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Aus meiner Hexenküche

Hannelore Dittmar-Ilgen

Aus meiner Hexenküche

Die Rezepte der Physikhexe





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Alles nur Hexerei?

Wer mich kennt, weiß, dass es mir nicht nur die Physik angetan hat. Auch Kochen und Backen sind geliebte Hobbys. In diesem kleinen Büchlein habe ich einige meiner besonderen Rezepte zusammengestellt.

Viel Spaß beim Schmökern und... lasst Euch verführen, denn Kochen und Backen nach Physikhexenart ist wahrlich keine Hexerei.

Eure Physikhexe

Noch schnell eine Bemerkung, sozusagen das Kleingedruckte: Alle Fotos habe ich selbst gemacht und das Hintergrundwissen sorgfältig recherchiert und aufgeschrieben. Aber auch mir unterläuft einmal ein Fehler. Zudem kenne ich natürlich Eure heimischen Verhältnisse nicht. Daher kann ich keine Haftung übernehmen – oft genügt jedoch gesunder Menschenverstand, um einen „Patzer“ zu erkennen.

Von teuflischen Suppen und Saucen

Knoblauchsauce

So viel guter Knoblauchgeschmack und so viele schöne, stärkende Kräuter, da lacht das Hexenherz. Dies ist eine Sauce gerade richtig für ein teuflisch gutes Stück Fleisch. Aber ein frisches Roggenbrot passt auch.

Wir häuten 15 Knoblauchzehen und zerdrücken sie fein, 10 Frühlingsschalotten ebenfalls fein hacken. ¾ l milden Weinessig mit den Schalotten, dem Knoblauch sowie Bohnenkraut, Estragon und Basilikum zugedeckt einkochen lassen, bis die Flüssigkeit fast völlig verdunstet ist. Dann ¼ l Wein angießen und alles fein pürieren. 200 g Speckwürfel anbraten und in die Sauce geben, mit 1 Eigelb binden. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Aioli nach Hexenart

Zutaten: 5 - 6 Knoblauchzehen (möglichst frische, sie haben besseres Aroma), 1 Eigelb, 1 Teel. Senf (scharf oder mittelscharf), 1 Eßl. Weinessig, Salz, Pfeffer (Pfeffer frisch aus der Mühle schmeckt besonders gut), 1 Prise Zucker, 125 ml Olivenöl, Zitronensaft, 1 klein gehackte, gut gewürzte saure Gurke oder gehackte Cornichons

Zubereitung: Die Knoblauchzehen abziehen und sehr fein zerkleinern. Das Eigelb, Senf, Essig, Salz und Zucker zu einer dicklichen Masse schlagen. Ist die Masse cremeartig, langsam das Olivenöl hineinträufeln und dabei immer weiterrühren, so entsteht eine mayonnaiseartige Creme. In diese geben wir die gehackten Knoblauchzehen und Gurken hinein. Alles noch mit frischem Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und fertig ist die leckere Beigabe für gebackene Kartoffeln, Fisch, Gemüse, Fleisch, Grillspießchen oder ganz besonders gut zu frischem Baguette.

Schwarzer Senf

Senf fördert die Verdauung und hilft, die Speisen im Magen zu verteilen. Was liegt da näher, als einen speziellen Kräutersenf selbst herzustellen.

Wir kochen 1 l Weinessig, ½ Teel. gemahlenen Zimt, etwas Nelke und Piment sowie 3 Zwiebeln und 3 Knoblauchzehen zusammen mit Estragon, Thymian, Majoran und Lorbeerblatt sowie 250 g Zucker auf. Dann über Nacht zum Marinieren beiseite stellen.

Die würzige Brühe durch ein Sieb passieren und 500 g schwarzes Senfmehl (gibt es im Reformhaus oder schwarze Senfkörner selbst sehr fein mahlen) unterrühren. Den Senf noch einmal 10 Minuten kochen, abkühlen lassen und in Steinguttöpfe füllen.

Zu Fleischspeisen lassen sich bekanntlich Unmengen davon vertilgen. Wer es nicht so süß möchte, nimmt weniger Zucker für den Würzsud.

Blumenbutter

Blumenbutter ist eine echte Alternative zur üblichen Kräuterbutter. Es gibt unzählige essbare Blüten, die wir für diese Butter sammeln können. Auch Meisterköche dekorieren Salate und andere Speisen mit diesen Blüten. Die bunten Blütenblätter sorgen für Farbe in der Butter, die duftige Süße ergibt zusammen mit einigen leichten Kräutern einen ganz eigenen, leckeren Geschmack, der entsprechend Eurer Sammlung und der Jahreszeit immer wieder etwas anders ausfällt.

Diese Blütenblätter können wir sammeln (und essen): Geeignet sind die Blüten von Schnittlauch, Zierlauch, Basilikum, Borretsch, Kapuzinerkresse, Kornblumen, auch Rosen und Ringelblumen sowie Pimpernelle, Bohnenkraut und Ruccola sind geeignet. Wenn Ihr unsicher seid, sammelt auf jeden Fall nur Blüten von Kräutern, die man auch essen kann. Würzig-süß schmecken auch Lavendelblüten und die goldenen Blütenblätter des Löwenzahn. Als leichte Kräuter können wir Zitronenmelisse, Kerbel, Minze (mit Blüten!) und etwas Petersilie dazu wählen.

So stellen wir die Blumenbutter her: Die Blüten und Kräuter solltet Ihr vorsichtig, jedoch sorgfältig waschen. Wir lassen nun 250 g Butter ganz leicht in der Mikrowelle anschmelzen oder einfach bei Zimmertemperatur weich werden. Wir hacken die Ernte mit einem Wiegemesser klein und kneten sie mit wenig Salz und etwas frisch gemahlenem Pfeffer unter die Butter. Wir stellen die Blumenbutter eine Weile kalt, dann lässt sie sich gut formen. Sehr hübsch sehen Kugeln aus, die mit einem Eiskugelformer gut gelingen.

Blumenbutter schmeckt am besten solo auf frischem Brot, sie passt aber auch zu Pellkartoffeln, zartem Geflügel oder würzigem Grillfleisch. Oder wir bestreichen einfach einige Scheiben Baguette.

Sauerampfer-Suppe

Diese Suppe koche ich gerne, besonders wenn es Sauerampfer reichlich im Frühjahr gibt. Die Suppe schmeckt frisch und leicht säuerlich.

Sauerampfer kommt in Mitteleuropa überall wild wachsend vor, es gibt jedoch für den Garten eine kultivierte Art. Das nur frisch verwendbare Kraut treibt im Frühjahr immer wieder aus dem Wurzelstock aus. Es schmeckt säuerlich-bitter. Um die Ernte zu verlängern, schone ich beim Pflücken das Herz der Pflanze und schneide die aufschießenden Blütenstände ab, es sei denn, man möchte die weißen Blütchen für einen Blumenstrauß (oder für die Blumenbutter) gewinnen.

Wir brauchen: 4 Eßl. Sauerampfer, etwas Butter, Suppenwürze, 4 Scheiben Brot (Toast), 2 Eier, etwas Sauerrahm, Muskatnuss

Zubereitung: Wir hacken den Sauerampfer klein und braten ihn in etwas Butter an; mit ¾ l Wasser auffüllen, die Suppe würzen und zum Kochen bringen.

Die Brotscheiben fein bröseln und mit der Suppe durchkochen. Inzwischen die Eier und den Rahm verquirlen und unter die Suppe ziehen, jedoch nicht mehr kochen. Mit geriebener Muskatnuss abschmecken.

Nach dem gleichen Rezept koche ich auch Suppe aus Kerbel, der sich im Garten leicht aus Samen ziehen lässt und sich immer wieder selbst neu aussät. Die Pflanze lässt sich leicht mit Petersilie verwechseln, jedoch ist der Geschmack würzig und etwas anisartig.