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Aufregung am Fürstenhof

1. KAPITEL

Emma traute ihren Ohren nicht: Stimmte es wirklich, was sie da gerade gehört hatte? Dass ihre Schwester Herrn Saalfeld anbot, Felix zu beeinflussen, damit er André Konopka am „Fürstenhof“ akzeptierte? Und dafür Geld verlangte vom Senior?

„Sag mal, spinnst du?“ Erschrocken fuhr Rosalie herum. Werner war gerade wieder gegangen, und mit Emma hatte sie nun überhaupt nicht gerechnet. „Ich denke, du liebst Felix! Stattdessen fällst du ihm in den Rücken!“

„Hast du etwa gelauscht?“, entgegnete Rosalie.

„So was hätte ich dir nie zugetraut“, empörte sich ihre Schwester. „Verkaufen willst du Felix! An Herrn Saalfeld! Für ein paar lumpige Euro. Pfui Teufel!“

„Das ist doch lächerlich!“ Rosalie begriff, dass sie in die Offensive gehen musste. Irgendwie musste sie Emma davon überzeugen, dass sie etwas missverstanden hatte. Aber Emma dachte gar nicht daran, sich einlullen zu lassen. Sie wusste, dass sie sich nicht getäuscht hatte.

„Entweder du sagst Felix, was du mit Herrn Saalfeld besprochen hast“, verlangte sie also, „oder ich mache es!“ Fassungslos sah Rosalie sie an.

„Du darfst nicht mit Felix reden!“, rief sie dann. „Damit würdest du ihn nur unglücklich machen.“

„Unglücklich machst du ihn“, hielt Emma dagegen. „Ich will ihm nur die Augen öffnen.“

„Du hast da etwas missverstanden!“, beteuerte ihre Schwester erneut. „Ja, es stimmt, ich habe eine Art Abkommen mit Herrn Saalfeld getroffen … Aber doch nur, damit er sich endlich wieder mit Felix verträgt! Du hast mir doch selbst erzählt, was Felix in letzter Zeit ertragen musste. Erst stirbt seine Mutter, dann wandert sein Vater nach Kanada aus. Von seinem Liebesleben ganz zu schweigen.“

„Und was hat das mit deinem Gespräch mit Herrn Saalfeld zu tun?“, knurrte Emma.

„Ganz einfach: Ich will, dass Felix zur Ruhe kommt“, behauptete Rosalie. „Ich will verhindern, dass die Situation zwischen den beiden eskaliert. Was André Konopka anbetrifft, sind die Standpunkte total verhärtet. Du weißt doch, wie stur Felix sein kann.“ Ein trauriges Lächeln erschien auf Emmas Gesicht. Ja, das wusste sie nur zu gut. „Und Werner Saalfeld ist auch nicht besser“, fuhr Rosalie fort. „Stell dir vor, er nimmt Felix die Anteile am ‚Fürstenhof‘ wieder weg.“

„So einfach geht das nicht“, glaubte Emma.

„Dem Kerl traue ich alles zu“, unkte ihre Schwester. „Und ich mache mir einfach Sorgen um Felix. Deshalb will ich Herrn Saalfeld hinhalten, um Zeit zu gewinnen. Damit sich die Lage entspannt.“ Emma wirkte nun doch verunsichert, und Rosalie legte noch einmal nach: „Ich liebe Felix. Du denkst doch nicht ernsthaft, dass ich ihn hintergehen könnte …“

Sie hatte gedacht, dass sie ihre Schwester kennen würde. Emma wusste einfach nicht, was sie glauben sollte. Sie konnte ja nicht einmal sagen, ob Rosalie sie gerade angelogen hatte oder nicht. Wenn sie das alles wirklich nur tat, um Felix zu schützen – warum machte sie es dann nicht offen, sondern heimlich? Oder hatte sie einfach nur Angst, dass er merkte, was sie hinter seinem Rücken trieb? Rosalie brauchte dringend Geld, so viel stand fest. Aber würde sie Felix wirklich dazu verführen können, seine Prinzipien zu verraten? Nur, um ihre Schulden bezahlen zu können? Emma seufzte. Wenn sie Felix reinen Wein einschenkte, verriet sie ihre Schwester. Wenn nicht, ließ sie ihn womöglich ins offene Messer laufen. Was sollte sie nur tun?

Werner fand Rosalies Angebot mehr als zweifelhaft. Und er hatte ein mulmiges Gefühl bei der Angelegenheit. Sosehr er auch hoffte, Felix davon überzeugen zu können, dass es richtig war, André wieder als Chefkoch zu engagieren – eigentlich wollte er sich nicht mehr in solche Intrigen verwickeln lassen.

„Diese Art von Frau unterschätzt man schnell“, meinte Werner, nachdem er seinem Bruder von der Begegnung mit Rosalie Engel erzählt hatte. „Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ihre Pläne scheinen durchsichtig, und plötzlich fällt man ihnen doch zum Opfer. Ich war mal mit so einer Frau verheiratet …“

„Barbara von Heidenberg, ich erinnere mich …“ André war ihr zwar nie begegnet, wusste aber, was für ein Unheil diese Frau im ‚Fürstenhof‘ angerichtet hatte.

„So eine wie die wünsche ich meinem schlimmsten Feind nicht“, stellte Werner ernst fest.

„Sie muss ein ganz ausgebufftes Biest gewesen sein“, erwiderte sein Bruder voller Mitgefühl.

„Schlimmer. Sie war der Teufel.“ Die Erinnerungen an Barbara plagten Werner, seit er in der Zeitung die Suchanzeige mit ihrem Foto gesehen hatte. Die Anzeige war von der Versicherung geschaltet worden – wenn Barbara innerhalb der nächsten sechs Wochen nicht auftauchte, würde man sie für tot erklären lassen. Und die Lebensversicherung würde fällig werden. Zwei Millionen Euro. André hatte Bedenken in Bezug auf das Geld – es klebte so viel Blut daran. Aber der Senior fand, die Millionen stünden ihm zu. Barbara hatte so viel kaputt gemacht … Und sie würde nicht wieder auftauchen. Sie war in eine Schlucht gestürzt, kein Mensch konnte das überleben. Aber so oft er sich das auch sagte – die Albträume wurden immer schlimmer. Inzwischen erschien Barbara ihm jede Nacht im Traum, sodass er sich kaum noch traute einzuschlafen.

Nach der Konfrontation mit Emma gab es für Rosalie keine andere Möglichkeit: Sie musste Felix von der Abmachung mit Herrn Saalfeld erzählen. Allerdings so, dass sie selbst in einem guten Licht dastand. Also behauptete sie, Werner hätte ihr Geld angeboten, um Felix bezüglich André Konopkas Wiedereinstellung umzustimmen.

„Ich glaub’s nicht …“ Felix reagierte sichtlich schockiert. „Dieser verschlagene Kerl … Dreister kann man nicht sein.“ Dann musterte er seine Freundin forschend. „Und? Was hast du ihm geantwortet?“

„Ich bin zum Schein darauf eingegangen“, erwiderte sie und schmiegte sich an ihn. „Was sollte ich machen?“ Er nickte langsam. Das war eine Sache zwischen ihm und seinem Onkel. Und er würde ihn sofort zur Rede stellen – Werner sollte bloß nicht glauben, dass er ihn für dumm verkaufen konnte. Doch Rosalie setzte alles daran, ihren Freund zurückzuhalten.

„Siehst du denn nicht, dass das alles auch Vorteile hat?“, argumentierte sie. „Herr Saalfeld hält mich jetzt für seine Vertraute. Und vielleicht weiht er mich in Zukunft in seine Pläne ein. Dann sind wir ihm immer einen Schritt voraus und können ihm zuvorkommen, falls er dir eine Falle stellt. Natürlich nur, wenn du dichthältst …“ Eigentlich war Felix ein viel zu geradliniger Mensch, um sich auf solche Spielchen einzulassen. Aber Rosalie gelang es, ihm zumindest für den Moment auszureden, mit Werner zu sprechen. Trotzdem war ihr Freund in einer Sache ganz und gar entschlossen: André Konopka würde er niemals am „Fürstenhof“ dulden, ganz egal, was sein Onkel oder sonst jemand dazu meinte.

Emma war nach wie vor hin- und hergerissen. Und als sie Felix in ihrer Pause im Personalraum antraf, wusste sie überhaupt nicht mehr, was sie tun sollte. Aber sie konnte ihn doch nicht blind in sein Unglück rennen lassen! Selbst wenn es gegen ihre eigene Schwester ging! Also platzte sie schließlich mit der ganzen Geschichte heraus und berichtete von dem Gespräch, das sie zwischen Rosalie und Herrn Saalfeld belauscht hatte.

„Denk bitte nicht, ich erzähle dir das, um Rosalie bei dir anzuschwärzen“, schloss sie. „Sie ist meine Schwester, ich würde niemals ohne Grund ein schlechtes Wort über sie verlieren. Darum habe ich auch lange überlegt, ob ich überhaupt mit dir reden soll, aber … Ich mache mir einfach Sorgen um dich.“

„Lieb von dir, aber ich glaube, das ist nicht nötig.“ Amüsiert sah er sie an. „Du hast da nämlich etwas missverstanden: Mein Onkel hat deiner Schwester das unmoralische Angebot gemacht. Nicht umgekehrt.“

„Woher weißt du das?“, erwiderte Emma vollkommen konsterniert.

„Rosalie hat mir eben alles gesagt“, gab er zur Antwort. „Offenbar hat Werner ihr Geld geboten, damit sie meine Meinung über seinen Bruder positiv beeinflusst.“

„Und du denkst, das stimmt?“, hakte Emma nach.

„Kaum zu glauben, aber wahr“, bestätigte er. „Jedenfalls brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Rosalie und ich, wir haben die Sache im Griff.“

Es rührte ihn, dass Emma sich solche Sorgen um ihn gemacht hatte, dass sie sogar gegen ihre Schwester Partei ergriff. Und so erzählte er Rosalie von der Begegnung.

„Arme Emma!“, lächelte er. „Sie war fest davon überzeugt, mich vor einem fiesen Komplott retten zu müssen.“ Doch seine Freundin fand das alles überhaupt nicht lustig.

„Mir so ein hinterhältiges Verhalten zu unterstellen!“, empörte sie sich. „Und damit auch noch hausieren zu gehen!“

Emma grübelte derweil noch immer. Sie war sich so sicher gewesen, dass Rosalie Herrn Saalfeld angeboten hatte, Felix gegen Geld zu beeinflussen … Aber offensichtlich lag sie damit falsch. Sie konnte froh sein, dass Felix so gelassen auf ihren Verdacht reagiert hatte. Zum Glück war er nicht sauer gewesen. Nicht auszudenken, wenn er geglaubt hätte, sie würde gegen ihre Schwester intrigieren, weil sie ihr die Beziehung nicht gönnte …

Marie war das Gespräch mit Viktoria mehr als unangenehm: Die Geschäftsführerin hatte sie mehr oder weniger deutlich vor Simon gewarnt. Er sei nicht bereit für eine neue Beziehung, sondern würde mit Frauen nur spielen, behauptete Frau Tarrasch.

„Danke für Ihren Rat“, sagte Marie und bemühte sich um einen höflichen Ton – immerhin war Viktoria ihre Vorgesetzte. „Aber ich kann Ihre Einschätzung nicht teilen. Ich weiß zwar nicht genau, warum – aber Sie tun Simon unrecht.“ Und damit ließ sie die Geschäftsführerin allein, die ihr unglücklich nachblickte.

Marie vermutete, dass Viktoria schlichtweg eifersüchtig war. Nichtsdestotrotz fühlte sie Ben wegen seines Freundes auf den Zahn. Doch auch der Page bestätigte ihr, dass Simon ein echter Gentleman sei und kein Aufreißer, der Frauen sammelte wie Trophäen. Marie hatte Simon ehrlich gern. Aber Frau Tarrasch war gleichzeitig ihre direkte Vorgesetzte. Und Affären am Arbeitsplatz wurden nun einmal nicht gern gesehen. Was sollte sie also tun?

Zunächst einmal ging sie ein bisschen auf Abstand zu Simon und schlug seine Einladung, am Abend gemeinsam nach München zu fahren, unter einem fadenscheinigen Vorwand aus. Doch so leicht ließ Simon sich nicht abwimmeln.

„Was ist los?“, fragte er direkt. „Habe ich irgendwas Falsches gesagt oder getan? Irgendwas, das dich verletzt hat?“ Sie schüttelte überfordert den Kopf. „Warum bist du dann auf einmal so komisch?“ Marie holte tief Luft.

„Du warst doch mal mit Frau Tarrasch zusammen?“, begann sie dann. Er bejahte verblüfft. „Es ist nur so ein Gefühl, aber ich glaube, sie ist eifersüchtig“, fuhr Marie fort. „Und da sie meine Vorgesetzte ist …“

„Hat sie dich etwa auf mich angesprochen?“ Es war zwecklos zu leugnen – Simon hatte sowieso durchschaut, was passiert war. „Was hat sie gesagt?“, forschte er weiter. „Dass man es am ‚Fürstenhof‘ nicht gerne hat, wenn Mitarbeiter miteinander anbandeln?“

„Egal, was sie gesagt hat …“ erwiderte Marie etwas hilflos. „Wir sollten erst mal einen Gang runterschalten.“

„Verstehe …“ Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Da blieb ihm wohl nichts anderes, als sich Viktoria einmal persönlich vorzunehmen.

„Hast du irgendwas dagegen, wenn ich mich mit Marie Sonnbichler treffe?“ Ertappt blickte Viktoria ihn an, riss sich dann aber zusammen.

„Warum sollte ich? Nachdem du mir doch ziemlich deutlich klargemacht hast, dass du von mir nichts mehr willst …“

„Höre ich da etwa einen Vorwurf heraus?“, argwöhnte er.

„Überhaupt nicht“, behauptete sie. „Wir haben miteinander geschlafen, sonst nichts. Alles andere ist längst vorbei.“

„Eben.“ Er nickte zufrieden. „So sehe ich das auch.“

Sofort unterrichtete er Marie darüber, dass mit Viktoria alles in Ordnung sei.

„Du bist einfach zu ihr gegangen?“ Marie war sichtlich verärgert.

„Ich spreche solche Sachen eben lieber offen an“, verteidigte er sich. „Vergiss Viktoria und lass uns nach München fahren.“ Doch wieder lehnte sie ab. Enttäuscht zog er sich fürs Erste zurück.

Doch als er sich einige Zeit später noch einmal ein Herz fasste und seine Einladung zum dritten Mal wiederholte, musste sie über seine Hartnäckigkeit doch lachen. Und sagte zu. Wenn auch erst für den morgigen Abend.

Egal, wie sein Onkel dazu stand: Felix suchte noch einmal die Konfrontation mit Werners Bruder.

„Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich es den Angestellten des ‚Fürstenhofs‘ nicht länger zumuten kann, mit jemandem wie Ihnen zusammenzuarbeiten“, begann er, und Andrés Miene versteinerte sofort. „Sie haben die Menschen hier vom ersten Tag an schamlos belogen und betrogen. Und ich rate Ihnen, sich möglichst schnell nach einem neuen Job umzuschauen.“

„Und wenn ich das nicht tue?!“, begehrte der Chefkoch auf.

„Sind Sie in absehbarer Zeit arbeitslos“, erklärte Felix kühl. „Ihre Tage in diesem Hotel sind gezählt.“

„Ohne die Zustimmung meines Bruders können Sie das nicht entscheiden“, setzte sich André zur Wehr. „Und er wird damit nicht einverstanden sein.“

„Ich werde Mittel und Wege finden“, verkündete Felix ungerührt. „Darauf können Sie sich verlassen.“ Er meinte es wirklich ernst, so viel war dem Chefkoch klar. Es warteten also ungemütliche Zeiten auf ihn. Und er konnte nur hoffen, dass Werner weiterhin zu ihm hielt …

Rosalie war allerdings wenig begeistert, als ihr Freund ihr von der „Unterhaltung“ mit André Konopka erzählte. Sie hoffte ja immer noch, ihn beeinflussen und so etwas Geld aus der ganzen Angelegenheit schlagen zu können. Geld, das sie dringend brauchte.

„Hatten wir nicht besprochen, dass du erst mal die Füße stillhältst?“, warf sie ihm vor.

„Das würde die Sache nur unnötig hinauszögern“, meinte er.

„Du hast selbst gesagt, er ist ein absoluter Spitzenkoch“, hielt sie dagegen.

„Zum Glück nicht der einzige …“, stellte Felix gelassen fest.

„Trotzdem! Einen adäquaten Ersatz musst du erst mal finden“, mahnte sie. „Sonst verlierst du deine Stammgäste schneller, als du gucken kannst.“ Aber Felix hatte bereits einen Plan. André Konopka würde den „Fürstenhof“ freiwillig verlassen, da war er sich ganz sicher …

2. KAPITEL

Am nächsten Tag checkten zwei neue Gäste im Hotel ein: Cordula van Dering und Sylvia Wielander. Bei ersterer handelte es sich um eine ältere Dame, die sich vor einer Augenoperation noch ein paar Tage im „Fürstenhof“ erholen wollte. Sylvia Wielander reiste als ihre Betreuerin mit.

Das alles wäre wenig spektakulär gewesen. Aber als die beiden Damen bei ihm an der Rezeption auftauchten, stockte Alfons der Atem: Er hätte schwören können, dass Frau Wielander eigentlich Barbara von Heidenberg war. Es war mehr als eine Ähnlichkeit. Es musste ein und dieselbe Person sein …

Völlig aufgelöst begab er sich zum Direktor. Selbstverständlich schenkte Werner seiner Erzählung keinen Glauben. Barbara war tot. Und wenn sie ihm noch so oft nachts im Traum erschien …

Aber Alfons beharrte darauf, dass Herr Saalfeld sich die Dame selbst ansah. Cordula van Dering und Sylvia Wielander hatten inzwischen im Restaurant Platz genommen und tranken einen Kaffee. Aus der Ferne meinte Werner, nur eine gewisse Ähnlichkeit feststellen zu können. Doch als er entschlossen an den Tisch der beiden Damen trat, blieb ihm beinahe das Herz stehen.

„Barbara …“, flüsterte er und starrte Frau Wielander an wie ein Gespenst.

„Entschuldigung?“, erwiderte sie irritiert. Sie hatte sogar dieselbe Stimme!

„Das kann nicht sein …“, murmelte er noch immer völlig geschockt.

„Können wir Ihnen helfen?“, meldete sich nun Frau van Dering resolut zu Wort. Seine Fassungslosigkeit schlug in Wut um. Er verlangte, dass Sylvia ihm ins Büro folgte, damit er die Polizei rufen könnte. Und um die Situation nicht eskalieren zu lassen, ging sie tatsächlich mit ihm mit.

„Würden Sie mir bitte den Grund Ihrer Aufregung mitteilen?“, fragte sie schüchtern.

„Ich weiß nicht, wie du das geschafft hast …“ Hasserfüllt funkelte er sie an.

„Wieso duzen Sie mich?“, wunderte sie sich.

„Sag mir nur eines: Was willst du hier?“ Überfordert verzog sie das Gesicht. Sie hatte nicht den blassesten Schimmer, was hier überhaupt los war. „Wie lange hast du für diese Rolle geübt?“, herrschte er sie an. Langsam begriff sie – er schien sie zu verwechseln. Also reichte sie ihm ihren Personalausweis. „Das beweist gar nichts!“, schnaubte er. „Einen Ausweis kann man fälschen. Damit willst du mich blenden.“

„Herr Saalfeld, für wen auch immer Sie mich halten – ich bin es nicht“, beteuerte sie. „Und ich kenne auch keine Barbara. Mein Name ist Sylvia Wielander. Ich bin Krankenschwester. Verheiratet mit Dr. Paul Wielander. Ich begleite Frau van Dering, da sie sehbehindert ist.“ Er glaubte ihr kein Wort.

„Du kommst hier erst raus, wenn du diese Scharade beendest!“, drohte er. Er machte ihr Angst. Und so willigte sie ein, dass er die Polizei rief. Doch die Beamten konnten auch nichts weiter tun, als festzustellen, dass mit Frau Wielanders Ausweispapieren alles in bester Ordnung war.

„Wer immer diese Barbara war, sie muss Ihnen sehr zugesetzt haben“, stellte Sylvia fest, nachdem die Polizisten wieder gegangen waren. Er wusste nichts zu entgegnen. „Und vermutlich haben Sie sie sehr geliebt, sonst würden Sie nicht so reagieren“, fuhr sie fort.

„Verschwinde!“, keuchte er da. „Ich will allein sein!“ Unangenehm berührt begab sie sich zur Tür. „Du bist es. Du kannst mir nichts vormachen. Ich kenne dich.“ So schnell sie konnte, verließ sie das Büro. Dieser Mann war ihr unheimlich …

„Da bist du ja endlich!“ Cordula van Dering war in der Zwischenzeit sichtlich ungeduldig geworden. Sylvia berichtete ihr, was geschehen war.

„Er denkt, ich sei seine Exfrau“, schloss sie. „Ist das nicht furchtbar?“

„Und da hast du Mitleid?“, wunderte sich Frau van Dering.

„Er wirkte ziemlich mitgenommen“, entgegnete ihre Betreuerin.

„Vermutlich bräuchte er einen guten Arzt!“, stellte die ältere Dame ungehalten fest. „Das ist doch allerhand! Und das in einem Fünf-Sterne-Hotel!“ Sylvia bat sie, sich nicht aufzuregen. „Du weißt doch, dass ich mich gerne aufrege“, erwiderte Cordula bestimmt. „Ich liebe Aufregung. Sie tut meinem Kreislauf gut!“ Und dann schnappte sie sich ihre Zigaretten samt Zigarettenspitze und machte sich auf den Weg zum Büro.

Mit funkelnden Augen baute sie sich vor Herrn Saalfeld auf und verlangte eine Entschuldigung.

„Sie sollten mir dankbar sein!“, hielt er noch immer völlig aufgelöst dagegen. „Haben Sie eine Ahnung, mit wem Sie da verkehren?! Frau Wielander heißt in Wirklichkeit Barbara von Heidenberg und hat zwei Menschenleben auf dem Gewissen!“

„Sie irren!“ Cordula konnte kaum glauben, was sie da hörte. „Ich kenne Sylvia lange genug. Sie ist die Frau meines Arztes.“ Ärgerlich zündete sie sich eine Zigarette an und hatte für Werners Hinweis, dass im Hotel Rauchverbot herrsche, nur ein Achselzucken übrig. Er warnte sie noch einmal vor ihrer Begleiterin, und ihr platzte nun endgültig der Kragen. Sie habe exzellente Kontakte zur Presse, stellte sie fest. Und sie könne jederzeit für Negativschlagzeilen über den „Fürstenhof“ sorgen. Er solle sich also zusammenreißen. Und sich bei Frau Wielander entschuldigen!

Rosalie und Emma hatten sich seit Emmas Unterredung mit Felix nicht mehr gesehen und liefen sich nun in der Lobby über den Weg. Emma begrüßte ihre Schwester etwas verunsichert, doch die fuhr ihr sofort über den Mund.

„Tu nicht so scheinheilig, du kleines Miststück!“, zischte sie. „Ich dachte, ich könnte dir vertrauen. Stattdessen rennst du zu Felix und verbreitest die wildesten Gerüchte über mich!“

„Ich habe mir nur Sorgen um ihn gemacht“, verteidigte sich Emma kläglich.

„Das gibt dir noch lange nicht das Recht, das Blaue vom Himmel runterzulügen!“, giftete ihre Schwester.

„Das habe ich nicht! Ich habe ihm nur gesagt, was ich gehört habe …“ Aber Rosalie bestand darauf, dass das Gespräch mit Herrn Saalfeld ganz anders abgelaufen war. „Aber ich habe es so verstanden“, beharrte Emma. „Und außerdem kenne ich Felix schon lange. Ich war es ihm schuldig, dass er Bescheid weiß.“

„Mir kommen die Tränen!“, höhnte ihre Schwester. „Als ob es dir nur darum ging, Felix etwas Gutes zu tun.“

„Worum denn sonst?“ Nun war Emma ehrlich irritiert.

„Gib es ruhig zu!“, schnaubte Rosalie. „Du wolltest einen Keil zwischen uns treiben. Sonst nichts.“

„Das ist nicht wahr!“, protestierte ihre Schwester entsetzt.

„Mich wolltest du schlechtmachen, um dich ins rechte Licht zu rücken“, legte Rosalie nach. „Weil du selbst in ihn verknallt bist!“ Beschämt senkte Emma den Blick. Das war nun einmal ihr wunder Punkt. „Aus Eifersucht lügen und seine eigene Schwester verleumden!“, empörte sich Rosalie weiter. „Schäbiger geht’s nicht!“

„Bitte, so etwas darfst du nicht sagen …“ In Emmas Stimme lag ein Flehen.

„Ich habe nur wiederholt, was Felix mir berichtet hat!“, behauptete ihre Schwester. „Er hält dich für eine miese, hinterhältige Intrigantin. Und damit hat er völlig recht!“ Emma war am Boden zerstört. Das war das Allerschlimmste, was sie sich vorstellen konnte: Dass Felix so mies über sie dachte …

Sie hätte sich raushalten sollen! Immer wieder machte sich Emma selbst diesen Vorwurf. Aber nein – sie musste sich ja einmischen. Klar tat es weh, dass Felix mit Rosalie zusammen war. Aber sie selbst war doch keine Intrigantin! Sie würde doch nie lügen, um bei Felix zu punkten! Das musste er doch wissen … Oder?

Felix genoss hingegen gerade einen großen Triumph: Es war ihm gelungen, den Starkoch Alfons Schuhbeck dafür zu gewinnen, sich die Arbeitsbedingungen im „Fürstenhof“ einmal anzusehen. Und André fiel beinahe die Kinnlade herunter, als er begriff, wer ihm da vor die Nase gesetzt werden sollte. Grinsend erklärte Felix ihm, dass in der Küche durchaus Platz sei für zwei Chefköche. Und wenn ihm die Situation nicht passen würde, könnte er jederzeit kündigen.

André fühlte sich vollkommen ohnmächtig. Und das Schlimmste war: Schuhbeck war nicht nur ein absoluter Spitzenkoch, dem er selbst wahrscheinlich nicht das Wasser reichen konnte. Er war außerdem ein verdammt netter Kerl, der sofort ausgesprochen gute Laune in der Küche verbreitete …

Emma hatte sich ein Herz gefasst. Sie musste Felix einfach auf das ansprechen, was ihre Schwester gesagt hatte.

„Du denkst, dass ich Rosalie in ein schlechtes Licht rücken wollte …“, begann sie unglücklich. „Und dass ich das mit Herrn Saalfeld nur behauptet habe, weil, weil …“ Überfordert brach sie ab. Doch er lächelte sie nur freundlich an.

„Emma, es ist gut“, meinte er. „Ich weiß, dass du keine Lügnerin bist. Und eine Intrigantin erst recht nicht.“ Sie staunte – da hatte Rosalie aber anders geklungen. „Du hast da nur etwas falsch verstanden. Das kann jedem passieren. Ich bin nicht böse. In Ordnung?“

„In Ordnung.“ Sie war noch immer verwirrt. Aber auch unendlich erleichtert.

„Warum hast du mich angelogen?“, wollte sie allerdings kurz darauf von ihrer Schwester wissen. „Ich habe mit Felix gesprochen. Er hält mich gar nicht für intrigant.“

„Das hätte ich mir denken können!“, giftete Rosalie sofort. „Dass du nichts Besseres zu tun hast, als ihn hinter meinem Rücken zur Rede zu stellen!“

„So einen Vorwurf konnte ich doch nicht einfach so stehen lassen“, fand Emma. „Dazu ist Felix mir zu wichtig.“

„Wäre schön, wenn ich dir auch ein bisschen wichtig wäre“, zischte Rosalie.

„Das bist du“, beteuerte ihre Schwester unglücklich. „Ich habe mich so gefreut, als du hierhergekommen bist. Und jetzt ist alles so komisch zwischen uns …“

„Weil ich mich verliebt habe und du mir Felix nicht gönnst“, erwiderte Rosalie.

„Das stimmt nicht!“, beharrte Emma. „Aber deine Lügen sind einfach unfair!“ Rosalie setzte auf einmal eine betroffene Miene auf.

„Ja, ich gebe es zu, ich habe ein bisschen geschwindelt“, sagte sie. „Ich war so sauer auf dich. Das hat mich alles an früher erinnert.“ Emma wusste nicht, was sie meinte. „Du weißt schon …“, fuhr ihre Schwester fort. „Du warst die Prinzessin! Und ich der Sündenbock. Dein Vater hat mir ständig fiese Sachen angedichtet. Ich habe das gehasst. Und wenn heute jemand behauptet, ich hätte etwas Schlimmes getan, dann … Ich war einfach zu voreilig.“ Emmas Schuldgefühle regten sich sofort. Es stimmte ja: Rosalie hatte es in ihrer Kindheit wirklich nicht leicht gehabt. Und nun lenkte ihre Schwester gnädig ein. „Tut mir wirklich leid, Emma. Ich hasse es, wenn wir streiten.“

„Ich auch.“ Nach einem kurzen Zögern nahmen sich die beiden in den Arm.

Auf Felix wartete heute noch eine böse Überraschung. Denn auch er begegnete Sylvia Wielander. Und reagierte nicht anders als Alfons oder Werner: Diese Frau war Barbara von Heidenberg so ähnlich, dass es keine andere Erklärung dafür geben konnte, als dass sie es tatsächlich war.

„Ihr Gang, ihre Bewegungen, ihre Figur – es stimmt einfach alles!“ Felix war immer noch ganz außer sich, als er nun mit seinem Onkel und Herrn Sonnbichler zusammenstand.

„Vor allem ihre Stimme“, pflichtete Alfons ihm bei. „Ich habe jetzt noch eine Gänsehaut.“ Herr Saalfeld gab zu bedenken, dass mit ihrem Ausweis alles in Ordnung gewesen sei.

„Hör doch auf!“, winkte Felix ab. „Ein gefälschter Ausweis! Das ist für Barbara doch eine Kleinigkeit.“

„Leider“, seufzte sein Onkel und wandte sich dann an den Portier. „Haben Sie sich umgehört?“

„Hab ich“, bejahte Herr Sonnbichler. „Frau van Dering, die ältere Dame, ist sehr reich und leidet an einer Augenerkrankung.“

„Dieselbe Masche wie bei Miriam!“, brauste Felix auf. „Barbara spielt die Fürsorgliche und hat es in Wahrheit nur auf ihr Geld abgesehen!“

„Aber eines verstehe ich trotzdem nicht …“, setzte Werner nachdenklich an. „Warum kommt sie hierher? Ausgerechnet in den ‚Fürstenhof‘, wo sie jeder erkennen kann! Warum sollte sie dieses Risiko eingehen?“

„Sie fühlt sich sicher“, vermutete sein Neffe. „Und vielleicht sucht sie einfach nur den Nervenkitzel. Das würde zu ihr passen! Sie will Katz und Maus mit uns spielen.“

„Ihrem kranken Hirn wäre das zuzutrauen“, gab der Senior zu. „Aber eine Frage bleibt trotzdem: Wie konnte sie diesen Sturz überleben? Noch dazu unversehrt?“

„Wer sagt denn, dass sie nicht einige Zeit im Krankenhaus gelegen hat?“, hielt Felix dagegen.

„Ich war dabei, als sie in die Schlucht gestürzt ist“, beharrte Werner. „Es ist absolut unmöglich, dass sie überlebt hat.“

„Unmöglich?“, schnaubte sein Neffe. „Was war bei dieser Frau jemals unmöglich?“ Die drei Männer wechselten einen beklommenen Blick. Es war wirklich alles mehr als rätselhaft. Alfons äußerte den Gedanken, dass es sich bei Sylvia Wielander vielleicht um Barbaras Zwillingsschwester handeln könnte. Bei Lars Hoffmann und Marc Kohleweyer war es doch auch so gewesen – die beiden hatten nicht einmal von der Existenz des anderen gewusst. Werner hielt das allerdings für ausgeschlossen.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass ein und dieselbe Geschichte gleich zweimal am ‚Fürstenhof‘ passiert, liegt bei eins zu was–weiß–ich–wie viel Millionen“, meinte er. Felix hingegen war weiterhin davon überzeugt, dass es Barbara höchst persönlich war, die unter falschem Namen im „Fürstenhof“ weilte. Und er hatte auch schon eine Idee, wie man das beweisen könnte.

„Wir müssen einen Gentest machen“, schlug er vor. „Hast du noch Sachen von Barbara?“

„Bewahre!“ Abwehrend hob sein Onkel die Hände. „Ich habe alles entsorgt. Und selbst wenn, wie stellst du dir das vor? Willst du Frau Wielander ein Haar ausreißen? Wir haben schon genug Scherereien.“ Felix glaubte nicht, dass es ein großes Problem wäre, an ein Haar von Frau Wielander zu gelangen, aber Werner wollte nichts davon wissen. Frau van Dering und ihre Begleitung mussten unbedingt in Ruhe gelassen werden. Nicht auszudenken, wenn sich die alte Dame mit einer solchen Geschichte an die Presse wandte. Nein, er würde sich selbst etwas überlegen. Dazu brauchte er nur ein bisschen Zeit. Zunächst aber würde ihm nichts anderes übrig bleiben, als sich bei dieser Sylvia Wielander für sein Benehmen zu entschuldigen.

„Bist du denn gar nicht neugierig, wer diese Frau ist, mit der du verwechselt wirst?“, fragte Frau van Dering zur gleichen Zeit ihre Betreuerin.

„Warum sollte ich?“, versetzte Sylvia mit einem Achselzucken und cremte der alten Dame fürsorglich die Arme ein. Dann sprachen die beiden über die bevorstehende Augenoperation. Cordula litt unter grauem Star und war sich nicht sicher, ob der Eingriff wirklich etwas verbessern würde. Aber Sylvia sprach ihr Mut zu: Der Professor, der die Operation durchführen würde, war eine absolute Koryphäe. Alles würde gut gehen.

„Nehmen wir also mal an, meine Operation glückt“, meinte Frau van Dering. „Und ich benötige deine Hilfe nicht mehr. Was machst du dann? Gehst du zu deinem Mann zurück?“ Unbehaglich verzog Sylvia das Gesicht. „Liebst du Paul denn gar nicht mehr?“, bohrte die alte Dame weiter.

„Erst mal bin ich froh, ein bisschen Abstand zu haben“, antwortete Frau Wielander. „Dein Angebot, dich bis zu deiner Operation zu betreuen, kam genau zum richtigen Zeitpunkt.“

„Ich verstehe schon: Du willst nicht darüber reden.“ Die beiden tauschten ein einvernehmliches Lächeln.

„Ich möchte mich bei Ihnen für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.“ Sylvia hatte sich gerade auf der Hotelterrasse niedergelassenund genossdie Herbstsonne, als Werner sie ansprach.

„Das heißt, Sie glauben mir?“, fragte sie erleichtert.

„Es war eine Verwechslung“, behauptete er, obwohl er sich keineswegs sicher war, dass das auch stimmte.

„So etwas kann passieren“, lächelte sie.

„Meine Reaktion war übertrieben und unangenehm“, fuhr er fort. Und er konnte nicht anders: Er musterte sie von Kopf bis Fuß.

„Aber ganz sicher sind Sie immer noch nicht“, stellte sie fest. Wohl oder übel riss er sich zusammen.

„Doch“, meinte er. „Es ist nur merkwürdig. Diese Ähnlichkeit …“

„Wie gesagt, für wen auch immer Sie mich halten – ich bin es nicht“, bekräftigte sie noch einmal.

„Dann hoffe ich, dass Sie noch einen angenehmen Aufenthalt hier haben“, erwiderte er.

„Bestimmt!“, glaubte sie. „Jetzt, da wir alles geklärt haben. Es ist ja sehr schön hier.“ Bevor er sich verabschiedete, betrachtete er sie noch einmal prüfend, was ihr nicht entging. Sie konnte nur hoffen, dass diese seltsame Geschichte nun ein Ende hatte. Es war nicht gerade angenehm, dauernd so angestarrt zu werden.

Werner fühlte sich so schlecht nach dieser Begegnung, dass er nicht mehr weiter arbeiten konnte. Immer wieder sah er die Szene vor sich, wie Barbara seine Hand losließ und in den Abgrund stürzte.

Auch André bemerkte, in was für einer desolaten Verfassung sein Bruder sich befand. Er hatte eigentlich mit ihm über Alfons Schuhbeck reden wollen, musste aber feststellen, dass Werner nicht den blassesten Schimmer hatte von der ganzen Sache. Das war ganz allein Felix Saalfelds Entscheidung gewesen. Doch im Moment war das alles nicht von Bedeutung – denn wenn André seinen Bruder nur ansah, wusste er, dass man sich um Werner ernsthaft Sorgen machen musste.

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