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Titel

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. 1.  Grundsätzliches
    1. 1.1  Inhalt und Ziele einer Andacht
    2. 1.2  Unterschied Bibelarbeit und Andacht
  3. 2.  Vorbereitung
    1. 2.1  Auslegung – Was steht da?
    2. 2.2  Besinnung – Was sagt der Text mir?
    3. 2.3  Ausarbeitung – was sagt der Text meinen Zuhörern?
  4. 3.  Der Aufbau – die Architektur
    1. 3.1  Abholen
    2. 3.2  Erklären
    3. 3.3  Diskutieren
    4. 3.4  Zusprechen
    5. 3.5  Zusammenfassung – Schluss
  5. 4.  Basics für Schreiben und Reden
    1. 4.1  Schreiben
    2. 4.2  Sprechen
  6. 5.  Beispielandachten
    1. 5.1  Auszeit
    2. 5.2  Fahnenmeer
    3. 5.3  Entwurf eines Familiengottesdienstes
    4. 5.4  Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft (Jesaja 40, 31)
  7. 6.  Methoden und Hilfsmittel
    1. 6.1  Visualisierung: Von Powerpoint bis Fotostory
    2. 6.2  Erleben mit allen Sinnen: Von Improtheater bis Klettergarten
    3. 6.3  Beteiligen: Sprechrollen
    4. 6.4  Einstiege: Aktueller Anlass bis Zeitungsbericht
    5. 6.5  Gegenständlich von A-Z
    6. 6.7  Schlussvarianten
  8. 7.  Text- und Themenfindung
    1. 7.1  Bibelleseplan der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft in Berlin
    2. 7.2  Reihen: Abraham, Jakob, Petrus, Gleichnisse, Begegnungen, Ich-bin Worte
    3. 7.3  Aktuelle Anlässe: Fußball- WM, Sportandachten, Kinofilme, Charts
  9. 8.  Schluss
  10. Literaturhinweise

Einleitung

Eine Bullenhitze herrschte im Stadion. Mit einigen Mitarbeitern war ich bei einem großen CVJM- Jubiläum. Das Festprogramm am Sonntagvormittag war kreativ, aber auch lang. Sport, Musik, Tanz und Begegnung, aber auch langweilige Grußworte wechselten sich ab. Das Programm dauerte länger als geplant. Noch stand die Predigt aus. Würde der Verkündiger die Menschen noch erreichen? Dann trat dieser begnadete Prediger ans Mikrofon und das Wunder geschah. Schon die ersten Sätze fesselten uns und wir waren gespannt wie ein Flitzebogen, was er uns noch zu sagen hatte. Es war einfach lebendig, humorvoll und herausfordernd.

Die Gliederung und den ausgelegten Bibeltext weiß ich übrigens nach 30 Jahren immer noch. Eigentlich waren hier zwei Wunder geschehen. Das erste Wunder hing mit dem Wirken des Geistes Gottes zusammen. Er wirkt wo und wie er will. Er transportiert das lebendige Wort Gottes in die Köpfe und Herzen der Zuhörer. Das liegt nicht in unserer Verfügungsgewalt. Das geschieht ganz souverän. Das heißt aber im Umkehrschluss nun gerade nicht, dass wir möglichst langweilig und unvorbereitet von Gott und Jesus reden. Jetzt kommen wir zum zweiten Wunder, das mit unserem menschlichen Grips und Herz zusammen hängt.

In der Young-Life-Bewegung, einer jugendmissionarischen Bewegung aus den USA, die es auch in Europa gibt, gilt ein Motto: Wer junge Menschen mit dem Evangelium langweilt, macht sich schuldig. Wer nicht langweilen will, der muss sich gründlich vorbereiten. Dabei gibt es gute Hilfsmittel und Werkzeuge, die sich bewährt haben oder die neu entdeckt wurden. Das wichtigste Hilfsmittel ist dabei, so wie es der Theologe Adolf Schlatter einmal ausgedrückt hat, das Auge. Glaube ist ein Seh-Akt! Was siehst du? Was geschieht eigentlich? Wer sind die handelnden Personen? Wann und wie passiert etwas? Wir merken plötzlich, dass wir in diesem Bibeltext vorkommen. So erhalten wir selbst erst einmal wichtige Anstöße für unser Leben. Der Text geht durch uns hindurch. Dann kommt die spannende Frage: Wie sage ich es jetzt meinem Kinde, sprich meinem Zuhörer?

Wie würde ich das meinem neun Jahre alten Sohnemann weitergeben oder meiner gelangweilten und pubertierenden Tochter? Wie kann ich es meinem kritischen Studienkollegen oder meinem kranken Nachbarn sagen? Wird es gelingen, zu diesen Menschen und Hörern die Brücke zu bauen? Viele gute und ausführliche Bücher sind im Laufe der Jahre zum Vorbereiten von Bibelarbeiten und Andachten schon geschrieben worden.

Dazu findet der Leser am Schluss dieses Buches ein paar Hinweise. Mit diesem Buch möchte ich den Mitarbeitern ein paar kleine und praktische Werkzeuge in die Hand geben. Das kann die Vorbereitungen einer Andacht bei Kindern, Jungscharlern, Teenies, jungen Erwachsenen und Erwachsenen erleichtern. Gerade die vielen jüngeren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie meine Kollegen, gerade in der Teenagerarbeit, haben mich durch ihren kreativen Einsatz bei der Verkündigung sehr ermutigt. Es lohnt sich, die beste Botschaft der Welt spannend, herausfordernd und packend weiterzugeben. Ich hoffe, dass der Leser das eine oder andere Handwerkszeug für sich entdeckt.

1.  Grundsätzliches

1.1  Inhalt und Ziele einer Andacht

Eingeladen in einer Schulklasse nahm mich der Religionslehrer nach der Unterrichtsstunde zur Seite, um mir seine „höheren Erkenntnisse“ zu vermitteln: „Am liebsten würde ich die Schüler in einen Kreis setzen, das Licht ausmachen und dann könnten wir uns über den leeren Raum in der Mitte Gedanken machen …“ Ich entgegnete ihm, dass der leere Raum doch schon lange von Gott selbst ausgefüllt worden sei und wir deshalb auch von ihm und seiner Offenbarung in Jesus reden können und dürfen.

Wenn wir in diesem Buch über Andachten und ihre Vorbereitung nachdenken, dann hat das nichts mit einem leeren Raum zu tun, in dem wir über das „Nichts“ meditieren. Inhalt einer Andacht ist das lebendige Wort Gottes wie es uns im Zeugnis der Bibel gegeben ist.

Wenn wir die Bibel lesen, dann erfahren wir darin, wie Gott seinen Weg mit den Menschen geht. Wir erleben, wie sich mitten in der „Unheilsgeschichte der ersten Menschheit und unserer Weltgeschichte seine Heilsgeschichte wie ein roter Faden durchzieht – bis heute. Wir erfahren in der Schöpfung, wie Gott sich alles gut ausgedacht hat und bis heute kreativ wirkt. Wir erfahren viel über den Wert unseres Menschsein: „Siehe, es war sehr gut!“ Wir entdecken Gottes Treue mitten in den Zickzackkursen von Leuten wie Jakob. In großer Geduld und Liebe sorgt Gott sich um das kleine unscheinbare Volk Israel. Die Gebote Gottes als die zehn großen Freiheiten beginnen mit der Zusage: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland aus der Knechtschaft befreit hat.“

Die Propheten bringen seine Worte im Tagesgeschäft wiederholt ins Spiel und sind oft unbequeme Mahner. Immer wieder lädt Gott sein Volk, seine Menschen zur Umkehr ein. Als alles nicht mehr fruchtet, sendet er seinen Sohn. Gott geht in seiner Liebe aufs Ganze. Er will seine Menschen wieder gewinnen. Jesus sagt von sich: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ Am Kreuz kannst du Jesus ins Herz sehen. Als an Karfreitag Jesus die Arme ausbreitet, zerreißt der Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste als Zeichen der Gegenwart Gottes trennte. Jetzt hat jeder Mensch Zugang zum Vaterhaus Gottes. Sünde, Tod und Teufel haben ausgespielt. Jesus ist auferstanden. Das Grab ist leer. Wie ein Lauffeuer breitet sich diese gute Nachricht aus. Aus einem verängstigten Häuflein Jünger werden mutige und lebendige Zeugen Jesu, werden Menschen, die ihr Zeugnis sogar mit ihrem Leben bezahlen. Gottes Geist wirkt bis heute, bei dir in deiner Gemeinde und weltweit. Gott wird seinen Weg mit seiner Welt zum Ziel bringen, wenn Jesus wiederkommt und einmal alles neu machen wird. Aus diesen großen Linien und Pfeilern seiner Heilsgeschichte mit uns ergeben sich für unsere Andachten kleine Bausteine und Brückenpfeiler. Mit unseren Andachten bauen wir an diesen Brücken mit. Daraus ergeben sich folgende Ziele für unsere Andachten:

1.1.1  Wir informieren über Gott und seinen Heilsplan

Wenn es stimmt, dass der Pegel des biblischen Grundwissens beständig sinkt, dann haben wir die Aufgabe, in kleinen Happen über Gott gründlich zu informieren. Das erscheint umso dringlicher, je schillernder und nebulöser über Gott heute geredet wird. Wir erleben seit Jahren einen religiösen Supermarkt, in dem sich jeder sein persönliches Menü zusammenstellt: eine Prise Esoterik, ein Päckchen Buddhismus und eine Dose Islam. Und als Garnierung noch ein bisschen Christentum so wie die Schlagsahne auf dem Kuchen. Wer ist Gott, an den wir glauben, dem wir vertrauen und wie zeigt er sich in der Geschichte? Da bietet uns die Bibel lebendige und packende Geschichten. Mose fragt Gott bei seiner Begegnung am brennenden Dornbusch: „Wenn ich zu den Israeliten komme und ihnen sage, dass der Gott ihrer Vorfahren mich zu ihnen gesandt hat, werden sie mich nach seinem Namen fragen. Was sage ich dann?“ Gott antwortete: „Ich bin euer Gott, der für euch da ist.“ (2. Mose 3,13-14) Wir könnten auch übersetzen: „Ich bin ein handelnder Gott in der Geschichte. Ich habe euer Elend gesehen und das lässt mich alles nicht kalt.“

Noch klarer wird die Offenbarung Gottes dann in seinem Sohn Jesus. In der Andacht dürfen wir den Hörern Jesus vor Augen malen: als wahren Mensch und wahren Gott.

Jesus, der wie wir auf dieser Welt gelebt und alles durchgemacht hat, was wir heute auch erleben: Freude, Leid, Kämpfe, Hitze, Arbeit, Streit, Neid und Müdigkeit, doch alles ohne Sünde, ohne Trennung von Gott, seinem Vater. Jesus, der stellvertretend für uns die Schuld und Sünde getragen und am Kreuz bezahlt hat. Sein Name ist Programm: Jesus, d. h. Gott hilft und rettet. Jesus: auf ihn läuft nicht nur unsere persönliche, sondern auch die ganze Weltgeschichte zu. Deshalb steht ganz häufig im Neuen Testament die Bezeichnung Menschensohn.

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