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Alte Leichen, Teil 1 von 5 (Serial): Ein Jesse Trevellian Thriller

Thomas West

Alte Leichen, Teil 1 von 5 (Serial): Ein Jesse Trevellian Thriller





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Serial - Teil 1

Thomas West

Alte Leichen

Ein Jesse Trevellian Roman

Teil 1 von 5

 

In der Serie „Jesse Trevellian“ erschienen bislang folgende Titel (ungeachtet ihrer jeweiligen Lieferbarkeit auf allen Portalen):

 

Alfred Bekker: Killer ohne Namen

Alfred Bekker: Killer ohne Skrupel

Alfred Bekker: Killer ohne Gnade

Alfred Bekker: Killer ohne Reue

Alfred Bekker: Killer in New York (Sammelband)

Thomas West: Rächer ohne Namen

Thomas West: Gangster Rapper

Thomas West: Richter und Rächer

Thomas West: Die zur Hölle fahren

Thomas West: Alte Leichen

Weitere Titel folgen

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© Serienrechte „Jesse Trevellian“ by Alfred Bekker

© 2000 des Romans by Author

© 2013 der Digitalausgabe by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

"Wagen zwölf an Einsatzzentrale, kommen."

"Einsatzzentrale hört, kommen..."

Die Stimmen aus dem Funkgerät klangen verzerrt. Rauschen und Pfeifen überlagerte sie. Der Mann drehte an einem Knopf der vielen Knöpfe des Empfängers herum. Bis er die Frequenz des Polizeifunks exakt eingestellt hatte.

"...eine Tote im Zoo-Restaurant, Captain, wir brauchen die Männer vom Morddezernat, kommen."

"Verstanden, Wagen zwölf, wir informieren den Deputy Inspektor, Ende."

Klar und deutlich klangen die Stimmen jetzt. Der Mann lehnte sich in seinem Schreibtischsessel zurück. Aus einem ledernen Etui zog er eine filterlose Zigarette und steckte sie sich zwischen die Lippen. '17. Juni', zeigte der Ringkalender auf dem Schreibtisch neben dem Monitor. Ein Weißkopf-Seeadler schwebte über die Mattscheibe - der Bildschirmschoner. Durch die Lamellen der Jalousien vor den Fenstern drang spärliches Licht. Es hatte aufgehört zu regnen.

Der Mann zündete sich die Zigarette an. Im Schein des aufflammenden Feuerzeugs schimmerten seine blauschwarzen Augenbrauen. Und deutlicher waren jetzt die tiefen Falten zu sehen, die sich von den Nasenflügeln zu seinen Mundwinkeln herabzogen. Und die verwachsene Narbe in seiner Kinngrube.

Durch das Chaos von Büchern und Papieren zog er einen schweren Aschenbecher heran. Einen Aschenbecher aus türkisfarbenem Glas und wie eine Muschel geformt. Einige Minuten lang rauchte er schweigend. Auch die Stimmen im Funkgerät auf seinem Schreibtisch schwiegen.

Der Mann zog eine Schublade seines Schreibtisches auf und nahm ein Stilette heraus. Eine kurze Bewegung mit dem Daumen - klickend sprang die Klinge heraus. Er legte die Zigarette in den Aschenbecher und begann die schwarzen Ränder unter seinen Nägeln herauszukratzen.

Kurz darauf wieder Stimmen aus dem Funkgerät. "Zentrale an Wagen zwölf, kommen."

"Wagen zwölf hört, kommen."

"Der Deputy will Näheres wissen - Alter des Opfers, Verletzungsart, und so weiter, kommen."

"Eine ältere Lady, zwischen sechzig und siebzig. Sie liegt in der Toilette des Zoo-Restaurants. Das Schwein hat ihr die Kehle durchgeschnitten..."

Das Gesicht des Mannes blieb ausdruckslos, aber er nickte langsam. Und in diesem Nicken lag etwas wie Genugtuung - vielleicht sollte man es sogar 'Befriedigung' nennen...

 

*

 

Bengalische Feuer brannten am Nachthimmel über dem East River. Lichtfontänen spritzten auseinander und versprühten unzählige Sterne über dem Fluss. Bunte Lichtreflexe auf dem Wasser, festlich glitzernde Girlanden die Stahlseile der Brooklyn Bridge. Und überall Menschen, Menschen, Menschen.

Vierter Juli: New York City feierte den amerikanischen Unabhängigkeitstag. Das alljährliche Feuerwerk über dem East River war auch in diesem Sommer der Höhepunkt.

"Wundervoll! Ist das nicht wundervoll, Jack?" Kathleen breitete die Arme aus, als wollte sie den Nachthimmel umarmen. "Ich bin dir so dankbar, dass du mit mir hierher gegangen bist!" Der Angesprochene neben ihr nickte und lächelte. Ein scheues Lächeln, ein wenig verkrampft fast, aber Kathleen war viel zu glücklich, als dass ihr das aufgefallen wäre.

Mit hunderten von Menschen standen sie auf dem Fulton Fish Market in Seaport. Der Pier war ein Festsaal ohne Dach und Wände: Getränkestände reihten sich neben Grillbuden. Eine Sechs-Mann-Kombo hatte sich auf einem Podest aufgebaut. Die Band spielte Frank-Sinatra-Songs. Einige Paare tanzten.

Früher, als Hugh noch lebte, war Kathleen Hershel jedes Jahr in der Nacht des 4. Juli hier gewesen. Genau hier, auf diesem Pier am Fulton Fish Market. Früher, als sie noch eine junge Frau gewesen war.

In immer kürzeren Abständen explodierten die Feuerwerkskörper. Taghell glühte der Himmel über Brooklyn Brigde und Williamsburg Bridge. Die Fassaden der Wolkenkratzer leuchteten auf. Eine Fähre glitt auf dem East River vorüber. Der Wind wehte Hochrufe und die Klänge einer Dixie-Band herüber zum Pier. Kathleen hakte sich bei Jack ein. "Ich darf doch?"

Wieder ein Nicken und wieder das jungenhafte Lächeln. Kathleen drückte sich an den so viel jüngeren Mann und strahlte. Ein Glücksfall, ihm vor zwei Tagen begegnet zu sein. Am zweiten Juli, Hughs Geburtstag. Zweiundachtzig wäre er geworden.

Kathleen hatte zweiundachtzig rote Rosen auf seinem Grab arrangiert. In Brooklyn, auf dem Greenwood Cemetery. Jedes Jahr tat Kathleen das. Seit sechzehn Jahren, seit Hughs drittem und letztem Herzinfarkt. Und jedes Jahr steckte eine Rose mehr in dem großzügigen Gebinde.

Der Mann vier Gräber weiter war ihr sofort aufgefallen. Die große, breitschultrige Statur. Der ernste, traurige Blick, mit dem er den roten Marmorgrabstein betrachtete. Der gepflegte Kurzhaarschnitt und der dichte, schwarze Schnurrbart. Das helle Sommerjackett über den sauberen Jeans. Und die geschmackvolle Krawatte. Ein gut aussehender Mann, wahrhaftig, eine Mischung aus Omar Sharif und Harrison Ford.

Der Donner über dem East River verhallte, der Lichterzauber verglühte. Die Band intonierte Sinatras 'New York, New York'. Jack wiegte sich im sanften Rhythmus der Musik. Kathleen passte sich seinen Bewegungen an. Einige der Leute um sie herum begannen mitzusingen. Immer mehr Paare tanzten. Ehe Kathleen sich versah, nahm Jack sie in die Arme. Unter vielen anderen Tänzern drehten sie sich vor dem Podest mit der Band.

Ein wenig hatte sie sich schon gewundert, vor zwei Tagen, auf dem Greenwood Cemetery: Zweimal in der Woche besuchte sie Hughs Grab. Die meisten Frauen und die wenigen Männer, die hin und wieder an den Hughs Nachbargräbern zu sehen waren kannte sie. Manche sogar mit Namen. Aber dieser Mann - Jack, wie er sich später vorstellte - war ihr noch nie aufgefallen.

Sie kamen ins Gespräch, überraschend schnell für Kathleens Verhältnisse. Ein freundlicher, offenherziger Mensch, dieser Jack. Nicht so kalt und unnahbar, wie die meisten Manhatties es waren. Die Geschichte, die er erzählte, ging ihr zu Herzen, weiß Gott. "Mom ging weg, als ich dreizehn war", begann er.

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