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Am Deich - Folge 04

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Hauptpersonen
  4. Nach dem Regen folgt Sonnenschein
  5. Vorschau

Maike und Lars Peters:

gehört das Hotel Deichhof. Die beiden führen eine sehr harmonische Ehe, die allerdings bisher kinderlos geblieben ist.

Anni Meiser:

arbeitet an der Rezeption. Sie ist die gute Seele des Hotels, ihr vertrauen sich die Angestellten – und manchmal auch die Gäste – an, wenn sie Kummer haben.

Frieder Hansen:

ist Kutterfahrer und Annis Schwager. Er liebt seine Familie und die See.

Adrian Krüger:

führt die Hotelküche mit strenger Hand. Er ist ein exzellenter und sehr erfahrener Koch.

Jasper Rohde:

leitet den Service des hauseigenen Restaurants und beeindruckt vor allem die weiblichen Gäste mit seinem Charme.

Mitten in den Dünen liegt das reetgedeckte Hotel Deichhof. In der gemütlichen Atmosphäre des alten Gutshofs hat schon so manche große Liebesgeschichte begonnen. Doch auch Gäste, die einsam oder traurig sind, kommen im frischen Nordsee-Wind schnell wieder auf die Beine – dafür sorgen Maike und Lars Peters, die das Hotel seit Jahren mit viel Liebe führen.

Nach dem Regen folgt Sonnenschein

Als zwei traurige Mädchen im Hotel Deichhof ihr Lachen wiederfanden

Von Liv Jensen

Seit Olivia und Jette erfahren haben, dass Carolin und Magnus gar nicht ihre leiblichen Eltern sind, ist für die beiden Mädchen nichts mehr, wie es vorher war. Aber was noch viel schlimmer ist: Mama und Papa streiten sich nur noch, die ganze Familie scheint zu zerbrechen. Und tatsächlich, bald schon zieht Olivia mit ihrem Papa in eine neue Wohnung, während Jette mit ihrer Mama in ihrem Haus wohnen bleibt.

Doch dann wird die Urgroßmutter der Mädchen auf Sylt von einem Auto angefahren. Und solange die alte Dame im Krankenhaus in Westerland um ihr Leben ringt, muss sich irgendjemand um ihren Ponyhof kümmern. Kurz entschlossen brechen Carolin und Jette auf, um nach den Tieren zu sehen. Was sie nicht ahnen: Auch Magnus und Olivia sind nach Sylt gereist, um sie zu unterstützen. Und während der raue Novemberwind über die Insel peitscht, tun Jette und Olivia alles, um ihre Eltern wieder miteinander zu versöhnen …

„Neeeein!“

Mit einem Ruck fuhr Olly in ihrem Bett hoch. Das Nachthemd klebte schweißnass an ihrem Rücken, und ihr Herz hämmerte so heftig gegen ihre Rippen, als würde es jeden Moment aus ihrer Brust springen. Was war passiert?

Sie hatte von einem Feuer geträumt, das wusste sie noch. Der Rauch hatte sie eingehüllt und war immer dichter geworden, bis sie nicht mehr atmen und nichts mehr hatte sehen können. Sie hatte vor Angst geschrien. Beinahe konnte sie den beißenden Qualm noch in ihrer Kehle spüren …

Unwillkürlich griff sie sich an den Hals. Nur langsam verblasste der Traum im Licht der Morgensonne und ließ nichts zurück als ein beklommenes Gefühl.

„Phhh!“

Olly stieß den Atem aus. Was sie aber auch für Sachen träumte!

Der Wecker neben ihrem Bett zeigte kurz nach sieben Uhr an. Sie hätte vor einer Viertelstunde aufstehen müssen.

„Oh, Mist!“

Blitzschnell schwang sie die Beine aus dem Bett. Ihre Zudecke lag zusammenrollt am Fußende. Im Lauf der Nacht musste sie sie fortgestrampelt haben. Ein Wunder war das nicht. Obwohl das Fenster weit offen stand, war es schwül in ihrem Zimmer. Olly schwitzte aus allen Poren. Es wurde höchste Zeit, dass die Sommerferien anfingen!

Sie schüttelte ihr Kopfkissen auf und faltete die Zudecke ordentlich – in dieser Beziehung verstanden ihre Eltern keinen Spaß – , dann stürmte sie über den Flur zum Badezimmer.

Unten im Haus klappte eine Tür.

„Beeil dich, Olivia“, rief ihre Mutter auf Französisch. „Das Frühstück wartet. Ich habe dich schon zwei Mal gerufen.“

„Bin gleich da“, erwiderte Olly, ebenfalls auf Französisch.

Es war Mittwoch, ihr sogenannter Sprachtag. Ihre Mutter war Übersetzerin und hielt es für eine gute Idee, ihre Schwester und sie zweisprachig aufwachsen zu lassen. Sie bestand darauf, mittwochs daheim Französisch zu sprechen – eine Strapaze, fand Olly, die sich mit der Grammatik schwertat.

Sie wirbelte zurück in ihr Zimmer, raffte ihre Shorts, Unterwäsche und ein frisches T-Shirt aus dem Schrank und stürmte ins Badezimmer. An diesem Morgen musste eine Katzenwäsche reichen.

Hastig bürstete sie ihre Haare und flocht sie zu zwei Zöpfen. Sie war stolz darauf, dass sie das schon allein konnte. Bei Jette musste ihre Mutter immer noch helfen, aber sie war auch ein Jahr jünger als Olly, da ging das schon in Ordnung.

Wenig später stürmte Olly zurück in ihr Zimmer, rollte ihr Nachthemd auf dem Bett zusammen und warf einen Blick in Fussels Käfig. Der kleine Hamster schlief noch tief und fest, eingekuschelt in sein Nest aus Sägespänen.

„Du hast es gut“, seufzte sie. Dann schnappte sie sich ihren Schulranzen und eilte die Treppe hinunter in die Küche.

Jette saß bereits am Tisch. Sie hatte eine Schale Müsli und einen Stapel Fotografien vor sich. Sie blätterte so versunken darin, dass ihre blonden Zöpfe über die Schultern nach vorn fielen.

Olly grinste wissend. Ihre Schwester hatte zum siebten Geburtstag eine Digitalkamera geschenkt bekommen und ging seitdem nirgendwo mehr ohne sie hin. Die Kamera war so etwas wie ihr drittes Auge geworden. Eines, mit dem sie Dinge sah, die Olly verborgen blieben.

Auch wenn sie ihre Schwester gern damit neckte, dass sie die Kamera sogar mit ins Bett nahm, fand sie es großartig, was Jette damit alles aufnahm. Neulich hatte sie ein Vogeljunges im Nest fotografiert und dafür in der Schule sogar einen Preis gewonnen.

Ihre Mutter stand am Herd und erwärmte Kakao in einem Topf.

„Du bist spät dran“, sagte sie, natürlich auf Französisch.

Olly murmelte etwas Undeutliches und schüttete Milch über ihr Müsli. Dann schaufelte sie ihr Frühstück in Windeseile in sich hinein. Warum musste die Schule bloß so früh anfangen? Vor sieben Uhr aufzustehen grenzte in ihren Augen schon an Körperverletzung.

Auf dem Tisch standen außer Jettes Gedeck noch der Teller ihrer Mutter und eine halb geleerte Tasse Kaffee.

„Wo ist Papa?“, nuschelte sie zwischen zwei Löffeln.

„En français, s’il vous plaît.“

Olly rollte die Augen, ehe sie ihre Frage übersetzte.

„Dein Vater hat im Hotel übernachtet“, erwiderte ihre Mutter, und plötzlich schien ein Schatten über ihr Gesicht zu fallen. Sie schob ihre dunklen Haare aus der Stirn und schwieg.

„Och“, machte Olly, und der Blick des Mädchens wanderte unwillkürlich aus dem Fenster.

Die Villa ihrer Eltern stand in Blankenese, im Westen von Hamburg. Das Ufer der Unterelbe war nur einen Steinwurf entfernt. Noch waberte morgendlicher Dunst über dem Wasser, der sich jedoch rasch auflösen würde, sobald die Sonne höher stieg.

Ollys Vater war Geschäftsführer eines Pharmakonzerns. Er arbeitete am anderen Ende der Stadt, oft bis spät in die Nacht hinein. Aus diesem Grund übernachtete er hin und wieder in einem Hotel in der Nähe seiner Firma, wenn es wieder einmal später wurde. Ihre Mutter war darüber ganz und gar nicht glücklich.

Mit einem Mal hatte Olly einen Kloß im Hals. Sie konnte ihre Eltern manchmal abends streiten hören, wenn sie dachten, Jette und sie würden schon schlafen. Wenn ihr Vater denn einmal heimkam. Ob sie wohl darüber nachdachten, sich …

Olly stockte. Nein, an das Wort mit S wollte sie nicht einmal denken. Ihre Eltern würden zusammenbleiben. Ganz bestimmt. Immerhin waren sie eine Familie!

Trotzdem brachte sie keinen Bissen mehr hinunter. Sie schob ihre Müslischale von sich und stand auf.

„Ihr müsst los.“ Ihre Mutter räumte das Geschirr in die Spüle. „Vergiss dein Sportzeug nicht, Olly.“

Herrje! Ihr Turnbeutel! Olly stürmte noch einmal zurück in ihr Zimmer. Wenig später umarmte sie ihre Mutter, ließ sich ebenso wie Jette einen Abschiedskuss geben und wirbelte aus dem Haus.

Ihre Schule lag nur zweihundert Meter von ihrem Elternhaus entfernt, deshalb durften Jette und sie allein hingehen. Jette trug ihre Kamera an einem Band um den Hals, wie eigentlich immer. Sie wollte bereit sein, wenn sie ein lohnenswertes Motiv entdeckte.

Olly war zu müde, um sich zu unterhalten, und ihre jüngere Schwester schien zufrieden damit zu sein, einen Marienkäfer zu fotografieren, der um eine Löwenzahnblüte am Bordstein herumflog.

„Komm jetzt“, drängte Olly, als die Schulglocke bimmelte.

Das Vorklingeln! In fünf Minuten mussten sie auf ihren Plätzen sitzen!

Jette drückte den Auslöser und wirbelte herum. Mit langen Schritten eilten die beiden Mädchen die Straße hinunter und stürmten mit ein paar anderen Nachzüglern ins Schulgebäude.

Frau Ried, die Schulleiterin, stand am Eingang und kommentierte ihr spätes Eintreffen mit einem mahnenden Blick.

„Jetzt aber schnell“, drängte sie.

„En français, s’il vous plaît“, wisperte Jette.

Olly warf ihrer Schwester einen belustigten Blick zu. Dabei achtete sie nicht darauf, wohin sie lief, und stieß prompt mit einem Mädchen aus ihrem Jahrgang zusammen – so heftig, dass das andere Mädchen strauchelte.

Während Jette zum Zimmer der ersten Klasse eilte, blieb Olly erschrocken stehen.

„Tut mir leid, das wollte ich nicht“, entschuldigte sie sich. „Hast du dir wehgetan?“

„Was glaubst du denn?“ Aline rieb sich die Seite. „Willst du mich schon vor dem Sportunterricht außer Gefecht setzen?“

„Natürlich nicht. Wie kommst du denn auf so etwas?“

„Weil du ganz genau weißt, dass ich beim Sportabzeichen besser abschneide als du.“

„Was?“ Olly blinzelte verdutzt. Aline war ebenso wie sie selbst eine Sportskanone. Allerdings schien sie in ihr eine Rivalin zu sehen, während Olly sie für eine Kameradin gehalten hatte. „Das werden wir ja sehen“, brummte sie gutmütig.

„Ja, das werden wir. Du solltest nicht so angeben.“

„Ich?“ Olly riss die Augen auf. „Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?“

„Frau Ried lässt dich beim Sportfest die Fahne unserer Schule tragen – aber nur, weil du sie dazu überredet hast.“

Olly zog die Nase kraus. Daher wehte also der Wind. Ihrer Mitschülerin gefiel es nicht, dass sie die Fahne nicht tragen durfte, wenn sich alle Schulklassen von Blankenese zum sportlichen Wettkampf trafen.

„Meinetwegen kannst du das gern übernehmen“, schnaufte sie. „Ich habe mich nicht darum gerissen.“

„Und warum lässt Frau Ried es dich dann machen?“

„Das musst du sie schon selbst fragen. Ich bin wirklich nicht scharf darauf.“

„Das behauptest du jetzt, aber es stimmt nicht. Genauso wenig, wie es stimmt, dass deine Eltern deine Eltern sind.“

„Jetzt spinnst du aber“, rutschte es Olly heraus. „Was soll das denn nun wieder heißen?“

„Das weißt du ganz genau.“ Aline sah sie triumphierend an. „Hättest du wohl nicht gedacht, dass das eines Tages ans Licht kommen würde, was?“

„Wovon redest du eigentlich?“

„Von deinen Eltern. Sie sind gar nicht deine richtigen Eltern. Und auch nicht die von deiner Schwester.“

„Hä?“ Olly stemmte die Hände auf die Hüften und vergaß, dass der Unterricht jeden Moment anfangen musste. Stattdessen sah sie das rothaarige Mädchen verblüfft an. „Hast du einen Sonnenstich?“

„Hab ich nicht. Es ist sonnenklar: Deine Schwester und du seid beide blond, aber eure Eltern haben dunkle Haare.“

„Na und?“

„So etwas gibt es nicht. Das hat mein Bruder in Biologie gelernt. Wenn beide Eltern dunkle Haare haben, müssen auch die Kinder dunkelhaarig sein. Also sind eure Eltern nicht eure Eltern. Oder zumindest ist euer Vater nicht euer Vater. Wer weiß, mit wem sich eure Mutter eingelassen hat.“

Olly wurde flau im Magen.

„Das ist nicht wahr!“, rief sie entrüstet.

„Freilich ist das wahr. Frag deine Eltern.“ Aline funkelte sie triumphierend an. „Sie werden es dir bestätigen.“

Während Olly noch mit der Übelkeit kämpfte, die in ihrem Inneren aufstieg, näherte sich ihr Lehrer. Herr Waldeck schickte sie auf ihren Platz.

Wie betäubt setzte sich Olly hin, aber die Behauptung ihrer Klassenkameradin wollte ihr während des gesamten Unterrichts nicht aus dem Kopf gehen. Alines Worte kreisten durch ihre Gedanken und lenkten sie ab, sodass sie sich mehrere Ermahnungen einfing, weil sie nicht ordentlich aufpasste.

Sie atmete auf, als der Unterricht sechs Stunden später zu Ende war und sie mit ihrer Schwester nach Hause gehen konnte. Da sie so nah an der Schule wohnten und ihre Mutter daheim arbeitete, aßen sie zu Hause zu Mittag.

„Hab ich einen Hunger.“ Munter stemmte Jette die Daumen unter die Riemen ihres Schulranzens. Als Olly nicht antwortete, warf sie ihr einen langen Blick zu. „Was ist los?“

„Nichts“, behauptete Olly und winkte ab.

Jette verdrehte die Augen, ließ sie aber in Ruhe.

Daheim wartete ihre Mutter bereits mit einem Topf Milchreis und Kirschkompott auf sie.

Olly wollte etwas sagen, aber dann fielen ihr die geröteten Augen ihrer Mutter auf. Sie wirkte so traurig, dass Olly sich auf die Lippen biss. Sie beschloss, nichts von Aline und ihrer unerhörten Behauptung zu sagen. Bestimmt hatte sich ihre Mitschülerin das ohnehin nur ausgedacht, weil sie neidisch war.

Oder etwa nicht?

***

Die Köchin ahnte nicht, dass sie nicht allein im Haus war …

Carolin de Vries blinzelte. Ihre Hände verharrten über der Tastatur ihres Laptops, während sie das eben Geschriebene noch einmal überflog. Schließlich nickte sie kaum merklich. Ja, so konnte sie es stehen lassen.

Vor dem Fenster ihres Arbeitszimmers war es längst dunkel geworden. Carolin saß an ihrem Schreibtisch und übersetzte einen Kriminalroman aus dem Französischen ins Deutsche.

Normalerweise ging ihr die Arbeit leicht von der Hand, sie hatte ein Ohr für fremde Sprachen und zwei Jahre in Paris studiert. Aber an diesem Abend konnte sie sich nicht auf ihre Aufgabe konzentrieren. Immer wieder lauschte sie auf das vertraute Klicken der Haustür und die Heimkehr ihres Mannes.

Doch alles blieb still.

Ihre Kinder schliefen schon. Im Schein der Schreibtischleuchte kreiste lediglich eine Mücke.

Carolin beugte sich tiefer über ihre Tastatur und tippte weiter:

Dabei hätte sie gewarnt sein sollen, denn aus der Etage über ihr drang das Knirschen von Schritten …

Vor dem Fenster zuckte ein Blitz über den Himmel und erhellte die Nacht für Sekundenbruchteile. Ein Gewitter näherte sich. Hoffentlich würde es die ersehnte Abkühlung bringen. Schon den ganzen Tag über war es drückend heiß gewesen, deshalb war ein Regenschauer mehr als willkommen. Carolin hatte ihre Füße in eine Schüssel mit kaltem Wasser gestellt, weil die Hitze trotz der Jalousien in die Villa eingedrungen war.

Wir sollten über eine Klimaanlage nachdenken, grübelte sie. Andererseits ist es in Hamburg selten so heiß wie in den vergangenen Tagen. Außerdem wird Magnus sich nicht mehr dafür interessieren. Wenn er sich wirklich eine Wohnung in der Nähe seiner Firma nimmt, wie er es vorhat, wird es ihm egal sein, ob wir daheim schwitzen oder nicht.

Sie presste die Lippen zu einem Strich zusammen.

Ihr Mann war mit seinem Beruf verheiratet. Das war ihr von Anfang an bewusst gewesen. Früher hatte sie ihn für seine Zielstrebigkeit und seinen Ehrgeiz bewundert, doch heute fragte sie sich, ob sie irgendwann einmal mehr als ein paar Minuten am Tag miteinander verbringen würden.

Sie wusste kaum noch, was ihren Mann bewegte, genauso wenig wie er eine Ahnung davon hatte, dass sie kürzlich beim Einkaufen eine Panikattacke erlitten hatte oder dass Jette mit ihrem Foto von dem Vogelnest einen Preis gewonnen hatte. Er kam nur noch heim, um seine Hemden zu wechseln. Und manchmal nicht einmal mehr das.

Carolin nahm die gerahmte Fotografie von ihrer Hochzeit zur Hand und blickte mit brennenden Augen darauf nieder. Auf dem Bild stand Magnus hinter ihr und hatte die Arme schützend um sie gelegt, als könnte nichts und niemand sie trennen. Wann hatten sie dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit verloren? Wann waren sie einander so fremd geworden?

Es war schleichend passiert, gab sie sich selbst die Antwort. Zunächst hatten sie es nicht einmal bemerkt. Magnus leitete einen Pharmakonzern und verdiente sehr gut, aber der Preis für seinen Erfolg war hoch. Sie sahen einander so gut wie gar nicht mehr. Wenn er nicht arbeitete, war er unterwegs zu Messen und Kongressen.

Als sie hinter sich Schritte auf dem Parkett hörte, drehte Carolin sich um. Olly stand in der Tür. Sie hatte ihr gepunktetes Nachthemd an und presste ihren Teddy an sich.

„Ich kann nicht schlafen“, flüsterte sie und grub die Zähne in die Unterlippe.

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