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Achtung: Brandheiß und sexy!

Lori Foster

Achtung: Brandheiß und sexy!

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Katrin Reichardt

1. KAPITEL

Ethan Winters fuhr abrupt aus dem Schlaf hoch. Sein Herz hämmerte wie wild gegen seine Rippen, sein Kopf schmerzte, seine Augen juckten und sein Mund war staubtrocken. Das hielt ihn allerdings nicht davon ab, gleich mehrere Dinge auf einmal zu registrieren.

Die bemerkenswerteste Entdeckung stellte sicherlich die Frau in seinem Bett dar. Oh ja, dieses äußerst wohlgeformte, schlanke Bein, das auf seinem Bauch ruhte, gehörte unzweifelhaft zu einem weiblichen Wesen. Die kleine, zarte Hand, die auf seiner Brust, direkt über seinem Herzen lag, ebenfalls. Ethan betrachtete sich die Hand etwas genauer, doch er war zu müde, um auszumachen, zu welcher Frau sie gehören könnte. Sie sah eben einfach aus wie eine Hand. Eine weibliche Hand.

Na gut, okay, er lag also mit einer Frau im Bett. Keine große Sache. Herauszufinden, warum das so war, würde sicher nicht schwierig werden. Da er weder Schuhe noch Hemd trug, und seine Hose offen stand – was er daran merkte, dass er ihren warmen Oberschenkel auf seiner Haut spürte – konnte er wohl davon ausgehen, dass auch die Frau halb nackt war. Dafür kam eine ganze Reihe von Gründen infrage, aber wahrscheinlich schien ihm nur ein einziger.

Na und? Er war dreißig Jahre alt, Single, und konnte tun und lassen, was er wollte. Was machte es da schon aus, dass er sich bedauerlicherweise nicht mehr genau erinnern konnte, was er letzte Nacht eigentlich getan hatte.

Dem hellen Sonnenlicht nach zu urteilen, das durchs Fenster fiel, war draußen der Tag bereits angebrochen. Ein schneller Blick auf die Uhr bestätigte seine Vermutung: zwanzig vor neun. Wann war er denn gestern Abend ins Bett gegangen?

Doch allem Anschein nach hatte ihn nicht die Frau, die sich an ihn schmiegte, geweckt, sondern das beharrliche, kontinuierlich lauter werdende Klopfen an seiner Tür.

Stöhnend hob Ethan den Kopf vom Kissen, um seine Bettgefährtin ein wenig näher zu betrachten. Doch er konnte nicht mehr als üppiges, verstrubbeltes, glänzend braunes Haar erkennen. Der Kopf der Unbekannten schmiegte sich an seine Seite, ihre Nase fast an seinem Oberarm. Die Frau trug sein Uniformhemd – unter dem ihr seidiges pfirsichfarbenes Höschen und ihr wohlgeformter Po hervorlugten.

Ethan konnte sich nicht mehr erinnern, ihr das Hemd gegeben zu haben – geschweige denn daran, dass sie beide sich ausgezogen hatten. Gerade wollte er ihr das volle Haar aus dem Gesicht streichen, um endlich dahinterzukommen, wer sie war, als das Hämmern an der Wohnungstür erneut erklang.

Die Fremde regte sich. Weiterhin an seinen Körper gepresst reckte sie die Arme über den Kopf und streckte sich genüsslich. Ethan stemmte sich trotz seines höllischen Katers ein kleines Stück hoch. Wer auch immer da vor der Tür stand, würde sich verdammt noch mal noch einen Augenblick gedulden müssen. Mit einem erwartungsvollen Lächeln auf den Lippen beugte er sich über die rätselhafte Frau.

Sie rollte sich mit einem schlaftrunkenen Grummeln auf den Rücken.

Ethan sprang mit einem Satz aus dem Bett, so überhastet, dass ihm schwindlig wurde und er beinahe das Gleichgewicht verlor. Nein. Zum Teufel, nein.

Seine zitternden Beine waren weich wie Pudding und er spürte einen dicken Kloß im Hals, der ihn fast würgen ließ. Halt suchend klammerte er sich am Fußende des Bettgestells fest und schluckte mühsam, ehe er endlich seine Stimme wiederfand und lauthals brüllte: „Rosie! Was zur Hölle soll das?”

Ihr eben noch versonnenes Lächeln verschwand. Ganz vorsichtig öffnete sie ihre blauen Augen. „Halt die Klappe, Ethan”, stieß sie stöhnend hervor. „Mir explodiert gleich der Schädel.”

Ethan war fassungslos. Als zu allem Überfluss schon wieder das Klopfen an seiner Wohnungstür ertönte, stand er kurz davor, in Panik auszubrechen. „Raus aus meinem Bett.”

Der Blick, den sie ihm zuwarf, ließ sich nicht gerade als freundlich bezeichnen. Statt seine Anweisung zu befolgen, rollte sie sich auf den Bauch und machte es sich wieder in den Kissen gemütlich. „Ich brauche dringend einen Kaffee.”

Ihr offenes langes Haar fiel in all seiner Pracht über ihren Rücken, war jedoch nicht lang genug, um ihren Po zu verbergen.

Entgeistert starrte Ethan sie an. Oh Gott. Was sollte er jetzt tun? Rosie. Seine Rosie. Seine alte Freundin aus Kindertagen. Die kleine Schwester seines ehemaligen besten Freundes.

Sie war wirklich verdammt attraktiv.

Nein, nein, das tat sie nicht. Eilig kniff er die Augen fest zu, um nicht mehr sehen zu müssen, wie sie sich auf seinem Bett rekelte … Oder wie sie ihm ihren knackigen Po hinstreckte. Ihre endlos langen Beine. Selbstverständlich wusste er bereits, wie ihre Beine aussahen. Schließlich trug sie hin und wieder kurze Hosen oder sogar einen Badeanzug. Doch in diesem Bett hatte er ihre Beine noch nie gesehen. Niemals.

Er hatte doch nicht etwa … Nein, natürlich nicht. Ethan seufzte laut auf. Was für ein abwegiger Gedanke. Wenn er etwas mit Rosie getan hätte, würde er sich daran erinnern. Außerdem würde er sowieso nie und nimmer etwas mit Rosie machen. Sie war praktisch ein Familienmitglied. Zwar nur praktisch. Aber dennoch.

Von neuer Zuversicht erfüllt wagte er es, die Augen wieder zu öffnen – doch um ganz sicherzugehen, vermied er es vorsichtshalber, sie direkt anzuschauen. „Rühr dich nicht vom Fleck.”

Rosie stöhnte unwirsch auf.

Ethan verließ auf wackligen Beinen das Schlafzimmer und zog die Tür hinter sich zu. Wer auch immer sich vor seiner Wohnung herumtrieb, veranstaltete einen furchtbaren Lärm. Wenn derjenige damit die ganze Nachbarschaft aufweckte, würde Ethan hinterher nur wieder den Ärger am Hals haben.

Er marschierte durchs Wohnzimmer und riss die Tür auf. Vor ihm standen Riley Moore, Harris Black und Buck Bosworth. Die drei Männer drängten sich, ohne auf eine Einladung zu warten, kommentarlos an ihm vorbei. Ethan warf einen prüfenden Blick in den Korridor, der zum Schlafzimmer führte. Ein Glück, die Luft war rein. Seine drei Kumpel brauchten nicht zu erfahren, dass Rosie die Nacht bei ihm verbracht hatte.

Sie würden ihm sowieso nie im Leben abkaufen, dass rein gar nichts passiert war. Verflucht, nicht mal er selbst fand, dass das glaubhaft klang. „Was wollt ihr? Wie ihr unschwer erkennen könnt, habt ihr mich bei meinem Schönheitsschlaf gestört.”

„Bei deiner Visage hilft höchstens noch ein ausgiebiger Winterschlaf”, lästerte Harris grinsend.

Buck schüttelte mitleidig den Kopf. „Ich wusste ja, dass du dir gestern ordentlich einen hinter die Binde gekippt hast, aber du musst deinen kleinen grauen Zellen schon übel mitgespielt haben, um unseren gemeinsamen Angeltag zu vergessen.”

Angeln. Verdammt, darauf hatte er nun wirklich keine Lust. Ethan hielt sich den brummenden Schädel und holte zweimal tief Luft. „Heute muss ich leider passen. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten.”

Riley, der Ernsthafteste unter den Dreien, seufzte betrübt. „Ich habe dir gestern Abend noch geraten, nicht so viel zu trinken. Die Sache einfach auf sich beruhen zu lassen und zu vergessen. Aber nein, du wolltest ja nicht auf mich hören. Jetzt musst du eben die Konsequenzen tragen. Los, zieh dich an. Wir fahren nicht ohne dich.”

Ethan erstarrte. Unfassbar, dass Riley es wagte, von diesem sensiblen Thema anzufangen. Sie alle wussten doch, dass er nicht darüber sprechen wollte. „Von mir aus könnt ihr zur Hölle fahren. Ich lege mich jedenfalls wieder ins Bett.” Bei diesen Worten zuckte er unwillkürlich zusammen. In seinem Bett lag ja Rosie.

„Vergiss es.” Riley ließ sich auf das Sofa sinken und streckte die Füße auf dem vollgeladenen Couchtisch aus. Eine Zeitung und ein Karton, in dem sich chinesisches Essen befunden hatte, landeten auf dem Boden. „Ich habe genug von deinem Selbstmitleid. Es ist jetzt über ein Jahr her. Schluss damit.”

Buck und Harris wandten die Köpfe hin und her und verfolgten in andächtigem Schweigen den Wortwechsel.

Ethan knirschte mit den Zähnen. „Lass es, Riley.”

„Sobald auch du es gut sein lässt.”

„Das geht dich verdammt noch mal überhaupt nichts an.” Ethan bereute es sofort, dass er unbeabsichtigt die Stimme erhoben hatte. Sein Kopf begann postwendend zu pochen und sein Magen rebellierte. Er rieb sich entnervt die Augen und versuchte, sich einzureden, dass er es durchaus schaffen könnte, Riley vor die Tür zu setzen, ohne sich dabei zu übergeben, als plötzlich eine weibliche Stimme seine Gedanken unterbrach.

„Das sind deine Freunde, Ethan. Selbstverständlich geht es sie etwas an.”

Oh Gott.

Riley stellte die Füße sofort wieder auf den Boden. Buck und Harris gafften mit offenem Mund.

Ethan stöhnte entnervt auf. Vorsichtig spähte er zwischen seinen Fingern hindurch nach Rosie und schickte ein kleines Dankgebet zum Himmel dafür, dass sie wenigstens so umsichtig gewesen war, sich ein Bettlaken umzuwickeln. Sein Hemd verdeckte ihren Oberkörper, während alles von der Taille abwärts von einer Art Laken-Toga verhüllt wurde. Doch ihr Haar war noch immer verstrubbelt, der Blick aus ihren blauen Augen ein wenig verhangen und ihre Wangen vom Schlaf gerötet.

Die drei Männer drehten sich gleichzeitig zu Ethan um und starrten ihn an. Ihr Gesichtsausdruck reichte von tadelnd über interessiert bis zu unverschämt neugierig.

Für Ethan war das Maß nun endgültig voll.

„Entschuldigt mich einen Moment.” Er raffte das letzte bisschen Würde, das ihm noch geblieben war, zusammen und schaffte es tatsächlich, das Bad zu erreichen, die Tür hinter sich zuzuschlagen und abzuschließen. Für die nächste Viertelstunde brauchte er dringend ein bisschen Privatsphäre. Um in aller Ruhe der Porzellanschüssel zu huldigen. Um zu beten, dass alles nur ein Traum gewesen war. Um sich der aussichtslosen Hoffnung hinzugeben, dass, wenn er das Zimmer wieder verließ, alle anderen – vor allem Rosie – verschwunden wären und dass sein armes Hirn zumindest lange genug aufhören würde, zu pochen, damit er wieder Luft holen konnte.

Ethan kauerte vor der Toilettenschüssel. Alles drehte sich. Plötzlich hörte er draußen vor der Badezimmertür Schritte.

„Ethan?”

Er setzte sich wieder auf den kalten gekachelten Badezimmerboden und ließ sich gegen den Rand der Badewanne sinken. Zu atmen fiel ihm unendlich schwer. Zu denken noch viel schwerer. Er wollte jetzt nicht reden. „Geh weg, Rosie.”

Er rechnete mit einer scharfen Erwiderung, mit Widerspruch. Ach zum Teufel, halbwegs erwartete er, dass sie sogar die Tür eintreten würde. Er kannte sie schon viele Jahre und wusste, dass Rosie immer tat, was sie für richtig hielt, ohne Rücksicht auf Verluste oder die Wünsche anderer. Sie war eigenwillig, rechthaberisch, unabhängig – und sie hatte in seinem Bett gelegen.

Die Sekunden verstrichen und nichts geschah. Ethan spannte, auf das Schlimmste gefasst, seinen ganzen Körper an. Vorsichtig öffnete er die Augen und sah die verschlossene Tür an. Rosie unternahm immer noch nichts. War sie am Ende tatsächlich seiner Bitte gefolgt und verschwunden? Obwohl er sie eigentlich nicht gebeten, sondern ihr vielmehr eine barschen Befehl erteilt hatte. Hatte er damit etwa ihre Gefühle verletzt?

Hatten sie Sex gehabt?

Obwohl es in seinem Magen nun noch schlimmer rumorte als zuvor, rappelte Ethan sich schließlich auf und reckte den Kopf aus der Badezimmertür. Stille. „Riley?”

Zehn Sekunden verstrichen. „Was?” Riley lugte in den Flur hinein. Er musterte Ethan prüfend und verzog angewidert das Gesicht.

„Ist Rosie gegangen?”

„Sie macht Frühstück.”

„Oh.” Logisch. Wahrscheinlich war es seinem Kater zu verdanken, dass er für einen Moment vergessen hatte, dass Rosie nicht zum übersensiblen Frauentyp gehörte. Ganz im Gegenteil, sie war sogar ziemlich tough für eine Frau. Also konnte er sie gar nicht gekränkt haben, beruhigte er sich selbst.

Und mit ihr geschlafen hatte er auch nicht.

„Es ist nicht, wonach es aussieht”, nuschelte er in Rileys Richtung, der ihn noch immer so abfällig musterte, als wäre er ein Wurm. „Spar dir die schmutzigen Gedanken.”

Riley verschränkte die Arme vor der Brust und presste die Lippen zusammen. „Du sollst duschen und dich danach zu uns gesellen.”

Er kannte Rosie gut genug, um zu wissen, dass er besser ihren Anordnungen Folge leisten sollte. „Na schön.”

„Sie gibt dir zehn Minuten.”

Ärgerlich knallte Ethan die Tür zu. Er würde sich verflucht noch mal genau so viel Zeit nehmen, wie er wollte. Basta! Diese Frau hatte ihm überhaupt nichts zu vorzuschreiben. Nur, weil sie in seinem Bett aufgewacht war, durfte sie ihn noch lange nicht herumkommandieren.

Obwohl sie ihn eigentlich sowieso immer herumkommandierte. Meistens ließ er ihr ihren Willen. Obwohl sie vier Jahre jünger war als er, waren sie schon seit Ewigkeiten miteinander befreundet, seit College- und Highschoolzeiten. Auch über den Tod ihrer Eltern und Ethans lange Verlobungszeit hinweg hatte ihre enge Freundschaft gehalten.

Selbst, als Rosies Bruder vor neunzehn Monaten mit Ethans Verlobter durchgebrannt war, während er einsam und allein vorm Traualtar gewartet hatte, hatte sie das nicht entzweien können.

Ethan trat unter den harten, heißen Wasserstrahl. Mit zusammengebissenen Zähnen ignorierte er seine schmerzenden Glieder, stützte die Hände gegen die Wand, senkte den Kopf und schloss die Augen.

Mein Gott, wenn er nun doch mit ihr geschlafen hatte? Er war sich nicht sicher, ob sie dann noch Freunde bleiben könnten. Rosie war eher der Typ Frau zum Heiraten und nicht der für einen One-Night-Stand. Und er würde bestimmt nicht noch mal auf die Schnapsidee kommen, heiraten zu wollen.

Was zum Teufel hatte er nur angerichtet?

„Jungs, wie viele Eier wollt ihr?”

„Zwei.”

„Drei.”

Theatralisch seufzte Riley. „Rosie. Was ist hier los?”

Rosie Carrington schaute Riley abschätzig über die Schulter hinweg an. Er war ein ziemlich großer Kerl. Also entschied sie, ihm auch drei Eier aufzuschlagen, die gleiche Menge wie für Harris. „Ich bereite uns nur ein Frühstück zu. Nichts weiter.”

„Ja, ja, genau. Du machst nur Frühstück – in Ethans Küche, in seinem Hemd, und das höchstwahrscheinlich am sprichwörtlichen Morgen danach.”

„Aber Riley, ein so kluger Mann wie du gibt sich derart wilden Spekulationen hin?”

Harris und Buck wechselten vielsagende Blicke und schnaubten verächtlich. Bestimmt ging inzwischen mit allen Dreien die Fantasie durch. Allerdings konnte sie ihnen das kaum verübeln. Die ganze Situation sah für einen Außenstehenden wahrscheinlich ziemlich verfänglich aus.

Riley beachtete seine Freunde nicht weiter. „Okay. Warum bist du dann hier? Als ich Ethan gestern zum letzten Mal sah, flirtete er gerade mit diesem sexy Rotschopf, während du vor Wut geschäumt hast, weil er sich, laut deinen Worten, mal wieder zum Affen machte.”

Rosie konzentrierte sich darauf, dass die Eier in der Pfanne nicht zu dunkel wurden. Gestern Abend … Oh ja, da war sie wirklich stinksauer gewesen. Eigentlich war sie immer noch ein bisschen angefressen. Ethan war normalerweise ein richtiger Schatz, den man einfach respektieren und gernhaben musste. Er arbeitete hart, war vernünftig und gewissenhaft. Ein aufrechter Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Gut, in letzter Zeit hatte er sich zwar zum Schwerenöter entwickelt, allerdings zu einem liebenswerten.

Wenn allerdings jemand seine Exverlobte erwähnte, mutierte er augenblicklich vom netten Kerl zum oberflächlichen, chauvinistischen Trottel und riss sich die erstbeste Frau unter den Nagel, die verfügbar war. Rosie vermutete, dass er den anderen damit beweisen wollte, dass er über seine Ex hinweg war und die Trennung verkraftet hatte. Doch stattdessen offenbarte er damit nur, wie es tatsächlich um ihn stand: Er litt noch immer – und das tat Rosie ebenfalls weh.

Himmel, inzwischen waren doch schon über eineinhalb Jahre vergangen. Rosie hatte die Nase voll. Es wurde höchste Zeit, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen.

Sie ahnte, wie unangenehm es für die Männer gewesen sein musste, sie hier anzutreffen. Wenn alles nach Plan lief, würden sie sich jedoch daran gewöhnen müssen, ob sie nun wollten oder nicht. Außerdem konnten sie sich nicht beschweren, denn immerhin hatte sie sich inzwischen züchtig bedeckt – mehr oder weniger – und sich einen schäbigen, alten Hausmantel übergezogen, den sie in Ethans Kleiderschrank gefunden hatte.

„Rosie, du weichst mir aus.”

„Herrje, Riley. Ich bin sechsundzwanzig. Damit bin ich doch wohl alt genug, um selbst zu entscheiden und ein Privatleben zu haben.”

Harris kratzte sich am Kopf, wodurch sein zerzaustes schwarzes Haar noch wirrer in alle Richtungen abstand. „Du und Ethan, ihr habt also ein gemeinsames Privatleben?”

Sie ignorierte ihn, stocherte stattdessen mit einer Gabel in dem Pfund Frühstücksspeck herum, das in der gusseisernen Bratpfanne brutzelte. Die vier waren allesamt große, starke Männer und brauchten ordentliche Portionen, um bei Kräften zu bleiben. „Weißt du, ich kann gar nicht glauben, dass ihr Jungs den ganzen Tag lang angeln gehen wolltet, ohne ausreichend zu frühstücken. Es ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Die solltet ihr nicht ausfallen lassen.”

Den Männern rang ihre groteske Ermahnung nur ein müdes Grinsen ab. Als Feuerwehrmänner mussten Ethan und Harris stets in Topform sein, eine grundlegende Voraussetzung in ihrem Beruf. Auch für Buck, der einen Holzhandel führte, war körperliche Arbeit alltäglich. Er war richtig durchtrainiert.

Und Riley?

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