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Amrum, Kerle, Liebe 4

Amrum, Kerle, Liebe 4 - Holger in Not

Sämtliche Personen, Orte und Begebenheiten sind frei erfunden, Ähnlichkeiten rein zufällig.

 

Der Inhalt dieses Buches sagt nichts über die sexuelle Orientierung des Covermodels aus.

 

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

 

 

Ebooks sind nicht übertragbar und dürfen nicht weiterveräußert werden. Bitte respektieren Sie die Arbeit der Autorin und erwerben eine legale Kopie. Danke!

 

 

 

Text: Sissi Kaiserlos

Foto von shutterstock

Covergestaltung: Lars Rogmann

 

Holger in Not

Ich arbeite diesen Sommer auf Amrum, als Bedienung in der ‚Blauen Maus‘. Max, mein guter Freund, kommt mich besuchen. Zeitgleich erscheint der Mann wieder, der mir vor einer Woche das Herz geraubt und mich dann eiskalt hat abblitzen lassen. Dem werde ich zeigen, was eine Abfuhr bedeutet, und Max hilft mir dabei…

Blaue Maus – Hochsaison

 

„Hey, Pierre, schlaf nicht ein“, ruft mir Jan zu, mein Chef.

Ich habe tatsächlich gerade geträumt und gucke benommen auf meine Finger, die immer noch das Glas halten, das ich vor zehn Minuten begonnen habe zu polieren. Eilig beende ich die Arbeit und nehme eine neue Biertulpe auf.


Holger. Dieses Schwein hat mich angebaggert, heiß gemacht und dann eiskalt abblitzen lassen. Sicher, ich wusste, dass er hier mit seinem Freund Urlaub machte, doch er hatte mir versichert, dass die Beziehung eh hinüber sei. Wie hinüber sie wirklich war, habe ich dann gesehen, als er mit fliegenden Fahnen zurück zu seinem Lover ist, nachdem ihn seine Freunde mit mir auf dem Klo aufgespürt haben.


Wir haben nur geküsst und ein wenig gefummelt, mehr nicht. Wenn Holger es darauf angelegt hätte, wäre mehr daraus geworden. Doch ich will den Kerl jetzt nicht schönreden oder -denken, dafür tut es einfach zu weh.


Ich nehme das nächste Glas hoch und schaue hinüber zu Jan, der gerade den Whisky- Bestand überprüft. Das ist sein Steckenpferd. Während meine Hände automatisch weiterarbeiten, wandern die Gedanken wieder zu Holger. Er hat mir gleich gefallen, als er hier neulich reinkam.


Ach ja, ich bin Pierre Straßenbaum und arbeite über dem Sommer in der ‚Blauen Maus‘ auf Amrum. In Hamburg war ich zuletzt arbeitslos, nachdem der Schlachterladen, in dem ich angestellt war, zugemacht hatte. Die Idee mit der Stelle hier kam mir, als ich mit meinem guten Freund Max für ein Wochenende auf der Insel war. Ich habe einfach den Wirt gefragt und der hat mich sofort eingestellt. Was danach kommt? Ich weiß es noch nicht.


„Pierre, füllst du bitte die Biervorräte auf, wenn du … irgendwann mal … mit den Gläsern fertig bist“, fragt Jan, als er dicht an mir vorbeikommt.

Ich nicke stumm. Wir verstehen uns gut, der Chef und ich, und auch der Rest der Crew ist absolut nett. Susanne arbeitet mit mir hinter dem Tresen und Mine macht die Küche. Wir harmonieren und es macht wirklich Spaß. Doch für immer möchte ich nicht hierbleiben. Mir fehlt … der Kontakt zu anderen Männern, die wie ich sind.


Ich reihe die funkelnden Gläser auf und laufe als Nächstes in den Keller, aus dem ich nach und nach ein paar Kisten Getränke nach oben befördere. Obwohl ich schlank bin, habe ich genug Kraft in den Armen, um diese schwere Tätigkeit zu verrichten. Inzwischen habe ich richtig Muskeln aufgebaut, nachdem ich schon zwei Monate hier bin.

Als ich alle Kühlschränke gefüllt habe, mache ich vorläufig Schluss. Gegen sechs Uhr heute Abend wird die ‚Blaue Maus‘ öffnen, bis dahin sind es noch zwei Stunden, die ich in dem winzigen Appartement über der Kneipe verbringen werde.


Auf dem Bett liegend denke ich schon wieder an Holger, wie auch schon die ganzen letzten Tage. Er ist groß und muskulös, hat blaue Augen und kurze, struppige, braune Haare. Manche würden sagen, er wäre gewöhnlich, aber ich finde ihn wunderschön. Wahrscheinlich, weil es gleich bei mir gefunkt hat. Er kam in die Kneipe und – zack – war ich hin und weg. Zuerst dachte ich, ihm würde es genauso gehen. Es sprach alles dafür, bis zuletzt.

Ich drehe mich seufzend auf die Seite und gucke mich im Zimmer um. Für die paar Monate, die ich hier verbringen werde, habe ich nur das Nötigste mitgenommen. Ein wenig fehlt mir schon das Miteinander in der Wohngemeinschaft. Hier habe ich so gut wie keinen Kontakt, außer zu den Gästen. Ich habe nun noch zwei Monate vor mir. Die Zeit ist schnell vergangen, doch irgendwie packt mich gerade schon etwas Heimweh.

Zum Glück wird heute mein bester Freund Max anreisen. Dann wird es zwar etwas eng in der Wohnung, aber wir verstehen uns so gut, dass es schon gehen wird. Ich freue mich auf die Gespräche und gemeinsamen Aktivitäten. Max ist eine sorglose Frohnatur und wird mir, der ich oft zu grüblerisch bin, hoffentlich ein wenig Leichtigkeit geben, so wie sonst auch immer.


Pünktlich um sechs trete ich zum Dienst an. Susanne hängt Kaugummi kauend in der Küche und klönt mit Mine, während ich den Tresen vorbereite und die Zapfanlage überprüfe. Ein tiefer Frieden hängt über diesem Ort und hält an, bis sich das Lokal gefüllt hat. Dann beginnt der hektische Teil des Abends und ich befinde mich im Dauerstress. Gegen zehn Uhr wird Max eintreffen und ich hoffe, dass sich bis dahin die Gästeschar etwas reduziert hat.


Leider ist das nicht der Fall, sodass ich, als Max vor mir steht, ihm nur den Schlüssel für meine Wohnung zustecken und ein ‚bis später‘ sagen kann. Er verschwindet sogleich, bringt sein Gepäck weg und taucht kurz darauf wieder auf, um sich einen Platz am Tresen zu suchen. Ich reiche ihm wortlos ein Bier und kümmere mich weiter um die anderen Gäste, als sich plötzlich Holger vor mir befindet. Er strahlt mich an, als sei ich sein liebster Schatz.

„Hallo Pierre“, sagt er mit dieser sexy tiefen Stimme, die in mir ein Gefühl auslöst, als wäre ich von Ameisen befallen.

Auch sein Anblick versetzt mich in Hochstimmung, die ich angesichts unseres Abschieds vor über einer Woche jedoch sofort dämpfe.

„Holger“, erwidere ich daher kurz angebunden. „Was willst du trinken?“

„Gib mir ein Duckstein.“ Er lächelt, was sich sofort auf mich auswirkt.

Verdammt! Der Kerl kann mich um den kleinen Finger wickeln, das will ich jedoch nicht. Nicht mehr! Ich wende ihm den Rücken zu und gebe die Bestellung an Susanne, die näher an der Zapfanlage steht, weiter.


Ohne Holger weiter zu beachten, bediene ich die anderen Gäste, wobei mir seine Nähe die ganze Zeit bewusst ist. Endlich schiebt Susanne das gefüllte Glas rüber und ich reiche es Holger, der mir einen Geldschein entgegenhält. Sorgsam darauf bedacht, ihn nicht zu berühren, schnappe ich mir den Schein und lege das Wechselgeld vor ihm auf den Tresen.

„Können wir nachher reden?“, fragt Holger, wofür er sich weit zu mir beugen muss, denn der Lärmpegel eskaliert gerade.

„Nein.“ Ich weiche unmerklich zurück, um die Distanz zu wahren.

„Bitte!“, fleht Holger mit dem Augenaufschlag eines Welpen.

„Vergiss es“, erkläre ich kategorisch. „Ich bin nicht interessiert.“


Holger zieht sich nach dem Gespräch zurück und beobachtet mich die ganze Zeit von einem Platz an der gegenüberliegenden Wand aus. Er macht mich nervös, weshalb mir immer mal wieder etwas aus der Hand gleitet. Wie er da lehnt, die Augen halb geschlossen, ganz lässig. Die braunen Haare sind zerwuschelt, wahrscheinlich vom Wind, oder von seinen Fingern, die gelegentlich hindurchfahren. Ich habe meine liebe Mühe, nicht ständig hinzusehen und versuche ein Gespräch mit Max zu führen. Der hat inzwischen auf einen Hocker gewechselt, welcher sich näher an meinem Arbeitsbereich befindet.

„Wo guckst du immer hin?“, fragt er schließlich.

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