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Alte Leichen, Teil 3 von 5 (Serial): Ein Jesse Trevellian Thriller

Thomas West

Alte Leichen, Teil 3 von 5 (Serial): Ein Jesse Trevellian Thriller





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Serial Teil 3

Thomas West

Alte Leichen

Ein Jesse Trevellian Roman

Teil 3 von 5

 

In der Serie „Jesse Trevellian“ erschienen bislang folgende Titel (ungeachtet ihrer jeweiligen Lieferbarkeit auf allen Portalen):

 

Alfred Bekker: Killer ohne Namen

Alfred Bekker: Killer ohne Skrupel

Alfred Bekker: Killer ohne Gnade

Alfred Bekker: Killer ohne Reue

Alfred Bekker: Killer in New York (Sammelband)

Thomas West: Rächer ohne Namen

Thomas West: Gangster Rapper

Thomas West: Richter und Rächer

Thomas West: Die zur Hölle fahren

Thomas West: Alte Leichen

Weitere Titel folgen

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© Serienrechte „Jesse Trevellian“ by Alfred Bekker

© 2000 des Romans by Author

© 2013 der Digitalausgabe by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

*

 

Weder Schlüssel noch Brieftasche fanden wir bei dem Toten. Also mussten wir sein Foto in den Abendnachrichten von NBC veröffentlichen.

Wir überlassen den Medien ungern Bildern von Mordopfern. Aber was blieb uns anderes übrig? Wenn wir es mit dem gleichen Täter wie im Fall Hershel zu tun hatten, würde er vermutlich das Apartment seines Operns ausplündern. Also mussten wir den Toten so schnell wie möglich identifizieren.

Erst um neun Uhr abends meldete sich eine Frau aus der Walker Street in TreBeCa. Sie hatte die Nachrichten von NBC gesehen und glaubte ihren Nachbarn in dem Bild des Toten zu erkennen. Einen einundachtzigjährigen Mann namens Edward Merchander.

Ein Streifenwagen holte die Frau ab und fuhr sie in die Bronx hinauf, in unser Zentrallabor. Dort identifizierte sie den Toten. Das war gegen halb elf.

Kurz nach elf schloss der Hausbesitzer uns Merchanders Apartmenttür auf. Das Chaos in den zwei Zimmern überraschte uns nicht: Ausgeräumte Schränke und Kommoden, aufgeschlitzte Polster und Matratzen, und überall auf dem Boden verstreut - Wäsche, Bücher, Papiere, Geschirr.

Ich griff zu meinem Handy und rief die Zentrale an. Clive war am Apparat. "Der Kerl war bereits hier. Schickt den Erkennungsdienst vorbei."

"Bullshit", knurrte Milo. "Es ist verdammt frustrierend einem Killer immer einen Schritt hinterher zu hinken."

"Ein Mann diesmal", sagte Donna. "Keine Frau, sondern einen Mann hat er getötet. Warum?"

"Mr. Merchander war über achtzig", sagte Milo. "Seine Nachbarn schildert ihn als ziemlich gebrechlich."

Donna nickte. "Tja... das wird's sein. Alles andere spricht für den gleichen Täter." Mit einer Kopfbewegung deutete sie auf die ausgeräumte Schrankwand des Toten. "Nicht nur schwache Opfer sucht er sich aus, sondern auch Opfer, die ihm wohlhabend zu sein scheinen. Der Mann, der hier gelebt hat, war nicht arm."

"Genauso wenig Mrs. Hershel und die anderen beiden", sagte Milo.

"Nur hat er deren Apartments nicht ausgeraubt", gab ich zu bedenken.

"Vielleicht ist er bei den Morden gestört worden." Donna sah sich um, als würde sie den Mörder bei seinem Raubzug beobachten. "Wenn er hier genug Wertsachen gefunden hat, wird er so schnell nicht mehr zuschlagen."

"Es sei denn, wir legen einen Köder aus." Donna und Milo blickten mich fragend an. "Ja, einen Köder - ihr habt schon richtig gehört..."

 

*

 

Die Strahlen der Morgensonne sickerten durch die Dunstglocke über den Wolkenkratzern von Lower Manhattan. Zwei Blechschlangen schoben sich über den Broadway. Nach Norden die eine, nach Süden die andere. Die Treppe zur Subway-Station auf der anderen Straßenseite spuckte unzählige Menschen aus.

Die meisten strömten in die Wall Street und verschwanden nach und nach in den Eingängen der Banken, Versicherungs- und Bürogebäude. Viele von ihnen gleich in dem ersten Gebäude - dem mit der pompösen Säulenfassade: Das Gebäude der New York Stock Exchange, der Börse.

Ein vertrauter Anblick für Reverend Paul Sheerer: Die Menschenmenge in grauem, schwarzem und blauem Tuch, die stinkende Blechschlange auf dem Broadway, die Fassaden der Wallstreet und des Broadways - ein Anblick, der ihm gewissermaßen signalisierte, dass die Welt noch richtig tickte.

Zufrieden wandte er sich ab und blickte zum Turm seiner Kirche hinauf. Ein gotischer, viereckiger Turm, über neunzig Meter hoch. Es hatte eine Zeit gegeben, da galt dieser Turm als das höchste Bauwerk der Stadt. Lange vorbei. Winzig und verloren wirkte die Kirche jetzt zwischen all den Wolkenkratzern.

Reverend Sheerer schloss die schwere Bonzetür auf. Quietschend öffnete sich der rechte Flügel. Der Reverend trat ein.

Bevor er die Beleuchtung im Mittelschiff einschaltete, genoss er einen Augenblick das Flimmern der schimmernden Balken, die das Licht des neuen Morgens durch die hohen Spitzbogenfenster der Turmfassade in die Kirche hineingeschoben hatte.

Reverend Sheerer liebte den Morgen mehr als den Abend. Er liebte es, wenn Dinge neu begannen - den Augenblick, bevor die Karten neu verteilt wurden, den Augenblick, wenn der Pianist sich ans Klavier setzte und das Notenheft aufschlug, den Augenblick wenn seine Frau die Vorhänge des Schlafzimmers aufzog und er sich nach achteinhalb Stunden Schlaf zu einem neuen Tag aus dem Bett schob.

'Jeder Tag ist eine neue Chance, Gottes Wunder zu erfahren' - so lautete einer der Lieblingssprüche des Reverends.

Sheerer - ein schwergewichtiger Mann Anfang fünfzig - schaltete die Beleuchtung des Mittelschiffs ein. Er blickte auf die Uhr, während er in Mittelgang seiner Kirche lief – halb acht. Um acht Uhr war er mit dem Hausmeister seiner Gemeinde und dessen Gehilfen verabredet. Ein Kammerkonzert sollte am Abend in der Trinity Church stattfinden. Stühle für das Orchester mussten gestellt werden.

Halb acht - Zeit genug für Reverend Sheerers persönliche Andacht. Er liebte es, sich zu diesem Zweck in seine Kirche zurückzuziehen. Schnuppernd hob er die Nase. Es roch merkwürdig in seiner Kirche.

Seine Schritte hallten aus den Seitenschiffen wieder, während er zum Altar schritt. Ein hoher, zwitschernder Ton ließ ihn aufhorchen. Er blieb stehen und lauschte. Hatte sich in Vogel in die Kirche verirrt? Das kam gelegentlich vor. Oder saß jemand an der Orgel? Nein - das würde ganz anders klingen.

Reverend Sheerer sah sich um. Das Geräusch kam aus dem linken Seitenschiff, von einer der hinteren Bänke. Er machte kehrt und ging zurück. Jetzt erkannte das Geräusch - es war die elektronische Melodie eines Handysignals, ganz eindeutig!

Sheerer schüttelte den Kopf. Was die Leute nicht alles in der Kirche vergaßen.

Dann stutzte er - da lag etwas, auf der Buchablageleiste einer Banklehne, im Gestühl hinter der seitlichen Säule. Der Reverend kniff die Augen zusammen - ein Schlüsselbund? Er schob sich in die Bankreihe und näherte sich dem Gegenstand. Tatsächlich - ein Schlüsselbund!

Der Reverend merkte zunächst nicht, dass seine Schritte sich verlangsamten. Beklommenheit stieg ihm aus dem Bauch in die Brust. Sicher - die Leute vergaßen alles Mögliche in einer Kirche. Aber ein Handy und einen Schlüsselbund...?

Vier Schritte entfernt von dem Schlüsselbund auf der Ablageleiste des Gestühls blieb er stehen.

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