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Beobachtungen

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Nachdenkliches

Verpasst

Begegnungen

Winken

Tropfen Wasser

Maulwurf

Laut und leise

Hin- und hergerissen

Dialogwettstreit zwischen Verstand und Herz

Beobachtetes

Kauferlebnisse aus Männersicht

Klein gegen Groß

Der selbstverliebte Kölner

Lindenstraße statt Fenstergucken

Formel 1 und der Autoalltag

Navifrau

Was unterscheidet Arbeit vom Fußball?

Erlebtes

Die Wurst in der Halbzeitpause

Platzreife

Gutschein für einen Tauchschnupperkurs

Ein Volkshochschulkurs

Ein Chris Barber-Konzert

Silvestro italiano

Erlittenes

Der Sturz

Der tote Winkel

Naturaltausch

Der Manteltausch

Topfit, aber …

Unterwegs

Der Kampf um die Mittellehne

Episode im Zug-Bistro

Ruhe, Ruhe ….

Impressionen einer Namibia-Reise

Rudolf–die Giraffe aus Etosha

Ein Brief an Fidel Castro

Geld ist was gilt

Impressionen einer Rom-Reise

Ein Stockholm-Tag

Großes in Maspalomas

Ruhpolding – was ist das?

All inclusive

Dialog auf der AIDA – aneinander vorbei

Fotografiersucht als neue Krankheit

Die Tausendsassa-Reiseführerin

Familäres

Ein Großfamilienausflug nach Kos

Enkel – „Urlaub“ in Ellemeet

Taufe „light“

Der Umzugshorror

Die Weinconnaisseure

Omas Zähne – eine unendliche Geschichte

Kritisches

Zeitdiebstahl

Verflucht sei die Hotline

Laute Nachbarschaft

Wie komme ich nach oben?

Rhetorik siegt!?

Wahlkampf

Zeitkritisches

Weihnachten als Zeitenwende

Unbegrenzte Pressefreiheit?

Ein perfekt schlechtes System

Energieversorgung 2023

Das Jahr 3000

Nachwort

Vorwort

Erwarten Sie bitte keinen Roman, keine zusammenhängende Story. Noch nicht einmal einen roten Faden werden Sie in dem Buch erkennen.

Spannend soll die Vielfalt sein, die Abwechslung von Themen und Stilformen, unterschiedlichen Inhalten und Seitenumfang der Geschichten.

Es ist eine Aneinanderreihung von insgesamt 58 Kurzgeschichten bzw. Gedichten. Die Klammer ist der Autor, seine Erlebnisse, Beobachtungen, seine Sicht der Dinge, seine Gefühle, Erwartungen und Einschätzungen. Natürlich ist es keine Bibliografie, trägt aber zwangsläufig Züge davon.

Alles ist mitten aus dem Leben, nichts fantasiert oder künstlich dramatisiert. Den Kurzgeschichten gemein soll der Humor — oder zumindest eine Süffisanz sein. Das Leben muss mitunter zwar kritisch betrachtet werden, aber nie bleischwer, tieftraurig oder pessimistisch.

Es gab nie einen Gesamtplan für dieses Buch; vielmehr wurden im Laufe der letzten 10 bis 20 Jahre die eine und andere Kurzgeschichte, meist aus gegebenem Anlass, verfasst. Motivation war meine Freude am Schreiben. Die nähere Verwandtschaft und Freunde wurden damit auch bedient. Einige haben mich dann ermutigt, das Schreiben derartiger Kurzgeschichten fortzusetzen. Anlässlich meines 70-jährigen Geburtstages kam mir die Idee, die Kurzgeschichten in einem Buch zusammenzufassen.

Ich weiß, die Welt ist voller Bücher. Nun wird auch noch ein weiteres Buch hinzugefügt, das sicherlich nicht „von der Welt“ benötigt wird. Wenn es einzelnen Lesern gefällt, ist mein Ziel schon erreicht. Die Hürde, dass es mir gefallen muss, hat es bereits genommen. Vielleicht erkennt sich der Eine oder Andere in den Kurzgeschichten wieder; vielleicht entstehen hieraus Anregungen oder Gedanken, die einem nutzen könnten — dann wäre mein Anspruch an das Buch schon erfüllt.

Danken möchte ich meiner Familie, insbesondere meiner Frau, die mich hierzu motivierte, und meiner Tochter Katja, die mich an vielen Stellen unterstützte. Meine Tochter Simone hat sich bei dem Titelbild engagiert. Besonderer Dank gilt meinem Schwager Jürgen Soffner, der sich der Last unterworfen hat, die Manuskripte durchzulesen, und mir viele Verbesserungsvorschläge unterbreitet hatte. Weitere Personen, die ich nicht namentlich erwähne, sollen sich ebenfalls bedankt fühlen.

Sicherlich gibt es noch eine Reihe von Fehlern und Schwächen, die natürlich auf mein Konto gehen.

Viel Spaß beim Lesen!

Nachdenkliches

Mit meiner zeitlich ersten Geschichte möchte ich starten. Auf dem Weg zur Arbeit sah ich einen kleinen Vogel auf der Straße und konnte es nicht vergessen. Ich nutzte das Diktiergerät auf dem Beifahrersitz und diktierte den Text. Ebenfalls unterwegs beschäftigten mich zwei Phänomene: Wie begegnen sich Menschen, wenn sie aufeinandertreffen, und wie und wann winken sie sich zu — also Alltagsgeschehnisse, über die nachgedacht wurden.

Zum Nachdenken laden auch die kleinen Gedichte ein: wie ein schlichter Wassertropfen auf einen wirkt, wie man einen Maulwurf (oder ein Schicksal) negativ und positiv sehen kann, wie man sich auf verschiedene Situationen und Menschen einstellen und wie man in seinem Leben wild hin- und hergerissen sein kann, der Streit zwischen Herz und Verstand.

 

Verpasst

Freitag 7.25h: Routinefahrt zur Arbeit, Gedanken wandern von einem Thema zum anderen, wo bin ich schon? Ach, bald geht es auf die Autobahn.

Da, wie ein gemaltes Bild hat es sich mir eingeprägt. Viel Verkehr, vor mir Autos, hinter mir Autos, Autos kommen entgegen — alle circa 60-70 km/h, grauer Morgen, Fahrer ohne Gesichter. Da, mitten auf der Straße, genau auf dem Mittelstreifen ein kleiner Vogel; kenne mich zu wenig aus, um zu sagen, welche Art, schüchtern, ängstlich, fast hoffnungslos. Autos, Krach, Geschwindigkeit rechts und links, vorne und hinten, er ist überfordert — vielleicht, weil er zu jung oder verletzt ist — nicht auszumachen bei dem Tempo.

Blick nach links — ein kleiner Junge auf dem Schulweg, Tornister um, steht entsetzt am Rande des Bürgersteigs, erkennt die Lage des Vögelchens, sieht die Aussichtslosigkeit seiner Lage, stampft von einem Fuß auf den anderen, leidet mit dem Vogel, fühlt sich wie ein ohnmächtiger Kamerad.

Dies waren nur Sekunden. Soll ich anhalten? Hinter mir Autos, rechts am Straßenrand kein Platz zum Halten, bestimmt auch Park- und Halteverbot. Aber ich könnte doch … Chance schon vorbei.

Schlechtes Gewissen, schon wieder eine Gelegenheit vertan. Vielleicht war der kleine Junge mutiger oder nicht so sehr darauf bedacht, schnell weiterzukommen. Jetzt links einordnen. Autobahn. Wieder Gedanken auf Arbeitsprobleme fixiert. Routine. Alltag …

 

Begegnungen

Wenn sich zwei Menschen begegnen … nein, jetzt kommt keine Lovestory — es ist viel banaler und alltäglicher. Ganz einfach: Man kommt sich als Person entgegen oder geht aufeinander zu. Wie verhalten sich dann die Menschen und zwar durch ihr Tun, ihre Körpersprache und ihre „Sprech-Sprache“? Wie ist die „Grußkultur“?

Nehmen wir zunächst zwei Fußgänger, die aufeinander zugehen. Ihr Verhalten hängt weniger von ihrer Erziehung oder ihrem Charakter ab, sondern vielmehr von der Umgebungssituation oder wie oft man sich begegnet. Zwei Wanderer im Wald begrüßen sich freundlich, soweit nicht noch weitere Menschen in der näheren Umgebung hinzukommen. Es muss also ein „seltenes Ereignis“ sein, wenn man sein Gegenüber wie einen „Mit-Menschen“ anspricht. Undenkbar ist, dass man auf der „Hohe Straße“ in Köln die Passanten begrüßt oder anspricht — selbst dem extrovertiertesten Rheinländer fällt dies nicht ein.

Auch wenn das mit dem Begrüßen klar ist, gibt es erhebliche Unterschiede in der Art und Weise. Ab welcher Distanz schaut man die Leute an und erhebt die Stimme? Wer grüßt zuerst? Der Ältere, der Schnellere, der Extrovertierte, der Mann oder die Frau. Alles Fragen, denen sich Verhaltensforscher annehmen könnten. Das interessanteste Objekt (oder besser Subjekt) dabei wäre jedoch der „Nichtgrüßer“. Er guckt schon lange vorher in die Landschaft oder in sich hinein, fummelt an seiner Kleidung oder seinem Rucksack herum oder intensiviert das Gespräch mit seinem Mitgeher. Selten schafft einer das Kunststück, jemanden anzusehen und doch nicht zu grüßen. Sportliche Genugtuung erfährt man, wenn man einem „Nichtgrüßer“ das Grüßen durch sein eigenes lautes Grüßen abgenötigt hat. Nur die Härtesten oder die mit einer angeborenen Ignoranz widerstehen dann einem Gruß.

Nicht weniger interessant ist das Grußwort. Richtet man sich an der Landessitte des „Tatortes“ aus oder sagt man das gewohnte Grußwort auf? Schon national scheiden sich die Geister an der Main-Linie, im Ausland ist dies noch viel komplizierter, wobei der Trend zum schlichten „hi“ wohl mittlerweile unvermeidbar ist.

Nun wollen wir die nächste Stufe erklimmen. Es begegnen sich zwei Autos, besser zwei Autofahrer. Natürlich kann von einer echten Begegnung nur gesprochen werden, wenn man sich auf einer Engpassstelle trifft, auf einer mehrspurigen Autobahn findet keine Begegnung mehr statt. Die Engpassstelle schafft eine Konkurrenzsituation mit folgenden Möglichkeiten:

  • Falls eine Chance besteht, noch schnell die Stelle zu passieren, wird die „Begegnung“ vermieden.

  • Bei der zögerlichen Variante wägen beide lange ab: Sind wir am Berg, ist das Engpasshindernis auf meiner Seite, handelt es sich um einen betagten Fahrer oder eine ältere/nette Dame? Schwierig ist es dann wieder, wenn der Abwägungsprozess bei beiden Fahrern genau gleich lang dauert und beide zu dem gleichen Schluss kommen.

  • Der Stärkere, der Dreistere, der Risikomensch prescht vor. Er hat das dickere Auto, die unbekümmerte Frechheit der Jugend oder die Machtfülle des Etablierten. Er wägt gar nicht ab und unterstellt natürlich, dass das Gegenüber sich umgekehrt verhält. Der „Unterlegene“ wird mit einem huldvollen und lässigen Handzeichen getröstet.

  • Zuletzt die zurückhaltende, höfliche, kommunikative Variante. Ein einladendes Handzeichen signalisiert, dass der Andere Vorfahrt nehmen soll, bitte sehr. Nun ist es zwar von hohem moralischen Wert, wenn der Andere eine ebenso tugendhafte Haltung an den Tag legt, das Verkehrsproblem wird jedoch nicht gelöst. Das Weltbild wäre zwar wieder in Ordnung; beide stünden sich aber noch lange gegenüber.

Begegnungen sind Alltag und allgegenwärtig; gleichwohl kommt keine Routine auf. Das liegt wohl daran, dass fast keine Begegnungssituation der anderen gleicht. Begegnungen sind das Leben, sie sind das kleine oder große Glück oder das kleine oder große Ärgernis.

 

Winken

Anderen zuzuwinken, ist ein äußerst komplexer sozialer, gesellschaftlicher Vorgang, den niemand in der Schule lernt, aber doch beherrscht. Und zwar über alle Länder, über alle Geschlechter, über alle Religionen, über alle soziologischen Schichten und Berufe hinweg. Sogar der Bildungsstand ist unbedeutend.

Wann winken sich Menschen zu? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein? Wo winken Menschen? Auf Schiffen, von Brücken, vom Ufer, von anderen Schiffen, auf Zügen, auf Bahnsteigen, auf der Fahrt, im Auto auf der Autobahn.

Menschen winken sich zu, wenn sie sich freuen, wenn sie gutgelaunt sind. Aber nur dann, wenn der Andere nicht zu einem kommen kann, wenn man gewiss ist, dass man sich wohl nicht mehr oder lange nicht mehr sehen wird. Es ist das Glück des Moments, die Gelegenheit, sich mit anderen Menschen solidarisch zu erklären, die Chance, sich freundlich zu zeigen. Schlechtgelaunte oder unsolidarische Leute winken nicht, noch nicht einmal zurück; sie gucken in eine andere Richtung und sehen das Zuwinken als albern an. Winken entlarvt den Menschentyp.

Technisch gesehen verlangt Winken eine gewisse Geschwindigkeit, eher langsam als schnell. Winkt man schnell, so wird der Andere irritiert, es könnte ein Hilfeersuchen sein, etwas stimmt nicht. Winkt man zu langsam, denken die Anderen, man macht sich locker oder turnt im Freien.

Diese Regeln müssen beachtet werden. Stellen Sie sich vor, sie winken jemanden an der Ampel auf der anderen Straßenseite zu. Zunächst wird er sich umdrehen und forschen, wer denn gemeint sein kann. Dann sucht er verzweifelt in seinem Gedächtnis, ob er diese Person kennt. Kennt man ihn nicht, schätzt man den Menschen ein. Nur wenn er oder sie einem sehr sympathisch ist, spricht man ihn oder sie an.

Alles das betrifft das Winken eines normalen Menschen. Nur hochgestellte und royale Persönlichkeiten halten sich beim Winken nicht an die Regeln. Sie winken ihrem Volk huldvoll und zurückhaltend lächelnd zu. Man braucht nur die englische Queen oder den Papst vor Augen zu halten, um sich diese Art von Winken vorzustellen.

 

Tropfen Wasser

In dieser großen weiten Welt

gibt es auch Kleines, was gefällt.

Ich kann es fast kaum glauben,

es wird meine Schläfrigkeit rauben.

Es ist ja nur ein Tropfen Wasser,

unter einer Gartenstuhl-Stange saß er

Und leuchtete wie ein kleiner Stern;

ich beobachtete es genau und gern.

Es kam vom heftigen Regen;

die Sonne gab ihm dann seinen Segen.

Sie strahlte direkt in den Tropfen hinein,

reflektierte sich im Augenschein.

Er hatte schon eine enorme Leuchtkraft,

blieb dabei auch etwas rätselhaft.

Eine wundervolle Symbiose aus Wasser und Sonne.

Schenkt mir für den Moment Freude und Wonne.

Wasser und Sonne beteiligen uns an ihrer List.

Wir wissen, dass dies sehr vergänglich ist.

Die kleinen Wunder sind der Kern des Lebens.

Auf die großen Wunder warten wir sowieso vergebens.

 

Maulwurf

Einst war unser Garten eine Pracht,

der Rasen schon als Golfgrün angedacht,

abrupt wurde dieser Stolz beendet,

von Nachbarn wurde er uns gesendet.

Der Maulwurf ist kein beliebtes Tier,

Nichts dagegen, aber warum gerade hier,

wir ärgern uns und gehen auf Pirsch,

mit Spaten und Mut wie ein Hirsch.

Jeden Morgen ein Hoffen und Bangen

Sieh dort! Schon wieder zwischen den Stangen.

Verflucht sollen die Maulwürfe sein,

lasst uns doch endlich wieder allein!

Oder lasst uns wandeln zum Optimist,

tierlieb werden und bewundern ihre List.

Schöne Tiere und gesegnet mit Fleiß,

veredeln den Boden auf Gottes Geheiß.

Erzeugen viel Spannung und Spaß,

valorisieren das langweilige Gras.

Wandern sie ab, hinterlassen sie Leere,

für uns dann wie ein Verlust von Ehre.

Lerne froh zu sein und übernehme die Lehre,

nur die guten Seiten sehen, reicht zur Ehre.

Es könnte alles viel schlimmer werden,

liefen durch den Garten Elefantenherden.

Messe jedes Ding und jede Entwicklung

an den „worst case“ und du fühlst Beglückung.

 

Laut und leise

Zappt man durch das TV-Programm,

bringt es der Sender mal laut oder leise.

So schaltet man, sofern man es kann,

die Fernbedienung auf laut oder leise.

Im Auto schaltet man das Radio an,

Die Musik ist leise, der Verkehrsfunk laut.

Ständig ist man am Schalter dran,

Passt die Lautstärke an, wie man es braucht.

Der Hörgeschädigte hantiert am Apparat.

Er schaltet mal hoch und mal runter.

Nur so hört er alles ganz akkurat.

Ansonsten ginge es drüber und drunter.

So ist man im Leben gut beraten,

die Leute genau zu beobachten.

Den einen muss man laut ertragen.

Dann ist auf Dämpfung zu achten.

Der Andere spricht ganz vorsichtig und leise.

Er geht um den heißen Brei herum.

Auch hier ist man dann ganz weise

und legt den Schalter einfach um.

Dahinter steht des Menschen Fähigkeit,

sich einzustellen auf andere Umstände

Dies verlangt eine eigene Offenheit

Und einen Schlüssel dazu, wenn man ihn fände

Sich in den Anderen hineinzudenken,

Seine Lautstärke steht für seine Art.

Dies bei dem Urteil über ihn bedenken,

anpassen — nicht zu verwechseln mit eigenem Verrat.

Laut oder leise, weich oder hart,

verschlossen oder offen, engstirnig oder tolerant.

Jeder soll betrachtet werden nach seiner Art.

Darauf einzugehen wird anerkannt.

Der Mensch ist ein Individuum.

Gott sei Dank sind wir nicht alle gleich.

Nehmen wir es keinem krumm!

Solche Akzeptanz macht uns ganz reich.

 

Hin- und hergerissen

Ein kleines Kind liegt in der Wiege,

empfindet nur der Eltern Liebe.

Allmählich erwachen Wunsch und Wille,

es sehnt sich nicht mehr nur nach „kille-kille“.

Ein ganz besonderes Kleidchen muss es sein,

zu allem anderen sagt es beharrlich nein

und wenn die Eltern es nicht kapieren,

dann will es auch nicht lamentieren.

es schreit dann heraus nach Herzenslust,

ohne zu achten auf der Eltern Frust.

Hin- und hergerissen zwischen Ich und Du,

das ganze Leben steht mir nur zu

oder muss ich Rücksicht walten lassen

und mein eigenes Ich verlassen?

In der Schule muss ich lernen,

nicht nur Englisch, das mache ich gerne.

Nein, mit Anderen umzugehen,

und nicht einfach nur wegzusehen.

Trete ich für meine Meinung ein

oder muss ich für die Mehrheit sein?

Hin- und hergerissen zwischen Ich und Du,

das ganze Leben steht mir nur zu

oder muss ich Rücksicht walten lassen

und mein eigenes Ich verlassen?

Im Beruf ist es ganz ähnlich.

Zuviel Ehrgeiz erscheint dämlich,

Gegen den Strom ist sicherlich nicht richtig,

eigene Ideen zu haben aber auch wichtig.

Kompromisse zu suchen und zuzuhören,

Brücken aufzubauen oder zu zerstören.

Man ist Individuum und zugleich Teammitglied,

wenn man nur sein Ziel oder das Ganze sieht.

Hin- und hergerissen zwischen Ich und Du,

das ganze Leben steht mir nur zu

oder muss ich Rücksicht walten lassen

und mein eigenes Ich verlassen?

Noch viel mehr gilt es im privaten Bereich,

einen Ausgleich zu finden ist selten leicht.

Den Partner es recht zu machen ist schwierig,

immer sich nur anzupassen ist fast tierisch.

Man will weder Sklave sein noch Herr,

den Mittelweg finden ist schwer.

für Partner und Kinder Verantwortung tragen,

nicht immer Ja und Amen sagen.

Hier wird es deutlich und klar,

Fürsorge und Rücksicht sind fürwahr

die leitenden Prinzipien in dieser Phase,

es geht nicht nur nach der eigenen Nase.

Hin- und hergerissen zwischen Ich und Du,

das ganze Leben steht mir nur zu

oder muss ich Rücksicht walten lassen

Und mein eigenes Ich verlassen?

Sind Berufs- und Kinderzeiten vorbei,

sind einem diese doch nicht einerlei.

Die Neuorientierung fällt jedoch nicht leicht.

Eine neue Arbeitsteilung klappt nur vielleicht.

Zu Kämpfen ist man nicht mehr bereit.

An Wert gewinnt Harmonie und Leichtigkeit.

Die verbleibende Zeit wird mehr geehrt,

was weniger wird, hat schon dadurch höheren Wert.

Es wird mehr in sich hineingehört,

was oder wer tut Dir gut oder was ist verkehrt?

Hin- und hergerissen zwischen Ich und Du.

Jedem steht nur ein einziges Leben zu.

Habe ich im Leben alle Pflichten erfüllt,

Dann die Entscheidung leichter fällt:

Lebe Dein Leben und erkläre es dann allen,
es muss aber vor allem Dir gefallen.

Das Alter hat endlich das Privileg,

den Traum zu leben auf dem restlichen Weg.

 

Dialogwettstreit zwischen Verstand und Herz

Hört Ihr Leute, lasst Euch sagen,

seit Jahrhunderten hat es sich zugetragen.

Jeder Mensch kennt den ewigen Kampf,

setzt menschliche Wesen ständig unter Dampf.

Das Herz fordert den Verstand zum Duell,

diese Auseinandersetzung bleibt immer aktuell.

Hey, Du Herz, kannst gar nicht logisch denken.

Kein einziges Argument wirst Du mir schenken.

Stell Dir vor, Du dummes Herz, es ist Nacht,

alle Tageslichter sind dann ausgemacht,

nur der Verstand gibt Dir den Rat,

mit einer Lampe schreitest Du zur Tat.

Ach, Du übermütiger Verstand,

Dein ständiges Denken nimmt schnell Überhand.

Wie fühlst Du denn Kälte und Wärme?

Wie empfindest Du Nähe und Ferne?

Wie trittst Du den Menschen gegenüber,

da ist Dein Können schnell vorüber.

Alles kann ich, Verstand, ganz logisch sezieren,

ohne jemals den roten Faden zu verlieren.

Wissen und Erkenntnisse mache ich mir zunutze,

Regeln und Grundsätze sind es, die ich nutze.

Wissen und Erkenntnisse machen mich stark.

Intelligenz und Logik treffen immer ins Mark.

Na und, ein Herz reagiert intuitiv und spontan,

auf sachliche Gründe kommt es ja nicht an.

Wichtig sind ihm Sympathie und Empathie

ein Mensch ist nicht des Anderen Kopie.

Das Herz fühlt Hass und Liebe,

sieht darin mehr als nur Triebe

Der Mensch unterscheidet sich vom Tier

durch Intelligenz und nicht durch Gier.

Gott gab ihm das Gehirn und die Synabsen,

er soll sie keinesfalls verkümmern lassen.

Nur der Verstand kann unbeirrt urteilen,

und nicht nur in Gefühlsduselei verweilen.

Verstand lässt sich leicht durch Computer ersetzen.

Weil Austauschbarkeit, kann man jede Rolle besetzen.

Für alle gibt es die exakt gleiche Wahrheit,

unbestreitbar positiv wirkt dabei die Klarheit.

Lasse Dich lieber von Deiner Vernunft leiten

als mit Gefühlen Dich ins Unheil gleiten.

Ein Herz ist einmalig und individuell,

es vereinigt alle Gefühle blitzschnell.

Das Herz steuert zwar nicht die Glieder,

doch jeder erkennt es immer wieder,

ohne Verstand lässt sich letztlich überleben,

ohne Herz kann man das Leben zurückgeben.

Das letzte Duell gewinnt das Herz,

es geht nicht immer ohne Schmerz.

Nutze jedoch den Verstand als Instrument,

folge aber dem Herzen, wenn es brennt.

Beurteilt am Ende wird nach dem Herzen,

mit Verstand allein versagt man und „bleibt Sitzen“.

Beobachtetes

Ich beobachte sehr gerne mein Umfeld und mache mir meinen eigenen Reim daraus.

Als Begleiter beim Einkaufsbummel habe ich des Öfteren in großen und kleinen Bekleidungsgeschäften gestanden oder gesessen. Drei Kurzgeschichten entstanden aus dieser „Ecke“. Dem Kölner beim Karneval zuzuschauen, macht viel Spaß. Die Fenstergucker in einem Wohnhaus inspirierten mich zum Vergleich zur heutigen Kommunikationswelt. Von Autos handeln die nächsten beiden Kurzgeschichten.

Das Beobachten und Analysieren sind die Merkmale der Geschichte über einen Vergleich zwischen der Arbeit und meinem Hobby Fußball.

 

Kauferlebnisse aus Männersicht

Wieder ein Glückstag für einen Mann: Einkaufen gehen in die Stadt mit der Ehefrau/Partnerin. Selten wird das Einkaufsziel verraten; damit kann auch nicht der Erfolg gemessen werden. Braucht man ja auch nicht: Einkaufen gehen ist das Ziel an sich, also der Weg ist das Ziel.

Und der Weg einer Frau führt direkt in die Welt der „Klamotten“. Früher war alles gut, logisch sortiert und strukturiert: Männersachen schwer zugänglich ganz oben, die ersten drei Etagen Frauensachen, dann sortiert nach Hosen, Röcken, Jacken, Blusen, Mäntel … Heute hat man Einkaufslandschaften geschaffen. Damit es nicht langweilig wird, hängt alles durcheinander. Sortiermerkmal ist einzig die Marke. Natürlich wissen die Expertinnen, auf welche Kleidungstücke die einzelnen Marken spezialisiert sind. Die Männer irren umher und werden schnell kirre; die Frauen wandeln wie im Paradies.

Ein Sortieren nach Größen findet kaum statt. Macht auch wenig Sinn, da man sich ohnehin nicht auf die Größeneinteilung verlassen kann. Ist es eine italienische oder britische Größe? Und sie fallen je nach Hersteller-Laune sowieso verschieden aus; ein bisschen wie Lotterie. Das lässt manchmal auch die Illusion zu, dass man die gleiche Größe hat wie vor 15 Jahren, zuweilen aber auch die Überzeugung, dass der Hersteller hier irrte. Also muss anprobiert werden, sofern eine Kabine frei ist und die Anzahl der zu probierenden Sachen den kritischen Aufpassern in der Umkleidezone nicht zu hoch erscheint.

Will man beraten oder bedient werden, so muss ein Zeitraum für den Einkauf gewählt werden, den andere potenzielle Käufer meiden. Geht man zu den beliebteren Zeiten, braucht man Glück bzw. Ausdauer, um an Verkäuferinnen oder Verkäufer zu kommen. Dann beginnt der Dialog. Als männlicher Begleiter setzt man sich auf einen gut platzierten Stuhl, tut so, als wenn man die bereitliegende Auto-Motor-Sport liest, in Wirklichkeit ...

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