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Aus der Bahn

– Für alle Freundinnen und Freunde, die mich gedrängt haben, meine Erlebnisse in ein Buch zu packen – das habt ihr nun davon.

Stefan Merten

Aus der Bahn

Erlebnisse mit und aus einem Verkehrsmittel, das nicht immer gut ankommt

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Bahnsteigroulette

Die Bahn würfelt mal wieder

Das Bordrestaurant: Lotto mal anders

Mensch & Service: Ein Negativbeispiel

Rien ne va plus

Wellnesscenter Bahn

+ + + Durchsage + + +

Eine frustrierte Nachricht an die Bahn

Unterwegs notiert I

Unterwegs notiert II

Rücksicht schadet nicht

Sänk juh for träwelling

Be gentle if possible

+ + + Durchsage + + +

Kleidung verpflichtet

Unterwegs notiert III

Der Koffer bleibt hier!

Gepäckwagen oder Großraumabteil?

+ + + Durchsage + + +

High Noon in Train City

Wenn alles schiefläuft

+ + + Durchsage + + +

Die allererste Bahnfahrt ihres Lebens

Dünkel

Wer ist hier behindert?

+ + + Durchsage + + +

Locke

Mutti & Jürgen

Ein kleines Dankeschön

Vorwort

Bahnerlebnisse hat wohl jeder, der öfter mit diesem Verkehrsmittel unterwegs ist. Mal sind sie lustig, mal ärgerlich, nervend, mal machen sie nachdenklich.

Ich fahre gerne mit der Bahn – ernsthaft! Trotz aller negativen Erfahrungen halte ich die Bahn (auch die Deutsche Bahn) für ein gutes Mittel, um von A nach B zu kommen. Oft sogar ganz entspannt. Manchmal halt auch nicht.

»Erlebnisse mit und aus einem Verkehrsmittel, das nicht immer gut ankommt.«

Der doppeldeutige Untertitel ist etwas provokativ – ich denke, er stimmt trotzdem. Die Deutsche Bahn wäre ja nicht die Deutsche Bahn, wenn sie sich nicht (unfreiwillig) ein paar Extras hätte einfallen lassen, mit denen sie uns – ihre Fahr-»Gäste« – während der Fahrt »entertained«. Dabei spreche ich nicht vom digitalen Bordunterhaltungsprogramm (wenn das WLAN denn mal unterbrechungsfrei läuft, was ja auch so eine Sache für sich ist). Ich denke eher an ein … ähm… nennen wir es »aktives Unterhaltungsprogramm«, in das auch die Bahnkunden durch eigene Aktionen eingebunden werden. Der neueste Schrei quasi, Bahn 2.0. Dass das Ganze auf Kundenseite allerdings viel mit Masochismus zu tun hat, vergisst die Konzernleitung der Deutsche Bahn Gruppe gerne zu erwähnen. Vielleicht ist es ihr auch egal.

Dazu kommt dann noch etwas anderes, nämlich das Eigenleben der Bahnkunden. Nicht, dass diese dankbar sind, dass es ein Verkehrsmittel gibt, das sie von A nach B bringt (Anmerkung: wenn alles gut geht, vielleicht sogar pünktlich). Nein, diese machen an Bord von ICE & Co. oft auch noch eine Art Improvisationstheater, teilweise sogar vom Allerfeinsten.

Von diesen beiden Arten der Fahrgästeunterhaltung handelt dieses kleine Buch. Die Geschichten habe ich während meiner (beruflich und privat häufig bedingten) Bahnfahrten aufgeschrieben und teilweise auch je nach Situation und Zeit in meinem privaten Facebook-Account veröffentlicht.

Eines ist mir ganz wichtig: Der auch in diesem Buch mit Sicherheit gut durchscheinende Frust richtet sich gegen die Konzernleitung der Deutsche Bahn Gruppe. Die hat ihren Laden seit Umwandlung in eine Aktiengesellschaft (bzw. einen ganzen Haufen davon) ganz offensichtlich nicht im Griff. Vor lauter Globalisierungswahn, Börsenfieber und Sparwut wurde die Deutsche Bahn in den letzten Jahrzehnten heruntergewirtschaftet. Kundenorientierung? Nicht auf oberster Ebene.

Mein Dank und Respekt gehen an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn, die sich jeden Tag für ihre Kundschaft die Beine ausreißen. Die, die »ihre« Bahn lieben und voll und ganz hinter ihr stehen.

Selbstverständlich sind alle Situationen aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes so beschrieben, dass ein Rückschluss auf Beteiligte nicht möglich ist. Falls Sie sich dennoch als »Beteiligte/r« wiedererkennen – viel Spaß beim Lesen.

Bergisch Gladbach, im März 2020

Stefan Merten

Bahnsteigroulette

Eigentlich ist das System ja sehr einfach: Ich möchte natürlich wissen, wie mein Zug fährt – um welche Uhrzeit, an welchem Bahnhof, auf welchem Bahnsteig. Wenn ich vorab einen Sitzplatz reserviert habe, ist auch die Information hilfreich, wo mein Waggon am Bahnsteig halten wird, damit ich nicht quer durch den ganzen Zug laufen muss (was vor allem bei einem zweiteiligen ICE schwierig werden kann). Beispiel: Mein Sitzplatz befindet sich in Wagen 27, ich aber steige in Wagen 31 ein. Vier Wagen – da werde ich ja wohl hinkommen. Was ich als Gelegenheitsreisender eher nicht weiß: Die Wagen 21 bis 27 befinden sich in einem Zugteil, die Wagen 31 bis 37 in einem anderen. Dazu kommt, dass die Bahn ihre Reihenfolge oft genau anders herum plant als die Logik es hergeben würde: Ganz vorne ist Wagen 37, danach 36, bis runter zur 31. Dann kommt der nächste Zugteil, beginnend mit 27 bis runter zur 21. Was fehlt zwischen den Zugteilen? Richtig, eine begehbare Verbindung. Also, raus aus dem Zug, laufen, rein in den Zug.

Bereits zu Zeiten der Bundesbahn hat sich das Bundesunternehmen frühzeitig auf diese Kundenwünsche eingestellt: Schon vor vielen Jahrzehnten gab es in den Bahnhöfen Fahrplanaushänge und Anzeigentafeln, die anzeigen, auf welchem Bahnsteig der gewünschte Zug zu finden ist. Auf den Bahnsteigen gibt es dann so genannte »Wagenstandanzeiger«, in denen man sehen kann, wo ungefähr der eigene Waggon zu finden sein wird. In Zeiten der Digitalisierung finden sich diese Informationen auch in der Smartphone-App der DB.

Die Deutsche Bahn aber hat sich inzwischen wohl gedacht, dass Routine langweilig ist und ihre Kundschaft sicherlich viel mehr auf Abenteuer aus ist.

Genau deshalb spielt sie recht häufig Bahnsteigroulette. Dabei werden zum Beispiel die Bahnsteige neu ausgewürfelt, von denen mein Zug abfährt, die Wagenreihenfolge neu ausgelost, damit ich den Bahnsteig zum Joggen nutzen kann, oder aber gleich der ganze Bahnhof weggelassen. Ja, ernsthaft: Ich habe es schon mehrfach erlebt, dass mein Zug plötzlich nicht mehr ab Köln Hauptbahnhof, sondern vom Bahnhof Köln-Deutz (auf der anderen Rheinseite) abgefahren ist. Gleiches auch in Frankfurt (ersetze Hauptbahnhof durch Flughafen oder umgekehrt), oder in Hamburg-Altona (Abfahrt ab Hauptbahnhof).

Bei allen digitalen Angeboten, eines bedarf übrigens immer noch der Papierform: Wer einen Antrag auf Entschädigung wegen Verspätung oder Zugausfall stellen will, muss immer noch ein Formular ausfüllen oder ausdrucken und per Post einsenden oder abgeben. Einige Startups haben sich inzwischen darauf spezialisiert, dabei zu unterstützen.

Ich denke, sie dürften genug zu tun haben.

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Viel Spaß!



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