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Alienjäger z.b.V. #5

Alfred Bekker

Alienjäger z.b.V. #5

Cassiopeiapress Science Fiction Serial





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Alienjäger z.b.V. - Sie sind unter uns (Teil 5 von 8)

von Alfred Bekker

 

Science Fiction Roman

 

 

© 2003,2004 by Alfred Bekker (Brian Carisi)

© der Digitalausgabe 2012, 2014 Alfred Bekker, CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

Ein CassiopeiaPress E-Book

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

*

 

Ellroy, Ondar und die anderen Gefangenen folgten den schwarz gekleideten Bewaffneten durch die Korridore.

Hier und da waren getötete Wächter zu sehen. In verrenkter Haltung lagen sie auf dem Boden, jeweils von mehreren Projektilen durchbohrt.

Schließlich erreichte die Gruppe die Schleuse, an der das U-Boot angedockt hatte.

Ellroy stoppte.

Jenny Chang drehte sich zu ihm um.

"Was ist? Wollen Sie warten, bis hier alles in die Luft fliegt?"

"Warum machen Sie das?"

"Wovon reden Sie?"

"Warum lassen Sie alles in die Luft gehen, anstatt zu versuchen, die Selbstzerstörungssequenz ganz aufzuhalten? Wenn Sie es wirklich geschafft haben, in das Rechnersystem einzudringen, müssten Sie das schaffen können."

"Vielleicht können wir das ein anderes Mal ausdiskutieren."

"Nein, ich will es jetzt wissen."

Jenny Chang seufzte.

"Sie stellen sich wahrscheinlich vor, dass man die Technologie der Aliens nutzen könnte. Das Portal, das hier existiert, zum Beispiel."

"Ja."

"Sie sind naiv."

"Möglich."

"Solange diese Station und das Dimensionstor existieren, geht eine Gefahr davon aus."

"Es waren nicht die Chinesen, die das HAUS DER GÖTTER im Amazonas-Dschungel in die Luft gejagt haben, nicht wahr? Sie waren es ... Beziehungsweise die Macht, die hinter Ihnen steht."

"Kann Ihnen das nicht gleichgültig sein, Ellroy?"

"Vielleicht."

"Es sollte Sie trösten, dass es jemanden gibt, der sich dem Einfluss der INEX entgegenstellt und noch nicht personell von ihren Klonen unterwandert ist. Eine Macht, die zumindest für sich die Chance autonomer Entscheidungen bewahrt hat." Sie machte eine kurze Pause.

Ondar sagte: "Lass uns jetzt gehen, Mort."

Die Kunststimme betete den Countdown der Selbstzerstörungssequenz hinunter. Ellroy war aufgefallen, dass das Tempo, das dabei vorgelegt wurde, deutlich langsamer geworden war. Die Tonhöhe war dabei um anderthalb Oktaven in die Tiefe gesackt. Wie ein Echo aus dem Jenseits klang sie jetzt.

"Ich möchte den getöteten Kommandanten sehen", erklärte Ellroy.

"Was?", fauchte Jenny Chang.

"Den INEX-Kommandanten dieser Station."

Sie schien einen Moment lang zu überlegen.

Schließlich nickte sie und wandte sich an einen ihrer Männer. "Bring ihn hin, Sukor!", befahl sie.

"Die Zeit ...", murmelte dieser.

"Wenn ihr euch beeilt, kommt ihr noch rechtzeitig an Bord."

 

*

 

Ellroy folgte dem Mann, der Sukor genannt worden war. Er kannte sich erstaunlich gut in der Station aus. Auf eine entsprechende Frage hin gab er Ellroy Auskunft, dass er einen Plan der gesamten Tiefseestation im Display vor sich habe.

"Ein Vorteil, wenn man Rechnerzugang hat", meinte er. Sein Englisch war akzentschwer. Aber Ellroy hätte unmöglich sagen können, woher Sukor stammte.

Schließlich gelangten sie in einen Teil der Station, von dem Sukor behauptete, er liege unter dem Meeresboden.

In einem schmucklosen Raum, der lediglich über die nötigsten Einrichtungsgegenstände verfügte, fanden sie dann den Kommandanten.

Ellroy zuckte beim Anblick des insektoiden Körpers unwillkürlich zusammen.

Erinnerungen stiegen in ihm auf.

Erinnerungen an seinen Aufenthalt auf der Welt jenseits des Dimensionstores von Basis Alpha.

Der Körper des Insektoiden war teilweise zerstört. Einzelne Gliedmaßen waren abgetrennt.

"Na, genug gesehen?", fragte Sukor. "Teilmantelgeschosse sind recht wirksam gegen die Biester. Aber man sollte es nicht mit kleineren Kalibern versuchen."

Immerhin hatte Ellroy genug gesehen, um bezeugen zu können, dass sich auf dieser Tiefseestation wirklich und wahrhaftig eines jener Aliens befunden hatte, deren Spezies man die recht phantasielose Bezeichnung INEX aufgeprägt hatte.

"Gehen wir", knurrte Ellroy düster.

 

*

 

Noch rechtzeitig verließen Ellroy und Sukor die Station.

Ellroy wurde auf die Brücke des namenlosen U-Bootes geführt. Ondar erwartete ihn dort.

"Wie war es?", raunte ihm der DEFENCE-Agent zu.

"Ich habe gesehen, was ich sehen wollte."

"Es ist also wahr."

"Exakt."

"Ich kann nicht sagen, dass mich das ruhiger schlafen lässt, Mort."

"Wer sagt, dass du schlafen sollst, Peer?"

"Auch wieder wahr."

"Scheint so, als hätte der Krieg gegen die INEX längst begonnen. Und nur ausgerechnet wir haben davon bislang nichts mitgekriegt."

"Ist schon komisch."

Ellroy blickte sich um und fragte nach kurzer Pause: "Wo sind McCauly und der Zar? Ganz zu schweigen von Ricarda Deveraux in Echtversion?"

"Wurden in Kabinen eingesperrt."

"Und warum wir nicht?"

"Keine Ahnung, Mort. Du kannst die schöne Jenny ja nachher mal fragen."

"Unser Zusammentreffen im Himalaya war nicht so freundlich, dass ich mir darauf einen Bonus einbilden könnte."

Auf der Brücke herrschte Hektik. Kaum jemand achtete besonders auf Ellroy und Ondar. Vielleicht von zwei Wächtern abgesehen, die die Mündungen ihrer Waffen auf die beiden DEFENCE-Agenten zeigen ließen.

Jenny Chang gab Befehle.

Auf Englisch.

Die Sprache der Seefahrt, der Raumfahrt, der Luftfahrt ... die Sprache der Wirtschaft und der Kartelle ... Aber auch die dominante Sprache der Free States ...

Noch immer zermarterte Ellroy sich das Hirn darüber, wer hinter Jenny Chang und diesem Einsatz stand. Wer hatte die Macht, mit einem U-Boot eine Tiefseestation zu entern? Wer benutzte Amazonien als Ausgangsbasis für quasi-militärische Operationen wie die Zerstörung von Hidden Place 12?

Wirklich eines der Kartelle?

Oder doch die Chinesen?

Du hast noch zu wenig Einzelteile in diesem Puzzle, ging es Ellroy durch den Kopf. Zu wenig, um die Zusammenhänge erkennen zu können.

Auf den Anzeige-Projektionen war zu erkennen, wie sich das U-Boot von der Station entfernte.

Dann erschütterte eine Detonation das U-Boot.

Man musste sich festhalten, um nicht durch die Gegend geschleudert zu werden. Einer der Offiziere meldete: "Keine Schäden!"

"Gut", murmelte Jenny Chang.

Sie wandte sich an Ellroy.

"Wir werden Sie und Ihre Begleiter – mit Ausnahme des Zaren – in Panyang, einem Hafen an der Sulu-See, absetzen. Es wird sicherlich keine unlösbare Aufgabe für Sie sein, von dort aus mit Ihren Leuten in New Washington Kontakt aufnehmen."

"Warum tun Sie das?"

"Weil ich hoffe, dass Sie die Gefahr erkannt haben, in der sich die Erde befindet. Vielleicht werden Sie manches mit neuen Augen sehen. Vielleicht werden Sie erkennen, wie sehr Sie bisher von Feinden umgeben waren, ohne auch nur das Geringste davon zu ahnen ..."

"Und was ist mit dem Zaren?", fragte Ellroy.

Jenny Changs Lächeln blieb dünn.

"Der bleibt bei uns. Wir werden dafür sorgen, dass er wieder die Herrschaft übernimmt."

"Wie wollen Sie das anstellen? Die Umgebung des Zaren wird durchsetzt sein von Klon-Agenten der INEX."

"Der gegenwärtig regierende Zaren-Klon liegt im Sterben, Ellroy. Die Klon-Agenten warten auf den Nachfolger. Wir werden ihn in deren Transportnetz einschleusen – in einem Behälter mit Nährflüssigkeit. Sie werden glauben, dass der Zar der erwartete Klon ist. Wenn er dann die Macht wieder innehat, werden sie zu spät merken, dass er keine Marionette ist. Säuberungen waren schon früher eine von Phönix' Spezialitäten. Ich bin überzeugt, dass er weiß, was zu tun ist."

"Dieser Plan setzt voraus, dass die Klon-Agenten in Rom-4 von den Geschehnissen hier in der Tiefe der Sulu-See niemals erfahren!"

"Dafür sorgen wir."

"Diese Macht haben Sie?"

"Ja. Zumindest für eine gewisse Zeit."

Ellroy wechselte einen Blick mit Ondar. Beide DEFENCE-Agenten vermochten ihr Erstaunen kaum zu verbergen.

Jenny Chang fuhr fort: "Erzählen Sie in New Washington ruhig, was Sie erfahren haben. Das ist in unserem Sinn. Es wird interessant sein, zu beobachten, wie einige Leute in höchsten Stellen Ihres Landes reagieren ..."

Ellroy sah sie an.

"Für welches Kartell arbeiten Sie?"

Sie lächelte.

Eiskalt.

In ihren Augen glitzerte es.

"Wenn Sie das wüssten, müsste ich Sie doch noch töten, Ellroy."

"Sie sollten gelernt haben, dass das nicht so einfach ist."

"Mag sein."

"Ich möchte Ihre Story gerne glauben, Jenny! Oder soll ich Sie lieber Samantha nennen?"

E

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