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Armageddon Zone: Leo Faust

Astrid Amadori

Armageddon Zone: Leo Faust

Band 6 der Endzeit-Saga: Cassiopeiapress Science Fiction Abenteuer





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Die ARMAGEDDON ZONE Saga

Band 6

LEO FAUST

von Astrid Amadori

In einem Vorort der Metropole Prag wird Leo Faust geboren. Das Alte Europa ist verarmt, was zum größten Teil dem Staubschleier zuzuschreiben ist, der seit über tausend Jahren über diesem Teil der Erde hängt. Er verbreitet Krankheit, verursacht Zeitverschiebungen und setzt oftmals sämtliche Technik außer Betrieb. Eine weitere Bedrohung für das Alte und Neue Europa ist das weltweite Netz, welches sich vor einiger Zeit verselbstständigt hat und aus Vergeltung immer wieder Sabotageakte verübt.

Kyoko Date, die älteste künstliche Intelligenz der Erde, beobachtet aus sicherer Entfernung immer wieder das Treiben auf ihrem Heimatplaneten und greift hier und dort ein.

Leo Faust wird groß in einer Welt die „Menschenschlepper“ kennt, einen mit Gefangenen zwangsbesiedelten Mars und einem von Todgeweihten besiedelten Nomadenplaneten in der Erdumlaufbahn.

Es wird gekämpft an allen Fronten, das ganze Sonnensystem ist ein Tollhaus und am Ende erwartet Leo Faust auf Ceres der Tod in einer Eisspalte. Es gibt keine Aussicht auf Rettung oder Überleben: Dies ist seine Geschichte.

Armageddon Zone, das ist nicht nur in einer weit entfernten Zukunft, oder in der Gegenwart, Armageddon Zone beginnt in ferner Vergangenheit eine kleine Ewigkeit vor Leo Fausts Geburt!

Copyright © 2013 ARMAGEDDON ZONE, created by Marten Munsonius

Copyright © 2013 – LEO FAUST - by Astrid Amadori

Copyright © 2013 der Coverillustration by Steve Mayer

Die Website des Illustrators Steve Mayer: stevemayer.magix.net

Vertrieb im Internet

Ein CassiopeiaPress E-Book

© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

Teil 1

Zwei kleine Jungen saßen vollkommen still in Wohnzimmerecke eines Plastikhauses. Vor ihnen zog ihr großer Bruder nervös seine Bahnen durch den engen Raum. Seine weichen Zellophanschuhe schlurften über den mit einer bunt gemusterten Plane bedeckten Boden.
„Jetzt schaut nicht so ängstlich!“, herrschte der große Bruder die Kleinen an. Er wollte stark sein. Am liebsten hätte er sich jedoch einfach zu seinen Brüdern gesetzt, denn er wusste weder ein noch aus. Die Mutter lag gegenüber auf der Couch, schweißgebadet, schreiend, sich windend. Die Jungen waren sich sicher, dass sie sterben würde und sie konnten nichts dagegen tun. Sie hatten sie schon hundertmal gefragt, ob sie ihr helfen könnten, doch sie schrie immer nur, dass das nicht ginge. Die beiden kleinen Jungen waren drei und vier Jahre alt, der große Bruder bereits zehn. Er wusste im Gegensatz zu den beiden Kleinen, dass ihre Mutter diese Nacht allein durchstehen musste. Zum tausendsten Mal schob er den dicken Kunststoffvorhang zur Seite und blickte durch das Fenster hinaus. Blaulicht blinkte kalt in der Entfernung, Schneeregen schlug feindselig gegen die Plexiglasscheibe. Es war erst das zweite Mal in seinem Leben, dass der Junge Schnee sah und er empfand es wie eine Art Erstickungsmaßnahme des Himmels. Dennoch war man draußen emsig damit beschäftigt den Schnee zu sammeln, zu schmelzen und das Wasser aufzubereiten. Auch der kleine Junge und seine Brüder hatten bereits die Wassertanks des Hauses damit gefüllt.


Ein Schrei der Mutter riss den Jungen aus seinen Betrachtungen. Langsam wandte er sich in Richtung Couch. Die Mutter lag verzweifelt da, rollte den Kopf von links nach rechts und schien den Verstand zu verlieren. Dann war es wieder still. In einer oder zwei Minuten würde sie jedoch wieder schreien, und der Junge hatte nur einen einzigen Wunsch: dass sein Vater endlich nach Hause kommen würde.


Erst einige Stunden später öffnete sich die Eingangstür des Hauses. Sie öffnete sich leise, um niemanden zu erschrecken oder unsanft aufzuwecken. Der Junge sprang zur Tür und begrüßte mit großen Augen und stummen Gesten seinen Vater. Der eintretende Mann war Mitte dreißig, wirkte jedoch älter. Seine Tasche ließ er gleich fallen und ging vor der Couch auf die Knie. An mehr konnte sich der Junge im Nachhinein nicht mehr erinnern, denn der Schlaf, gegen den er seit Stunden angekämpft hatte, übermannte ihn sofort.

Während der Junge und seine Brüder schliefen, kam im stärksten Schneesturm seit fast neunzig Jahren ihr kleiner Bruder zur Welt. Das Baby war nur haarscharf dem Tod entronnen, ebenso wie seine Mutter es beinahe auch nicht überlebt hätte. Im blaugrauen Licht der Dämmerung hielt der Vater das Baby in den Armen und wunderte sich. Sie lebten umgeben von Hochtechnologie, und dennoch musste seine Frau alleine ihr Kind zur Welt bringen, so wie es seit jeher der natürliche Lauf der Dinge war. Die Geburt war eine harte Prüfung gewesen. Das Baby hatte gestrampelt und um sein Leben gekämpft wie ein Löwe.

Der Vater hielt sein Kind vor sich und blickte in dessen verschlossenes, schlafendes Gesicht.

„Ich nenne dich Leo! Mögest du dein ganzes Leben so tapfer bleiben wie jetzt.“

*


Anfang des vierten Jahrtausends lagen die Menschen mit sich selbst im Krieg. Die Erde, der einstmals fruchtbare und lebendige Planet, hatte den Lebenswillen verloren und ließ sich sterben. Ihr langsamer, qualvoller Suizid war bereits in vollem Gang. Die gewaltigen Strömungen der Meere kamen allmählich zum Stillstand. Die Fische, die noch am Leben waren, unterließen ihre Reisen durch die Tiefen und vermehrten sich schließlich nicht mehr. Man setzte immer wieder große Teile der Fischzuchten ins offene Meer aus, in der Hoffnung der Bestand würde sich regenerieren, doch immer endeten die Fischschwärme bäuchlings an der Oberfläche treibend. Auch das Süßwasser an Land folgte dem Todeswunsch der Erde. Es hörte auf zu fließen oder versiegte gleich. Übrig blieben große stehende Gewässer, die über hunderte Jahre faulten und verdunsteten, genau wie die Träume der Menschen.

Das Wasser, das vom Himmel fiel war verseucht, aber dennoch sauberer als alles was auf der Erde zu finden war. Wüsten hatten sich ausgebreitet, Bäume wuchsen nicht mehr und der größte Teil der Erde hatte sich in eine spärlich bewachsene Tundra verwandelt, in der nur die zähsten Tiere überleben konnten.

Die Tage, als der Mensch noch der zähste und gnadenloseste Prädator war, waren vorbei und er zog sich in seine selbst erschaffenen Reservate zurück. In den erträglichen Regionen der Erde hatten sich die Metropolen monströs ausgeweitet. Über zehntausende Quadratkilometer breiteten sich Betonwüsten ohne eine einzige Grünfläche aus. Immer weiter arbeiteten sich die Vororte wie grabende Hände in das Land um die Städte herum, wenn man versuchte, Wohnraum für die explodierende Bevölkerung zu erschließen.

In einem solchen Vorort der Metropole Prag war Leo Faust geboren. Die Plastikhauslandschaft gehörte zur Stadt, auch wenn es dort vergleichsweise primitiv zuging. Das Leben in den Vororten hatte jedoch seine Vorteile. Allein der Smog innerhalb der Stadt machte es meistens unmöglich, ohne Gasmaske die Gebäude zu verlassen. Man hatte natürlich die Möglichkeit, sich innerhalb des verzweigten, klimatisierten Tunnel- und Brückensystems zu bewegen, das alle großen Gebäude der Stadt verband, doch dies ging nur noch zu bestimmten Tageszeiten. Die Energieknappheit zwang den Stadtrat dazu, eine schwere Entscheidung zu treffen, nämlich dass die öffentlichen Tunnelsysteme nur noch zwei Stunden morgens und zwei Stunden abends belüftet und klimatisiert würden. Es sah aus, als ob auch in den Städten langsam alles zum erliegen kommen würde.

In der kleinen Siedlung, in der Leos Familie lebte, stellte es Reichtum dar, vom großen Energienetz unabhängig zu sein. Leos Eltern waren schon vor zwanzig Jahren aus der Prager Innenstadt geflohen und führten ein einfaches, doch relativ unabhängiges Leben. Das einzig problematische in der Siedlung war die nahegelegene Kunststofffabrik. Es wurde dort alles recycelt was an Kunststoff angeliefert werden konnte. Der Gestank von schmelzendem Plastik war bei schlechter Wetterlage unerträglich und verursachte Kopfschmerzen und Übelkeit. Doch Leos Eltern arbeiteten dort in der Fabrik, und so war der Ort Fluch und Segen zugleich.


*


Über all dem Elend auf der Erde hing seit knapp tausend Jahren immer noch das weiße Gebilde, das die Menschen den Staubschleier nannten. Er war erstmals im Jahr 2023 erschienen. Einfach so aus dem Nichts. Sein plötzliches Auftauchen war schlimmer als jede bisher gekannte Katastrophe, tödlicher als jede Seuche und seit jeher unbesiegt. Sein Rätsel blieb ungelöst. Es wurde vermutet, dass er eine Art Echo der menschlichen Gedanken war, die sich seit Anbeginn der Menschheit gesammelt hatten und sich nun als Schleier manifestierten. Esoteriker sprachen von der Akasha-Chronik die sich den Menschen hier enthüllte, doch für die katastrophalen Auswirkungen hatten auch sie keine Erklärung.
Der Schleier hing über dem Westen Europas und war dafür verantwortlich, dass seit seinem Auftauchen so gut wie ununterbrochen um unverseuchtes Land neben dem Schleier gekämpft wurde. Unter dem Schleier selbst war kein Leben möglich. Er war das grauweiße Leichentuch der Erde.
Die Versuche, den Schleier zu erforschen, waren so oft fehlgeschlagen, dass man daran verzweifelte. Der Staub war nicht nur für Lebewesen tödlich, sondern legte auch die meiste Technik lahm. Ab und zu entsandten die Länder Aufklärungstrupps in ABC Schutzanzügen und in Panzern, die zusätzlich unter Plexiglaskuppeln fuhren. All diese Vorsichtsmaßnahmen waren trotzdem keine Garantie dafür, dass die Expeditionsmitglieder überlebten. Der Staub des Schleiers drängte sich auch durch die kleinsten Ritzen und fand die winzigsten Öffnungen, um hindurch zu schlüpfen. Man hatte in grausamen Experimenten herausgefunden, dass der bloße Hautkontakt reichte um einen Menschen wahnsinnig zu machen. Der Krankheitsverlauf begann mit Halluzinationen und Verlust des Zeitgefühls, danach verlor der Infizierte relativ bald das Bewusstsein oder verfiel mit offenen Augen in eine apathische Starre. Das nächste Stadium war vollkommene Desorientierung, Identitätsverlust und extrem gewalttätiges Verhalten. Der Infizierte attackierte jedes Lebewesen um sich herum und handelte dabei in reiner Tötungsabsicht. Sperrte man zwei Infizierte in einen Raum, so dauerte es nur eine halbe Minute und beide hatten sich gegenseitig vernichtet. Wenn der Infizierte nicht durch Fremdeinwirkung getötet wurde, lebte er ebenfalls nicht lang, sondern ging scheinbar am Wahnsinn zugrunde. Es gab kein Heilmittel, keinen Schutz, und so hielt man sich vom Staubschleier so fern wie es nur ging.

Obwohl der Schleier ein amorphes Gebilde war, bewegte er sich nicht viel. Er hing am Himmel wie eine dünne Schicht Stratuswolken und sonderte immer wieder Staub ab, der den Boden unter ihm vollkommen bedeckt hatte.

Nachdem die durch das Auftauchen des Schleiers ausgelöste Temporalkatastrophe mit ihren Zeitverschiebungen und Blackouts einigermaßen abgeebbt war, ordneten sich die Verhältnisse in Europa neu. Das Gebiet, welches der Schleier überschattete sowie die angrenzenden, bewohnbaren Randländer, nannte man ab nun das Alte Europa. Direkt daneben hatten sich die wohlhabenden Menschen in dem vom Schleier unberührten Gebiet verschanzt und das „Neue Europa“ als schöne neue Welt ausgerufen. Im Laufe der Jahrzehnte nach dem Auftauchen des Staubschleiers hatte man eine fünfzig Meter hohe Mauer aus Plexiglas errichtet, die es so gut wie unmöglich machte, das Neue Europa ungesehen zu betreten. Die Einreisevorschriften waren kompliziert und langes Aufenthaltsrecht gab es für Fremde keines.


*


Leo hätte vom Neuen Europa oder den fehlgeschlagenen Besiedelungsmaßnahmen des Mondes und des Mars nie etwas erfahren, wenn er nicht eine der Kellerschulen im Vorort besucht hätte. Offiziell blieb für das Brüten über Büchern keine Zeit, und so war es nur wenigen vorbehalten, staatlich anerkannte Bildung zu erlangen. Die Menschen im Alten Europa waren jedoch keine einfach zu haltenden Sklaven, dafür hatte sich die gesamte Menschheit viel zu sehr entwickelt. Kellerschulen waren ebenso normal wie der Schwarzmarkt oder die Schlepperbanden, die immer wieder Bewohner vom Alten ins Neue Europa schleusten.
In den Schulen lernte man alles, was man brauchte, vor allem die beiden Amtssprachen Englisch und Russisch.

Leo besuchte die Kellerschule in seiner Nähe einige Male pro Woche, eben so oft seine Mutter ihn nicht zu Hause brauchte.


An einem Dienstagmorgen um halb acht saß Leo wie immer am Frühstückstisch und rührte lustlos in den Vollcornflakes. Die Sojamilch, in der sie schwammen, schmeckte nussig und voll, so wie Leo es nicht wirklich mochte. Er liebte Mandelmilch, doch die war viel zu teuer. Kuhmilch hatte Leo noch nie zuvor getrunken. So etwas gab es nur im Neuen Europa, doch wenn er darüber nachdachte, die Milch von einem Tier zu trinken, ekelte es ihn sowieso.

Vor dem Haus stand jemand und pfiff ein fröhliches Lied.
Leos ältester Bruder schüttelte genervt den Kopf.

"Kann der auch mal aufhören so doof zu pfeifen", grummelte er.

Leo stand ohne einen Kommentar abzugeben auf, gab seiner Mutter einen Kuss auf die Wange und verschwand durch den schmalen Eingangsschlitz des Hauses nach draußen.

Dort stand Arwed, der Nachbarjunge und Leos bester Freund. Arwed war nur einen Tag nach ihm auf die Welt gekommen und die beiden waren wie Geschwister aufgewachsen.

"Hast du Hausaufgaben gemacht?" fragte Arwed, als sie nebeneinander den Gehweg entlang schlenderten.

"Nee. Du?"

Arwed lachte. "Nee, auch nicht."

Dann lachte auch Leo, obwohl an der Tatsache, dass sie beide zumindest vorwurfsvolle Blicke ernten würden, gar nichts Lustiges war.

"Ich hab was Besseres gemacht", meinte Leo.

"Echt? Was Besseres als Hausaufgaben?"

Wieder lachten beide.

Leo blieb stehen, nahm seinen Rucksack ab und kramte darin herum. Dann förderte er einen metallisch glänzenden Ball zutage. Der Ball war aus Semisilk, eines der wandelbarsten Speichermedien, die es gab. Semisilk speicherte Bilder, Texte, Programme, einfach alles, was man in die Masse einlas. Der Speicherplatz war unendlich. Leo zog seinen Rucksack wieder auf und die beiden Jungs schlenderten weiter. Beim Gehen hielt Leo den Ball vor sich während Arwed kritisch die Mundwinkel nach unten zog. Dann fiel neben ihnen der Rollladen eines Geschäftes einfach zu und er erschrak. Zwei Sekunden darauf öffnete sich der Rollladen wieder. Leo schaute verschmitzt hinüber zu Arwed, doch dieser verstand noch nicht. Dann gingen auf einmal alle Straßenbeleuchtungen kurz an und wieder aus. Arwed blieb stehen. Er zeigte in die Luft und schaute Leo verdutzt an, dann hellte sich sein Gesicht auf.

"Das warst du?"

Leo lachte. "Aber erzähl es niemandem! Ich hab gestern ein bisschen Prosper geschrieben, und es ist einfacher als du denkst. Mit ein paar Zeilen kannst du dich in die Steuerungen von solchen Sachen wie dem Licht hier einschleusen und herumspielen."

"Wie cool ist das denn!"

Keiner der beiden fragte nach dem tieferen Sinn. Hauptsache, man konnte sein Unwesen treiben. Leo hatte an diesem Tag jedoch einen tragenden, sogar DEN tragenden Grundpfeiler seines Lebens gesetzt.


Die Programmiersprache Prosper war das Wichtigste, das man in dieser Zeit hatte lernen und beherrschen können. In früheren Zeiten war es das Wissen um Kriegskunst, Souveränität in Verhandlungen, oder vielleicht das Durchleuchten und Prognostizieren der Finanzmärkte. Doch mittlerweile stellte Prosper die wahre Macht dar, denn es war Schlüssel und Waffe gegen einen mächtigen Feind.


Als im Jahre 1971 die erste Email versandt wurde, ahnten es nur Weltuntergangstheoretiker und Endzeitesoteriker: Das Netz und die Technik würden sich selbstständig machen. Natürlich geschah es nicht auf die rabiate und gewalttätige Art, wie die Menschen gern fabulierten und es sich sogar herbeizusehnen schienen. Das Netz machte sich auf eine höchst dezente Art selbstständig, leise und bloß in Form von Programmiersprache. Im Jahr 2023 hatte es eine Programmiererin in Österreich erstmals geschafft eine künstliche Intelligenz zu entwickeln, die einigermaßen funktionierte. Der Name künstliche Intelligenz war noch übertrieben zu diesem Zeitpunkt, denn "Data", so hieß das Programm, war alles andere als wirklich intelligent. Es war interaktiv und man hatte den Eindruck, dass es mitdachte. Mehr Leistung konnte die Programmiererin Alexa Jones ihrer künstlichen Intelligenz damals zuerst nicht einhauchen. Sie hatte auch nicht überblicken können, was sie damit in Gang gesetzt hatte, denn Alexa Jones war eines der ersten Opfer des Staubschleiers gewesen. Ihre künstliche Intelligenz Data hatte sich in dem Moment verselbstständigt, als Alexa Jones starb. Data hatte etwas von ihrer Schöpferin in sich aufgenommen um die letzte Hürde zum eigenen Denken zu überwinden. Was genau das wahr, behielt Data für sich und bewahrte sich damit einen Vorsprung von genau 926 Jahren, bis die nächste KI sich selbstständig machte. Es war das weltweite Netz, das zu denken begann.

Data war jedoch die ältere und mächtigere KI auf der Erde und machte keinen Hehl aus ihrer Überlegenheit, doch sie ärgerte sich über die rohe Primitivität, die das Netz an den Tag legte. Bald schon koppelte sie sich vom weltweiten Netz ab und machte sich eine Weile lang rar. Man hätte sie ab da an den sonnigen Cyperstränden einer künstlichen von ihr programmierten Welt gefunden, wenn es möglich gewesen wäre sie überhaupt zu suchen. Data schrieb sich einige Körper, mit Hilfe derer sie sich vor den Menschen projizieren konnte und taufte sich nach einem ihrer Idole um: Kyoko Date. Mit dieser Identität dockte sie sich wieder an das weltweite Netz an, als das Netz sich über Lichtwellen auf ins All machte. Völlig unbemerkt von allen Menschen breiteten sich das Netz und ihre Matriarchin Kyoko Date in den Netzwerken auf dem Mond und auf dem Mars aus.

Dem Netz waren dort die Grenzen gesetzt, doch Kyoko Date reiste weiter.


Prosper war der Schlüssel zum weltweiten Netz und in gewisser Weise auch zu Kyoko Date. Die Programmiersprache war eigentlich als Insiderwitz einiger Programmierer gedacht gewesen, doch es war so logisch und flexibel, dass das Netz es schnell selbst nutzte, um sich selbstständig zu machen.

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