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All Inclusive

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Erstes Kapitel
  5. Zweites Kapitel
  6. Drittes Kapitel
  7. Viertes Kapitel
  8. Fünftes Kapitel
  9. Sechstes Kapitel
  10. Siebtes Kapitel
  11. Achtes Kapitel
  12. Neuntes Kapitel
  13. Zehntes Kapitel
  14. Elftes Kapitel
  15. Zwölftes Kapitel

Erstes Kapitel

Der junge Mann in der Tankstelle ist ganz sicher einen zweiten Blick wert, dachte sie, während sie völlig überflüssigerweise ihren Reifendruck überprüfte. Sie konnte den Jungen durch das Fenster im Kassenhäuschen sehen. Er stand hinter einer Theke, als sie hineinging, um für das Tanken zu zahlen. Normalerweise war ihr Kopf zu voll von häuslichen Pflichten, um Blicke für Männer zu haben, alt oder jung. Vielleicht lag ihr überraschendes Interesse daran, dass sie das Wochenende in der Gesellschaft von Neunzehnjährigen verbracht hatte – fast alle männlich. Tims Kollegen, mit denen er sich ein Haus teilte.

Zum ersten Mal seit Jahren hatte sie sich jung gefühlt. Ein wenig befangen war sie mit ihnen zum Pub gegangen und hatte gehofft, dass sie nicht wie ein als Lamm verkleidetes Schaf aussah, aber Tim war sehr lieb gewesen: »Du siehst großartig aus, Ma. Alle Jungs sagen das.«

Die Freundinnen der Jungs waren auch lieb gewesen. Es schien nicht zu stören, dass sie so alt war wie ihre Mütter. Ihr war bewusst geworden, wie sehr sie Tim vermisste, und Daisy auch, die großartige, talentierte Daisy, die einen Designerkurs in London belegt hatte.

Aber jetzt war alles wieder zur Routine geworden, und vielleicht war sie deshalb so empfänglich für den knackigen Hintern eines jungen Mannes. Er war herausgekommen und hatte die Blumensträuße neu geordnet, die zum Verkauf neben dem Eingang standen. War das ein Vorwand gewesen, weil er ihr nachschauen wollte, wenn sie abfuhr?

Sei keine Närrin, Cheryl, sagte sie sich streng, dann stieg sie ein, setzte die Sonnenbrille auf und startete den Motor. Er stand da, die Hände in die Hüften gestemmt, und grinste sie an.

Frechdachs, dachte sie. Ich sollte dich zurechtstutzen! Für wen hältst du dich?

Aber dann sah sie in den Innenspiegel, und zu ihrer Überraschung stellte sie ein Lächeln fest, ein Lächeln wie das der Katze, die am Rahm geschleckt hat. Wie töricht! Nur weil ein Jüngling sich blickmäßig für sie interessiert hatte. Nun werde mal wieder vernünftig, rief sie sich zur Ordnung, aber sie fühlte ein plötzliches Ziehen im Schoß, als sie sich in den Ledersitz fallen ließ. Sie spürte eine Feuchtigkeit im Slip, die sie vorher nicht bemerkt hatte.

»Oh, verdammt«, rief sie, rutschte im Sitz hin und her, legte den Gang ein und lenkte den schlanken schwarzen BMW über den Hof. »Das müssen die Wechseljahre sein«, schimpfte sie. »Da werde ich feucht wegen eines Jungen. Ich sollte mich schämen.«

Aber sie schämte sich nicht, und als sie auf die Straße bog, klebte das Grinsen immer noch in ihrem Gesicht.

Cheryl hatte viel Zeit. Ihr Mann Ashley erwartete sie erst am Abend zurück, aber sie war früher als geplant aufgebrochen. Tim war mit einem Projekt beschäftigt, das mehrere Stunden dauern würde. Sie fuhr durch Westcombe und durch die Straßen, die von Touristen verstopft waren. Anschließend ging es über die breite Promenade, die von Hotels im edwardianischen Stil auf der einen Seite gesäumt wurde und von Sand und der blauen See mit den weißen Gischtspritzern auf der anderen.

Sie atmete tief ein. Die Luft war wie Wein. Nach der Hitzewelle im stickigen Bristol war sie froh, wieder zu Hause zu sein. Ich bin verwöhnt, dachte sie. Ich lebe am Meer, lege mir eine gesunde Bräune zu und kann die Füße ins Salzwasser baumeln lassen, wann immer mir danach zumute ist. Die Sonne versteckte sich plötzlich hinter Wolken. Cheryl sah ein paar ältere Leute in Rollstühlen, und andere stützten sich auf Spazierstöcken ab.

WESTCOMBE AM MEER, DER SCHÖNSTE UND BESTE KURORT, stand auf einer Reklametafel.

Ich möchte nicht alt werden, dachte Cheryl und schüttelte sich, während sie den alten Leuten nachsah. Ich habe das Gefühl, noch nicht gelebt zu haben, da werde ich mich nicht hinsetzen und auf den Sensenmann warten.

Das gute Gefühl, das der Junge in der Tankstelle in ihr hervorgerufen hatte, war längst verblasst. Cheryl bog in eine Seitenstraße ein und fuhr die mit Bäumen gesäumte Avenue entlang. Das Haus stand noch da, wie sie es verlassen hatte; ein solider Bau mit einer imitierten Tudorfassade, umgeben von einem Garten, ergänzt von Doppelgarage, Schwimmbad und Wintergarten. Sie wohnten schon seit Jahren hier. Das Haus stand – natürlich – in der besten Wohngegend von Westcombe, weit weg von den billigen Pensionen und Bed & Breakfast Einrichtungen und noch weiter weg von den schrecklich teuren Fünf-Sterne-Hotels.

Wenn sie und Ashley wegfuhren, dann meistens ins Ausland, auf die Kanaren oder nach Malta. Aber in Wirklichkeit zog er es vor, seine Freizeit allein zu verbringen, mit seinem Boot an Regatten teilzunehmen oder auf Seen und im offenen Meer zu segeln; irgendwo auf Segelfreunde zu treffen und mit ihnen zu fachsimpeln und stundenlang im Clubhaus abzuhängen.

Schon vor langer Zeit hatte Cheryl aufgehört, sich ihm anzuschließen. Als die Kinder klein waren, hatte sie ihre liebe Mühe mit ihnen gehabt; die gemeinsamen Ausflüge waren stets umständlich und auch überflüssig gewesen, da sie Sand und Meer vor der Haustür hatten.

Dies war wahrscheinlich auch der Beginn des Auseinanderlebens. Heute sprechen wir kaum noch miteinander, dachte sie, als sie das Auto in der Einfahrt stehen ließ und ums Haus herum ging. Sie trat am liebsten durch die Küche ins Haus, wofür Ashley jedes Verständnis fehlte. Der Haupteingang war ziemlich protzig, und wenn jemand klingelte, lief er immer als Erster zur Tür. Er liebte es, Menschen zu beeindrucken. Cheryl fand ihn zunehmend langweilig.

Sie sah wieder den Jungen in Jeans und engem T-Shirt vor sich, die Brustmuskulatur stark ausgeprägt, eine pralle Fülle hinter den Knöpfen seines Hosenschlitzes. Er würde vor Testosteron bald platzen. Wahrscheinlich konnte er die ganze Nacht, ein Orgasmus nach dem anderen. Die Frage war, ob er ihr auch einen besorgen konnte.

Sie stellte den Wasserkessel für eine Tasse Tee auf. Es war schön, wieder zurück zu sein, obwohl sie nur drei Tage weg gewesen war. Sie gewahrte die Atmosphäre neu und fühlte sich darunter wohl wie unter einer Decke. Ihr Haus, ihr Zuhause, das Nest, das sie gebaut hatten, um die Jungen großzuziehen. Sie hatte mal eine viel versprechende Karriere als Anwältin begonnen, aber sie hatte sie aufgegeben, als sie Ashley kennen und lieben gelernt hatte. Sie heirateten, und Cheryl wurde sofort schwanger. Seine Schuld, denn er wollte nicht, dass sie weiter arbeitete. Keine Pille für sie, und ein Jahr später kam Daisy zur Welt.

Cheryl hatte die Kinder nicht abgelehnt, aber sie waren ein Stück harte Arbeit gewesen. »Zwei Kinder sind genug«, hatte Ashley beschlossen, als Daisy in die Vorschule kam und Cheryls Stimmung kippte: Sie wollte noch ein Kind.

»Ich möchte wieder einen Job.« Das Haus war leer, zu aufgeräumt, zu still.

»Aber das ist nicht nötig, Liebling. Das Geschäft läuft gut. Ich bin gerade noch rechtzeitig auf den Computerzug aufgesprungen. Bald wird jeder einen haben müssen oder wollen, und wir werden reich sein. Man weiß nie, wann Kinder krank werden. Ich halte nichts davon, dass Mütter arbeiten.«

Ende der Unterhaltung, und beinahe auch das Ende der Geschichte. Ganz sicher aber das Ende der Romanze. Cheryl zog sich von ihrem Mann zurück. Der Sex mit ihm wurde langweilig und bedeutungslos. Er war nie ein großartiger Liebhaber gewesen, deshalb war es ihr egal; sie hatte es aufgegeben, ihm dezente Hinweise zu geben, wie er sie zum Orgasmus bringen konnte, und als das nicht gefruchtet hatte, befriedigte sie sich selbst, wenn sie allein war.

Sie gab sich nicht mehr mit ihm ab, und wenn er beschloss, seinen Penis selbstsüchtig in sie zu stecken, hielt sie das aus und wartete, bis er fertig war, während sie auf mentale Einkaufstour ging. Wenn sie Glück hatte, kam er, wenn sie an der Kasse stand. Sie wusste dann, dass sie in Frieden gelassen wurde; sie konnte sich umdrehen und schlafen.

Sie schaute in den Spiegel und schob ihre Haare höher. Ihr Gesicht zeigte das, was man ›erfahren‹ nannte, aber andere hätten es auch weniger freundlich als ›verwittert‹ bezeichnen können. Sie hatte grün-graue Augen und einen breiten, vollen Mund. Da sie das Alter erreicht hatte, in dem sich ein Doppelkinn entwickelt, sah sie die glatte Linie ihres Kinns mit Freude.

Und wenn sie weiter nach unten schaute – der Hals hatte noch keine Falten, aber die Brüste hätten voller sein können. Ich muss mir einen neuen BH kaufen, nahm sie sich vor. Ihre Taille war schlank, und die Hüften waren schön gerundet, die Beine lang, unbehaart und gebräunt. Meistens trug sie Shorts und T-Shirts.

»Himmel, kannst du kein gescheites Kleid finden? Was ist das hier? Eine Nudistenkolonie?« Das war Ashleys beißender Kommentar, wenn er sie so lässig gekleidet sah oder sogar nackt im Pool.

Sie versuchte, das zu vermeiden, denn wenn er sie nackt sah, reagierte er mit einem Steifen, und es gab viele Dinge, die sie lieber hatte als Sex mit ihrem Mann. Der Kessel pfiff, und sie schüttete das kochende Wasser über den Teebeutel in der Horoskoptasse, himmelblau und auf sie mit den Großbuchstaben LIBRA abgestimmt.

»Glaubst du an diesen Quatsch, Cheryl?«, polterte Ashley, als er die Tasse das erste Mal gesehen hatte.

Sie war sich nicht sicher, aber sie wollte das Thema nicht gleich abschreiben. Daisy beschäftigte sich damit – Astrologie, Runen, Tarotkarten. Sie kommunizierte mit der Geisterwelt. Wie meine Mutter, dachte Cheryl und rührte den Zucker im Tee um. Mummy ist eine Heidin und glaubt an alles, von fliegenden Untertassen bis zu den Elfen unten im Garten.

Cheryl hat sie immer Mummy genannt, aber Mummy nervt sie damit, dass sie mit Joanna angesprochen werden will. Seit Jahren versucht sie, Mummy von Ashley fernzuhalten, denn er ist immer sehr rüde zu ihr. Manchmal glaubte sie, dass sie ihn nur deshalb geheiratet hat, weil sie gegen das verrückte Gebaren der Mutter protestieren wollte.

»Sie ist keine Künstlerin, sie ist eine Verrückte. Das Treppenhaus ist beleuchtet, aber es ist niemand zu Hause. Hast du ihre Gemälde gesehen? Ich würde sie nicht mal im Scheißhaus aufhängen! Leute zahlen gutes Geld dafür, manchmal tausende. Sie müssen so verrückt sein wie sie selbst.«

Überflüssig zu sagen, dass Joanna Newman ihren Schwiegersohn auch hasste. »Ich werde dich nicht oft sehen, solange du mit diesem aufgeblasenen Arsch verheiratet bist«, sagte sie jedes Mal, wenn sie telefonierten.

»Ich weiß, ich weiß, aber was soll ich machen?«, fragte Cheryl dann.

»Verlasse den Bastard. Du weißt, dass im Fell Tor immer ein Bett für dich steht.«

»Danke, das ist lieb. Aber noch bin nicht bereit dazu.«

»Warum nicht? Die Kinder sind doch jetzt keine Last mehr.«

Cheryl murmelte dann immer eine Entschuldigung. Sie war nicht bereit, eine Niederlage zuzugeben. Außerdem wurde Fell Tor nach den Richtlinien der Kommune geführt, und sie fühlte sich nicht bereit, so viele verschiedene Temperamente unter einem Dach zu ertragen.

Ich lebe viel zu lange mit Ashley, dachte sie. Sein affektiertes Verhalten – typisch für die Jungfrau – hat wahrscheinlich nach all den Jahren auf mich abgefärbt.

Unsinn, widersprach ihr Alter Ego. Das ist doch nur ein verdammter Vorwand, eine billige Ausrede. Du willst nur nicht deinen fetten Arsch hochheben und dein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

Cheryl zuckte zusammen, als sie über sich einen dumpfen Schlag hörte. Sie war überzeugt gewesen, dass niemand im Haus war. Von Ashleys Mercedes hatte sie nichts gesehen. Sie hatten keine Tiere, nicht mal eine Katze – wer konnte also diesen Krach verursacht haben? Ein Einbrecher? Sie sah schon die Schlagzeilen in ›Aktenzeichen XY‹ vor sich. »Hausfrau stört Einbrecher in ihrem Haus in Westcombe«.

Sie sah auch den Bericht in der Zeitung vor sich. »Nach der Beschreibung der Hausfrau sind Zeichnungen der Täter angefertigt worden. Die Polizei hat die Hausfrau wegen ihrer Courage gelobt. Bitte rufen Sie diese Nummer an, wenn Sie zweckdienliche Angaben machen können.«

Ein Täter, zwei oder noch mehr? Cheryl fühlte sich absolut nicht mutig. Wir hätten uns einen Hund anschaffen sollen, dachte sie. Ashley wollte einen, aber Cheryl mochte keine Hunde. Heute überraschte es sie, dass er sich nicht durchgesetzt hatte. Aber sie wäre es gewesen, die den Welpen zum Hundetraining brachte, die Pfützen aufwischte und von den Flöhen und Fadenwürmern ganz zu schweigen. Igitt. Aber in diesem Moment hätte sie einen großen, gefährlich aussehenden Hund brauchen können, damit er sie beschützen konnte.

Sie hielt den Atem an, als ein weiterer dumpfer Schlag die Küche erschütterte. Leise öffnete sie eine Schublade und nahm ein Tranchiermesser heraus. Sie drückte es gegen die Brust, ging hinaus in den Flur und dann die Treppe hoch.

Es war eine schön geschwungene Treppe, und auf dem oberen Treppenabsatz gab es ein Fenster vom Boden bis zur Decke. Auf der Glasscheibe war eine Frau wie von Alphonse Mucha abgebildet, eine Frau mit Schwanenhals, schwarzen Haaren und einem verführerischen Gesichtsausdruck. Tulpen und Bärenklaublätter umrankten sie und vereinigten sich mit ihren fließenden, durchsichtigen Gewändern.

Mehr als alles andere war es dieses Fenster gewesen, das Cheryl für das Haus eingenommen hatte. Sie hatte eine Schwäche für art nouveau. Sie konnte nicht genug bekommen von Gegenständen aus dieser Periode – opulent, schwülstig und sinnlich. Im späten neunzehnten Jahrhundert hatte man Bordelle mit diesem sexy Dekor ausgestattet.

Manchmal malte sie sich aus, die Madam einer solchen Einrichtung zu sein. Dann sah sie sich in einem engen Korsett und in einer Tournüre, dem Gesäßpolster, das man unter dem Kleid trug. Sie würde die Gäste begrüßen und ihnen die vielen Schönheiten vorstellen, die das Etablissement schmückten.

Sie hatte sich so in dieses Szenario eingelebt, dass sie ihr Schlafzimmer erreichte, ohne dass es ihr richtig bewusst war. Die Geräusche drangen durch die geschlossene Tür, und es war beinahe so, als wollte sie nach einer ihrer Huren sehen, denn die Geräusche waren sexuellen Ursprungs. Unmissverständliche animalische Geräusche direkt aus dem Dschungel oder vom Hühnerhof. Stöhnen, Keuchen, Grunzen. Verdutzt stieß sie die Tür auf.

Sie verharrte im Türrahmen und konnte nicht glauben, was sich vor ihren Augen abspielte.

Zuerst sah sie das außerordentliche Spektakel, das sich ihr darbot. Nackt und gespreizt lag ihr Mann auf dem Bett. Seine Handgelenke waren mit seidenen Tüchern – ihren seidenen Tüchern – an die Pfosten des Messingbetts gebunden. Seine Fußgelenke waren um die unteren Pfosten gebunden, und sein Schwanz zeigte zur Decke, von der weiße Spitzenvorhänge schwebten. Cheryl konnte sich nicht erinnern, sein bestes Stück einmal so dick und lang gesehen zu haben. Ashley stand auf Fesselspielen? Das konnte sie nicht glauben.

Er war natürlich nicht allein. Eine Frau hatte sich über ihn gebeugt und war offenbar dabei, sich über dem steifen Anhängsel niederzulassen. Sie trug einen schwarzen Strumpfhalter und Fischnetzstrümpfe. Sie hatte platinblonde Haare, volle Brüste und breite Hüften.

Sie war Yvonne Harper, Ehefrau von Allen, dem Commodore des Westcombe Sailing Clubs. Cheryl hatte sie zuletzt gesehen, als sie bei der Regatta den Vorstand vertrat, Sandwiches und Tee verteilte, den Siegern gratulierte und Silberpokale überreichte.

Für den Bruchteil einer Sekunde überlegte Cheryl, ob sie sich würdevoll verhalten, sich zurückziehen und die Tür hinter sich schließen sollte, aber dann kreischte sie: »Du verdammtes Luder«, und warf sich auf Yvonne.

All ihre Frustrationen strömten durch ihre krallenden Fingernägel, die kickenden Füße und die Flut ihrer wüsten Beschimpfungen. Sie benutzte Wörter, von denen sie nicht wusste, dass sie zu ihrem Sprachschatz gehörten; schmutzige, verächtliche, beleidigende Wörter. Als Yvonne endlich die Flucht gelang, war sie blutig und heulte.

»Cheryl! Hör auf!«, schrie Ashley vom Bett, alarmiert vom glitzernden Küchenmesser.

Sie lachte ihm ins Gesicht. Er war hilflos, und sie konnte tun und sagen, was sie wollte. Jetzt war sie die Dominante. »Du verabscheuungswürdiger Wurm«, fauchte sie. »Was würden deine Segelfreunde im Clubhaus sagen, wenn sie dich so sehen könnten? Und dann auch noch mit Mrs. Commodore. Ts, ts. Wer hätte das gedacht?«

Sie schlug ihm ins Gesicht, klatschte gegen seine Brust und dann gegen seinen Steifen, der unter ihren Schlägen nicht schlaffer wurde – im Gegenteil. Ich hätte das schon vor Jahren machen sollen, dachte sie. Er ist ein mächtiger Mann in seinem Gewerbe, hat immer alles unter Kontrolle. Und das Gegenteil will er beim Sex. Ich habe es nicht gewusst. Warum hat er mir nichts gesagt?

»Binde mich los. Lass mich erklären«, bettelte er und kämpfte um ein klein wenig Kontrolle.

»Ich will es nicht hören.« Ihre Stimme klang fest, obwohl sie innerlich zu zerbrechen schien. Sie benutzte das Messer, um seine Fesseln durchzuschneiden. Er sah verängstigt aus. Hatte er Angst, dass sie ihm den Schwanz abhacken würde? Er setzte sich auf und rieb seine Handgelenke.

»Cheryl, sei vernünftig«, begann er.

»Vernünftig? Das kann nicht dein Ernst sein«, blaffte sie. »Zieh dich jetzt an und verlasse das Haus. Du auch, Yvonne. Ashley, du verlässt sofort das Haus, hast du das verstanden? Ich werde Rat von meinem Anwalt einholen.«

»Er ist auch mein Anwalt«, sagte Ashley.

»Gut, dann werde ich wechseln.«

»Können wir nicht darüber sprechen?«

»Nein.« Wie lächerlich er in seinen Socken und sonst nichts aussieht, dachte Cheryl. Wie Mitleid erregend. Ich kann nicht mal die Energie aufbringen, ihn zu hassen. Hass ist das Gegenteil von Liebe, eine starke Emotion, und er weckt beides nicht in mir. Ich will ihn nicht mehr sehen müssen, und seine Tussi auch nicht. Ich habe immer gewusst, dass sie gewöhnlich wie Dreck ist. Und blond, haha. Ihr üppiger Busch verrät sie. Sie ist nicht blonder als ich.

Yvonne richtete ihre wässrigblauen Augen auf Cheryl. Ihr Mascara formte schwarze Rinnen auf ihren Wangen. »Du wirst doch Allen nichts erzählen?«, fragte sie voller Hoffnung, während sie in Rock und Bluse stieg. »Es war doch nur ein bisschen Spaß. Du hättest mitmachen können. Allen war immer schon scharf auf dich, und ich hätte nichts dagegen gehabt.«

»Ich will dich nicht mehr sehen«, sagte Cheryl müde und rieb die Hände über ihre kalten Arme.

Oh, verdammt, dachte Cheryl. Kannte sie diese Leute überhaupt? Seit Jahren verkehrte sie mit ihnen; Segelclubessen, Tanzabende, Weihnachts- und Sylvesterpartys, sogar die Feiern zum Millenium. Ein Anlass nach dem anderen. Und alles war nichts als Heuchelei gewesen.

Hinter der Fassade der Gutbürgerlichkeit, der Unterstützung der Wohlfahrtsverbände waren sie Lügner und Betrüger und Ehebrecher wie die anderen Menschen auch, denen sie sich überlegen fühlten. Aber auf nette Art. Wir? Für uns gibt es keine Klassenunterschiede. Jeder kann Mitglied des Clubs werden, sobald einer von uns ihn vorschlägt.

Und jetzt war die Gattin des Commodore auf den Knien, um ihren Slip unter dem Bett hervorzuholen, das nicht ihr eigenes war. Ihre breiten rosa Backen zuckten, als ihr Rock nach oben rutschte. Der schwarze Strumpfhalter spannte sich über den Schenkeln und hielt die nuttigen Strümpfe. Aus dieser Position konnte Cheryl ihre Spalte sehen. Sie glänzte feucht. Egal, was sie und Ashley getrieben hatten, es hatte sie aufgegeilt und die plumpen Labien anschwellen lassen.

Ich wünschte, ich hätte eine Kamera, dachte Cheryl. Oder besser noch einen Camcorder.

Ashley war angezogen, kam auf sie zu und sagte: »Hör zu, Cheryl, lass uns darüber reden.«

»Raus«, wiederholte sie störrisch und hob die Hand mit dem Messer.

»Aber …«

»Wenn ihr nicht abhaut, werde ich zu Allen fahren. Ich bin sicher, dass er daran interessiert ist, was ich ihm zu erzählen habe. Und seine Mitarbeiter interessiert das auch, wenn ich es quer durch sein Büro schreie.«

»Das würdest du nicht tun.«

»Reize mich nicht.«

Ein Blick in ihr Gesicht genügte ihm. Er schob Yvonne aus dem Schlafzimmer und folgte ihr. Cheryl stand da, als wäre sie zu Stein geworden, und lauschte dem hastigen Rückzug. Die Hintertür schlug zu. Er riskierte nicht den Vordereingang. Sein Auto hatte er offenbar weiter weg geparkt – oder er hatte ein Taxi genommen. Wie lange lief das schon zwischen ihnen? Die Wut hatte sich zu einem dumpfen Pochen zurückentwickelt. Sie fühlte sich wie betäubt.

Dann breitete sich Empörung aus. Sie ließ das Messer auf den Ankleidetisch fallen, dann riss sie die Laken vom Bett, den Bezug von Kissen und Oberbetten, packte ein Bündel daraus und rannte hinunter in den Waschraum. Erst als die Waschmaschine zu stampfen begann, ließ ihr Entsetzen ein wenig nach. Wie konnte Ashley eine Frau in ihr Ehebett bringen?

Sie sah ihn immer noch, wie er da lag und wie ein gestrandeter Fisch nach Luft rang. Dann sah sie eine andere Gestalt über ihn gebeugt; es war der Junge, der sie in der Tankstelle bedient hatte. Ihre Finger zuckten; sie hätte ihn gern festgebunden, damit er für ihre Lust da war.

Es gab keinen Zweifel; seit langem hatte sie sich nicht mehr so geil gefühlt. Der Anblick von Yvonnes großen Brüsten, ihre breiten Hüften und die nackte Spalte hatten ein Ziehen in ihrer Klitoris ausgelöst, das Erleichterung verlangte.

»Du bist ein Bastard, Ashley! Ein Bastard!« Dann rief sie einen Anwalt an, nicht den bisherigen, sondern einen Freund aus gemeinsamen Uni-Tagen.

Er hatte ein Büro in Taunton, und in der Kanzlei arbeiteten noch zwei Kollegen. Er lauschte eine Weile ihrer Geschichte, dann sagte er: »Ich rate dir, im Haus zu bleiben. Verlasse das Haus nicht. Später kommst du zu mir und reichst die Scheidung ein – das ist es doch, was du willst?«

»Ja. So schnell wie möglich, Mark.«

Sie fühlte sich beruhigt beim Klang seiner kühlen Stimme, und sie fragte sich, ob er sich seit der Uni stark verändert hatte. Sie hatten zusammen das Diplom gefeiert, hatten sich betrunken und waren dann im Bett gelandet. Er hatte gut ausgesehen, ein Intellektueller und ein Philosoph. Ich hätte ihn heiraten sollen und nicht Ashley, dachte sie verbittert. Tränen bissen ihr in die Augen. Sie würde sich gern hinwerfen und sich ausweinen.

»Ich kann dich morgen um elf Uhr sehen«, sagte er.

»Ja, danke. Ich bin da.«

»Wir sind in der River Street. Bartlett, Bingley und Warfield.«

»Das bist du.«

»Genau.« Sie hörte ein Lachen in der Stimme. Früher hatte man Spaß, wenn man mit Mark ausging. Er war scharfzüngig und sarkastisch.

Nachdem sie den Hörer aufgelegt hatte, rief sie ihre engste Freundin an.

Es war rein zufällig geschehen, als Laura durchs Netz kreuzte. Sie hatte Stuart nicht nachspionieren wollen, weit gefehlt. Erst seit kurzem hatte sie den Computer im Griff, und zu Hause übte sie fleißig. Zuerst hatte sie die Suchmaschine gefunden, und danach hatte sie verschiedene Seiten zu ihren Favoriten gewählt – eine zeigte wahnsinnig viele Bücher an, außerdem CDs und Videos, dann hatte sie eine Seite entdeckt, die sich mit Geschichte befasste, und schließlich eine Seite mit Informationen über Gartenarbeit.

Dies war wunderbar, dachte sie und glühte voller Stolz, nachdem sie die Technologie bis zu einem gewissen Punkt geschafft hatte. James hatte gesagt, sie könnte seinen Rechner benutzen, aber jetzt war sie entschlossen, sich einen eigenen zu kaufen. Harry eroberte sich Indien mit dem Rucksack, und Vicky hatte geheiratet. Ihre Hausarbeit lief wie ein Uhrwerk, und so hatte sie viel Zeit zur Verfügung. Sie hätte auch ehrenamtlich arbeiten können, aber sie beschloss, sich einen Traum zu erfüllen: Sie wollte Schriftstellerin werden.

Sie hatte sich schon vorher amateurhaft damit beschäftigt und eine uralte Reiseschreibmaschine benutzt, die ihr Vater ihr verehrt hatte. Aber Stuart und die Kinder hatten ihr alles abverlangt. Jetzt war nur er noch da, obwohl auch er kindisch sein konnte, doch meist arbeitete er schwer in der Firma, die er geerbt hatte. Tilfords Transporte war ein Begriff in der ganzen Gegend. Auf dem College war er einer der Besten gewesen.

Laura hatte sich in Computer verliebt. Sie waren ein Tor zu ihrem literarischen Ehrgeiz. Natürlich war ihr klar, dass sie nicht ihre Bücher schreiben konnten, aber sie war begeistert von der Rechtschreib- und der Grammatikkontrolle. Kein Tipp-Ex mehr, kein Kohlepapier. Jetzt lag es nur noch an ihr, eine Menge Talent zu zeigen.

Sie saß davor und hatte eine Seite eingerichtet, auf der sie mit dem ersten Kapitel beginnen wollte. Sie wusste noch nicht, wie das Buch heißen sollte, aber sie hatte sich ein grobes Konzept ausgedacht, wobei ihr einige Ratgeber mit Titeln wie Wie schreibe ich einen Liebesroman? Hilfe boten.

Vielleicht sollte sie einen historischen Roman schreiben, dachte sie, und mehr aus Langeweile landete sie in einem Chatroom. Es war auf den ersten Blick zu sehen, dass es sich um einen sexy Chatroom handelte.

Sie erwartete nackte und vollbusige Mädchen, aber stattdessen sah sie Männer in den verschiedenen Ausziehphasen, und die Nachrichten sprachen Männer an. Sie wollte gerade die Seite wechseln, als ein Name aufleuchtete. Jimboy. Und dann eine Folge von Bildern ihres gut aussehenden dunkelhaarigen und gut gebauten Ehemannes.

Sie saß da, und eine Hand schwebte über der Maus. Sie wollte raus; sie wollte tiefer eintauchen. Sie war erregt, die Nippel drückten sich gegen ihr Baumwollkleid. Was, zum Teufel, hatte Stuart da zu suchen? Seine Nachricht an den unbekannten Big Jock machte alles klar: Er schrieb ihm eine besonders schmutzige E-Mail, extrem ordinär, als Stuart schilderte, was er alles mit Big Jock anstellen würde.

Laura fühlte sich körperlich krank und gleichzeitig sehr erregt. Es war die Faszination, die Laura auf dieser Seite hielt; sie fühlte sich als Spannerin und las weitere Nachrichten. Die meisten wurden von Stuart ignoriert, aber dann stolperte sie über Terry. Sie klickte auf sein Foto. Er war schlank, langhaarig und mädchenhaft; ein schöner Mensch, der auch Laura gefallen könnte. Die Korrespondenz zwischen Terry und Stuart verriet, dass sie sich schon einige Male getroffen hatten. Die Beziehung wurde allmählich ernst.

So muss sich eine Frau fühlen, wenn sie herausfindet, dass ihr Mann eine Freundin hat, dachte Laura. Aber dies ist schlimmer – wie kann ich mit Terry konkurrieren? Er kann Stuart etwas geben, das ich nicht habe. Was soll ich tun?

»Bist du das, Laura?«, fragte Cheryl, als sie den Hörer nach dem Anruf bei Mark aufgelegt und dann Laura angewählt hatte.

»Ja, ich bin’s«, antwortete Laura, und Cheryl lächelte und stellte sich vor, wie die Freundin am Computer saß. Aber etwas in Lauras Stimme verlangte ihre Beachtung. Sie klang aufgewühlt.

»Was ist los?«, fragte Cheryl.

»Nichts. Wie geht es dir?«

»Könnte besser sein. Ich komme heute von Tim zurück und finde Ashley im Bett mit Yvonne, der Frau des Commodore.«

»Himmel! Was hast du getan?«

»Ich habe gesagt, er soll verschwinden.«

»Und ist er gegangen?«

»Ja. Ich habe mit Mark Warfield gesprochen, einem Freund von mir aus der Zeit an der Uni. Er ist Rechtsanwalt. Ich treffe ihn morgen.«

»Du willst dich von Ashley scheiden lassen?«

»Ja!«

»Dann sollte ich mich auch mit deinem Mark treffen, um mich von Stuart scheiden zu lassen.«

Vor Schock hätte Cheryl fast das Telefon fallen lassen. »Du willst was?«

»Mich von Stuart scheiden lassen.«

»Warum? Hat er eine andere Frau?«

»Schlimmer. Er hat einen anderen Mann, vielleicht sogar viele Männer.«

»Du nimmst mich auf den Arm.«

»Nein, es stimmt.«

»Woher weißt du das?« Cheryl konnte es nicht glauben. Stuart war so groß und stark, ein echter Macho. Er hatte eine Flotte von Lastwagen für Fernfahrten.

»Ich habe diesen Kurs belegt – Computer für die Ängstlichen.«

»Ja, ich weiß, du hast es mir erzählt.«

»Nun, ich sitze gerade am PC bei uns im Haus, und durch einen dummen Zufall gerate ich auf die Seite eines schwulen Chatrooms. Und da habe ich Stuart entdeckt.«

»Und das stimmt? Du hast dich nicht geirrt?«

»Kein Irrtum. Er hat sich mit einem Kerl namens Terry unterhalten. Alles deutet darauf hin, dass sie sich gut kennen.«

Laura hörte sich ruhig an, und Cheryl musste an die Ruhe vor dem Sturm denken. Die arme Laura, die so weltfremd ist. Ich bin wenigstens ein bisschen erfahrener, während Laura immer nur das Gute im Menschen sieht. Sie hatten sich kennen gelernt, als ihre Kinder in der Bambini Gruppe waren, und seither waren sie gute Freundinnen. Sie waren auch Nachbarn. Sie gingen gemeinsam einkaufen und besuchten sich gegenseitig zu Hause. Sie tauschten Probleme aus, als die Kinder größer wurden, und trösteten sich in ihrer Einsamkeit, als die Kinder nicht mehr im Haus lebten.

»Hast du Stuart zur Rede gestellt?«

»Nein. Ich habe es eben erst herausgefunden.«

»Wirst du es tun?«

»Ich will raus«, sagte Laura, und ihre Stimme zitterte ein wenig. »Ich bin seit Jahren nicht mehr glücklich mit ihm. Und er muss mit mir unzufrieden gewesen sein. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass er …«

»Dass er schwul ist«, ergänzte Cheryl. »Nein, auf die Idee wäre ich auch nicht gekommen. Es ist alles so komisch, nicht wahr? Stuart und Ashley, dicke Freunde, aber Ashley wäre weggelaufen, wenn er das gewusst hätte.«

»Ich finde das nicht lustig. Ich fühle mich beschmutzt.«

»Ich auch, meine Liebe. Ob Mann oder Frau, es ist der Betrug, der schmerzt. Der Betrug und der Verrat. Ich würde gern zu dir kommen, aber ich will das Haus nicht verlassen. Es ist schlimm genug, dass ich morgen zum Anwalt fahre, aber ich werde meine Mutter bitten, die Stellung zu halten. Was willst du unternehmen? Kommst du mit mir?«

»Ja, gern. Ich muss wissen, was meine Rechte sind. Bis dahin werde ich Stuart nicht darauf ansprechen. Er wird nicht glauben, dass ich den Computer bedienen und im Internet sogar einen Schwulen-Chat aufrufen kann.«

»Ja, aber du musst das Zeug herunterladen, bevor er etwas bemerkt. Du brauchst das als Beweis.«

»Keine Sorge, das habe ich schon getan. Ich bringe die Seiten mit zum Anwalt.«

Was für ein Team, dachte Cheryl. Uns steht die Welt offen, wenn wir uns endlich unserer langweiligen Ehemänner entledigt haben. Sie war in optimistischer Stimmung, als sie sich von Laura verabschiedete. Sie schenkte sich ein Glas Wein ein, ehe sie ihre Mutter anrief.

Obwohl sie es nicht sagen würde, stand für Cheryl fest, was Joanna dachte: Ich habe es dir gesagt.

Cheryl beschloss, ihrem Sohn Tim noch nichts zu sagen. Er mochte seinen Vater sehr, und es war nicht nötig, ihm seine Illusionen zu rauben.

Das hieß, sie musste es auch vor Daisy verheimlichen, der man nie ein Geheimnis anvertrauen konnte. Cheryl nippte am Wein und langte nach dem Telefon. Wenn ich das hinter mir habe, werde ich ins Gästezimmer ziehen. Dann nehme ich eine Dusche, spiele vielleicht ein bisschen mit mir selbst und phantasiere von einer Zukunft mit lauter attraktiven Männern.

Zweites Kapitel

Mark war alles, was ein kompetenter Anwalt sein sollte: gründlich, effizient, entschlossen und freundlich. Er nahm auch Lauras Fall an, und nach relativ kurzer Zeit hatten die beiden Frauen die Scheidungen eingereicht, und Mark hatte die Forderungen formuliert.

Cheryl ging später noch einmal hin, um die letzten Papiere zu unterschreiben. Ashley hatte sich gegen Cheryls Forderungen nicht gewehrt, so groß war seine Angst, dass sie Yvonne als Ehebrecherin bloßstellen könnte. Er wollte sein Gesicht im Segelclub nicht verlieren, deshalb hatte er Cheryls Schweigen durch seine Zugeständnisse erkauft. Durch den Verkauf des Hauses und durch die Hälfte seines Vermögens blieb eine beträchtliche Summe für sie übrig.

Ich bin eine vermögende Frau, dachte Cheryl, als sie ihr Auto in der River Street parkte, nahe dem Taunton Marktplatz. Das Messingschild auf der Tür glänzte wie auch der Löwenkopfklopfer und die Klappe des Briefkastens. Cheryl schob die Tür auf und ging hinein. Vielleicht werde ich Mark heute vögeln, dachte sie. Im Laufe der letzten Monate, während die Briefe der Anwälte hin und her gingen, habe ich gespürt, dass die Funken zwischen Mark und mir schneller flogen als die Briefe.

Es war mehr als ein heiteres Freiheitsgefühl, dass sie sich zu einer Diät entschloss, einen Schönheitssalon besuchte, eine neue Frisur durchsetzte und eine Einkaufstour begann, die ohnegleichen war.

Sie hatte Laura überredet, ihr nicht nachzustehen, und so veränderten sich Lauras Haare von langweilig-braun zu einem aufregenden Blond. Kein Zweifel, die unsicheren Gefühle, versagt zu haben, die weibliche Scheidungsopfer oft beschlichen, konnten durch den kosmetischen Aufwand aufgefangen werden. Geld linderte den Kummer.

Mark entpuppte sich als perfekter Gentleman.

Er erhob sich, als Cheryl in das freundliche Zimmer mit der hohen Decke trat. Er streckte die Hand aus, und sie drückte sie kurz. Seine Handfläche, fest gegen ihre, erzeugte Hitze und Ruhe. Im zarten Händeschütteln spürte sie Frieden. »Du siehst phantastisch aus«, sagte er mit einem Lächeln.

Sie errötete unter der Grundierung ihres Gesichts. Es war ein Kompliment, über das sie sich freute – sie wusste, dass sie sich das Kompliment verdient hatte. Maria von Corner Cutters war ein Wunder mit ihrem Haar gelungen. Sie war jetzt kastanienbraun, kraus, nach hinten gekämmt. Sie fühlte sich wieder wie dreißig. Sie hatte mal irgendwo gelesen, dass Frauen immer sicherer würden, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht hätten, und dass dies auch der Zeitpunkt wäre, sich einen jungen Geliebten zuzulegen, weil die jungen Männer sich auf dem Zenit ihrer Kraft befanden und immer konnten.

Mark war nicht gerade jung, aber sie wurde schon scharf, wenn sie nur an ihn dachte. Er war so gut erzogen, so gepflegt, so ein echter Kerl mit breiten Schultern und langen Beinen. Seine Haare waren dicht und dunkel, und nur an den Schläfen ließen sich erste Silberfäden sehen. Das Beste aber – er war nicht verheiratet. Keine hatte ihn bisher einfangen können.

Am ersten Tag, als sie sich wieder gesehen hatten, sagte er ihr, er hätte auf sie gewartet. Das war natürlich ein Scherz – oder? Laura schien zu glauben, dass Mark in Cheryl vernarrt war, aber Laura war eine unheilbare Romantikerin. Sie versuchte, diese Gefühle in ihrem Roman einzubinden, aber bisher war ihr das nicht gelungen. Sie überlegte, einen Kurs für junge Autoren zu belegen, doch sie hatte sich noch nicht darauf konzentrieren können.

Cheryl bestätigte ihr, dass eine Scheidung viel Zeit beanspruchte und viel Energie. Sie war nicht sicher, ob Laura sich von all den turbulenten Anstrengungen erholen würde.

Mark küsste Cheryls Hand wie ein richtiger Kavalier, dann zog er einen Stuhl zurück, damit sie sich ihm gegenüber setzen konnte. Er setzte sich, legte die Finger gegeneinander und sah Cheryl über die Spitzen hinweg an.

Ihr Herz setzte kurz aus. Himmel, ist er ein schöner Mann. Ich hätte nichts dagegen, diese langen schlanken Finger auf meinem Körper zu spüren und diesen sinnlichen Mund zwischen meinen Beinen. Frühling liegt wieder in der Luft, wenn die Gedanken einer reifen Frau sich so leicht der Liebe zuwenden.

Sie war zu einem anderen Zweck hergekommen, als ihren Namen auf fade Dokumente in der Juristensprache zu kritzeln. Sie hatte sich aufreizend gekleidet und trug ein malvenfarbiges Seidenkostüm und dazu hochhackige Slipper. Sie hatte sich mit einem Parfum besprüht, das ein Vermögen kostete.

Ihre Wäsche hätte man durchaus als skandalös bezeichnen können. Das knappe Höschen wurde feucht, wenn sie spürte, wie es den Venusberg und die Backen streichelte. Es war rot, kurz und eigentlich nur ein Stofffetzen, und der passende BH war nicht minder frech.

Nach der verblüffenden Enthüllung über Ashleys Neigung zu Fesselspielen sah sie Mark und auch andere Männer in einem neuen Licht. Welche heimlichen Sehnsüchte verbargen sie hinter ihren höflichen Phrasen und dem gediegenen Äußeren? Hatte sie ihre Berufung verfehlt? Hätte sie auch eine Domina sein können?

»So, jetzt haben wir’s«, sagte Mark und schob ihr die letzten Dokumente über das grüne Leder der Schreibtischfläche zu. Cheryl unterschrieb und schob die Papiere zurück, ohne auch nur einen Blick darauf zu werfen.

»Was für eine Erleichterung«, sagte sie. »Ich bin nicht mehr Mrs. Barden. In mir fühlt sich alles leer an, und ich bin erschöpft wie ein Langstreckenläufer im Ziel.«

»Andere haben das auch so empfunden«, antwortete er und bedachte sie mit einem Zwinkern seiner braunen Augen. »Der Bruch einer Beziehung hat etwas mit einem Trauerfall zu tun, ganz egal, wie sehr man sich das Ende gewünscht hat. Alte Bräuche sterben schwer, und du warst lange mit ihm verheiratet.«

Sie hörte nur mit halber Aufmerksamkeit zu. Die andere, lebhaftere Hälfte, stellte sich Mark im Gerichtssaal vor, wie er einen Klienten verteidigte. Der schwarze Talar stand ihm gut, auch die weiße Perücke. Er sah noch autoritärer aus als sonst, und für einen kurzen Moment wollte sie die Frau auf der Anklagebank sein. Es brodelte in ihr, wenn sie sich vorstellte, wie er sie unter Druck setzte. Seine kühle, klare Stimme löste Tumulte in ihrem Körper aus, schickte Schauer über ihren Rücken und ließ ihre Nippel hart werden.

Mit Gewalt schleppte sie sich in die Gegenwart zurück. »Du hast Recht, Mark. Ich habe das auch schon gehört, und ich weiß, dass Laura sich auch so fühlt.«

»Warum gehen wir beide denn heute Abend nicht essen?«, fragte er plötzlich, lehnte sich vor und stützte die Ellenbogen auf den Tisch.

»Ich sollte eigentlich gehen«, sagte sie zaudernd. Sie war verunsichert, trotz der heißen Szenarien, die sich in ihrem Kopf abspielten. Wenn du seit vielen Jahren nur mit einem Mann geschlafen, das Leben mit ihm geteilt und ihm Kinder geboren hast, fällt es einem verdammt schwer, sich Sex mit einem Fremden vorzustellen, dachte sie. Es ist, als müsste man in eine tiefe Meeresschlucht springen. Man braucht viel Vertrauen.

»Du könntest nach dem Essen in meinem Haus bleiben«, schlug er vor, und sie las in seinen Augen die Hoffnung, dass sie ja sagte. Er drängelte nicht weiter und wartete ab, wie sich die Dinge entwickelten – oder auch nicht entwickelten.

»Ich habe nichts mitgebracht«, sagte sie, »ich wollte ja nur ein paar Stunden weg sein.«

»Dann gehen wir eben nur zum Essen. Ich kenne ein Lokal am Stadtrand, wo sie sehr anständiges Essen anbieten.«

»Ja, gut«, meinte sie, benommen vor Unsicherheit. Sie wollte ihn ja; sie war nass von der Vorstellung, mit ihm ins Bett zu gehen. Aber welche Probleme würden sich daraus ergeben? Wollte sie sich jetzt schon in eine andere Beziehung stürzen?

He, kein Vorauspreschen! Wahrscheinlich will er genau das, was du auch willst: eine schnelle Nummer. Was Beständiges steht nicht zur Debatte, erinnerte sie der kleine Teufel, der ihr auf der Schulter saß und ihr lauter Verführungen ins Ohr flüsterte.

Sie folgte Mark in ihrem Auto über eine schmale Straße, die sie ins Ländliche führte. Immer mehr Bäume und Hecken und Primeln säumten die grünen Seitenstreifen wie Sterne. Ein blauer Himmel wölbte sich mit flockigen weißen Wolken über ihnen. Cheryl prickelte von den Zehen bis zum Halswirbel. Der Frühling war da, und auch sie fühlte sich wie neugeboren. Sie war aus der Dunkelheit des Winters gekommen. Die Monate der Zerreißprobe und all die unerfreulichen Aspekte einer Scheidung – Tim und Daisy reinen Wein einschenken und die Kälte der gemeinsamen Bekannten ertragen – lagen hinter ihr. Sie hatte sich daran gewöhnt, dass die Leute vom Segelclub sie ächteten. Cheryl hatte gehört, dass gerade die Frauen kein Verständnis dafür hatten, einen so charmanten, hilfreichen, wunderbaren Mann wie Ashley vor die Tür zu setzen.

Sie hätte den Spieß umdrehen und Yvonne mit hineinziehen können, aber wie sie ihrer Mutter gesagt hatte: »Es ist mir die Sache nicht wert.«

»Du hast Recht. Lass es auf sich beruhen. Er ist ein Arsch«, hatte Joanna verächtlich gesagt.

Und nun bin ich hier und gehe mit einem Mann zum Essen, der mich offenbar für ein Sahneschnittchen hält. Ich lebe in Fell Tor, und nur weil ich weiß, dass es sich um einen kurzen Zeitraum bei den exzentrischen Bewohnern handelt, kann ich diese Leute ertragen. Nächste Woche gehen Laura und ich auf Haussuche.

Die Häuser waren jetzt Cottages, einige mit Reet gedeckt, und nicht mehr die bescheidenen Unterkünfte der Landarbeiter. Die Cottages waren im Laufe der Jahre umgebaut und angebaut worden, modernisiert und renoviert, und inzwischen voll im Trend und deshalb sehr teuer. Weil die Autobahn nicht weit entfernt lag, aber weit genug, um den Lärm nicht zu hören, hatten sich viele Geschäftsleute aus der Stadt hierhin verzogen.

Der Pub, The Yew Tree Inn – auch wenn keine Eiben zu sehen waren, hatte der Pub den Namen behalten – hatte sich der neuen Herausforderung gestellt. Cheryl bog hinter Mark auf einen von einem Obstgarten umgebenen Parkplatz. Über den Sturz des Eingangs war AD 1400 in Stein gemeißelt.

»Das Originalgebäude ist so alt«, sagte Mark, als sie davor standen und hinaufschauten. Ihre Schultern berührten sich. Cheryl verlor das Interesse an alten Monumenten. Ein Schauer lief ihr den Arm entlang, drang in ihren Körper ein und besonders in ihren Schoß. »Bei den letzten Umbauten hat man Wandgemälde entdeckt, die von Künstlern stammen, die offenbar ihre Rechnung für Kost und Logis nicht bezahlen konnten«, fuhr er fort.

»Du bist immer noch an solchen Dingen interessiert, nicht wahr?« Cheryl erinnerte sich, dass sie in ihrer Jugend oft im Regen durch Ruinen gestapft waren.

Er legte seine Hand unter ihren Ellenbogen, und eine Gänsehaut bildete sich auf dem ganzen Arm. »Oh, ja. Ich muss dir wirklich mal mein Haus zeigen.«

The Yew Tree hatte viele seiner alten Reize erhalten. Die Böden mit den Steinplatten waren ein bisschen schräg, und es gab mehrere Gewölbegänge, die zu Zimmern führten, mal eine Stufe hoch, mal eine Stufe hinunter; die Stufenmitte abgetreten von Generationen von Pächtern, Besitzern und Gästen.

Cheryl nahm den Geruch wahr, den sie mit altem Gemäuer in Verbindung brachte, eine Mischung aus Moder, Staub und den Essenzen, die in hunderten von Jahren von müden Reisenden zurückgelassen worden waren. Sie hatten nach einem Stall für ihr Pferd gesucht und für sich einen Krug Ale, einen Kapaun vom Grill und ein Bett für die Nacht. Selbst die erforderlichen Modernisierungen von Küchen und Badezimmern hatten den Geruch nicht völlig eliminieren können. Cheryl konnte beinahe die Gestalten in ihren alten Kleidern sehen, wie sie die Theke umlagerten, wie sie die engen Treppen nahmen und erschöpft und volltrunken über den Hof schritten.

Himmel, jetzt hör aber auf!, rief sie sich zu. Du wirst ja wie Laura! Überlasse ihr die historischen Abschweifungen.

Aber dann sagte sie doch zu Mark: »Laura würde dahinschmelzen. Ich muss ihr den Pub zeigen.«

»Es gibt viel Geschichte in dieser Gegend«, sagte er und zog sie zu einer Bank in einer Ecke des Restaurants und setzte sich neben sie. »Das hat mit der Monmouth Rebellion von 1685 zu tun und mit Richter Jeffreys, der als Hänge-Richter berüchtigt war.«

Cheryl konnte sich nur schwach erinnern, in der Schule davon gehört zu haben. Aber sie hatte sich Zahlen, Könige und Schlachten ohnehin nicht merken können. Sie spürte, wie sie in eine entspannte Atmosphäre sank, und Mark passte ideal dazu. Er war so reizend zu ihr, dass Frauen an anderen Tischen ihre eigenen Begleiter vergaßen und zu Mark starrten. Er schien die Bewunderung gar nicht zu bemerken und schenkte ihr seine ganze Aufmerksamkeit.

Er bestellte, denn die Speisenkarte war ihm vertraut, und er konnte ihr dies und jenes empfehlen. Der Kellner sprach ihn mit Mr. Warfield an. Mark war also häufiger Gast – brachte er jedes Mal eine Frau mit? Sie wollte diesen köstlichen Mann gegen die Wand drücken und ihn danach fragen, nachdem sie ihrem Impuls gefolgt war und ihre Hände auf seine knackigen Backen gepresst hatte.

Ihre Ecke war klein, und als sie beide ein wenig nach innen rutschten, waren sie von anderen Gästen nicht mehr zu sehen. Als Marks Hand sich auf die Mitte ihres Schenkels legte, ließ sie vor Überraschung fast ihre Gabel fallen. Ich bin an so was nicht mehr gewöhnt, dachte sie, völlig eingerostet. Soll ich von ihm wegrutschen? Soll ich ihm sagen, er soll damit aufhören, und soll ich ihm gar Empörung zeigen?

Sie tat nichts und blieb still sitzen, während die elektrischen Funken in ihre Nervenbahnen schossen. Das Verhältnis zwischen ihnen hatte sich verändert – jetzt waren sie mehr als Freunde, aber noch kein Liebespaar.

Er schaute ihr in die Augen, schob seine Hand zur Seite und sagte: »Zieh dein Kleid hoch.«

Seine Stimme klang gebieterisch, wie er sie bei widerspenstigen Kriminellen und unzuverlässigen Zeugen einsetzen würde. Sie schob ihre Hand zum Schoß und hob den Saum des Kleids langsam an; zuerst waren ihre Knie entblößt, dann die Oberschenkel. Die Tischdecke verbarg den Blick auf ihre Nacktheit. Cheryl fühlte sich unglaublich unanständig. Ihre Nippel versteiften sich im BH. Wurde Mark auch steif? Ein Blick nach unten zeigte eine viel versprechende Schwellung in seiner schwarzen Hose.

Er konnte ihre Blöße nicht sehen, deshalb musste er sich aufs Tasten verlassen. »Keine Strümpfe? Keine Strumpfhose?«, murmelte er erregt.

»Es ist heute so heiß«, erklärte sie, verblüfft darüber, dass sie überhaupt einen Ton herausbrachte. Seit den frühen Tagen ihrer Freundschaft mit Ashley war sie nicht mehr so erregt gewesen. Oh, sie konnte gut phantasieren, wenn sie es sich selbst besorgte, aber dies hier war echt.

Trotz einer Panikwelle, die sie überkam, als sie sich fragte, ob tatsächlich niemand sie sehen konnte, wuchs ihre Erregung noch, als Mark mit seiner Hand noch höher den Schenkel hinauf streichelte. Sie konnte nicht verhindern, dass ihre Beine sich leicht öffneten, sodass seine Finger den winzigen Streifen aus scharlachrotem Lycra fanden, der ihre Scham bedeckte.

Ihr Puls raste wie verrückt. Mark strich über den Rand des Tangas und kämmte mit gespreizten Fingern durch ihren dunklen Busch, bevor er so geschickt, dass sie zu keuchen begann, sein Ziel erreichte, diese delikate Stelle, wo sich die Spalte über der anschwellenden Klitoris öffnete. Dort verharrte er und übte nur einen leichten Druck aus.

Ich könnte kommen, dachte sie. Wenn er mich jetzt noch ein wenig von Seite zu Seite reibt, wie ich es am liebsten habe, dann könnte ich verdammt noch mal kommen, hier mitten im Restaurant.

Sie schloss die Augen und genoss die heiße Woge, die ihre Lenden füllte und den Unterbauch. Die Nippel schmerzten. Ich darf nicht mit diesem verklärten Blick hier sitzen, mahnte sie sich. Ich weiß, dass mein Mund offen steht. Ich sabbere ja schon. Himmel, fühlt sich das gut an. Phantastisch … viel besser, als wenn ich es mir selbst besorge.

»Darf ich dich jetzt in mein Haus einladen?«, flüsterte er und strich noch einmal über ihre Klitoris, was sie fast aber nicht ganz über die Klippe gebracht hätte.

»Ja«, keuchte sie, beherrscht von Lust und unfähig, etwas dagegen zu unternehmen.

Er zog seine Hand zurück, hob sie an seine Nase und sagte: »Ah, ja. Dein unverwechselbarer Geruch. Ich würde ihn immer wieder erkennen.«

Sie fragte sich, wie er seine Erektion verbergen wollte, aber als er sich erhob, wurde sie von den Jackettschößen verdeckt. Er wirkte kühl und locker, und nachdem er gezahlt hatte, gingen sie hinaus. Cheryl folgte seinem Jaguar, heiß und nass zwischen den Schenkeln. Weit hatten sie es nicht mehr; offenbar war der Yew Tree sein Stammlokal.

Er wohnte in einer umgebauten Scheune; ein langes Gebäude mit einem zweiten Geschoss unter dem gewölbten Dach. Zum Grundstück gehörten Rasen, Wiese und ein Zen Garten, den er hinter dem Haus angelegt hatte; ein Bild der Harmonie. Der dunkle Boden war in schwungvolle Muster gerecht worden, auf einen Felsstein zu, der ein ganzes Gebirge darstellen sollte. Mark hatte eine Buddhastatue aufgestellt und sie mit kleinen Bäumen umringt.

»Interessierst du dich für Bonsai?«, fragte sie. Das war sehr aufschlussreich, dachte sie, und zu jeder anderen Zeit hätte sie länger bei diesem Thema verweilt, aber sie wollte schnell zu ihrem wichtigsten Anliegen ...

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