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Armageddon Zone: Träume aus Blut

Antje Ippensen, Lukas Vering

Armageddon Zone: Träume aus Blut

Band 4 der Cassiopeiapress Endzeit-Saga





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Die ARMAGEDDON ZONE Saga

Band 4

TRÄUME AUS BLUT

von Antje Ippensen und Lukas Vering

( Herausgegeben von Marten Munsonius )

Copyright © 2013 ARMAGEDDON ZONE, created by Marten Munsonius, Treatments by Antje Ippensen & Marten Munsonius

Copyright © 2013 – Träume aus Blut- by Antje Ippensen und Lukas Vering

Copyright © 2013 der Coverillustration by Steve Mayer

Die Website des Illustrators Steve Mayer: stevemayer.magix.net

Vertrieb im Internet

Ein CassiopeiaPress E-Book

© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

John Iceheart im Strudel unabwendbarer Ereignisse: Die Temporalseuche und seine Suche nach dem Turm ERDSTERN und immer wieder muss er kämpfen, um sein Ziel weiter verfolgen zu können.

Und dann bedrängt ihn die KI, die keine Künstliche Intelligenz sein will. Doch John Iceheart muss erkennen, dass sie nur gemeinsam das Etappenziel erreichen können, denn der Sphärenwechselpunkt wird zu einem schier unüberwindbaren Hindernis für Scarlett und John…

Die Saga geht weiter – ob in ferner Zukunft oder in der Vergangenheit: Armageddon ist immer und überall!

Erster Teil

1.

Das Messer scheint in seiner Bewegung einzufrieren. Schwebt nur wenige Zentimeter über John Icehearts Brust. Unter seinem Atem beschlägt das Metall.

Die Knöchel an Scarletts Fingern werden weiß, als der Griff um das Messer immer verbissener wird. Als sich der Druck immer mehr verstärkt, mit dem sie versucht die Klinge niederzupressen. Doch er hat den Arm hochgerissen, gerade noch so schützend vor sich gehoben und blockiert ihre Bewegung. Die eigentlich alles innerhalb einer Sekunde beenden sollte.

Nun starrt sie in seine panischen Augen. Wie die eines Tieres in den Fängen eines Jägers. Den Geschmack von Blut schon im Mund, mit der Gewissheit des Todes schon in den Knochen. Doch da ist mehr. Und Scarlett wünscht sich, sie hätte niemals hingesehen. Er ist mehr als ein Tier, dem sie die Kehle aufschlitzt. Mehr als ein Opfer, das sie willentlich darbringt. Um sich selber zu retten …

Sie schreit auf. Aus Wut. Aus Verzweiflung. Und sie reißt die Klinge wieder hoch. In dem kurzen Moment, in dem das scharfe Metall über ihrem Kopf schwebt, scheint die Zeit stillzustehen. Sie spürt ihr Herz in der Brust schlagen. Und jeder Schlag bedeutet, dass das Nanokaid durch ihre Adern gepumpt wird. Dass es sich in ihrem ganzen Körper verbreitet, jede Zelle überflutet, von allem Besitz ergreift.

Sie zögert.

Was ist sie denn noch? Eine Sklavin für dieses verdammte Zeug. Eine Gehorsame für Feiglinge unter Kapuzen. Eine Gefangene in ihrem eigenen Körper.

Sie spürt, wie die Willenskraft aus ihr verschwindet. Wie die Arme schlaff werden, wie die Kraft aus den Oberschenkeln flieht, wie sich der Griff um das Messer löst. Nur dieser eine verdammte Moment von Schwäche. Dann spürt sie, wie John Iceheart sie von sich stößt. Sie wird durch die Luft geschleudert und landet mit dem Rücken auf dem harten Zementboden der Straße. Ihre Lungen versagen für einen schockierten Augenblick. Wie ein Fisch auf dem Land ringt sie nach Sauerstoff. Im Augenwinkel sieht sie, wie sich ihr Opfer aufrichtet. Und in ihren Fingerspitzen spürt sie schon die ersten Schmerzen des verschwindenden Nanokaids.

„Nein!“, stößt sie aus und springt auf. Der Schrei so wild, dass sie ihre eigene Stimme nicht erkennt. Sie sticht mit dem Messer zu, wahllos, schwingt die Klinge wie wahnsinnig geworden.

Er bekommt ihren Arm zu greifen. Der Griff ist fest; bestimmt. Und reißt sie aus ihrer Rage. Er will ihr das Gelenk verdrehen, doch Scarlett zerschlägt ihm die Sekunde, in der er glaubt die Oberhand zu erlangen. Sie stößt sich mit den Füßen vom Boden ab und zerrt Iceheart mit in ihren Sturz. Überrumpelt und nicht wissend wie ihm geschieht, stolpert dieser vornüber. Sie windet sich im Fall um seinen Körper und presst die Knie in seinen Rücken. Als sie auf dem Boden auftreffen, hört sie ihn aufächzen. Sein Kopf prallt hart auf die Straße, sein Gesicht schlägt gegen den Zement.

Dann rammt sie das Messer in seinen Rücken. Die Bewegung ist wie ein Reflex. Sie ist selber davon überrascht. Die Klinge bohrt sich in seine Schulter, zerschneidet Haut und Fleisch. Und bringt sein frisches, rotes Blut zum Vorschein. Scarlett zieht an dem Messer. Zerrt. Doch es steckt fest. Sie hört ein schmerzerfülltes Keuchen. Mit einem kräftigen Ruck reißt sie ihre Waffe aus John Icehearts Körper. Blutstropfen wirbeln durch die Luft. Die Bewegung lässt ihre Haare nach vorn fallen. Und während sie das verheißungsvolle Rascheln in den Haarspitzen hört, sieht sie schon, wie ihre Mähne blutrot und schimmernd um sie fließt. So glatt, dass es eine Flüssigkeit sein könnte.

„Was …?“ Ihr stockt der Atem. Fassungslos starrt sie auf den nunmehr reglosen Körper unter ihr, den sie immer noch mit aller Kraft auf die harte Straße drückt. Und auf den Blutfleck, der sich über seinen Rücken ausbreitet. In dem gleichen aufdringlichen Rot, das ihre Haare angenommen haben. Was soll das bedeuten?

Er keucht. Sie sieht seine Hand, die sich ausstreckt; die Finger, die versuchen sich in den Zement zu graben. Ein kümmerlicher Versuch zu fliehen. Sie kann nicht mehr atmen. Die Welt um sie herum ist in Dunkelheit versunken. Alles, was sie noch sieht, ist dieses penetrante, unerbittliche Rot. Jeder ihrer Herzschläge hallt in der Dunkelheit so laut wie ein Glockenschlag. Ihre eigenen Bewegungen scheinen ihr plötzlich fremd. Als würde sie einer Puppe zuschauen, die ihr verblüffend ähnlich sieht, doch mit der sie nichts zu tun hat. Eine Marionette, die an Fäden aus Nanokaid hängt. Und deren Finger sich nun in John Icehearts Haare krallen und seinen Kopf zurückziehen. So dass sie die Klinge an seinen Hals führen, die Schneide an seine Kehle pressen kann. Es fehlt nur noch eine einzige, letzte Bewegung, und das Blut wird in Sturzbächen aus ihm fließen. Das Rot wird die Straße einfärben, wird in den Zement sickern, wird die Dunkelheit auffüllen. Nur eine einzige, letzte Bewegung …

Der Schmerz des sich auflösenden Nanokaids brennt unter ihren Fingernägeln.

Die Dunkelheit hält sie in ihrer starren, lieblosen Umarmung.

Die roten Haarsträhnen fallen vor ihre Augen.

Ein fremder Geschmack prickelt auf ihrer Zunge. Blut. Und Schnee.

Die Knöchel an ihren Fingern werden weiß, als ihr Griff um das Messer immer fester wird. Ihre Zähne knirschen, als sie sie brutal zusammenbeißt. Die Muskeln in ihrem Arm beginnen zu zittern. Sie kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Alles wirbelt in ihrem Kopf umher. Wie ein Sturm, in dem Wörter und Ideen aufeinanderprallen und zerschellen, sich gegenseitig zerstören und an anderen Stellen neu zusammenfügen. Und das alles in einem Tempo, das sie nicht verfolgen kann.

Nur eine einzige, letzte Bewegung …

„Nanokaid“, hört sie eine Stimme durch die Luft wispern. So warm, so vertraut, und doch ist sie sich sicher, so etwas noch nie zuvor gehört zu haben. Nur dieses eine Wort. Doch jede Silbe ist wie ein Anker in ihrem Gedankensturm. Und plötzlich ist alles so klar. Scarletts Griff um das Messer löst sich. Sie hört die Klinge zu Boden fallen. Sie löst den Druck, mit dem sie John Iceheart niedergedrückt hat. Wenn er noch genug Kraft besitzt, wird er die Waffe ergreifen, aufspringen und ihr den Kopf vom Hals abtrennen. Doch was ändert das schon?

Ja … Was ändert das schon …?

Soll das Nanokaid sie doch verbrennen. Soll John Iceheart sie doch enthaupten. Soll der Kapuzenmann sie erdrosseln, erschlagen oder langsam ausbluten lassen. Vielleicht ist das, und wirklich nur das, der einzige Weg um jemals die Fäden loszuwerden, die an den Nägeln und Ösen hängen, die man in ihren Körper geschlagen hat. Und mit denen man sie durch die Sphären der Zeit tanzen lässt …


2.


„Nanokaid“, ertönt die Stimme aus dem Nichts erneut.

Vielleicht eine neue Wirkung der Droge. Ein neuer Instinkt, dem sie vertrauen sollte. Bisher wusste das verdammte Zeug ja immer viel besser als sie selbst, wo sie hinzugehen hatte.

„Winzige Elemente, die den Organismus optimieren. Herkunft: unbekannt.“

Scarlett schaut sich verwundert um. Was war das?

„Update. Winzige Elemente, die mit dem Trägerorganismus eine gefährliche Symbiose eingehen. Eine Injektion verleiht dem Träger zwar eine Optimierung des Gesamtorganismus und scheint eine Vernetzung mit anderen Nanokaidelementen herzustellen, allerdings verbraucht das Nanokaid dabei rapide die Lebensenergie des Trägers.“

Scarletts Blick findet den Ursprung der Stimme. Verwundert schaut sie eine leuchtende Kugel an, die vor ihr in der Luft schwebt. Die obere Hälfte der Kugel klappt sich auf und ein Bildschirm erscheint. Sie sieht eine Darstellung winziger Teilchen in einem Blutkreislauf. Und kommt nicht um den Gedanken herum, dass sie ihren eigenen, langsam zerfallenden Organismus beobachtet.

„Was soll das?“, fragt sie.

Keine Antwort. Anstatt dessen fällt ein Lichtstrahl aus der seltsamen Kugel auf sie. Fährt an ihrem Körper auf und ab. Ein Scanner?

„Was heißt das? Mit anderen Nanokaidelementen vernetzen?“ Scarlett steht auf, lässt John achtlos liegen. Woher kommt dieses Ding? Und woher weiß es Dinge über Nanokaid, die sie selber noch nicht in Erfahrung bringen konnte?

„Was weißt du darüber?“, fragt sie und macht einen heftigen Schritt auf die Kugel zu. Sie weicht zurück. Scarlett starrt sie fragend an. Die Kugel dreht sich, der Bildschirm fährt wieder zurück.

„Was bist du?“, haucht Scarlett verwundert.

„FM“, antwortet die Stimme.

„Eine künstliche Intelligenz?“

Keine Antwort.

„Was weißt du noch über Nanokaid?“, fragt Scarlett erregt.

Keine Antwort.

„Hey!“ Sie will das schwebende Ding packen, doch sie greift nur ins Leere. Die Kugel weicht ihr ohne Probleme aus. „Woher kommst du?“

„John Iceheart“, antwortet die Stimme. So vertraut; und doch so fremd.

Scarlett schaut hinab auf den Boden. Sie sieht, dass sein Körper sich hebt und senkt. Nur schwerlich, aber er atmet. Doch der rote Fleck wächst. Sie hockt sich neben ihn, reißt ein Stück seiner Kleidung ab und presst den zusammengeknüllten Fetzen auf die Wunde. Innerhalb weniger Sekunden ist der Fetzen durchtränkt davon.

„Du gehörst zu ihm, richtig?“, fragt sie an die seltsame Kugel gewandt.

Ein Surren.

„Dann sollten wir zusehen ihn hier wegzubekommen. Bevor irgendwelche Stahlgebisse ankommen und ihn als Sonntagsbüffet einkassieren wollen …“

Die Kugel dreht sich. Scarlett sieht einen Lichtstrahl, der die Umgebung zu scannen scheint. Er bleibt auf einer Tür hängen, die leicht aus den Angeln gehoben ist und zu einem heruntergekommenen Holzhaus gehört.

„Mh“, macht Scarlett. „Äußerst nützlich.“ Doch die Kugel gibt ihr wieder keine Antwort. Doch die Idee, dass in diesem Etwas das Wissen verborgen liegt, das sie schon so lange sucht, kann sie nicht abschütteln. Wenn es weiß, was Nanokaid ist und wo es herkommt ...

Ihre Gedanken werden von einem entfernten Stimmengewirr unterbrochen. Als hätte sie etwas mit ihrem bissigen Kommentar hervorgerufen. Der Klang der Stimmen lässt Scarlett schon erkennen, dass es tatsächlich eine ganze Gruppe dieser Gören mit Stahlgebissen sein muss. Einen hat sie vielleicht mit einem Schlag in die Weichteile ausgeschaltet, aber in einer ganzen Gruppe und belastet mit dem blutenden, ächzenden Besitzer ihrer Wissensquelle schätzt sie ihre Chancen eher schlecht ein. Die schlurfenden Schritte und das fahle Gelächter nähern sich. Vielleicht noch ein paar Augenblicke, bis sie um die Ecke am Ende der Straße biegen werden. Scarlett greift den verletzten John unter den Armen und versucht ihn hochzuziehen. Er ist schwer wie ein nasser Sack.

„Hey“, faucht sie in sein Ohr. „Nur ein paar Meter, okay?“ Sie tätschelt seine Wange. Als er nicht reagiert, klatscht sie mit Wucht dagegen. Er blinzelt erschrocken.

„Nur bis zu dem Haus da, okay?“

Er antwortet nicht, doch sie spürt, wie er seine Kraft darauf verwendet aufzustehen. Sie stützt ihn, zieht ihn hoch, legt seinen Arm um ihre Schultern und richtet ihn auf. Einmal auf den Beinen zieht sie ihn gnadenlos voran. Die Kugel schwebt neben ihnen her. Den Lichtstrahl immer noch auf die verwahrloste Tür gerichtet.

Schritte. Stimmen. Der metallische Klang der Worte, wenn sie an den verstählerten Zähnen vorbeischwirren, dringt in ihre Ohren.

Dann tritt sie die Tür auf und zerrt John in das verlassene Haus. Zumindest hofft sie, dass es verlassen ist …


3.


Mit angehaltenem Atem presst Scarlett sich an die Wand neben dem Fenster, durch das sie auf die Straße blicken kann. Staubige Gardinen verschleiern die Sicht, doch sie will nicht riskieren, dass man ihren Schemen dadurch sieht. Also lugt sie nur vorsichtig hinaus. In den Stoff der Gardinen eingewebt kann sie kleine Leuchtdioden sehen, die ihren Dienst allerdings schon vor einiger Zeit eingestellt haben. Der Glamour und Glitter der Stadt hat sich aus diesem Gebiet zurückgezogen, hat die Einwohner verlassen und sie in den Holzbaracken und düsteren Gassen zurückgelassen. Scarlett fragt sich, ob sich diese Lichtlosigkeit immer weiter ausbreiten wird.

Dann sieht sie die Bande Jugendlicher über die Straße schlurfen. Sie grölen, schubsen sich, lachen. Sie kann die Metallzähne aufblitzen sehen. Was für ein bezeichnender Trend …

Für einen kurzen Moment flammt in ihr das Bild einer entfernten Erinnerung auf. Die Eindrücke sind so fremd, dass sie erst glaubt, man würde ihr einen Film in den Kopf projizieren. Doch dann erkennt sie sich selber … in Neonhosen und einem Stahlkettenoberteil. Das war der bezeichnende Trend ihrer Jugend. Ein nostalgisches Lächeln schleicht auf ihre Lippen.

John Iceheart stöhnt auf.

Scarlett, als würde sie sich ertappt fühlen, dreht sich zu ihm um, das Lächeln verflogen. Er hat die Vögel ihrer Erinnerung aufgescheucht. Besser so. Sie hat keine Zeit zum Träumen. Erst recht nicht mit einer Meute brutaler Teenager vor der Haustür.

„Psscht“, macht sie und geht auf ihn zu. Sie hat ihn auf den Boden gesetzt, an die Wand gelehnt. FM, diese seltsame KI, schwebt vor ihm auf und ab.

„John. Deine Verwundung ist nicht lebensgefährlich, aber sie muss behandelt werden.“

„Ja danke, schwirr ab“, zischt Scarlett und beugt sich zu John herunter. „Gerade ist ein Ausflug zum Krankenhaus eher ungünstig.“

Keine Antwort.

Scarlett seufzt. Dieses Ding macht sie noch wahnsinnig.

Von draußen dringt aufgeregtes Stimmengewirr. Scarlett huscht zurück zum Fenster. Die Gruppe ist auf der Straße stehengeblieben, sie haben sich um etwas versammelt.

„Was zum …?“, zischt Scarlett. Wieso sind sie ausgerechnet dort stehengeblieben? Wenn sie doch einfach verschwinden würden …

Sie beobachtet die Jugendlichen. Es sind fünf Stück. Drei von ihnen großgewachsen, mit breiten Schultern. Scarlett wägt ihre Chancen noch einmal ab. Mit einer vollen Dosis Nanokaid im Blut würde sie diese Typen zusammenfalten und in den nächsten Gulli stopfen. Dann erkennt sie, wieso sie stehengeblieben sind. Auf der Straße liegt noch das Messer, das sie John in den Rücken gerammt hatte. Sein Blut noch frisch und leuchtend rot. Sie kann nicht verstehen, was die Jugendlichen sagen, doch nun sieht sie einen aus der Gruppe vortreten und das Messer aufheben. Die anderen rufen ihm etwas zu, als würden sie ihn anfeuern. Er ist der kleinste und dürrste aus der Gruppe, doch in seinen Augen funkelt eine Boshaftigkeit, die ihresgleichen sucht. Scarlett läuft ein Schauer über den Rücken. Was ist mit diesen Kindern nur los …?

Der Dürre hebt das Messer hoch, als wäre es eine Trophäe. Streckt es in die Höhe. Die anderen jubeln und grölen. Dann führt er es zu seinem Mund. Scarlett sieht die Zähne aus Metall aufblitzen. Und die fleischige Zunge hervorkommen, die genüsslich über das Messer leckt. Blut tropft von der Zunge auf die Lippen, rinnt hinab aufs Kinn.

„Na lecker …“

Was, wenn sie Hunger auf mehr bekommen? Können sie dem Geruch einer frischen Wunde folgen? Kann der Dürre die Fährte des Bluts aufnehmen, das er gerade abgeleckt hat?

„Was zum Teufel ist mit den Blagen in dieser Stadt nur los?“, raunt Scarlett und entfernt sich vom Fenster. Sie beugt sich wieder zu John hinab, zieht ihn vor, so dass sie einen neuen Stoffballen auf die Wunde drücken kann. Die Blutung ist nicht mehr stark, die Wunde nicht besonders tief. Sie hat das Gefühl, dass seine Benommenheit eher vom harten Kuss des Straßenbelages herrührt, mit dem sein Kopf empfangen worden ist.

„In diesem Gebiet der Stadt hat sich eine brutale Subkultur gebildet, die z…“

„Schon gut.“, zischt Scarlett die KI an. „Das war keine Frage.“

Und somit bekommt sie auch keine Rückmeldung. Die Kugel schwebt einfach still neben Johns Gesicht, wirft einen blassen Lichtschimmer auf seine eingefallenen Züge. Scarlett sieht ihn für einen Moment an. Was habe ich mir nur dabei gedacht ihn am Leben zu lassen?

Dann wendet sie sich an die KI. „Woher weißt du all diese Dinge?“

Keine Antwort.

„Mh.“ Scarlett steht auf „Wir sollten zusehen, dass wir hier wegkommen, bevor diese Beißer uns aufspüren.

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