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Belohnung

Lindsay Gordon (Hg.)

Belohnung
und andere erotische
Erzählungen

Aus dem Englischen übertragen von
Rosy Caspary

Inhalt

Der Leibdiener
Portia Da Costa

Belohnung
Maya Hess

Der Rodeo-Champion
Kate Pearce

Wenn man vom Teufel spricht
Primula Bond

Der Leibdiener

Portia Da Costa

Ich lege eine kleine Verschnaufpause ein, bevor ich das Vergnügungsetablissement betrete. Cicero öffnet mir – beflissen wie immer – die Tür. Nicht zum ersten Mal fällt mein Blick auf seine appetitliche Hinteransicht, und wieder bewundere ich seine prallen Backen, die sich unter der hautengen Lederhose verführerisch spannen. Es juckt mir in den Fingern, danach zu greifen und sie fest zu drücken, zumindest aber herzhaft hineinzukneifen. Nun, ich weiß mich eben zu beherrschen.

Sein starker Arm öffnet mir elegant die Tür. Er tritt zurück, um mich vorausgehen zu lassen, und ich könnte schwören, dass er mich kurz anblinzelt. Aber ich sehe nur seine Unschuldsmiene.

Cicero, mein Cicero, ist eben ein ganz besonderes Exemplar! Mein großer dunkler Begleiter ist der perfekte persönliche Diener, der meine Wünsche erahnt, bevor ich sie selber kenne. Er hat ein Engelsgesicht und hält seinen Körper in Höchstform. Heimlich lächelnd gratuliere ich mir, ihn ausgewählt zu haben. Es ist natürlich hilfreich, wenn die eigene Mutter die Matriarchin aller Inseln ist und man immer die erste Lieferung der jährlichen Ernten erhält.

Meine extrem figurbetonten Satinröcke rauschen um meine Hüfte und meinen Po, als ich den Raum betrete. Ich kann mir vorstellen, wie Cicero hinter mir davon träumt, was sich unter meiner Bekleidung verbirgt, denn er ist mit meinen unteren Regionen ebenso vertraut wie mit seinen eigenen. Obwohl ihm ohne meine Einwilligung derart lüsterne Gedanken nicht gestattet sind. Zu seinen täglichen Leistungen zählt – unter anderem – die Reinigung meines Körpers; das Einreiben von Ölen und Parfümen und das anschließende Ankleiden. Da er ein Mann ist, wird er dabei immer an Sex mit mir denken, wenngleich dies die Tradition verbietet …

Das Vergnügungsetablissement ist klein und intim. An den Wänden hängen edle Wandteppiche, die Beleuchtung ist dezent und die Luft mit aphrodisierenden Gewürzen angereichert. An der Decke befindet sich ein Fresko, das muskulöse Männer darstellt, die auf einem Feld herumtollen. Die Darstellung ihrer prallen, verschwitzten Körper ist derart realistisch, dass man glaubt, ihre Hitze zu spüren.

Einige meiner Freundinnen sind bereits anwesend. Sie faulenzen auf den Liegen, und ihre persönlichen Diener sind in Reichweite. Ich wundere mich immer wieder, woher die Tradition rührt, dass Amüsierstätten wie diese öffentlich zugänglich sind. Ich habe meine Mutter mehr als einmal danach gefragt, aber sie sagt, dass sie es auch nicht weiß. Es ist eine Tradition, und das Matriarchat hält gern an Traditionen fest.

Cicero hilft mir auf meine gepolsterte Samtcouch und drapiert meine mehrlagigen Röcke schicklich über meine Knie und Fußknöchel. Ich sage schicklich, muss aber die unzähligen Gelegenheiten abziehen, die er während der Prozedur ausnutzt, wenn er mit seinen heißen Fingern behutsam meine nackte Haut berührt. Bei jedem Kontakt schießen kraftvolle Pfeile hoch und entzünden die Flamme zwischen meinen Schenkeln.

Souverän verberge ich meine zunehmende Erregtheit hinter der gleichen Maske von Dummheit und Langeweile wie die anderen Gebieterinnen. Aber das ist eine andere Sache. Denn ich verstehe immer noch nicht, warum es den meisten von ihnen inzwischen langweilig geworden ist, sich mit einem starken, gut gebauten Mann zu paaren. Letztendlich ist auch das ein Teil unserer Tradition, und es scheint mir noch immer ein äußerst angenehmer Zeitvertreib zu sein. Vielleicht stimmt ja auch mit mir etwas nicht, denn ich warte immer noch gern auf den Sündenfall …

Seht sie euch nur an:

Gebieterin Layla und ihr Liam.

Gebieterin Tanya und ihr Timon.

Gebieterin Rosa und ihr Ryan.

Sie sehen alle derart gequält aus, als wenn sie ernsthaft belästigt würden. Ein Außenstehender könnte glauben, er wohnte einer Ratssitzung über die Handelsbilanzen von Fleisch, Metall oder Weizen bei. Scheinbar prickelt es nur in meinen Lenden vor sexueller Erregung. Ich schiebe mich in eine bequemere Position, und Cicero ordnet sofort wieder meine Röcke und liebkost heimlich meine Haut mit langsamen, sanften Berührungen. Derweil finden sich weitere Gebieterinnen ein.

Als letzte unserer Gruppe trifft Herrin Jenna mit ihrem Leibdiener James ein. Während ich ihnen zunicke, seufze ich – aber nur für Ciceros Ohren hörbar. Er zieht eine Riesenshow mit dem Drapieren meines Kleidersaums ab und nutzt das, um meine Waden zustimmend zart zu kneifen.

Ich hoffe, dass die Vorstellung von Jenna und James heute besser als sonst ausfällt, aber vielleicht überraschen sie uns auch mal mit einer besonders originellen Idee.

Jenna ist wunderschön. Sie ist groß, blond und gertenschlank. In ihrem königsblauen Kleid sieht sie fast dramatisch gebieterisch aus. Leider hat sie von uns allen am wenigsten Lust an diesen Prozeduren. Ihr James hat einen hervorragenden Körper und sehr feine Genitalien. Aber ich bezweifle, das seine Gebieterin sich dieser Vorzüge überhaupt bewusst ist. Ihrer Vorstellung fehlt irgendwie der richtige Kick oder die Originalität, obwohl mich sonst jegliche Art von sexuellem Spektakel scharf macht.

»Guten Abend, Cerise, wie geht es dir?« Jennas Stimme klingt brüchig, während sie meinen Blick sucht. Habe ich meine geringschätzige Meinung über sie erkennen lassen? Oder hat sie meinen Wunsch erkannt, dass entweder sie oder jemand anderes ein Bravourstück hinlegen sollte?

»Mir geht es sehr gut, meine Freundin«, antworte ich und lächle sie breit an. »Ich bin gespannt auf dein Vergnügen. James scheint heute in besonders guter Form zu sein«, stichele ich.

»Das ist er. So wie immer.« Ihr Ton ist kurz und abweisend. Sie guckt mich borniert an und wirft einen kurzen neidischen Blick auf Cicero an meiner Seite. Mein Mann ist der anerkannte Hauptpreis unter den Leibdienern in unserer Gemeinschaft. »Dein Cicero sieht auch gut aus. Hat er ein wenig zugenommen?«, gibt Jenna boshaft zurück.

Aha, der klägliche Versuch, meinen geliebten Deckhengst zu desavouieren.

»Weshalb, meine Liebe? In der Tat, er hat zugenommen. Er hat ein neues Fitness-Programm, ein sehr rigides. Es wurde speziell entwickelt, um die Muskelmasse aufzubauen und das Stehvermögen zu erhöhen«, erwidere ich zuckersüß.

Sie räuspert sich abwertend. Punkt für mich.

»Komm mit!«, blafft sie James an. Er läuft ihr voraus.

Wie üblich, ist er knapp bekleidet. Das Wenige zieht er auch noch aus. Er tritt seine Stiefel ab, öffnet seine Hose und zieht sie aus. Bis auf sein Sklavenband ist er nun nackt.

Sein provozierender Penis scheint bereit zur Arbeit. Ich beäuge sein Gerät kritisch, wie immer die Kennerin.

Sein Teil ist groß, aber längst nicht so beachtlich wie das meines Ciceros. Nicht einer der Diener in unserem Kreis ist hinsichtlich Länge und Umfang wie mein Cicero bestückt. Aber das hält mich nicht davon ab, auch den Charme anderer Männer zu genießen. Besonders dann nicht, wenn dieser Mann sein Fleisch in die Faust nimmt, es zu einer handfesten, steifen Erektion bearbeitet und dabei auch noch beachtenswerten Enthusiasmus zeigt.

Vielleicht bekommen wir doch noch etwas Besonderes geboten?

»Beeile dich! Verplempere nicht den ganzen Tag!«, raunzt Jenna ihren James an und lehnt sich auf ihrer Couch zurück. Sie gibt klar zu verstehen, dass sie diese Vorstellung schnell beenden will. Was ist sie doch nur für eine Spaßverderberin. Ich bevorzuge ausgedehnte Präsentationen: wild, kraftvoll und schweißtreibend. Mit etwas mehr Finesse, saftig und ungewöhnlich.

Ich wende meinen Blick ab und strahle den echten Mann an, der jetzt so nahe bei mir ist, dass sein mit Lederriemen bekleideter Schenkel fest an meinen nackten Fußknöchel gepresst ist. Der Saum ist leicht verrutscht. Cicero schaut geflissentlich auf seine Stiefelspitzen, so wie es der Anstand verlangt. Aber als ob er meinen forschenden Blick bemerkt, schaut er mir in die Augen.

Ich entdecke die Spur eines abschätzigen, erhabenen Lächelns auf seinen Lippen.

Du Teufel, denke ich.

Dies hier ist nicht der Ort, um über eine Gebieterin oder ihren Diener zu richten, so bestimmen es zumindest die Regeln unserer Gesellschaft. Aber Cicero war schon immer eine Ausnahmeerscheinung, was sich nicht nur auf die Perfektion seines Körpers beschränkt. Indes, nur wir beide wissen, wie er sämtliche Normen sprengt.

James, der sich seine volle Länge erarbeitet hat, greift ehrerbietig zum Saum seiner Lady und räumt ihn ordentlich aus dem Weg. Darunter sind ihre Lenden in ein raffiniertes Unterkleid aus gerüschter Spitze und Seide gehüllt. Jenna schnauft und stöhnt und rollt verzweifelt mit den Augen, als ihr Mann alle Hindernisse wegräumt. Obwohl seine Bewegungen geschickt sind, findet sie an allem etwas auszusetzen.

Als ihre Unterkleider endlich beiseitegeschafft sind, scheint sie – meiner Meinung nach – immer noch völlig desinteressiert zu sein. Dabei richtet sich nur wenige Zentimeter von ihrer Nische entfernt ein kräftiger Penis auf. Jenna nickt gequält, und James legt Jenna unterwürfig zurecht. Er hebt ihre Hüfte, öffnet ihre Beine und schiebt seine Hand dazwischen.

Er rubbelt, reibt, geigt und sägt. Und doch mimt sie die absolut Unbeteiligte.

»Nimm die Lotion«, kommandiert sie. Erneut stöhnt sie gelangweilt und nimmt einen langen Schluck aus dem Weinglas an ihrer Seite.

Ich schaue wieder meinen Cicero an und sehe noch immer das hinterhältige Grinsen um seine vollen roten Lippen. Bei mir braucht er keine Lotion.

»Darf ich meiner Gebieterin noch etwas Wein einschenken?«, fragt er mich sanft als Ablenkungsmanöver.

Meine Kolleginnen dürfen seinen heimlichen Ungehorsam nicht wittern.

Oder?

Eine boshafte Idee nimmt in meinem Kopf Gestalt an. Etwas ganz Abscheuliches rast wie ein Buschfeuer durch meine Vorstellungskraft, so klar, dass ich meine, selbst Cicero müsste es sehen können. Als er den rubinroten Wein in meinen Becher nachfüllt, legt er seinen großen Kopf ein wenig zur Seite, und seine braunen Augen blinzeln. Für die anderen Gebieterinnen nicht zu sehen, blitzt ein teuflischer Ausdruck über seine wunderschönen Gesichtszüge.

Sollen wir es wagen?, scheint er zu fragen, und zur Antwort nicke ich. Während meine Pläne langsam zur Gewissheit werden, schmeckt mir der Wein plötzlich viel köstlicher als zuvor.

Zurück zu Jenna und James. Der blonde Mann umhüllt seine Finger mit stark nach Kräutern duftender Lotion, um ihr sprödes Fleisch damit zu schmieren. Verärgert prustend rutscht sie mit ihrem Hintern über die Couch, ungeduldig und böse.

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