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Als Senior in Thailand


Inhalt

Vorbemerkung

Zur aktuellen Auflage

Einführung

Klima

Wohnen und Unterkunft
Wichtige Punkte zur Beachtung - Handys -  Mieten oder Kaufen? -  Mieten ist recht einfach -  Eine Wohnung kaufen -  Wenn es ein Haus sein soll

Gesundheit
Tropen-Prophylaxe - Keiner versteht mich! - Kein Geld, keine Behandlung! - Krankenhäuser und Arztpraxen - Medikamente - Drogen? - Passen Sie auf Ihre Haut auf - Gesund leben ist in Thailand einfacher - Pflege und Pflege-Personal - Rettungsdienste - Rücktransport nach Europa - Tod, Testament etc. - Ein paar Worte Thai

Essen
Mahlzeit - Getränke - Essens-Gewohnheiten - Hygiene beim Essen - Hygiene im Haus - Westliche Lebensmittel

Sprache
Ein bescheidener Einstieg - Regionale Unterschiede - Englisch in Thailand

Frauen-Power

Thai Kultur
Typisch Thai - Kritik verboten - Der Faktor Religion - Die Siam Society - Das liebe Liebesleben - Schwul oder Lesbisch, oder umgebaut? - Als Ausländer in Thailand - Feiertage

Bekleidung
Wie bin ich richtig angezogen? - Wäsche waschen - Gepflegtes Aussehen

Einkaufen

Sich zurecht finden

Transport, Verkehr & Führerschein
Die verschiedenen Transportmittel - Öffentlicher Transport - Taxis - Das eigene Auto/Motorrad und der Führerschein - Leihfahrzeuge - Steuern und Versicherung - Führerschein machen - Die Rolle der Verkehrspolizei - Nachtrag zum Verkehr - Rettungsdienste - Motorrad-Taxis: Auch KurierdienteDer Thai Fahrstil

Wohnsitz, Rente, Steuern
An-/Abmelden - Rente aus Deutschland - Steuern - Krankenversicherung

Banken & Geldgeschichten
Banken und Konten - ATM Maschinen - Geldwechseln

Politische Situation in Thailand

Behörden & Vorschriften
Einreisebestimmungen und Visum - Overstay - Rentner-Visum - Umgang mit der Polizei - Wahlen und religiöse Feiertage - Rechtsstreit und Justiz - Was gilt in Thailand als Arbeit? - Steuern... - ... und Zoll Thai Post

Kultur-Angebot
Fernsehen - Nightlife - Musik, Kino, Theater - Andere internationale Kultur - Deutsche Bücher - Die klassische Thai Kunst und Kultur - Klassische Thai Musik und Theater - Museen - Nicht direkt Kultur…

Sport in Thailand

Heimweh

Andere Deutsche

Das Internet

Schnupper-Tour

Umzug nach Thailand

Wichtige Kontakte
Botschaften und Konsulate - Liste von Krankenhäusern - Private Hilfstellen - Staatliche thailändische Institutionen - Kultur-Institute - Seelsorgerische Kontakte - Museen und Galerien - Liste der Webseiten


Vorbemerkung

Dieser Ratgeber ist gedacht als Hilfe für alle, die überlegen, in Thailand zu Überwintern oder dort zu leben. Dabei habe ich versucht, alle Themen zu erfassen, die mir wichtig für so eine Entscheidung erscheinen. Sicher hat der eine oder andere Leser noch Aspekte, die ihm persönlich wichtig erscheinen, die aber hier nicht oder nur ungenügend beschrieben werden,- das liegt in der Natur solcher Anleitungen.

"Politisch korrektes" Schreiben habe ich bleiben gelassen, das war mir schon immer zuwider. Also so Ausdrücke wie "dem/der Leser/Leserin" oder "maximal Pigmentierter" statt dunkelhäutig. Das Leben ist zu kurz, um sich mit solchem Unsinn rumzuschlagen. Wenn also von dem Interessierten die Rede ist, dann ist damit auch die Interessierte gemeint. Die Mehrzahl derer, die sich mit dem Thema Ausreisen nach Thailand beschäftigen, sind sicherlich Männer. Das soll aber nicht heißen, daß dieser Führer nur für Männer geschrieben wurde. Oder daß Thailand kein Land für Frauen ist. Alle Ratschläge gelten für alle und jedermann, unabhängig von Geschlecht oder partnerschaftlicher Vorliebe...

Mit anderen Worten, ich bin nur scheinbar ein Chauvinist beim Schreiben. Das bezieht sich auch auf die Bewohner Thailands. Genaugenommen müßte ich jedes Mal von „Thailänderinnen und Thailändern“ schreiben. Aber ich bin kein Politiker! Also habe ich mich geeinigt, auf den Begriff „Thai“, für alle!

Ein altes Problem ist die Umschreibung thailändischer Wörter. Ich habe versucht, nicht zu viele Begriffe aus der Thai Sprache in diesem Ratgeber aufzulisten, denn dies ist kein Sprachführer. Manche Sachen sind aber trotzdem sinnvoll zu erwähnen, z. B. im Kapitel Gesundheit. Dann habe ich die Worte so geschrieben, wie ich als Deutscher sie ausspreche. Wo im Englischen vielleicht ein „J“  wie in „John“ stehen würde, habe ich ein „dsch“ benutzt, als Abgrenzung auch gegen ein J wie in „Jahr“. Ich denke, Sie lesen solche Worte einfach so, wie sie da stehen, dann liegen Sie schon richtig.

Ich habe mich auch bemüht, so wenig wie möglich auf Internet-Seiten zu verweisen, aber in einigen Fällen lohnt sich der Besuch der Seiten, und dann habe ich diese Verweise auch aufgeführt. Bestes Beispiel ist das Kapitel zum Thema Sport. Den einen interessieren beispielsweise Einzelheiten zum Thema Schwimmen, den anderen dagegen nur Bogenschießen. Deshalb habe ich mich bemüht, Verweise zu finden, die als Ausgangspunkt für weitergehende, genauere Suchen dienen können. Trotzdem sind am Ende unter „Wichtige Kontakte“ noch eine ganze Reihe von „Links“ aufgeführt, denn manche Informationen ändern sich einfach sehr schnell.

Aber dieser Ratgeber wäre eine Vergeudung meiner Zeit und Ihres Geldes, wenn ich nur eine lange Liste von Web-Links mit kurzen, verbindenden Texten abliefern würde. Und es gibt auch noch ein Leben diesseits des Internets, darum halte ich es für besser, soweit wie möglich die Informationen hier schwarz auf weiß wiederzugeben. Aber trotzdem, in dieser neuen, fünften, Ausgabe habe ich mehr Internet-Links und diese dann auch so formatiert, daß man mit dem Anklicken die entsprechende Seite öffnen kann. Sofern man das E-Buch auf einem Gerät liest, das auch einen Webbrowser hat. Bis auf die meisten E-Buch-Lesegeräte ist das auch der Fall, speziell, wenn man das E-Buch auf einem Tablet, einem PC oder einem Smart-Handy liest.

Daneben hatte ich mir überlegt, farbige Bilder einzubauen. Das Problem dabei ist aber, daß dann das E-Buch unheimlich viel Speicherplatz braucht und auch das Versenden ewig langsam läuft. Deshalb mein Vorschlag, daß Sie sich auf der Webseite zum Buch Bilder anschauen können: https://senior-in-thailand.de/bilder/. Nicht so wahnsinnig viele, aber die meisten sind dafür von mir bzw. von Paul Martini (https://senior-in-thailand.de/mehr-bilder). Und weiterhin gibt es auch von anderen Menschen Bilder aus oder über Thailand, und die können besser photographieren als ich, ehrlich! Im Nittaya.de-Forum gibt es spezielle Folder mit Bildern, die ich nur empfehlen kann. Einschränkung: Man muß sich bei Nittaya anmelden. Geht aber leicht und kostet nichts. Khun Jürg von Thaileben.net hat auch eine ganze Reihe Bilder, hauptsächlich aus dem Nordosten des Landes. Aber auch andere Seiten wie Thai-Ticker und Siam-Info haben eine Menge Photos auf den Webseiten. Was Sie dagegen auf Google-Suchen hin bekommen, ist meist wenig aussagekräftig. Warum? Weil die Bilder von den Top-Suchergebnissen kommen, und die Top-Ergebnisse sind zu oft kommerzielle Seiten. Was nützt Ihnen etwa eine Ansicht von einem schönen Hotel, das aber viel zu teuer und dazu nicht typisch für Thailand ist?

Dieser Ratgeber erlaubt Ihnen, einzelne Kapitel oder Punkte herauszupicken, die Sie besonders interessieren, Sie brauchen sich also nicht daran machen, den Text der Reihe nach von vorne bis hinten zu lesen wie einen Roman. Ich habe die Reihenfolge der Kapitel danach angeordnet, wie ich glaube, daß es sinnvoll ist, aber für Sie sind vielleicht andere Gesichtspunkte wichtiger, also lesen Sie in der Reihenfolge, wie es Ihnen passt. Nur zu! Und wenn Sie im Inhaltsverzeichnis auf ein Kapitel oder Unterpunkt klicken, dann sollten Sie direkt zu diesem Abschnitt im E-Buch kommen.


Zur aktuellen Auflage

Es ist etwa fünf Jahre her, daß ich mit der ersten Auflage herausgekommen bin. Inzwischen habe auch ich eine Menge dazu gelernt, und nicht alles war eitel Sonnenschein. Komischerweise scheinen für jeden Interessierten mindestens zwei Nörgler zu existieren, die pauschale Kritik anmelden, allerdings dann meist nichts Konkretes anbieten können. Oder wollen. Eigentlich schade, aber sei’s drum.

Trotzdem fallen mir immer wieder neue, interessante oder wichtige Dinge ein, die hier beschrieben sein sollten. Allerdings kann so ein Ratgeber zwar die wichtigen Aspekte behandeln, aber alle nur denkbar möglichen Punkte zu beschreiben wird schlicht unmöglich sein. Und ich will Ihnen auch nicht das Gefühl geben, nichts mehr erkunden zu müssen, weil das alles schon im „Senior“ steht. Sie sollen ja mit offenen Augen und einer gesunden Portion Neugier Ihr neues Zuhause erkunden können, darin liegt nämlich viel Spaß und noch mehr Befriedigung!

Hier gleich mal zwei Dinge, die mir auch wichtig genug erscheinen, um sie schon am Anfang anzusprechen:

1)  Es gibt viele Gründe, die für einen Lebensabend in Thailand sprechen. Aber es gibt auch ein paar, die dagegen sprechen. Bevor Sie sich also voller Elan und mit ganzem Herzen dem „Projekt Thailand“ verschreiben, sind hier ein paar Punkte, die sie abchecken sollten, weil sie nämlich gegen so einen Umzug sprechen:

• Sie sind xenophob, d. h. Sie mögen Ausländer eigentlich eh nicht so besonders. Dazu nur soviel: In Thailand – wie auch in allen anderen Aus-Ländern – sind Sie der Ausländer, der Fremde, der „Reingeschmeckte“. Mit Ansichten wie „Am deutschen Wesen sollte die Welt sich ein Beispiel nehmen“ können Sie in Deutschland vielleicht am Stammtisch brillieren, in Thailand wird Ihnen das nicht einmal an einem deutschen Stammtisch gelingen.

• Sie wollen ein neues Kapitel in Ihrem Leben aufschlagen (so weit, so gut) und wollen sich dafür die neue (oder nächste) Frau in Ihrem Leben in Thailand suchen. Sorry, es soll sogar schon vorgekommen sein, daß ein deutscher Senior die Frau fürs Leben in Thailand gefunden hat, aber das ist eher selten und dazu reicht es vielleicht ja schon aus, erst mal nur auf einen längeren Urlaub zu fahren. Wenn Sie Glück haben, dann können Sie immer noch später umziehen. Sollten sie jedoch kein Glück haben, dann sitzen Sie auf ein Mal enttäuscht und alleine gelassen in Thailand fest und hadern mit Ihrem Schicksal. Falls Sie jetzt denken, „Ja, aber ...“, dann lesen weiter hinten in diesem Ratgeber unter Thai Kultur über die Art und Weise der zwischenmenschlichen Beziehungen in Thailand weiter.

• Sie können nur deutsches Essen vertragen, weil Ihnen einfach alles andere nicht wirklich schmeckt. Sicher, man kann in Thailand nur von deutschem Essen leben, aber erstens verpassen Sie da unheimlich viel, was direkt vor Ihrer Nase gekocht und gegessen wird, und dazu ist es recht schnell fade, weil die Auswahl halt doch sehr beschränkt ist. Des Weiteren kommt dazu, daß nur deutsches Essen schnell Ihr Budget sprengen kann, es sei denn, Sie bekochen sich selbst.

• Sie haben schon im normalen Urlaub nach zwei, drei Wochen Sehnsucht nach zu Hause, Ihrer Familie, Ihren Freunden und Bekannten. Das ist wahrlich nichts Negatives, nur sind dann längere Aufenthalte fern der Heimat eben nicht sinnvoll.

Es mag noch mehr geben, aber wir wollen es nicht gleich übertreiben, schließlich geht es in diesem Ratgeber nicht darum, Sie von Thailand fernzuhalten, sondern Ihnen Rat und Hilfe zu geben, damit Sie entscheiden können, ob ein Überwintern in oder ein Übersiedeln nach Thailand für Sie in Frage kommt und daß es dann auch so einfach wie möglich wird.

2)   Wenn Sie Ihren Wohnsitz auswählen, dann sollten Sie neben all den anderen Kriterien wie „nahe am Meer“ oder lieber „in den Bergen“ etc. auch schauen, daß Sie in eine bestehende Gemeinde kommen. Das bezieht sich nicht auf eine religiöse Gemeinde, sondern darauf, daß Sie so viel wie möglich Leute um sich herum haben, mit denen Sie sich auch über mehr als nur Oberflächlichkeiten unterhalten können. Wenn Sie nur deutsch beherrschen, dann sollten Sie zusehen, daß Sie unter anderen Deutschen wohnen, wenn Sie auch annehmbares Englisch können, dann haben Sie natürlich auch die englischsprachige „Community“ als Kontaktmöglichkeit. Das soll nicht heißen, daß Sie Tür an Tür mit denen wohnen, aber halt, daß in der näheren Umgebung einige davon erreichbar sind oder daß es vielleicht ein paar Punkte gibt – und das müssen nicht nur Kneipen sein – wo man sich trifft.

Warum ich das so wichtig finde? Weil Ihnen sonst passieren kann, was vor Ihnen schon viele erlebt haben: Die haben sich auf ein Dorf in der tiefsten Provinz zurückgezogen, weil sie fertig waren mit Deutschland und den Deutschen. Über kurz oder lang aber haben sie gemerkt, daß sie weder mit den Thais so direkt und tiefgehend reden können, wie sie es von zu Hause gewohnt waren. Noch haben sie den innigen Kontakt mit den Thais um sich herum bekommen, um mit privaten Problemen und Fragen an die Thais heranzutreten. Und die Thais wollen nichts wissen von den Problemen der Ausländer. Für Thais ist das nachgerade unhöflich, andere Leute mit den eigenen Problemen zu belästigen.

Das Ende von Lied ist, daß man selbst dann, wenn man mit einem Thai Partner zusammen lebt, innerlich vereinsamt, sich zurückzieht, geistige Fähigkeiten werden nicht mehr gefordert und verkümmern, und bald wechselt man nur noch zwischen Schlafen, Essen, Trinken und vielleicht noch Fernsehen. Und wartet auf das Ende ...? Man ist in einer Einbahnstraße gelandet, die sich auch noch als Sackgasse entpuppt. Aber genau das wollte man ja nicht! Dazu muß ich mich bei User „DisainaM“ vom Nittaya.de-Forum bedanken, der mich mit der Nase auf dieses leider sehr reale Problem gestoßen hat.

Überlegen Sie mal selbst: wie viele Menschen wohnen um Sie herum im gleichen Ort in Deutschland. Grundsätzlich könnten Sie mit jedem davon reden. Und in Thailand? Ich habe Situationen erlebt, da wohnten immerhin 3 Deutsche im gleichen Ort, aber die haben sich bis auf die Zähne gegenseitig fertig gemacht. Oder Leute, die allein auf weiter Flur leben und frühmorgens zum Frühstück schon mit dem Frust-Saufen angefangen haben. All das muß nicht sein, wenn Sie genügend „Auswahl“ an Mitmenschen um sich herum haben, mit denen Sie reden und „interagieren“ können. Natürlich werden Sie nicht jeden davon mögen, aber je größer die Gruppe, desto wahrscheinlicher, daß auch genügend sympathische Leute darunter sind. Und dann macht das Leben doch einfach mehr Spaß!

Wenn Sie dann aber immer noch raus aus der Menge wollen, dann machen Sie das auf Zeit, ein oder zwei Wochen lang auf eine einsame Insel oder in ein Dorf in Nirgendwo. Oder durchs Land reisen. Das funktioniert bei mir selbst auch hervorragend, immer wieder!

Eine Sache, die Sie vielleicht verwundern wird: Ich habe mir angewöhnt, jedes Jahr einmal nach Deutschland zu fliegen. Meiner Ansicht nach sprechen verschiedene Gründe dafür. Zum einen habe ich noch eine Menge Familienangehörige in Deutschland, und auch wenn ich per E-Mail, Skype etc. mit ihnen in Kontakt bleibe, so hat die persönliche Begegnung einfach eine andere Qualität. Gleiches gilt für Freunde, die es mir wert sind, über die Jahrzehnte die Verbindung gehalten zu haben.

Dazu kommt, daß es bestimmte Dinge in Thailand nicht gibt, nur sehr viel teurer oder ich einfach zu blöde bin, das Richtige zu finden. Solche Sachen kann ich mir dann während des „Heimaturlaubs“ besorgen. Das betrifft etwa Lebensmittel, aber auch Bekleidung, speziell, wenn man nicht den Maßen entspricht, die in Thailand für Ausländer zur Verfügung stehen. Klassisches Beispiel sind Schuhe über Größe 42: Schwer zu finden und wenn, dann nur in beschränkter Auswahl. Oder per Maßanfertigung. Auch bestimmtes elektrisches/elektronisches Gerät ist manchmal nur in Deutschland zu bekommen.

Und manchmal ist es einfach angenehm, eine Zeit lang mal wieder deutsche Umgebung um sich zu haben. Sie werden merken, nach einiger Zeit, wenn in Thailand die Routine einsetzt, dann kann man sich auch mal wieder an die schöneren Augenblicke in Deutschland erinnern und sich danach zurücksehnen. Deutschland im Frühling oder auch im Herbst, das hat schon seine schönen Seiten. Und niemand muß sich dafür schämen, weil er der neuen Heimat abtrünnig geworden sei. Dieser Kontrast Thailand – Deutschland, den finde ich persönlich gut. Das ist wie einmal Durchzug im Hirn schaffen, damit man nicht so unter der grauen Normalität des Alltags leidet.

Logischerweise haben Deutschland als auch Thailand Vor- und Nachteile. Entscheidend ist aber doch, wo die Vorteile in der Abwägung von gut und schlecht überwiegen. An diesem Punkt sollten, nein, müssen Sie ehrlich zu sich selbst sein, sonst tun Sie sich selbst keinen Gefallen. Wer ausschließlich nur die schönen Seiten sieht, der belügt sich letztlich selbst.

Und last not least, wenn Sie nach ein paar Jahren feststellen sollten, daß Thailand doch nicht das Richtige für Sie ist, nachdem der Reiz des Neuen abgeschlafft ist, dann sollten Sie in Ihrer alten Heimat noch ein paar Kontakte haben, damit Sie bei einer möglichen Rückkehr nicht in ein großes, schwarzes Loch fallen. Ich hoffe für Sie, daß das nicht eintreten wird, aber garantieren kann Ihnen das niemand.

Wenn Sie später mal „auf Urlaub“ nach Deutschland fahren, dann erwarten Sie bitte nicht, daß alle gleich an Ihren Lippen hängen „wie es ist“ in Thailand. Die meisten Ihrer Bekannten haben ganz einfache, unmittelbare und aktuelle eigene Probleme und Ihre Erlebnisse müssen warten, bis sie an einem ruhigen Abend mit einem Bier oder einem Viertele Wein in der Hand erzählt werden können. Ging mir auch so.


Einführung

Thailand gilt als ein Entwicklungsland, aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Bangkok und viele andere Gegenden erlauben Ihnen einen Lebensstandard wie in Deutschland. Moderne Supermärkte haben ein vergleichbares Angebot und es gibt Kaufhäuser, die den deutschen Standard spielend hinter sich lassen. Wohnen ist in allen Preisklassen möglich und die medizinische Versorgung muß sich auch nicht verstecken. Dies alles ist in Thailand aber merklich günstiger zu haben als in Deutschland. Darüber, was das normale Leben in Thailand so kostet gehen die Meinungen natürlich auseinander, je nachdem, welchen Standard man sich so gönnt. Ein paar Anhaltspunkte und Hinweise dazu finden Sie in den verschiedenen Kapiteln.
Wenn Sie sich mit dem Gedanken einer – vielleicht auch nur jahreszeitlich beschränkten – Übersiedlung nach Thailand beschäftigen, dann sollten Sie zumindest einmal in Thailand Urlaub gemacht haben, um festzustellen, ob und wie es sich dort leben läßt. Eine wesentliche Frage ist, wie Lärm-empfindlich Sie sind, denn die Thais haben mit Lärm kein Problem: Ich habe Leute erlebt, die seelenruhig geschlafen haben, während um sie herum eine Kundgebung im vollen Gange war. Am besten nutzen Sie so einen Urlaub, um gezielt Ihre Fragen zu beantworten. So gibt es z. B. Reise-Angebote, die für ältere Herrschaften oder Überwinterungs-Interessierte speziell zusammengestellt werden. Mehr dazu unter Schnupper-Tour weiter hinten in diesem Ratgeber.
Thailand gilt nicht von ungefähr als das „Land des Lächelns“. Und in den meisten Fällen freuen sich die Menschen einfach, daß sie mit uns zu tun haben. Nur sollte man nicht glauben, daß jedes Lächeln ehrlich gemeint ist und von Herzen kommt. Man lächelt hier auch aus Verlegenheit oder aus Berechnung. Also freuen Sie sich über die freundlichen Menschen, aber lassen Sie die Vernunft nicht in Deutschland zurück. Wenn Sie jemanden – vielleicht unabsichtlich - in eine missliche Lage gebracht haben, beleidigt oder kritisiert haben, dann wird er lächeln, obwohl er Ihnen am liebsten nie begegnet wäre. Wenn Sie jemand über den Tisch ziehen will, wird er das nicht sagen, sondern Ihnen sein bestes Lächeln bieten. Aber das ist in Europa ja auch nicht anders.
Am besten können Sie Ihre Zeit in Thailand genießen, wenn Sie zwar offen und ehrlich sind, sich dabei aber nicht dumm oder fahrlässig verhalten. Wenn Sie mit einer dicken Goldkette oder einer fetten Rolex am Arm angeben wollen, bitte schön, aber wundern Sie sich dann nicht, wenn Sie jemand niederschlägt und beklaut. Zwar gibt es in Thailand auch Kriminalität, aber meiner Ansicht nach bedeutend weniger als in Europa. Vielleicht sollte man nicht gerade nachts in einer Slumgegend spazieren gehen. Vergessen Sie dabei nicht, nach Ansicht der meisten Thais sind alle Ausländer reich und können einen Verlust „leicht verschmerzen“. Verhält man sich aber unprätentiös und freundlich, hat man kaum etwas zu befürchten. Ich bin in all den Jahren noch nie bestohlen worden (und hoffe, daß das so bleibt).

In Thailand sind wir die Ausländer!

Wer hätte das gedacht, angesichts der Debatte in Deutschland. Aber es ist wahr, in Thailand sind wir die Ausländer, und nicht „die Anderen“. Und das sollte man stets im Hinterkopf behalten. Wobei: eigentlich sind alle Asiaten mehr oder weniger xenophob (= haben Angst vor Ausländern). Im Allgemeinen. Aber im Speziellen, also auf der persönlichen Ebene ist das oft genau umgekehrt. Für viele Beamten, wie Polizisten oder die Immigration, aber auch für praktisch alle Politiker im Lande sind wir Fremdkörper, eine Irritation, gelitten zwar, aber irgendwie störend. Für solche Leute zählt alleine, daß wir Geld haben und Geld ins Land bringen. Ob als Teil der Einnahmen aus dem Tourismus oder in der Form, daß die Polizei mal wieder die Hand aufhält. Gottlob ist es auf der persönlichen Ebene meistens ganz anders, die Thais freuen sich. Nicht nur, daß es uns in Ihrem Land so gut gefällt, daß wir nach Thailand kommen, sondern auch, weil wir eine Abwechslung in ihr Leben bringen, neue Erfahrungen und Wissen und oft auch ganz anders kulturell eingestellt sind. Und wir geben Anlaß zum Tratsch, das alleine ist schon mal ein großer Pluspunkt. „Boah, weißt Du, was der Farang (=Ausländer) da gerade gemacht hat?...“ und schon haben die Thais wieder Stoff zum Tratschen. Keine Angst, meist ist der Tratsch nach unseren Maßstäben harmloses Zeugs. Wer sich freundlich verhält, erntet auch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Ausländer sind Gäste in Thailand, und daher werden die meisten Thais bemüht sein, ihr Land und Volk in einem guten Licht darzustellen. Tun Sie den Thais und mehr noch sich selbst einen Gefallen und vermeiden Sie, Thailand oder die Thais zu kritisieren. Und ein Wort der Vorsicht: Wenn Sie einen Vorschlag machen wollen, wie etwas besser zu machen ist, dann schlucken Sie ihn einfach runter. Auch wenn es vielleicht schwer fällt. Die Thais könnten – und werden es in den meisten Fällen – als Kritik auffassen. Denn umgekehrt, was würden Sie denken, wenn z. B. ein wildfremder Afrikaner Ihnen erzählen würde, was er in Deutschland anders machen würde...
Also sollten wir uns niemals in die thailändische Politik einmischen, weder die große nationale noch die örtliche, etwa mit eigenen Vorschlägen oder dem Ansatz „Bei uns in Deutschland machen wir das so und so“. Über Politik fliegen in Thailand schon mal die Fäuste,- und manchmal auch die Kugeln. Klar könnte man über Korruption ganz allgemein reden, aber ob das ein Thai als allgemeines Statement ansieht oder als „Beleidigung Thailands“, das können wir nicht vorhersehen.
Aber auch nach über 25 Jahren und drei Putschen, auch nach den turbulenten Jahren 2006 bis 2014, kann ich Sie beruhigen, es läßt sich in Thailand immer noch ganz gut und friedlich leben. Ganz ehrlich? Es lohnt sich!
Und gleich noch ein wichtiger Tipp zu Anfang: Halten Sie Ihre Papiere in Ordnung, speziell Ihre Aufenthaltsgenehmigung, die Sie keinesfalls überziehen sollten (mehr dazu unter „Behörden und Vorschriften“ später in diesem Ratgeber). 

Klima

Sind wir mal ehrlich, das Klima ist ein wesentlicher Grund, warum wir nicht das ganze Jahr in Deutschland bleiben wollen und uns nach „tropischen Gefilden“ sehnen. Jeden Tag eine halbe Stunde (und mehr) Sonnenschein wirkt sich erwiesenermaßen positiv auf unser Gemüt aus: das Hirn produziert Dopamin, das sogenannte Glückshormon. Das ist quasi der natürliche „Trip“, für den junge Leute bereit sind, sich Drogen („Speed“ etc.) einzuwerfen. Brauchen wir nicht, in Thailand geht es uns von ganz alleine prächtig! Und durch das Sonnenlicht, das durch die Augen aufgenommen wird, reguliert das Hirn den Melatonin-Ausstoß. Das Melatonin ist wichtig für den Wach-/Schlaf-Rhythmus.
Traditionell hat Thailand drei Jahreszeiten, heiß, nass und kühl. Diese Jahreszeiten verteilen sich aufs Jahr: Heiß von März bis Juli, nass von August bis Oktober und kühl von November bis Februar. Das ist aber kein eisernes Gesetz, es kann also auch zwischen November und Juli regnen, und die globalen Klimaveränderungen sind auch in Thailand zu merken.
Dazu kommt eine Verschiebung der Jahreszeiten, je nachdem, ob man im Norden oder Süden Thailands ist. Die Regenzeit fängt im Norden ein bis zwei Monate früher an als etwa in Bangkok, wandert von Nord nach Süd und oft gibt es im Dezember/Januar im Süden noch reichlich Regen, während der Norden des Landes schon auf „kalt“ geschaltet hat. Und das Wetter kann auch unterschiedlich sein, je nachdem, ob man im Süden an der Ost- oder der West-Küste lebt.
In Bangkok kann man danach gehen, ob der Wind aus Süd/Südwesten kommt, dann tankt er über dem Meer reichlich Feuchtigkeit, die als Regen über dem Land wieder abgegeben wird. Kommt der Wind aus Nord/Nordost, ist er kühl und trocken, weil aus China...
Warmes Wetter mildert aber auch eine ganze Reihe von Beschwerden, z. B. Rheuma und andere Gelenkschmerzen, es reduziert den Bluthochdruck und vieles mehr. Asthmatiker haben mir erzählt, sie hätten in Thailand viel weniger Beschwerden. Dagegen ist das feucht-schwüle Wetter während der Regenzeit nicht ideal für Menschen mit Herz- oder Kreislaufbeschwerden.
Wichtig ist auch, daß Sie sich dem Klima entsprechend bekleiden und sich z. B. vor einem Sonnenbrand schützen. Es laufen jede Menge unvorsichtige, ausländische „Rothäute“ herum - speziell in den Touristengebieten. Sie sollten besser nicht dazu gehören. Und Sonnenbrand kann man überall bekommen, nicht nur im Gesicht oder auf der Schulter. Besorgen Sie sich Sonnenschutz mit hohem LichtSchutzFaktor (SF 30 und höher), den es in Thailand überall gibt. Die Thais haben das Schönheits-Ideal der blaß-weißen Haut, deshalb vermeiden Sie direkten Sonnenschein und benutzen Kosmetika mit hohem Sonnenschutzfaktor.

Gleich noch zwei weitere Tipps zum Thema Klima und Gesundheit

1) Wenn Sie das noch nicht haben, dann besorgen Sie sich eine Sonnenbrille. Das Licht in Thailand ist sehr viel heller und intensiver als wir es von Mitteleuropa kennen. Es kann sonst passieren, daß Sie sich die Augen am Strand oder am Meer „verblitzen“.
Wenn Sie geschliffene Gläser brauchen, gehen Sie in Thailand zu einem Brillengeschäft oder einem Optiker. Meistens kann man im Brillengeschäft auch die Kurz- oder Weitsichtigkeit messen. Brillengestelle kosten von 30 Euro aufwärts, die Gläser oft das gleiche pro Stück. Einen „Fielmann“ gibt es auch in Thailand, hier heißt die Kette „Top Charoen“. Was es an Auswahl an Gläsern in Deutschland gibt, gibt es hier auch. Ob Fielmann oder Top Charoen günstiger ist, das kommt auf Ihre Brillenwünsche an, zumal ich die Fielmann Preise nicht genauer kenne.
2) Das gilt nicht nur in Thailand, sondern in den Tropen generell. Trotzdem sollte man darauf achten. Wenn Sie sich geduscht haben oder aus dem Meer oder dem Pool steigen, dann erfrischt einen oft eine leichte Brise (und sei’s der Ventilator). Das ist angenehm, das ist kühl. Aber Vorsicht: Trocknen Sie sich unter den Achseln und im Schritt so ab, daß die Haut möglichst trocken ist. Denn sonst leisten Sie Geburtshilfe für Ausschlag, Pilzbefall oder andere Arten von Haut-Irritationen. Und das juckt! Vor allem dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Manche Leute schwören auf Puder, vielleicht auch mit Menthol versetzt, um die Feuchtigkeit aufzusaugen, andere Leute sagen, Puder verstopfe die Poren und führe zu unreiner Haut. Wer Recht hat? Das ist wahrscheinlich eine Sache der persönlichen Veranlagung oder Vorlieben. Wenn Sie eine Hautrötung haben, gehen Sie zum Arzt oder lassen Sie sich vom Apotheker eine Salbe geben. Das ist dann meistens ein Breitband-Antimykotikum und mit ein bisschen Cortison zur Beruhigung der Hautzellen. Rechnen Sie bei einer kleinen 5 Gramm Tube Salbe mit 50 bis 100 Baht, das reicht ein paar Tage.
Dem Klima entsprechende Kleidung zu tragen heißt auch, luftdurchlässige Bekleidung, also z. B. aus Baumwolle statt Kunstfaser, sonst schwitzen Sie sich halb zu Tode und die Kleidung klebt Ihnen auf der Haut. Und über kurz oder lang haben Sie gerötete Stellen, wo sich Haut und Kunststoff gerieben haben und als Nächstes kommen dann Hautentzündungen dazu.
Betreiben Sie angepasste Körperhygiene. Es ist kein Verbrechen, sich öfters als einmal am Tag zu Duschen, ganz abgesehen davon, daß es erfrischend ist! Und wenn Sie eine sanfte, hautfreundliche Seife/Waschlotion benutzen, kann eigentlich nicht viel passieren. Eine dieser Seifen heißt ASEPSO und kostet ca. 50 cent, aber es gibt auch andere, allerdings etwas teurere Marken, wie „Dettol“ oder „Protex“.
Die Thais sehen es Ihnen nach, wenn Sie schwitzen, denn Sie sind ja ein ausländischer Besucher. Allerdings sinken Sie in deren Achtung gewaltig, wenn Sie – vielleicht aus falsch verstandener Sparsamkeit – in Kleidung stecken, die nach altem Schweiß stinkt.
Wenn Sie in der heißen Jahreszeit in Thailand sind, sollten Sie ruhig die Klimaanlage benutzen, aber nicht gerade auf eiskalt einstellen. Temperatur-Differenzen von 15 bis 20 Grad beanspruchen Ihren Körper über Gebühr. Innentemperaturen von 24 bis 26 Grad kommen Ihnen trotzdem kühl vor, wenn Sie gerade aus der Hitze kommen. Viele Leute, gerade Thais, sind in der heißen Jahreszeit erkältet,- wirklich wahr! Einfach, weil die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen zu groß sind. Früher, als Strom noch billig und das Umweltbewußtsein gleich null war, da waren die Bank-Filialen kalt wie Eisschränke: ein Zeichen von Luxus. Die Angestellten saßen in Winterjacken am Schalter und die Kunden holten sich durch das heiß-kalt-heiß reihenweise einen Schnupfen...
Wichtig ist auch, tagsüber genügend zu trinken, um das Schwitzen auszugleichen. Die Meinung, wie viele Liter pro Tag notwendig sind, gehen auseinander, aber mit zwei bis drei Liter liegen Sie nicht falsch. Es muß auch nicht nur Mineralwasser sein, aber diese Menge etwa in Bier zu sich zu nehmen ist kontraproduktiv. Durch die Hitze erweitern sich Ihre Blutgefäße und damit fällt Ihr Blutdruck etwas, aber mit Alkohol fällt der Blutdruck noch ein ganzes Stück weiter. Wassermelonen enthalten übrigens auch viel Flüssigkeit. Also ist Obst essen nie verkehrt, sofern Sie nicht wegen Diabetes auf bestimmte Früchte verzichten sollten.

Und dann kommt irgendwann mal die Regenzeit, und damit kommen die Güsse, die immer im falschen Moment herunterkommen. Nur: Im Gegensatz zu Europa regnet es hier nicht lange, sondern kurz aber heftig. So ein Guss kann in 10 Minuten vorbei sein, aber auch mal bis zu zwei Stunden dauern, danach kommt die Sonne wieder hervor und es herrscht richtig dampfige Luft. Aber die Straßen und Wege sind bald wieder trocken. Und in der Regel regnet es am ehesten am frühen Abend, leider oft genau dann, wenn alle von der Arbeit nach Hause fahren. Das ist nicht die Schuld von Petrus, sondern physikalisch bedingt, wenn die Luft etwas kühler wird und damit die relative Luftfeuchtigkeit zu hoch wird. Aber das wußten Sie ja schon...
Ein paar Punkte sollte man während der Regenzeit beachten, aber auch, wenn man unplanmäßig in einen Schauer gerät.
* Erstens bleibt man dann am besten drinnen, egal wo man ist. Niemand wird es einem vorwerfen, wenn man z. B. in einem Restaurant, Laden oder Büro wartet, bis der Regen zumindest nachgelassen hat.
* Zweitens verschieben sich Termine auch bei Regen, weil niemand erwartet, daß sich jeder durch den tropischen Regen kämpft. Wenn Sie aufgrund eines Schauers später als geplant erscheinen, wird der Regen als Entschuldigung immer akzeptiert werden. Schließlich sind Sie hier in Thailand und nicht in Deutschland!
* Drittens verhalten sich die Thais bei herannahendem oder beginnendem Regen wie aufgeregte Hornissen,- sofern sie Auto oder Motorrad fahren. Da wird plötzlich alles versucht, um noch mit halbwegs trockener Haut anzukommen, also werden Verkehrsregeln mißachtet und speziell Motorradfahrer nutzen jede Lücke zwischen den Autos, um schneller ans Ziel zu kommen. Leider führt das oft zu Unfällen.
* Viertens haben die wenigsten Thais einen Fahrschul-Unterricht genossen. Deswegen wissen sie auch nicht immer, daß ein Regen nach längerer Trockenheit die Fahrbahn sehr rutschig macht... und schon kracht es, sehr zur Verwunderung der Beteiligten. Ebenso beliebt ist es, das Profil der Reifen zu mißachten, und gerade LKWs fahren oft mit „Slicks“, bis die Reifen platzen oder sie in den Graben gerutscht sind. Aquaplaning, das Wort gibt es in Thai scheinbar nicht. Deshalb fahren ein paar Waghalsige auf nasser Straße genauso schnell wie auf trockener Straße auch.
* Fünftens sollten Sie auf Pfützen aufpassen. Unter manchen ist ein größeres Loch oder ein gebrochener Kanalisationsdeckel und es geht viel tiefer hinein als gedacht. Und zum anderen sollten Sie auch als Fußgänger auf Pfützen auf der Straße achten, weil Autos, Busse etc. da durchfahren und einen Schwall Wasser auf den Gehweg spritzen. Das ist nicht böse Absicht, sondern als Autofahrer kaum zu vermeiden.
* Sechstens: Es ist eine gute Idee, während der Regenzeit seine Tagesplanung entsprechend umzustellen. Gerade, wenn man nicht mehr von 8 bis 5 im Büro oder Betrieb sitzen muß, kann man sich ja relativ leicht anpassen. Wenn Regenzeit ist, dann regnet es fast immer am Nachmittag oder am Abend. Also mache ich meine Besorgungen früher, gehe vormittags einkaufen, zum Friseur oder zur Fußmassage. Und schaue nachmittag aus dem Fenster, wie es draussen runterkommt, während ich im Trockenen sitze. Früher war Starkregen meist gleichbedeutend mit Stromausfall, aber das ist inzwischen die absolute Ausnahme. Also funktionieren Klimaanlage, Ventilator und Fernseher auch bei Regen. Was will man mehr?
* Und schließlich: Ich habe immer eine Regen-Cape in der Tasche, zumindest in der Regenzeit. Die gibt es z. B. im 7/11 Shop (und anderen! Ich will hier keine Schleichwerbung machen) für ca. 20 bis 25 Baht und in verschiedenen Farben. Die sind klein gefaltet verpackt und etwas größer und flacher als eine Zigarettenschachtel. Wenn ich vom Regen überrascht werde, ist so ein Cape schnell übergezogen, und auch wenn es mir nur bis zum Oberschenkel reicht, ist der Rest oberhalb (und der Inhalt der Hosentaschen) vor Regen und Spritzwasser geschützt. Und eine Kapuze ist auch dran.
Aber der große Vorteil des Regens in Thailand gegenüber einem deutschen Regen ist, daß der Tropenregen warm ist! Und damit ist die Gefahr für Europäer geringer, sich dabei zu erkälten.

So, genug vom Regen, kommen wir zur schönen, kühlen Jahreszeit. Aber halt,- es kann auch noch im Dezember regnen und in den meisten Jahren hat es im Januar genau einmal geregnet. Aber die Temperaturen kommen halt auf ein für uns erträgliches Maß herunter. Tagsüber kann es in Bangkok noch an die 30 Grad haben, dafür geht es dann nachts runter auf um die 20 Grad. Im Norden und Nordosten ist der Tag-/Nacht-Unterschied noch größer, in höhergelegenen Gebieten kann es auch mal auf nur 5 Grad abkühlen. Und das ist kein Witz: In jedem Winter erfrieren in Thailand Leute, weshalb die Regierung Decken an arme Leute ausgibt. Leider immer erst dann, wenn es für einige Menschen zu spät ist. Für Unerschrockene, auch unter den Thais, gibt es ein paar Ecken, wo morgens sogar Raureif liegen kann. Dazu gehört der Doi Inthanon, Thailands höchster Berg, eine Ecke der Provinz Loei und der Khao Khor Gebirgszug. Wenn es Ihnen also wirklich noch nicht kalt genug ist, fahren Sie dort hin und frieren Sie zusammen mit den Thais, für die Frieren ein Luxus ist.
Für den Rest von uns gilt es, daß es frühmorgens noch sehr kühl sein kann, der Tag angenehm warm, aber nicht heiß ist und der Abend frisch werden kann. Ab März steigen die Temperaturen dann recht schnell und im April und Mai kann es schon mal ein oder mehrere Tage an die 40 Grad gehen.
Das hat nichts direkt mit dem Klima zu tun, ich will es aber hier trotzdem erwähnen, weil es mit den Jahreszeiten zu tun hat: Weil Thailand nur 1.000 (im Süden) bis 3.000 (im Norden) Kilometer vom Äquator entfernt ist, ist die Länge des Tages auch nicht so unterschiedlich. Im Winter ist es etwa 13 Stunden dunkel und 11 Stunden hell, im Sommer ist es umgekehrt. Die langen, sonnigen Abende im Biergarten, wie sie in Deutschland so beliebt sind, gibt es hier nur bis etwa 18 Uhr. Nach einer recht kurzen Dämmerung ist dann gleich richtig Nacht.
Wie Sie sehen können, sind die Ratschläge gar nicht so verschieden von denen, wie man sich in Europa der Jahreszeit gemäß verhalten sollte. Nur ist es hier ratsam, sich auch daran zu halten.
Für jeden, der Wettervorhersagen (für alle möglichen Orte) in Thailand haben möchte, sei noch die Webseite des Meteorologischen Instituts Thailands empfohlen. Die Seite ist in Englisch, und für Bangkok und Zentral-Thailand gilt diese Adresse: https://www.tmd.go.th/en/region.php?RegionID=3, und https://www.tmd.go.th/en/province.php?id=37 für Bangkok selbst. Von dort aus kommen Sie auch schnell zu anderen Landesteilen und Orten innerhalb Thailands. „70 % precip coverage“ heißt dabei, daß für etwa 70 % der Fläche mit Regen („precipitation“) zu rechnen ist, vielleicht ein tropischer Guss, vielleicht aber auch nur ein paar Tropfen. Ich persönlich gehe für mich davon aus, daß ich bis 30% trocken durch den Tag komme.


 Wohnen und Unterkunft

Das Wo und Wie des Wohnens entscheidet ganz wesentlich, ob Sie sich in Thailand wohl fühlen. Und eine ganze Menge Ratgeber und Internet-Seiten reduzieren die Frage des Lebens in Thailand auf das Angebot von Wohnungen und Häusern,- weil sie von der Vermittlung der Objekte leben. Die wollen natürlich nur Ihr bestes, Ihr Geld. Dafür bekommen Sie auch vielleicht eine Wohnung, aber sicherlich kein Haus auf Ihren Namen. Zur Thematik Wohnungs-Eigentum steht weiter unten in diesem Kapitel noch mehr.

Ganz generell können Sie wohnen, wo Sie wollen, es gibt praktisch keine Einschränkung, wo Sie sich aufhalten dürfen, wenn man einmal von militärischem Gelände und Nationalparks absieht.

Erfahrungsgemäß wollen die meisten ans Meer, auch wenn da das Wohnen teurer ist. Immerhin hat Thailand reichlich Küsten und Inseln und die beliebtesten Plätze sind der Großraum Pattaya, Hua Hin/Cha-Am, Phuket, aber auch Inseln wie Koh Samui oder Koh Chang. Die größte deutschsprechende Gemeinde gibt es aber wohl im Raum Pattaya.

Wichtige Punkte zur Beachtung

Egal, ob Sie mieten oder ein Objekt kaufen, müssen Sie ein paar Punkte beachten, um sich hinterher nicht zu ärgern.
 * Was und wie hoch sind die Nebenkosten für Wasser, Strom, Müllabfuhr, Sicherheitsdienst, Haustechnik, Parkplatz und ggf. anderes Service-Personal.
* Und wo sind die Zähler für Wasser und Strom und sind die so gesichert, daß niemand auf Ihre Kosten Wasser oder Strom benutzen kann? Und wenn Sie eingezogen sind, laufen die Zähler auch weiter, wenn sie alle Verbraucher ausgeschaltet (z. B. die Hauptsicherung herausgedreht) haben? Hoffentlich nicht!
* Wie ist Ihr neues Zuhause erreichbar? Was nützt Ihnen ein wunderschönes Haus oder eine Wohnung, wenn die Zufahrt dazu über eine unbefestigte Straße führt? Dann kann es passieren, daß die Straße in der Regenzeit unpassierbar wird oder nur mit einem Auto mit 4-Rad-Antrieb befahrbar ist. Im schlimmsten Fall sind Sie im Haus und kommen nirgendwo hin. Oder die Zufahrt führt um ein paar Ecken, ist aber nachts unbeleuchtet. Das ist o.k., wenn Sie das Abenteuer suchen, aber sonst...
* Und überhaupt, die Regenzeit: Fragen Sie unbedingt die Anwohner in der Gegend, ob das Gelände um Ihr Haus (oder Wohnung) in der Regenzeit schon mal überflutet war. Spätestens, wenn Sie versuchen müssen, mit Sandsäcken das Haus abzudichten, wissen Sie, daß Ihre Wahl nicht so furchtbar gut war. Und die Person, die Ihnen das Objekt verkaufen/vermieten will, ist sicherlich die falsche Adresse für solche Fragen!
* Apropos Regenzeit: Lassen Sie die Finger von Wohnungen, zu denen Parkplätze in einer Tiefgarage gehören. Sonst ist Ihr Auto oder Moped eines Tages voll unter Wasser. Passiert selten, aber es ist schon passiert. Die meisten Apartmenthäuser haben die unteren Stockwerke als Parkdeck, da sollte Ihr Gefährt sicher sein. Wenn Sie auf der Straße parken, dann müssen Sie unter Umständen während des großen Regens Ihre Mühle an einer höher gelegenen Stelle abstellen.
* Haben Sie Anschluß an fließend Wasser und an die Abwasser-Kanalisation? Die meisten Häuser haben Wassertanks auf dem Dach oder hinterm Haus, besonders dann, wenn der normale Druck auf der lokalen Wasserleitung unregelmäßig ist. Wenn jedoch überhaupt kein Anschluß existiert, müssen Sie alle paar Tage eine Tankfüllung Wasser bestellen. Das kostet nicht nur mehr Geld, sondern Sie müssen dann auch jedes Mal anwesend sein.
* Aufgepasst: in einzeln stehenden Häusern geht meistens die Wasserleitung außen entlang und/oder der Vorrats-Tank steht auf dem Dach. Das führt dazu, daß an warmen bis heißen Tagen das Wasser aus der Leitung z. T. brühend heiß sein kann. In Mietwohnungs-Gebäuden geht das Wasser intern in Schächten auf und ab, dadurch ist es manchmal etwas (!) wärmer aber nie so extrem wie in Häusern. Was tun? Wasser in Gefäße abfüllen, z. B. 10-Liter Eimern und im Schatten stehen lassen. Das Wasser ist dann später angenehm kühl und läßt sich bequem mit Stieltopf oder Plastik-Schöpfer über den Kopf schütten. Das geht natürlich AUCH in Wohnungen. So machen es übrigens auch die Thais,- und die müssen’s ja wissen. Nur sollten Sie auf eines dabei achten, nämlich das Wasser nicht länger als 2 Tage im Eimer zu lassen, sonst bilden sich Algen.
* Weil wir gerade im Bad sind: Auf vielen Toiletten finden Sie einen kleinen Schlauch mit Hand-Düse, direkt neben der Sitzgelegenheit (und meist rechts, weil die meisten Menschen den mit der rechten Hand bedienen). Anfangs konnte ich damit nichts anfangen, aber dann habe ich gemerkt, dass das doch sehr sinnvoll ist: Damit spritzt man sich nach der „Thronsitzung“ den Hintern ab, das ist besser als nur mit Toilettenpapier. Ehrlich! Und hygienischer noch dazu. Nach kurzer Übung werde Sie sehen, das geht recht punktgenau und es ergibt keine großflächige „Benetzung“ der Rückseite. Einmal sich dran gewöhnt mag man sie bald nicht mehr missen. Und warum sollen wir Europäer nicht auch etwas von den Thais lernen?
* Und in puncto Abwasser sollte Sie darauf achten, daß Sie nicht nur eine Sickergrube haben. Die muß sonst alle paar Monate ausgepumpt werden (und das stinkt). Und wenn die Kanalisation verstopft ist (was öfters passiert), dann kommt bei längerem Regen der Dreck aus den Gullies hoch.
Ich will Ihnen keine Angst machen, aber wenn Sie diese Dinge wissen, dann sind Sie bereits darauf vorbereitet, falls (!) es mal dazu kommen sollte. Und weiter:
* Strom gibt es inzwischen überall, aber wie sicher ist die Versorgung? Gibt es öfters Stromausfall („brown-outs“)? Bei Gewittern schlägt manchmal der Blitz in die Leitung oder einen Trafo und dann ist die ganze Gegend eben ohne Strom, bis die Reparatur erledigt ist. Das kann ein paar Stunden dauern. Aber Stromausfall, weil die Leitung weniger bringt als verbraucht wird, das kann auch noch in ländlichen Gebieten passieren. Und weil wir gerade dabei sind, jeder Thai Haushalt hat ein paar Kerzen oder besser noch Taschenlampen parat für solche Notfälle. Bis auf ein paar Lampen sollten Sie dann auch alle „Verbraucher“ (Klima-Anlage, PC, Musik/Video etc, aber nicht den Kühlschrank) aus-/abschalten, bis der Strom wieder da ist.
* Haben Sie eine eigene, direkte Telefonleitung, oder müssen Sie über eine Hausanlage gehen, bevor Sie eine freie Leitung haben? Wenn Sie eine neue Leitung beantragen, kann es Probleme geben, diese auf Ihren eigenen Namen anzumelden (speziell bei gemieteten Objekten), denn die Telefongesellschaft will sicher sein, daß Sie Ihre Rechnungen auch bezahlen. Und bis der neue Anschluß funktioniert, kann es von ein paar Tagen bis zu ein paar Wochen dauern, je nachdem, wo Ihre Wohnung liegt. Wenn Sie über eine Hausanlage telefonieren, welche Gebühren fallen an? Normale Inlandsgespräche kosten 1 Baht, egal wie lange sie dauern. Wenn Ihr Vermieter aber nach Minuten abrechnet, und dann mit 5 oder 6 Baht pro Minute, dann kommen da schnell ganz schöne Beträge zusammen.

   Handys

Mobiles Telefonieren mit Handy ist in ganz Thailand kein Problem mehr,- solange Sie nicht ausgerechnet in einem sogenannten Funkloch wohnen. Das passiert selten, aber ich kenne z. B. eine teure Wohnung in Bangkok, in der der Empfang sehr schlecht ist. Man sollte meinen, in einer teuren Wohnung darf das nicht passieren, kann aber leider doch sein.
Sie können Ihr Handy aus Deutschland (oder wo immer Sie sich hauptsächlich aufhalten) in Thailand benutzen. Es gibt in jedem Supermarkt SIM-Karten für „Pre-Paid“ Handy-Nummern. Das Auffüllen geht auch mit Karten aus dem Supermarkt. Natürlich gibt es auch so gut wie überall Handy-Shops, wo Sie Handys, SIM-Karten und Accessoires bekommen, als auch die Karten zum Aufladen. Wenn Sie nicht sicher sind, wie das Aufladen funktioniert, fragen Sie den Verkäufer, man hilft Ihnen gerne. Aufladen kann man von 20 bis 500 Baht pro Karte und inzwischen darf der Betrag auch nicht mehr verfallen, was früher mal der Fall war.
Es gibt auch „post-paid“ SIM-Karten, also Telefonieren mit monatlicher Abrechnung, aber dafür müssen Sie einiges an Anforderungen erfüllen. In meinem Fall war dies ein entsprechendes Visum zu haben und eine Arbeitserlaubnis, aber es kann sein, daß inzwischen ein Rentner-Visum (siehe weiter unten unter „Behörden und Vorschriften“) ausreicht.
D

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