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Alienjäger z.b.V. #8

Alfred Bekker

Alienjäger z.b.V. #8

Cassiopeiapress Science Fiction Serial





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Alienjäger z.b.V. - Sie sind unter uns (Teil 8 von 8)

von Alfred Bekker

 

Science Fiction Roman

 

 

© 2003,2004 by Alfred Bekker (Brian Carisi)

© der Digitalausgabe 2012, 2014 Alfred Bekker, CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

Ein CassiopeiaPress E-Book

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

Moskau …

Der Kreml war von den aufständischen Anhängern der KIRCHE VON ARMAGEDDON eingenommen wurden.

Einige Einheiten der Fallschirmjäger und der rund um Moskau stationierten Spezialtruppen des Innenministeriums unter Oberst Vitali Bever hatten sich sofort im Augenblick des Umsturzes auf die Seite von Maranows Anhängern gestellt.

Ultramodern ausgerüstete Elitekämpfer bewachten die Kremlmauern und alle Eingänge. Das Parlamentsgebäude – das weiße Haus – war ebenfalls besetzt worden. Auf den Plätzen Moskaus patrouillierten gepanzerte Hovercars und eine Flotte von wendigen Rotorschwebern, die in ihre Flugeigenschaften den Insekten ähnelten. Von der Natur lernen. Seit fast hundert Jahren ein Prinzip der Hochtechnologie.

Die Rotorschweber waren ständig im Einsatz.

Sie umschwirrten den Kreml wie ein Hornissenschwarm das eigene Nest.

Es ging schließlich darum, die neue Regierung zu schützen, wobei Regierung nicht der Begriff war, den Maranows Leute bevorzugten.

Der Prediger-Mönch in seiner grauschwarzen, grob gewebten Kutte sah sich keineswegs in der Nachfolge eines weltlichen Herrschers. Ganz gleich ob nun vom Volk gewählt, durch Geburt oder schlicht ergreifend durch Gewalt der Waffen an die Macht gekommen – in Maranows Augen hatten diese Führungen allesamt keinerlei Legitimität.

Es gab nur einen einzigen rechtmäßigen Herrscher über die Welt. Gott. Und den Messias, der jetzt in Gestalt des Wüstenwanderers von Palästina zurückgekehrt war. Seine Worte wurden über alle Kanäle gesandt. Niemand schien das verhindern zu können. Ein Beweis seiner Macht, wie der Prediger zu betonen pflegte.

Der Rat der Gerechten tagte in einem der prächtigen Kremlsäle, die früher Zaren, Präsidenten und kommunistischen Generalsekretären als Sitzungsräumer gedient hatten.

Maranow und seine mönchisch gekleideten Begleiter wirkten hier absolut deplatziert.

Aber nun waren sie die Herren des Kreml.

An der langen Tafel saßen sie, zusammen mit einigen Militärs, die auf ihrer Seite standen. Offiziere, die sich dem Glauben an das nahe Weltgericht und den Anbruch der messianischen Zeit, wie sie die KIRCHE VON ARMAGEDDON propagierte, bedingungslos verschrieben hatten.

Maranow saß am Kopf dieser Tafel.

Er musterte die Gesichter der Anwesenden. Bei vielen sah er ein charakteristisches Leuchten. Eine heitere Gelassenheit, die von innen kam. Ja, sie sind wahrhaft beseelt vom Geist Gottes!, ging es Maranow durch den Kopf.

Oberst Bever verspätete sich etwas.

Er salutierte, als er in schneidigem Schritt den Raum betrat.

Er nahm erst an der Tafel Platz, als Maranow es ihm mit einem Nicken des Kopfes gestattete. Insgeheim verachtete Maranow militärische Gepflogenheiten. Aber er akzeptierte, da es notwendig war, sich des Militärs zu bedienen, um das Wort Gottes zu verbreiten und dem durch und durch gottlosen Staat mit der Bezeichnung Eurasisches Commonwealth eine neue Ordnung zu geben. Eine Ordnung, die in messianische Zeit hinüberreichen würde und zum Ziel hatte, das große Gericht vorzubereiten. Zuvor aber mussten die Feinde des Herrn blutig beseitigt werden …

Auch das lehrte Maranow.

Die Worte der Nächstenliebe galten für sie nicht.

Eher schon traf hier das Jesus-Zitat zu, nach dem man eine verfaulte Hand abhacken sollte, anstatt die Gesundheit des Gesamtkörpers zu riskieren. Genau das sah Maranow in der Clique um Zar Phönix Fjodor Zakitin. Ein eitriges Geschwür im Körper des Landes!

„Ich habe soeben Neuigkeiten erfahren, die Sie alle interessieren sollten“, erklärte der Kommandant jener Gruppen, die im Moment den Kreml sicherten. „Zar Phönix ist aller Wahrscheinlichkeit nach tot. Sokolow, ein vertrauter Offizier seiner Wache weilte bei ihm. Er war einer unserer Leute.“

„Ich weiß“, murmelte Maranow düster.

Er saß in sich zusammengesunken da. Die Kapuze war über dem Kopf. Der Schatten verdeckte das gesamte Gesicht bis auf einen kleinen Rest um das Kinn herum. Die dürren Finger des Predigers tickten auf der Tischplatte herum.

Oberst Vitali Bever fuhr indessen fort: „Unsere Leute in Rom-4 haben Anhaltspunkte dafür gefunden, dass sich Sokolow zusammen mit dem Zaren buchstäblich in die Luft gesprengt hat. Ein unverwechselbarer Ring wurde gefunden … Na ja, ich will Sie mit den Einzelheiten jetzt nicht langweilen, aber …“

Der Oberste im sich neu konstituierenden Rat der Gerechten unterbrach den Offizier ziemlich grob.

„Einzelheiten langweilen mich nie“, versetzte der Prediger. „Wer so etwas sagt, ist nur zu überheblich, sich mit dem zu beschäftigen, was Sie Einzelheiten zu nennen pflegen.“

Oberst Bever hob beschwichtigend die Hände.

Bever hatte zuvor schon in wichtigen Sicherheitsgremien des Eurasischen Commonwealth seinen Mann gestanden. Aber an die diplomatische und sehr zurückhaltende Redeweise, wie sie offenbar für den Umgang mit Maranow kennzeichnend war, konnte er sich schlecht gewöhnen.

Oberst Bever war geradeheraus und hasste es, um den heißen Brei herumzureden. Er brachte die Dinge am liebsten deutlich auf den Punkt.

„Kurz gesagt: Der Zar ist tot“, sagte der Offizier daher knapp und trocken. „Und die meisten seiner Getreuen ebenfalls. Unsere Leute haben DNA-Proben sichergestellt, die am Tod des Zaren wohl keinerlei vernünftigen Zweifel mehr lassen.“

„Was ist mit den Angehörigen der Zakitin-Familie?“

„Untergetaucht, ins Ausland geflohen oder in Gewahrsam genommen. Ich denke nicht, dass von dieser Seite noch irgendwelche Schwierigkeiten zu erwarten sind.“

„Das freut mich zu hören.“

„Die Menschen in den Straßen von Moskau und Petersburg jubeln Ihnen zu, Maranow.“

Der Prediger wirkte nachdenklich, sein Blick war nach innen gekehrt. „Sie sollen nicht jubeln. Sie sollen beten, auf dass sie vom großen Gericht verschont werden. Einer der vier in der Offenbarung des Johannes erwähnten apokalyptischen Reiter trägt eine Waage bei sich. Eine Waage, mit der die Seelen der Menschen gewogen werden, bevor entschieden wird, ob sie zu den wahrhaft Geretteten gehören oder dem Untergang geweiht sind.“

Eine tiefe Furche hatte sich auf der Stirn des Predigers gebildet.

Es herrschte Schweigen im Saal.

Niemand wagte es, seine Stimme zu erheben.

Alles, was man jetzt hätte sagen können, hätte banal geklungen.

Wie ein biblischer Patriarch saß Maranow da, starrte durch die Anwesenden hindurch, so als würde er eine andere Wirklichkeit schauen.

Oder dem Wahnsinn verfallen sein.

Ein Ruck ging schließlich durch den Körper des Predigers, der von nun an der Erste unter den Gerechten genannt werden würde. Eine Bezeichnung, deren Unbescheidenheit im krassen Gegensatz zu der geflickten Mönchskutte stand, aus der seine Kleidung bestand.

„Wie ist die Situation in Rom-4?“, erkundigte sich Maranow schließlich und brach damit den Bann. „Gibt es inzwischen Aufstände?“

„Bis jetzt nicht. Es ausgesprochen kalt dort, weil der Energieschirm zerstört wurde. Die meisten Bewohner von Rom-4 haben jetzt alle Hände voll zu tun, ihr tägliches Leben zu sichern – und unsere Mitbrüder und -schwestern sorgen dafür, dass auch für ihr Seelenheil gesorgt ist.“

Ein mattes Lächeln glitt für einen kurzen Moment über Maranows Gesichtszüge. Der Prediger war im Allgemeinen bekannt dafür, dass sein Gesicht ausgesprochen unbeweglich, ja beinahe kalt blieb. Aber diese innere Kälte und Abgeklärtheit stand in einem für viele seiner Zuhörer faszinierenden Gegensatz zu dem emotionalen Sprengstoff, den seine Worte zu zünden vermochten.

Maranow sagte: „Ich möchte, dass Botschaften an die Regenten aller Länder gesandt werden. In diesen Botschaften soll stehen, dass niemand vor dem Herrn verloren ist, der umkehrt und bereut, dass alle anderen aber der Verdammnis und dem Höllenfeuer ausgeliefert sind, auch wenn sie es jetzt noch nicht zu ahnen vermögen. Ich biete allen Regenten dieser Erde an, sich in die Gemeinde einzureihen, dem Ratschluss des Ersten unter den Gerechten zu folgen und sich der Lehre dessen anzuschließen, der da gekommen ist! Des Messias, der aus der Wüste kam und in die Wüste ging und der zur Rechten Gottes sitzen wird, wenn das Gericht kommt!“

W

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