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Besessen

Alle Rechte, einschließlich das der vollständigen oder auszugsweisen Vervielfältigung, des Ab- oder Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten und bedürfen in jedem Fall der Zustimmung des Verlages.

Der Preis dieses Bandes versteht sich einschließlich
der gesetzlichen Mehrwertsteuer.


 

Lisa Jackson

Besessen

Roman

 

Aus dem Amerikanischen von
Johannes Heitmann

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PROLOG

In der Krankenanstalt Whispering Hills schaukelte der Patient auf seinem Stuhl langsam vor und zurück. Seine tief liegenden, fahlblauen Augen starrten blicklos auf den Fernseher, und obwohl er nicht sprach, bewegten sich seine Lippen unentwegt, als wolle er der Frau auf dem Bildschirm etwas sagen. Die Frau war eine der beiden Talkmaster der Vormittagsshow „West Coast Morning“.

Sie hieß Kaylie, und der Patient hatte sogar ein Bild von ihr. Nur noch das eine, das sie nicht entdeckt hatten, war ihm geblieben. Mittlerweile war es alt und ziemlich zerknickt, dennoch betrachtete er es jeden Abend und stellte sich vor, die Frau sei bei ihm in seinem Bett, hier in der Anstalt.

Sie war wunderschön. Ihr langes blondes Haar umrahmte in schimmernden Locken ihr Gesicht, und ihre Augen waren blaugrün wie das Meer. Ein einziges Mal hatte er die Frau gesehen, sie berührt und ihren zitternden Körper gespürt.

Bei dieser Erinnerung sog er tief die Luft ein und konnte fast ihr Par füm riechen.

„Hallo! Lee, alter Knabe. Warum stellst du denn den Ton nicht an?“ Rick, ein großer schlanker Wärter, ging zum Fernseher und drehte am Lautstärkeregler. Dröhnend schallte die Musik zu einem Werbespot für Cornflakes durch das Zimmer.

„Nein! Nein, nein!“, schrie der Patient auf und hielt sich mit beiden Händen die Ohren zu. „Nein!“

„Ganz ruhig, schon verstanden. Reg dich doch nicht so auf.“ Rick drehte den Ton rasch wieder aus. „Lee, du solltest dich ein bisschen beherrschen. Entspann dich!“

„Kein Lärm!“, brachte der Mann mühsam hervor, und Rick seufzte auf, während er die schmutzige Bettwäsche abzog.

„Ja, ja, ich weiß, kein Lärm. Wie jeden Tag zu dieser Zeit. Das verstehe ich einfach nicht. Den ganzen Tag über geht es dir bestens, nur vormittags während dieser Show regst du dich so schnell auf. Vielleicht solltest du dir mal ein anderes Programm ansehen.“

Doch der Mann hörte ihm nicht zu. Er sah wieder auf den Bildschirm, auf dem Kaylie gerade in die Kamera lächelte. Seine Kaylie.

Sie tat es nur für ihn.

Plötzlich standen ihm Tränen in den Augen, als er sie betrachtete. Für ihn waren ihre stummen Lippenbewegungen eine Liebeserklärung. Es dauert nicht mehr lange, sagte er sich und rieb wieder mit dem Daumen über das Foto in seiner Tasche.

Warte auf mich. Bald werde ich zu dir kommen. Bald.

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