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Bad Earth - Folge 02

Inhalt

  1. Cover
  2. Über diese Folge
  3. Über die Autoren
  4. Was bisher geschah
  5. Impressum
  6. Phantomjagd
  7. In der nächsten Folge

Über diese Folge


FOLGE 02: PHANTOMJAGD

In der Unendlichkeit gestrandet – und im Brennpunkt der Gewalten

Gefangen im atmosphärelosen Inneren des Äskulap-Raumers treiben die Astronauten durch die unbekannten Weiten des Alls jenseits des Wurmlochs – ohne Kontrolle über das Schiff und inmitten einer gewaltigen Raumschlacht.

Doch auch im Inneren des Raumers lauern Gefahren, deren Natur sich den Gefährten nur zögerlich erschließt. Sind die Astronauten nach der Vernichtung des »Steinernen« doch nicht allein an Bord?


Bad Earth – das spektakuläre Weltraum-Abenteuer in die Zukunft der Menschheit. Ein atemberaubender Trip in fremde Galaxien, zu epischen Raumschlachten und inmitten eines intergalaktischen Konflikts voller Intrigen.

Über die Autoren


Manfred Weinland schrieb bereits für renommierte Serien wie Perry Rhodan Taschenbuch, Ren Dhark, Maddrax, Dino-Land, Jerry Cotton, Gespenster Krimi, Professor Zamorra u.a., ehe er das Konzept für die Serie Bad Earth ausarbeitete. Zusammen mit Erfolgsautoren wie Alfred Bekker, Luc Bahl, W. K. Giesa, Peter Haberl, Horst Hoffmann, Claudia Kern, Achim Mehnert, Susan Schwartz, Conrad Shepherd, Marc Tannous, Michael Marcus Thurner und Marten Veit, die ebenfalls alle bereits jahrelange Erfahrung im Schreiben von Science-Fiction-, Action- und Abenteuer- oder Horrorromanen haben, gelang eine ebenso spannungsgeladene wie komplexe Science-Fiction-Serie, die sich einem Thema widmet, das alle interessiert: Der Zukunft der Erde und der Menschheit.

Was bisher geschah


Im Jahr 2019 setzen erstmals irdische Astronauten ihren Fuß auf den Mars. Sie sollen den Grundstein für eine spätere Kolonisierung legen. Doch die Mission scheitert.

Zwei Jahrzehnte später starten die USA ihr modernstes Raumschiff, um die unter dem Marssand lauernde Gefahr zu erforschen. Doch noch während die RUBIKON unterwegs ist, wird das gesamte Sonnensystem von einem verheerenden Phänomen heimgesucht. Auf der Erde kommt es zu apokalyptischen Szenen.

Dann verwandelt sich auch noch Jupiter, der größte Planet des Sonnensystems, in ein Schwarzes Loch – aus dem heraus eine fremde Invasionsflotte Kurs auf die Erde nimmt!

Auch die gemischte RUBIKON-Besatzung, aus normalgeborenen und geklonten Menschen – so genannten GenTecs – bestehend, wird angegriffen. Ihnen gelingt es jedoch, das außerirdische Schiff zu kapern und von seinem Kurs abzubringen.

Statt wie vermutet zur Erde, rast der Raumer plötzlich unaufhaltsam in das Wurmloch auf der ehemaligen Jupiterbahn. Cloud und die GenTecs Scobee, Resnick und Jarvis werden in eine unbekannte Region der Galaxis verschlagen – und dort Zeugen einer Raumschlacht.

Der größte Schock steht ihnen aber noch bevor. Denn auf der Hülle eines der kämpfenden Schiffe prangen irdische Schriftzeichen. PEKING steht auf dem fantastischen Raumschiff, von dem die Erde, die Cloud und die GenTec-Klone kennen, nur träumen könnte. Eine Erde, die noch nie ein bemanntes Raumschiff auch nur über die Marsbahn hinaus entsandt hat …

 

Bad Earth

 

Conrad Shepherd

Phantomjagd

 

In der Unendlichkeit gestrandet – und im Brennpunkt der Gewalten

 

Prolog

Warum waren all die Sterne verschwunden – und wohin?

Niemand wusste die Antwort darauf.

Und nach der Schwarzen Flut, nach den Schiffen, die aus dem Jupiter-Wurmloch aufgetaucht waren, konnte das Abhandenkommen der Sterne kaum noch jemanden erschüttern …

Über dem unterirdischen Bunker, in den sich Sarah Cuthbert, Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika, zurückgezogen hatte, war es noch heller Tag. Aber auch hier kam das Phänomen voll zum Tragen. Denn am fast wolkenlosen Nachmittagshimmel stand keine Sonne mehr.

Keine Sonne – und trotzdem herrschte milde Helligkeit?

Sarah schauderte innerlich. Der Mann, der sie unmittelbar nach der Landung der AF-1 in Empfang genommen und begrüßt hatte, wartete auf ihre Antwort.

»Wie lauten ihre Befehle?«, hatte er gefragt. »Alles ist zum Gegenschlag bereit. Minütlich kommen neue Anfragen auf der von Kampfjets aufrechterhaltenen Sonderfrequenz herein. Kaiser Sadako verlangt, sie zu sprechen. Sadako hat den Finger schon auf dem roten Knopf. Er …«

Die Jets hatten eine provisorische Relaiskette gebildet und waren bislang unbehelligt geblieben. Ein »Friede«, dem jeder misstraute.

»Er wäre ein Narr, wenn er das täte«, unterbrach Sarah den Mann, der ihr fast so ein Unbehagen bereitete wie die Außerirdischen.

Reuben Cronenberg.

NCIA.

Zwei Namen, zwei Garanten für Gänsehaut.

Selbst für die mächtigste Frau der Welt, dachte sie in milder Selbstironie.

Der Leiter des amerikanischen Geheimdienstes wirkte auf den ersten Blick wie ein biederer Familienvater. Doch die Aura, die ihn umgab, strafte diesen Eindruck Lügen. Und die Dossiers, die Sarah im Laufe ihrer Amtszeit über ihn beziehungsweise von ihm gelesen hatte, unterstrichen die Gefährlichkeit dieses Mannes, der einen Staat im Staate führte.

Sarah hatte nie Anlass gehabt, an seiner Loyalität zu zweifeln. Doch in Anbetracht der kurz vor dem Zusammenbruch stehenden Weltordnung, war ihr Cronenberg suspekter denn je.

Traue niemandem!, rief sie sich die Maxime einer antiquierten TV-Serie in Erinnerung, die sie hin und wieder zur Zerstreuung anschaute.

Traue niemandem.

Sie war geneigt, diesen Wahlspruch zu beherzigen, zumal …

»Sie sind jetzt alle gelandet!«

Jemand rief es aus dem Hintergrund der Bunkerzentrale.

Sarahs Blick irrte zwischen den Versammelten hindurch und fand Sid Palmer, einen ihrer engsten Vertrauten. Über eine lange Strecke hatte er sie als väterlicher Freund begleitet – was nicht hieß, dass es nie zu Differenzen zwischen ihnen kam. Im Gegenteil. Sie gingen hart, aber ehrlich miteinander um. Der äußerlich an einen Schauspieler des 20. Jahrhunderts – Frank Sinatra – erinnernde Palmer nahm im Gegensatz zu den meisten so genannten Beratern, die Sarah umschwärmten, selten ein Blatt vor den Mund.

»Das will ich mir ansehen …« Die Präsidentin ließ Cronenberg einfach stehen und eilte auf die Monitorscheibe zu, vor der Sid Palmer stand. Insgesamt waren neun großflächige Wiedergabeschirme über den Raum verteilt, ein jeder gut zwei mal zwei Meter groß. Vor der Zerstörung des Satellitennetzes war es möglich gewesen, darauf Live-Bilder von jedem Punkt der Erde zu empfangen. Inzwischen beschränkten sich die Darstellungen fast ausnahmslos auf Computersimulationen.

Anders hier.

Sarah hatte mitbekommen, dass es den Technikern gelungen war, in verschiedene Gebiete der Staaten, die von besonderer Wichtigkeit und Brisanz waren, leitungsgestützte Verbindungen aufzubauen. Die alten Kabel gelangten so zu neuen Ehren. Aber der Anlass war äußerst unerfreulich …

Mein Gott, dachte Sarah. Wenn jemand wüsste, mit welchen Dingen ich mich beschäftige, während draußen die Außerirdischen herumspuken!

Als sie neben Palmer trat, nickte dieser ihr wortlos zu und richtete gleich wieder selbst den Blick auf das Geschehen der 3-D-Wiedergabe.

Washington, erkannte die Präsidentin. Umfeld des Weißen Hauses. Dort, wo ich mich bis vor wenigen Stunden selbst noch aufhielt.

Ein Schatten lag über dem Komplex, der seit seiner Fertigstellung nur noch im Innern, nicht aber äußerlich den sich ändernden Zeiten angepasst worden war.

Im direkten Kontrast zu dem Gebilde, das neben ihm in der Parklandschaft gelandet war, wirkte die Architektur des White House noch überholter, beinahe lächerlich.

Das Gebilde … Nicht höher als die höchsten Wolkenkratzer der Menschen, aber unsagbar anders. Unsagbar bedrohlich.

Die Länge des Alien-Raumschiffs – nur eines von insgesamt 76, die zeitgleich an verschiedenen Orten der Erde niedergegangen waren – betrug rund fünfhundert Meter, sein Durchmesser an der dicksten Stelle etwa sechzig. Es erinnerte vage an die Raketen des einstigen Apollo-Programms, war aber wesentlich düsterer, bestand offenkundig aus Metall und wurde spiralförmig von etwas umlaufen, das ihm binnen kürzester Frist seinen Namen verliehen hatte: Äskulap-Schiff. Denn wie eine Schlange, die selbst aus keiner festen Materie, sondern aus einer auf unbekannte Weise »gezähmten« Art von Energie zu bestehen schien, umlief sie den Hauptkörper und erinnerte so entfernt an den Stab des Äskulap, das Symbol der Heilkraft.

Im Inneren des Energieschlauchs zuckten immer wieder blitzartige Entladungen, deren Verderben bringende Wirkung Sarah aus der Aufzeichnung kannte, die Kaiser Sadako ihr zur Verfügung gestellt hatte. Die Aufzeichnung, die auch den letzten Zweifel an den kriegerischen Absichten der Alien-Armada beseitigt hatte. Denn ein baugleiches dieser Schiffe war auch über dem Mond aufgetaucht und hatte die lunare Basis der Chinesen angegriffen.

Zerstört, korrigierte sich Sarah. Nicht nur grundlos angegriffen, sondern wahrscheinlich auch restlos zerstört – mit allen Menschen, die sich darin befunden hatten.

Nein, der fromme Wunsch, die fast schon naive Hoffnung, dieses geballte Auftreten außerirdischer Macht könne anderes im Sinn haben als aggressive Eroberungslust, hatte sich spätestens mit diesen Bildern und der Säuberungsaktion im Erdorbit zerschlagen. Bis auf Skytown waren ihr sämtliche Satelliten zum Opfer gefallen. Ersatzweise hatten die Fremden ihre eigenen Maschinen ausgeschleust und entlang der Meridiane verteilt.

Vielleicht haben sie mit dem Verschwinden der Sonne und der anderen Himmelsobjekte zu tun, schoss Sarah ein Gedanke durch den Sinn. Sie verfolgte ihn jedoch nicht weiter. »Was mag aus Skytown geworden sein?«, murmelte sie. Die Raumstation war multikulturell ausgelegt, diente sowohl dem Tourismus und der Wissenschaft, als auch dem Militär. »Ob sie noch leben?« Sie blickte zur Decke. »Dort oben?«

Als Palmer nicht antwortete, fügte sie so leise, dass nur er es hören konnte, hinzu: »Was glauben sie? Tue ich das Richtige?« Ihr Blick fand zum Monitor zurück, zu dem, was sich dort abspielte.

Der Anblick der verängstigt durch die Straßen Washingtons hastenden Bürger traf sie bis ins Mark. Die meisten von ihnen flohen vor dem gelandeten Giganten, aber es gab auch Gruppen, die sich ihm näherten – ob aus Neugier, Sensationslust, verquerer Erwartung – oder doch nur nackter Verzweiflung, die sie keinen klaren Gedanken mehr fassen ließ – war im einzelnen kaum zu unterscheiden.

»Das würde ich sagen«, erwiderte Palmer. »Zumindest so lange, bis sie einen eindeutigen Akt der Aggression gegen unsere Leute verüben. Dann allerdings …«

»Wollen sie damit andeuten, dass sie Sadako misstrauen? Dass sie den Film für eine Fälschung halten?«

Palmer zuckte die Achseln. »Fragen sie ihn.« Er wies zu Cronenberg, der sich inzwischen in Hörweite begeben hatte.

Dieser fing den Ball auf und sagte: »Wir haben die Überspielung des Kaisers inzwischen ausgewertet. Es handelt sich um einen extrem kurzen Ausschnitt. Er scheint authentisch. Aber wir wissen nicht, was dem vorausgegangen ist.«

Sarahs Unbehagen wuchs. »Er wollte eine Koalition – beide Supermächte vereint gegen die Fremden«, sagte sie.

»Und sie haben sich Bedenkzeit ausbedungen – was sehr klug war.« Cronenberg nickte und fügte hinzu: »Wenn sie mir jetzt bitte folgen würden, Mrs. President …?«

»Jetzt? Wohin, in Dreiteufelsnamen?« Sie nickte zu dem Raumschiffkoloss, an dem sich noch keine Veränderung zeigte. Wie mochten die Außerirdischen aussehen? Menschenähnlich? Oder völlig fremdartig? »Ich kann hier nicht weg. Überall auf der Welt ist der Teufel los. Ich muss eine erneute Ansprache an die Bevölkerung richten. Wir …«

»Das würde ich nicht empfehlen.«

Sie starrte ihn an wie einen Geist – dann, fast Hilfe suchend, irrte ihr Blick zu Sid Palmer, der betreten zu Boden schaute.

»Und warum würden sie mir das nicht empfehlen?«

»Weil wir darauf bedacht sein sollten, unseren Standort und damit den momentanen Aufenthaltsort der Präsidentin der Vereinigten Staaten geheim zu halten.«

»Geheim vor wem?«

»Vor den Aliens.«

Sie musste sich eingestehen, dass Cronenbergs Sichtweise der Dinge vermutlich klarer als ihre eigene war. Sie hatte sich immer von Emotion leiten lassen – was ihr manchen Vorwurf seitens ihrer politischen Gegner eingehandelt hatte.

»Okay«, lenkte sie ein. »Sid scheint ihrer Meinung zu sein. Aber mich müssen sie erst überzeugen. Wir können uns niemals völlig tot stellen. Wir müssen Verbindung zu den Streitkräften halten. Die Fremden könnten auch das zurückverfolgen. Machen wir uns nichts vor: Es gibt keine absolute Sicherheit, auch hier nicht!«

»Es wurden alle Vorkehrungen getroffen, um uns – vorübergehend – völlig von der Außenwelt abzuschotten. Allerdings enthebt uns das nicht einer baldigen Entscheidung«, räumte selbst Cronenberg ein. »Aber diese Entscheidung sollten sie auf der Basis dessen treffen, was ich bereits weiß.«

Sarah schüttelte unwillig den Kopf, fuhr sich unbeherrscht durch die Haare, in denen winzige Schmuckkristalle befestigt waren, die aneinander rieben und leise sphärische Klänge erzeugten. »Worauf wollen sie jetzt schon wieder hinaus?«

»Sagt ihnen der Name Scobee etwas?«

»Ja. Die GenTec, die das Kommando auf der RUBIKON übernommen hat, heißt so, und …«

»Ich meine die andere.« Cronenberg wies zur Tür. »Soweit ich weiß, haben sie das Mädchen persönlich kennen gelernt – am Tag, als die Schwarze Flut alle technischen Anlagen lahm legte.«

»Und?«

»Nun, sie hat ein paar verwirrende Beobachtungen gemacht, und sie sollten es sich anhören, bevor sie eine Koalition mit dem Kaiser rigoros ablehnen.«

»Wo ist das Mädchen? Hier?«

Er nickte. »Ich habe sie herbringen lassen. Sie und die beiden anderen Doppeltelepathen. Aber wir müssen nicht zu ihr. Wir müssen nur in einen Raum, wo sie sich ungestört anhören können, was sie beobachtet hat.«

»Was ist aus der RUBIKON geworden? Hatte Scobee noch einmal Kontakt dorthin?«

»Hören sie es sich einfach an. Danach wissen sie, worauf ich hinauswill. Und warum ich glaube, dass eine Koalition mit Sadako wichtig für uns sein könnte – von geradezu existenzieller Bedeutung.«

Sie musste zugeben, dass er sie neugierig machte – mehr als das. »In Ordnung. Wo?«

Erneut wies er zu einer Tür, links von ihr.

Sid Palmer wollte sich mit ihr in Bewegung setzen, aber Cronenberg schüttelte den Kopf.

Palmer, gut zwanzig Jahre älter als der NCIA-Chef, wurde rot. »Überspannen sie den Bogen nicht, Cronenberg«, fauchte er.

»Sid wird mich auf alle Fälle begleiten«, erklärte Sarah kategorisch.

Cronenberg zuckte die Schultern und ging voraus. Der Raum, den sie wenig später betraten, erinnerte Sarah an ihren Privatbereich an Bord der AF-1. Sie und Palmer ließen sich in Sesseln nieder, während Cronenberg an einem Schreibtisch Schaltungen vornahm.

»Ich habe lange nichts mehr von der Marsmission gehört«, sagte Sarah. »Seit der Kontakt abriss.« Sie schaute zu Palmer. »Was war der letzte Stand?«

»Wir fingen noch einen Spruch auf, demzufolge sich ein Äskulap-Schiff auch ihrer Position näherte. Dann brach die konventionelle Verbindung ab.«

»Dann wurden sie wahrscheinlich ebenso vernichtet wie die Menschen auf der Mondbasis …«

Cronenberg mischte sich ein. »Nein«, sagte er. »Vier von ihnen haben überlebt …«

»Sie wurden also angegriffen.«

»Es ist ziemlich kompliziert.« Zum ersten Mal, seit sie auf dem geheimen Stützpunkt in der Nevadawüste angekommen waren, lächelte er. Aber es war kein Ausdruck von emotionaler Wärme, eher Zynismus.

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