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Titel

Inhalt

  1. Vorwort
  2. Einleitung
  3. 1. Der Vergangenheit in die
    Augen sehen
  4. 2. Lachen über die kommenden Tage
  5. 3. Sorgenvolle Gedanken und eine widerwärtige Art
  6. 4. Die Panini-Generation
  7. 5. Die Arbeit einer Frau
  8. Schluss

Vorwort

In diesem Zeitalter beinahe grenzenloser Möglichkeiten gibt es einen Bereich in unserem Leben, in dem wir keinerlei Wahl haben – das Älterwerden. Die Frage ist, ob wir gegen diesen Prozess ankämpfen oder ihm mit Anmut, Gelassenheit, Heiterkeit und Selbstbewusstsein entgegensehen. In diesem Fall ist Alison Teales Ratgeber für „die zweite Hälfte des Lebens“ ein absolutes Muss für alle Frauen, die das Unvermeidliche leben und genießen und nicht einfach nur hinnehmen wollen.

Mit einem Gespür, das die Grenzen hinterfragt, die wir unbewusst akzeptieren, mit Einsichten in biblische Geschichten, die uns die Augen öffnen, und mit praktischen Fragen, die Verstand und Seele aktiv halten, lädt Alison uns ein, ihr auf ihrem eigenen Weg durch die Höhen und Tiefen zu folgen – zu einem Ort in der Mitte des Lebens, der für uns alle so befreiend wie überraschend ist. Kein Seufzen mehr, wenn ich in den Spiegel schaue und dem Vergangenen nachtrauere. Ich habe immer leichtfertig gesagt: „Das Beste kommt noch.“ Dank Alison Teale weiß ich jetzt, dass es wirklich so ist.

Michele Guinness

Einleitung

Mein 50. Geburtstag

Der Herr wurde mein Halt.

Er führte mich hinaus ins Weite,

er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.

Psalm 18,19–20 (EÜ)

Während ich in unserem sonnigen Wintergarten am Tisch sitze und auf die Anfänge meines Gemüsegartens hinter unserem ersten „richtigen“ Eigenheim hinaussehe, staune ich darüber, wie sich die Landschaft meines Lebens in den letzten zehn Jahren verändert hat. In meinem ersten Buch, Barfuß in der Küche 1, habe ich von meinen Erfahrungen aus den intensiven Jahren erzählt, in denen ich vier kleine Kinder erzog – von meiner Heilung und Erholung von postnataler Depression, davon, wie ich das Leben als Familienfrau annehmen lernte, und von meiner Suche nach Gott in der Alltäglichkeit des ganz normalen Lebens zu Hause. Genau genommen zog das Buch einen Schlussstrich unter die ersten vier Jahrzehnte meines Lebens. Seit seiner Veröffentlichung haben mich viele Frauen ermutigt, die sagten, sie hätten das Buch in schwierigen Zeiten als hilfreich erlebt. Im Laufe der Jahre hat man mich oft gebeten, darüber zu sprechen, wie wir Gott in den ganz gewöhnlichen Dingen finden können, aber mit der Zeit wurde das immer schwieriger. Das Leben geht weiter und die Jahre mit kleinen Kindern verschwinden schneller in der Vergangenheit, als man sich das vorstellen kann, wenn man bis zu den Ellbogen in Windeleimern steckt oder von oben bis unten mit Klebstoff und Glitzer bedeckt ist. Meine Kinder sind jetzt alle beinahe erwachsen und schicken sich an, flügge zu werden: Eins ist ausgezogen und mehrmals zurückgekommen. Ich bin nicht länger „an den Herd gekettet“ und auch keine Pfarrersfrau mehr. Ich habe mein erstes eigenes Haus gekauft und arbeite wieder Vollzeit.

Da mein Leben jetzt so ganz anders ist, schlug mir eine befreundete Betriebswirtin vor, ich sollte auf Barfuß in der Küche jetzt Barfuß in der Vorstandsetage folgen lassen! Obwohl ich die Direktorin eines Ein-Frau-Küchentisch-Unternehmens war, während meine älteren Kinder in der Pubertät und mich noch zu Hause brauchten, arbeitete ich keineswegs (und tue es immer noch nicht) auf der Vorstandsebene, die sie im Sinn hatte. Deshalb hat dieses Buch, das ich geschrieben habe, als ich mich der nackten Realität meines fünfzigsten Geburtstags stellte, mit Aufbruch in die Weite einen etwas anderen Titel erhalten.

Ich hoffe, dass dieses Buch vor allem für jene wertvoll ist, die, so wie ich auch, nach jahrelanger Zeit der Kindererziehung in einer ganz anderen Welt auftauchen als der, die sie eine oder mehrere Kleidergrößen früher gekannt haben.

Aufbruch in die Weite besteht aus fünf Betrachtungen, die Christinnen helfen sollen, eine Bilanz aus der Vergangenheit zu ziehen, die Gegenwart neu einzuordnen und nach vorne in die Zukunft zu blicken, während die zweite Hälfte ihres Lebens mit all ihren Herausforderungen und Möglichkeiten vor ihnen liegt. Ich hoffe, dass dieses Buch vor allem für jene wertvoll ist, die, so wie ich auch, nach jahrelanger Zeit der Kindererziehung in einer ganz anderen Welt auftauchen als der, die sie eine oder mehrere Kleidergrößen früher gekannt haben. Diese Frauen fragen sich oft, was um Himmels willen geschehen ist und was sie jetzt machen sollen. In der Mitte ihres Lebens fangen Frauen an, Fragen zu stellen, für die sie weder die Zeit noch die Kraft hatten, als sie ihre Kinder großzogen. Es ist eine Zeit, in der die oberflächlichen Äußerlichkeiten des Lebens weniger wichtig werden als die innere, geistliche Reise zu Sinn und Aufgabe. Vielleicht kann dieses Buch als Sprungbrett dienen, das seinen Leserinnen ermöglicht, sich diese Fragen in einem geistlichen Kontext stellen zu können, ohne den zahlreichen dornigen Themen am Wegrand auszuweichen.

Ich habe beschlossen, dieses Buch Aufbruch in die Weite zu nennen, weil ich die zweite Hälfte meines Lebens so betrachte. Es ist eine Phase, in der es mehr Zeit für die Dinge gibt, die während der Kindererziehung auf Eis lagen, und in der wenigstens einige davon neu entdeckt werden können, damit sie nach und nach ihr volles Potenzial entwickeln. Und es ist eine Zeit, darüber nachzudenken, ob man nicht etwas ganz Neues beginnen sollte. Ich stieß vor drei Jahren auf Psalm 18, als mein Leben an einen entscheidenden Wendepunkt kam. Obwohl ich mehrere Jahre zuvor einen Zeitschriftenartikel darüber geschrieben hatte, wie man positiv mit Veränderungen umgehen kann, war ich auf das, was mir widerfahren würde, nicht annähernd gut genug vorbereitet.

Während ich versuchte, mich auf das vorzubereiten, von dem ich glaubte, dass es vor mir liegen würde, fing ich an, über eine Predigt nachzudenken, die ich Anfang 2008 gehört hatte, in einem Jahr, das bedeutende Veränderungen mit sich bringen sollte. Eine Hebräischprofessorin wohnte damals bei uns und sie erklärte mir, dass das hebräische Wort Leben, chai, aus zwei Symbolen besteht: yod, das für „Gott“ oder „Heiliger Geist“ steht und den Zahlenwert 10 hat, und chet, das die Form eines Tores hat und den Zahlenwert 8. In der hebräischen Philosophie ist die Zahl 8 ein Symbol für „Neuanfänge“, die wir manchmal mit einem „offenen Tor“ oder dem „Durchschreiten eines Tores“ in Verbindung bringen. So hatte diese Neujahrs­predigt für 2008 den Titel „Das Jahr des Tores“ erhalten. Die Hebräischlehrerin erläuterte weiter, das Wort „Leben“ („das Tor zu Gott“ oder „das Tor, durch das der Heilige Geist fließt“) habe folglich den Zahlenwert 18 (8+10=18).2 Sie sagte, dieser Zahlenwert stelle eine Verbindung zu Psalm 18,20 her. Ich weiß nicht mehr, welchen Grund sie dafür anführte (in den letzten zwei Jahren ist viel geschehen und die Notizen, die ich mir im Januar 2008 gemacht habe, sind von der Sonne, die durchs Arbeitszimmerfenster fällt, ziemlich verblasst), aber in Psalm 18,20 steht: „Er führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.“

Mir gefiel dieses Bild der „Weite“. Das Wort schien mir voller Verheißung und ich hatte lange auf meinen sogenannten großen Durchbruch im Leben gewartet, jetzt da die Kinder mich nicht mehr so sehr brauchten. Ich fing an, etwas weiter zu forschen.3 Zunächst untersuchte ich das hebräische Wort merhab näher, das „Weite“ bedeutet [s. o.], indem ich alle alttestamentlichen Stellen betrachtete, in denen das Wort vorkommt. Die meisten Verse, in denen es auftaucht, ähneln sich und können mit den beiden folgenden Stellen zusammengefasst werden:

Sie überfielen mich am Tag meines Unheils, doch der Herr wurde mein Halt. Er führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.

(Psalm 18,19–20; auch 2. Samuel 22,19–20; EÜ)

Den Geplagten rettet Gott durch seine Plage und öffnet durch Bedrängnis sein Ohr. Auch dich entreißt er dem Rachen der Bedrängnis, in Weite stehst du, nicht in Enge, voll ist deine Tafel von fetten Speisen.

(Hiob 36,15–16; EÜ)

In diesen Versen wird also eine Situation beschrieben, in der es eine Bewegung von einem engen Raum in die Weite hinaus gibt, von einem Ort der Beschränkung zu einem Ort, an dem Freiheit wachsen und gedeihen kann.

Beide Male geht es darum, von einem Ort des Leidens oder der Not in die Weite hinausgeführt zu werden. Bei weiteren Nachforschungen fand ich heraus, dass das Wort „Unheil“ oder „Bedrängnis“ in beiden Kontexten mit einem „begrenzten“ oder „engen“ Raum assoziiert wird.4 In diesen Versen wird also eine Situation beschrieben, in der es eine Bewegung von einem engen Raum in die Weite hinaus gibt, von einem Ort der Beschränkung zu einem Ort, an dem Freiheit wachsen und gedeihen kann.

Das erinnert mich an die Paprikapflanzen, die ich in diesem Frühjahr aus den Samen einer roten Paprikaschote gezogen habe. Ich staunte, dass die Samen überhaupt keimten, und als die Pflanzen wuchsen und immer größer wurden, topfte ich sie immer wieder um. Jetzt stehen zehn dieser sechzig Zentimeter hohen Pflanzen auf den Fensterbänken meines Wintergartens und fangen an zu blühen. Vor einigen Wochen nahm ich jedoch einige Setzlinge mit zur Arbeit, um den anderen Frauen im Büro welche zu geben. Eine Kollegin ließ ihre Pflanzen auf der Fensterbank bei ihrem Schreibtisch in den kleinen Töpfen stehen, in die ich sie ursprünglich gepflanzt hatte. Sie goss sie, aber das war alles. Als ich gestern in die Sommerferien ging, waren diese Pflänzchen noch immer fünf Zentimeter groß und hatten keine zusätzlichen Blätter bekommen. Sie befanden sich immer noch in einem „engen Raum“. Sie hatten Wärme, Wasser und Licht, aber keinen Platz zum Wachsen.

Ins Weite hinauszugehen ist so, als würden wir Gott erlauben, uns umzutopfen, so wie ich meine Paprikapflanzen umgetopft habe. Unsere Wurzeln werden vielleicht gestört, wenn wir in immer größere Töpfe gesetzt werden, aber das ist die nötige Voraussetzung dafür, dass wir Platz haben, unser wahres Potenzial zu erfüllen. Ich bin gespannt, was das für uns alle in den kommenden Jahren bedeutet.

Als ich meine Wortsuche noch weiter fortsetzte, fand ich mich in 2. Mose 3 wieder. Das überraschte mich, da dasselbe Kapitel der Ausgangspunkt für mein voriges Buch gewesen war. Dieser Abschnitt erzählt davon, wie Gott durch den brennenden Dornbusch mit Mose spricht: „Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden“ (2. Mose 3,5; ).

Mir gefiel damals der Gedanke, dass Mose vor dem brennenden Dornbusch seine Schuhe auszog und Gott einen ganz gewöhnlichen Gegenstand benutzte, um Moses Aufmerksamkeit zu erregen und eine lebensverändernde Wahrheit in sein Leben hineinzusprechen. Dann überlegte ich, wie wir durch die Alltäglichkeit unseres Lebens als Hausfrau und Mutter in Gottes Gegenwart kommen können, indem wir unsere Küche als heiligen Boden begreifen, anstatt dass wir uns von den negativen Bildern vom „Heimchen am Herd“ herunterziehen lassen.5

In Barfuß in der Küche hatte ich bei Vers 5 im dritten Kapitel des 2. Buches Mose aufgehört zu lesen. Jetzt, als ich bis Vers 8 weiterlas, entdeckte ich nicht nur, dass dort von einem „schönen, weiten Land“ die Rede ist, sondern auch der Gedanke wieder auftaucht, von einem Ort des Leidens an einen Ort des Segens zu gelangen: „Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen … Ich bin he­rabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land“ (Verse 6–8; ).

Es konnte doch bestimmt kein Zufall sein, dass ich mich in diesem Kapitel in 2. Mose wiederfand, während ich an einem Wendepunkt stand, mich aus der Küche hinausbewegte und zu verstehen suchte, welche geistliche Bedeutung der Begriff „Weite“ hatte.

Als ich mit einem Theologen darüber sprach, was ich heraus­gefunden hatte, sagte er mir, das hebräische Wort für „Ägypten“ (mitzrayim) klinge so ähnlich wie das Wort für „engen Ort“ (meitzarim).6 Ägypten war also ein enger Ort oder ein Ort der Gefangenschaft für die jüdischen Sklaven und der Herr hatte versprochen, sie in ein „weites Land“ oder einen Ort der Freiheit zu führen. Im Verlauf der Zeit und auf allen Kontinenten haben unterdrückte Bevölkerungsgruppen die Geschichte des Exodus als Quelle der Inspiration genutzt, weil sie darin die Kraft fanden, ihren „engen Ort“ zu verlassen und eine gefährliche Reise – im wörtlichen oder übertragenen Sinne – in das „weite Land“ zu unternehmen, das Gott ihnen versprochen hat.7 Frauen in der Mitte des Lebens stehen vor einem ähnlichen Umbruch und diese Veränderung kann für jene, die ihre ganze Zeit und Kraft in die Erziehung ihrer Kinder investiert haben, durchaus beängstigend sein.

Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass ich es mit der Metapher ein wenig übertreibe, wenn ich vorschlage, dass unsere Jahre zu Hause mit kleinen Kindern unser persönliches „Ägypten“ und unsere Familien unsere „Sklaventreiber“ sind, die uns Armselige „leiden“ lassen, bis Gott wie durch ein Wunder in unser Leben hineinbricht und uns aus häuslicher Gefangenschaft in ein neues Leben der Freiheit und Verheißung führt! Wenn Sie wollen, können Sie die Metapher so deuten, aber ich persönlich glaube, dass das, was wir in unsere Kinder investieren, das wertvollste Vermächtnis ist, das wir hinterlassen können. Ich wollte nie die Bedeutung des Familienlebens untergraben oder die Entscheidung vieler Frauen entwerten, als Vollzeitmütter zu Hause zu bleiben. In meinem ersten Buch wollte ich nur ausdrücken, dass es manchen Frauen, so wie mir, sehr schwer gefallen ist, kleine Kinder zu betreuen: Es war ein „enger Ort“, ein Ort der Beschränkungen, aber trotzdem ein Ort, an dem wir geistliche Bedeutung und Erfüllung finden können, wenn wir uns bewusst dazu entschließen, solange dieser Lebensabschnitt dauert.

Weil Kinder wachsen, flügge werden und ihr Zuhause verlassen, ist es eine unvermeidliche Tatsache, dass unser Leben irgendwann leerer wird. Unter Umständen haben wir mit einem Mal buchstäblich mehr Raum, weil Kinder aus eigenem Willen gehen. Wir müssen nicht gegen das Muttersein rebellieren oder unseren eigenen Exodus inszenieren: Am Ende gehen Kinder normalerweise und wir können kaum etwas deswegen tun, außer kreativ auf diesen weiten Raum zu reagieren, so wie wir versucht haben, mit dem engen Ort positiv umzugehen. Anstatt sich auf das „Hurra! Jetzt kann ich endlich tun und lassen, was ich will“ zu konzentrieren oder gar in den negativeren Gefühlen zu baden, die mit dem leeren Nest zusammenhängen, verstehe ich den Begriff „Weite“ als Metapher für einen Umbruch zu einem Lebensabschnitt, in dem wir Zeit und Gelegenheit haben, das zu werden, was Gott in uns angelegt hat.

Übrigens glaube ich, dass es für Mose einen Zusammenhang gab zwischen der Tatsache, dass er auf heiligem Boden seine Schuhe auszog, und der Bereitschaft, dem Herrn zuzuhören und zu gehorchen und das Volk Israel aus Ägypten bis an die Grenze zum Gelobten Land zu führen. Könnte es sein, dass wir für den Umbruch von dem „engen Ort“, ausschließlich Familienfrau zu sein, zu der „Weite“ unserer verheißenen Zukunft besser gerüstet sind, wenn wir bereits die schwierige, aber wertvolle Lektion gelernt haben, barfuß in der Küche zu stehen?

Mein letztes Buch schloss mit einem Hinweis auf Hosea 2,17: „… und das Achor-Tal mache ich für sie zum Tor der Hoffnung“ (EÜ), und so ist es vielleicht ganz natürlich, dass es der nächste Abschnitt dieser geistlichen Reise ist, von diesem engen Tal zu dem weiten fruchtbaren Weideland, das uns erwartet, weiterzuziehen. Trotzdem ist es nicht immer einfach, von einem Ort an einen anderen weiterzuziehen. Weiterzuziehen erfordert eine bewusste Entscheidung und dann entsprechendes Handeln. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie sich entscheiden können, indem sie gar keine Entscheidung treffen. Wir können unser Zelt an der Wegkreuzung aufschlagen, wie Abrahams Vater Terach es tat, der Ur zwar verließ, aber das Land Kanaan nie erreichte, weil er buchstäblich an der Kreuzung bei Haran stecken blieb, an der die Karawanen aufeinandertrafen (1. Mose 11,31–32). Oder wir können mutig sein und uns aus dem vertrauten Gebiet in neue Dinge begeben, die auf uns warten, wie Abraham es nach dem Tod seines Vaters tat. Ich lade Sie deshalb ein, „durch das Tor zu gehen“, der Führung des Heiligen Geistes zu folgen, die Entscheidung für das Leben zu wählen (5. Mose 30,19) und etwas Zeit mit mir zu verbringen, während wir versuchen herauszufinden, was vor uns liegt, und es entschlossen mit beiden Händen ergreifen.

In den folgenden Kapiteln stelle ich jene Art Fragen (und versuche, sie auch zu beantworten), die wir uns vielleicht stellen, wenn wir darüber nachdenken, in dieser Weite zu leben, von der wir glauben, dass sie Erfüllung und Befriedigung im nächsten Lebensabschnitt bringen wird. Diese Kapitel sind ein öffentliches Tagebuch, eine Erforschung meiner Gedanken und Erfahrungen, während ich über mehrere Jahre voller Fragen und Veränderungen hinweg mit Gott rang. Meine Situation und meine Erfahrungen sind vielleicht nicht die gleichen wie Ihre, aber ich bin sicher, dass es Stellen geben wird, an denen Sie etwas aus Ihrem Leben wiedererkennen. Hinter unseren äußerlichen Verschiedenheiten, das habe ich festgestellt, sind wir Frauen uns in unseren Hoffnungen und Ängsten ähnlicher, als wir zugeben wollen. In diesem Sinne beginne ich dieses Buch so, wie ich das letzte beendet habe, nämlich mit einem Wunsch, dass der Herr Sie und mich auf all das vorbereitet, was er für uns bereithält.

Darum beten wir auch immer für euch, dass unser Gott [uns unserer] Berufung würdig mache und in seiner Macht allen Willen zum Guten und jedes Werk des Glaubens vollende. So soll der Name Jesu, unseres Herrn, in [uns] verherrlicht werden und [wir] in ihm, durch die Gnade unseres Gottes und Herrn Jesus Christus.

(2. Thessalonicher 1,11–12; )


11 Barefoot in the Kitchen. Bible Readings and Reflections for Mothers, Bible Reading Fellowship, Abingdon 2004.

2 Grant Luton: In His Own Words: Messianic Insights into the Hebrew Alphabet, Beth Tikkun, 1999, S. 89–98.

3 Wilhelm Gesenius: A Hebrew and English Lexicon of the Old Testament, übersetzt aus dem Lateinischen von Edward Robinson DD, Crocker and Brewster, Boston 1836, S. 937. www.htmlbible.com/sacrednamebiblecom/kjvstrongs/ STRHEB47.htm.

4 Charles B. Bugg: Preaching and Intimacy: Preparing the Message and the Messenger, Smyth & Helwys, Macon, GA, 1999, S. 67.

5 https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Moses_%26_Bush_Icon_Sinai_c12th_century.jpg. Dieser Link zeigt eine Ikone von Mose und dem brennenden Dornbusch, die ich zu Meditationszwecken benutzte, als ich Barefoot in the Kitchen schrieb.

7 Adrian Hastings, Alistair Mason und Hugh S. Pyper: „Exile“ in: The Oxford Companion to Christian Thought, Oxford University Press USA, Oxford und New York 2000, S. 227.

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