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Arztromane Band 4

Arztromane 4

Sämtliche Personen, Orte und Begebenheiten sind frei erfunden, Ähnlichkeiten rein zufällig.

 

Der Inhalt dieses Buches sagt nichts über die sexuelle Orientierung des Covermodels aus.

 

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

 

 

Ebooks sind nicht übertragbar und dürfen nicht weiterveräußert werden. Bitte respektieren Sie die Arbeit der Autorin und erwerben eine legale Kopie. Danke!

 

 

 

Text: Sissi Kaiserlos

Foto von shutterstock

Covergestaltung: Lars Rogmann

Altenpfleger


Björn pflegt seit einem halben Jahr Karl, der inzwischen oft auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Der arme Kerl ist schon 95 Jahre alt, dabei aber munter wie ein Teenager. Oft plänkeln die beiden und haben ein festes Ritual entwickelt. Dann tritt der Nachbar in Erscheinung, Adamo, und plötzlich fühlt Björn sich noch einsamer, als er es ohnehin schon ist.

***

 

Wie an jedem Montagmorgen brauche ich zehn Minuten, bis ich am Poelchaukamp einen Stellplatz für meinen Smart gefunden habe. Nachdem ich den Wagen, auf dessen Türen das Logo von Würdig-Altern prangt, abgeschlossen habe, laufe ich rund hundert Meter, bis ich vor der Haustür der Nummer dreiundzwanzig ankomme. In dieser Gegend wäre ein Altenpfleger mit Fahrrad eindeutig besser dran.

 

Karl-Wilhelm Kaspereit öffnet nach dem ersten Läuten und erwartet mich in der Tür seiner Erdgeschosswohnung. Seit ein paar Monaten ist er auf den Rollstuhl angewiesen, kann sich aber auch noch ein paar Schritte am Stock bewegen. Daher komme ich nur alle zwei Tage, helfe ihm beim Waschen und kümmere mich um seine Medikamente.

Er ist geistig noch voll auf der Höhe, lediglich sein Körper macht nicht mehr so recht mit. Das ist mit fünfundneunzig kein Wunder und bis auf die Schwäche seiner Beine hat er nur die üblichen Beschwerden. Bluthochdruck, Schwerhörigkeit und er braucht eine starke Brille. Ach ja, die trage ich auch und das, obwohl ich erst fünfunddreißig bin.

„Björn!“, ruft Karl und schnappt sich wie immer meine Hände. „Junge, wie geht’s dir?“

Ich habe aufgegeben ihn darüber zu belehren, dass ich kein Junge mehr bin. Es gefällt mir inzwischen sogar, in dieser Form von ihm angeredet zu werden. Wir kennen uns seit einem halben Jahr und sind mittlerweile so etwas wie Freunde geworden.

„Montagmorgen und die Woche nimmt keine Ende“, spreche ich meinen Part unseres Rollenspiels.

„Wenn man am Wochenende arbeiten muss, verliert der Montag seinen Schrecken“, erwidert Karl, grinst und zwinkert mir zu.

Dabei entstehen tiefe Falten um seine Augen und Mundwinkel. Er muss als junger Mann wahnsinnig attraktiv gewesen sein, ein Rest der einstigen Schönheit ist noch vorhanden. Zudem ist der Kerl ungewohnt tolerant, wahrscheinlich, weil wir am gleichen Ufer fischen.

„Komm rein, mein Junge“, brummelt Karl, rollt rückwärts und gibt den Weg frei.

Ich laufe an ihm vorbei direkt in die Küche, stelle die Tasche auf dem Tisch ab und schaue mich um. Karl ist normalerweise überaus penibel, dennoch übersieht er manchmal etwas, wie zum Beispiel Dinge, die auf den Boden gefallen sind. Heute entdecke ich auf den Fliesen Kaffeeflecken, die ich sogleich mit einem Lappen wegwische. Das ist zwar nicht meine Aufgabe, aber für Karl nehme ich mir mehr Zeit, die ich aber nicht abrechne. Ich mag den Kerl.

„Ups! Hab ich gekleckert?“, fragt Karl schuldbewusst von der Tür her.

„Sieht so aus“, murmele ich, werfe den Wischlappen in das Spülbecken und entferne ein schmutziges Glas von der Fensterbank.

„Ich mutiere zur Schlampe“, meint der Alte mit einem gespielt entsetzten Kopfschütteln.

„In deinem Alter ist das legal“, erwidere ich, schenke ihm ein boshaftes Grinsen und er antwortet darauf doch glatt mit einem Zunge herausstrecken!

Manchmal hat Karl entzückend kindische Züge an sich.

Es läutet an der Tür. Sogleich wendet er den Rollstuhl und entschwindet aus meinem Blickfeld. Neugierig horche ich, während ich Medikamentenschachteln aus der Tasche hervorkrame. Eine dunkle Stimme dringt an mein Ohr.

„Moin Karl. Wo ist der Einkaufszettel?“

„Ah, Adamo!“, ruft Karl. „Moment!“

Die Gummireifen von Karls Rollstuhl quietschen leise auf den Holzdielen. Er rollt in die Küche, schnappt sich einen Zettel von der Arbeitsfläche und verschwindet wieder im Flur. Ich schleiche zur Tür und luge vorsichtig um die Ecke. Mein Herz macht einen Hüpfer und die Augen wollen mir fast aus dem Kopf fallen, als ich den Mann vor Karl erblicke.

Ein Riese mit wilder Mähne und unglaublich attraktiven Gesichtszügen steht im Treppenhaus. Er trägt eine lockere, grüne Latzhose, doch selbst die kann seine kräftige Statur nicht verbergen. Wenn es einen Kerl gibt, in den ich mich spontan verlieben könnte, dann in einen wie ihn.

„Alles klar. Ich bringe dir das Zeug heute Mittag“, sagt der Mann, lächelt und mein Herz stolpert.

Den oder keinen, flüstert eine innere Stimme. Ich glotze so lange, bis die Tür zufällt und Karl den Rollstuhl wendet, dann ziehe ich schnell den Kopf zurück, doch er hat mich gesehen.

„Der ist eine Nummer zehn, nicht wahr?“, ruft er schon auf dem Weg zur Küche, rollt um die Ecke und grinst mich breit an. „Und er steht auf Kerle, Junge. Wenn ich doch nur jünger wäre.“

„Kannst dein Glück doch trotzdem versuchen“, schlage ich halbherzig vor, in Gedanken noch bei dem Adonis.

„Ach!“, ruft Karl und macht eine wegwerfende Handbewegung. „Der steht nicht auf Halbtote, der will Frischfleisch.“

„Aha“, murmele ich halblaut, dabei zähle ich Tabletten in seine Dosierungsbox. „Fahr doch schon mal ins Bad, ich komm gleich.“

 

Kurz darauf steht Karl mit runtergelassenen Hosen am Waschbecken und ich seife seinen faltigen Hintern ein. Einmal die Woche helfe ich ihm in die Badewanne, doch für täglich muss diese Katzenwäsche reichen. Als ich sein Gemächt reinige, bekommt Karl einen Ständer, doch das bin ich gewohnt. Auch sein anzügliches Augenbrauenwackeln und den obligatorische Spruch: „Na Junge? Interesse, einen alten Herrn glücklich zu machen?“

„Lass gut sein, du würdest dabei sterben“, antworte ich nüchtern, ziehe seine Hose hoch und helfe ihm zurück in den Stuhl.

„Glücklich sterben“, grummelt Karl, grinst dabei jedoch vor diebischer Freude.

Er liebt unsere Spielchen und ich bin gutmütig genug, stets darauf einzugehen. Ich bin die einzige Abwechslung in seinem sonst so eintönigen Leben.

„Machst du mir die verdammten Achselhamster weg?“, bittet er und zieht das Hemd von den Schultern.

Er ist und bleibt auch im Alter eitel, was für mich voll okay ist. Ich nehme ihm das Kleidungsstück ab und greife nach dem Rasierschaum. Kurz darauf ist er zufrieden und seine Haut überall glatt. Nachdem ich seinen Oberkörper noch schnell gewaschen habe, bin ich für heute durch. Während ich Karl sein Hemd reiche, werfe ich einen nervösen Blick auf die Armbanduhr. Ich muss weiter, der nächste Kunde wartet.

„Ich wünschte, ich hätte einen Enkel wie dich“, sagt Karl mit einem Seufzer, dabei fummelt er ungeschickt an den Hemdknöpfen herum.

„Dann hättest du Hetero sein müssen“, erinnere ich ihn milde, schubse seine Finger weg und schließe mit wenigen Griffen die Knopfleiste.

„Uah! Weiberfleisch! Nein!“, ruft er und schüttelt sich theatralisch. „Dann lieber ohne Enkel und ich habe ja dich, nicht wahr?“ Er guckt nach Zuneigung heischend zu mir hoch.

Ich besuche ihn ab und zu mal abends, esse mit ihm und klöne anschließend. Irgendwie ist er der Großvater für mich, den ich nicht mehr habe. Meine Familie ist früh gestorben und es existieren einige entfernte Verwandte, zu denen ich aber keinen Kontakt habe. Daher passt es schon mit Karl und mir.

„Eben, du hast mich“, bestätige ich, schnappe mir seine Hand und drücke sie einmal kräftig. „Ich muss aber weiter, Frau Müller wartet.“

 

Ich laufe in die Küche, schultere meine Tasche und Karl bringt mich zur Tür. Nachdem er mir versprochen hat, brav seine Medikamente zu nehmen, verabschiede ich mich und gehe zurück zum Auto. Dass Karl sehr wahrscheinlich die Pillen wegwerfen wird, ist mir klar, doch die Ermahnung gehört eben zu unserem Rollenspiel.

 

Nach und nach klappere ich die anderen Kunden ab. Wir nennen sie nicht Patienten, das widerspricht der Firmenmoral. Die meisten sind auch noch gut in Schuss und brauchen nur wenig Hilfestellung. Am liebsten sind mir natürlich die männlichen Kunden, doch auch ein paar der Frauen sind mir ans Herz gewachsen. Es gibt eben bei beiden Geschlechtern nette und weniger nette Menschen, doch meist sind es die Männer, die weniger zicken.

 

Als ich abends den Firmenwagen vor dem Haus parke, in dem meine armselige 1-Zimmer-Wohnung liegt, bleibe ich noch einen Moment hinter dem Lenkrad sitzen. Es gibt nichts, was mich hinauf in die leeren Räume zieht. Das war in den letzten achtzehn Jahren selten anders, doch heute wird es mir mal wieder deutlich bewusst. Liegt das an dem Adonis?

Der letzte Partner, mit dem ich länger als nur eine Woche zusammen war, ist schon seit fünf Jahren Geschichte. Seitdem hatte ich nur wenig Kontakt mit Männern und habe zu meiner Rechten ein sehr inniges Verhältnis aufgebaut. Außerdem gibt es da noch ein paar Spielzeuge, doch die zählen nicht.

Der Wunsch nach einem Menschen, der für mich da ist und mit dem ich mein Leben teilen kann, brennt wie Feuer in meiner Seele. Vielleicht sollte ich mir doch eine Frau suchen, die gibt es ja aus dem Katalog, wenn man auf Philippinas steht. Auch eine Polin würde sich anbieten und … Ach, Björn, du spinnst!

Ich seufze tief, steige aus und trotte auf das Haus zu. Irgendwann … irgendwann würde ich den Richtigen finden, oder halt den Falschen, Hauptsache, er bleibt bei mir und ist treu. Dafür würde ich so manchen Abstrich machen und – mal im Ernst! – der Hauptgewinn bin ich doch selber nicht.

 

Im Flur werfe ich die Schlüssel auf das Regal vor der Garderobe und starre lange in den mannshohen Spiegel. Der bebrillte, straßenköterblonde Kerl da ist so was von durchschnittlich, das selbst ich ihm keinen zweiten Blick gönnen würde. Ich wende mich ab und trotte in die Küche, hole wahllos ein Tiefkühlgericht aus dem Eisfach und werfe es in die Mikrowelle. Während ich warte, dass das Zeug heiß wird, wandern meine Gedanken wieder zu dem Adonis in Latzhose.

 

Adonis verfolgt mich bis ins Bett und hält Einzug in meine bevorzugte Fantasie. Heute muss Jumbo ran, der dickste unter meinen Sextoys. Mit ihm im Hintern träume ich vor mich hin, während meine fleißige Rechte für einen Abgang sorgt.

 

Am Mittwochmittag stehe ich wieder bei Karl Wilhelm auf der Matte. Auf mein Läuten hin erklingt sofort der Türöffner und ich betrete das Treppenhaus. Wie gewohnt erwartet mich Karl an seiner Wohnungstür und lächelt mir erfreut entgegen. Jedes Mal, wenn ich ihn so sehe, spüre ich ein warmes Gefühl im Magen und freue mich unbändig auf unser Geplänkel.

„Hallo, mein Junge“, brummelt Karl und dirigiert den Rollstuhl ein Stück zurück. „Wie geht’s dir?“

„Mittwochmittag und ein Grund zum feiern“, antworte ich. „Die Woche wird in zwei Hälften gesägt. Bald ist Wochenende.“

„Nach meinem Geschmack dauert das noch zu lange“, mischt sich unerwartet eine tiefe Stimme ein.

Überrascht und aus dem Konzept gebracht glotze ich den Besitzer des Timbres an. Es ist Karls Nachbar, der gerade in den Flur tritt und mich neugierig anschaut.

„Hey, Adamo! Du bringst den Jungen durcheinander“, beschwert sich Karl mürrisch und erdolcht den Kerl mit Blicken.

„Ach ja?“ Der Adonis grinst und erdreistet sich, mir sexy zuzuzwinkern. „Wie geht es denn sonst weiter?“

„Ähm“, mache ich, suche den Faden und schaue hilflos zu Karl.

„Der Sekt ist im Kühlschrank, die nackten Kerle musst du dir denken“, leiert dieser herunter, wobei er den Unmut über die Störung kein bisschen verheimlicht.

„Ach ja“, murmele ich, besinne mich auf den Text und antworte: „Nackte Kerle ohne Herz kannst du dir an den Hut stecken. Nur wahre Liebe zählt.“

„Wow!“, sagt Adamo und sein Blick wird eindeutig interessierter. „Ihr macht das öfter, oder?“

„Was?“, flötet Karl unschuldig.

„Na … Rollenspiele“, antwortet sein Nachbar und beginnt breit zu lächeln. „Gefällt mir. Ich will mal nicht länger stören.“

Er schließt hinter sich ab, läuft an mir vorbei und kurz bevor er auf die Straße tritt, ruft er über die Schulter: „Weitermachen!“

Keine Chance, dazu bin ich einfach zu verwirrt. Nach stummen Sekunden räuspert sich Karl und sagt: „Hey, Junge. Komm rein. Der ist eine Nummer zu groß für dich.“

 

Entgegen unserer sonstigen Gewohnheit läuft alles schweigend ab. Selbst beim Waschen unterlässt Karl die üblichen Sprüche und als ich fertig bin, greift er nach meinen eiskalten Fingern und drückt sie lange.

„Hör mal, Björn“, murmelt er und guckt dabei auf unsere ineinander verschlungenen Hände. „Der Adamo … der ist ein lieber Kerl, aber nichts für dich. Du brauchst einen netten Mann, der für dich da ist und treu und so … Adamo bringt fast jedes Wochenende Frischfleisch mit nach Hause. Ich höre sie dann immer … Also, die Wände sind dünn und außerdem liegt sein Schlafzimmer direkt neben meinem. Schlag ihn dir aus dem Kopf, um deinetwillen. Ooookay?“

Voller Mitleid und Zuneigung sucht er meinen Blick und ich nicke stumm, drücke seine Finger und fühle mich für den Moment getröstet.

„Ich war mal verliebt“, fährt Karl fort und seine Miene verrät, dass er weit in der Vergangenheit ist. „Der Mann war einfach … Wow! Die Augen, die Figur, einfach alles an ihm war perfekt. Ich habe ihm … entgegen jeder Vernunft! … hinterhergesabbert und damit locker zehn kostbare Jahre meines Lebens in den Sand gesetzt.“

Er seufzt und quetscht meine Hand, bis es schmerzt.

„Karl?“, frage ich alarmiert, da er völlig weggetreten scheint.

„Ach ja“, sagt er und kommt langsam in die Gegenwart zurück, sein Blick klärt sich. „Nach zehn Jahren hat er mich erhört und wir wurden ein Paar. Bis vor … Der Arsch ist einfach vor mir gestorben! Ich bin so sauer! ICH habe gesoffen und geraucht, nicht er. Er war immer ein Vorbild und hat nie … Doch dann versagte sein Herz und … Verflixt! Ich vermisse ihn immer noch!“

Für lange Sekunden starrt Karl ins Leere, dann schaut er hoch und lächelt traurig.

„Er hat sich einfach verpisst. Es ist inzwischen zwanzig Jahre her, aber ich nehme ihm das immer noch übel. Bin ich nachtragend?“ Ein Mundwinkel zuckt und er grinst schief.

„Das kann man wohl sagen“, murmele ich.

Die Geschichte der beiden kenne ich, doch bisher nur oberflächlich. Karl redet nicht gern über sein Liebesleben, da ist er wie eine verschlossene Auster. Dass er in diesem Moment so offen redet zeigt mir, dass er sich um mich sorgt.

„Gut“, sagt Karl, atmete tief ein und lässt meine Finger los. „Sag mal, magst du Freitagabend vorbeikommen? Ich möchte dir etwas zeigen.“

 

Trotz der mahnenden Worte denke ich natürlich weiter an Adamo. Wahrscheinlich, weil Karls Geschichte mir Mut gemacht hat, denn schließlich hat er seinen Traummann erobern können. Ob ich allerdings gewillt bin, zehn Jahre lang dem Kerl hinterherzuhecheln, bezweifle ich. Andererseits … wie sieht die Alternative aus?

 

Am Freitag stehe ich pünktlich um sieben vor Karls Tür. Als ich ihn am Morgen gebadet habe, hat er mich an unsere Verabredung erinnert, doch ich hatte sie auch so noch im Kopf. Mein Freundeskreis ist klein, eher kaum vorhanden, daher freue ich mich auf den Abend mit dem alten Mann und bin total gespannt, was er mir zeigen will.

„Björn, komm rein“, ruft Karl mir entgegen und unwillkürlich werfe ich einen Bick auf die Tür gegenüber, hinter der Adamo wohnt, während ich auf ihn zugehe.

Er registriert das mit einem Kopfschütteln und seufzt auffallend laut.

„Ich habe uns Pizza bestellt“, teilt Karl mir mit. „So etwas mögt ihr jungen Leute doch.“

„Karl? Ich bin nicht mehr jung“, weise ich sanft auf eine Tatsache hin, die er mit einem unschuldigen Schulterzucken abtut.

„Aus meiner Sicht schon“, brummelt er, rollt zu Küche und überlässt es mir, die Tür zu schließen.

Der Duft von Schinken, Zwiebeln und Käse hängt in der Luft. Mein Magen knurrt und erinnert mich daran, dass ich seit dem Frühstück mal wieder nichts gegessen habe. Ich trotte Karl hinterher und bekomme von ihm zwei Kartons in die Hand gedrückt.

„Bring die ins Wohnzimmer“, befiehlt er. „Trinken wir ein kühles Blondes dazu?“

„Klar!“, erwidere ich und trabe ein Zimmer weiter.

 

Karls Wohnzimmer ist jedes Mal wie eine Zeitreise. Die wuchtige Schrankwand dominiert eine ganze Wand, gegenüber befindet sich eine plüschige Couchgarnitur mit dem unvermeidlichen Eichentisch davor. Rechts vom Sofa befindet sich eine Stehlampe im Stil der Siebziger, daneben steht ein Sideboard, auch in rustikaler Eiche wie der große Schrank. Die Möbel erschlagen einen fast.

Vor der Fensterfront, hinter der sich ein Balkon befindet, steht ein runder Esstisch nebst vier Stühlen. Ich lade die Kartons auf dem Tisch ab und laufe zurück in die Küche. Karl müht sich gerade an dem Kronkorken einer Bierflasche ab, als ich um die Ecke biege.

„Lass mich das machen“, sage ich, nehme ihm Öffner und Flasche weg und erledige die Arbeit mit einem Handgriff.

Karls Gelenke sind rheumatisch und die Finger haben keine Kraft mehr. Er blinzelt zu mir hoch und murmelt: „Scheiß Alter.“

„Ts-ts!“, rüge ich ihn, bringe die Flaschen ins Wohnzimmer und lass mich auf einen Stuhl fallen.

Trotzdem ich die Arbeit gewohnt bin, tun mir abends manchmal noch die Füße weh. Ich strecke die Beine aus, streife die Schuhe unter dem Tisch ab und wackle mit den Zehen. Derweil kommt Karl hereingerollt und stoppt den Rolli neben mir. Nachdem er ein paar Servietten auf die Tischfläche geworfen hat, greift er nach einem Karton und klappt ihn auf. Der intensive Geruch nach Zwiebeln, Schinken und Käse verstärkt sich, mein Magenknurren auch.

„Guten Appetit“, nuschle ich, schnappe mir die andere Schachtel und mache mich über die Pizza her.

 

Wir essen in andächtigem Schweigen. Als der letzte Krümel verputzt ist, bringe ich die leeren Pappen in die Küche und setzte mich anschließend wieder neben Karl, der sein Bier bereits zur Hälfte geleert hat.

„Björn? Magst du aus der Kommode mal den roten Karton holen? Er steht rechts unten.“ Karl winkt mit dem Kinn zum Sideboard und ich springe sofort auf.

Die rote Schachtel finde ich auf Anhieb neben einem Riesenstapel von Fotoalben und kehre mit ihr zum Tisch zurück.

„Danke“, sagt Karl, nimmt sie mir ab und stellt sie vor sich auf die Tischfläche.

Langsam hebt er den Deckel und legt ihn beiseite. Seine Finger zittern leicht, während er eine Handvoll Fotos zutage fördert und diese nacheinander vor uns ausbreitet.

„Ich war Mitglied der Senior Chippis“, erklärt er leise und weist auf eines der Bilder. „Sieh nur, wie gut ich ausgesehen habe, obwohl ich damals schon über fünfzig war.“

Staunend glotze ich den halbnackten Kerl an, der mit einem breiten Grinsen in die Kamera strahlt. Trotz der schmalen Statur wirkt er sehr maskulin und der definierte Brustkorb ist, neben dem hübschen Gesicht, ein echter Hingucker.

„Wir sind damals in Clubs aufgetreten und ich konnte mich vor Angeboten kaum retten“, fährt Karl fort und seufzt in Erinnerung. „Allerdings kamen diese zumeist von Frauen. Die paar, die von Männern kamen, musste ich ablehnen. Ich war schließlich in einer festen Beziehung.“

„Sünde!“, rufe ich und nehme eines der Fotos hoch, auf dem Karl in engen Lederhosen steckt. „Was hast du alles verpasst!“

„Ach nein. Ich wollte nur den einen und habe mich in meiner Jugend genug ausgetobt“, meint er. „Es hat mir einfach Spaß gemacht auf der Bühne zu stehen und die Bestätigung zu bekommen, verstehst du?“

„Mhm“, mache ich und lege das Foto zurück auf den Tisch.

Warum zeigt er mir diese Dinge? Will er mir irgendetwas beweisen?

„Ich habe die Klamotten noch und sie müssten dir sogar passen“, sagt Karl und mustert mich scharf von oben bis unten. „Du würdest genauso attraktiv darin aussehen, wie ich einst. Allerdings muss diese scheußliche Brille weg.“

Ich halte es für eine gute Idee ihm zu verheimlichen, dass ich bereits Kontaktlinsen besitze. Karl wirkt auf mich ganz so, als wenn er mich bereits in den Klamotten sieht und … auf eine Aufreißertour schicken will. Denn genau das scheint er doch zu bezwecken, wenn ich das hier richtig deute.

„Wenn du dich ein wenig zurechtmachen würdest, könntest du an jeder Hand zwanzig Bewerber haben“, bestätigt er meine Vermutung. „Du bräuchtest nicht meinem Nachbarn hinterhersabbern, sondern hättest freie Auswahl und mit viel Glück … ist der Richtige unter den Kerlen.“

„Ich will mich nicht aufstylen wie eine Tussi, nur damit ein Mann Notiz von mir nimmt“, begehre ich auf.

„Tussi?“ Karl schnaubt, beugt sich zu mir und piekt mit einem Finger in meine Brust. „Behauptest du etwa, ich habe mich wie eine Frau aufgetakelt?“

„Niiiemals“, beteuere ich und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.

„Böser Bube“, murmelt Karl, lehnt sich zurück und schüttelt den Kopf. „Du hast nur ein Leben, warum nicht das Beste daraus machen?“

Nun kommt er mir auch noch philosophisch! Ich sollte seine Medikamente prüfen, vielleicht hat er zu viele der rosa Pillen geschluckt.

„Ich habe meinen Liebsten damals im Pink Rodeo kennengelernt. Aber den Laden gibt es nicht mehr. Heutzutage heißen die Clubs anders und der Adamo geht, soweit ich weiß, immer in einen Silbernen Wapiti“, erzählt Karl.

Goldener Hirsch“, korrigiere ich ihn automatisch.

Einmal war ich dort und habe mich im Schatten gleich hinter dem Eingang eine Weile an der Wand herumgedrückt, bevor ich die Flucht ergriffen habe. Niemand hat mich beachtet, es war, als wäre ich ein Geist. Auf eine neuerliche Erfahrung dieser Art kann ich gern verzichten.

„Sag ich doch“, brummelt Karl, schiebt die Fotos zu einem Haufen zusammen und legt sie vorsichtig zurück in die Schachtel.

Ich betrachte seine knotigen Finger, dann seine ernste Miene und seufze innerlich. Er scheint ernstlich an meinem Glück interessiert zu sein und irgendwie … hat er recht. Bei mir zu Hause wird kaum irgendwann der Richtige läuten. Ich muss raus, unter Leute und aktiv werden, sonst werde ich auch noch in zwanzig Jahren einsam in meiner Wohnung hocken. Doch ich muss darüber erst mal schlafen und dann – mit Bedacht! – eine Entscheidung treffen.

„Mein Angebot steht“, sagt Karl, legt den Deckel auf den Karton und klopft einmal mit der flachen Hand darauf. „Ich mache aus dir einen Beau und du schnappst dir den Mann fürs Leben.“

„Der abhaut, sobald ich aus den Klamotten steige“, ergänze ich und lache unfroh auf.

„Quatsch!“, ruft Karl, verschränkt die Arme vor der Brust und stiert seine leere Bierflasche an. „Besorg mal Nachschub, Junge. Ich sitze auf dem Trockenen.“

 

Gegen zehn Uhr verabschiede ich mich von dem Alten. Ich bin etwas angetrunken und dankbar, dass ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin.

Karl hat mich nicht weiter bedrängt und wir haben über dies und das geplaudert, auch über seinen verstorbenen Lebensgefährten. Dabei ist natürlich Neid in mir aufgeflackert, zugleich Mitleid, da Karl seinen Liebsten immer noch unwahrscheinlich vermisst. Die beiden müssen sich sehr geliebt haben.

„Schlaf gut, Björn“, ruft Karl mir hinterher, während ich durch das Treppenhaus dem Ausgang zustrebe.

„Du auch“, gebe ich über die Schulter zurück, öffne die Tür und … pralle gegen einen harten Körper. „Ups!“, stoße ich aus und halte mich instinktiv kurz an dem Kerl fest, der ebenso perplex ist wie ich.

„Holla!“, grummelt Adamo, packt mich an den Armen und wartet, bis ich mein Gleichgewicht wiedergefunden habe. „Wohl etwas schnell und betrunken unterwegs“, sagt er und als ich aufschaue, entdecke ich ein sexy Grinsen, das seine Lippen verführerisch kräuselt.

„Der Junge hat mir nur Gesellschaft geleistet!“, ruft Karl.

„Du sollst doch nicht trinken!“, gibt Adamo zurück, lässt mich los und tritt beiseite. „Du wirst sonst noch als Säufer enden.“

„Grüner Junge“, knurrt Karl und lacht auf. „Als wenn es nicht schon egal ist, woran ich sterbe. Dann lieber Leberzirrhose, als Krebs.“

Die Haustür drückt dank des automatischen Türschließers gegen meinen Rücken, während ich dem Geplänkel wie in Watte gepackt folge. In dem winzigen Moment an Adamos Brust habe ich wohl zu tief eingeatmet, denn sein Duft ist bis in mein Gehirn vorgedrungen. Eine Spur Schweiß, ein Spritzer Zitrone und ein Hauch von aufregender Männlichkeit.

„Dann wünsche ich den Herren noch einen schönen Abend“, sagt Adamo und läuft zu seiner Wohnungstür. „Man sieht sich.“

Die Tür fällt hinter ihm zu und ich wache langsam auf.

„Denk an meine Worte!“, mahnt Karl mit einem vielsagenden Blick auf die Nachbarwohnung. „Und nun schlaf gut.“

Er rollt rückwärts und ich trete endlich auf die Straße.

 

Selbst hier, in Hamburgs Mitte, ist der Frühling deutlich angekommen. Der Geruch von erwachender Natur liegt in der Luft, überall flanieren Paare und hier und da dringt Essensduft aus einem der vielen Restaurants.

Ich taumle die Straße entlang, kaum in der Lage, den anderen Passanten auszuweichen. Ohne Zweifel hat es mich voll erwischt. Mein Herz summt Adamos Namen und in meinem Bauch brummt ein Schwarm Schmetterlinge. Es wäre ein wahnsinnig gutes Gefühl, wenn es denn Hoffnung gäbe.

 

Wahrscheinlich bin ich völlig verrückt geworden, denn am nächsten Tag rufe ich Karl an und stimme seinem Plan zu.

 

 

Ich komme mir vor wie ein Revolverheld, der einen Saloon betritt, als ich kurz vor Mitternacht desselben Tages durch die Tür des Goldenen Hirschen schreite. Es scheint, als wenn die Musik leiser wird und sich alle Augen auf mich richten. Mein Hemd reflektiert hell im Neonlicht und die Glitzerpartikel, die Karl mir ins Gesicht geschmiert hat, müssen auch wie eine Leuchtreklame wirken.

Dank der Kontaktlinsen bin ich zwar in der Lage scharf zu sehen, dennoch wirkt alles verschwommen. Das kann auch an dem Trockeneisnebel liegen, jedenfalls halte ich mich nah an der Wand, während ich tiefer in den Club vordringe.

„Hui, Süßer“, säuselt eine Stimme von links und jemand grabscht mir an den Hintern.

„Na, wen haben wir denn da?“, fragt jemand von hinten und erneut werde ich angegriffelt.

 

Irgendwie schaffe ich es, mich der Angriffe zu erwehren und gelange in eine trügerische Sicherheit am Tresen rechts an der Wand. Wenigstens kann ich dort den Arsch auf einen Hocker hieven und diesen damit vor weiteren Übergriffen schützen. Nur von den wenigen Metern bin ich satt und überlege, wie ich am besten unbehelligt fliehen kann. Die Idee erscheint mir mit einem Mal völlig blöde. Wie konnte ich nur auf Karls Blödsinn eingehen?

Keiner der Kerle, die mich angepackt haben, ist auf mehr als einen Fick aus. Ich könnte heulen vor Frust und verfluche in Gedanken den Alten, der mich mit seiner fixen Idee der Lächerlichkeit preisgegeben hat.

Na ja, zugegeben, das Umstyling hat auch echt Spaß gemacht. Karls Sprüche dabei haben uns mehrfach die Lachtränen in die Augen getrieben. Er wusste sogar, dass Adamo stets um diese Zeit aufbricht, um in den Goldenen Hirsch zu gehen, aber das hat er nur am Rande erwähnt und mich nochmals ermahnt, dem Kerl nicht hinterherzulaufen.

 

Da ich nun schon einmal hier bin, ordere ich bei der Bedienung ein Pils und lass den Blick schweifen. Nur ein Getränk, danach werde ich zum Klo schleichen, mir den Flitter abwaschen, die wilde Frisur glattkämmen und das Weite suchen. Der Plan gefällt mir und ich entspanne mich ein wenig, während ich mit einem bösen Blick einen Fettwanst von einer Annäherung abhalte. Der Kerl zuckt zusammen und entfernt sich. Holla! Entweder beherrsche ich jetzt den Killerblick, oder ich scheine in meinem Aufzug beachtliche Wirkung auf andere zu haben!

 

Während ich einen Schluck aus der Flasche nehme, wandert mein Blick weiter über die anderen Gäste. Keiner der Männer kommt mir bekannt vor und das Durchschnittsalter dürfte bei Mitte zwanzig liegen. Überall ist nackte Haut angesagt, man flirtet und immer wieder sehe ich Paare, die einem Gang im hinteren Bereich des Clubs zustreben.

Ich mag unerfahren sein, ahne aber dennoch, dass dort hinten der Darkroom sein muss. Mir schaudert bei dem Gedanken an diesen Raum, in dem dicht an dicht Männer kopulieren und sicherlich die Wände von deren Sperma kleben.

„Ein Pils!“, ruft jemand in meinem Rücken und das tiefe Timbre jagt mir sogleich einen Schauer über den Rücken.

Es muss Adamo sein, der hinter mir steht. Ich verkrampfe mich automatisch, schaue angestrengt geradeaus und lausche dabei mit doppelter Intensität.

„Danke“, sagt die dunkle Stimme und etwas berührt meinen Rücken.

Sein Ellbogen? Zufällig? Gewollt?

„Stimmt so!“, höre ich Adamo rufen.

Ich fühle mich, als wäre ich auf einer einsamen Insel oder einem fernen Planeten. Dort existieren nur er und ich, eingeschlossen in eine Glaskuppel. Hinter dem Glas tanzen Leute, Musik dröhnt, doch all das dringt nur noch gedämpft zu mir. Ich meine sogar, seine Atemzüge zu hören.

„Hallo, ich bin Adamo. Hast du Lust?“, flüstert die tiefe Stimme in mein Ohr und ein warmer Luftzug streift meinen Hals.

Gänsehaut überzieht mich von Kopf bis Fuß. Er hat mich nicht erkannt, sonst würde er nicht fragen. Enttäuschung, zugleich Euphorie kämpft in mir um Vorrang und letztere gewinnt. Ich erinnere mich an Karls Worte: Du hast nur ein Leben!

„Cooles Outfit. Irgendwie Siebziger“, haucht Adamo in meine Ohrmuschel, dann berührt weiche Haut mein Ohrläppchen.

„Mhm“, murmele ich, immer noch unschlüssig, wie ich mich verhalten soll.

„Also, was ist? Lust?“, fragt Adamo mit einer Spur Ungeduld in der Stimme.

„Ja. Äh. Klar“, stottere ich, stürze den Rest Bier herunter und würde mir gern noch einen Tequila hinterher kippen, um den Mut zu finden, diese Sache durchzuziehen.

„Du klingst wie eine Jungfrau, aber dafür bist du zu alt“, stellt Adamo amüsiert fest.

Ich drehe mich endlich zu ihm und … erstarre zur Salzsäule.

Er trägt anstelle der Latzhose ein enges T-Shirt, das keinen Zweifel an der Beschaffenheit seiner Brust lässt. Die verwaschene Jeans umschließt den unteren Teil von ihm auf ähnlich provokante Weise. Seine Lippen sind zu einem sinnlichen Lächeln gekräuselt und erst diese Augen! Kornblumenblau und von dunklen, dichten Wimpern beschattet schauen sie mich neugierig an.

„Also?“, fragt er und das Timbre seiner Stimme dringt bis in meine Mitte vor.

„Okay“, erwidere ich weit selbstsicherer, als ich mich fühle.

„Na dann …“, murmelt Adamo, trinkt aus und schnappt sich meine Hand. „Dann wollen wir mal.“

 

Die folgende Sequenz spielt sich wie im Traum ab. Ich trete Leuten auf die Füße, während Adamo mich hinter sich her zerrt. Mir ist schwindelig und wenn ich nicht so scharf wäre, würde ich sicher in Ohnmacht fallen. Gleich … gleich wird mein Traummann mich … ficken. Ficken? Dieses fiese Wort bohrt sich in meinem Schädel fest.

Er wird mich bumsen, ohne zu wissen, dass ich es bin, der Pfleger Björn. Ist das wichtig? Ich versuche zu grübeln, lass es aber schnell bleiben, da in meinem Kopf nur noch ein nerviges Brummen herrscht. So, wie damals bei dem Pausenzeichen im Fernsehen, als es noch kein 24-Stunden-Programm gab.

 

In meinen Ohren summt es, als wäre ein Bienenschwarm dort eingezogen und ich laufe nur noch, weil Adamo mich unbarmherzig weiter zieht. Der dunkle Raum entpuppt sich … als dunkler Raum, aber weit weniger eklig, als ich angenommen habe. Es sind zwar etliche Paare in den verschiedensten Stellungen zu erkennen, doch das Stöhnen, das aus deren Kehlen die Luft erfüllt, turnt mich an.

Adamo zieht mich zu einer freien Stelle, dreht mich mit dem Rücken zur Wand und starrt mir einen Moment in die Augen, als wenn er nachdenken würde. Dann beugt er den Kopf und ich fühle die zarte Haut seiner Lippen auf meinen. Mit überraschender Sanftheit küsst er mich, jedoch nur kurz, bevor er mich mit Bestimmtheit an den Hüften herumdreht.

 

Will ich das hier wirklich?

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