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Bad Earth - Folge 31

Inhalt

  1. Cover
  2. Über diese Folge
  3. Über die Autoren
  4. Was bisher geschah
  5. Impressum
  6. Der Ruf der Schwarzen Sonnen
  7. In der nächsten Folge

Über diese Folge


Folge 31: Der Ruf der Schwarzen Sonnen

Eine Botschaft aus der Vergangenheit – sind die Virgh besiegt?

Die Jaroviden und Jeltos Krise scheinen überwunden und die SESHA nimmt endlich wieder ihren ursprünglichen Kurs auf die Randzone der Großen Magellanschen Wolke auf. Dieser vorgelagert existiert eine beispiellose Sternansammlung, die zugleich Quelle eines mysteriösen Dauersignals ist – in foronischer Sprache. Was hat es damit auf sich?

Die SESHA macht sich auf, die sonderbare Konstellation zu untersuchen …


Bad Earth – das spektakuläre Weltraum-Abenteuer in die Zukunft der Menschheit. Ein atemberaubender Trip in fremde Galaxien, zu epischen Raumschlachten und inmitten eines intergalaktischen Konflikts voller Intrigen.

Über die Autoren


Manfred Weinland schrieb bereits für renommierte Serien wie Perry Rhodan Taschenbuch, Ren Dhark, Maddrax, Dino-Land, Jerry Cotton, Gespenster Krimi, Professor Zamorra u.a., ehe er das Konzept für die Serie Bad Earth ausarbeitete. Zusammen mit Erfolgsautoren wie Alfred Bekker, Luc Bahl, W. K. Giesa, Peter Haberl, Horst Hoffmann, Claudia Kern, Achim Mehnert, Susan Schwartz, Conrad Shepherd, Marc Tannous, Michael Marcus Thurner und Marten Veit, die ebenfalls alle bereits jahrelange Erfahrung im Schreiben von Science-Fiction-, Action- und Abenteuer- oder Horrorromanen haben, gelang eine ebenso spannungsgeladene wie komplexe Science-Fiction-Serie, die sich einem Thema widmet, das alle interessiert: Der Zukunft der Erde und der Menschheit.

Was bisher geschah


Die SESHA hat den Aqua-Kubus – die Geburtsstätte einer ganzen Flotte von Foronen-Raumschiffen – verlassen. Ihr Ziel: die Große Magellansche Wolke, aus der Sobek und Siroona einst, vor Jahrzehntausenden, mit ausgewählten Angehörigen ihres Volkes vor den übermächtigen Virgh flohen.

Existieren die Eroberer des Foronen-Reiches noch? Was ist aus der ursprünglichen Heimat der Kubus-Erbauer geworden?

John Cloud und seine Gefährten sind gezwungen, sich der Expedition zur Nachbargalaxis anzuschließen.

Die rochenförmige SESHA bricht auf, um die Verhältnisse im Alten Reich zu sondieren. Die baugleichen Giganten bleiben in der Milchstraße zurück, schwärmen mit unbekannten Befehlen aus.

Doch bereits im Halo der Milchstraße endet die Reise der SESHA beinahe. Das Volk der Jaroviden versucht, sich in den Besitz des Schiffes zu bringen – ein Übergriff, der von Sobek auf grausamste Weise geahndet wird. Danach nimmt das Schiff seinen ursprünglichen Kurs wieder auf und erreicht die Randzone der Großen Magellanschen Wolke. Hier existiert eine beispiellose Sternansammlung, die zugleich Quelle eines mysteriösen Dauersignals ist …

 

Bad Earth

 

Marc Tannous

Der Ruf der Schwarzen Sonnen

 

Eine Botschaft aus der Vergangenheit - sind die Virgh besiegt?

 

Gedankenverloren bewegte sich John Cloud durch das schummrige Zwielicht der ehemaligen Marsstation, begleitet von den Blicken mehrerer Hundert Toter.

Sie sind nicht tot!, widersprach er sich sofort selbst. Sie schlafen …

Natürlich …, höhnte der rationale Teil seines Denkens. Und der Mond der Erde besteht zu neunzig Prozent aus Weichkäse …

Cloud blieb einen kurzen Moment stehen, schloss die Augen und drängte die Wut zurück, die er urplötzlich in sich aufsteigen spürte.

Weshalb sollte er sich etwas vormachen? Er wusste doch genau, wie fragil die Existenz jener war, die ihn zu beiden Seiten flankierten. Ihn aus ihren Staseblöcken heraus hilflos anstarrten, wie Fische in einem Aquarium.

Sicher, sie lebten noch, doch es war, als würden sie über einem gähnenden Abgrund schweben, nur noch gehalten von einem dünnen Seil.

Ein weiterer Schauer kroch über seinen Nacken, als er einen leeren Sockel erblickte. Unweigerlich erinnerte er sich daran, was Jarvis ihm erzählt hatte. Was passiert war, als er und Resnick versucht hatten, zwei der Schläfer zu wecken.

Sie hatten sich aufgelöst, waren verrottet und in Sekundenschnelle zu Staub zerfallen, kurz nachdem sich der Wahnsinn, der ihren Geist befallen hatte, in einem letzten verzweifelten Aufschrei entladen hatte.

Der Bericht des GenTec ging konform mit den Bildern, die seit geraumer Zeit in Johns Kopf herumspukten.

Seit damals, als Scobee und er in der Foronenstation in der Nähe von Peking auf ebensolche bernsteinfarbenen Blöcke gestoßen waren.

Wie Jarvis und der inzwischen verstorbene Resnick hatten auch sie versucht, einen der darin eingeschlossenen Asiaten zu »wecken« – und waren ebenfalls gescheitert.[1]

Noch heute erinnerte sich Cloud mit Schrecken daran, wie sich der Mann unter spasmischen Zuckungen und mit einem markerschütternden Schrei auf den Lippen aufgebäumt hatte, und dann in einem unheimlichen Tempo zu Staub zerfallen war.

Kurz darauf waren auch alle anderen Schläfer erwacht und auf ebenso absonderliche Weise verendet. Männer, Frauen, Kinder, 27 an der Zahl.

Cloud war der festen Überzeugung, dass er diese Bilder nie würde vergessen können.

Inzwischen war er sich jedoch nicht mehr so ganz sicher, ob der Tod nicht sogar eine Erlösung für diese bedauernswerten Geschöpfe war.

Denn selbst falls es gelang – und Sobek, dem obersten der Foronen würde es gelingen – einen Schläfer so zu wecken, dass ihm kein körperlicher Schaden entstand, war es mehr als fraglich, in welchem geistigen Zustand er die restlichen Jahre seiner Existenz verbringen würde.

War es tatsächlich so, wie Jarvis es vermutete? Waren die Schläfer während der ganzen Zeit bei Bewusstsein? Bekamen sie mit, was um sie herum geschah, und das schon seit Jahrhunderten, wenn nicht gar Jahrtausenden?

Und, falls dem so war, wie gefestigt musste dann der Charakter desjenigen sein, dessen Geist diese Zeit unbeschadet überstand?

So wie der von Dad vielleicht?, blitzte es kurz in seinen Gedanken auf.

Unsinn!

Zweifellos war Nathan Cloud eine starke Persönlichkeit gewesen, körperlich und geistig fit, und so charakterfest wie kaum ein anderer Mann, den John jemals kennen gelernt hatte.

Trotzdem. Er war kein Übermensch, auch wenn John ihn in seinen Kindheitserinnerungen stets idealisiert hatte. Seit Nathan Cloud an Bord der ARMSTRONG zur ersten Marsmission aufgebrochen und seitdem verschollen gewesen war. Bis heute.

John seufzte.

Glaubte er wirklich, dass es genügte, einen Knopf zu drücken, und sein Vater würde vor ihm stehen, ganz so, wie er ihn bei seinem Abschied im Gedächtnis behalten hatte?

So war es vielleicht in seinen Träumen immer gewesen. Die Realität sah anders aus.

Oder doch nicht?

Was, wenn doch die Möglichkeit bestand, ihn vollständig wieder herzustellen. Ihm ein neues Leben zu schenken.

Seit er denken konnte, hatte sich John nach einer zweiten Chance gesehnt. War denn nicht allein schon die Möglichkeit, dass es klappen könnte, Grund genug, um nach diesem Strohhalm zu greifen – und dafür auch die möglichen Konsequenzen in Kauf zu nehmen?

Nicht zuletzt dieser innere Widerstreit war es, was ihn immer wieder hierher trieb. Es war fast so, als würde er auf irgendein Signal seines Vaters hoffen. Auf eine stumme Aufforderung in seinen Augen, die ihm seine Entscheidung erleichterte.

Unwillkürlich blieb Cloud ein weiteres Mal stehen und wandte sich wahllos einem der Blöcke zu. Der Mann, der darin eingeschlossen war, war deutlich kleiner als er selbst und hatte einen kleinen Spitzbart, der wie ein Stachel von seinem Kinn abstand.

Es war schwer zu sagen, aus welcher Epoche er stammte, da nur Fetzen seiner Kleidung übrig geblieben waren. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckte John einige kleinere Objekte, die wie Edelsteine aussahen.

War da nicht auch so etwas wie der Teil einer Feder, schockgefroren und für die Ewigkeit konserviert?

War der Mann gar ein mittelalterlicher Adliger gewesen?

Ein hoher kirchlicher Würdenträger?

Ein Dieb?

Oder am Ende gar ein Zuhälter im New York des 21. Jahrhunderts?

Und was waren die genauen Umstände seines Verschwindens gewesen? Womit hatte er sich gerade beschäftigt, als es passiert war?

Cloud war sich sicher, dass es ihn ziemlich überraschend getroffen haben musste. Seine Augen waren zwar geweitet, doch der Zug um seinen Mund ließ darauf schließen, dass er im Augenblick seiner Entführung noch nicht vollends verstanden hatte, was da mit ihm geschah.

Mühsam widerstand Cloud der Versuchung, sich nach dem Sockel des Kubus zu bücken, an der kleinen grünen Kugel zu drehen und damit den Weckmechanismus einzuleiten.

Er hatte nicht das Recht, mit dem Leben anderer zu experimentieren. Auch wenn »Leben« ein Begriff war, der sich ihm beim Anblick des kleinen Mannes nicht als Erstes aufdrängte.

John Cloud drehte sich wieder um und ließ seinen Blick an der Phalanx der Schockgefrorenen entlanggleiten.

Knapp Tausend Menschen aus den unterschiedlichsten Zeitaltern. Konserviert und aufgereiht, wie seltene Insekten in den Schaukästen eines Museums. Und jeder von ihnen hatte seine ganz eigene Geschichte zu erzählen.

John fiel es noch immer schwer, einen Sinn hinter diesem Aufwand zu erkennen. Welchen Zweck verfolgten die Foronen mit dieser Anlage, die sich bis vor Kurzem noch unter der Oberfläche des Mars befunden hatte, und erst kurz vor ihrem Aufbruch geborgen worden war?

Sobek und Siroona, zwei der sieben foronischen Oberhäupter und die Oberbefehlshaber an Bord des Rochenraumers SESHA, hatten sich bisher äußerst bedeckt gehalten. John hatte die Hoffnung mittlerweile begraben, ihnen in naher Zukunft mehr Details entlocken zu können.

Derzeit konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Hirten, wie die Vaaren des Aqua-Kubus sie religiös verklärt nannten, auf dringlichere Angelegenheiten. SESHA war im direkten Anflug auf die Große Magellansche Wolke – von den Foronen Samragh genannt –, wohin sie von der Milchstraße aus gestartet waren.

Auch Cloud bewegte ungemein die Frage, was sie dort wohl vorfinden würden.

Schon aus einer Entfernung von hundertausend Lichtjahren hatten sie im Grenzbereich der GMW eine Reihe von Objekten geortet, die nicht nur von immenser Größe, sondern zudem foronischen Ursprungs zu sein schienen.

Waren sie das wirklich?

Oder war es ein Trick der Virgh, jener ominösen Rasse, über die Cloud bisher kaum mehr wusste, als dass sie die schlimmsten Feinde der Foronen und ihnen an technologischer Entwicklung und Skrupellosigkeit noch überlegen waren.

Bald würde er es wissen. Spätestens dann, wenn sie die Zielkoordinaten erreichten, was nach Sobeks Angaben kurz bevorstand.

Doch Cloud kam nicht umhin, sich zu fragen, ob ihnen dieses Wissen dann noch etwas nützen würde.

Seine Gedanken konzentrierten sich wieder auf die unmittelbare Gegenwart, als er sich dem Bereich der Marsstation näherte, dem sein hauptsächliches Interesse galt.

Obwohl ihn sein Weg in den vergangenen Tagen und Wochen häufig hierher geführt hatte, wuchs seine Nervosität mit jedem Schritt.

Manchmal wünschte er sich, sein Vater wäre tatsächlich nicht mehr am Leben, wie er es all die Jahre geglaubt hatte.

Und irgendwie hatte er auch in diesem Moment den Eindruck, dass es ihm um so vieles leichter fallen würde, zu wissen, dass ihn am Ende seines Weges nur ein Grab mit einem Granitblock und irgendeinem frommen Spruch darauf erwartete und nicht dieses leblose … Ding. Nackt und entblößt, seiner Würde beraubt, den Wahnsinn in den funkelnden Augen.

Clouds Herz klopfte und Schweiß bedeckte seine Handflächen, als er die Stelle mit Nathan Clouds Staseblock erreichte.

Das Erste, was er empfand, als er auf den vollkommen leeren Sockel starrte, war Unglauben.

Er musste sich verzählt, musste sich in der Reihe geirrt haben. Hektisch flog sein Blick über die benachbarten Staseblöcke.

Zu seiner Linken sah er eine üppige blonde Frau, die den Mund weit geöffnet hatte und ihn an die Hauptakteurin einer Wagneroper erinnerte.

Zur Rechten stand ein kleiner Mann mit dunkler Haut, bei dem es sich dem Aussehen nach um einen australischen Ureinwohner handeln konnte.

Es waren dieselben beiden Menschen, die immer an dieser Stelle gestanden hatten.

Und diese Erkenntnis erschreckte John Cloud weitaus mehr, als es der Anblick seines Vaters je vermocht hätte, erlaubte sie doch nur eine einzige Schlussfolgerung:

Nathan Cloud war verschwunden!

***

Denkst du, sie sind noch da? Nach all den Jahren?

Sobek hörte eine Spur von Unbehagen aus Siroonas Worten heraus.

Er sah sie an, obwohl sein Blick scheinbar nach vorn, auf die Holosäule in der Mitte der Zentrale gerichtet war, wo unablässig neueste Ortungsdaten in Form endloser Zahlenkolonnen aufblitzten. Die Verteilung seiner optischen Sensoren über den gesamten Kopf erlaubte dem Foronen und obersten der Sieben Hohen einen nahezu lückenlosen Rundumblick.

Wir waren so lange fort. Ich glaube, sie haben die Suche nach uns aufgegeben, antwortete er, ebenfalls auf telepathischem Wege.

Glaubst du es, oder hoffst du es?

Spielt das eine Rolle? Wir können uns nicht ewig verkriechen. Jahrtausende hielten wir uns versteckt. In einem Würfel voll Wasser!

Die Art und Weise, wie er ihr das letzte Wort mental entgegenschleuderte, verriet, wie sehr er dieses Element verabscheute.

Die Foronen stammten von einer sehr heißen und wasserarmen Wüstenwelt und hatten sich bei ihren Expansionsbestrebungen stets Planeten ausgesucht, die ebenfalls diese Voraussetzungen erfüllten. Dass ausgerechnet sie gezwungen gewesen waren, ein Versteck wie Tova’Zarah, den Aqua-Kubus, zu ersinnen und zu erschaffen, um darin die lange Zeit der Stase zu überdauern, war eigentlich mit einer Demütigung dieses Volkes gleichzusetzen.

Man konnte es aber auch als brillante Finte bezeichnen, mit dem sie die Virgh auf eine falsche Fährte gelockt hatten.

Ihr Plan war aufgegangen. Während der letzten Jahrtausende hatte niemand ihre Ruhe in der Luftblase der Ewigen Stätte gestört. Bis ein Mann namens John Cloud und seine Gefährten gekommen waren und sie erweckt hatten. Einige Jahre zu früh zwar, was angesichts der immensen Zeitspanne, die seit ihrer Flucht vergangen war, jedoch zweitrangig schien. Wenn sich die Virgh jetzt noch nicht aus Samragh zurückgezogen hatten, würden sie es auch in naher Zukunft nicht tun.

Weißt du, was ich mich am häufigsten frage?, sagte Siroona nach einem Moment des Schweigens.

Sobek wartete ab was sie zu sagen hatte.

Wir waren so lange im Exil. Jahrtausende des Stillstands in der Entwicklung unseres Volkes. Jahrtausende, die unsere Feinde sicher nicht untätig verstreichen ließen. Wie weit mag ihr technischer Fortschritt inzwischen gediehen sein? Welche Evolutionssprünge mögen sie seitdem vollzogen haben?

Sobek konnte Siroonas Sorgen nur zu gut nachempfinden.

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