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Beunruhigende Gefühle

1. KAPITEL

„Jetzt sag schon!“, rief Theresa ungeduldig. „Wie bist du an die Uhr gekommen?“

Elena stand gewaltig unter Druck. „Ich habe sie am Fluss gefunden“, behauptete sie dann stockend.

„Wann war das?“ Theresa war wie elektrisiert.

„Es ist schon eine Weile her“, antwortete Elena ausweichend. „Ein paar Monate.“ Unwillkürlich sackte Theresa in sich zusammen. „Wieso ist das so wichtig für dich?“

„Sie war kaputt …“ Theresa konnte den Blick nicht von der Uhr wenden. „Jemand muss sie repariert haben.“ Elena nickte. „Es ist die Uhr meines Großvaters. Ein Familienerbstück.“ Elena schluckte. Wenn das so war – wie war dann Peter an die Uhr gekommen? „Ich habe sie Moritz geschenkt“, fuhr Theresa fort. „Und dann … Dann ist sie verschwunden.“

„Wurde sie gestohlen?“

Theresa schüttelte den Kopf. Die Trauer um Moritz überwältigte sie, aber sie durfte sich nichts anmerken lassen.

Entschlossen nahm Elena die Uhr ab. „Hier.“ Sie reichte sie Theresa. „Egal, was geschehen ist – jetzt ist sie zu dir zurückgekehrt.“

Mit der Uhr in der Hand ging Theresa zur Brauerei. Das war das Letzte, was noch von Moritz übrig war. Das – und ein heimliches Grab … Für einen Moment hatte sie die verrückte Idee gehabt, dass er noch lebte, aber … Er musste die Uhr bei dem Kampf mit Konstantin verloren haben. Er war tot. Diese Uhr war nichts als eine Erinnerung.

Trotzdem verschwieg sie Konstantin, dass die Uhr wiederaufgetaucht war. Sie wusste selbst nicht genau, warum. Plötzlich hatte sie lauter Geheimnisse vor ihm – erst die Sache mit dem Schuh und jetzt … Eigentlich hätte sie Konstantin die Uhr geben müssen. Aber sie hatte Moritz gehört. Und nun gehörte sie wieder ihr selbst. Das war eine Geschichte zwischen Moritz und ihr. Das hatte nichts mit Konstantin zu tun.

Moritz bemerkte sofort, dass Elena die Armbanduhr, die er ihr geschenkt hatte, nicht mehr trug.

„Ich liebe diese Uhr“, beteuerte sie, als er sie darauf ansprach. „Deswegen trage ich sie nicht bei der Arbeit. Dafür ist sie viel zu schade.“

Er gab sich mit dieser Erklärung zufrieden. „Du bist toll“, stellte er fest und betrachtete sie liebevoll. „Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Auch wenn es etwas gedauert hat, bis ich es kapiert habe. Manchmal frage ich mich, womit ich dich überhaupt verdient habe.“ Unwohl blickte sie zu Boden. Ihr Vater hatte Peter unter Hypnose eingeimpft, dass er Elena liebte. Und nicht Theresa Burger. „Ich bin sehr glücklich mit dir“, fuhr Moritz fort. „Und ich hoffe, dass das noch lange so bleibt.“

Werner musste erst einmal verdauen, dass Doris vorgeschlagen hatte, bei ihm einzuziehen.

„Wenn du es nicht möchtest, kannst du es mir ruhig sagen“, meinte sie beleidigt.

„Ich … Ich stelle es mir wunderbar vor, jeden Morgen neben dir aufzuwachen“, erklärte er. „Aber – ist es dafür nicht noch ein bisschen zu früh?“

„Vielleicht.“ Sie zuckte die Achseln. „Aber für mich fühlt es sich richtig an.“

„Ich möchte nicht, dass es schiefgeht.“

Doris schmunzelte. „Werner, wir sind beide keine zwanzig mehr. Wir wissen, auf was wir uns da einlassen.“

Er nickte verhalten. „Ich habe schon lange nicht mehr mit einer Frau zusammengewohnt“, sagte er dann.

„Dann wird es vielleicht mal wieder Zeit.“ Sie lächelte. „Außerdem stimmt das gar nicht. Du wohnst ja mit einer Frau zusammen.“ Charlotte. Natürlich.

„Das könnte eventuell auch noch ein Problem werden“, erwiderte Werner unbehaglich. Charlotte würde sicher nicht begeistert sein von der Vorstellung, mit Frau van Norden die Wohnung zu teilen …

Viktor Sparmann hatte es in kürzester Zeit geschafft, den halben Fürstenhof verrückt zu machen. Er hatte ein Kamerateam bestellt, das ihn während seiner Arbeit in der Küche auf Schritt und Tritt verfolgte. Der Rest des Personals wurde selbstverständlich auch gefilmt. Charlotte glaubte, ihren Augen nicht zu trauen, als sie in die Küche kam – der Fürstenhof war doch keine Kulisse für eine Kochshow! Aber Sparmann hatte alles mit Werner abgesprochen. Und der Senior hielt das Ganze für eine gute PR-Maßnahme.

„Da ist ein Fernsehteam in unserer Küche!“, ereiferte sich Charlotte, als sie auf ihren Exmann traf.

„Das ist allerbeste Werbung für den Fürstenhof“, sagte Werner strahlend. „Und sie kostet uns keinen Cent.“

„Die beste Werbung für den Fürstenhof war bislang die Qualität der Küche.“ Charlotte wirklich wütend.

„Sparmann dreht immer da, wo er arbeitet. Wenn die Leute erst erfahren, dass er jetzt hier ist, kommen sie in Scharen.“

„Das ist ein völlig überflüssiges Spektakel“, meinte sie. Außerdem war sie sauer, weil Werner sie nicht einmal über die Sache informiert hatte.

„Na gut, wenn du so scharf auf Informationen bist, kann ich dir ja auch gleich mitteilen, dass Doris bei uns einzieht.“

Für einen Moment war Charlotte sprachlos, doch sie hatte sich schnell wieder im Griff. „Schön, dass du es mir sagst. Noch schöner wäre es, wenn das in Zukunft auch in geschäftlichen Dingen der Fall wäre.“ Sie hielt nur noch zehn Prozent der Anteile am Hotel, ja. Aber sie hatte noch immer ein Recht darauf, zu erfahren, was im Fürstenhof vor sich ging. Also bestand sie auf einem gemeinsamen Termin mit Gitti König.

„Der Grund, warum wir diesen Fernsehrummel ertragen müssen, ist doch die Klinker-Emden-Gruppe“, stellte Charlotte fest, als sie im Büro saßen.

„Und die werden immer dreister mit ihren Abwerbungsversuchen“, pflichtete Gitti ihr bei. Rosalie und Maxim versuchten, fast jeden Mitarbeiter des Fürstenhofs für ihr neues Luxushotel zu gewinnen. Sie versprachen höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

„Deswegen verstehe ich nicht, warum wir sie als Gäste im Fürstenhof dulden“, meinte Charlotte.

Auch Gitti hätte die beiden am liebsten rausgeworfen. Aber Werner sah das anders.

„Ich habe sie lieber im Auge“, erklärte er. „Halte deine Freunde nahe bei dir. Aber deine Feinde noch näher.“ Außerdem glaubte er nicht, dass Rosalie und Maxim noch weitere Erfolge verbuchen würden. Dass sie André abgeworben hatten, war schon schlimm genug.

Julius ging sein Gespräch mit Rosalie nicht aus dem Kopf.

„Weißt du, was das Schlimmste ist?“, sagte er gerade zu Alfons. „Dass sie recht hat. Ich war ein miserabler Vater.“ Er hätte um seine Tochter kämpfen müssen – aber er war zu feige gewesen. Und zu bequem. „Es war der Weg des geringsten Widerstands.“

„Du hast jetzt die Chance, deinen Fehler wiedergutzumachen“, erwiderte Herr Sonnbichler. „Ein bisschen wenigstens.“

Julius schüttelte traurig den Kopf. „Rosalie verachtet ihren Vater.“ Das hatte sie ihm selbst gesagt.

„Einen Vater, den sie praktisch nicht kennt“, wandte Alfons ein. „Da ist es leicht, ein Feindbild aufzubauen. Aber wenn du ihr erklärst, was damals passiert ist und wie leid dir alles tut …“

„Mit einer einfachen Entschuldigung ist es nicht getan.“ Da hatte Julius sicherlich recht. Aber trotzdem war es manchmal gut, überhaupt eine Entschuldigung zu hören.

Julius versuchte, mehr über Rosalie zu erfahren – und André war der geeignete Gesprächspartner. Der Chefkoch hatte – im Gegensatz zu vielen anderen – Frau Engel immer gemocht.

„Eigentlich ist sie ein nettes Mädchen“, sagte er auch jetzt. „Aber manche Menschen verbergen diese Seite, um nicht verletzt zu werden.“ Julius nickte nur. „Ihr Vater ist abgehauen, als sie noch ganz klein war, und hat sich nie um sie gekümmert. So etwas prägt natürlich.“ Julius blickte zu Boden. Das schlechte Gewissen traf ihn mit voller Wucht. „Sie hat es nicht leicht gehabt“, fuhr André fort. „Und da lässt man sich eben später nichts mehr gefallen. Wenn man es sich einmal mit ihr verscherzt hat, ist es vorbei. Die Dame kann extrem nachtragend sein.“ Deshalb war es André auch so wichtig, dass bei der Zusammenarbeit mit der Klinker-Emden-Gruppe alles reibungslos verlief. Maxim und Rosalie hatten einen Vertrag mit Burger Bräu abgeschlossen. Und das war für die Brauerei – nachdem Werner den Deal mit Perfect Southern hatte platzen lassen – ein echter Segen.

Rosalie und Maxim wähnten sich auf der Gewinnerstraße. Sie glaubten, dass es ihnen sogar gelingen könnte, die Sonnbichlers vom Fürstenhof abzuwerben.

„Dann kann der Fürstenhof einpacken“, erklärte Rosalie.

„Und das wäre dein größter Triumph?“, fragte Maxim grinsend.

„Ich vergesse nie, wer mich schlecht behandelt hat“, antwortete sie. „Alle, die mich hier nie ernst genommen haben, werden vor mir auf den Knien rutschen.“

„Wer auch immer dich zu diesem kleinen, gemeinen Biest gemacht hat – er hat seine Arbeit verdammt gut gemacht.“ Maxim bemerkte nicht, dass Rosalies Miene bei diesen Worten finster geworden war.

Als Elena nach der Arbeit in den Bauwagen kam, wartete Moritz schon auf sie. Er hatte eingekauft und wollte für sie beide kochen.

„Noch mal wegen der Uhr …“ Sie atmete tief durch. Aber sie musste ihm die Wahrheit sagen. „Ich habe sie zurückgegeben.“

„Wieso zurück?“, entgegnete er verwundert.

„Du hast sie getragen, als ich dich gefunden habe“, erklärte sie. „Aber sie gehört dir nicht. Die Uhr ist ein Erbstück von Theresa Burgers Großvater. Sie hat sie heute sofort erkannt.“

Er runzelte die Stirn. „Und wieso hatte ich sie dann?“, fragte er.

Elena zuckte die Achseln. „Sie hat sie Moritz geschenkt. Und dann war sie plötzlich verschwunden.“ Dafür konnte es eigentlich nur eine Erklärung geben: Peter hatte die Uhr gestohlen! Aber Elena konnte sich das kaum vorstellen. Es passte einfach nicht zu dem Peter, den sie kannte.

„Vielleicht bin ich ja wirklich kriminell gewesen“, überlegte er bitter. „Und vielleicht hatte jemand Grund, mich in den Fluss zu stürzen. Jemand, den ich bestohlen oder betrogen habe. Oder Schlimmeres.“

„Das ist doch Quatsch!“, widersprach sie. Vielleicht hatte er die Uhr ja auch nur gefunden. Oder sie dem Dieb abgekauft.

„Ich muss mit Theresa reden“, beschloss er. „Und mit Moritz.“ Er musste dieser Geschichte auf den Grund gehen.

„Und wie erklärst du ihnen, dass du dich an dein altes Leben nicht mehr erinnern kannst?“, wandte Elena ein. Er schwieg. Das war in der Tat ein Problem. „Warum lassen wir die Sache nicht einfach auf sich beruhen?“, schlug Elena vor. „Theresa glaubt, ich habe die Uhr am Fluss gefunden. Und Moritz hat sie jetzt wieder. Ist es nicht völlig egal, wieso du sie jemals hattest? Was zählt, ist doch, wer du heute bist.“ Er wirkte immer noch skeptisch. „Ich liebe dich so, wie du jetzt bist“, beteuerte sie. „Und das wird sich niemals ändern.“

Gerührt blickte er sie an. „Ich bin sehr froh, dass du bei mir bist.“

Die beiden küssten sich zärtlich.

Konstantin hatte gespürt, dass Theresa etwas bedrückte.

„Fast immer, wenn du dich so in dich zurückziehst, hängt es mit meinem Zwillingsbruder zusammen“, stellte er fest. „Irgendwas hat dich heute an ihn erinnert, oder?“

Theresa nickte langsam. „Es tut mir leid“, sagte sie dann. „Ich wollte dich nicht damit belasten.“

„Tust du nicht“, versicherte er. „Aber es ist auch okay, wenn du deine Erinnerungen nicht alle mit mir teilen willst.“

„Manchmal ist es einfach nur ein Geruch …“, erwiderte sie leise. „Oder irgendwelche Gegenstände. Oder die Art, wie du mich ansiehst. Ihr seid euch einfach so ähnlich …“

„Ich wünschte, es wäre nicht so.“

Voller Mitgefühl sah sie ihn an. „Konstantin, ich liebe dich“, erklärte sie. „Dich! Und nicht, weil du so aussiehst wie Moritz. Das macht es einfach nur ein bisschen komplizierter.“

„Wir haben uns für diesen Weg entschieden.“ Und im Grunde war Konstantin froh darüber. „Moritz wird immer Teil unseres Lebens sein. Du musst ihn mir zuliebe nicht verdrängen.“

Gitti und Michael hatten eigentlich einen gemütlichen Abend miteinander verbringen wollen, aber sie waren in Streit geraten. Rosalie hatte Michael Praxisräume in ihrem Hotel angeboten. Und er dachte tatsächlich über das Angebot nach. Was Gitti auf die Palme brachte.

„Seit Tagen machen Maxim und die Engel nichts als Ärger“, beklagte sie sich am nächsten Morgen bei ihrem Vater. „Diese Möchtegernhoteliers sind einfach die Pest.“

„Bei Maxim gebe ich dir recht“, entgegnete Julius. „Allein, was er dir damals angetan hat. Aber bei Frau Engel solltest du vielleicht nicht so streng sein.“

„Das kannst du nur sagen, weil du sie nicht kennst“, sagte Gitti wütend. Sie hatte Rosalie gefressen.

Charlotte saß gerade über einigen geschäftlichen Unterlagen, als die Wohnungstür aufging und Doris van Norden mit einem großen Rollkoffer hereinkam. Die beiden Frauen begrüßten einander reserviert.

„Ich habe erst mal nur die wichtigsten Sachen mitgenommen“, erklärte Doris. „Den Rest bringen die Pagen später.“

„Sie wissen ja, wie Sie in Werners Bereich kommen“, entgegnete Charlotte und wandte sich wieder ihren Papieren zu.

„Ich hätte da noch eine Bitte an Sie …“ Doris setzte sich neben Charlotte. „Ich weiß, dass Sie wahrscheinlich nicht begeistert sind über meinen Einzug …“ Sie öffnete den Koffer und holte ihre Madonna heraus. „Sie bedeutet mir sehr viel, und ich würde sie gerne hier aufstellen. Im Wohnzimmer.“ Skeptisch verzog Charlotte das Gesicht. Sie fand die Statue reichlich kitschig. „Bitte schlagen Sie mir das nicht ab. Gottes Segen sollte in keinem Haus fehlen.“

Moritz beschnitt eine Hecke im Park, als Theresa an ihm vorbeikam. Er grüßte sie befangen. Und dann fiel sein Blick auf ihr Handgelenk.

„Du trägst diese Uhr?“, fragte er. „Ich dachte, sie gehört deinem Mann.“

„Woher weißt du das?“, erwiderte sie überrumpelt.

„Elena hat mir von eurem Gespräch erzählt“, antwortete er. „Sie hat meine … Ich meine, sie hat die Uhr doch am Fluss gefunden.“

„Richtig, sie hat Moritz gehört.“ Sie biss sich auf die Zunge. „Sie gehört ihm immer noch“, korrigierte sie sich dann. „Sie ist ein Erbstück meines Großvaters, darum hänge ich besonders an ihr. Und trage sie auch manchmal. Moritz und ich teilen alles. Was ihm gehört, gehört auch mir. Und umgekehrt.“

„Schön, wenn das in einer Beziehung so selbstverständlich ist“, meinte er.

„Ja.“ Theresa verabschiedete sich hastig.

Zur gleichen Zeit sprach Elena Konstantin an.

„Du hast dich sicher darüber gefreut, dass deine Uhr wieder da ist“, vermutete sie.

„Was denn für eine Uhr?“, fragte er ahnungslos.

Elena runzelte die Stirn. „Tut mir leid, ich muss da was durcheinandergebracht haben“, behauptete sie dann. Aber es hatte schon begonnen, in ihr zu arbeiten. Warum hatte Theresa ihr erzählt, die Armbanduhr würde Moritz gehören?

„Ist mit der Uhr alles in Ordnung?“, fragte Elena Theresa, als sie ihr zufällig am Hintereingang des Hotels begegnete.

„Moritz ist überglücklich, dass sie wieder da ist“, antwortete Theresa und verbarg ihr Handgelenk mit der Armbanduhr hinter dem Rücken.

„Tatsächlich?“, gab Elena zurück. „Komisch. Als ich gerade mit ihm gesprochen habe, wusste er gar nichts von der Uhr. Einer Uhr, die ihm doch eigentlich viel bedeuten müsste.“ Theresa redete sich heraus und behauptete, Moritz sei schlichtweg vergesslich, aber Elena glaubte ihr kein Wort.

Doris hatte die Madonna im Wohnzimmer aufgestellt. Und nun saßen sie und Charlotte gemeinsam am Tisch und arbeiteten. Charlotte bemühte sich, einigermaßen freundlich und höflich zu ihrer neuen Mitbewohnerin zu sein. Da sprang auf einmal die Tür auf, und Werner kam herein – gefolgt von Sparmanns Kamerateam. Er wurde heute als Hoteldirektor vorgestellt und interviewt und führte die Leute vom Fernsehen durch das ganze Hotel.

„Was soll das denn?“, empörte sich Charlotte.

„Hast du den Verstand verloren?“, schloss Doris sich ihr an.

„Das wird eine Homestory!“, verteidigte sich Werner, aber die beiden Frauen dachten gar nicht daran, sich filmen zu lassen, sondern verschwanden in den hinteren Räumen und kamen erst wieder heraus, als das Kamerateam verschwunden war.

„Ich verstehe nicht, weshalb du Viktor diese Aufnahmen erlaubst“, meinte Doris.

„Du selbst hast mir doch diesen Koch empfohlen“, entgegnete Werner.

„Weil ich dachte, sein Engagement beim Fernsehen sei beendet. Den Fürstenhof als Ersatzstudio zu benutzen, halte ich für keine gute Idee.“

„Wir sind hier schließlich nicht in einem Ferienklub!“, pflichtete Charlotte ihr bei. Die Gäste des Hotels schätzten doch vor allem die Diskretion.

„Was ist gegen kostenlose PR einzuwenden?“, hielt Werner dagegen.

„PR weit unterhalb des Fürstenhof-Niveaus“, fand Doris, und Charlotte nickte bestätigend. Genervt blickte Werner von einer zu anderen. Mit dieser Front hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Also würde ihm nichts anderes übrig bleiben, als Sparmann in Zukunft die Dreharbeiten zu untersagen.

2. KAPITEL

Rosalie machte im Fitnessraum gerade Nils Heinemann ein Angebot für einen Job in ihrem Hotel, als Gitti hereinkam. Und die Geschäftsführerin begriff sofort, was vor sich ging.

„Frau Engel, ich muss Sie bitten, den Fitnessraum zu verlassen“, sagte sie streng.

„Ich bin Gast hier“, erwiderte Rosalie herablassend.

„Sie sind hier, um unser Personal abzuwerben“, schoss Gitti zurück. „Aber Sie könnten wenigstens den Anstand besitzen, es außerhalb des Fürstenhofs zu tun. Verlassen Sie augenblicklich diesen Raum.“

„So geht man am Fürstenhof also mit seinen Gästen um“, zischte Rosalie. „Na ja, Sie haben ja bald sowieso keine mehr.“

„In jedem Fall gehören Sie nicht länger dazu“, giftete Gitti.

„Wie bitte?“ Rosalie glaubte, sich verhört zu haben. „Was soll das denn heißen?“

„Ganz einfach – ich mache von meinem Hausrecht Gebrauch“, erklärte Gitti. „Sie haben eine halbe Stunde Zeit, Ihr Zimmer zu räumen.“

Julius aß im Restaurant gerade eine Suppe, als eine wütende Rosalie Engel hereinstürmte, gefolgt von einer nicht weniger wütenden Gitti.

„Ich will sofort Werner Saalfeld sprechen!“, verlangte Rosalie.

„Ich habe hier Prokura!“, fauchte Gitti. „Und deswegen werden Sie jetzt aus dem Hotel verschwinden.“ Sie packte Rosalie am Ärmel.

„Fassen Sie mich nicht an!“

Julius war aufgesprungen und schon zu seinen beiden Töchtern geeilt.

„Beruhigt euch bitte“, beschwor er sie, doch keine von beiden hörte auf ihn.

„Sie sind ja völlig hysterisch“, rief Rosalie nun. „Kein Wunder, dass Maxim damals vor Ihnen geflüchtet ist.“

Gitti ließ sich nicht provozieren. „Papa, hilfst du mir bitte, diese Person vor die Tür zu setzen?“

Julius schüttelte den Kopf. „Gitti, das geht nicht.“

Gitti zuckte die Achseln. „Dann befördere ich Sie eben höchstpersönlich nach draußen.“ Sie wollte Rosalie mit sich zerren, aber die setzte sich zur Wehr. Es entstand ein Gerangel.

„Auseinander, verdammt noch mal!“, rief Julius da. „Ihr seid doch Schwestern!“ Die beiden erstarrten. Was hatte er gesagt?

„Sind Sie betrunken?“, fragte Rosalie entgeistert.

„Was soll der Blödsinn?!“, schnauzte Gitti ihren Vater an.

„Ich bin weder verrückt noch betrunken …“ Hilflos sah Julius von einer zur anderen. „Ihr seid wirklich Geschwister. Also Halbschwestern. Ich bin dein Vater, Rosalie.“ Die beiden Frauen tauschten einen fassungslosen Blick. „Deine Mutter ist nach unserer Trennung mit dir nach Österreich gezogen“, fuhr Julius fort. „Am Anfang habe ich dich noch besucht. Daran musst du dich eigentlich erinnern können …“ Er schluckte.

„Nein!“, fauchte Rosalie. „Außerdem hieß mein Vater Engel – und nicht König!“

„Ich habe den Namen meiner zweiten Frau angenommen“, erwiderte Julius. Gitti brachte kein Wort heraus. Wieso hatte ihr Vater ihr nie davon erzählt? „Ich würde dir gerne erklären, wie es dazu gekommen ist, warum ich mich nicht mehr gemeldet …“

„Interessiert mich nicht!“, unterbrach Rosalie ihn.

„Es tut mir alles so leid“, beteuerte er. „Heute weiß ich, es war der größte Fehler meines Lebens.“ Er wollte die Hand nach Rosalie ausstrecken, doch die wich vor ihm zurück.

„Lassen Sie mich in Ruhe!“ Und dann verließ sie fluchtartig das Restaurant.

Gitti und ihr Vater waren nach draußen gegangen.

„Mal abgesehen davon, was ich von Rosalie Engel halte … Ich kann es nicht fassen, dass du sie völlig aus deinem Leben gestrichen hast.“

Julius sah zu Boden. „Glaubst du denn, mir ist das leichtgefallen?“, fragte er leise.

„Warum hast du es dann getan?“, fragte Gitti. „Mir warst du immer ein so liebevoller Vater. Wie konntest du deine andere Tochter im Stich lassen?“

„Deine und auch Rosalies Mutter haben mir die Hölle heißgemacht“, verteidigte er sich hilflos. „Deine Mutter war schrecklich eifersüchtig. Sie hatte Angst, ich käme nicht von meiner Exfrau los. Ich habe Regina sehr geliebt.“ Und nach dem Scheitern seiner ersten Ehe hatte er die zweite nicht aufs Spiel setzen wollen. „Und Rosalies Mutter wollte mit ihrem zweiten Mann einen Neuanfang. Sie dachte, die Kleine würde nur unnötig hin- und hergerissen.“

„Du hättest dich trotzdem durchsetzen müssen!“, meinte Gitti. „Ein Kind bekommt doch einen Knacks fürs ganze Leben. Was man an Rosalie ja deutlich sieht.“

„Glaub mir, ich bin nicht stolz darauf.“ Er seufzte.

„Weißt du, was ich trotzdem nicht verstehe? Dass weder Mama noch du mir einen Ton davon gesagt habt.“ Es ging doch auch Gitti etwas an, dass sie eine Halbschwester hatte.

„Ich kann nur noch einmal sagen, dass es mir entsetzlich leidtut.“ Er konnte seine Tochter nur um Verzeihung bitten.

„Ich habe dir blind vertraut. Und du belügst mich. Jahrzehntelang.“ Damit ließ sie ihn stehen.

„Was ist denn so dringend?“ Theresa hatte Konstantin in den Personalraum gezogen.

„Es geht um die Uhr.“ Sie streckte ihm ihr Handgelenk entgegen. „Ich hatte sie Moritz geschenkt. Sie gehörte meinem Opa.“ Verständnislos sah er sie an. „Elena hat die Uhr am Flussufer gefunden.“

„Das heißt – Moritz hat sie getragen, als er von der Brücke ins Wasser gestürzt ist?“ Sie nickte. „Aber wieso hast du sie jetzt? Elena konnte doch nicht wissen, wem sie gehört.“

„Ich habe sie an ihr gesehen und erkannt“, erklärte sie. „Und ich habe gesagt, sie gehört meinem Mann. Ohne darüber nachzudenken.“

Jetzt begriff Konstantin auch, warum Elena ihn vorhin darauf angesprochen hatte.

„Mierda!“, rief er. „Das hätte nicht passieren dürfen! Du musst mich in Zukunft einweihen, falls noch mal etwas von meinem Zwillingsbruder auftaucht.“ Sie konnten nur hoffen, dass Elena Theresa die Geschichte mit Moritz’ angeblicher Vergesslichkeit abgekauft hatte. Sie ahnten nicht, dass Elena gerade auf dem Flur stand. Und durch das geöffnete Kippfenster alles mit angehört hatte. Sie war wie erstarrt.

Sie konnte nicht mehr weiterarbeiten und meldete sich krank. Als sie den Fürstenhof verließ, schaffte sie es kaum noch, sich auf den Beinen zu halten.

„Was ist denn mit dir los?“, fragte Tanja, die Elena entgegenkam. „Bist du krank?“ Elena schüttelte nur den Kopf. Und Tanja begriff, dass sie Kummer hatte. „Okay. Wir setzen uns jetzt erst mal hin. Und dann erzählst du mir, warum du so dermaßen durch den Wind bist.“ Sie schob Elena zu einer Bank. „Liebeskummer?“

Elena schossen die Tränen in die Augen. „Es ist alles so furchtbar“, schluchzte sie.

„Manchmal hilft es schon, wenn man darüber redet“, erwiderte Tanja sanft.

„Ich kann nicht …“ Aber Tanja ließ so schnell nicht locker. „Du musst mir etwas schwören. Beim Leben deiner Mutter – kein Wort zu niemandem!“

„Okay“, versprach Tanja. „Ich sage keinem etwas.“

Elena rang mit sich, fasste sich dann aber ein Herz.

„Ich weiß, es hört sich völlig verrückt an, aber … Es ist wahr. Leider.“ Sie holte tief Luft. „Peter – der Mann, mit dem ich zusammenlebe, meine große Liebe … Er ist in Wirklichkeit jemand anderes.“ Tanja zog die Augenbrauen nach oben. „Peter Bach ist Moritz van Norden.“ Nun sah Tanja Elena an, als hätte die den Verstand verloren. Aber dann erzählte Elena ihr die ganze Geschichte. Und Tanjas Augen wurden größer und größer.

„Wahnsinn“, flüsterte sie schließlich. „Der eine Zwillingsbruder verschwindet, und der andere taucht wie aus dem Nichts auf.“

„Jetzt ist mir auch klar, warum es nie eine Vermisstenanzeige gegeben hat“, meinte Elena. „Ich habe mich immer gefragt, wieso niemand nach Peter sucht.“

„Weil keiner gemerkt hat, dass er nicht mehr da war“, ergänzte Tanja. „Es gab ja eine Kopie von ihm.“

Elena kannte Peter nur mit seinem neuen Gesicht. Nie im Leben wäre sie darauf gekommen, dass er Moritz van Norden war. „Aber Theresa muss es irgendwann gemerkt haben. Sie hat ihren Mann Konstantin genannt.“

Erschüttert starrte Tanja vor sich hin. „Ich habe am Fürstenhof schon viel erlebt. Aber das setzt allem die Krone auf.“

Elena stimmte ihr zu. „Was soll ich denn jetzt machen?“, fragte sie verzweifelt. Wenn sie Peter die Wahrheit sagte … Dann würde sie ihn womöglich verlieren.

„Bevor du etwas unternimmst, musst du dir über die Konsequenzen klar werden“, riet Tanja. „Ich meine, da geht es nicht nur um Peter und dich. Das Leben von anderen Menschen hängt auch daran. Schlaf einfach mal drüber, okay? Wir reden morgen noch mal.“

Theresa hatte einen Anruf von Viktor Sparmann erhalten: Weil der Koch nicht länger im Fürstenhof drehen durfte, wollte er im Biergarten der Brauerei ein paar Aufnahmen machen. Nun ging sie durch den Garten und suchte nach Peter. Sie fand ihn beim Unkrautzupfen.

„Dürfte ich dich kurz ausleihen?“, fragte sie lächelnd. Vor dem Dreh sollte die Hecke noch gestutzt werden. „Wenn das Gelände schon mal im Fernsehen ist, sollte alles perfekt aussehen.“

„Ich mache das hier noch schnell fertig, dann komme ich rüber zum Biergarten“, sagte Moritz sofort.

„Danke. Du bist ein Schatz.“

Verliebt sah er ihr nach.

„Wahrscheinlich bist du noch sauer wegen gestern, aber Theresa hat gerade keine Zeit, und ich brauche dringend jemanden zum Reden, sonst platze ich.“ Gitti war bei Michael in der Scheune aufgetaucht.

„Das wollen wir auf keinen Fall riskieren“, meinte er liebevoll und bat sie, sich zu setzen. Sie sprudelte alles heraus. Und Michael konnte kaum glauben, was er da hörte – Rosalie und Gitti waren Halbschwestern?!

„Warum hat mein Vater sein Kind im Stich gelassen?“, fragte sie. „Warum verheimlicht er ihre Existenz? Was geht da in einem Mann vor? Kannst du mir das sagen?“ Michael hatte schließlich auch eine Tochter, die nicht bei ihm aufgewachsen war. Aber er hatte immer den Kontakt zu Debbie gehalten. Bevor er jedoch antworten konnte, klopfte es an der Haustür.

„Herr Konopka, sind Sie da?“, war Rosalies Stimme zu hören. Auch sie brauchte jemanden zum Reden. Maxim hatte sie nicht erreichen können. Michael öffnete ihr. Und sie erschrak, als sie sah, dass ausgerechnet Gitti bei ihm war. Hastig wollte sie sich verabschieden, aber Michael zog sie in die Wohnung.

„Ihr beide habt sicher eine Menge zu besprechen. Ich lasse euch mal allein.“

Die beiden Schwestern setzten sich an den Küchentisch und begannen vorsichtig, miteinander zu reden.

„Gibt es eigentlich noch mehr Kinder von … ihm?“, fragte Rosalie.

„Nicht, dass ich wüsste.“ Gitti lächelte schief. „Ehrlich gesagt, Sie reichen mir im Moment auch voll und ganz.“

„Wir hatten alles andere als einen gelungenen Start“, gab Rosalie zu. Vorhin hatte Gitti sie noch aus dem Fürstenhof jagen wollen – aber jetzt spielte das alles gar keine Rolle mehr. Außerdem hätten sie sonst womöglich nie erfahren, dass sie Schwestern waren. „Ohne unseren Streit hätte dieser Feigling wahrscheinlich nie etwas gesagt“, meinte Rosalie aufgebracht.

„Trotzdem … Besser spät als nie, oder?“

Rosalie zuckte die Schultern. „Nicht falsch verstehen, es hat nichts mit Ihnen zu tun, aber …“ Sie seufzte. „Ob es für mich wirklich so gut ist, ihm zu begegnen …“

„Vielleicht begreifen Sie es als zweite Chance?“, schlug Gitti vor.

„Dreißig Jahre hat er nicht nach mir gefragt“, stellte Rosalie bitter fest. „Da kann ich jetzt auch auf ihn verzichten. Ich hatte mit meiner verkorksten Kindheit eigentlich abgeschlossen.“ Sie konnte sich noch dunkel an damals erinnern. Als ihr Vater noch für sie da gewesen war – es war die schönste Zeit ihres Lebens gewesen. „Für ihn war ich eine Prinzessin. Er war so liebevoll …“ Ihr Stiefvater war dann das genaue Gegenteil gewesen. „Für ihn zählte nur meine Schwester Emma – seine leibliche Tochter. Und ich war komplett außen vor.“

„Ich wünschte, ich hätte es gewusst“, sagte Gitti leise und betroffen. „Ich wollte immer eine Schwester haben.“

„Denken Sie wirklich, das hätte funktioniert mit uns?“

Gitti lächelte. „Vor allem denke ich, wir sollten endlich das blöde Sie lassen.“

Rosalie war einverstanden. „Ich könnte jetzt was zu trinken gebrauchen.“

Das ging Gitti genauso. „Mal sehen, was Michael im Kühlschrank hat.“

„Wirklich ein toller Tipp von dir, Rosalie alles zu sagen“, beklagte sich Julius unterdessen bei Alfons. „Wie der letzte Depp stand ich da.“ Und nun war auch noch Gitti enttäuscht von ihm. Er hatte Angst, auch seine zweite Tochter zu verlieren.

„Sie hängt an dir“, meinte Alfons. „Das renkt sich bestimmt wieder ein, wenn der erste Schock vorüber ist.“ Julius hatte schließlich nicht erwarten können, dass seine Töchter ihm jubelnd um den Hals fielen.

„Rosalie wollte mich nicht mal richtig anhören“, sagte Julius und seufzte.

„Du kannst nicht in fünf Minuten korrigieren, was du dreißig Jahre lang versäumt hast.“ Am liebsten hätte Julius die Zeit zurückgedreht. Wie Rosalie ihn angesehen hatte … Sie würde bestimmt nie mehr ein Wort mit ihm reden. „Versuch ganz behutsam, ein väterliches Verhältnis zu ihr aufzubauen“, riet Alfons. „Zeig ihr, dass sie dir wichtig ist.“

„Meinst du, sie gibt mir noch eine Chance?“ Diese Frage konnte Herr Sonnbichler nicht beantworten. Frau Engel war nun einmal unberechenbar.

Moritz hatte die Hecke im Biergarten beschnitten. Theresa bedankte sich für seinen spontanen Einsatz.

„Du hast was gut bei mir“, versprach sie.

„Lad mich zu einem Bier an, dann sind wir quitt.“ Sie lächelten sich an. Und da kam auch schon Viktor Sparmann mit seinem Kamerateam. André, der im Hintergrund ein Bierfass aufgebaut hatte, drängte sich vor.

„Willkommen bei Burger Bräu“, sagte er. „Der besten Privatbrauerei in der ganzen Region.“

„Hast du nicht Lust zuzuschauen?“, fragte Theresa. Moritz nickte und blieb neben ihr stehen.

„Sie können selbstverständlich in der Brauerei und im Biergarten filmen, was Sie möchten, Herr Kollege. Anders als bei meinem verklemmten Bruder.“ André war ganz in seinem Element.

„Sehr schön“, sagte Sparmann erfreut und bat dann Theresa, für die Kamera ein Bierfass anzuzapfen.

„Eine meiner leichtesten Übungen“, meinte sie lächelnd.

„So was ist doch eigentlich Männerarbeit“, protestierte André. „Und als Mitbesitzer der Brauerei …“

„Kein Problem.“ Theresa ließ ihm den Vortritt und reichte ihm Schlegel ...

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