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Barrieren überwinden

Dieses Buch widme ich meiner Frau Eva, der ich einmal dafür danke sagen möchte, dass sie mein Leben reicher gemacht hat,

dass sie mir das mächtiges Gefühl der inneren Verbundenheit gibt,

dass sie mir Anerkennung und Verständnis entgegen bringt,

dass sie mir ein rauschartiges Glückgefühl vermittelt,

dass sie ihre Träume mit mir teilt,

dass sie geduldig ist, wie Sand und Meer,

dass sie offen für jede neue Herausforderung ist,

dass sie einfach da ist.

Gerhard Vohs

Barrieren überwinden

oder der Start in ein neues Leben

Eine ironische-satirische Geschichte über eine Reise in die Türkei und der Besuch in Deutschland.

Foto Umschlagseite: Peter PZ, „Istanbul dusk“, CC-Lizenz (BY 2.0)

https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de

Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

Inhaltsverzeichnis:

Erster Teil: Tschüss Deutschland

1.1

Die Sehnsucht ruft

1.2

Abfahrt

1.3

Wohnungskauf

1.4

Aufenthaltsgenehmigung

1.5

Österreich

1.6

Möbelkauf

1.7

Autobahnplakette

1.8

Slowenien

1.9

Kroatien

1.10

Türkische Pizzeria

1.11

Serbien

1.12

Bulgarien

Zweiter Teil: Merhaba Türkiye

2.1

Türkische Grenze

2.2

Anatolisches Gebirge

2.3

Antalya

2.4

Avsallar

Dritter Teil: Leben im Rakiland

3.1

Imam Ehe

3.2

Im türkischen Lokal

3.3

Lebensberechtigung

3.4

Green Canyon

3.5

Türkische Handwerker

3.6

Alara Han

3.7

Stromausfall

Vierter Teil: Güle Güle Türkiye

4.1

Deutschlandlandbesuch

4.2

Der 5-Sterne Bunker

4.3

Türkischer Zoll

4.4

Bulgarien

4.5

Serbien

4.6

Kroatien

4.7

Slowenien

4.8

Österreich

Fünfter Teil: Alo Alemania

5.1

Deutschland

5.2

Kleve

5.3

Weiter nach Hamburg

Erster Teil: Tschüss Deutschland

1.1 Die Sehnsucht ruft

Es ist Dezember, der letzte Monat in einem normalen Haushaltskalender. In nicht allzu weiter Entfernung sehe ich das Taurus Gebirge mit seiner stolzen Höhe von 2.500 Metern und seiner mit Schnee bedeckten Spitze. Hier unten im Tal sind es 20 Grad Celsius im Schatten, überall Palmen Kakteen und Orangenbäume, die oft noch mit Früchten behangen sind. Ganz mutige baden im Meer, andere spielen Volleyball, der Rest sitzt in der Sonne und lässt den Herrgott seinen Mann sein.

Das Wasser ist so glasklar, das man an seichten Stellen jeden Stein auf dem Meeresgrund erkennen kann. Lichtreflexe lassen das Meer türkisgrün bis tiefblau leuchten und in den verschwiegenen Buchten füllt man sich allein in denen man baden, surfen, sonnen oder einfach auf der Schattenbank parken kann.

Auf der Flaniermeile nach Alanya kommen wir an einen Park vorbei mit verschiedenen Aussichtsterrassen. Hier sieht man schroffe Felsen die unmittelbar aus dem Meer ansteigen und uns abgrundtiefe Eindrücke verschaffen. Meterhoch sprüht die Gischt an die Felsen empor und verschwindet im Meer, als wäre nichts gewesen.

Am äußersten Plateau der herrliche Blick auf Alanya, mit dem weit ins Meer ragenden Fels, auf dem kilometerlange Mauern einer seldschukischen Festung zu sehen ist.

Eigentlich waren es die Byzantiner, die diesen Burghügel zuerst ausbauten, es jedoch nie vollendeten. Dennoch gaben sie diesem Hügel den Namen Kolonoros, was so viel wie schöner Berg heißt.

Erst durch einen späteren Tausch, als die Stadt in den Besitz der Seldschuken kam, wurde das unbezwingbare Bollwerk weiter ausgebaut um dort in Saus und Braus leben zu können. Noch heute erinnern diverse Steinhütten an Zeiten, wo es noch keine Frauenquoten, keine Fernseher, kein Handy, kein E-Herd und auch keine Klimaanlage gab, sondern nur Hexen, die gelegentlich auf Scheiterhaufen verheizt wurden.

Es sind Baracken mit kleinen mauerumgrenzten Lebensräumen für Schnodderschnecken, Maden, Ohrwürmer, Asseln und anderes Ungeziefer, in denen Orangen- und Feigenbäume üppige Früchte tragen, die niemand ernten will. Ala-iye, Stadt des Ala, wurde sie von den Seldschuken genannt, das heutige Alanya.

Zurück zum Fahrzeug begegnen wir einer türkischen Familie beim Picknicken, eine Form der Freiluft-Gemütlichkeit, verbunden mit Waldbrandgefahr und viel Abfall. Als Picknikkünstler werden sie bezeichnet, die im Gegensatz zu den Gipfelstürmer, Höhlenforscher und Steilwandkletterer, lieber einen idealen Platz für das Barbecue mit ihrer Sippschaft suchen. Nur nicht so weit fahren ist die Devise und so nutzt man gerne städtischen Parkanlagen oder auch frisch gemähte Rasenflächen für das freudige Happening.

Unentbehrlich für ein traditionelles Picknick sind Teegläser für den Raki, ein tragbarer Kassettenrecorder mit leistungsstarken Lautsprechern, ein Handy das ständig klingelt, ein weinendes Kind und alles was viel Müll hinterlässt, wie zum Beispiel Wassermelonen.

Ein Mann in bunter Schlafanzughose erhob sein Teeglas und deutete mit der linken Hand auf einen Platz neben ihm. Eine Einladung zum Festgelage im Kreise eines 14-köpfigen Clans mit kiloweise Köfte und Hähnchen, Literweise Raki mit Wasser und Melonenscheiben so groß wie Pizzateller.

Unsere Zeit hatten wir bereits anders verplant und so bedankten wir uns mit einem leichten Verneigen, wobei wir die rechte Handfläche auf die Stirn legten.

Wir setzen unsere Fahrt fort. Nach kurzer Zeit erreichen wir Alanya und befinden uns auf einen großen breiten Boulevard, der schön mit Palmen und bunten Blumen besät war.

Gepflegte Spazierwege laden hier zum Bummel ein, kleine und größere Restaurants mit Geschmackserlebnisse pur und apart, sozialkulturelle Imbissbuden, kulinarische Schnitzelschmieden, und osmanische Teigtaschenstände sorgen mit einer fast unglaublichen Vielfalt an Speisen und Getränken für das leibliche Wohl. Diese Prachtstraße führt zum Atatürk Denkmal, vor dem wir rechts abbogen.

Gleich hundert Meter weiter befindet sich eine bewachte Freilichtgarage, auf der gerade mal drei Fahrzeuge vor sich hin dösten. Der Wächter schlief in seinen am Baum abgekippten Stuhl und verlor fast den Halt, als ihm der Fahrwind unsere Vehikel ins Gesicht schlug. Schnell erhob sich der Hüter parkender Fahrzeuge, lief hinter uns her, wies uns schweißgebadet und mit scharfen Augen in einen der zahlreich unbesetzten Stellplätzchen ein, damit Fauna und Flora nicht beschädigt wird, kassierte den Tribut und widmete sich wieder dem absoluten Dämmerzustand.

Zu Fuß marschierten wir über einen Spielplatz, der um diese Jahreszeit vor leere nur so trotzte. Auch die dahinter befindliche Auto Skooter Bahn für Teppichratten war von keinem Besucher gekrönt.

Auf der anderen Seite ein großer Park, der viele Urlauber zur sinnlosen Zirkulation des Herumirrens anzog, so auch uns. In den Bachläufen, die diese Grünanlage durchziehen, sieht man Goldfische als Vertreter der Edelmetalltiere, Enten, die sich durch die knusprige Hülle und das feine Barbecue Aroma auszeichnen, Frösche, dessen Schenkel bei den Franzosen als beliebte Delikatesse gilt, sowie Wasserschildkröten in voller Kampfmontur.

Wir setzen uns auf eine freie Bank mit Rückenlehne und gefederten Betonlamellen, beobachteten die Besucher, die damit beschäftig waren diesen Erholungsraum und die Umgebung auf Bildern festzuhalten. Ganz besonders fiel mir ein stark beleibter Typ mit einer Wärmflasche auf dem Kopf auf, der sich vor einen 2,5 Meter hohen Weihnachtsstern in tänzerischer, akrobatischer und schauspielerischer Positur stellte.

Einen schlanken jungen Burschen hatte er gebeten, ihn zu fotografieren, stellte die Blende, Entfernung und was noch dazu gehört ein und strahlte schon jetzt über die Fotomontage des Bildes für seine Zuckerschnecke im Web.

Er stellte sich ins grelle Licht, während der Bursche zwölf Schritte zurückgehen musste, um die Massen des umfangreichen Körpers auf einen Kleinbildfilm zu positionieren.

Kaum geschehen entschwand das Früchtchen samt Kamera und dem korpulente Herrn half nur noch der Ruf nach Hilfe, ADAC, Polizei, Feuerwehr, THW, sowie das aufgeregte Deuten auf den Dieb wie ein Mitteleuropäisches zahnarmes Drei-Finger-Faultier.

Im Park nahm gerade eine fest organisierte, hierarchisch strukturierte Horde von Müllmännern ihre wohlverdiente Pause ein, die gerade zuvor die Grünanlagen mit langen Stöcken von schönen, nützlichen und funktionstüchtigen Gegenständen befreit hatten wie Zigarettenkippen, Papier und rostige Wäscheständer.

Als der Gauner an diesen total gelangweilten, vom Stress geplagten, ausruhenden Gemeindemitarbeiter mit sehr hohen Gesellschaftlichen Rang vorbei lief, sprang einer auf, griff sich den Burschen am Kragen und schallerte ihm links und rechts ein paar, dass ich jedes Mal krampfartig zusammenzuckte. Mit samt der Kamera landete er auf den Rasen und versuchte seinen Blutvorrat aus den Wangen zu quetschen.

Inzwischen kam keuchend der Bestohlene heran geeilt, um seine bestimmt nicht billige fototechnische Großraumapparatur im Empfang zu nehmen. Diese unterzog er einer visuellen Wahrnehmung und stellte fest, dass sie noch funktionsfähig, heil und ganz war, also nicht kaputt.

Der K.O. gegangene war wieder OK und im Augenblick der unachtsamen Schlamperei machte er sich aus dem Staub.

Der Mann, dessen Kleidung auf einer Einfahrt gebügelt werden muss, zuckte sofort sein Geldbeutel um sein Verpflichtungsgefühl eine Wohltat erhalten zu haben, mit ein paar Lira Scheinen zu bestechen.

Doch der Männerhort, der bestimmt schon mal Geldscheine im Portemonnaie hatte und den sprunghaften Austausch zum Kleingeld bemerkte, weigerten sich standhaft fremde Kohle anzunehmen.

Selig vor Glück trug er seine Kamera auf Händen, drückte sie mehrmals an die prächtige Warze seiner linken Wange, hauchte ihr einen Kuss auf das Gehäuse und entschwand dem Erholungsraum für Bürger und Touristen.

Es ist später Nachmittag geworden, die Sonne ist nach reichlicher Anstrengung bereits untergegangen und die Stadt gestaltete sich düster als wir sie verließen.

Doch vor Ortsende wollte ich noch einen Streifzug von der Westseite her auf die Höhensiedlung machen. Auf der anderen Seite des Bergbuckels sind die Wege schmal, kurvenreich und die dort Verwurzelten genießen volle Immunität beim Parken ihrer Fahrzeuge.

Vorbei an diversen Hotels wo Kakerlaken Schlipse tragen, Lokale für eindrucksvolle Genussnomaden stehen und Tennisplätzen für den Sport von modisch überbotenen Fehlgriffen lagen, gelangen wir zum Fußes der Anhöhe, die durch ihre engen Gassen eine Ruhe und Gelassenheit ausstrahlten.

Vereinzelnd kamen uns Radfahrer mit überhöhter Geschwindigkeit entgegen, die den Gepäckträger und die Lenkstange als zusätzliche Sitzplätze für Familienangehörige benutzen.

Todesmutig geraten wir über eine Serpentine durch das Haupttor dieser krawallgebürsteten Festungsstadt. Weiter ging es über eine Spitzkehre zu einem Beobachtungsturm in der sich eine kleine byzantinische Kapelle zum inspirieren befindet, die zur seldschukischen Zeit als Beet Raum für kostengünstige Ferngespräche diente.

Im weiteren Straßenverlauf erreicht man das alte Stadtzentrum. Hier steht die Süleymaniye Moschee, ein gastfreundlicher Ort für Muslime, ein Badehaus zum Zähne putzen, Haare schneiden, Rasieren und chirurgischen Eingriffen. Daneben eine zur kampfbereiten Bettenburg umgebaute Karawanserei für Hawaiihemdträger mit Weizenspoiler, ein 5 Sterne Hotel.

Folgt man der Straße weiter, gelangt man nach einer weiteren Kurve zum Widerstandskern der Festung, mit dem Palast des Sultans und vielen Baracken, in denen gefährliche Waffen versteckt wurden.

Unterhalb dieses Berges befand sich die Industrieanlage der Seldschuken für den heimlichen Bau von Kriegsschiffen. Die Fabrik wurde vierzig Meter tief in den Burgberg hinein gebaut, damit sie unbeobachtet schuften konnten.

Von der westlichen Seite der hoch aus dem Meer ragenden Zitadelle hat man einen wunderbaren Rundblick über Wasser, Stadt und den Urlaubsort von Kleopatra.

Auf der Rückfahrt unterbrachen wir in einem Lokal auf halber Höhe unsere Forschungsreise, wo uns die Stadt der Deutschen mit ihrer Discobeleuchtung zu Füßen lag.

Wohnungen mit leuchtenden Fenstern, Straßenlampen die graue Tatsachen erhellten, Ampel mit grünen Lichtern, die beim näher kommen grundsätzlich Rot werden, Restaurants mit Grafitibeleuchtung, die Rush Hour mit ihren Straßenblockaden auf vier Rädern und deren Scheinwerferlicht.

Über uns sternenklarer Himmel, ein Windlicht das der Nahrung von Kerzen dient, leichten kühlen Abendwind, gefühlsbetonte Musik für Emotionale, Impulsive, schöne und lebendige Momente. Ein Glas Wein geben diesem Ausblick noch ein ganz besonderes Ambiente.

Zärtlich schaut meine Frau mich an, ihre Augen streichelten mein Gesicht und ihr Mund berührte mich sanft.

Ich nahm sie in den Arm und in dieser mondlichtverzauberten Nacht schauten wir auf den Hafen wo sich vereinzelte Schiffe lustig gegenseitig hochschaukeln.

Was wäre ich nur ohne die Liebe meiner Frau, ein König ohne Königin.

1.2 Abfahrt

Plötzlich die psychologische Kriegsführung, als mich das nerv tötende Geräusch eines Weckers aus dem Tiefschlaf riss. Ein Geräusch, als wenn eine Dampflok mit Propeller Panflöte spielte. Es ist drei Uhr dreißig, die Nacht ist vorbei.

Kopfschütteln überlege ich was heute für ein Tag sei, was noch alles zu erledigen sei. Schon der erste Gedanke beim Aufstehen gilt dem kommenden Tagesablauf.

Die Biotonne in der Auffahrt des Nachbarn ausschütten, das Büro anrufen um sich krank zu melden, schnell noch einkaufen bevor es dunkel wird, evtl. noch heute Rasen mähen bevor es anfängt zu schneien.

Eifrig und verantwortungsvoll hakt man seine Aufgaben ab. Alles eigentlich ein normalen Tag. Jedoch nicht für uns.

Bei uns handelt es sich um den Verfasser dieser Geschichte und dessen Frau.

Meine Geburt war ein glückliches Ereignis meiner Eltern. Mama war damals gerade mal zweiunddreißig als ich geboren wurde und sie beschrieb mich als das Do-it-yourself-Baby. Ich wurde nicht sehr groß, hatte aber komprimierte und perfekt ausgeprägte Fälle von Mumps und Masern. Lesen und Schreiben lernte ich in der Volksschule und auf Wunsch meiner Eltern trat ich einen Handballverein bei, der jedes Spiel verlor, wenn ich im Tor stand.

Meine Frau gehörte zu jener Sorte Mädchen, die ständig auf den Knien ihres Vaters herum sprang, mit dem Hund um den Tisch raste, sich jeder Anordnung ihrer Mutter widersetzte, grundsätzlich mit Puppen spielte die ihr nicht gehörten und im Sonntagskleid durch jede Pfütze hüpfte.

Es war der 13.August, der Tag unserer Abreise. Mit einem Satz war ich aus dem Bett. Meine Frau hantierte bereits in der Küche um den Bohnensaft auszupressen und Brote mit Marmelade zu lackieren.

Mit noch halb geschlossenen Augen schlich ich durch die fast unausgefüllte, banale Wohnung. Das Badezimmer klang so hohl, dass man den Schall als separates Hörspiel wahrnehmen konnte.

Ein polnischer Kronleuchter, Glühlampe mit Schraubsockel und Kabel, spendete ein wenig Helligkeit, um meine Augen von dem Sand der Nacht zu befreien und die unnötige Behaarung im Gesicht zu entfernen. Früher hatte man eine einzelne scharfe langlebige Klinge benutzt, heute werden in den Rasierern so viele Klingen versteckt, wie die Bundes Netto Verschuldung.

In den Lebensraum weiblicher Gazellen befand sich nur noch die Einbauküche, die wir uns nach eigenen Vorstellungen haben anfertigen lassen, damit nicht die Optik an den Baustil vom Slums erinnert. An dieser dürfen sich nun die Aftermieter erfreuen.

Meine Kuschelsutra stand vor der Arbeitsplatte, nicht dahinter da ist die Wand, und genoss ihren letzten in Deutschland gekochten Kaffee Latte. Ein Getränk aus verbrannten und zermalmten Hülsenfrüchten mit ganz viel vom Teddy gebrachter Milch. Als sie mich sah, schenkte sie mir einen Becher von der Adrenalin Brause ein.

Mit dem Kelch in der Hand ging ich durchs Esszimmer, Wohnzimmer hinaus auf die Terrasse wo noch die Gartenmöbel standen, die wir den Nachfolgern mit angedreht hatten.

Ich ging sechs Stufen hinab, um zu unserer Feuerstelle zu gelangen, die ich vor Jahren aus Feldsteinen und einer sieben Zentimeter starken gerundeten mit Löchern versehenen Bodendecke errichtet hatte.

Hier trafen wir uns öfters mit unseren Nachbarn um isländisch zu Grillens, also ohne Kohle viel Asche zu machen, Bier zu trinken, mit dem ersten Schluck zu beginnen und mit dem letzten zu unterbrechen und verbal zu Kommunizieren.

Später hatten wir diesen Platz der Nierenspülung und Schwätzerei überdacht, mit Kühlschrank ausgestattet, in den immer einige helle Blondinen übernachteten, sowie mit Tisch, den man auch gern als Sitzfläche missbrauchen kann und sechs Stühlen, um nicht Stehend vom Hocker zu fallen.

Eine Tür bauten wir ein, um auf direkten Weg zur Straße zu gelangen und nicht einen der staatlich geförderten Umwege ums Haus nehmen zu müssen, wenn man mal an der Hecke das Beinchen heben muss.

Es war vor einigen Jahren am 26.12., ein Tag der übermäßigen Beschenkung und des sinnlosen Besäufnisses, wo eine unbefleckte Frau ein Kind gebar und drei Könige des Standesamtes zu Bethlehem den neuen Erdenbürger registrierten. Wo massenhaft Tannen und Misteln ihr Leben lassen und die letzten Gänse enthauptet werden. Wo in den Einkaufzentren Endzeitstimmung herrscht und schnell noch Verlegenheitsgeschenke besorgt werden.

An einen solchen Tag hatten wir Freunde eingeladen, auf die man angewiesen ist und die man daher nicht nach Belieben beschimpfen kann, sowie Nachbarn, die geliehene Gartengeräte spurlos verschwinden lassen oder durch unsachgemäße Behandlung zerstören. Eine Zusammenrottung festlicher Musik wurde von den auf der Terrasse stehenden Lautsprechern in die Ohren der Gäste gepumpt.

Getrunken wurde Glühwein, der nur im Dezember voll lecker schmeckt und Bier, eine Gerstenkaltschale aus der Zisterne.

Die Würstchen und Koteletts wurden so lange gegrillt bis sie schwarz waren und am nächsten Tag vom Rost gekratzt werden müssten.

Um den Geruch von Naturharz und das Verkokeln der mit trockenen Nadeln bewaffnete Tannen aufsteigen zu lassen, hatte ich Tage zuvor einige Zweige von unseren zahlreichen, meterhohen Fichten ausgelichtet.

Zwischen den brennenden Holzkloben, die normalerweise für Politikerköpfe verarbeitet werden, ließen wir dann immer wieder einen Stängel emporlodern, die dann melodisch knisterten und in Sekundenschnelle verglühten.

Man lädt auch Leute ein, die man eigentlich gar nicht bewirten möchte, aber schließlich benötigt man ein schwarzes Schaf das im Mittelpunkt stehen soll. Und so passierte es kurz nach Mittagnacht, das dieser besagte zwei volle Arme von den Zweigen dieser Jahresendzeitpflanze ins offene Feuer warf.

Wie ein Flash Over verbreitete sich das Feuer über den gesamten Brandherd. In diesem Falle hatten die Zweige ihre Solidarität erklärt, der Funke ist quasi übergesprungen. Es kam zu einem Wärmestau, der schlagartig in Rauch umgewandelt wurde. Eine Meterhohe Qualmwolke vernebelte die ganze Umgebung, nichts ist jetzt mehr übrig von der Sternenklaren Nacht, nur wir die Orientierungslos da standen.

Sekunden später hatte sich die Dunstwolke verzogen und man sah die Tannennadeln, die wie kleine Glühwürmchen aussehen, nebeneinander zwischen den verbrannten Holzstücken liegen.

Es klopft an der Tür, die zur Straße ging. Der Dorfsheriff stand davor und berichtet über extreme Verräucherung dieses Territorium, dessen Elternhaus er suchte. Mit einem Blick auf die inzwischen lichterlosen Leuchtkäfer und das Durchstreifen unseres Gartens, wo eigentlich Milch und Honig fließen sollte, machte ihn glücklich.

Ich begleitete ihn zur Eingangstür unserer Wohnung und als ich diese öffnete, unterlag ich einer optischen Augenvergewaltigung. Da stand ein kompletter Zug der freiwilligen Feuerwehr auf der Auffahrt mit Blaulicht das mir sagt, hau ab ich will dir ans Leder. Aus dem Partymobil mit Schaumkanone wurden diverse Schläuche ausgerollt, der Wasserhydrant an der Straße angeschlossen, Sauerstoffmasken bereitgelegt und Werkzeugkisten geöffnet.

Ein Mann trug eine Axt über der Schulter, die einem Hammer ähnelte aber auf der einen Seite schärfer war. Ein andere kniete vor einer schlecht motorisierten Säge und war mit den Gedanken bei dem Roller seines Sohne, der wesentlich mehr Leistung hatte.

Eckart, der Bengalische Sumpfmolch, hielt den Druckschlauch in der Hand und war nahezu dabei das Ventil an der Spritze aufzureißen, wenn nicht Lord Helmchen hinter mir sich nach vorne walzte, seine Tastaturbediener zum Einsatz brachte, damit zappelte und schadenfroh im dreiviertel Takt nickte.

Mit diesem Wahnsinnszustand der absoluten Erleuchtung über den Einsatz der Kübelspitzmaschinisten hatten wir dann in unserem Dorf für ausgiebigen Gesprächsstoff gesorgt. Aber das ist nun alles Vergangenheit.

Retraumatisierent marschierte ich zurück über den Rasen, den ich so gepflegt hatte das jeder Grashalm die gleiche Höhe und Breite hatte. Durch die Kellertür gelang ich wieder in die Wohnung. Hier unten war mal unser Feierabendland mit Tresen, Barhockern, Tisch und Stühle. Im Nebenraum der Kamin, der uns im Winter als Beleuchtung und Zimmerheizung diente, und hinten rechts die Büroräume mit Möbeln und Schreibtisch, die vollgestopft waren mit Monitor, PC-Peripher Geräten, zwei Stehordnern und ein Bild des Hauptrechners.

Alle Räume waren leer, wie die Löcher im Schweizer Käse.

Von der Kellerbar aus, dem Raum der Druckbetankung, ging es treppauf in den Flur, wo ein Gästezimmer abzweigte. Auch hier war alles Käse und so drehte ich mich um, um über weitere sechs Stufen wieder in die Kochstube zu gelangen.

Sämtliches Mobiliar hatte wir innerhalb einer Woche verkauft, die jetzt weiterhin der Einrichtung unter einer Brücke oder im Altersheim dienten. Nur das Schlafzimmer, ein Zimmer das schläft auch wenn niemand drin ist, war noch komplett vorhanden. Dieses sollte zu einem späteren Zeitpunkt abgeholt werden.

Meine liebste Frau hatte inzwischen die zur Bettwäsche verarbeiten Biber zusammen gelegt, in eine Tüte verstaut, die Luft heraus geschlürft, verschnürt und mir in die Hand gedrückt.

Während ich das Bündel in den PKW pferchte, das sich von gefressenen Kilometern ernährt, stürmte meine Holde nochmals durch die Wohnung um sich zu vergewissern, dass die durchsichtigen Wände verriegelt sind und die Örtlichkeiten dicht wie Licht waren. Den Schlüssel für die Verfügungsräume deponierte sie im Briefkasten des Nachbarn.

Ich saß bereits vor dem Lenkrad, als mir irgendetwas die Sicht verwerte. Es war kein Airbag, auch kein Parkverbotsschild oder irgendwelche Flugenten. Es war ein mit Haftklebstoffen beschichtetes, streifenförmiges Trägermaterial was etwas unter sich begrub und bei mir zu krampfartigen Magenschmerzen führte.

Behutsam kratzte ich mit dem Fingernagel die Klebebänder von der Scheibe, wobei der Klebstoff unter dem Nagel hängen blieb. Es sah aus, als wenn ich das Allerletzte aus meinem Riechorgan herausgeholt hatte.

Ein dumpfes Geräusch ertönte als das letzte Bändchen sich löste und ein Plüschbär, eine rote Rose und ein Brief auf der Motorhaube aufschlugen.

Während ich damit beschäftigt war, die vor Wetter, Wind und Luft schützende Scheibe einer totalen Entdreckung zu unterziehen unter Zuhilfenahme des Reinigungsmittels, das ich zuvor aus der Scheibenwaschanlage heraus gesaugt hatte, las meine Frau den Brief vor, den unser Sohn dort verewigte.

„Es steht zwar DEIN SCHUTZENGEL auf dem Shirt des Bären, aber er hat hoch und heilig versprochen, dass er auf euch aufpassen wird, was natürlich verbunden ist mit einem Stück harter Arbeit, aber machbar sei. Ich vermisse euch schon jetzt. Ihr seid schon weg. Gute Fahrt. Ich liebe Euch.“

Die Augen meiner Frau fingen zuerst an zu schwitzen, dann zu regnen und zum Schluss liefen Kaskaden über das geschminkte Gesicht. Ich hingegen war immer noch bei der chronische Unlust das Auto zu säubern, was die Menschheit dazu verholfen hatte die Fähigkeit des Gehens zu verlieren.

Es nervt, wenn etwas sehr lange dauert, wie zum Beispiel die Kindheit, aber nach fast einer halben Stunde war die Verbundscheibe wieder transparent und die Reise aus einer vertrauten Umgebung in ein völlig fremdes Gebiet kann beginnen.

Den Wagen hatten wir vollgestopft mit acht Pappkisten, die mit Tesafilm zugeklebt waren, zwei handgeknüpfte Läufer, auch Depp ich genannt, ein zerlegten Fernsehtisch aus Fernglas, zwei Tischlampen für Tische, ein Weinregal als Weinloses Möbelstück, eine Männerhandtasche mit Aktenhobel, Dreieckskreisbohrer und Ovalfräse, zwei Lautsprecher die Musik direkt zum Ohr führen, mein Laptop als Ersatz für ein Glaske-ramik-Kochfeld, sowie zwei Reisetaschen für die Übernachtung unterwegs und natürlich die Bettwäschetüte. Hierzu kam uns unser Kombi sehr zugute.

Die drei Koffer, eine Wandgarderobe mit Spiegel und Konsole, drei Winterjacken und den Verstärker für die Beschallungsanlage, hatten wir in der Jet Box verstaut, die das Aussehen eines bequemen Bettes von dem Bestatter aus der Nebenstraße hatte.

Noch am Tage zuvor durchcheckte ich das Gefährt an einer Tankstelle, die neben Supermarkt, Bahnhöfen und öffentlichen Toiletten zu einer der wichtigsten kulturellen Stätten in unserem Leben geworden ist.

Den Druck der Reifen, die im vierer Pack vorhanden waren, hatte bis auf das Maximale erhöht. Kühlflüssigkeit und Scheibenwasser durften überlaufen. Der Ölstand wurde geprüft, also das schwarze Gold, nicht zu verwechseln mit dem schwedischen, das ist gelb und hat weißen Schaum.

Da eine Tankstelle von Autos lebt, lies ich den Benzinbottich bis zum Rand auffüllen.

Die Autobahn war noch recht leer um diese Uhrzeit und so rasten wir davon, weg von der Gesellschaft, die sich strengen Regeln unterwirft, um nicht aus den Fugen zu geraten und sich so immer mehr entmündigen lässt.

Nein diese Gedanken werden nun verworfen und wir wollten mit unseren Ersparnissen in der Türkei ein neues Leben anfangen. Ein Leben fern von der Ellbogenmentalität, des Egoismus und der zunehmenden Rücksichtslosigkeit.

Ich erinnere mich daran, wie wir damals unser Appartement erworben hatten.

1.3 Wohnungskauf

Der Kauf zwischen Wohnung und Papierstücke war ziemlich einfach und ohne viel Federlesens mit Ämtern, die sinnlose und unverständliche Anweisungen geben, Notare die nur Namen schreiben und Stempeln können, sowie Kreditanstalten die Geld verleihen das sie nicht haben.

Wir hatten uns mehrere Bruchbuden aus Laminat und Kochinseln angesehen, in denen Altmodernische Dinge verbaut wurden um das Wohngefühl dramatischer zu gestalten. Die Wände sahen aus wie zusammengeklebte DIN A4 Blätter und mit den Gitterstäbe vor den Fenstern wie der Luftkurort Guantanamo Bay.

Doch eines Tages, es muss so 60 Minuten vor Mittagnacht gewesen sein, wir verweilten gerade in einer Bar, als wir zur Besichtigung einer Anlage beordert wurden, die von einer namhaften türkischen Geldscheune gebaut wurde. Dort standen zwei Behausungen zum Verkauf frei, wobei die eine zur ebener Erde liegt und die andere im vierten Stock, also fünf Etagen über einen Souterrain.

Ein Fahrzeug wurde kurzfristig besorgt, von einem am Nebentisch sitzenden unbekannten türkischen Landsmann dessen Autoschlüssel auffällig und ungenutzt auf dem Tisch herumlungerten. Kutschiert wurde die altertümliche Kalesche ohne Besitz irgendeiner Fahrerlaubnis mit der Bestimmung andere Verkehrsteilnehmer zu provozieren, zu belehren und zu gefährden.

Die Wohnanlage lag sehr günstig, keine 100 Meter vom Strand und keine 250 Meter vom Dorfzentrum entfernt.

Leider war die Bodenniveauwohnung gerade zuvor verkauft worden und die im vierten Stock konnte nicht besichtigt werden, da der Eigentümer irgendwo auf dem Golfstrom zwischen Ankara und Avsallar ein Grillfest gabt. Ein Termin der flüssiger als Wasser war, nämlich überflüssig. So widmeten wir unser Augenmerk zunächst auf die Gartenanlage, den grünen Vorsatz des Hauses. Die Laternenallee dämmte die Dunkelheit ein und erzeugte so eine indirekte warme Beleuchtung.

Eine wahrhaft gepflegte Stück Land mit Palmen dessen Blätter zu Dornen umgeformt sind, Hibisken das beliebte Heißgetränk, Rosen eine Öllagerstätte für die Parfumindustrie, Begonien die Geschwister der Schiefblattgewächse, Bougainvilleas mit der Fähigkeit Mauern und Zäune zu bewachen, Wandelröschen das giftiges Eisenkrautgewächs, große Rasenflächen auf dem kein Moos, kein Klee und keine Gartenzwerge wachsen und ein beleuchteter Pool.

Die Anlage unterliegt einer vorbeugenden Sicherungsverwahrung also durch ein Facility Manager oder auch Wachdienstler. Zwei Wurzelimperatoren waren tagsüber damit beschäftigt die Datteln von der Palmen zu pflücken, damit beim runterfallen keine Dellen im Rasen verursacht werden und Pflanzen die an Laub leiden regelmäßig zu gießen.

Eine fachlich gestaltete und gepflegte Grünanlage.

Doch am darauf folgenden Tag hatte der Eigentümer seine Barbiekuh unterbrochen und einer Inspektion der Innenräume stand nichts im Wege.

Jedes Zimmer war mit schimmern glänzenden Marmor ausgestattet, sogar der Balkon, der Lebensraum für Silberfische und der Korridor, das Vorzeigeobjekt mit dem nichts sagenden Rest. Klimaanlage mit Sommer/Winterfunktion sowie Jalousien, Einbauküche und der eingebaute Schrank im Bettsesselraum rundeten das Ganze noch ab.

Vom Balkonesien aus der herrliche Blick über das mit Kacheln umbautes Riesenbadezimmer bis hin Richtung Dorf mit ihren Häusern und Zelten.

Einen weiteren Balkon bietet der Eingangsbereich, von dem man das Meer sehen konnte mit seiner Ansammlung von nichttrinkbarem Salzwasser. Bei dem Anblick dachte ich nur, wie viele Bierkästen ich wohl in zehn Minuten vom Erdgeschoss in die vierte Etage bringen könnte.

Der Preis war erschwinglich und in keiner Weise mit deutschen Immobilien vergleichbar, wo Makler nichts tun und dabei einen Haufen Kohle verdienen.

Der Entscheidungsknopf in Form eines Ford Heckscheibenheizungsschalters wurde gedrückt und schon am nächsten Tag wollten wir den Kaufvertrag ohne Weglaufklausel schließen.

Treffpunkt war ein Café, nicht weit von der Anlage entfernt.

Grundlage unseres Handelsabkommens bildete ein DIN A 4 Blatt, auf dem unser Pass und der Ausweis des Hausierers fotokopiert wurden. Der Rand wurde voluminös und wirkungsvoll verziert mit den Daten der Bude, der Grundbuchnummer, dem Kaufpreis, der vereinbarten Anzahlung und den Unterschriften der Interessenten, dessen Interesse geweckt wurde, sich also für den Kauf interessierten, sowie deren Zeugen.

Ein vorsintflutliches Ereignis zwischen gerade mal aufrecht gehenden Homo Sapiens und anderen intelligenten, kaufmännisch bewanderten, sachkundig qualifizierten Menschen.

Von nun an hieß es eine Bearbeitungszeit von drei Monaten abzuwarten bis die Verwaltung aus Izmir den Entscheidungsvorgang bearbeitet hat und grünes Licht signalisiert.

So buchten wir rechtzeitig unsere nächsten Flüge für einen Aufenthalt von vier Wochen, um gleichzeitig die Räume, die eine selbstständige Lebensführung ermöglichen sollten, einzurichten.

Gerade mal eine Woche waren wir wieder im Land der Mondstern Flagge als zur nachtschlafenden Stunde die Depesche kam, dass wir am nächsten Morgen unser Tabu beim Amt für herumliegende Grundbücher in Empfang nehmen konnten.

Pünktlich wie deutsche eben sind waren wir um 10.00 Uhr in Alanya, in einem Raum der gerade mal die Größe einer Besenkammer hatte, indem sich aber an die hundert Türken der umliegenden Dörfer befanden.

Meine Geruchsnerven wurden so stark gefordert, dass ich den Unterschied zwischen Oliven, Knoblauch und Schweißgeruch nicht mehr unterscheiden konnte.

Hinzu kam noch, dass durch die Sonneneinstrahlung subtropische Temperaturen erzeugt wurden, die einem das Gefühl vermittelten sich in einer finnischen Heißluftkabine zu bewegen.

Die vorhandene Klimaanlage diente eher der Dekoration als der Funktion und was die Fenstern anbetraf, so blieben diese geschlossen um keine Sogwirkung zu erzeugen, die gerne Papiere, Dokumente und Geld mitreist.

In dieser allseitig umschlossenen Sauna befand sich in der Mitte ein besonders breiter Tresen, der fünf Lohnsklaven von den übrigen hundert Türken in Schlangen zu je zwanzig trennte.

Es dauerte keine fünfzehn Minuten, da hatten auch wir den Tresen erreicht und konnten unser Anliegen dem Staatsdiener darlegen.

Mit seinem hellgrauen Hemd und dem Orangen leicht marmorierten Kulturstrick versuchte er ernsthaften Schaden an meiner Netzhaut zu verursachen.

Er gab uns zu verstehen, dass wir uns noch einen kleinen Augenblick gedulden sollten. So postierten wir uns in der Nähe der Eingangstür und freuten uns über den regen Publikumsverkehr, die uns durch das Öffnen der Tür immer wieder Frischluft aus dem Treppenhaus zufügte.

Der kleine Augenblick entpuppte sich als Endlosschleife, die nach jeder Abarbeitung erneut abgearbeitet wurde. Ein Vorgang bei dem sich die Katze in den Schwanz beißt. Bei jedem Nachfragen landeten wir wieder am Ausgangspunkt, wie bei einer Hotline.

Nach 2 1/2 Stunden warten in der Schwitzstube, leerte sich der Raum und der Mann der mir vorkam als wenn er gerade aus dem gynäkologischen Männerkrankenhaus entflohen ist, deutete mit dem Zeigefinder zum Tresen.

Er drückte uns einen Zahlschein für die anfallende Grundbuchgebühr in die Hand, die sofort bei einer Bank zu bezahlen und als Alibi die Quittung vorzulegen sei.

In dreißig Minuten beginnt der behördliche Mittagsschlaf und da sich die Bank 25 Straßen weiter befand, rannten wir in einer Variante die gerne von Räubern, Dieben und anderen Gesetzeslosen bevorzugt wird, dem sprinten, vorbei an Butiken und Cafés, dessen Inhaber nicht mal dazu kamen uns ihr heute besonders günstiges Sonderangebot hinter zu rufen.

Wir erreichten die Bank, wo Einheimische Wäschekörbeweise Geld abheben, zahlen den Betrag in die Fiskuskasse und hüpften, liefen und stolperten zurück Richtung Raum der globalen Herderwärmung.

Noch fünf Minuten, dann können die Köpfe mit geschlossenen Augen auf den Tresen gelegt werden, eine Tätigkeit die ein Türke gerne, fristgerecht und ausgiebig macht, auch wenn er sonst mit dem Wort Zuverlässigkeit nichts anfangen kann.

Mit der Kernschmelze auf dem Rücken, dem Achselterror unter den Armen und nassem Bettellook am Körper, trafen wir kurz vor Toresschluss beim Dokumentenprüfer ein.

Da wir zum Stamm der Nichttürken gehören, ist es eine Verordnung einen Sprachge-lehrten für die Übersetzung des Grundbucheintrages vorzuladen, wofür wir nun eineinhalb Stunden Zeit hätten, während die Herren mit den Halsfesseln ihre Milchschnitte verzehren können.

Dank unserer türkischen Begleitung, konnten wir schnell telefonisch einen erreichen, der aber wiederum erst in zwei Stunden Zeit für uns hatte, wahrscheinlich um noch seine Knopper mit Milch und Hanuta mit Käse zu verspeisen.

Das Ende ist nicht zu Ende, das Warten war zu erwarten und so warteten wir auf das Ende, bis das Ende erwartet wurde.

Zwei Stunden, eine lange Zeit die wir im schützenden Schatten eines Lokals verbrachten, in einer Schattenwirtschaft, um ein Getränk nach dem anderen in uns hinein zu gießen ohne den Durst dabei zu löschen. Durch das viele Trinken wird das Saufen direkt vernachlässigt.

Die Zeit ist eine undankbare Erscheinung die ständig stehen bleibt, so glaubte ich zumindest. Wir können sie nicht sehen, hören, riechen, fühlen und dennoch ist sie da. Sie ist eine Belastung und Bedrohung zu gleich.

Dann endlich, mit Händen und Füßen fuchtelnd trieb uns unser Hausmeister, der uns die ganze Zeit an den Fersen hing, den Verdeutscher heran, der den Gang eines Schuldeneintreibers hat und den Wachstumsbeschleunigungsprozess nicht erlebt hatte.

Sein Sakko in Fischgrätenoptik sah aus wie ein Verlegemuster für Parkettfußboden und schien einige Nummern zu groß zu sein. Die überaus zu lange Hose bedeckte die vom Schmutz Besitz ergreifenden Schuhe.

Seine ungewaschenen grauen Haare hatten vor Jahren das letzte Mal einen Friseur gesehen und waren der ideale Lebensraum für Läuse und Flöhe.

Die Unterbrechung der Freizeit hatte seit langem schon begonnen und so konnten wir wieder in diesen ungenügend belüfteten Raum Platz nehmen, wo sich der angenehme Geruch von Schafskäse und Zwiebeln ein Stelldichein gaben.

Es dauerte diesmal nicht lange, da standen wir wieder am Tresen und der Dolmetscher konnte seiner Berufung nachgehen, wofür er nicht mal drei Minuten brauchte und massenhaft Asche kassierte.

Zur endgültigen positiven Beurteilung musste das Tabu unter dem Kugelschreiber eines Unterschriftswütigen landen, der sich links neben dem Tresen in einer Arbeitskemenate versteckte.

Es war ein allseitig verglaster Raum, hinterm Schreibtisch ein Mann mit Nerven aus Stahllegierungen, das hohe Tier des Hauses. Davor saßen zwei Religionsverträumte, tranken Cay, Laberten, Schnackten, Quasselten, Blubberten und Sabbelten.

Ich betrat das Büro, legte das entsprechende Formular vor, was ohne eines Blickes zu würdigen und ohne sein Gesprächsschwall zu unterbrechen, abgezeichnet wurde, die aussah wie die Unterschrift eines vorpubertierenden Jugendlichen.

Im gleichen Atemzug hielt das Hochhaustier seine offene Hand mir entgegen, die ich nahm und freundlichst schüttelte. Eine falsche Geste, denn es handelte sich um ein Bedürfnis der Gewissensreinigung zur großzügigen Spendenaufforderung für die Betriebskantine.

Endlich nach 5 1/2 Stunden unnützer Geduldsübung hatten wir den Wisch der Eigentumsübertragung in den Händen.

Die Bezahlung der Restsumme erfolgte, in einer gegenüber dem Grundbuchamt liegenden Kafeterya.

Ein Lokal mit fünf Tischen, sechs Stühlen und einem kleinen Glasaltar. Hinter diesem Opfertisch stand ein wachsender Backfisch, der damit beschäftigt war Tomaten und Zwiebeln zu schneiden, die er auf ein halbes aufgeschnittenes Weißbrot legte und mit dem Schweigen der Lämmer zu einem Döner verarbeitete.

Eigentlich sind sie sehr schmackhaft, solange nicht zu viel von den scharfen Zwiebeln verarbeitete wird, die den Geschmack wiederum töten.

Gegessen wird diese anatolische Fleischbombe ohne Besteck. Ein Teller fängt alles auf, was seitlich aus dem Brot herausquetscht.

In der Ecke saß ein Mann gelangweilt an der Kasse und klimperte mit Münzen herum, die die Tageseinnahmen darstellten. Seine vorgeschobene Unterlippe und das verdrehen der Augen lässt vermuten, dass die Ausbeute ohne Sinn und Zweck ist und er sich nun in einer sinnlosen Zwickmühle befand.

Ein Kellner kam heran, nahm unsere Bestellung auf und verschwand hinter einem feststehenden Vorhang der die Küche zum Lokal trennte. Eine Tür die ein Loch im Mauerwerk bekleidet.

Eigentlich werden Vorhänge an Fenster angebracht um sie vor den unnötigen Putzen zu schützen.

Kurz darauf erschien der Arbeitssuchende mit einer runden Flachkugel voller Getränke, die er liebevoll auf dem Tisch zwischen den Essenresten der Vorgänger verstreute.

Wir prosteten uns zu und der Beginn einer langen Freundschaft, die man nach der Ernüchterung meistens bereut, fand ihren Anfang.

In diesem doch so unscheinbaren Lokal übergab ich dem Verkäufer die Restsumme die ihn aus der Ohnmacht erwachten lies und einen Freudentanz in seiner Visage verursachte. Der Kaufvertrag war somit erfüllt.

Hannover war in Sicht, dessen Einwohner Berge und Meer völlig fremd sind. Die Stadt befindet sich in der norddeutschen Tiefebene, weswegen es auch von Einheimischen als Niedersachsen bezeichnet wird.

Hier wird das leckere Herrenhäuser Bier hergestellt, dessen Brauwasser man direkt aus der städtischen Kläranlage bezieht.

Das Rotlichtviertel ist hier mit Vorsicht zu genießen, da die Tarife an das Alter der Liebesfachverkäuferinnen gekoppelt sind.

Weiter fuhren wir an der Stadt Göttingen vorbei. Sie gilt als traditionsreiche Universitätsstadt, wo junge Leute sich an Kurse einschreiben, um das Unterdrücken von Schnarchgeräuschen in Hörsälen zu lernen, damit sie den Sitzschlaf speziell und gelassen durchhalten.

Vor uns liegt Kassel mit ihrer alle fünf Jahre stattfindenden Kunstausstellung documenta. Hier treffen sich brotlose Künstler, um ihre Werke als Mittel zur Geldvermehrung einzusetzen, was meistens misslingt. Diese Fehlentscheidung hatte bereits Vincent van Gogh bemerkt, der letztendlich sein Ohr verkaufen musste.

Kulinarische Spezialitäten sind Ahle Woscht, was sich wie alte Wurst anhört, was aber nicht stimmt, da sie gleich nach dem Schlachten gegessen wird, Schwartenmagen oder Presskopf, wo sich einem der Mageninhalt freiwillig aus dem Kopf presst, Weckewerk mit Blut und Inneren, sowie Belches, Esterhzy, Kliest und Handkäse mit und ohne Musik, aber mit den Gestank von dutzenden Käsefüßen, die monatelang mit alten Socken in der prallen Sonne lagen.

Plötzlich wurde ich von einer braunen Flüssigkeit, die sich auf der Motorhaube breitmachte, stark beeindruckt.

Mein erster Erleuchtung, bezog sich auf den gerade zuvor überholten Lauter-Krach-Wagen mit der polnische Bezeichnung bald mein und der Sonderausstattung wie Wasser in den Reifen, Spielkonsolen, Löcher im Auspuff und Dosenhalterung.

In dieser Dosenhalterung befand sich eine Pennergranate der Firma Coca Cola, die wohl vor Kohlensäure trotzte und sich auf unseren silberfarbenen Mondeo verewigte.

Fluchend mit Schimpfwörtern und Kraftausdrücken, begleitet von Gestikulation und Fußaufstampfen, versuchte ich meine Wut Ausdruck zu verschaffen.

So steuerten wir die nächste Benzinhandlung an um die Schandflecken zu beseitigen. Gleich den ersten Parkplatz besuchten wir, stellten das Fahrzeug so ab, dass die Linie vom rechten Kotflügel diagonal zum hinteren nach Mekka zeigte und noch bevor ich den Motor ausknipste, bemerkte ich, dass die Motorhaube mit leicht nebligen und durchsichtigen Stoffen Rauchzeichen von sich gab, was mich mehr Suizidgefährdet machte als der Schnodder am Fahrzeug.

Vorsichtig öffnete ich im Frontbereich ein Bauteil unter dem sich ab und zu mal ein Motor befindet, wo mich dann die kunstvolle Farbe von Erdölbraun anstarrte. Eine verheerende Auswirkung dieser letzten Ölung genau wie die Exxon Valdez, die 1989 die Küste von Alaska besudelte.

Ich suchte nach dem tieferen Sinn dieser Krankensalbung, sah den Einfüllstutzen dessen Verschluss fehlte und hoffte, dass diese kreisförmige Kappe sich nicht das Leben genommen hat.

Durch diese Öffnung stieg das gesammelte Öl als Fontäne zum Himmel, landeten zum Teil irgendwo in Richtung Krümmer und verdampfte, während der andere Teil durch den Fahrwind gleichmäßig auf der Motorhaube und dem Kotflügel verteilt wurde.

Von dem Oktansaftkellner der Shell-Bar erfuhr ich, dass ein Autogenesungsheim nicht vorhanden sei, die mit Hilfe eines unter Druck stehenden Schlauches den Motorraum hätten säubern können. So begnügte ich mich mit dem Erwerb zweier Rollen Endlosservietten die ich restlos verarbeiten musste um das Öl notdürftig zu entfernen. Erst danach bemerkte ich wie mich der Verschlussdeckel huldvoll zwischen den Kühlwasserschläuchen anlächelte.

Ich überlegte, wie er mit eigener Kraft dort hinwandern konnte und just im dem Moment, an dem der Elefant das Wasser lässt, konnte ich mich an den Tatbestand erinnern.

Am Vorabend, als ich noch einige Tropfen Öl nachfüllte, kam einer unser Nachbar um sich nochmals zu verabschieden und diabolische Flüche mit auf dem Weg zu geben.

Er war Zwanglos, hatte das Interesse eine neue Partnerin von der Reservebank auszusuchen verloren, wurde früher als normal zum Verwesungsanwärter und vertrieb seine Freizeit, dessen Marktwert sich auf mehrere Gießkannen beläuft, mit dem Zupfen von Heilkräutern, Nutzpflanzen und anderem Unkraut.

Auch war er bewandert in der Fehlerbehebung an seinem Haus mit Wohnfunktion und der Garage, die unter anderem auch als hauseigenen Dorfkrug benutzt wurde weil hier keine weiblichen Rentner anzutreffen sind und er so einen Alkoholtod vermeiden konnte. Er hatte unzähliger Neubauten auf seinem Hof errichtet, wie Kaninchenställe, Rattenfallen und vor allem ein Hühnerhaus.

Die Backsteine für dieses Haus der Eierlegenden Ungeheuer hatte er auf seinen Dachboden gelagert, damit sie nicht von diesem braunen Zeug befallen werden, was in Kaffee enthalten ist.

Um den Erpel von der Ente zu holen, hatte er sich folgende Maschinerie ausgedacht. Am Giebel seiner zweistöckigen Hütte befestigte er einen Balken mit einer Umlenkrolle, durch die er ein Seil laufen ließ. Am Ende des Seils befestigte er eine Kiste für gebrauchte Schuheinlagen, zog sie nach oben und band das andere Ende am Garagenpfeiler fest.

Oben stapelte er circa 100 Steine fachgerecht im Zierverband in die Kiste und löste unten das Seil vom Pfeiler. Dabei bemerkte er zu spät, dass der Holzkarton schwerer war, als sein Body-Maß-Index, der unterhalb der Gürtellinie liegt.

Die Folge war, dass er nach oben gerissen wurde, wobei sie sich in der Mitte trafen, er sich an der linken Schulter verletzte und sie nicht. Oben angekommen quetschte er sich den Finger zwischen der Kreisscheibe und dem Steg und im gleichen Moment schlug die Kiste unten so heftig auf, dass die Bodenplatte mit samt der Füllung heraus brach und man somit oben und unten nicht unterscheiden konnte.

Bei der nun in die Kiste gesprungenen Kiste blieb nur noch der Rahmen übrig und dieser war nun leichter als unser Rentnertier.

Die Erdanziehung, unbarmherzig und wachsam wie sie halt ist hält jedes Lebewesen auf den Boden und so schnellte er nach unten, die Kiste demzufolge wie ein Bungee-jumping Springer nach oben. Treffpunkt war wieder die Mitte, wo er sich diesmal die rechte Schulter stieß und die Kiste abermals unverletzt vorbei kam.

Unten angekommen, verstauchte er sich den vorspringenden Knochen am Fußansatz und in diesen Moment der Unachtsamkeit ließ er das Seil los, sodass die Tülle, in einer Zwischenstufe zwischen dem sicheren Stand und den todsicheren Aufprall, auf ihn nieder fiel.

Schürfwunden an beiden Schultern, gequetschter Zeige- und Mittelfinger, ein verstauchtes Fußgelenk und ein mit Hämatomen übersäter Oberschenkel war das Ergebnis eines Plans von einem Planer der kein Plan hatte.

Doch kaum der Krankenanstalt entflohen, sah man ihn bei der Fortsetzung seines Geflügelhofes Putt Putt mit umzäunter Fluchtverhinderung.

In diesem Moment der Gehirnverkalkung vergas ich den Verschluss und schloss die Motorhaube um einen letzten Klönschnack mit diesem Klapsmühlenstammgast zu halten, der allerdings länger dauerte wie der 10 jährige Krieg, der 30 Jahre dauerte, also 20 Jahre länger.

Ein erfolgreicher Verlust, eine fast leere überdimensionale Eierbüchse, ein schwarz vergoldeter Motorraum und Hände die Exkrementen farbig braun aussehen.

Nachdem ich diverse Liter Öl nachgefüllt hatte, also die Öltransfusion erfolgreich abschließen konnte, den Verschluss ordnungsgemäß dort platzierte um die dunkle klebrige Masse unter strengsten Verschluss zu halten, den Wagen mit Zuhilfenahme von weiteren drei Paketen von den 4-dutzend-lagigen Nasenfeudeln einigermaßen gesäubert hatte konnte wir unsere Fahrt fortsetzen.

Wir passieren die Reifenstadt Fulda, wo eine Armee von Wissenschaftlern neue Gummis entwickeln, damit mehr Sicherheit gewährleistet ist. Verwendet werden sie von Fahrradfahrern, Kutschenhaltern, Flugzeugführern und Bockwürsten mit Pulsschlag, sowie von Schiffen, wo sie dekorativ an den Außenbordwänden hängen.

Es fing an Untrocken zu werden und je weiter wir in Richtung Äquator kamen, wurde das fliegende Wasser, was keine Lust hatte in der Luft herumzuhängen und somit auf die Erde fiel, immer heftiger.

Die Sicht wurde mir versperrt, die Wasserlachen auf der Autobahn landeten durch vorbeifahrende Fahrzeuge auf der Frontscheibe, weshalb sich Scheibenwischer höchster Beliebtheit erfreuen.

Fahrer sterben in der Regel früher als Alkoholiker, da der Stress, den ein Fahrer bewältigen muss weitaus schädlicher ist, als der Schnaps und so fuhr ich im Schneckentempo auf der Schnellfahrbahn.

Auf einem Schild lese ich die Ausfahrt nach Würzburg, dem Regierungssitz von Unterfranken, wo Zwiespältige Beamte ihr Unwesen treiben. Ihre Sprache ist sehr komplex und undurchsichtig und das fränkische Blut besteht überwiegend aus Hämoglobinhaltigem Bier. Das Bundesland Franken gliedert sich in Ober-, Mittel- und Unter franken und ist nach einer fast fünfhundert jährigen Ehe mit den Bazi glücklich geschieden worden, damit der Haushalt zweier Insolventen aufgeteilt wird, was von den Weischwurstlern mit vielen dicken Tränen aufgenommen wurde.

Der Regen trieb weiter sein Unwesen und aus dem Klangmöbel ertönt das Lied „It’s raining again“, als wenn ich es nicht selber bemerken würde.

Doch dann am Horizont eine Lichtquelle, eine Helligkeit die in Abwesenheit von Dunkel anzutreffen ist, die wir seit über zwei Stunden nicht mehr sahen. Dort scheint die Sonne in Strömen, keine Pfützenmacher, kein inkontinenter Asphalt, keine Himmelskätzchen, blaue Dackelgaragen, bessere Anschauweise und ein schnelleres rumgurken wird ermöglicht.

Wir näherten uns dem Autobahnkreuz Biebelried. An dieser spirituellen Stätte mussten wir uns links halten, was dazu führte, dass alle im vorigen Absatz beschriebenen Dinge rechtsseitig verschwanden.

Griesgrämig, ärgerlich und brummig verfolge ich die visuelle Wahrnehmung der Helligkeit die im Außenspiegel verschwand. Das ist der Moment wo man sich wünschen würde eine Weichzeichnungslinse oder eine HD-Spiegel zu haben, der Hell und Dunkel vertauscht.

Meinen Frust hatte ich zwischenzeitlich damit überspielt, dass ich den Rauch meiner Zigarette wie eine Vulkaneruption tief einatmete und so lange in der Lunge behielt, bis mein Kopf violett anlief.

Plötzlich wurde das nasse Frisch tatsächlich weniger, man konnte die Asphaltstrecke wieder erkennen, die sich anhörte wie eine Holzautobahn, die Farbe des Himmels variierte nach Lust und Laune und die helle Seite der Sonne hat ihren Brennstoff angezündet.

Langsam neigte sich mein rechter Fuß, um den Fahrfußhebel weiter durchzudrücken. Die Tachonadel passierte die 12 Uhr Marke.

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