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An der „Knatter“

An der „Knatter“

Geschichten
einer Kindheit und Jugend

Erinnerungen
an die in Kyritz an der Knatter
erlebten 1930er, 40er und 50er Jahre

Eine Auswahl

authentischer „Kyritzer Geschichten“

Vorwort

Eine Stadt lebt von ihren Geschichten und von den Menschen, die diese erzählen.

Heinz Neumann kam 1934 in Kyritz zur Welt. Schon lange nicht mehr in Kyritz lebend, erzählt er uns einfühlsam und authentisch die Geschichten seines Lebens in den 30iger, 40iger und 50iger Jahren in seiner Heimatstadt Kyritz.

Diese, schon einmal in den 90iger Jahren für den Privatgebrauch aufgeschrieben, veröffentlichte er in den letzten zwei Jahren ausschnittsweise auf der Facebookseite: „Du bist ein echter Kyritzer“. Das positive Echo, das diese Erzählungen auslöste, veranlasste uns diese, seine Erlebnisse vor, während und nach dem 2. Weltkrieg in seiner Heimatstadt, den Bürgern der Stadt und ihren Besuchern mit diesem Buch neu zu präsentieren.

Dieses Werk entstand in Zusammenarbeit mit der Kulturbeauftragten der Stadt, Frau Manuela Bismark, den Mitarbeitern des Kyritzer Heimatvereins, Frau Städicke-Karavidaj, Herrn Helmut Wagner sowie dem Stadthistoriker Herrn Herbert Brandt. Mein besonderer Dank gilt dem Initiator und Organisator, Herrn Dr. Haßfeld, der das Buch gestaltet, redigiert und herausgegeben hat. Nicht zuletzt danke ich Herrn Heinz Neumann, der uns seine Geschichten zur Verfügung stellte.

 

Kyritz, im Juni 2019

Nora Görke

 

Bürgermeisterin der Stadt Kyritz

Inhalt

Zur Einführung

Die „Zugmaschinen“ hießen Liese, Lotte oder Felix

Geselligkeit auf Kyritzer Art

In der Waldeinsamkeit der Strüwe

Der Beinbruch und seine Folgen

Entdeckungen abseits vom Trubel der Stadt

Wo die kleinen Lokomotiven fauchten

Wo einst die Franziskaner - Mönche lebten

Auf Entdeckungstour im Rathaus

Über viele Brücken muss man gehen

Waschechte Knatterstädter

Das Sparsamkeitsprinzip des kleinen Mannes

"Kartoffelferien" - Spiel und Arbeit zu gleich

Karambolage mit dem Gendarmen

Erfüllte Wünsche in rauchigen Schmieden

Schulgeschichten - kleine Ausrutscher inklusive

Am See

Im alten Konsum-Laden an der Ecke

In der Uniform der „ Pimpfe“

Hinter verdunkelten Fenstern

Der Panzerzug der weinseligen Soldaten

Furcht und Stille

Unter weißen Fahnen

Hoffnung und Ernüchterung

Sieger und Besiegte

Schlagbäume, Befehle und Scheiterhaufen

Die Trompete

Ein Sommer an der Jäglitz

Und über Gräber strich der Wind

Geschichten aus der Weihnachtszeit

Wintersport auf Kyritzer Art

Im Banne des Kinos

Und wieder lockte der See

Der Feldhüter

Blaubeerernte

Zwischen Herbst und Winter

Es war an einem Heiligabend

Auf waghalsiger Expedition

Wie bescheidene Wünsche wieder erfüllt wurden

Vaters Offenbarung

Übers Land zur Erntezeit

Auf der Suche nach einer sinnerfüllten Freizeit

Die misslungene Wiedergutmachung

Auf dem Bordstein gesessen und Alt-Kyritz gemalt

Häuslebauer

Beim Friseur

Erfolgserlebnisse und neue Erkenntnisse

Onkel Paul

Ein Nachwort

Zur Einführung

Nichts ist beständiger als die Erinnerung.

Sie führt dich zurück in die Zeit deiner Kindheit und Jugend und vermittelt dir die Gewissheit, dass du eine Heimat hast, ein Zuhause, wo alles einst begonnen hat. Sie trägt dir aber auch auf, das Aufeinander zugehen, die Nähe zu den Gespielen, Freunden und Mitbürgern von einst und zu den Orten des gemeinsam Erlebten zu suchen, auf dass die wiedererkannten Gemeinsamkeiten ein vorurteilsfreies, uneigennütziges, von Heimatliebe getragenes Miteinander bestimmen. Sie verpflichtet dich, deinen Kindern und Enkeln, sowie allen Nachgeborenen zu erzählen, was du einst erlebt hast – des Fazits wegen: Wider das Vergessen!

Wohin mich mein Weg auch geführt und wo mir das Leben auch immer meinen Platz zugewiesen hatte – diese Erkenntnisse haben mich stets begleitet. Sie haben mich motiviert, aufzuschreiben, was mich an meine Heimatstadt Kyritz an der „Knatter“ erinnert … und warum es mich immer wieder einmal dort hinzieht. In einfacher Sprache und des öfteren auch so, „wie mir mein Kyritzer Schnabel gewachsen ist“, habe ich versucht, meine Erlebnisse aus den 30iger, 40iger und 50iger Jahren so authentisch wie möglich widerzuspiegeln. Schauen Sie hinein in den Erzählband und lernen Sie jenes Kyritz an der „Knatter“ kennen, wie ich es als Kind und als Jugendlicher erlebt habe … und das seinen „Knatter“-Scherznamen einigen Wassermühlen verdankt, die früher einmal an dem Flüsschen Jäglitz so laut geknattert hatten, dass der Volksmund es prompt in die „Deutschen Lande“ getragen hatte: „Kyritz an der ‚Knatter‘“.

„Da haben wir aber einen Wonneproppen“, soll sich die Kyritzer Hebamme sichtlich überrascht in ihrer derbfröhlichen Art gewundert haben, nachdem sie mich in einer

Juni-Nacht des Jahres 1934 in mein irdisches „Knatter“-Dasein geholt und auf der Skala der Waage „10 Pfund“ abgelesen hatte. Und eben dieser „Wonneproppen“-Statur zufolge war es mir scheinbar erst kurz nach der Vollendung meines zweiten Lebensjahres bewusst geworden, dass die Beine außer dem Gebrauch beim Krabbeln durch das Erdbeerbeet und beim Planschen an den seichten Ufern der Kyritzer Gewässer sicherlich auch noch eine andere wichtige Aufgabe erfüllen könnten: mich dorthin zu tragen, wohin mich meine kindliche Neugier zog und wo bestimmt noch viele Erlebnisse auf mich warteten – in der mir vertrauten, bald aber schon zu eng gewordenen Wohnumgebung und dementsprechend dann vielerorts in der Stadt, an den Ufern der Jäglitz, der Dosse und der Seen … in den Jahren, bevor auch mein Vater im September 1939 wieder einmal in den Krieg ziehen musste … und danach in der Schulzeit und zu der Zeit, als wir Kinder wohl das Spielerlebnis suchten, jedoch auch zunehmend von dem Strudel der Kriegswirren erfasst wurden …bis hin in die von Not und Schwernissen gezeichneten Jahre danach.

Bild: Heinz Neumann

Quelle: Heinz Neumann

Heinz Neumann

Die „Zugmaschinen“ hießen Liese, Lotte oder Felix