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Atempause

Inhalt

Vorwort

Atemlos

Diagnose COPD

Die Kunst des Versteckspiels

Auswirkungen auf Familie und Partnerschaft

Ein Kaiser-Jahr

Dicke Luft

Luft und Liebe

Die Entdeckung der Langsamkeit

Schöne neue Welt

Kinderzeit

Dichtung und Wahrheit

Soziales Engagement gegen innere Angst und Kälte

Luft zum Atmen

Im Aufwind der Kaiser-Mania

… das darf doch wohl nicht wahr sein!

Durchatmen

Atempause

Ultima Ratio oder Der letzte Ausweg

Wir sind Sehnsucht

Magie des Augenblicks

Resümee

Bildstrecke

Joachim Ringelnatz

Alles ist möglich

Transplantation – eine Entscheidung für Fortgeschrittene

COPD aus medizinischer Sicht

Ein mutiger Schritt – vielen Dank, Roland Kaiser!

Lungentransplantation – die Fakten

Organspende – ein Geschenk fürs Leben

Anhang

Glossar

Danksagung ATEMPAUSE

Danksagung ALLES IST MÖGLICH

Hinweis des Autors

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Vorwort

Den Patienten Roland Kaiser kenne ich nun seit zehn Jahren. Im Laufe dieser Jahre habe ich aber auch zunehmend den Menschen und Künstler Roland Kaiser kennengelernt. In seinem Buch Atempause schildert Roland Kaiser auf sehr beeindruckende Weise das Krankheitsbild einer COPD und die damit verbundenen zunehmenden Beeinträchtigungen im Bereich des täglichen Lebens. Wenngleich die COPD als eine Volkskrankheit angesehen werden kann und in Deutschland viele Millionen Männer und Frauen von diesem Krankheitsbild betroffen sind, so ist das Besondere an dem „Fall Roland Kaiser“, dass es sich bei ihm um einen Mann handelt, der als Sänger in der Öffentlichkeit unserer Gesellschaft steht. Hieraus ergeben sich für den Betroffenen zusätzlich noch ganz andere Probleme als für die vielen anderen Mitpatienten. Die Probleme im Umgang mit den Medien und die Versuche, die Gesamterkrankung über lange Zeit zu verheimlichen, werden sehr ehrlich und offen dargelegt. In Kenntnis seines Krankheitsbildes habe ich mich als behandelnder Arzt immer wieder darüber gewundert, mit welcher Willenskraft Roland Kaiser in der Lage war, seinem Beruf als Sänger weiter nachzugehen. Ich war immer wieder erstaunt, wenn er mir erzählte, dass er zweieinhalbstündige Live-Konzerte geben und dabei auch live singen könne. Dies war ihm unter anderem sicher deshalb möglich, da er im Laufe der Jahre auch positive Effekte der Erkrankung erkannte wie das „Entdecken der Langsamkeit“, die bei ihm insgesamt zu einem ruhigeren und wohl auch sehr harmonischen Familienleben führte. Mit einer bemerkenswerten Presseerklärung hat sich Roland Kaiser schließlich auch vor der Öffentlichkeit als einer unter Millionen betroffener COPD-Patienten geoffenbart – ein Schritt, der richtig war. Sicher ist dadurch der Umgang mit den Medien und auch mit den vielen Zuhörern von Roland Kaiser für alle Beteiligten leichter geworden. Das vorliegende Buch gibt zahlreichen, weniger prominenten Betroffenen wertvolle Hinweise, wie man mit der Erkrankung COPD umgehen muss, um mit ihr leben und durchaus auch arbeiten zu können. Besonders begrüßenswert ist zum Ende des Buches der eindringliche Appell, das Inhalationsrauchen zu unterlassen oder am besten erst gar nicht damit anzufangen. Das vorliegende Buch ist insgesamt äußerst lesenswert und sollte weite Verbreitung finden. Wenn Roland Kaiser seinen Mitmenschen sagte: „Ich sehe schlimmer aus, als es mir tatsächlich geht“, so drückte er damit in bewundernswerter Weise seine Einstellung zu der Krankheit und zu den damit verbundenen Behinderungen aus.

Am Ende des Jahres 2009 verließen Roland Kaiser dann aber doch zunehmend die Kräfte. Im Kapitel „Alles ist möglich“ beschreibt er diese Situation sehr genau. Der Zeitpunkt für eine Lungentransplantation ist immer dann gekommen, wenn ein Patient seinem Arzt sagt, dass ein Leben in der von Roland Kaiser geschilderten Form für den Betroffenen nicht mehr lebenswert ist. In der Medizinischen Hochschule Hannover wurde die Indikation zur Lungentransplantation mit höchster Dringlichkeit gestellt. Erfreulicherweise hat sich dann nach kurzer Wartezeit ein passendes Spenderorgan gefunden. Als ich etwa 14 Tage nach der Operation Herrn Kaiser in Hannover besuchte, stand mir ein lachender und strahlender Mann gegenüber. Mir ist es dabei genauso ergangen, wie er es beschreibt, als er nach der Transplantation das erste Mal in einen Spiegel schaute. Was eine Lungentransplantation aus einem vorher schwerstkranken Menschen machen kann, beschreibt Roland Kaiser selbst am besten. Dem ist nichts hinzuzufügen.

In vielen langen Gesprächen und auch durch die Lektüre dieses Buches habe ich Roland Kaiser nicht nur als Patienten und Künstler, sondern auch als gläubigen Menschen kennengelernt. Als „sein Professor“ möchte ich ihm, aber auch seiner ganzen Familie daher Gottes Segen wünschen. Ich freue mich mit ihm über sein neues Leben, das am 26. Februar 2010 in Hannover begann.

 

Prof. Dr. med. H. Steppling

Münster, im August 2011

Atemlos

Eigentlich wollte ich 90 Jahre alt werden, ohne Hilfe. Jetzt müssen wir zwei das eben gemeinsam schaffen. Wir, das sind natürlich meine Ehefrau Silvia und ich – aber das sind auch meine seit an­nähernd neun Jahren im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende ständige Begleiterin und ich. Wir haben uns arrangiert und sehen der gemeinsamen Zukunft nicht zuletzt dank der Liebe, Toleranz und Stärke meiner Ehefrau nach bewegten und nicht gerade leichten ­Zeiten mittlerweile freudig und zuversichtlich entgegen.

Es war wieder einmal einer der Abende, die kein Ende nehmen. Ein Abend, an dem man in netter Runde sitzt, zu viel trinkt und zu viel raucht. Silvia und ich hatten uns mit Freunden eigentlich nur zum Abendessen verabredet. So nennt man diese zwanglosen Treffen gerne, bei denen man von vornherein weiß, dass sie mit Sicherheit nicht mit dem Dessert enden werden. Irgendwann war es dann so spät, dass wir die letzten Gäste waren. Daher entschlossen wir uns, den Abend beziehungsweise das, was noch davon übrig war, in gemütlicher Runde bei unseren Freunden ausklingen zu lassen und nicht mehr nach Hause zu fahren. Die Zeit verging wie im Fluge. Gegen 4.00 Uhr morgens, nach endlosen Gesprächen, zahlreichen Gläsern Wein und vor allem viel zu vielen Zigaretten, gingen wir dann endlich ins Bett.

Ich schlief ruhig und entspannt, bis ich gegen 10.00 Uhr morgens mit dem vagen Gefühl erwachte, dass etwas Bedrohliches mit mir geschehen sei. Die Luft, die ich einzuatmen gedachte, kam einfach nicht mehr da an, wo ich sie hinatmen wollte. Sie blieb mir vorne in der Brust stecken. Auf halber Strecke war einfach Schluss. Ich versuchte noch einmal, mit aller Konzentration tief durchzuatmen – und musste husten. Die unteren Lungenflügel blieben leer. Ich konnte mir das nicht erklären. Diese Situation war für mich unfassbar, machte mir Angst. Panik machte sich in mir breit. Ich rief nach Silvia, die bereits im Badezimmer war. Sie sah mir sofort an, dass etwas nicht stimmte, und fragte: „Was ist los, was ist los?“ Ich sagte: „Ich kriege keine Luft mehr, ich kriege keine Luft mehr. Ich habe das Gefühl, als ob mir ein Stein auf der Brust liegt und mich daran hindert zu atmen.“ Sie konnte sich das zwar auch nicht erklären, beruhigte mich aber erst einmal durch ihre bloße Anwesenheit und ihre Anteilnahme. Wir hätten nicht so viel rauchen sollen, war die banale und plausible Erklärung, die wir für meine überraschend heftige Atemlosigkeit fanden. Man werde eben auch nicht jünger und sollte es künftig maßvoller angehen lassen.

Dieser Gedanke entspannte mich vorübergehend. Ich fügte mich in das durch den vermeintlichen „Zigaretten-Kater“ verursachte körperliche Unwohlsein. Ich ging davon aus, dass es mir im Laufe des Tages schon wieder besser gehen würde. Doch die beklemmende Atemnot blieb. Wir frühstückten mit unseren Freunden, ich ging hinaus an die frische Luft – aber die Atembeschwerden wollten sich einfach keinen Deut bessern. Meine Lungen versagten mir unerbittlich den einen tiefen, den befreienden Atemzug. Ich war unglaublich matt. Jede Bewegung strengte mich unverhältnismäßig an. Dabei war mein Kopf völlig klar.

Erst viel später sollte ich verstehen, warum ich tatsächlich an diesem Morgen so atemlos und müde war. Die Zigaretten waren sicher ein Auslöser für die heftige Kurzatmigkeit, aber die Wurzel des Übels saß viel tiefer. Aber dazu später mehr. Ich möchte nicht vorgreifen.

Silvia und ich fuhren um die Mittagszeit nach Hause und holten auf der Heimfahrt die Kinder bei unserer Kinderfrau ab. Mit ihr sind unsere Kleinen von Geburt an vertraut. Anschließend machten wir es uns zu Hause gemütlich. Ich versuchte zu schlafen. Ruhelos suchte ich eine bequeme Lage, in der ich freier atmen könnte. Ich legte und setzte mich im Wechsel aufs Sofa und ins Bett. Ich rang im Garten nach Luft. In mir machte sich mit jedem weiteren Atemzug die lähmende Gewissheit breit, dass etwas von meinem Körper Besitz ergriffen hatte, das mein Leben von nun an massiv beeinträchtigen, mir den Atem abschnüren und auch nicht mehr so einfach weggehen würde – wenn ich es überhaupt noch einmal loswerden könnte. Doch diesen Gedanken verbot ich mir sofort wieder. Wer wird denn gleich hysterisch werden?

Ich versuchte, mich nicht mehr auf meine Atmung zu konzentrieren und mich abzulenken, um den immer wieder aufsteigenden Panikwellen den Nährboden zu entziehen. Dann würde es schon besser werden, redete ich mir ein. Ohne Erfolg.

Noch am selben Nachmittag rief ich meinen Hausarzt an, um einen kurzfristigen Untersuchungstermin zu vereinbaren. Aber ich hatte Pech. Es war ein Mittwoch, und da ging nachmittags gar nichts mehr. Nun wollte ich aber auch nicht als Notfall zu einer Vertretung gehen. So beruhigten Silvia und ich uns mit der Absichtserklärung: „In Ordnung, dann warten wir eben die eine Nacht noch ab. Das geht schon irgendwie. Aber morgen fahren wir so früh wie möglich zum Arzt.“

Außerdem hatte uns der Blick in den Terminkalender gezeigt, dass wir eine wichtige private Verabredung am Abend übersehen hatten. Also quälte ich mich weiter durch den Tag, diszipliniert bemüht, mir ja nichts anmerken zu lassen. Ich dachte immer noch, mir hingen die Nachwirkungen der Party nach. Und damit wollte ich nun wirklich nicht hausieren gehen. Ich saß also wie vereinbart bei dieser privaten Verabredung, konnte aber an nichts anderes denken als daran, dass ich keine Luft in meine Lungen bekomme. Einatmen, ausatmen. Einatmen, ausatmen. Das Atmen forderte meine ganze Aufmerksamkeit.

Geraucht habe ich an diesem Tag übrigens keine einzige Zigarette. Die Lust daran war mir gründlich vergangen. Gab ich doch den Zigaretten die alleinige Schuld an meiner Atemnot. Insgeheim hoffte ich ja auch immer noch, die Rauchabstinenz würde meine Lungen besänftigen und mir über kurz oder lang die bisher gewohnte Atemfreiheit wiedergeben.

Wir gingen früh zu Bett. Eine neue Nacht, eine neue Runde. Rückblickend ein Wahnsinn. Denn diese zweite Nacht hätte fatale Folgen haben können. Doch da wir uns der gesundheitlichen Gefahr nicht bewusst waren, schliefen Silvia und ich mehr schlecht als recht dem nächsten Morgen entgegen. Auch diesmal fand ich im Schlaf nicht die ersehnte Erleichterung und Erholung. Dabei war die Nacht bisher immer meine liebste Tageszeit gewesen. Ich bin eher ein Nachtmensch. Jetzt sehnte ich den Morgen herbei.

Am Donnerstag wurde ich früh wach – körperlich, natürlich, wieder schlapp und wie gerädert. Am späten Nachmittag hatten wir endlich einen Arzttermin, bei einem vor Ort in Münster ansässigen Lungenspezialisten, der uns von meinem Hausarzt empfohlen worden war. Meine gleichbleibend alarmierende Atemnot hatte Silvia so stark beunruhigt, dass sie auf einen Facharzt gedrängt hatte. Meine Frau, unser Sohn Jan und ich fuhren also zum Arzt. Die Wartezeit verbrachten wir überwiegend schweigend. Silvia spielte mit Jan. Als ich endlich aufgerufen wurde, musste ich im Rahmen der üblichen Routineuntersuchungen zunächst einen Lungenfunktionstest machen. Ich musste Luft stoßartig in einen Schlauch ausatmen: So wurde der Atemfluss gemessen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Kein Luftballon hätte sich davon beeindrucken lassen. Der Gesichtsausdruck der jungen Arzthelferin machte mir wenig Hoffnung auf eine erfreuliche Diagnose. Ihr Gesicht schien zu fragen: „Was macht denn der hier? War das wirklich alles, was der mir anzubieten hat?“ – Nach dem Motto: Viel war das ja wirklich nicht. Ich fühlte mich kraftlos und schaute weg, um mich nur nicht ihrem Blick zu stellen und vielleicht sogar reden zu müssen. Anschließend wurde mir Blut aus dem Ohrläppchen entnommen, um den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. Nach dieser zweiten Untersuchung bat man mich, wieder im Wartezimmer Platz zu nehmen. Mit meiner Frau und unserem Sohn saß ich dort relativ entspannt. Wir unterhielten uns, warteten auf die Diagnose und das Rezept, das mir nach zwei Tagen mit Atemnot und Ungewissheit endlich Linderung und Heilung bringen sollte.

Nachdem die Sprechstundenhilfe dem Lungenfacharzt die Werte vorgelegt hatte, kam sie und bat mich, mit meiner Frau, aber ohne Jan ins Sprechzimmer zu kommen und Platz zu nehmen. Wir hatten uns gerade hingesetzt, als der Arzt mich – halt, nein: eher wandte er sich direkt an meine Frau – ohne Umschweife fragte: „Sagen sie mal, wer von Ihnen beiden ist eigentlich hierher gefahren?“ Da meinte meine Frau: „Mein Mann ist gefahren.“ – „Ah ja, ihr Mann ist also gefahren … hm, hm. Passen Sie auf, Frau Kaiser. Sie werden jetzt Ihren Mann mitnehmen, weil er ganz bestimmt nicht mehr fahren wird, und werden mit ihm direkt und unmittelbar ins Krankenhaus fahren.“ Praktisch denkend, wie Silvia nun mal ist, entgegnete sie ihm spontan: „Ja, gut. Ich würde aber gerne vorher noch zu Hause vorbeifahren und einen Schlafanzug für meinen Mann einpacken, falls er dortbleiben muss …“ Erst bei den nächsten Sätzen wurde uns beiden bewusst, worauf der Arzt hinauswollte. Er versuchte, uns möglichst schonend beizubringen, was wir auf keinen Fall hatten hören wollen. Jetzt wurde er deutlich und erklärte uns unmissverständlich: „Nein, nein. Das werden Sie auf keinen Fall tun. Wir haben hier die Lungenwerte Ihres Mannes und den Sauerstoffgehalt seines Blutes gemessen, und ich muss Ihnen sagen, dass seine Werte alles andere als gut sind. Hätten wir beide dieselben Werte, wären wir bereits tot. Die Werte sind dramatisch. Sie müssen sich das ungefähr so vorstellen: Ein gesunder Mensch hat in etwa zwischen 75 und 80 Prozent Sauerstoffgehalt im Blut. Bei Ihrem Mann aber liegt er zurzeit bei rund 17 bis 18 Prozent. Das ist mehr als lebensbedrohlich. Also, Sie nehmen jetzt Ihren Mann und fahren auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus. Sofort. Sobald er dort aufgenommen ist, können Sie gerne nach Hause fahren und ihm den Schlafanzug bringen. Und wenn Sie das nicht unverzüglich tun, werde ich persönlich einen Krankenwagen holen lassen.“ – „Nein, nein“, erwiderte meine Frau erstaunlich gefasst.

Wir hatten den Arzt zwar den Worten nach verstanden, doch die durchaus schockierende Bedeutung seiner Diagnose sickerte erst langsam in unser Bewusstsein. Wir zeigten zu unserer eigenen Überraschung keine größere Gefühlsregung, und so ermahnte der Lungenfacharzt Silvia noch einmal nachdrücklich beim Abschied: „Bitte denken Sie daran: Sie fahren, sofort, und nicht Ihr Mann!“

Als wir das Behandlungszimmer verließen, schauten Silvia und ich uns ziemlich ernst an und wussten: Das ist kein Spaß mehr. Wir konnten uns nichts mehr vormachen. Die Diagnose war gnadenlos ehrlich. Ich könnte tot sein?! Das saß.

Unser Sohn spürte gleich, dass etwas mit Mama und Papa nicht stimmte. Wir erklärten ihm, der Doktor habe gesagt, dass wir direkt ins Krankenhaus fahren müssten. Jan weinte im Fahrstuhl auf dem Weg nach unten ziemlich heftig, obwohl wir ihm natürlich nicht die ganze Wahrheit gesagt hatten. Aber es gelang uns, unser Kind zu beruhigen. Wir behaupteten, es sei nur noch eine Untersuchung zu machen, die nicht lange dauern werde. Auf jeden Fall fuhren wir auf die unmissverständliche Warnung des Arztes hin auf direktem Weg und ohne vorher wegen des Pyjamas nach Hause zu fahren, geschweige denn irgendwelche anderen Sachen zu holen, ins Krankenhaus. Wir gingen auf die Station, die uns der Arzt genannt hatte. Wir wurden dort bereits erwartet. Ein weiterer Arzt nahm uns freundlich in Empfang. Erneut wurden dieselben Untersuchungen gemacht: Lungenfunktionstest und Blutabnahme. In uns keimte die leise Hoffnung auf, dass vielleicht ein Irrtum vorläge und die vorherigen Messungen fehlerhaft seien. Doch das Ergebnis war ein weiteres Mal ernüchternd: „Wie mein Kollege Ihnen vorhin schon gesagt hat, sind Sie in einem Zustand, in dem Ihre Frau und ich“, so sagte der Arzt, „schon nicht mehr am Leben wären. Also bitte, Herr Kaiser, jetzt geht’s los! Sie müssen sofort nach oben auf die Station.“

Silvia bewahrte die Fassung. Das half mir selbst sehr, mit der Situation klarzukommen. Nachdem ich zur Einweisung auf die Station aus dem Zimmer geführt worden war, fuhr Silvia nach Hause und ließ Jan bei unserer Nachbarin, einer lieben Freundin der Familie. Besonnen und umsichtig packte sie meine Reisetasche mit dem Nötigsten – natürlich vergaß sie auch meinen Pyjama nicht. Währenddessen wurde ich direkt auf die Intensivstation verfrachtet. Wie ich dort hinkam, wer mich begleitete, daran erinnere ich mich nicht mehr genau. Denn ich war schon sehr, sehr müde und das Ganze erschien mir eher wie ein Albtraum als real. Ich fügte mich einfach.

Als Silvia nach knapp einer Stunde wieder ins Krankenhaus zurückkam, fragte sie an der Pforte nach meinem Zimmer. Wie sie mir später erzählte, sagte man ihr daraufhin, sie müsse in die zweite Etage fahren und von dort ins Nebengebäude hinübergehen. Die Intensivstation! Das war für Silvia natürlich ein Schock.

Wer schon einmal eine Intensivstation besucht hat, weiß, wie beklemmend die Atmosphäre dort ist. Allein die endlos lang erscheinende Fahrt im Aufzug fällt schwer, die Ungewissheit tut ihr Übriges. In die Intensivstation kann man auch nicht einfach hineinspazieren und dem Patienten Blumen und Pralinen ans Bett bringen. Die Stationstür war verschlossen. Silvia musste klingeln und sich über eine Sprechanlage anmelden. Eine Schwester kam daraufhin zur Tür und forderte sie auf, einen sterilen Kittel überzuziehen. Erst danach führte man meine Frau zu mir. Der Anblick, den ich mittlerweile bot, war für sie alles andere als einfach zu verkraften: Da lag ihr Mann an Dutzende Schläuche und an eher bedrohlich als beruhigend wirkende Atmungsgeräte angeschlossen. Ich wurde zusätzlich mit Sauerstoff versorgt. Die Apparate kontrollierten ständig, ob und in welchem Maß sich die Sauerstoffwerte in meinem Blut veränderten.

Als Silvia und ich uns wieder einigermaßen gefasst hatten, bemühten wir uns – soweit es in dieser Ausnahmesituation überhaupt möglich war –, uns ruhig und gefasst zu unterhalten. Ich sollte und durfte mich nicht aufregen. Es ist unglaublich schwer, von 100 auf 0 heruntergebremst zu werden und dabei nicht den gesunden Menschen­verstand zu verlieren. Mitten aus dem Leben heraus, von jetzt auf gleich mit dem Tod konfrontiert zu werden ist Wahnsinn! Es war wie in einem verdammt schlechten Film. Zumal mir das Atmen nach wie vor unverändert schwerfiel, obwohl man mir Inhalationssprays gab und irgendwelche anderen medizinischen Hilfen, die mir das Luftholen erleichtern sollten. All diese Sofortmaßnahmen führten jedoch nicht zu einer spürbaren Besserung. Ziel der Behandlung war es vielmehr, den Sauerstoffgehalt im Blut nach und nach bis zu einem normalen Sättigungsgrad zu erhöhen. Das gelang nur über Stunden und über die direkte Zufuhr von Sauerstoff.

An meine erste Nacht auf der Intensivstation kann ich mich selbst nur schemenhaft erinnern. Ich greife auf Silvias Erzählungen zurück: Die kommenden Stunden waren, gelinde gesagt, nicht ohne. Da sich mein Kreislauf und der Sauerstoffgehalt erst langsam stabilisieren mussten, war mein Zustand über die Nacht nicht unkritisch. Erst im Laufe des nächsten Vormittags verbesserten sich die Werte langsam, aber sicher und stabilisierten sich. Ich war außer Gefahr! Und atmete zum ersten Mal nach Tagen wieder befreit durch. Es war mittlerweile Freitag, der 14. Juli 2000.

Diagnose COPD

Sobald ich über den Berg war, teilte mir der behandelnde Professor mit: „Sie haben eine COPD.“ Nun waren das für einen Laien wie mich zunächst nicht mehr als, tja, vier Buchstaben, die mir nicht allzu viel bis gar nichts sagten. Ich folgte den Worten des Arztes und versuchte zu verstehen: Ein Lungenemphysem, davon hatte ich schon einmal gehört. Überblähung der Lunge – was bitteschön sollte das sein? Und in letzter Konsequenz stehe dann, so sagte er, die COPD – die chronisch obstruktive Bronchitis. Das klang auch nicht wirklich bedrohlich. COPD habe zur Folge, fuhr er fort, dass man in dem Augenblick, in dem man die Atemnot zum ersten Mal bewusst verspüre, das Gefühl habe, nicht mehr durchatmen zu können. Genau wie bei mir! Man bekomme nicht mehr genügend Luft und alles, was man tue, selbst die geringste Anstrengung, führe sofort zur Atemlosigkeit.

Diese Diagnose, diese Erkenntnis bereitet einem alles andere als Freude. Ich suchte direkt den Ausweg und fragte den Professor: „Ja, verstanden. Das ist jetzt einfach so. Aber wie steht es mit der Behandlung der Krankheit? Und was kann man tun, damit sich dieser Zustand wieder verbessert, die Atemnot weggeht?“ Der darauf folgende Satz war ein Wendepunkt meines Lebens. Der ­Professor sah mir in die Augen und sagte: „COPD ist nicht heilbar.“ Dieser eine Satz „Das ist nicht heilbar“ ließ mich mehr als nur schlucken. „Das ist nicht heilbar“ klang in mir nach wie: Es kann nicht wahr sein, dass du jetzt etwas hast, was nicht mehr weggeht. Doch erst tags darauf traf mich diese Einsicht ziemlich massiv. So lange brauchte ich, um die Tragweite der Diagnose zu verstehen. Mit dieser Erkenntnis war ich in meinem Krankenhauszimmer erst einmal alleine. Ich musste mich an den Gedanken gewöhnen, eine trotz des fortgeschrittenen Stands der heutigen Wissenschaft nicht heilbare Krankheit zu haben.

Nach der Diagnose war da zunächst natürlich viel Verzweiflung. Für Silvia und mich brach eine Welt zusammen. In den ersten Tagen war ich bemüht, mich irgendwie mit dieser Krankheit zu arrangieren. In langen Gesprächen mit Silvia versuchte ich, die Diagnose COPD zu verarbeiten und für mich persönlich und in unser Leben einzuordnen. Wir führten noch im Krankenhaus lange Gespräche mit dem Arzt, wollten in erster Linie verstehen, was COPD eigentlich genau bedeutet. Doch wir konnten keine für uns erschöpfenden Antworten finden. COPD blieb abstrakt, eine wissenschaftliche Bezeichnung. Außer der soeben überstandenen Bedrohung hatte COPD noch keinen Bezug zu unserem Leben. Und mit dem Jenseits wollte ich mich, gerade erst aus der Intensivstation entlassen, in letzter Konsequenz schon gar nicht ernsthaft beschäftigen. Ich stellte mir diese Frage schlicht und einfach nicht. Ich versuchte, meine innere Ruhe zu finden, mich mit der Todesperspektive zwar abzufinden, aber sie nicht als greifbare Option anzunehmen.

Kurz nachdem ich die erschütternde Diagnose erhalten hatte, besuchte mich der Krankenhausgeistliche. Er wollte mich trösten und mir erklären, dass das Leben trotz und mit der Krankheit weitergehe. Ich erkannte in ihm einen alten Bekannten aus dem Rekreationsraum des Kapuzinerklosters, in dem ich mich schon viele Male aufgehalten hatte. Hier hatte ich mit den Mönchen lange und interessante Diskussionen zu Religion und Philosophie geführt. Ich verband angenehme Erinnerungen mit den Kapuzinermönchen, obwohl meine erste Begegnung mit ihnen nicht unter guten Vorzeichen gestanden hatte. Sie lag zwar schon weit zurück, weit vor meiner Krankheit, aber das Wiedersehen erfreute mich dennoch. Ich hatte die Kapuziner vor Jahren kennengelernt, als meine Tochter und mein Sohn noch klein waren und wegen einer heftigen Magen-Darm-Infektion im dortigen Krankenhaus lagen. Die Mönche hatten schon damals einfühlsam versucht, meiner Frau und mir Trost zu spenden. Denn vor allem Annalena ging es damals nicht so gut. Und schon damals konnte ich meine Gefühle besser mit mir selbst ausmachen. Auch diesmal versuchte ich wieder, alles mit mir selbst zu regeln. Der Krankenhausgeistliche hörte mir freundlich und geduldig zu, als ich ihm meine Einstellung, meine Sichtweise darlegte: Man müsse das einfach nur relativieren. Es gebe von jeder Krankheit, auch von COPD, eine Steigerung. Ich hätte doch genauso gut ein Lungenkarzinom haben können. Das hätte für mich das unmittelbare Todesurteil bedeutet. Ich sei nur chronisch krank. In mein Leben sei also durch COPD lediglich eine Krankheit getreten, die zwar im Moment, nach dem heutigen Stand der Medizin, nicht heilbar sei, die mich aber, wenn ich mein Leben umstellen und darauf ausrichten würde, nicht umbrächte. So jedenfalls hatte mir das der Professor erklärt. Und das hatte ich dankbar als positive Perspektive für mich angenommen.

Aus diesem Denkansatz heraus versuchte ich nun, mein ganzes Leben neu auszurichten und auf die Reihe zu bringen. Ich bemühte mich, alle Einschränkungen, alle Dinge, die mir im Zusammenhang mit meiner COPD unterkamen und bewusst wurden, positiv zu sehen und einzuordnen. Ich führte mir immer wieder vor Augen, dass es noch schlimmere Dinge gibt, die Menschen widerfahren können, als eine chronische Erkrankung, wie ich sie hatte. Mit dieser Bewertung gelingt es einem, mit einer Situation wie der meinen klarzukommen. Und so sagte ich das auch meiner Frau: „Silvia, wir dürfen das jetzt nicht so dramatisch sehen. Wir müssen vielmehr versuchen, mit der Situation zurechtzukommen, und uns bemühen, auch positive Aspekte zu sehen.“ Ich versuchte, das Ganze sogar mit Humor zu nehmen. „Wir werden in Zukunft viel Geld sparen, denn Rauchen werde ich sicher nicht mehr.“ Nach knapp einer Woche wurde ich mit relativ normalen Blutsauerstoffwerten aus dem Krankenhaus entlassen.

Wie bereits länger für die Sommerferien geplant, fuhren wir daraufhin erst einmal mit den Kindern nach Österreich in Urlaub. Mit den Bergen verbinden Silvia und mich durch zahlreiche gemeinsame Urlaubsaufenthalte bereits sehr viele angenehme Erinnerungen und wir freuten uns sehr darauf, Zeit für uns und die Kinder zu haben und Abstand zu gewinnen. Nach zwei Wochen kamen wir zurück.

Meinen ersten Auftritt nach diesem Vorfall hatte ich noch während unseres Urlaubs in Wiesbaden. Ich flog dafür extra von Innsbruck nach Frankfurt und retour. Das war spannend für mich. Wegen meines Krankenhausaufenthaltes mussten in dieser Woche nur eine Radiogala und ein Auftritt beim Fernsehgarten abgesagt werden. Mein Management begründete diese Absage mit einer heftigen Bronchitis und einer akuten Lungenentzündung.

Die Kunst des Versteckspiels

Während des Entlassungsgespräches gab mir der Professor noch Folgendes mit auf den Weg: „Sie müssen sich über eines im Klaren sein: Der gesundheitliche Zustand, in dem Sie eingeliefert wurden, kann jederzeit wieder eintreten. Sie sollten künftig unbedingt stark verrauchte Räume meiden, Sie dürfen selbstverständlich nie wieder in Ihrem Leben auch nur eine Zigarette rauchen und Sie müssen vor allem darauf achten, sich keine Infektionen einzufangen, die Ihre Lunge unnötig belasten.“

Mit diesen so einfach klingenden Hinweisen meines Professors verließ ich das Krankenhaus, richtete mein Leben möglichst unauffällig darauf aus und war fortan peinlich bemüht, meine Krankheit für mich zu behalten. Dass ich als verantwortungsbewusster Familienvater vom passionierten Raucher zum Nichtraucher wurde, war nachvollziehbar und verwunderte niemanden nachhaltig. Darüber hinaus verdonnerte ich jedes Familienmitglied in eindringlichen Gesprächen dazu, meine Erkrankung für sich zu behalten. Es sollte ja nicht herauskommen, dass ich COPD habe. Und niemand sollte denken, ich sei auch nur ansatzweise gesundheitlich angeschlagen und nicht mehr ganz der Alte.

Rückblickend war es jedoch alles andere als fair und dazu noch kurzsichtig von mir, meiner Frau und meinen Kindern diese Last des Stillschweigens aufzubürden. Sie sollten gemeinsam nach außen hin für mich lügen und weiterhin so tun, als sei alles unverändert und wie immer. Was die Krankheit wirklich bedeutet und wie einschneidend sie unser alltägliches Leben verändern würde, sollten uns allen erst die kommenden Tage, Wochen und Monate zeigen.

Mir war klar, dass die neue Zeitrechnung, die für mich, meine Frau und meine Familie mit der Diagnose angebrochen war, wie für jeden Menschen nicht auf die Ewigkeit ausgerichtet sein würde. Aber ich war fest entschlossen, jeden einzelnen Tag so lebenswert und bewusst wie möglich mit Leben zu erfüllen. Etwas bricht weg – und etwas Neues entsteht aus dem Nichts. Ich erkannte, dass es die einfachen Dinge des Lebens sind, die anderen, gesunden Menschen vielleicht komplett banal erscheinen mögen, die wirklich zählen. Für mich war es die Familie, meine Frau, die Kinder. Sie waren es, ihre Liebe, die mir das Leben retteten. Und natürlich die Musik. Wenn es nach einigen Publikationen der sogenannten Regenbogen- oder auch Boulevard­presse ginge, hätte ich zwar mein Verfallsdatum bereits mehrfach überschritten, aber ich werde meine geschenkte Zeit nutzen!

Doch bevor ich so weit war, hatte ich noch einen schweren Kampf auszufechten – den Kampf mit meiner inneren Stimme. „Warum tust du nicht, was du wirklich willst?“, fragte mein Gefühl. Und ich folgte der Verlockung, die Situation einfach zu negieren, sie aus meinem Leben zu verbannen, die Augen davor zu verschließen, um so weiter­zumachen, wie wir am Vorabend des 12. Juli 2000 eingeschlafen waren: gesund, erfolgreich, von einem lustigen Abend mit Freunden angenehm angeregt und berauscht und auch nach annähernd 30 Jahren auf der Bühne mehr denn je als Live-Künstler gefeiert.

Da ich wusste, dass ich sowieso niemals mehr vollständig gesund sein würde, zweifelte ich schon bald daran, ob es sinnvoll sei, mein Leben nach der neuen Situation auszurichten. Mein Stolz sagte mir, ich müsse weiterhin erfolgreich sein. Noch dazu stand mir meine eigene Bequemlichkeit im Weg. Ich wollte mich keinen Diskussionen stellen, wollte mich nicht wieder mit der Presse konfrontiert sehen, nachdem ich in dritter Ehe mit meiner Traumfrau Silvia und mit unseren zwei gemeinsamen, zauberhaften Kindern endlich angekommen war.

Aber schon bald machten erste Spekulationen über mich in den Medien die Runde. So sehr ich mich auch bemühte, ich konnte meine Atembeschwerden nicht vollständig überspielen. Mein Gesundheitszustand war von meiner Tagesform und zudem stark von den Bedingungen meines Umfelds abhängig. In Veranstaltungshallen und TV-Studios herrschen selten optimale Luftverhältnisse. Das provozierte bei mir Husten und erschwerte mir das Luftholen. Die Medien spekulierten wider besseren Wissens über Alkohol, Medikamente, Drogen, Zerwürfnisse in der Familie, Stress mit den Kindern, Ärger mit meiner Ex-Frau Anja und unserem Sohn Hendrik, der mit seiner Mutter auf Sylt lebt. Sie fanden auch ohne – oder gerade ohne – mein Zutun schlagzeilenträchtige Gründe für die kleinste Ausfallerscheinung, die vielleicht bei einem anderen Künstler, der ein weniger bewegtes Leben als ich gelebt hatte, überhaupt keine Aufmerksamkeit erregt hätte. Immer wieder reflektierten die Medien ungefragt über mein Leben und das meiner Familie – mit Vorliebe leider mit einem deutlichen Hang zur negativen Sensation. Das machte es nicht gerade einfacher, mich der neuen Herausforderung in meinem Leben zu stellen.

Die Diagnose COPD ging ans Eingemachte, an die Substanz. Für mich als Sänger ging es – so sah ich es damals – um alles oder nichts. Ich dachte wirklich, alles werde wieder gut, wenn ich nur entschlossen genug die Nase in den Wind hielte und Haltung bewahrte. Dann sähe man schon früh genug, wohin die Reise ginge. Ich belog mich jeden Tag selbst.

In einem Magazin hatte ich einen Artikel über Möwen, sogenannte Sturmtaucher, gelesen. Diese Möwenart hat die Lufthoheit auf Neuseeland. Menschen und Möwen seien sich in einer Hinsicht sehr ähnlich, hieß es in diesem Beitrag: Mutig machten sie das Beste selbst aus den widrigsten Lebensbedingungen. Ich fasste denselben Entschluss: Ich würde mich nicht unterkriegen lassen! Wenn ich die Krankheit nicht beachtete, dann wäre sie auch nicht existent, redete ich mir ein.

Was immer ich tat, ich begann, mir selbst einzureden und vorzulügen, dass alles in bester Ordnung sei. Auch bei mir zu Hause im alltäglichen Leben. Wenn ich zum Beispiel eines unserer Kinder in die obere Etage trug, gab ich die dabei aufkommende Atemnot anderen gegenüber nicht zu. Wenn ich schwere Sachen trug, Koffer, Getränke­kisten et cetera, gestand ich meine Atemnot nicht ein. Und so gab ich alle Dinge, die mir natürlich im täglichen Leben schwerer fielen, nach außen hin einfach nicht zu und glaubte, die anderen merkten das nicht. Ich war doch schließlich ein ganzer Kerl!

Dieses im Rückblick unvernünftige Verhalten und die Weigerung, mein Leben und Verhalten auf mein unerwünschtes Handicap COPD auszurichten, hatte natürlich ...

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