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Alienjäger z.b.V. # 7

Alfred Bekker

Alienjäger z.b.V. # 7

Cassiopeiapress Science Fiction Serial





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Alienjäger z.b.V. - Sie sind unter uns (Teil 7 von 8)

von Alfred Bekker

 

Science Fiction Roman

 

 

© 2003,2004 by Alfred Bekker (Brian Carisi)

© der Digitalausgabe 2012, 2014 Alfred Bekker, CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

Ein CassiopeiaPress E-Book

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

*

 

Schweißperlen glänzten auf Igor Schmitz' Stirn. Als die schwerbewaffneten Sicherheitskräfte den Raum betraten, wusste er sofort, was die Stunde geschlagen hatte. Die Sicherheitskräfte nahmen ihn in die Mitte. Sie richteten ihre Waffen auf ihn.

„Sie sind vorläufig festgenommen“, erklärte ein junger Feldwebel.

„Was wird mir zur Last gelegt?“, fragte Schmitz, obwohl er die Antwort kannte.

„Sabotage.“

„Nehmen Sie mich ruhig fest“, sagte Schmitz. „Es ist sowieso zu spät, um Gegenmaßnahmen einzuleiten.“

 

*

 

Leutnant Sokolow blickte auf das Chronometer auf seinem Handgelenk. Schweiß glänzte auch auf seiner Stirn. Der entscheidende Moment stand kurz bevor.

Der Tag von Armageddon ist nahe, dachte er. So wie es der Prediger Maranow vorausgesagt hatte, so wie er es vor Millionen von Menschen verkündet hatte. Menschen, die sich auf das Weltenende vorbereiteten und die in dem einsamen Wüstenprediger, dessen Sendungen aus der Strahlenhölle des Heiligen Landes in der ganzen Welt ihre Verbreitungen fanden, den Messias sahen.

Der Zar befand sich immer noch nur wenige Schritte von ihm entfernt auf dem Balkon und blickte hinaus auf Rom-4, einer Stadt, von der Sokolow nicht als eine Fortsetzung römischer Kaiserresidenzen dachte.

Nein, Rom-4 war das, was Maranow darin sah: Das neue Babylon! Ein Ort des Heidentums! Ein Tempel der Verdammnis, der eingerissen werden musste, bevor die Herrschaft des Messias anbrechen konnte! Ein Zeichen musste gesetzt werden!

Nur eine ganz schwache Stimme in Sokolows Innerem bedauerte es, dass er selbst dieses neue Zeitalter nicht mehr erleben durfte.

Er schob den Ärmel seiner Uniformjacke ein Stück hoch. Eine bläuliche Verfärbung war dort zu sehen. Zellulare Wucherungen, dachte er. Anders als der Körper des echten Leutnants Sokolow war der seine nur für eine kurze Zeitspanne lebensfähig.

Dies war einer der ganz wenigen Unterschiede zwischen ihnen. Das Bedauern darüber war in Sokolow nicht besonders stark ausgeprägt.

Irgendetwas in ihm dämpfte derartige Empfindungen so stark ab, dass sie in den Hintergrund traten.

Er war für eine bestimmte Aufgabe geschaffen worden. Nur zu deren Erfüllung existierte er. Dabei war er Teil eines Räderwerks, eines Räderwerks aus Spionage und Unterwanderung.

Einen kurzen Moment nur dachte er an den echten Sokolow, dessen Leiche er in einen Müllverwerter gegeben hatte. Pulverisiert und in Form von Kunstdüngerzusatz würde auch er Teil der neuen Zeit werden.

Nichts geht verloren, dachte das Sokolow-Duplikat. Nichts. Alles ist Teil des großen Plans. Eines Plans, der auch beinhaltete, dass das Sokolow-Duplikat sich in eine Bombe verwandelte. Der Prozess der zellularen Umwandlung war unaufhaltsam.

Der Prozess, der innerhalb seines Körpers am Ende zu einer Kernspaltung führen würde, war unaufhaltsam. Sokolow lächelte.

„Haben Sie noch einen Wunsch, mein Zar?“, fragte er, als Fjodor Zakitin sich zu ihm herumdrehte.

Was soll diese Frage jetzt?, durchzuckte es Phönix.

Ein Geräusch lenkte den Zaren ab.

Irgendwo in der Stadt gab es eine Detonation. Ein Flimmern spannte sich auf einmal wie eine Lichtglocke über die Stadt.

„Der Schirm!“

Zar Phönix schrie diese Worte beinahe heraus.

Entsetzen war in seinem Gesicht, als er sich zu Sokolow herumdrehte, der näher an ihn herangetreten war.

„Ja, es ist der Schirm!“, stellte Sokolow mit eisigem Tonfall fest.

Er fasste den Zaren bei de Schultern.

Dieser wunderte sich noch über die Respektlosigkeit.

Auf diese Weise die Distanz aufzugeben, war undenkbar!

„Sokolow, Sie ...“

Weiter kam der Zar nicht mehr.

Sokolow verwandelte sich in eine Bombe.

 

*

 

Ellroy blickte auf.

In der Tür von Dan Lagunas Büro stand eine schlanke, zierliche Gestalt in einem engen, schwarzen Lederdress. Das Haar war zu einem Knoten gebunden. Dunkle Mandelaugen blickten ihn an.

Unwillkürlich hatte Ellroy zu seiner Mooli MDK gegriffen. Der Lauf der Waffe war auf die Gestalt in der Tür gerichtet. Den Formen nach, die sich durch die enge Ledermontur deutlich abzeichneten, handelte es sich zweifellos um eine Frau.

„Jenny Chang!“, stieß Ellroy hervor. Er war überrascht.

Die geheimnisvolle Konzernsöldnerin, deren Auftraggeber offenbar eine mysteriöse Organisation war, die sich dem Kampf gegen den wachsenden Einfluss der INEX verschrieben hatte, hier zu treffen, das hatte Ellroy nicht erwartet.

Den Lauf seiner Waffe ließ er auf die junge Frau gerichtet. Schließlich wusste er nicht, welche Rolle sie in diesem Spiel eingenommen hatte.

„Was tun Sie hier?“, fragte er.

„Sie können Ihre Waffe ruhig herunter nehmen, Mort“, erwiderte sie mit einem leicht spöttischen Lächeln um die Lippen. Sie machte eine unbedachte Bewegung. Ellroy hob die Waffe, zielte zwischen ihre Augen.

„Keine Bewegung!“, sagte er.

Sie erstarrte zur Salzsäule.

„Haben Sie Dan Laguna umgebracht?“, fragte Ellroy.

„Nein“, antwortete sie. „Das war die andere Seite.“

„Welche andere Seite?“

„Diejenigen, die Sie aus den Weg räumen wollen, Ellroy.“

„Wer ist das?“

„Letztlich sind es die INEX, aber ihr Einfluss ist seit unserem letzten Zusammentreffen erheblich gewachsen. Er reicht bis weit in Ihre Organisation hinein.“

„Bis in DEFENCE?“

„Überrascht Sie das wirklich, Ellroy?“

„Ich halte es für sehr unwahrscheinlich.“

„Tun Sie nicht so naiv. Denken Sie nach! Gebrauchen Sie Ihren Verstand! Wie ist das, was Ihnen zugestoßen ist, denn anders erklärlich?“

„Woher wissen Sie davon?“

„Ich habe meine Quellen. Aber im Moment dürfen wir keine Zeit verlieren. Ich bin hier, um Sie abzuholen.“

„Abzuholen?“, echote Ellroy.

„Richtig. Kommen Sie! Ich sagte Ihnen ja bereits einmal, dass irgendwann der Zeitpunkt gekommen wäre, an dem Sie die Seiten wechseln sollten. Vielleicht ist er jetzt da.“

Ellroy senkte langsam die Waffe.

„Woher wussten Sie, dass ich hierher kommen würde?“

„Sie brauchen einen Pass. Ist das so schwer zu erraten?“

„Nein“, gab Ellroy zu.

„Außerdem tragen Sie noch immer Ihre ultra-force-typischen Implantate und die sind anmessbar.“

„Das wusste ich nicht.“

„Natürlich nicht. Niemand hat Ihnen das auf die Nase gebunden. Und wahrscheinlich wissen nur sehr wenige Menschen davon.“

Ellroy überlegte.

„Das bedeutet?“

„Das bedeutet, dass es hier gleich ungemütlich werden wird. Ja, ganz richtig, Mort. Also sollten wir uns beeilen. Kommen Sie!“

„Wo bringen Sie mich hin?“

„Das kann Ihnen einstweilen gleichgültig sein. Auf jeden Fall nicht in einen der Klonierungstanks der INEX, wie die Leute, die hinter Ihnen her sind.“ Ein dünnes Lächeln bildete sich um ihre Lippen. „Ich denke, das Schicksal des Zaren wird Ihnen noch lebhaft vor Augen stehen, oder?“

„Ja, allerdings. Also los!“

Sie wandte sich um, ging hinaus auf den Korridor. Ellroy folgte ihr.

Instinktiv wollte er in Richtung von Lagunas Spielhalle gehen, aber Jenny Chang schüttelte energisch den Kopf. „Nein“, sagte sie. „Es gibt einen Hinterausgang. Kommen Sie!“

Geräusche ließen sie beide erstarren.

Schritte.

Eine blau uniformierte Frau tauchte im Korridor auf. Beide Hände waren um den Griff einer Waffe gekrallt, die sie jetzt hochriss.

&

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