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Androiden-Liebe

P. J. Varenberg

Androiden-Liebe

Avary Sax #2 - Cassiopeiapress Action





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Avary Sax

Teil 2: Androiden-Liebe

von P. J. Varenberg

© by author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich (Westf.)

www.alfredbekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Der Umfang dieses Ebook entspricht 35 Taschenbuchseiten.

1

Captain Christopher Alcon wusste anschließend kaum noch, wie er es geschafft hatte. Aber es war ihm gelungen, Avary aus dem brennenden Cockpit zu zerren und aus den Trümmern des Schiffes zu schleifen. Durch den Raumanzug, den er trug, machten ihm die Flammen nichts aus, denn das Gewebe war feuerfest, aber seine Rippen schmerzten höllisch. Und er konnte das eine Bein kaum belasten. Das Knie war verdreht, tat höllisch weh.

Auf einem Bein und teils nur kriechend zerrte er Avary hinter sich her auf die felsige Oberfläche des Planten, auf der ihr Cerubin-Kampfgleiter notgelandet war. Das Schiff war nahezu völlig zerstört. Schwarzer Rauch quoll aus mehreren Rissen in der Panzerung, Stabilisatoren für den Atmosphärenflug waren abgerissen worden oder zerknickt, als würden sie aus Pappe bestehen. Feuer loderte.

Das Schiff hatte eine Schleifspur von mehreren hundert Metern über den Fels gezogen, der an dieser Stelle extrem glatt und eben war. Avary hatte den besten Platz für eine Bruchlandung gewählt, der noch erreichbar gewesen war. Und sie hatte sie so nahe wie möglich an die große Stadt des Planten herangebracht, die die Scanner des Schiffes bei ihrem Anflug auf Bao registriert hatten.

Avary - die er hinter sich herschleifte wie eine leblose Puppe. Die aber vorhin die Augen aufgeschlagen und Worte… Laute … Formeln … wirres Zeug von sich gegeben hatte. Jetzt rührte sie sich nicht mehr.

Aber sie lebt, sagte sich Chris Alcon. Ja, sie lebt. Sie muss leben. Sie muss!

Und eine böse Stimme in seinem Unterbewusstsein antwortete: Sie hat nie gelebt!

Doch, das hat sie!, widersprach er. Und das tut sie!

Anders als Jim!

James Scalera. Sein bester Freund.

Sein bester Freund, der jetzt tot war!

Den er im brennenden Cockpit des Cerubin zurückgelassen hatte. Der den Absturz nicht überlebt hatte und dessen Leib jetzt vom Feuer verzerrt wurde.

Chris heulte auf vor Schmerz, während er weiter von dem brennenden Schiff wegrobbte und Avary immer noch mit sich zerrte. Dann konnte er nicht mehr. Der Schmerz war einfach zu viel. Sowohl der körperliche also auch der seelische.

James Scalera.

Jimmy…

Sie hatten so viel gemeinsam durchgestanden, so viele Schlachten geschlagen, so viele Siege gefeiert und Niederlagen erlitten - und immer wieder überlebt!

Und nun war er gestorben - beim Absturz eines Cerubin. Nicht glorreich im Kampf gefallen…

Was denkst du für einen Unsinn, dachte Chris. Glorreich an einem Tod in der Schlacht ist nur das anschließende Heldenbegräbnis und wenn sie dir posthum 'nen Orden verleihen – und beides bekommst du dann nicht mehr mit.

Beim Absturz ums Leben gekommen, sagte er sich. Das ist ein Pilotentod. Ja, ein würdiger Pilotentod.

Trotzdem sah er James noch immer vor sich, wie er in seinem Waffensitz saß, aufgespießt von diesem Metallteil. Und er sah vor seinem geistigen Auge, wie Jimmys Körper verbrannte, wie sich die ungeheure Hitze nun doch durch den Raumanzug fraß und nichts als Asche und verkohlte Knochen von seinem Freund zurückblieben.

Eine Feuerbestattung, dachte er. Die Feuerbestattung eines Helden!

Aber der Gedanke machte ihn nicht glücklich. Er glaubte, durch das geschlossene Visier seines Raumanzugs James’ verbrennendes Fleisch zu riechen.

Er sah sich um. Er lag inmitten einer Art Steinwüste. Eine flache Ebene, durch die sich Risse zogen, teils mehrere Meter breit. In der Absturzrichtung des brennenden Cerubin, gut einen halben Kilometer entfernt, endete die Ebene vor spitzen Felsen und kantigen Bergen. Das Gestein wirkte gelblich, als wäre es mit Farbe eingesprüht worden. Der Himmel war von einem hellen, satten Blau und wolkenlos. Die Sonne stand direkt über ihm, und sie schien grell und heiß.

Er hob eine Hand und schaute auf das Messgerät, das über seinem Handgelenk am Raumanzug befestigt war. Die Außentemperatur lag bei 44 Grad Celsius. Ohne Wasser würde er hier nicht lange überleben. Er musste zu dieser Stadt, die Avary entdeckt hatte. Der Schiffscomputer hatte ihren Standort in seinen Raumhelm überspielt. Keine Schwierigkeit, sich die Stadt und eine entsprechende Landkarte auf das Helmvisier zu legen. Keine Schwierigkeit, die Stadt zu finden und dorthin zu gelangen.

Wenn seine Rippen nicht gebrochen und sein Knie in Ordnung gewesen wäre.

Aber das machte nichts. Avary konnte ihn tragen. Temperaturen, wie sie hier herrschten, machten vielleicht ihm zu schaffen, aber nicht Avary. Außerdem brauchte sie nur wenig Wasser. Sie…

Sie war verwundet.

Beschädigt.

Nein, schrie es in ihm. Sie ist verwundet! Sie…

Wird sterben!

Nein!

Er zog sie zu sich, bis ihr Gesicht hinter dem Visier neben seinem lag. Sie hatte die Augen noch immer geöffnet, doch die starrten ins Nichts, obwohl die Pupillen von links nach rechts und zurückzuckten. Ganz ruckartig, unregelmäßig, unkontrolliert.

Er öffnete ihren Helm, ließ das Visier nach oben gleiten, berührte ihr Gesicht mit den Handschuhen. „Avary…“, flüsterte er.

Sie lebt noch!

Ganz sicher!

Was war, wenn auch sie tot war? So wie Jimmy?

Nicht daran denken!

Er liebte diese Frau. Er liebte diese Frau vom ganzen Herzen. Er liebte sie mit jeder Faser seines Leibes, mit seiner ganzen Seele.

Männer wie ihn nannten sie einen Nathanael.

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