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Am Abgrund

1. KAPITEL

„Wie konntest du mich nur so belügen?“ Miriam war noch immer wie vor den Kopf gestoßen. Ihr gegenüber hatte Robert behauptet, er glaube nicht daran, dass Barbara hinter Felix’ Entführung steckte. Aber in Wirklichkeit war er noch immer davon überzeugt, dass Miriams Stiefmutter dabei ihre Finger im Spiel gehabt hatte. Das hatte sie gerade mit eigenen Ohren gehört, als er es zu Felix sagte.

„Ich hatte Angst“, gestand der ehemalige Küchenchef kleinlaut. „Du und ich hatten uns gerade wiedergefunden. Wenn ich dir die Wahrheit gesagt hätte … ich hätte dich verloren.“

„Das hast du so erst recht“, erklärte sie bitter.

„Lass nicht zu, dass Barbara uns wieder alles kaputt macht.“ Ein Flehen lag in seiner Stimme.

„Du bist es, der alles kaputt macht“, hielt sie aufgewühlt dagegen. „Nicht sie.“

„Es ist egal, ob ich sie für schuldig halte oder nicht – sie kommt so oder so wieder mit allem durch“, entgegnete er verzweifelt.

„Aber mir ist es nicht egal, was du über sie denkst“, sagte sie entschlossen.

„Es geht nicht um sie, es geht um uns“, insistierte er. „Wir sind wichtig. Lass uns die blöde Geschichte vergessen.“

„Wenn du glaubst, meine Mutter ist eine Schwerverbrecherin, dann haben wir ein Problem“, stellte sie fest.

„Dann lass es uns aus der Welt schaffen“, bat er.

„Und deine Lüge? Es gibt Dinge, die kann man nicht aus der Welt schaffen.“ Abrupt drehte sie sich von ihm weg und rannte davon. Er hatte nicht die Kraft, sie aufzuhalten. War das nun endgültig das Ende ihrer Liebe?

Sie hatte so gehofft, dass endlich alles gut werden würde. Völlig aufgelöst war Miriam in ihre Wohnung geflohen. Wie hatte Robert sie nur so anlügen können? Und wie sollte sie ihm jemals wieder vertrauen? Robert und sie … sie konnten zusammen nicht glücklich werden. Niemals. Sie fühlten vielleicht dasselbe, aber sie dachten einfach zu verschieden. Das bedeutete, sie müssten sich verbiegen, wenn sie miteinander leben wollten … Und auf Lügen konnte man keine Beziehung aufbauen, auch wenn sie noch so gut gemeint waren. Miriam jedenfalls konnte das nicht. Die Tränen standen ihr in den Augen.

Da trat Viktoria ins Zimmer und übergab ihr einen Briefumschlag.

„Auch das noch“, seufzte Miriam, als sie das Schreiben überflogen hatte. „Vom Anwalt. Felix will die Scheidung.“

„Genau das wolltest du doch“, erwiderte Felix’ Schwester verständnislos. „Einen Schlusspunkt unter diese Ehe setzen.“

„Schon, aber … Felix ist so unglücklich …“

„Es nützt ihm nichts, wenn du deswegen an deiner Entscheidung zweifelst“, fand Viktoria. „Und wenn Robert das wüsste …“

„Das ist vorbei!“, fiel ihre Freundin ihr brüsk ins Wort.

„Bitte?“, wunderte sie Felix’ Schwester. „Gestern warst du auf Wolke sieben und heute?“

„Robert und ich – aus uns wird nie etwas!“, brach es aus Miriam heraus. „Er hält Barbara immer noch für schuldig, belügt mich aber, nur damit er keinen Streit mit mir bekommt.“

„Okay, das ist nicht in Ordnung“, gab Viktoria zu. „Aber deswegen kannst du ihn doch nicht gleich in die Wüste schicken.“ Ihre Freundin hob hilflos die Schultern. „Ihr seid gerade erst wieder zusammen“, fuhr Felix’ Schwester fort. „Ist doch klar, dass er diese Nähe nicht gleich aufs Spiel setzen will.“

„Du klingst wie Robert“, schnaubte Miriam.

„Ich verstehe ihn.“

„Und mich nicht?“ Der Ärger stand Miriam ins Gesicht geschrieben. „Barbara war schon immer ein heikles Thema zwischen uns, von Anfang an. Wahrscheinlich der größte Streitpunkt überhaupt.“

„Und genau deshalb hat er wahrscheinlich geschwindelt“, warf Viktoria ein.

„Geschwindelt?!“, empörte sich ihre Freundin. „Das war ein Vertrauensbruch!“ Felix’ Schwester ließ sich stöhnend aufs Sofa fallen.

„Wie kann man nur so blind sein! Roberts Lüge zeigt doch nur eins … Er liebt dich. Bis zur Selbstverleugnung!“ Diese eindringlichen Worte berührten Miriam mehr, als sie im Augenblick zugeben wollte.

Zur gleichen Zeit schüttete der ehemalige Küchenchef Tanja sein Herz aus. Das Zimmermädchen konnte das Hin und Her langsam nicht mehr hören.

„Ich ertrage dein Gejaule nicht mehr“, stellte sie seufzend fest. „‚Miriam versteht mich nicht, Miriam liebt mich nicht. Ich bin schuld, die Heidenberg ist schuld‘ – bla bla bla. Ich dachte, du bist ein Kämpfer!“

„Auf verlorenem Posten, ja!“, gab Robert bitter zurück.

„Denk doch mal an Laura und Alexander“, mahnte sie. „Die beiden dachten auch oft, dass sie es nicht schaffen. Aber sie haben nicht aufgegeben und sind jetzt zusammen. Trotz aller Hindernisse!“

„Aber nicht jede Liebe hat ein Happy End“, wandte er ein.

„Ich könnte dich schütteln!“, rief sie genervt. „Reiß dich gefälligst zusammen und kämpfe um deine große Liebe!“

Er dachte einen Augenblick nach. „Eigentlich hast du ja recht“, räumte er schließlich ein.

„Na also!“, entgegnete sie erleichtert.

„Aber selbst wenn ich kämpfe …“, fuhr er fort, „Ich weiß ja nicht mal, ob Miriam … ob ich noch ihre große Liebe bin.“ Tanja platzte nun endgültig der Kragen.

„Robert Saalfeld, du machst mich wahnsinnig!“ Und damit ließ sie ihn stehen.

Miriam machte einen Spaziergang im Park, um ihre Gedanken zu ordnen. Doch je länger sie über alles nachdachte, umso unglücklicher wurde sie. Ihre Ehe war ein Scherbenhaufen, ihre Gefühle zu Robert zerstört. Und ihre Arbeit … Sie konnte nur verzweifelt den Kopf schütteln. All die Kämpfe waren umsonst gewesen. Hatte Viktoria womöglich recht? War sie blind? Trug sie selbst die Schuld an allem?

Sie war sich damals so sicher gewesen, dass es richtig war, Felix zu heiraten. Und sie hatten doch wirklich auch tolle Zeiten miteinander gehabt. Was war denn nur mit ihnen passiert? Warum waren sie gescheitert? Mittlerweile lag es auf der Hand, dass es ein Fehler gewesen war, den Restaurantleiter zu heiraten. Zu viel Robert in Miriams Herzen … Sie liebte ihn. Aber warum? Warum liebte sie einen Mann, der nicht zu ihr passte? Und mit dem sie niemals würde glücklich werden können?

Felix hatte sich derweil zu dem Entschluss durchgerungen, zur Polizei zu gehen.

„Ich werde Barbara von Heidenberg belasten“, erklärte er seiner Schwester. „Diese Frau gehört ins Gefängnis.“

„Aber du hast keinerlei Beweise gegen sie“, wandte Viktoria ein. „Der Einzige, der auf der Anklagebank sitzen wird, bist du. Du hast sie in den Weinkeller entführt und sie dort festgehalten. Das ist kein Kavaliersdelikt!“

„Aber sie hat gestanden, dass sie es war“, beharrte er.

„Nenn mir einen guten Grund, warum die Polizei dir glauben soll!“, hielt sie dagegen. „Du hast sie bedroht. Du hast ihr Geständnis erpresst.“

„Und sie?“, ereiferte sich ihr Bruder. „Was hat sie mir angetan? Wie soll ich mit der Entführung fertigwerden?“ Die Verzweiflung war ihm deutlich anzusehen. „Ich laufe dieser Frau hier doch jeden Tag über den Weg!“ Aber Viktorias warnende Worte hatten ihn dennoch nachdenklich gemacht.

Er suchte Rat bei Nora Dammann.

„Ich fürchte, Ihre Schwester hat recht“, meinte die Geschäftsführerin, nachdem er ihr von der Unterhaltung mit Viktoria berichtet hatte.

„Aber ich kann diese Frau nicht einfach davonkommen lassen!“, beharrte er.

„Glauben Sie mir, ich wäre glücklich, wenn die von Heidenberg hinter Gittern landet“, erwiderte Nora. „Aber Sie riskieren einfach zu viel.“

„Selbst wenn ich in den Knast gehe – das überstehe ich schon.“

„Und danach?“, wollte sie wissen. „Was ist mit Ihrem Job am ‚Fürstenhof‘? Was ist mit Ihrer Karriere? Wer wird Sie noch einstellen, wenn Sie vorbestraft sind?“

„Soll ich deswegen diese Verbrecherin laufen lassen?“, knurrte er. „Haben Sie vergessen, was sie Ihnen alles angetan hat?“

„Nie“, antwortete Frau Dammann. „Und deswegen werde ich den ‚Fürstenhof‘ verlassen. Ich will das alles hinter mir lassen.“

„Das ist feige“, fand der Restaurantleiter.

„Wir haben keine Chance gegen diese Frau“, stellte sie seufzend fest. „Tun Sie mir einen Gefallen: Manövrieren Sie sich nicht in eine Lage, aus der Sie vielleicht nicht wieder herausfinden.“ Nun war Felix endgültig verunsichert und kehrte ins Restaurant zurück, ohne bei der Polizei gewesen zu sein.

Dort lief ihm Miriam über den Weg.

„Dein Anwalt hat mir heute wegen der Scheidung geschrieben“, sprach sie ihn an. Es fiel beiden sichtlich schwer, über dieses Thema zu reden. „Bist du damit einverstanden, wenn wir uns einvernehmlich scheiden lassen?“

„Sicher“, antwortete er.

„Dann wäre es das Beste, wir lassen uns gemeinsam von deinem Anwalt vertreten“, erklärte sie.

„Gute Idee“, fand er. „Vielleicht schaffen wir es ja, die Sache ohne Krieg hinter uns zu bringen. Das würde nur die Erinnerung an die schönen Zeiten zerstören.“ Er schluckte. „Die hatten wir doch, oder?“, fragte er dann leise.

„Ja“, gab Miriam bedrückt zurück und wich seinem Blick aus.

„Viel Glück“, sagte er, und das Herz wurde ihm schwer dabei. „Auch mit Robert.“

„Danke. Aber das mit Robert … Aus uns wird nichts.“ Er warf ihr einen überraschten Blick zu.

„Ich dachte, zwischen euch steht alles zum Besten?“, wunderte er sich.

Traurig schüttelte sie den Kopf. „Robert und ich passen einfach nicht zusammen“, stellte sie fest. „Wir lieben uns, aber wie sind zu verschieden.“

„Miriam, ich glaube, ich bin nicht der Richtige für deine Beziehungsprobleme mit Robert.“ Das Thema allein machte ihm schwer zu schaffen, und sie entschuldigte sich hastig für ihre Taktlosigkeit.

„Und was ist jetzt mit Barbara?“, wollte sie dann wissen. „Wirst du sie anzeigen?“

„Vor einer halben Stunde wollte ich zur Polizei“, meinte er ratlos.

„Und jetzt?“

Er zuckte die Achseln.

„Du glaubst nicht mehr an ihre Schuld?“

„Doch. Aber ich habe zu wenig gegen sie in der Hand. Es macht mich rasend, dass ich diese Frau nicht hinter Schloss und Riegel bringen kann.“ Sie musterte ihn skeptisch, und er ging sofort zum Angriff über. „Wie lange dauert es eigentlich noch, bis du begreifst, dass deine Stiefmutter skrupellos und kriminell ist?“

„Du hasst sie so sehr, dass du blind bist …“

„Wundert dich das?“, fuhr er sie an.

„Die Entführung war schrecklich für dich“, sagte sie sanft. „Du bist traumatisiert. Du brauchst einen Täter, um das verarbeiten zu können. Und weil du keinen hast, verdächtigst du Barbara.“

„Du denkst, ich mache das wegen des Traumas?“, entgegnete er fassungslos. „Du hältst mich für krank?!“

„So habe ich das doch nicht gemeint“, versuchte sie, sich zu verteidigen.

„Kümmer dich in Zukunft lieber um deine eigenen Probleme, statt mir so was zu unterstellen!“ Wütend stapfte er davon, und sie konnte ihm nur hilflos nachblicken.

Nora machte unterdessen Nägel mit Köpfen und reichte bei Herrn Saalfeld ihre Kündigung ein. Werner setzte noch einmal alles daran, sie umzustimmen, doch sie blieb hart. Dass der Direktor geglaubt hatte, sie könnte etwas mit der Entführung von Herrn Tarrasch zu tun haben, würde sie ihm nicht so leicht verzeihen.

„Gib mir eine Chance“, bat er eindringlich und wechselte wie selbstverständlich ins Du. „Lass mich meinen Fehler wiedergutmachen.“

„Damit ich Ihre Frau wieder zur Feindin habe?“, konterte sie. „Ich kann nicht mehr. Dieses Hin und Her muss ein Ende haben.“

„Du hast von Barbara nichts mehr zu befürchten“, beteuerte er. „Nach ihrem Geständnis steht sie in deiner Schuld. Und das gilt auch für mich.“

Doch sie dachte gar nicht daran, sich noch einmal von ihm einwickeln zu lassen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als ihre Entscheidung zu akzeptieren. Und als er hörte, dass sie noch nicht mal eine neue Stellung hatte, nahm er sich vor, ihr zumindest diesbezüglich einen Gefallen zu tun. Sie hatte sich im Hotel „Seeheide“ in Berlin beworben – und ihn kostete es nur einen Anruf, um den dortigen Chef davon zu überzeugen, Frau Dammann eine Chance zu geben.

Barbara hörte sein Telefonat mit dem Berliner Hotel mit an.

„Lieb, wie du dich für Frau Dammann einsetzt“, heuchelte sie, nachdem er aufgelegt hatte.

„Das ist ja wohl das Mindeste, was ich für sie tun kann“, stellte er fest.

„Du hast recht“, säuselte sie. „Nach allem, was die Arme durchgemacht hat. Ich wünschte, ich könnte etwas für sie tun.“

„Lass das Theater!“, verlangte er kalt.

„Ich meine das ernst“, behauptete sie. „Es tut mir wirklich leid, was ich ihr angetan habe.“

„Du bist sie los. Genieß deinen Triumph, wenn es dich glücklich macht.“

„Warum glaubst du mir nicht?“, wollte sie gereizt wissen.

„Warum sollte ich?“, fuhr er sie an. „Du kannst allen etwas vormachen. Aber mir nicht. Nicht mehr.“ Und damit verließ er die Wohnung. Ärgerlich presste Frau von Heidenberg die Lippen zusammen.

Leonie hatte sich nach langem Hin und Her für den DNA-Test entschieden, der eindeutig belegen würde, ob sie eine Saalfeld war oder nicht. Und heute war das Ergebnis mit der Post gekommen – sie traute sich bloß nicht, den Umschlag zu öffnen, und trug ihn schon den ganzen Tag mit sich herum. Erst auf Frau Sonnbichlers Drängen öffnete sie das Kuvert.

„Da steht es, schwarz auf weiß …“, flüsterte sie entgeistert. „Ich bin eine Saalfeld.“

„Ich hab’s gewusst!“, triumphierte Hildegard. „Werner Saalfeld wird Augen machen.“ Fragend blickte Leonie sie an. „Na, Sie haben doch bestimmt Erbansprüche“, erklärte die Portiersfrau.

„Das Geld interessiert mich nicht“, erwiderte ihr Schützling.

„Aber die Saalfelds haben Ihre schwangere Großmutter davongejagt“, mahnte Hildegard.

„Das lässt sich nicht wiedergutmachen“, befand Martha Preisingers Enkelin.

„Nein, aber das Geld steht Ihnen zu“, hielt Frau Sonnbichler dagegen. „Die Saalfelds haben so viel …“

„Ich bin nicht wie die“, beharrte Leonie.

„Das weiß ich. Aber außer Ihrem Job als Küchenhilfe haben Sie nichts. Ein bisschen Geld wäre eine Starthilfe für die Zukunft.“

Abends saß Miriam erschöpft auf ihrem Bett. An Schlaf war einfach nicht zu denken. Was war das für ein Tag gewesen … Erst die Auseinandersetzung mit Robert. Die Scheidung. Dieser sinnlose Streit mit Felix … Kein Wunder, dass sie mit ihrer Arbeit nicht vorankam. Und ihr Konto war auch leer. Wie kam sie da bloß wieder raus?

Plötzlich überwältigte sie eine unermessliche Sehnsucht nach Robert. Es war nicht vernünftig, aber sie konnte sich einfach nicht dagegen wehren. Ob sie ihn anrufen sollte? Doch als sie seine Nummer wählte, ertönte das Besetztzeichen. Sie ahnte ja nicht, dass der ehemalige Küchenchef zur gleichen Sekunde versucht hatte, sie zu erreichen. Denn auch er verging vor Sehnsucht nach seiner großen Liebe …

Am nächsten Morgen arbeitete Miriam im Gewächshaus. Tanja platzte herein.

„Wird das ein Duft für mich?“, scherzte sie, als sie ihre Freundin so konzentriert über einer Enfleurage vorfand.

„Warum nicht?“, lächelte Miriam. „Eau de Tanja …“

„Super, und den präsentierst du dann in Grasse“, platzte das Zimmermädchen heraus.

„Im Mekka der Düfte?“, wunderte sich ihre Freundin. Tanja hielt ihr eine Zeitschrift unter die Nase.

„Das musst du unbedingt lesen“, drängte sie. „Diese Anzeige hier – die suchen Nachwuchstalente für ein Stipendium an der Meisterschule von Pierre Pascal.“ Mit einem Schlag war Miriam hellwach.

„Dem berühmten Parfümeur?“, rief sie. „Du meinst, ich soll mich da bewerben?“ Das Zimmermädchen nickte eifrig.

„Ein Talent wie dich muss man doch fördern“, fand sie. „Du musst nur eine Probe deines Könnens hinschicken: Eau de Tanja!“

„Das ist genau das Problem“, seufzte ihre Freundin und wirkte plötzlich betrübt. „Ich kriege in letzter Zeit einfach nichts zustande. Und für Pierre Pascal muss es schon etwas Besonderes sein.“

„Bis zum Bewerbungsschluss ist noch Zeit“, wollte Tanja sie aufmuntern.

„Das ist nicht eine Frage der Zeit, sondern der Inspiration“, stellte Miriam geknickt fest.

„Die kommt noch.“ Das Zimmermädchen war davon restlos überzeugt. „Und dann findest du den Duft der Düfte.“ Ihre Freundin studierte die Anzeige noch einmal genauer.

„Grasse … In Frankreich …“

„Hast du Angst, so weit von Robert weg zu sein?“, hakte Tanja nach, sobald sie Miriams Zögern bemerkte.

„Es ist aus“, behauptete die mit fester Stimme.

„Das habt ihr schon oft gesagt“, hielt das Zimmermädchen dagegen. „Vielleicht tut euch die Trennung gut …“

„Hör endlich auf, uns ständig zu verkuppeln!“, unterbrach Miriam sie unwirsch.

„Dann hört ihr endlich mit eurem Gejammer auf!“, konterte Tanja ärgerlich. „Du liebst Robert. Er liebt dich. Und was macht ihr? Ihr jault rum, weil ihr es einfach nicht auf die Reihe kriegt.“

„Ich jaule nicht!“, wehrte sich ihre Freundin. „Ich habe mich entschieden. Gegen Robert.“

„Ich glaube dir kein Wort.“

„Mir egal.“ Doch so leicht ließ sich das Zimmermädchen nicht abspeisen.

„Wenn mich jemand so lieben würde wie Robert dich, den würde ich festhalten und nie wieder loslassen“, erklärte sie in eindringlichem Ton. „Weißt du eigentlich, wie mies es ihm geht? Dieses ständige Hin und Her macht doch den stärksten Mann kaputt.“

„Ich tue das doch nicht mit Absicht“, verteidigte sich Miriam.

„Nein, du bist nur genau so durch den Wind wie er“, entgegnete Tanja trocken. „Und warum? Weil du genauso verrückt vor Liebe bist.“ Ihrer Freundin waren plötzlich die Tränen in die Augen geschossen.

„Ich begreife es ja selber nicht“, flüsterte sie aufgewühlt. „Ich liebe Robert. Mehr als sonst jemanden auf der Welt. Und das wird auch immer so bleiben. Mein Leben lang.“ Hilflos wischte sie sich über die Augen. „Aber es geht ständig alles schief. Aus uns wird nie ein Paar. Und das … bringt mich fast um.“

2. KAPITEL

Kurze Zeit später stießen Miriam und Robert im Flur beinahe zusammen. Sie wollte schnell weitereilen, doch er hielt sie zurück. Denn Tanja hatte ihm von ihrem Gespräch mit Miriam erzählt.

„Warte“, bat er.

„Robert, es hat keinen Zweck“, meinte sie. „Lass mich!“

„Ich muss etwas wissen“, insistierte er. „Gestern schickst du mich in die Wüste, und heute sagst du Tanja …“

„Sie hat mit dir geredet?“, ärgerte sie sich sogleich.

„Stimmt es, was du ihr gesagt hast? Dass du mich liebst? Dass es immer so sein wird? Dass du es nicht aushältst, wenn aus uns kein Paar wird?“

Sie senkte den Blick. Was sollte sie darauf antworten?

„Du liebst mich“, stellte er bewegt fest. „So wie ich dich.“

„Ja“, flüsterte sie.

„Worauf warten wir dann noch?“, fragte er und wollte sie in die Arme schließen. Doch sie wich vor ihm zurück.

„Das geht wieder daneben“, befürchtete sie.

„Gib uns noch eine Chance!“

„Ich kann nicht …“, erwiderte sie überfordert. „Ich schaffe das nicht. Du, Felix, die Scheidung, meine Arbeit … Alles geht schief.“

„Es geht immer nur um dich!“, platzte er heraus. „Was ist mit mir? Ich kann auch nicht mehr. Dieses ständige Auf und Ab, das frisst mich auf.“

„Was soll ich denn machen?“, schluchzte sie.

„Entscheide dich! Entweder du liebst mich und stehst zu mir …“

„Oder?“ Ihr Gesicht war ängstlich geworden.

„Oder es ist besser, wenn du von hier fortgehst.“

Sie glaubte, ihren Ohren nicht zu trauen. Robert wollte sie fortschicken? „Ich soll verschwinden?!“

„Das habe ich so nicht gesagt“, entgegnete er und wirkte sogleich zerknirscht. „Aber ich weiß einfach nicht, wie es weitergehen soll.“

„Glaubst du denn, es wird einfacher, wenn ich weg bin?“, bohrte sie weiter.

„Dann muss ich dich wenigstens nicht jeden Tag sehen“, gab er beinahe trotzig zur Antwort. Sie warf ihm einen traurigen Blick zu.

„Warum haben wir dauernd Streit, lieben uns aber trotzdem?“ Er suchte umständlich nach den passenden Worten.

„Wir zwei … wir sind wie … wie Sonnenschein und Regen“, meinte er. „Beides zusammen gibt es nur selten.“

„Aber wenn, dann gibt es meistens einen wunderschönen Regenbogen“, ergänzte sie mit einem schwachen Lächeln.

„Der aber ziemlich schnell wieder verschwindet.“

Sie schluckte. Er hatte recht. Und sie wollte jetzt nur noch allein sein. Sie eilte so hastig davon, dass ihr Halstuch sich löste und zu Boden glitt. Er hob es auf und steckte es in die Tasche.

Robert wollte sie hier weghaben … Immer wieder dachte Miriam an diesen Satz. Weg aus seinem Leben. Das tat weh. Aber vielleicht war es ja wirklich besser, wenn sie den „Fürstenhof“ verließ? Sie liebten einander, aber es gab immer nur Streit. So konnte es nicht weitergehen. Sie konnte nicht mehr und Robert auch nicht. Wenn sie ging, konnten sie sich vielleicht gegenseitig loslassen. Ob sie sich doch in Grasse bewerben sollte?

Als sie in ihre Wohnung kam, traf sie zu ihrer Überraschung auf Felix.

„Entschuldigung“, sagte er, sobald er sie bemerkte. „Viktoria hat mich reingelassen. Ich habe die hier gesucht.“ Er hielt ein paar Unterlagen hoch.“

„Kein Problem“, entgegnete sie. „Felix …“ Sie holte tief Luft. „Es war ein bisschen daneben, was ich dir gesagt habe.“

„Du hattest recht. Diese Entführung … Dass der Täter nicht im Kittchen sitzt, macht mich fertig.“ Er nannte Barbara absichtlich nicht beim Namen – auch er hatte einfach nicht die Kraft für eine weitere Auseinandersetzung mit Miriam. Nun deutete er auf die Unterlagen. „Ich dachte, ich hätte inzwischen alles“, meinte er. „Aber dann fehlt doch immer wieder dies und das.“

„Eigentlich kannst du deine Sachen ruhig hierlassen.“ Irritiert verzog er das Gesicht. „Das war dein Zuhause“, fuhr sie fort. „Und kann es auch wieder werden. Ich gehe weg.“

„Robert und du …“ Seine Miene hatte sich verdüstert. „Ihr verlasst den ‚Fürstenhof‘?“

„Ich gehe“, korrigierte sie entschlossen. „Du weißt doch, dass aus ihm und mir nichts wird.“

„Ich dachte nicht, dass es dabei bleibt“, gab er ehrlich zu.

Sie erzählte ihm von dem Stipendium, das in Frankreich ausgeschrieben wurde. „Und selbst wenn ich es nicht bekomme, ist es besser, wenn ich von hier verschwinde“, stellte sie dann fest. „Es ist alles so kompliziert geworden, ich halte das nicht mehr aus. Ich lasse alles hinter mir und fange woanders von vorne an.“

„Miriam will den ‚Fürstenhof‘ verlassen“, berichtete Felix seiner Schwester. „Allein.“

„Wegen Robert?“, wollte Viktoria wissen.

„Glaub’schon“, meinte er. „Vielleicht ist es für uns alle besser, wenn sie geht.“

„Kann sein.“

„Ich würde weniger leiden und hätte nicht ständig Spannungen mit Robert“, fuhr er fort.

„Und für Miriam wird es auch einfacher“, setzte Viktoria seufzend hinzu. „Wir waren in der letzten Zeit nicht immer die besten Freundinnen, aber sie wird mir fehlen.“

„Mir auch“, sagte der Restaurantleiter leise. „Sie hat mir angeboten, nach ihrer Abreise wieder in die Wohnung zu ziehen. Aber ich kann das nicht.“

„Du meinst, weil ihr dort zusammen gelebt habt.“ Sie nickte verständnisvoll.

„Mich würde alles in der Wohnung an Miriam erinnern.“

Die Traurigkeit, von der er plötzlich umgeben war, zerriss seiner Schwester beinahe das Herz. „Ich würde sie überall sehen, ihren Duft riechen … Das halte ich nicht aus.“

Samia hatte es nicht mehr ertragen, Gregor jeden Tag in der Praxis zu sehen. Kurzerhand hatte sie sich auf einen Ausbildungsplatz am „Fürstenhof“ beworben – sie wollte Masseurin werden. Und sie hatte die Stelle bekommen.

Der Arzt versuchte, ihre Kündigung tapfer aufzunehmen.

„Der Masseur im Hotel versteht was von seinem Beruf“, meinte er. „Bei dem kannst du viel lernen. Und die Selbstständigkeit und Verantwortung werden dir guttun.“ Sie lächelte matt und begann, ihre Sachen aus dem Schreibtisch zu räumen. Er sah ihr eine Weile schweigend dabei zu. „Samia?“, fragte er dann leise. „Es ist nicht nur wegen der Ausbildung, oder?“

Traurig schüttelte sie den Kopf. „Ich glaube, du fühlst noch zu viel für Laura“, antwortete sie.

„Aber ich habe dir doch gesagt, es ist vorbei …“

„So etwas ist nicht von heute auf morgen vorbei“, widersprach sie, und im Innersten seines Herzens musste er ihr recht geben.

Leonie hatte all ihren Mut zusammen genommen und klopfte nun an die Tür der Saalfeld’schen Privatwohnung. Der Senior war alles andere als erfreut, sie zu sehen.

„Ich habe das Ergebnis des DNA-Tests“, platzte sie gleich heraus. „Und es gibt keinen Zweifel: Mein Großvater war Ludwig Saalfeld.“ Er brauchte einen Moment, um diese Nachricht zu verarbeiten.

„Ich nehme an, Sie kommen, um Ihren Erbteil einzufordern“, sagte er dann.

„Auf das ich ein Anrecht habe“, versetzte sie.

„Habe ich mir doch gleich gedacht, dass Sie wegen des Geldes kommen!“, erwiderte er ärgerlich.

„Was das angeht, komme ich mehr meinem Vater nach.“ Ein Schmunzeln spielte um ihre Mundwinkel. „Er hatte nie Geld. Und es hat ihn auch nicht sonderlich interessiert.“

„Was soll das heißen?“, fragte Werner irritiert.

„Ich werde keinen Anspruch auf mein Erbteil erheben“, erklärte sie gelassen.

„Und dafür wollen Sie einen finanziellen Ausgleich“, vermutete er. „Wie viel?“

„Nichts.“

Sein Weltbild geriet ins Wanken. „Bitte, Frau Preisinger, kommen Sie mir nicht mit dem Märchen von der bedürfnislosen Heiligen“, schnaubte er. „In dieser Welt dreht sich alles ums Geld. Nur wenige haben genug, und selbst die wollen mehr. Wie viel? Einhunderttausend?“

Sie sah ihm fest ins Gesicht. „Damit ich so werde wie Sie? Nein danke.“ Nun fehlten ihm die Worte. „Übrigens: Ihre Krawatte sitzt schief“, meinte sie noch, bevor sie ihn allein ließ.

Nora war überglücklich, dass es so schnell mit ihrem Job in Berlin geklappt hatte. Jetzt machte sie eine Runde durchs Hotel, um sich zu verabschieden. Bei Xaver fiel ihr das besonders schwer, und auch der Page war sichtlich traurig darüber, dass sie den „Fürstenhof“ verlassen wollte.

„Ich habe im Internet gesehen, dass das Hotel ‚Seeheide‘ einen Portier sucht“, sagte sie. „Wie wäre es?“

„Das ist nichts für mich“, winkte er ab. „Außerdem habe ich da als Page keine echte Chance.“

„Käme auf einen Versuch an“, fand sie. „Schließlich hast du Alfons oft vertreten. Er würde dich bestimmt empfehlen.“

„Ich weiß nicht …“, murmelte er und wirkte auf einmal völlig überfordert. „Ich habe doch einen Vertrag unterschrieben. Da kann ich nicht einfach raus.“

„Schon mal was von Kündigung gehört?“, versetzte sie ironisch.

„Der ‚Fürstenhof‘ ist mein Zuhause“, beharrte er.

„Du bist jung“, hielt sie dagegen. „In einer Stadt wie Berlin erlebst du jeden Abend mehr als hier in einem Jahr.“

„Klingt verlockend“, musste er zugeben. „Aber ich kann hier nicht einfach alles Knall auf Fall aufgeben.“

„Schade“, fand sie. „Ich hätte dich gern dabeigehabt.“

Xaver beschäftigte die Möglichkeit, nach Berlin zu wechseln, jedoch mehr, als er zugegeben hatte.

„Meinen Sie, ich könnte … ich würde einen halbwegs passablen Portier abgeben?“, fragte er zögerlich Herrn Sonnbichler, als die beiden zusammen Pause machten.

„Als ich krank war, wollte ich Sie zu meinem Nachfolger machen“, antwortete Alfons.

„Das war Ihr Ernst?“, erwiderte der Page überrascht.

„Sie sind doch sonst nicht so bescheiden“, wunderte sich der Chefportier. „Sie haben in der letzten Zeit eine Menge dazugelernt. Und Sie sind charmant, fleißig und seit Neuestem auch viel zuverlässiger. Sie haben sich sehr gut entwickelt.“

„Das heißt?“, hakte Xaver nach.

„Natürlich würden Sie einen guten Portier abgeben“, lächelte Herr Sonnbichler. „Haben Sie ein Angebot?“

„Nora hat mir vorgeschlagen, mit nach Berlin zu gehen“, gestand der Page. „Da wäre noch eine Stelle als Portier frei.“

„Verstehe.“ Xaver meinte, Enttäuschung in Alfons’ Worten zu hören.

„Keine Sorge, ich bewerbe mich nicht“, erklärte er schnell. „Ich hänge viel zu sehr am ‚Fürstenhof‘.“ Doch Herr Sonnbichler schüttelte den Kopf.

„Xaver, das ist eine Anordnung: Sie bewerben sich. Diese Chance müssen Sie nutzen.“

Als Letztes bedankte sich Nora bei Werner Saalfeld. Für das gute Zeugnis, das er ihr ausgestellt hatte, und für seinen Anruf im Hotel Seeheide.

„Das habe ich gern getan“, sagte er ehrlich. „Schließlich muss ich Einiges wiedergutmachen.“

Sie nickte stumm.

„Ich möchte nicht, dass wir nur die letzten Tage in Erinnerung behalten“, fuhr er leise fort. „Wir hatten auch gute Zeiten.“

„Ja, aber Sie haben mich der Entführung von Felix Tarrasch verdächtigt“, erwiderte sie bitter. „Das war ein harter Schlag.“

„Ich habe mich entschuldigt.“

Doch das Thema ließ ihr noch immer keine Ruhe. „Wie konnten Sie so an mir zweifeln?“, brach es aus ihr heraus. „Nach allem, was zwischen uns war?“

„Ich war voreilig, ungerecht und stur“, räumte er zerknirscht ein. „Und Sie werden dem Hotel Seeheide eine wunderbare Geschäftsführerin sein. Sie sind ein Gewinn für die, da bin ich sicher.“ Sie wirkte schon wieder etwas versöhnter. „Und wenn Sie in Berlin sind, grüßen Sie mir Jonas“, bat er weiter. „Der Junge ist ein Prachtkerl.“

„Er wird sich freuen“, meinte sie und schenkte dem Senior ein Lächeln. „Er hält große Stücke auf Sie, seit Sie sich so für ihn eingesetzt haben.“

„Wie läuft es mit Silke?“, wollte er schmunzelnd wissen.

„Jonas schwebt auf Wolke sieben mit ihr.“

„Freut mich.“ Echte Wärme lag in seinen Worten. „Ich hätte gern mehr Zeit mit Ihrem Sohn verbracht.“

„Ich glaube nicht, dass das Ihrer Frau gefallen hätte“, konterte Nora.

„Wahrscheinlich nicht“, gab er zu.

„Werden Sie bei ihr bleiben?“, fragte sie ungewohnt direkt.

„Wir sind verheiratet.“

Sie stand auf und reichte ihm zum Abschied die Hand. „Erlauben Sie mir eine Bemerkung, die Sie nicht gerne hören werden?“ Er nickte. „Mit Ihrer Frau werden Sie auf Dauer nicht glücklich.“

„Glück ist Momentsache“, knurrte er. „Nur Idioten sind dauerhaft glücklich.“

„Wie Sie meinen.“ Mitgefühl lag in ihrem Blick. „Aber Barbara von Heidenberg wird Sie eines Tages ins Unglück stürzen. Denken Sie an meine Worte.“ Damit verließ sie das Büro. Und ihn kostete es einige Anstrengung, ihre Warnung zu verdrängen.

Zu Roberts Überraschung lud Felix ihn am Nachmittag auf einen Drink ein.

„Wie komme ich zu der Ehre?“, wunderte er sich.

„Findest du nicht, dass es der richtige Zeitpunkt ist, unsere Reibereien beiseitezuschieben?“, schlug der Restaurantleiter vor.

„Weil ihr euch scheiden lasst?“, fragte der ehemalige Küchenchef verständnislos.

„Weil wir im selben Boot sitzen.“ Robert runzelte die Stirn.

„Wir haben beide Miriam verloren.“

„Wie kommst du darauf?“ Der ehemalige Küchenchef wirkte sogleich alarmiert.

„Du weißt nichts davon?“, entgegnete der Restaurantleiter erschrocken.

„Wovon?“

„Sie geht weg.“

Robert stand der Schreck ins Gesicht geschrieben.

„Vielleicht bekommt sie ein Stipendium in Grasse.“

„Ich dachte nicht, dass sie meinen Vorschlag gleich wörtlich nimmt …“, murmelte der ehemalige Küchenchef.

„Du hast ihr eingeredet zu gehen?“, wollte Felix betroffen wissen. Sein alter Rivale nickte hilflos.

„Ich habe ihr gesagt, wenn sie nicht zu mir stehen kann, dann ist es vielleicht besser …“, gestand er bedrückt. „Es ist mir rausgerutscht. Ich war verzweifelt, weil alles so schwierig ist …“

„Ich habe wieder mal alles verbockt, was?“ Gleich nach dem Gespräch mit Felix war Robert ins Gewächshaus geeilt, wo Miriam an ihrer Duftorgel saß. „Ich will dich nicht vom ‚Fürstenhof‘ vertreiben.“

„Du hattest aber recht“, stellte sie ruhig fest. „Ich muss hier weg.“

„Du musst gar nichts“, widersprach er.

„Ich habe mich entschieden“, erklärte sie. „Da gibt es diesen berühmten Parfümeur Pierre Pascal. Ich bewerbe mich für ein …“

„Ich weiß, Felix hat es mir gesagt“, unterbrach er sie. Erschrocken blickte sie ihn an. „Er dachte, ich wüsste es schon“, seufzte er. „Das mit Grasse ist toll. Eine Riesenchance.“

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