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Auftrag: Mord! - Der Schlitzer

Titel:

Auftrag: Mord !

Der Schlitzer

von Thomas Herzberg

 

Alle Rechte vorbehalten

Fassung: 2.1

Die komplette Geschichte ist frei erfunden. Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und/oder realen Handlungen sind rein zufällig.

 

Vollständig korrigierte Fassung!

Lektorat, Korrektorat: worttaten.de – Michael Lohmann – lohmann@worttaten.de

 

Inhalt:

»Auftrag: Mord! Der Schlitzer« ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Thrillern, die sich mit ganz besonderen Menschen befassen: bezahlten Killern

Nach Jahren wird Martin Seibler reaktiviert und findet sich schon kurze Zeit später in Beirut wieder, der Hölle des Nahen Ostens. Sein Auftrag: Ein eiskalter Waffenhändler, den eine ganze Armee von Bodyguards bewacht. Unmittelbar nach seinem Eintreffen wird klar, dass auch alte »Freunde« noch eine Rechnung mit Seibler zu begleichen haben. Jeder Tag bringt neue Überraschungen – und keine davon ist angenehm ...

Am Ende wartet noch eine Leseprobe von:

»Auftrag: Mord – Wegners schwerste Fälle (9. Teil)«

Ein letztes Mal zieht Martin Seibler, gemeinsam mit Hauptkommissar Wegner, in den Krieg. Immer erbarmungsloser muss er zuerst um das Leben seiner Tochter, am Ende sogar um sein eigenes kämpfen ...

 

Weitere Bücher von Thomas Herzberg:

!!! Brandneu: »Ausgerechnet Sylt: Hannah Lambert ermittelt 1« (mein erster Friesenkrimi) !!!

Bisher aus der Reihe Wegners erste Fälle:

Aus der Reihe Wegner & Hauser:

 Aus der Reihe Wegners schwerste Fälle:

Aus der Reihe Wegners letzte Fälle:

 Aus der Reihe Auftrag: Mord!:

Unter meinem Pseudonym "Thore Holmberg":

Ansonsten:

  

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Prolog

Jetzt klingelte dieses verdammte Handy schon zum dritten Mal. Und wieder schien der Anrufer eine Menge Zeit zu haben. Erneut wartete er geduldig, bis die automatische Zwangstrennung auch diesen Versuch beendete.

Wer sollte es schon sein? Wahrscheinlich Susanne, wegen der ausbleibenden Unterhaltszahlungen. Oder der Vermieter. Wer sonst? So beharrlich ...

Als es dann kurz darauf zum vierten Mal klingelte, riss Martin Seibler genervt den Hörer hoch.

»Was?«, bellte er.

»Martin Seibler?«

»Wer will das wissen?«

Der Mann am anderen Ende zögerte. Wahrscheinlich überlegte er, ob es sich überhaupt lohnen würde fortzufahren. »Werner Holtbein«, begann der Anrufer nun, noch immer freundlich, »ich möchte Ihnen ein Angebot machen, Herr Seibler.«

»Ich habe bereits einen Telefonanschluss, mein Drucker hat gerade eine neue Patrone bekommen, Versicherungen brauche ich nicht und an Umfragen nehme ich grundsätzlich nicht teil. Also, schönen Tag noch!«

»Moment!«, protestierte der Anrufer, »hier geht es nicht um eine billige Flatrate oder eine Umfrage zum Thema Empfängnisverhütung.«

»Worum dann?«, krähte Martin Seibler unvermindert barsch ins Telefon.

»Um die Lösung Ihrer Probleme, würde ich sagen.«

»Welche Probleme?«

»Wenn ich richtig informiert bin, hat Ihre Frau seit letzter Woche einen Titel gegen Sie. Ihre Miete ist sechs Monate überfällig und vor ein paar Tagen hat Ihre Bank den Wagen abholen lassen.«

»Das klingt ja wie eine dieser beschissenen Daily Soaps!«

»Für mich klingt es eher wie ein Leben, das vielleicht ein bisschen aus den Fugen geraten ist.«

»Na, dann verraten Sie mir mal, wie ausgerechnet Sie diese Fugen kitten wollen«, erwiderte Seibler spöttisch.

»Wir haben einen Auftrag für Sie.«

»Wer ist wir?«

»Das spielt im Moment keine Rolle, haben Sie Interesse?« Holtbein versuchte, den Druck zu erhöhen.

»Worum geht es? Und was springt für mich dabei heraus?« Druck erzeugte Gegendruck. Auch Seibler hatte diese psychologischen Tricks auf Lager.

»Wenn Sie zusagen, gehen innerhalb der nächsten Stunde fünfzigtausend Euro auf Ihr Konto ein. Weitere fünfzig, wenn der Auftrag erledigt ist.«

»Na, dann erzählen Sie mal.«

Fünfzigtausend Euro. In Seiblers Kopf rotierte es. Damit wären all seine Sorgen vom Tisch, zumindest bis Ende des Jahres.

»Wir sollten vielleicht damit anfangen, um wen es geht. Sie waren mal einer der Besten in Ihrem Job.«

»Das ist eine Ewigkeit her. Warum suchen Sie sich keinen Jüngeren? Einen, der nicht so lange aus dem Job heraus ist.«

»Ehrlich?«

»Natürlich. Wenn Sie lügen, dann merke ich das ohnehin.«

»Die anderen haben wir gefragt. Sie haben alle abgelehnt.«

»Warum?«

»Zu riskant, schätze ich, vielleicht auch zu brisant ...«

»Ein Politiker? Oder ein Industrieller?«

»Von beidem etwas, irgendwie ... würde ich sagen.«

Martin Seibler atmete schwer. Das brachte ihm ein wenig Zeit ein, um sich über seine Antwort Gedanken zu machen. Das Geld konnte er gut brauchen, ohne Frage. Aber dafür wieder zurück in seinen alten Job? War es das wert? Diese Arbeit hatte ihn seine Ehe, seine Kinder, letztendlich alles gekostet. Jetzt wieder von vorne zu beginnen? Das stand unter keinem guten Stern. Wie eine kalte Dusche erwischte ihn dann die Erinnerung an einen Montagabend. War es letzte oder vorletzte Woche? Er hatte auf seinem durchgescheuerten Sofa gehockt und sich seine Beretta in den Mund gesteckt. Am Ende hatte er nur deshalb nicht abgedrückt, weil er um die Sauerei wusste, die ein Schuss in den Kopf hinterließ. Außerdem hatte Leonie, seine jüngere Tochter, in einigen Wochen ihre Abschlussfeier. Feierlich hatte er ihr versprechen müssen, dass er dabei wäre. Und das, obwohl er Susannes neuen Kerl am liebsten das Genick gebrochen hätte, statt ihm auch noch die Hand zu reichen und freundlich zu grinsen.

»Was ist nun?«, unterbrach ihn Holtbein unsanft, »sind wir im Geschäft?«

»Wann und wo?«

»Sie treffen Ihren Kontaktmann morgen früh ... am Flughafen. Dort erhalten Sie auch sämtliche Informationen. Um neun, seien Sie pünktlich!«

1

So früh am Morgen war Seibler schon seit Jahren nicht mehr aufgestanden. Warum auch? An einem normalen Tag hangelte er sich ohnehin nur von einer billigen Mahlzeit zur nächsten. Unterbrochen bestenfalls von einigen ausgewählten Fernsehsendungen und seiner einzigen Leidenschaft: Sport.

Bereits in seiner frühen Kindheit hatte sich Seibler den Leibesübungen verschrieben. So nannte man damals das Fach Sport auf dem Gymnasium. Schnell war klar, dass er nicht nur ein begnadeter Leichtathlet, sondern auch ein herausragender Geräteturner war. Später dann, kurz nach dem Übergang in die Oberstufe, hatte er eine ganz neue Begeisterung entdeckt, den Kampfsport. Nur hier vereinten sich Konzentration und körperliche Leistung zu einem unvergleichbaren Mix. All die Jahre hatte er Karate, Kung-Fu und auch Thaiboxen förmlich gelebt. Sein Nasenbein war schon lange aus Silikon und in seinem Körper war kaum ein Knochen zu finden, der nicht mindestens einmal gebrochen war.

Ein wenig verloren stand er nun schon seit einigen Minuten mitten im Abflugterminal. Wie sollte es weitergehen? Er hatte keinen Namen, auch keine Telefonnummer. Wenn sich in einer Viertelstunde immer noch niemand gemeldet hätte, dann würde er einfach wieder nachhause fahren.

Auf dem Weg zum Flughafen hatte er den Taxifahrer gebeten, kurz vor seiner Bank anzuhalten. Schweißnass, fast zitterig hatte er wenig später den Kontoauszug in seinen Händen gehalten. Der neue Kontostand ließ ihn förmlich aus der breiten Tür hinausschweben. Es war lange her, dass er zum letzten Mal eine solche Menge Geld erhalten hatte. Zurück im Taxi erinnerte er sich an alte Zeiten. Wie er und seine Kollegen jahrelang auf allen Kontinenten die schmutzige Wäsche anderer gewaschen hatten. Schnell war das Töten von Menschen zur traurigen Normalität geworden, viel zu schnell. Warum oder mit welcher Berechtigung, das fragten sie schon nach ein paar Aufträgen nicht mehr. Es hatte alles seinen Sinn, überzeugten sie sich zuweilen gegenseitig. Wer doch fragte, der bekam im Ausnahmefall sogar eine Antwort. Diese gefiel einem in der Regel ohnehin nicht, also lernte man, einfach darauf zu verzichten.

Heute aber war es anders. Er hatte ein Recht zu erfahren, warum er leichtfertig das Leben eines Menschen beenden sollte. Ohne eine konkrete Berechtigung, zumindest eine Art Grund, würde er nicht erneut mit dem Töten beginnen.

»Martin Seibler«, erkundigte sich eine warme Frauenstimme von hinten.

Er drehte sich um und schaute einer attraktiven Enddreißigerin mitten in die Augen. »Und wenn es so wäre?«

»Dann habe ich einen Koffer für Sie«, erwiderte sie lächelnd.

»Wollen Sie einen Kaffee oder kommen wir gleich zum Geschäftlichen?«

»Beides!«

Eine knappe halbe Stunde später schaute Seibler der hübschen Frau verträumt hinterher. Danach fiel sein Blick wieder auf den schmalen Aktenkoffer, den sie hinterlassen hatte. Echtes Leder, dachte er anerkennend. Früher waren die Koffer zum größten Teil aus billigem Kunststoff und bei Weitem nicht so geschmackvoll. Die Frau hatte ihm viel erzählt und doch nichts gesagt.

In einer Stunde sollte sein Flug nach Frankfurt starten. Von dort aus ginge es direkt in den Libanon, nach Beirut. Warum mussten sich diese Kerle gerade den übelsten Ort der Welt aussuchen, um ihn zu reaktivieren? Ein gezielter Kopfschuss in Kairo ... ein brennendes Auto in Jerusalem oder Kabul. Gern, aber ausgerechnet Beirut. Am liebsten wäre er gleich wieder umgedreht. Auf dem Rückweg kurz zur Bank, das Geld zurückschicken und schnell ab unter die heimische Decke. Nichts sehen, nichts hören und erst recht mit niemandem reden. Dann aber hatte er an Caro gedacht, seine ältere Tochter, und daran, dass sie sich so sehnlich einen Führerschein und ein kleines Auto wünschte. Nach diesem Auftrag könnte er ihr diesen Wunsch leicht erfüllen.

»Die Passagiere für den Lufthansa-Flug 5421 nach Frankfurt werden zum Gate 4 gebeten ...«, erklang es mechanisch aus einem der Lautsprecher. Seibler gab sich einen Ruck und sprang entschlossen auf. Töten, das war doch wie Fahrradfahren. Man verlernt es nicht ...

2

 

Unsanft setzte der Airbus auf der Landebahn des Rafiq-Hariri-Flughafens auf. Entweder der Pilot hatte einen schlechten Tag erwischt oder es war einfach schon zu lange her, dass Seibler in einem Flugzeug gesessen hatte. Wenigstens die Business Class hätten diese Geizkragen für ihn buchen können. Auf der anderen Seite wäre das vielleicht zu auffällig gewesen. Ein naiver Tourist oder sparsamer Kaufmann war weniger auffällig als irgendein Snob, der seinen Arsch wie ein König aus dem Flieger befördern ließ.

Auf dem Flughafen der libanesischen Hauptstadt schien sich in den letzten Jahren kaum etwas verändert zu haben. Schreiende Araber liefen wie aufgescheuchte Hühner umher, trafen auf Landsleute, um diese, unverändert keifend, aus dem Terminal zu geleiten. Schon immer war es Seibler so vorgekommen, als ob diese Menschen ständig miteinander stritten. Kurz darauf jedoch fielen sie sich in die Arme und knutschten einander hemmungslos ab. Ein widerwärtiges Volk, fand er.

Er winkte dem erstbesten Taxi und bat den Fahrer darum, ihn in ein Hotel zu bringen, das dem Zentrum zwar nah sein sollte, aber nicht zu nah.

»Machen Sie Urlaub in Beirut oder sind Sie geschäftlich in unserer schönen Stadt?«, erkundigte sich der Taxifahrer, für Seiblers Geschmack viel zu aufdringlich.

»Urlaub«, entgegnete er knapp. Das reichte hoffentlich aus, um zu verdeutlichen, dass er kein Interesse an jeglicher Art von Smalltalk hatte.

»Wollen Sie ein billiges oder ein gutes Hotel?«, wollte der der Fahrer einige Minuten später wissen.

»Ein gutes, aber trotzdem preiswert! Wenn es mir gefällt, dann gibt es ’nen Fünfer extra.« Seibler wusste genau, wie man diesen Schlag Menschen zu Höchstleistungen anspornte. Nachdem der Fahrer kurz darauf grinsend aus dem ersten Hotel gelaufen kam, war Seibler klar, dass sich auch daran nichts geändert hatte.

»Normalerweise nehmen die hundert Dollar pro Nacht«, begann der junge Mann übereifrig, »aber Sie bekommen ein Einzelzimmer für achtzig ...«

Als Seibler das Taxi davonfahren sah und den ersten Schritt in Richtung Lobby machte, überfiel ihn ein seltsames Gefühl. Es ging wieder los. Er spürte das Adrenalin. Er fühlte, wie sich seine Gedanken schon seit Stunden nur auf den Auftrag fixierten. Er war in seinem Element angekommen.

Fast acht Jahre war es nun her. Feierlich hatte er damals geschworen, dass er nie wieder für Geld töten würde. Wem er es versprochen hatte? In erster Linie sich selbst. Ein anderer war nicht zugegen, der zu diesem Zeitpunkt noch Interesse an seinem plötzlichen Sinneswandel gehabt hätte. Seine Ehe war längst gescheitert. Susanne war mit seinen beiden Töchtern ausgezogen und hatte sich in die Arme von so einem Versicherungs-Fuzzi geworfen. Seibler musste lachen, als er daran dachte, wie er diesem schmierigen Typen damals Nase und Kiefer gleichzeitig gebrochen hatte. Danach war das Verhältnis zu seiner Frau deutlich abgekühlt. Sogar den Kontakt zu seinen Kindern hatte ihm so ein spießiger Familienrichter schlussendlich untersagt. Aber er traf sie trotzdem, heimlich. Er liebte sie und sie liebten ihn. Warum sie das taten? Das hätte er nicht beantworten können.

 

Der Typ an der Rezeption beäugte ihn, als ob er eine Bombe in seinem Koffer versteckte.

»Raucher oder Nichtraucher?«, erkundigte er sich in gebrochenem Englisch.

»Egal ... ich rauche ohnehin.«

Verwirrt hatte der Kerl ihm seinen Zimmerschlüssel überreicht und noch auffallend lange hinter ihm her gestarrt.

Als Seibler endlich sein Zimmer erreichte, ließ er sich als Erstes gleich auf das klapprige Bett fallen. Wieder kreisten seine Gedanken um die Vergangenheit. Es gab kaum ein Land, kaum eine große Stadt, in der er nicht getötet hatte. Hier in Beirut war es zuletzt ein ranghoher Diplomat, den er mit einem gezielten Kopfschuss erledigt hatte. Dass auch dessen zwei Bodyguards am Ende tot auf dem Dach des Bürohauses lagen, hatte er zwar nicht gewollt, aber es war unvermeidbar gewesen. Nach dem Schuss hatte ihn einer der Männer entdeckt und war mit seinem Kollegen in Richtung Dach aufgebrochen, auf dem Seibler sein Präzisionsgewehr bereits wieder zerlegte. Erst Wochen später fand man die zwei mit durchtrennten Kehlen neben dem Abluftschacht der Klimaanlage.

Beirut, in dieser Hölle aus Gewalt, Tod und Verderben hatte er damals auch Fatima kennengelernt. In einem der zahllosen Straßenrestaurants war sie ihm an einem lauen Sommerabend aufgefallen.

»Fatima«, flüsterte er leise. Sie war die Einzige in all den Jahren, mit der er Susanne betrogen hatte. Natürlich war seine Ehe zu diesem Zeitpunkt schon lange gescheitert, aber es war trotzdem nicht okay. Man betrügt seine Frau nicht, ganz gleich, wie es um die Ehe steht.

Angebote, auch wenn er nicht unbedingt ein Traummann war, hatte es genug gegeben.

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