundete Paare, dass sie sich trennen wollen. Eines Morgens stand ich mit dem Wissen auf: Ich werde für unsere Freunde aufschreiben, wie wir von dem Punkt, an dem wir uns scheiden lassen wollten, schließlich nicht nur den Ausweg, sondern neues Glück, neue Lebendigkeit und neue Tiefe in unserer Ehe gefunden haben. Das war der Anfang von »Liebe dich selbst«, einem Projekt, das unzähligen Menschen zu einem neuen Umgang mit Beziehungskrisen verholfen hat. Damals hatte ich keine Ahnung, dass aus meinem Wunsch, Freunden Mut zu machen, eine Bestsellerreihe von Büchern und unsere Berufung entstehen sollte. Und: Dass sogar mein Mann eines Tages sein Leben diesem Projekt widmen sollte. Ausgerechnet er, der allem »Psychokram« immer so skeptisch gegenübergestanden hatte.

»Liebe dich selbst« ist ein ziemlich radikaler Wandel im Umgang mit Ihrem Leben und mit Beziehungen. »Liebe dich selbst« heißt: Mein Fokus für alles, was ich in meinem Leben und meinen Beziehungen ändern will, liegt nicht auf meinem Partner, sondern auf mir und meiner Bereitschaft, mich kennenzulernen und selbst so anzunehmen, wie ich bin. Wenn ich damit ehrlich und konsequent vorangehe, dann geschieht ein Wunder. Ich kann entdecken, dass in mir immer alles da war, wonach ich mich gesehnt habe. Es wollte nur von mir entdeckt und ins Leben gebracht werden.

»Liebe dich selbst« kann Großes bewirken – aber nur, wenn Sie bereit sind, viele kleine Schritte im Alltag zu tun. Deshalb haben wir dieses Buch für Sie gemacht – viele kleine Häppchen, die Ihnen ganz praktische Abkürzungen ins Beziehungsglück und Auswege aus den Beziehungssackgassen zeigen. Die Sie inspirieren, ermutigen und Ihnen Hoffnung geben sollen. Und das natürlich auch, wenn Sie zurzeit gerade Single sein sollten. Hier geht es vor allem darum, dass Sie sich selbst besser verstehen lernen. Von da ab kann sich Ihnen auch als Single ein ganz neuer Zugang zu einer Partnerschaft eröffnen.

»Erwarten Sie nicht, dass wir irgendein Wundermittel hätten. Das Wunder von »Liebe dich selbst« liegt einzig und allein in Ihnen. Wir möchten Ihnen zeigen, wie es sich in Ihrem Leben entfalten kann.«

Wenn Sie – ob als Mann oder als Frau – zu denen gehören, die sich nur notgedrungen mit dem ganzen Beziehungszeug befassen: Sie müssen dieses Buch nicht gleich von vorn bis hinten durchlesen und die oftmals sicher ungewohnten Sichtweisen anwenden. Gehen Sie es locker an. Schlagen Sie das Buch vielleicht einfach an irgendeiner Stelle auf und vertrauen Sie darauf, dass das Thema oder die Übung gerade etwas mit Ihnen zu tun hat. Oder Sie suchen sich erst mal ein Thema aus dem Inhaltsverzeichnis, das Sie gerade anspricht. Manchmal reicht ein Häppchen, damit etwas in Gang kommt. Geben Sie sich nur Zeit, es gut zu kauen und zu verdauen.

Aber erlauben Sie sich keine Ausreden. Sie haben gerade Wichtigeres zu tun, als sich mit Ihrer Beziehung zu beschäftigen? Hier geht es um eine neue Sicht der Dinge. Da braucht es vor allem Ihre Bereitschaft, neue Ansätze in sich hinein und in sich arbeiten zu lassen. Das kann durchaus auch im Auto oder beim Bügeln passieren. Manchmal sorgt allein solch ein stiller Gärungsprozess – Sie lesen einen Punkt, beschäftigen sich mit einer kleinen Übung – für einen wundersamen Wandel. Auf einmal sehen Sie die Dinge mit neuen Augen, und kurz darauf läuft irgendetwas zwischen Ihnen und Ihrem Partner anders: Ein Thema mit Explosionskraft ist plötzlich entschärft. Eine Bemerkung regt Sie nicht mehr auf. Eine zwanghafte Abfolge wird unterbrochen … So funktioniert das Geheimnis von »Liebe dich selbst«: oft still und im Inneren. Aber mit überraschenden, verblüffenden und versöhnlichen Wirkungen im Außen.

Wunderbar wäre es, wenn unser kleines Buch Ihnen hie und da einen ermutigenden Schubs geben könnte, im eingefahrenen Beziehungsalltag mal was Neues auszuprobieren. Wenn die Übungen und Inspirationen wieder frischen Wind in Ihr Beziehungsleben brächten und Sie im Laufe des Lesens – vielleicht sogar gemeinsam – ausprobieren und erleben könnten, was wir erlebt haben: dass die ganzen Hürden zu etwas gut waren. Dass wir ohne sie nie hätten erfahren können, wie viel Liebe, Mut und Stärke schon immer in unseren Herzen wohnte. Dass eine Ehe ein Abenteuer sein kann, das nie aufhört, weil es immer etwas Neues zu entdecken, zu lernen und zu wagen gibt. Und dass dieses ganze Abenteuer seinen Anfang in Ihnen nimmt. Denn: Wenn Sie wollen, dass sich Ihre Beziehung ändert, dann müssen Sie etwas in Ihrem Leben ändern.

Für einen Mann und eine Frau

Männer und Frauen haben die gleiche Sehnsucht nach Verbundenheit und Liebe. Aber sie bewegen sich oft auf unterschiedlichen Wegen und haben mit andersartigen Herausforderungen zu kämpfen, wenn ihre Beziehung in eine Sackgasse gerät. Deshalb schreiben wir dieses Buch auch als Mann und Frau gemeinsam, um unsere männlichen und weiblichen Erfahrungen mit einfließen zu lassen und so hoffentlich Männern und Frauen gleichermaßen neue Impulse zu geben. So haben wir dieses Buch auch einem Mann und einer Frau gewidmet, die uns sehr am Herzen liegen.

ICH, EVA-MARIA, schreibe es für eine Frau, die es nicht wagt, ihrer Weiblichkeit zu vertrauen und sich ihrem Mann bedingungslos mit ihren Grenzen, ihrer Herzenssehnsucht und ihrer Verletzlichkeit zu zeigen.

ICH, WOLFRAM, schreibe es für einen Mann, der sich seit Jahren insgeheim nach einer konstanten, vertrauensvollen und lebendigen Partnerschaft sehnt, der es aber bis heute nicht gewagt hat, sich wirklich einzulassen.

Für mich ist »Liebe dich selbst« das Wunder der Versöhnung. Wenn ich lerne, mich anzunehmen, sehe ich meinen Partner auf einmal mit anderen Augen. Dann kann in Zeiten von Unversöhnlichkeit und Groll die Liebe neu aufblühen. Vor Jahren wollten wir uns scheiden lassen, weil wir hoffnungslos nebeneinander her lebten. Heute sind wir dankbar für jeden gemeinsamen Tag.

»Liebe dich selbst« hat mich erstmals wirklich mit mir in Berührung gebracht. Es hat mich zum Verzweifeln gebracht hat, zum Weinen, zum In-die-Knie-Gehen, aber auch zu dem Gefühl: Alles ist möglich, und zwar in mir und in meiner Beziehung. »Liebe dich selbst« hat mir überhaupt erst gezeigt, wie wichtig ich für unsere Partnerschaft und für meine Frau bin.

Ich würde der Frau, die sich nicht wagt, ihrer Weiblichkeit zu vertrauen, sagen: Mach dir nichts vor. Du weißt vielleicht besser als er, woran es in eurer Beziehung gerade hakt, was dein Partner verdrängt, warum offene Kommunikation so wichtig ist. Aber all dieses Wissen heißt nicht, dass du deswegen mehr Liebe in eure Partnerschaft bringst. Echte Liebe fängt bei dir an. Damit, dass du deiner Intuition und deinem Körper vertraust. Dass du lernst, dir treu zu sein. Liebe wächst nicht davon, dass man über seine Gefühle gut reden kann, sondern davon, dass man sich traut, sie wieder voll und ganz zu fühlen, sie zu zeigen und ihnen zu folgen – ganz egal, ob die anderen sie verstehen oder mit ihnen umgehen können.

»So nah wir beide uns durch Liebe dich selbst auch kommen konnten – jeder von uns hat einen ganz eigenen Weg genommen und ganz eigene Erfahrungen an Sie weiterzugeben.«

Dem Mann, der es nicht gewagt hat, sich einzulassen, würde ich sagen: Es geht nicht darum, dich auf eine Frau einzulassen, sondern auf ein Abenteuer. Und zwar ehrlich gesagt auf das größte, das ich bislang erlebt habe. Du musst begreifen, dass es keine Frau gibt, die dich von deinem Beziehungsglück abhält oder je abgehalten hat. Du bist der Einzige, der für dein Glück verantwortlich ist. Ich müsste allerdings auch ehrlich ergänzen: Es geht dabei um nicht weniger, als die Hosen vor dir selbst runterzulassen und dir alles in dir anzuschauen, was du dir bisher nicht angucken wolltest. Du wirst Dinge in dir entdecken – allein die Worte sind in fast jedem Männerleben tabu: Unsicherheit, Verletzlichkeit, Versagensangst, Scham, Angst, Unwissenheit. Genau das sind die Türöffner für die Liebe, für echte Nähe, für Lebendigkeit, für Saft und Kraft im Beziehungsleben.

Der Frau, die vielleicht gerade denkt: »Solchen Gefühlen wird sich mein Mann nie stellen …« Dieser Frau kann ich nur sagen: In Zeiten der Krise gehen zwei fast nie in die gleiche Richtung und im gleichen Tempo. Da ist es vielleicht deine wichtigste Lernaufgabe, allein voranzugehen, für dich.

Das kann ich als Mann nur bestätigen. Erst als meine Frau mit aller Konsequenz ihrem Herzen gefolgt ist und von mir losgelassen hat, war ich bereit, mich selbst anzuschauen und schließlich auch zu bewegen. Und im umgekehrten Fall gilt natürlich das Gleiche für Männer: Wenn du als Mann spürst, so kann es nicht mehr weitergehen, dann wag deine Schritte – aber nicht aus der Beziehung heraus, sondern zu dir selbst hin.

Wenn ich heute auf die Jahre in unserer Ehe zurückschaue und an dem Tag lande, an dem wir uns trennen wollten, dann habe ich das Gefühl, das waren nicht wir. Das waren zwei andere. Zwei, die sich nicht kannten. Wie verrückt: Wir wollten uns trennen, bevor wir uns überhaupt kannten. Alles, was wir voneinander sehen konnten, war wie ein winzig kleiner Austrieb an einem Kirschbaum im noch eisigen Frühling: braun, verschlossen, nur eine unscheinbare Erhebung am Ast. Keiner von uns konnte damals ahnen, dass aus dieser rauen Knospe eine so wunderschöne Kirschblüte erblühen und später sogar eine saftige Kirsche reifen würde.

Ich liebe Kirschen!

Beziehungsglück ist alltägliches Glück

Beziehung, das ist Alltag. Und genau dort liegt auch, oft unvermutet, das Glück verborgen: im ganz alltäglichen Umgang mit dem anderen – und vor allem mit sich selbst.

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Aus dem grauen Ehealltag zurück zu Liebe und Lebendigkeit

Kennen Sie ein Paar – und zwar nicht aus Erzählungen oder einem Film – das nach zwanzig Jahren Ehe noch so richtig lebendig und abenteuerlich lebt? Oder gehören Sie auch zu denen, die sich langsam damit abfinden wollen, dass Beziehung auf Dauer eben nicht funktioniert und dass die Ehe ein Ort voller grauer Alltäglichkeit oder im besten Fall voller Sicherheit und Vertrautheit ist?

Mal ehrlich: Sind Sie gerade glücklich und erfüllt in Ihrer Beziehung? Oder hängen Sie fest? Ist die Luft raus? Hat die Routine Sie aufgefressen? Haben Sie eigentlich keine Lust mehr auf das alles? Sitzen Sie gerade zu Hause im trauten Kreis der Familie, verzehren sich aber nach Ihrem Geliebten?

Oder sind Sie einer von diesen selbstständigen, lässigen Singles, die von sich behaupten, dass sie es lieber allein hinkriegen als sich auf Beziehungsödnis einzulassen? Sind Sie ein treu sorgender Familienmensch, tun fürsorglichen, aber langweiligen Dienst nach Vorschrift und kommen Ihren ehelichen Pflichten nach? Sind Sie müde? Würden am liebsten alles hinschmeißen? Denken an Trennung?

Wir haben in unserer Ehe schon fast jeden dieser Zustände erlebt. Aber heute können wir sagen: Wir sind ungeheuer dankbar für unsere Ehe und diesen ganzen Weg. Und zwar vor allem, weil wir heute nicht wissen, wo er uns morgen hinführt. Und weil wir wissen, wie gesund und hilfreich Krisen sind. Eine der wichtigsten Einsichten, die es in Sachen langfristiger Beziehung zu lernen gibt: Partnerschaft ist nicht dazu da, uns Sicherheit zu geben. Und sie ist auch nicht der Ort, an dem wir uns vom restlichen Leben und unseren beruflichen Anforderungen ausruhen können. Partnerschaft ist dazu da, dass wir uns entwickeln und ihr damit immer wieder neu Leben einhauchen. Wenn sie ernsthaft in die Schieflage gerät oder wir im grauen Alltag versumpfen, dann weil wir die Entwicklung verweigern.

Ein Beispiel: Gerd quälten Schuldgefühle, als er zum ersten Mal in unsere Praxis kam. Seit Jahren landete er immer wieder in fremden Betten. »Da war diese Lebendigkeit. Keine Kontrolle. Einfach mal loslassen … Aber trotzdem liebe ich meine Frau und will sie nicht verlassen.« Gerd fühlte sich mittlerweile richtiggehend zerrissen zwischen seiner Sehnsucht nach Lebendigkeit und seiner vertrauten Verbundenheit zu Hause. Im Laufe unserer Gespräche wurde das Fremdgehen an sich immer bedeutungsloser. Einfach weil er entdecken konnte, dass er sich all die Jahre zu Hause angepasst hatte, so wie er es schon bei seinem Vater kennengelernt hatte. Er lebte einen Familienalltag, in dem für sein eigentliches Wesen gar kein Platz war.

»Liebe dich selbst ist nicht ›Piep piep piep – wir haben uns alle lieb.‹ Es ist vielmehr ein kompletter Wandel im Umgang mit sich selbst und der Beziehung – Ihr Fokus liegt auf Ihnen.«

Je mehr Gerd sich selbst kennenlernte und lange verdrängte Bedürfnisse und Gefühle zutage förderte, desto turbulenter wurde es allerdings erst mal auch zu Hause. Lange Unausgesprochenes kam auf den Tisch. Manches in der Ehe wurde infrage gestellt. Aber irgendwann kam sogar seine bis dahin völlig verschlossene Frau mit zu einem Gespräch und meinte: »Die letzten Monate waren eine Achterbahnfahrt – aber irgendwann konnte ich mir endlich eingestehen, dass ich selbst ja auch nicht mehr so weitermachen wollte.« Der erste Schritt in ein schöneres Beziehungsleben!

Also, wie kommt wieder Leben in die Bude? Wie finden Sie den Ausweg aus Beziehungsvermeidung oder Alltagssackgassen? Unser Mittel zur Wiederbelebung hieß »Liebe dich selbst«. Das hat uns aus dem Sumpf geholfen und ist heute unser absolutes Allheilmittel gegen alles, was uns da scheinbar von außen das Leben und unsere Partnerschaft vermiest. »Liebe dich selbst« lenkt Ihren Fokus weg vom anderen, hin zu Ihnen.

»Liebe dich selbst« ganz praktisch

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Fragen Sie sich: Was nervt oder verletzt mich gerade am meisten bei meinem Partner (oder – falls Sie Single sind – bei einem möglichen oder vergangenen Partner)? Was macht er nicht? Was macht er falsch? Wo kümmert er sich nicht? Wo geht er über meine Grenzen? Wo geht er nicht gut mit meinen Gefühlen um?

Wenn Ihnen das klar ist, finden Sie zehn Beispiele, wo Sie ebenso mit sich selbst umgehen. Ja, genau: Wo kümmern Sie sich nicht um sich? Nehmen sich keine Zeit für sich? Wann hören Sie Ihrem Inneren nicht zu? Geben Ihren Gefühlen keinen Ausdruck? Sind unehrlich sich selbst gegenüber oder angepasst? Machen anderen etwas vor?

Schauen Sie ohne rosarote Brille auf Ihre Liste. Fragen Sie sich, was Sie konkret im Alltag tun können, um besser mit sich umzugehen. Und fangen Sie an, es auszuprobieren. Das braucht Mut – bringt Ihnen aber schlagartig die Lebendigkeit zurück.

Es gibt sie doch! Die Wunder in Beziehungen

Quatsch! Es gibt keine Wunder – und schon gar nicht in Sachen Partnerschaft! Ihre Ansicht? Wir können Ihnen nur sagen: Wir haben Wunder erlebt. Und erleben sie bis heute immer wieder – mit uns und mit anderen, die zu uns kommen und um Hilfe bitten. Deshalb wollen wir Ihnen natürlich gern zeigen, wie´s geht.

Jetzt sagen Sie vielleicht: Mag ja sein. Aber bei Ihnen, liebe Zurhorsts, und den anderen, die Sie kennen, ist es einfach nicht so verfahren gewesen wie in meiner Beziehung. Da können wir Ihnen nur antworten – abgesehen davon, dass wir auf der Rangliste für potenzielle Scheidungskandidaten jahrelang einen der oberen Plätze belegt haben: Gerade wenn es so richtig schwierig und aussichtslos scheint, gerade dann sind die größten Wunder möglich.

So skeptisch Sie auch sein mögen – aber vielleicht sind Sie ja der Kandidat, der ein Wunder in Sachen Beziehung gerade verdammt gut gebrauchen könnte. Vielleicht haben Sie schon seit fünf Jahren eine Nichtbeziehung. Erzählen allen, dass Sie ja eigentlich nicht zusammen oder eigentlich getrennt sind. Doch irgendwie geht das Nichtzusammen und Nichtrichtiggetrennt immer weiter und klebt Sie mit Ihrem Nicht-so-richtig-Partner fester zusammen als jede Heiratsurkunde.

Oder vielleicht haben Sie Ihrer Geliebten oder Ihrem Geliebten nun schon zwei Dutzend Mal gesagt, dass es vorbei ist. Vielleicht haben Sie Ihrem Ehepartner schon drei Dutzend Mal versprochen, dass Sie nun treu sind und bei ihm bleiben. Aber was Sie auch tun, Sie landen doch immer wieder in diesem fremden Bett.

Vielleicht haben Sie in Sachen Leidenschaft und erfüllendem Sex schon vor Jahren jegliche Hoffnung aufgegeben. Vielleicht sind Sie ja auch so voller Groll und Bitterkeit, dass Sie sich schon hart wie Stein fühlen. Einfach weil Ihr Partner macht, was er will. Und Sie sich benutzt und wertlos vorkommen. Und kein Jammern und Drohen etwas verändert.

Klar, das sieht in diesem Moment vielleicht wirklich ausweglos und scheinbar unveränderbar aus. Aber das liegt nur daran, dass Ihnen die unsichtbaren Geheimnisse, nach denen Beziehungen wirklich funktionieren, noch verborgen sind. Das liegt allerdings nicht daran, dass Sie irgendetwas nicht mitgekriegt oder vermasselt haben. Unsere Erfahrung ist es, dass eigentlich niemandem diese Geheimnisse beigebracht wurden. Keiner hat uns darauf vorbereitet, ein guter Liebhaber, ein echter Liebender und in einer dauerhaften Partnerschaft lebendig zu sein.

»Zuerst müssen Sie überhaupt erst einmal erkennen, was bei Ihnen beiden passiert: Sie müssen die ewig gleichen Muster und Abläufe durchschauen, und zwar indem Sie sie anhalten.«

Also, wollen Sie sich einweihen lassen in die tieferen Geheimnisse des Beziehungsglücks? Wollen Sie es wenigstens mal wagen, zuzulassen, dass ein kleines oder sogar größeres Wunder auch in Ihrer Beziehung, Ihrem Sexleben, in Ihrem Herzen möglich sein könnte – auch wenn scheinbar gerade überhaupt nichts mehr geht?

Der erste Schritt, den Sie dazu wagen müssten, ist sozusagen eine Vollbremsung. Bleiben Sie stehen, werden Sie still und gucken Sie ganz genau hin: Sind Sie an der entscheidenden Stelle immer auf der Flucht? Schweigen Sie, wenn´s eng wird? Oder reden Sie schon seit Ewigkeiten ohne nennenswerte Veränderungen auf Ihren Partner ein?

Sind Sie eher ein Beziehungsrettungsaktivist oder eher ein Bindungs- und Näheverweigerer? Ehrlich gesagt, es ist egal. Keine Strategie ist besser als die andere. Beide bedingen sich einfach nur gegenseitig. Deshalb ist Ihre wichtigste Übung im Moment ganz klar: Sie müssen lernen, von Ihrer altvertrauten Strategie loszulassen.

»Liebe dich selbst« ganz praktisch

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Konkret: Wenn Sie beim nächsten Mal wieder in Ihre altgewohnte, aber letztlich nicht hilfreiche Strategie einsteigen wollen, halten Sie an! Machen Sie sich bewusst, dass Sie jetzt wieder zum Vortrag oder zur Flucht ansetzen – und: Tun Sie es nicht!

Fragen Sie sich jetzt: Aber was dann? Das ist im Moment noch nicht wichtig. Im Moment zählt nur, dass Sie lernen, das alte Muster zu durchbrechen. Allein dadurch entsteht Platz. Eine Art Vakuum, in das das Neue oft von ganz allein einzieht. Lassen Sie sich überraschen, was passieren wird!

Es ist egal, wen Sie heiraten (oder schon geheiratet haben)

Um den nötigen Schwung in verfahrene Situationen zu bringen, provozieren wir gern ein bisschen. Also sagen wir: Es ist egal, wen Sie heiraten. Am Ende treffen Sie nämlich sowieso immer nur auf sich selbst. So ernüchternd und unromantisch es auch klingt: Egal, wem Sie begegnen, Sie selbst sind immer dabei. Der andere ist nur Ihr Gegenüber, mit dem Sie im Idealfall Ihre eigene Fähigkeit zu lieben, nach einiger Zeit aber vor allem Ihre eigenen unerfüllten Bedürfnisse, die Begrenzungen Ihrer Prägung und Ihre verdrängten Verletzungen entdecken können.

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