Logo weiterlesen.de
Als mich das Glück verriet

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses Buch
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Prolog
  7. Kapitel 1
  8. Kapitel 2
  9. Kapitel 3
  10. Kapitel 4
  11. Kapitel 5
  12. Kapitel 6
  13. Kapitel 7
  14. Kapitel 8
  15. Kapitel 9
  16. Kapitel 10
  17. Kapitel 11
  18. Kapitel 12
  19. Kapitel 13
  20. Kapitel 14

Über dieses Buch

»Sie sind schwanger« – für die meisten Frauen ist das eine wunderbare Nachricht. Doch für Yvonne ist es ein Albtraum. Denn nur zwei Monate zuvor haben die Ärzte bei ihr einen äußerst aggressiven Brustkrebs diagnostiziert. Und nun steht sie vor der schwierigsten Entscheidung, die man sich vorstellen kann. Soll sie das Baby behalten und die dringend nötige Behandlung unterbrechen, oder soll sie dem Appell der Ärzte folgen und das Kind abtreiben? Yvonne entscheidet sich für das kleine Wesen in ihr. Und so beginnt ein schmerzvoller Kampf um Leben und Tod.

Über die Autorin

Yvonne Remmert (40), lebt mit Ehemann Martin und den beiden Kindern Alina (17) und Zoe May (2) im westfälischen Lippstadt.

YVONNE
REMMERT

Als mich das
Glück verriet

Krebskrank und schwanger. Ich riskierte
mein Leben für das meines Babys

Prolog

»Sie sind schwanger!« Dr. Sopovs Stimme vibriert, als er das ausspricht. Er drückt den Schieber etwas fester in meine Bauchdecke, sieht mich ernst an und ist kreidebleich. Ein Gesicht, das ich nie vergessen werde. Er ist absolut geschockt. Dann wiederholt er den Satz: »Sie sind schwanger, circa 11. Woche. Kein Zweifel. Hier, sehen Sie!«

So wie Dr. Sopov mit mir spricht, handelt es sich um eine absolute Unglücksnachricht. Ich selbst kann in diesem Moment gar nicht klar denken, geschweige denn etwas fühlen. Eine Schwangerschaft in meiner Situation ist doch völlig ausgeschlossen. Darf gar nicht sein.

Ich bin an Brustkrebs erkrankt, bei einer OP wurde der Tumor entfernt, vor wenigen Tagen hatte ich die erste Chemobehandlung. Wie ein Gift tröpfelte die Flüssigkeit in meine Blutbahn, um zu zerstören, was nicht dort hingehört. Niemand hätte auch nur geahnt, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon schwanger war.

In meinem Kopf rattert eine Achterbahn, zieht gefährliche Kurven … Martin, meine große Liebe, wünscht sich sehnlichst ein Kind mit mir, unser Kind. Wir haben Alina, meine Tochter, und er liebt auch sie sehr, aber ein gemeinsames Kind, das er vom ersten Tag an aufwachsen sieht und durchs Leben begleiten darf, würde sein Glück perfekt machen. Wie schwer muss es ihm gefallen sein, seinen Wunsch zu begraben, nachdem die Diagnose feststand: Ich habe einen besonders aggressiven Krebstumor in meiner rechten Brust. Und wenn ich ihn besiege, werde ich trotzdem keine Kinder mehr bekommen können. Martin hat Abschied genommen von einem gemeinsamen Kind, weil er mich liebt, aus tiefstem Herzen.

Aber was soll ich ihm jetzt sagen? Was wird denn jetzt passieren? Was bedeutet das alles nur?

Der schönste Moment im Leben eines Paars, er ist jetzt zum Greifen nah … aber hat dieses kleine Leben überhaupt eine Chance? Der Krebs, die Chemo … wurde womöglich schon im Keim erstickt, was sich trotz des Krebses wie ein Wunder in mir eingenistet hat? Ein Wunder, ja, es ist ein Wunder … und ich würde es so gern halten! Mein kleines Wunder … Du bist da, ich sehe dich mithilfe des Ultraschalls, ein kleiner Mensch, der ins Leben will … Ich spüre ganz tief in mir, dass ich dich beschützen muss. Mein Kind, ich würde dich so gern halten …

Kapitel 1

Komm, lass uns nach Hause gehen
Nein, Mann! Ich will noch nicht gehen
Ich will noch ein bisschen tanzen …

Ich sitze in meiner Lieblingsdisco »Joys« an der Bar, drehe angespannt mein Cocktailglas in der Hand und höre mein Lieblingslied: »Nein, Mann!«

Warum ich trotz der eingängigen Melodie innerlich aufgedreht bin, weiß ich genau. Schuld ist ein junger Mann, der mich schon die ganze Zeit ansieht. Immer wenn ich in seine Richtung schaue, treffen sich unsere Blicke … und ich schaue oft zu ihm hinüber. Ich gebe mir keine Mühe, mein Interesse an ihm zu verstecken. Er gefällt mir einfach.

Bestimmt seit einer halben Stunde tanzt er schon mit Freunden auf der Bühne, und genauso lange behalten wir uns im Auge. Er bewegt sich ein bisschen zu lässig. Ich glaube, er inszeniert sich ein bisschen für mich. Aber genau das macht ihn für mich sympathisch. Er will mir gefallen, und es klappt.

Er trägt eine perfekt sitzende Jeans und ein schwarzes Poloshirt. Edel und schlicht. Ich mag das. Seine halblangen leicht gewellten Haare fallen ihm beim Tanzen ins Gesicht, und gespielt beiläufig streicht er sie immer mal wieder mit der Hand nach hinten.

Es ist der 10. Oktober 2010, und ich bin an diesem Samstagabend mit einer Freundin unterwegs. Es ist unsere »Ladies Night«, und wir haben uns die ersten Stunden auf der Tanzfläche richtig ausgepowert. Es hat mir gutgetan. Ich bin erst seit Kurzem wieder Single und brauchte es, einfach mal alles zu vergessen und mir den Kopf von der Musik freipusten zu lassen. Hinter mir liegen blöde Wochen. Trennungen tun eben weh – und meine sogar richtig.

Immerhin war ich fast zehn Jahre mit Torsten zusammen, davon sieben Jahre verheiratet. Wir haben uns in einer ganz ungewöhnlichen Lebenssituation gefunden: Ich war im sechsten Monat schwanger. Mein Freund Fabian hatte mich nach einem Jahr Beziehung verlassen, weil ich mich gegen eine Abtreibung entschieden hatte. Er wollte das Kind partout nicht. Auch ich war bei dem Gedanken, Mutter zu werden, im ersten Moment wie in eine Schockstarre verfallen, ein Kind verändert ja das ganze Leben. Aber nach ein paar Tagen verflog die Unsicherheit, und ich freute mich sehr auf das Baby. Eine Abtreibung kam für mich auf gar keinen Fall infrage. Damit verschwand Fabian aus meinem Leben, er hat sich auch nie um seine Tochter Alina, meinen größten Schatz, gekümmert.

Umso glücklicher war ich, dass Torsten das wachsende Leben in mir sogleich mit in sein Herz geschlossen hatte.

Torsten und ich kannten uns damals schon vom Sehen. Wir lebten in Lippstadt, einer Kleinstadt, wo sich die jungen Leute eines ähnlichen Jahrgangs kennen. Kindergarten, Schule, Ausbildung, In-Treffs und Kneipen, irgendwo ist man sich im Laufe der Jahre immer mal wieder über den Weg gelaufen. Aber plötzlich war mehr zwischen Torsten und mir. Er hatte mich angerufen, und wir haben endlos lange geredet, auch über meine Situation. Dann haben wir uns verabredet und sind spazieren gegangen. Ich habe mich riesig gefreut. Torsten war superlieb, aufmerksam, bemüht. Das war Zuwendung, die ich damals wie ein trockener Schwamm das Wasser aufgesaugt habe. Torsten hat mein Herz im Sturm erobert. Ein lässiger Typ mit Jeans, gut aussehend, immer fröhlich, gesellig und immer für mich da. Als Alina am 22. September 2000 auf die Welt kam, hat er sich gefreut, wie ein Vater sich eben freut. Wir waren eine Familie, eine richtig glückliche. 2002 haben wir standesamtlich geheiratet, mit allen Verwandten, und das waren viele.

Für mich war das damals ein Abschluss, ein Schlussstrich, ein Happy End nach all den blöden Jahren, die hinter mir lagen. »Jetzt wird alles gut«, hat mir mein Papa damals ins Ohr geflüstert, und ich habe mich dankbar an ihn geschmiegt. Er ist für mich der beste Papa der Welt. Er hat immer viel gearbeitet und sich mit einem Partner eine gut gehende Maschinenbau-Firma aufgebaut, ein großes Unternehmen mit fast hundert Angestellten. Finanziell ging es uns deshalb immer gut. Aber auch emotional fehlte uns nichts. Papa hatte trotz der vielen Arbeit immer noch Zeit für mich und meine beiden Schwestern, die zehn Monate jüngere Ines und die neun Jahre jüngere Sarah. Ich erinnere mich an schöne Reisen ans Meer, wir haben gelacht, im Sand getollt, Familienleben genossen. Zu Hause hat er für uns gekocht, er konnte das gut. Papa ist wirklich ein toller Vater gewesen. Er war bestimmt nicht viele Stunden am Tag für uns da, aber die Zeit, die er uns schenkte, war intensiv. Und auch als ich selbst Mutter wurde und ohne Vater für das noch ungeborene Kind dastand, sagte er sofort: »Wir packen das!« Ich konnte mich immer auf ihn verlassen und bin eindeutig ein »Papa-Kind«. Mit meiner Mutter hatte ich nie ein gutes Verhältnis. Nachdem sie 2003 meinen Vater verlassen hat, brach der Kontakt zu ihr schnell völlig ab. Seit vier Jahren habe ich sie nicht mehr gesehen.

Ich war 17, als ich von zu Hause ausgezogen bin. Ich wollte damals unbedingt frei sein, und um finanziell unabhängig zu sein, habe ich gekellnert. Später habe ich eine Ausbildung zur Friseurin angefangen, aber schnell wieder abgebrochen. Die Arbeit gefiel mir nicht, und ich kam mit meinen Kellner-Jobs finanziell auch viel besser um die Runden.

Papa hat mir auch keinen Druck gemacht und mir immer mal wieder etwas Geld zugsteckt. Vielleicht war ich deshalb einfach zu bequem, vielleicht war ich aber auch nie wirklich überzeugt von etwas. Ich weiß es nicht, jedenfalls blieb ich in der Gastronomie und habe es nicht bereut. Ich mag diese Arbeit. Man lernt nette Menschen kennen, kein Tag ist wie der andere, und mit dem Trinkgeld zusammen verdient man auch gut. Beruflich war ich mit meinem Leben zufrieden. Privat dank Torsten auf einem guten Weg. Und meine kleine Alina war ein Schatz. Und sie und Torsten waren von Anfang an ein Herz und eine Seele, er hat sie wie ich gewickelt, gefüttert, in den Kindergarten gebracht, Schularbeiten gemacht, und er hat ihr Fahrradfahren beigebracht. In unserer kleinen Familie war lange das Glück zu Hause.

Torsten und ich hatten selbst vor der Trennung keine großen Streitereien oder Auseinandersetzungen, keine unlösbaren Probleme. Die Liebe war uns einfach verloren gegangen. Wir haben uns wohl unterschiedlich entwickelt, vielleicht sind wir auch zu jung zusammengekommen. Es fühlte sich nicht mehr gut an, Torsten und ich lebten aneinander vorbei. Unser einst fröhliches Miteinander war nur noch selten oder gar nicht mehr zu spüren.

Von einer Freundin erfuhr ich dann eines Tages, dass es wohl eine andere Frau gab. Das war trotz allem ein Schock. Ich habe eine ganze Nacht lang durchgeweint, und am nächsten Morgen wusste ich, dass das das endgültige Aus für Torsten und mich und für unsere kleine Familie bedeutete. Meine Gefühle dazu waren gespalten. Auf der einen Seite war ich todtraurig, dass wir es nicht geschafft hatten, unsere Liebe zu halten, auf der anderen Seite fühlte ich aber auch Erleichterung. Das Unausgesprochene lag nun auf dem Tisch.

Torsten und ich sprachen uns endlich aus, wir waren uns einig, dass wir uns friedlich trennen wollten, und für Torsten war es keine Frage, dass er Alinas Vater war und blieb, dafür bin ich ihm bis heute dankbar.

Ich zog also mit Alina in eine kleine Drei-Zimmer-Wohnung. Torsten holte Alina fortan regelmäßig zu sich, sie verbrachte so viel Zeit wie möglich mit ihm. Auch an den Wochenenden war sie oft bei ihm, besonders wenn ich arbeiten musste. Ich kellnerte nur freitags oder samstags. Sonst brauchte mich Alina. Um uns trotzdem gut versorgen zu können, hatte mein Vater mir für die Wochentage Heimarbeit verschafft, das war optimal für mich als alleinerziehende Mutter. Obwohl mir manches Mal auch die Decke auf den Kopf fiel, besonders wenn Alina bei Torsten und seiner neuen Partnerin war. Ich konnte mich nur langsam auf mein neues Leben einstellen, die Einsamkeit und auch die Angst, keinen passenden Partner mehr zu finden und für immer allein bleiben zu müssen, quälten mich. Ich erinnere mich, dass schon oft die Tränen flossen, weil ich mich abgehängt und vom Glück betrogen fühlte. Eine große Hilfe waren meine Freundinnen, die vieles abgefangen haben. Oft standen sie an den Wochenenden, an denen Alina bei Torsten war, unangemeldet vor der Tür und schleppten mich kurzerhand mit zum Pizzaessen, Spazierengehen, auf ein Gartenfest oder, so wie heute, in die Disco. Und obwohl ich gar nicht auf Ausgehen vorbereitet war, habe ich den besten Abend seit Langem, denn ich flirte heftig und will jetzt wissen, ob ich es noch kann.

»Nein, Mann, ich will noch nicht gehen …«, dröhnt es weiter aus den Lautsprechern, und ich wippe melodisch mit den Füßen, während ich den attraktiven Tänzer beharrlich im Auge behalte.

»Ich nehme noch einmal dasselbe!«, rufe ich dem Barkeeper zu. Es ist der zweite Cocktail. Ich trinke sonst selten Alkohol, aber heute ist mir danach. Ich will nämlich auch noch nicht gehen, denn dieser Typ auf der Tanzfläche gefällt mir immer besser.

»Hey, Yvonne, so kenn ich dich ja gar nicht. Da hat es dir aber jemand richtig angetan!«

Meine Freundin stupst mich an und lacht. Sie hat bemerkt, dass ich ziemlich abgelenkt bin, zwinkert mir zu und nimmt mich fest in den Arm. »Ich gönne ihn dir«, flüstert sie mir ins Ohr. »Du brauchst mal ein paar Streicheleinheiten«, flachst sie weiter. »Wenn du Hilfe brauchst, sag mir Bescheid. Dann spreche ich deinen Dreamboy für dich an.«

Ich schüttele den Kopf. »Lass mal, das schaffe ich schon«, und dann stoßen wir ausgelassen mit unseren Gläsern an.

Was wohl mein Schwarm jetzt denkt, wenn er mich hier so albern herumkichern sieht? Ob er mich überhaupt noch im Visier hat?

Peng! Jetzt treffen sich unsere Blicke. Ich versuche, dem standzuhalten. Eine Sekunde, zwei, drei … Schande, es gelingt mir nicht mehr. Ich habe wohl flirten verlernt und sehe nervös zu Boden. Als ich wieder hochsehe, passiert es wieder. Und wieder! Er beobachtet mich auch. Unsere Blicke suchen sich. »Na, dann mal ran!«, foppt mich meine Freundin und lässt mich mit einem Klaps auf die Schulter stehen. Soll ich? Der Alkohol macht mich mutig. Warum nicht!

Mit einer schnellen Bewegung stelle ich das Glas ab, rutsche vom Barhocker und gehe jetzt zielsicher auf die Tanzfläche zu dem Typen hinüber. Ich bin angeschickert, ganz klar. Sonst hätte ich mich so etwas nie getraut.

»Nein, Mann, ich will noch nicht gehen …«, wiederhole ich den Refrain und summe die Melodie mit, und als ich dann vor ihm stehe, sage ich leise:

»Ich heiße Yvonne, und du?«

»Ich heiße Martin!« Er sieht mir jetzt direkt in die Augen, und dieses Mal werde ich nicht nervös.

»Komm, lass uns tanzen«, sage ich. Mein Lieblingslied spielen sie nicht mehr, aber das ist egal. Ich liebe es einfach, mit diesem Mann auf der mittlerweile fast leeren Tanzfläche zu sein. Hoffentlich werden nicht so bald die Lichter angehen und signalisieren, dass für heute Schluss ist.

Die Luft ist stickig, die Bässe dröhnen bis in mein Körperinneres, es ist heiß. Aber ich bekomme all das gar nicht mehr richtig mit. Ich spüre nur diesen Mann neben mir und merke mit jeder Sekunde, dass ich mich in ihn verknalle.

Martin tanzt richtig gut. Das habe ich ja schon aus sicherer Entfernung von meinem Barhocker aus beobachtet. Aber jetzt kann ich seine Kraft und Geschmeidigkeit fast spüren, so nah kommt er mir. Aus den Augenwinkeln beobachte ich seine Bewegungen. Sie sind melodisch, kräftig. Er hat eine tolle Körperkontrolle. Was er wohl arbeitet? Ich tanze und tanze und tanze, und in meiner Fantasie tanze ich mich in die Arme dieses Mannes. Unsere Hände berühren sich schon, dann unsere Schulter. Ich lehne für eine Sekunde meinen Kopf an seinen. Er riecht nach einem würzigen Rasierwasser. Ich drohe kopfüber in ihm zu versinken.

»Magst du etwas trinken?«, höre ich ihn fragen, und ich spüre sanft seinen Atem auf meiner Haut.

Mensch Yvonne, pass auf, warne ich mich selbst. Das geht doch viel zu schnell.

»Halte dein Herz mal fest«, hat mich meine Freundin erst vor einem Tag gewarnt. Ich habe gelacht.

»Da kannst du aber sicher sein«, war meine Antwort.

Und jetzt? Es kann doch nicht sein, dass ich mal endlich wieder einen Abend ausgehe und mich sofort verliebe.

»Was ist? Gehen wir an die Bar?« Martin lässt nicht locker.

Was ist schon dabei?, denke ich. Ich kann doch wohl noch mit jemandem etwas trinken und mich unterhalten … »Ja klar, gern!«, sage ich gegen die Musik an.

Ganz eng sitzen wir dann an der Bar nebeneinander. Martin bestellt uns zwei Bier, und wir reden. Martin ist Tischler und arbeitet in der Firma seines Vaters. Es ist ein kleiner Betrieb, in dem nur die beiden arbeiten. Sie stellen Einrichtungen von Gaststätten her und bauen Küchen aus.

Martin erzählt offen, leise, ruhig, stellt aber auch Fragen. Wie ich die Musik finde? Ob ich oft hier bin? Wo ich wohne?

Ich mag es, wenn mir jemand Fragen stellt. Das heißt, er interessiert sich für mich. Das ist schön. Martin will viel wissen, und ich erzähle ihm viel von mir. Dass ich geschieden bin, eine zehnjährige Tochter habe, kellnere, aber auch bei meinem Vater oder besser für meinen Vater arbeite. Ich könnte noch Stunden mit Martin hier sitzen, aber der Barkeeper gibt uns ein Zeichen, dass der Laden gleich schließen wird – es ist schon kurz vor fünf am Morgen. Und mit einem Mal bin ich richtig müde, ich war ewig nicht so lange aus. Jetzt spüre ich auch den Alkohol, und in Kombination mit der schlechten Luft vom Zigarettenrauch – damals durfte man in Lokalen noch rauchen – geht es mir auf einmal nicht mehr gut.

»Ich muss nach Hause«, sage ich schnell, als meine Freundin neben mir steht und signalisiert, dass sie fahren möchte.

Ich frage noch nach Martins Nachnamen, den er mir auch sofort sagt, aber bei dem Lärmpegel um uns herum verstehe ich nur die Hälfte. Dann zieht auch schon meine Freundin an meinem Ärmel. »Komm, das Taxi wartet!«

»Ich heiße Yvonne, Yvonne Remmert«, rufe ich Martin noch beim Hinausgehen zu. Ob er mich verstanden hat?

*

Es ist Sonntag früh, ich bin gerade aufgewacht, und mein erster Gedanken gilt, ja wirklich, Martin. Ein gutes Zeichen? Ich weiß es nicht. Es ist bis jetzt nicht mehr als ein Kneipenflirt. Hoffentlich verrenne ich mich nicht in etwas, das dann doch aussichtslos ist … Wie alt er wohl ist? … Auf jeden Fall jünger als ich. Vermutlich bin ich ihm sowieso viel zu alt, und er meldet sich nicht mehr. Aber vielleicht fand er mich auch gut, und wer weiß, dann meldet er sich vielleicht doch. Vielleicht, vielleicht, ich mag nicht darauf warten, ob sich jemand für mich interessiert. Und überhaupt, ich weiß viel zu wenig von diesem Mann, und es ist Quatsch, überhaupt Gedanken an ihn zu verschwenden.

Aber ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich nicht gern allein bin. Ich möchte schon eine Familie. So wie es mit Torsten, Alina und mir war, mit gemeinsamen Mahlzeiten und Ausflügen am Wochenende, das gefällt mir. Ich mag Familienleben. Vermutlich weil ich selbst nie ein richtiges hatte. Aber im Moment bin ich erst einmal das, was ich nie sein wollte: eine alleinerziehende Mama.

»Kopf hoch, in einem Jahr geht’s dir wieder gut«, hat meine Freundin Sabine noch gesagt, als ich nach der Scheidung in ein richtiges Tief gerutscht bin. Ich kenne Sabine aus meiner Schulzeit. Sie hat all das, was ich nicht habe: eine stabile Beziehung und berufliche Sicherheit. Sie ist gelernte Krankenschwester, seit ihrem 15. Lebensjahr mit dem gleichaltrigen Bert, einem Ingenieur, zusammen und wirklich glücklich. Die beiden haben zwei Kinder, ein Häuschen, zwei Autos und fahren jedes Jahr nach Österreich. Eine Bilderbuchfamilie! Und trotz unserer unterschiedlichen Lebensumstände sind wir immer ein Herz und eine Seele geblieben. Wir verstehen einander ohne viele Worte, und wir halten zusammen, egal was kommt. Sabine ist meine allerbeste Freundin, und ich bin wirklich dankbar, dass es sie in meinem Leben gibt.

Sie kennt mich vermutlich wie kein anderer Mensch, und sie weiß, dass ich nicht gern allein lebe. Ich möchte Zugehörigkeit. Einen Menschen, der an mich glaubt, mich stark macht und mir hilft, auch mit Krisen und Enttäuschungen fertigzuwerden. Ich kann nicht gut alles mit mir allein abmachen. Mir fehlt ein Vertrauter, ein Komplize, jemand, der zu mir hält. Ich glaube, mir fehlt das so stark, da ich keine Mutter hatte, der ich mich so nah fühlen konnte. Jetzt, mit 33 Jahren und einer süßen Tochter, mag ich nicht wieder allein alles meistern. Ich möchte einen Baum an meiner Seite zum Anlehnen, einen Baum, der unverrückbar neben mir steht, für immer, und der auch mal Schatten und Trost spendet.

Könnte das dieser Martin sein?

Vielleicht hat meine Freundin recht. Vielleicht bin ich in einem Jahr wieder glücklich und sollte jetzt nichts überstürzen. Ich brauche keine neuen Risse in meinem Herzen. Ich sollte mir Zeit lassen mit einer neuen Liebe. Ein Jahr, so wie Eva sagt. Aber das ist verdammt lange.

Ich bin durcheinander und brauche Ruhe. Es ist erst neun Uhr. Müde kuschele ich mich noch einmal unter meine Decke. Torsten bringt Alina erst am Abend zurück. Ich kann also ausschlafen, träumen, an Martin denken, auch wenn ich nicht weiß, ob das sinnvoll ist.

Ich ziehe mir die Decke jetzt ganz über das Gesicht und fühle mich in der dunklen Höhle geschützt und wohl, und während ich vor mich hindöse, male ich mir aus, wie mein Glück aussehen könnte.

Ich lebe mit meiner neuen großen Liebe und Alina in einem schönen alten Haus mit Garten. Mein Mann kommt abends um 18 Uhr nach Hause, und wir essen gemeinsam im Wintergarten.

»Hey Liebling, was gibt’s denn heute Leckeres?«, fragt er mich schon in der Küchentür und strahlt mich verliebt an. Dann gibt er mir einen Kuss und sieht neugierig in den Backofen, in dem schon eine Lasagne brutzelt.

»Lass uns schnell den Tisch decken. Ich bin furchtbar hungrig«, meint er, und so drücke ich ihm die Teller und Besteck in die Hand, schnappe mir schnell zwei Gläser und eine Flasche Wein. Draußen sitzt Alina in der Hollywoodschaukel und liest ein Buch. Beim Essen dann sitzen wir zu dritt am Tisch. Die Abendsonne kitzelt mein Gesicht, ich nippe am Wein, die Lasagne dampft auf den Tellern, wir lachen. Alina erzählt von der Schule, mein Mann von seinem Job, und gemeinsam träumen wir von einer Reise ans Meer, am liebsten an die Ostsee.

»Lass uns nach Grömitz fahren«, schlage ich vor, und Alina springt begeistert auf. »Oh ja, das wäre schön. Eine Woche.« Mein Mann nickt begeistert, und dann schwärmen wir vom Urlaub am Meer. »Ich mag den herben Wind, das Rauschen der Brandung, das Wechselspiel der Wolken am Himmel«, erzähle ich, und wir plappern, lachen, träumen, bis die Sonne untergeht. All das möchte ich in einem Jahr haben oder, wenn das zu voreilig ist, wenigstens in zwei, drei oder vier Jahren. Ich bin nur ein bisschen ungeduldig. Hauptsache, ich erlebe es noch und bleibe nicht für immer allein.

Pling! – Auf »MeinVZ« ploppt gerade eine Nachricht hoch. Neugierig rutsche ich aus dem Bett und hole meinen Laptop aus der Küche. Zurück im wohlig warmen Bett sehe ich nach, wer mir geschrieben hat, und dann huscht auch schon mehr als ein Lächeln über mein Gesicht, als ich Martins Namen lese. Von wegen, ich bin ihm nicht wichtig. Er schreibt mir. Vermutlich ist es das Erste, was er heute früh gemacht hat. Er ist aufgewacht, hat an mich gedacht, recherchiert und mir dann diese Nachricht geschrieben:

»Nein, Mann, ich wollte auch nicht gehen … Schade, dass du gegangen bist. Es war ein schöner Abend. Danke für den letzten Tanz!«

Meine Finger fliegen nur so über die Tastatur, als ich meine Antwort schreibe.

»Ich fand den Abend auch schön, superschön sogar, und du bist ein toller Tänzer«, schreibe ich zurück, und dann kommt schon der mutige Vorschlag von Martin.

»Ich möchte dich gern wiedersehen!«

»Das möchte ich auch!«

»Morgen Abend im Cappuccino?

»Ja schön, ich freue mich.«

Als ich den Laptop ausstelle, hüpft mein Herz vor Freude. Ich weiß, Sabine, du findest das jetzt blöd. Ich höre die Vorwürfe meiner Freundin genau. »Lass dir Zeit und verschenke dein Herz nicht so schnell.« Aber was soll ich tun? Ich kann nichts dafür, dass ausgerechnet dieser Mann vor mir stand, der mich vom ersten Moment an faszinierte. Was wohl Alina dazu sagen wird? Egal, von mir erfährt sie erst einmal nichts. Sie hat genug Durcheinander erlebt. Meine kleine Alina wird einen neuen Freund von mir erst kennenlernen, wenn ich ganz sicher bin, dass es der Richtige ist und er mit uns als Familie leben will. Und da bin ich ja noch lange nicht.

Als ich zurück in mein Kopfkissen sinke, ist trotzdem alles anders. Mein Herz pumpert. Ich kann nicht mehr einschlafen. Ganz klar. Ich bin verliebt, und zwar so richtig.

Kapitel 2

»Stille Nacht, heilige Nacht …«

Ich gehe Hand in Hand mit Martin durch die Fußgängerzone und genieße die vorweihnachtliche Stimmung. Aus den Geschäften klingen Weihnachtslieder nach draußen, aus den Buden duftet es nach gebrannten Mandeln, nach Zimt und Vanille, und überall blinkt und funkelt es.

»Komm, lass uns einen Glühwein trinken«, meint Martin und zieht mich hinüber zu einem Stand. »Hier bei Charly schmeckt er am besten.«

Wenig später stehen wir ganz eng aneinandergekuschelt am Stehtisch und nippen an dem herrlich heißen Getränk. Martin legt liebevoll den Arm um meine Schulter, zeigt offen: Ich gehöre zu ihm.

Ich mag seine Nähe, seine Wärme, seine Verbindlichkeit. Und doch fühle ich mich hier auf dem Weihnachtsmarkt meiner Heimatstadt jetzt unwohl. Ich finde Martin immer noch toll, das ist nicht das Problem. Wir verstehen uns auch wirklich gut. Ich mag seinen Humor, die positive Art, mit der er Probleme angeht. Martin ist unbekümmert, nimmt nichts wirklich ernst, glaubt immer, dass sich die Dinge von allein klären. Für ihn ist das Leben ein bisschen wie ein Spiel, leicht, unterhaltsam, fröhlich. Anfangs hat mir das gutgetan. Ich hatte nach der Trennung von Torsten doch viel gegrübelt. Mit Martin war das vorbei. Wir hatten Spaß, sind ausgegangen, haben Filme gesehen, mit Alina auf Spielplätzen herumgealbert. Es war eine herrlich unbeschwerte Zeit, und ich habe sie genossen. Aber ich sehe unsere Beziehung inzwischen auch kritisch. Nachdem der erste Rausch der Gefühle etwas abgeklungen ist, fällt mir der große Altersunterschied immer mehr auf. Martin ist zehn Jahre jünger als ich. Zehn Jahre! Daran habe ich wirklich zu knabbern. Klar habe ich schon am ersten Abend in der Disco gesehen, dass Martin jünger als ich ist, aber ich hatte keine Ahnung, dass uns so viele Jahre trennen. Als wir uns dann an diesem Oktobersonntag in einem Bistro zum Cappuccino getroffen haben, wollte ich nicht darüber nachdenken. Ich habe mich in die Situation fallen lassen, mich angenommen und geborgen gefühlt. Martin hat mir einfach gefallen. Er war vom ersten Moment an liebevoll und zugewandt, hat viel nach meinem Leben, nach Alina gefragt. Er interessierte sich für alles von mir: meine Familie, meinen Job, meine Freunde. So intensiv und so schnell hatte ich noch keinen Mann kennengelernt.

»Auf so eine tolle Frau wie dich muss man aufpassen«, hat Martin mir damals gesagt und zärtlich nach meiner Hand gegriffen.

Ich habe es genossen, denn die Wärme seiner Hand durchströmte meinen ganzen Körper. Ich fühlte mich warm wie in einem Kokon, umhüllt von Zuwendung, angekommen, und von diesem Moment an waren wir unzertrennlich.

Als er mir Tage später sein Alter sagte, war meine erste Reaktion: Das geht nicht. Ich bin 33 Jahre alt, habe ein Kind, und er ist gerade mal 23, ein Jüngling. Aber das sagte mein Kopf. Mein Herz sagte etwas anderes. Ich war verliebt. Ich hätte ihn nicht wegschicken können. Dazu war es zu spät. Ich wäre nicht mehr von ihm losgekommen. Also habe ich die Liebe gelebt, ein paar unbeschwerte Wochen lang. Aber die Skepsis ist geblieben, und mittlerweile dominiert sie meine Gedanken. Inzwischen glaube ich, dass es bei Martin nicht Leichtigkeit ist, die ihn so fröhlich durchs Leben gehen lässt, sondern schlichtweg Unreife. Und ich sehe es glasklar: So ein ungleiches Paar, wie wir es sind, kann keine Chance auf ein dauerhaftes Glück haben. Es passt eben nicht, und irgendwann wird sich das zeigen. Dann bin ich in seinen Augen eine alte Frau, und er wird mich für eine jüngere abschießen. Das muss ich einplanen. Aber bis dahin, das habe ich mir fest vorgenommen, bis dahin will ich die Zeit mit ihm genießen, unbekümmert, und nicht weiter nach vorn denken. Aber muss es unbedingt in der Öffentlichkeit sein?

»Ich liebe dich«, haucht mir Martin jetzt ins Ohr und küsst mir zärtlich aufs Ohr. Ob mir der Glühwein zu Kopf steigt? Oder die romantische Weihnachtsmusik? Oder beides? Jedenfalls pfeife ich plötzlich auf die Menschen, die sich den Mund über uns zerreißen könnten, und kuschele mich an Martin. Jeder kann sehen, dass wir uns lieben, und wenn sie alle tuscheln, dass ich mir diesen hübschen Jungen gekrallt habe, dann ist das eben so. Wir beide wissen, dass es nicht so ist.

Ich habe so viele Enttäuschungen hinter mir, ich muss einfach mal die Grübelei lassen, mir weniger Gedanken machen und den Moment leben. Heute ist es gut mit uns, ach was, wunderschön. Und das kann mir niemand nehmen. Wer weiß schon, was morgen, übermorgen, in zwei Jahren ist.

»Ich liebe dich auch«, flüstere ich, und Martin zurrt mir seinen Schal um den Hals, damit mir nicht kalt wird. Er ist so süß. Er passt wirklich auf mich auf, mein wunderbarer Martin.

Sechs Wochen sind wir gerade mal ein Traumpaar, und er weiß alles von mir, ich aber auch alles von ihm. Wir sitzen oft zusammen und reden, an den Wochenenden manchmal die ganze Nacht durch.

Martin hat schwere Jahre hinter sich. Als er mir seine Familiengeschichte erzählt hat, war ich geschockt. Ich dachte immer, ich hätte es nicht leicht gehabt. Aber was Martin durchmachen musste, ist ein anderes Kaliber.

Seine Eltern haben sich früh getrennt. Die Mutter hat getrunken. Sie ist mit Martin in ihrem Elternhaus geblieben. Die Oma wohnte unten. Martins Mutter war lieb, solange sie nüchtern war. Wenn nicht, wurde sie aggressiv. Martin hat dann auch Schläge bekommen. Aber er hat seine Mutter geliebt und alles hingenommen. Mehr noch, er hat sogar versucht, die Mutter zu schützen. Niemand sollte merken, wie schlimm es um sie stand.

Als er 13 Jahre alt war, hat man sie bewusstlos im Wohnzimmer gefunden. Ein paar Tage später ist sie im Krankenhaus gestorben.

Der plötzliche Verlust war für ihn ein Schock, ein tief sitzender. Ich glaube, er hat sich bis heute nicht davon erholt. Martin hat seine halbe Jugend funktionieren müssen. Das hat ihn auf der einen Seite stark gemacht. Er kann aushalten, sich zurücknehmen, durchhalten. Aber es hat ihn auch später jung und übermütig gemacht.

Er hat es genossen, mit 16 Jahren auszubrechen, über die Stränge zu schlagen, einfach zu machen, wonach ihm der Sinn steht. Nicht stark sein und aushalten, sondern das machen, was man in dem Moment gerade spürt: Übermut, Freude, Leichtsinn und auch mal Kontrollverlust. Das ist Jugend. Martin ist ausgegangen, hat die Nächte durchgemacht, hin und wieder auch die Schule sausen lassen. Mittlerweile ist das vorbei. In der Firma seines Vaters ist er diszipliniert und zuverlässig. Aber das Ausgehen mag er immer noch. Er ist oft die ganze Nacht durch mit seinen Freunden unterwegs, während ich zu Hause mit Alina Weihnachtskekse backe und anschließend Kinderfilme sehe.

In solchen Momenten fällt mir auf: Es passt nicht. Wir leben in unterschiedlichen Lebensdekaden. Er probiert sich in Discos und Kneipen aus, und ich bin eine Mutter, die sich nach Familienleben sehnt. Wir sind zwar ein Paar, auch ein wirklich verliebtes. Aber der Altersunterschied bringt eben nicht nur Leichtigkeit in unsere Zweisamkeit, sondern auch Missstimmungen. Ich arbeite seit meinem 17. Lebensjahr mehr oder weniger regelmäßig in der Gastronomie. Wenn man Abend für Abend mit Betrunkenen zu tun hat, möchte man in seiner Freizeit nicht auch noch in Kneipen abhängen. Ich will ein anderes Leben. In solchen Momenten frage ich mich natürlich schon: Was soll das also alles? Und es kommen wieder Zweifel hoch. Zumal mich auch meine Freunde mit Skepsis füttern. »Du vergeudest deine Zeit«, meint meine Schwester Ines. »Du bist für ihn nur ein Abenteuer«, sagt meine Freundin Sabine. Und ich gebe beiden recht. Vermutlich wäre es vernünftig, mich von Martin zu trennen und nach einem gleichaltrigen Mann Ausschau zu halten. Nur wenn mein Herz frei ist, kann das etwas werden. Aber wie soll ich das machen, wenn ich Martin doch liebe?

Er holt gerade zwei neue Glühwein. Als er zurückkommt und mir den Becher hinstellt, fällt ihm mein nachdenklicher Blick auf.

»Was ist los, Schatz?«, fragt er erstaunt. Ich sehe ihn an, und meine Augen füllen sich mit Tränen.

»Was ist los, Engelchen, komm her«, sagt er leise und küsst mir zärtlich das Haar.

Ich schüttele den Kopf, murmele nur: »Gar nichts«, aber viele Bilder drehen sich in meinem Kopf. Habe ich mit Martin eine Chance?

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Als mich das Glück verriet" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen